Einmal, nur einmal einen Pokal haben

Streng genommen beginnt für den VfL am Samstag in Baunatal um 18.30 Uhr der wichtigste Wettbewerb überhaupt: der DFB-Pokal. Hier könnte der Verein für Leibesübungen aka KGaA wirklich was gewinnen - wie 1992 Hannover als Zweitligist - zumindest theoretisch siegen. Klar, seit Anfang der Neunziger bis 2019 ist die Anzahl der Überraschungen vor allem gegen Ende stetig gesunken, aber es wäre was drin. Aber…

Bei dem Aber könnte man 1988 anfangen und man würde nie ein Ende finden: Die letzten drei Jahre waren der spezielle Abfuck, ein 4-2 in Waldorf, ein 2-0 in Paderborn und zuguterletzt ein 1-0 bei Weiche Flensburg - ich habe mir das immer live reingezogen und es war jedes mal ein richtiger unnötiger Mist. I tell you, man ;-)

Und nun gegen Baunatal bin ich nicht dabei, das sollte man in dem Kontext als gutes Omen werten. Also man kann hier erwarten, einen Fünftligisten zu duellieren, der überfordert sein wird, die haben schließlich, so entnehme ich das dem 1848-Blog, gegen Wehen Wiesbaden 8-1 im Landespokalendspiel verloren und sich nur qualifiziert, weil die anderen schon qualifiziert waren. Soweit, so schlecht für uns. Jetzt beginnt also das typische Problem im Pokal, diesen Gegner so ernst zu nehmen wie ne Woche später den HSV und zwei Wochen später Stuttgart. Nur dann zieht man die Hessen wirklich hoch ab. Klar, werden Dutt und Butscher vor dem Außenseiter warnen, “aber hier rein da raus”. Und schwupp schon hat man sich blamiert. Und das wollen die 1200 Bochumer, die Samstag in die Nähe von Kassel reisen, sicher nicht, eine blöde VfL- Überraschung erleben wie in Flensburg.
Dabei hat die VfL-Mannschaft auf die deprimierende Niederlage in Regensburg mit einer furiosen zweiten Halbzeit gegen Bielefeld geantwortet. Die zum Start u.a. kritisierten Spieler wie Zoller und Osei-Tutu können die Partie in Hessen nutzen, um weiter Sicherheit und Selbstvertrauen sich zu erarbeiten: für die schweren Aufgaben in der Liga - vor allem auswärts, aber auch um die Mannschaft gegen Wiesbaden und Dresden so in der Balance zu haben, dass die Saison am Ende doch besser wird, als von uns Pessimisten erwartet.

Denn während die Werte und die Statistik gut waren beim Jahn, waren es das Spiel und der Output überhaupt nicht. So begann auch die 1. Hz gegen Bielefeld und dann wurde drei Gänge hochgeschaltet und die Mannschaft und die Fans bildeten eine fruchtbare Symbiose. BANG. Wahnsinn. Kopfkino.

Darauf müssen wir Fans mit dem Team aufbauen und weitermachen, nur so überstehen wir punktelose Zeiten und es wird schwer genug 2020.

Aber nicht am Samstag, mein Tip: 0-1 Blum, 1-1, etwas Gerumpel, 1-2, 1-3 und am Ende ein klares 1-4 und 1-5.

Nein, die echte Herausforderung steigt erst beim HSV, der VfL siegt relativ locker, weil Dutts Mannen ihre Qualität auf den Rasen bringen und Baunatal halt Baunatal ist

Statistik von VfL4u:

Samstag, 10. August 2019, 18.30 Uhr, Parkstadion Baunatal

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang, pfiff den VfL noch nie; war beim 3:2-Sieg in Köln im Dezember 2018 Assistent)
Assistenten: Lothar Ostheimer (Beratzhausen), Jochen Gschwendtner (Eggenfelden)
4. Offizieller: Oliver Lossius (Bonn)

Voraussichtliche Aufstellungen:
KSV: Pascal Bielert – Niklas Künzel, Patrick Krengel, Daniel Borgardt, Maximilian Blahout – Okan Guel (Felix Schäfer), Jonas Springer, Janik Szczygiel, Nico Möller – Thomas Müller, André Schmitt | Trainer: Tobias Nebe
VfL: Riemann – Osei-Tutu, Lorenz, Bella Kotchap, Danilo – Losilla, Janelt – Pantovic (Lee), Meier (Eisfeld), Weilandt (Zoller) – Ganvoula | Trainer: Robin Dutt

Tom, CB`93

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