Gewonnenes Unentschieden

“A U S W Ä R T S S I E G” brüllten die 1800 Bochumer im sonnendurchfluteten Gästeblock in OSNABRÜCK erst in der 91. Minute als kurz vorher der - Man-of-the-match - Marcel Maltriz das 1-2 geköpft hatte. Eine Willensleistung des Magdeburgers, der damit Osnabrück zwar nicht magdeburgisierte, aber demoralisierte. Das 1-3 durch Saglik sollte dann in der 93. Minute nur Formsache sein.

Zuvor hatten 2500 Bochumer eigentlich einen tollen Sonnatgsausflug gehabt, wenn’s das Team während des Spiels nicht so unfreiwillig sehr spannend gemacht hätte.

Alles was in der Bochumer Fanszene Rang und Namen hatte, von Bo-City über Ultras, Kutten, Normalos über die BoJus, Ostler und Treuen, viele Leute aus dem Block A waren übers Tecklenburger Land mit Bahn, Bus und PKW in die Unistadt gereist, um den VfL Bochum bei diesem wichtigen Spiel zu begleiten. Vierter oder Zweiter alles war an diesem Achten Mai noch drin,man konnte den vor einem Jahr vergessen machen.

Funkel hatte auf Tese verzichtet, auf Concha, Aza und Dabro konnte er nicht zurückgreifen. Er spielte mit Luthe und davor den bekannt routinierten Vieren Ostro, Yahia, Magic Maltritz, Kopplin, davor, Vogt, Jo, Toski, Dedic, Freier und Aydin auffen PINN. Dedic sollte einen rabenschwarzen Tag haben.

Ein toller Tag war dieser Muttertag mit 28 Grad und die freundlichen Osnabrücker luden überall zum Schwätzchen ein. Als wird auf der Nordtribüne platz genommen hatten und Choreo des Bochumblocks bewunderten, begann ein offenes Spiel, wo Bochum versuchte, das Spiel zu kontrollieren und Osna um sein Leben kämpfte.

Die einzigen bescheuerten lila-weißen in diesem tollen Stadion saßen über uns und nervten durch bescheurte Provokationen erst Stavros und dann Drohnie. Als Luthe, der heute sehr schwach war, einen doofen Elfer verursachte, zeigte das Team Osna zum ersten Mal schwache Nerven: Der Schütze ballerte den Ball in die Wolken. Jubel, das wäre gerade mal beim American Footbal ein Field Goal gewesen! Vorher hatte sich Kevi Vogt der Bochumer Liste eingefügt, gute Besserung, Kevin. Das der neu reingekommene Federico seine Chance nutze und per Körpertäuschung das 0-1 in swe 23. Minute machte, war auch deshalb ein gutes Omen, weil der FSV Frankfurt 0-1 führte in Augsburg. Doch die Dorfprollos über uns warfen ein Bier und dem Schreiber dieser Zeilen gingen etwas die Gäule durch. Viel Rauch um nichts, denn eigentlich war alles sehr nett in der Stadt des Westfälischen Friedens. Das 0-1 war verdient, doch der kleine VfL machte Druck und das RWO früh baden ging und Arminia gegen KSC führte, hatten die Lila-Weißen Oberwasser. Bochum fightete, Bochum stand gut, doch es gab zu wenig Entlastung, Aza fehlte ebenso wie Korkmaz. Der Freier spielte vor uns solide, aber insgesamt wirkt Bochum oft auch etwas bieder und brav.

Die Hausherren erarbeiteten sich Chancen und Ecken, Bochums Innenverteidiger verteidigten bavorös. Der VfL stand ok, aber agierte nur, man reagierte und Luthe war oft kein Turm in der Schlacht. Doch Osna machte das 1-1 nicht, der Pausentee war eine Möglichkeit für uns das Ultrasbanner zu präsentieren: Irgendwie stand da was mit Welcome back RUMÄNE! Zu der Zeit war Rot-Weiß Oberhausen mausetot, 0-2 gegen Greuther Fürth.

In der zweiten Halbzeit baute Bochum unter Dauerdruck der Lila-Weißen ab. Hitze liegt uns nicht. Im Minutentakt schossen und köpften die Niedersachsen auf das VfL-Tor, also unseres. Federico hatte zwar auch zwei Chancen zum 2-0 für die Westfalen, aber er vergab kläglich. Er hätte Tagessieger werden können, er überzeugte im Gegensatz zu Dedic und Aydin.

Das 1-1 wäre hochverdient gewesen, so stand es zeitgleich in Ausburg, da waren die Schwaben überlegen. Während Fürth mit 0-4 marschierte, geriet Bochum weiter unter Druck. Weiter versuchte Flamur Kastrati uns einen einzuschenken. Die Zeit wurde mir endlos auf der Nortribüne, Block I, Reihe 1, Platz 8. Ich sank immer tiefer, wurde stumm, es war echtes Prüfungsfeeling. Also Luthe in der 82. Minute einen harmlosen Ball passieren lies, schien er mit Dedic Verlierer des Tages zu werden, wie es hinter mir treffend formuliert wurde. Die Dorfdeppen und die ganzen 14.000 Niedersachsen jubelten, doch wir 2.300 waren am Boden zerstört. Büskens war mt Fürth vor uns und ein Osnabrücker Spieler hatte per fernschuß das 2-1 auf dem Fuß, doch nun wachte Luthe, der später mit dem Megafon feiern sollte, auf und parierte wie ein Großer.Osna wollte das und musste doch dem eigenen Tempo Tribut zollen, Matritz konnte in der Nachspielzeit aufrücken und nach einem Freistoß nutzte er das Pennen eines Gegners und machte das unfassbare 1-2. JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA. Ein gutes Feeling im Glutofen OSNATELArena, das 1-3 durch Saglik war Statistik, das 2-1 on Augsburg hatte ich gerade beim Torpogo erfahren. Noch ein Spiel gegen Duisburg erfolgreich gestalten und wir spielen gegen Gladbach oder Wolfsburg.

Was soll man da sagen? Bochums Fans jubelten, sie feierten ihre Heroen um Federico, Magic Maltritz und Luthe, es war dann doch ein schöner Sonnentag im MAI.

Gehört Bochum in die 1. Liga? Können wir die Relegation schaffen? Klar scheinen Gladbach und Wolfsbrg meilenweit weg von uns, aber auch gegen Pauli und Frankfurt hätten wir mit der Leistung der 2. Halbzeit sehr starke Probleme und wenn alles passt können wir mit einer Leistung wie gegen Düsseldorf zu Hause und in Augsburg und mit viel Glück es schaffen. Bange machen gilt nicht. Hier gilt wirklich: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht hofft, kämpft und glaubt, hat schon verloren.

Wir mussten weder Geronimo brüllen, noch Flamur Kastrati verfluchen!

Es war natürlich nüchtern betrachet ein sehr glücklicher Sieg, wo eigentlich ein Unentschieden hätte stehen müssen, ich wünsche dem VfL Osnabrück alles Glück im Abstiegskampf, aber nur unsere Effektivität und unser erzwungenes Glück haben uns auf Platz Drei gelassen. Aber manchmal braucht man auch das. Fügen wir also noch drei fehlende Puzzelteile hinzu, Herr Funkel!

TOM, CB’93

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