Starker Tobak oder eine Mettwurst ist kein Smoothie

Die entscheidende Szene des Spiels an der Hamburger Strasse zwei BTSV und VfL stellt ohne Zweifel das 1-0 dar, dass von zwei Braunschweigern irregulär gegen Luthe erzielt wurde. Sie attackieren den heute wieder glänzenden Luthe von zwei Seiten und dann macht der Braunschweiger Innenverteidiger das überraschende 1-0.
Bis dahin spielte nur das blütenweiße Bochum, der Treffer fiel aber wie so oft nicht aus Bochumer Überlegenheit heraus, Tasaka und Co prüften den Keeper der Eintracht zu wenig.
So hieß es plötzlich 1-0 und Bochum stand unter Druck, doch Bochums Bester Sinke (neben Luthe) und der bis zum 2-0 fehlerfreie Maltritz, hielten hinten dicht. Goretzka wurde ebenso raus genommen wie später Brügmann (und Freier), Bochums Lazarett will einfach nicht schwinden.

Bergmanns Team, das von Anfang an stand solide, konnte aber im Mittelfeld nicht die läuferische Überlegenheit erzielen, die man gebraucht hätte, Chancen zu generieren, um ein verdientes 1-1 zu erzielen oder gar ein 1-2. Mein neues Trikot war also kein Glücksbote.
Nein, nun fehlten, wie vom Jahreskicker progostiziert, Aza, Federico (an diesem Wochenende stand er bei Victoria Köln zum ersten mal in der Startelf), Inui, denn Kramer, Delura (für Goretzka) und Iashvili haben sich wie Freier, der stark abbaute, “stehts bemüht”, aber es fehlte am Ende Kraft, auf dem nassen Boden und die Überzeugung, gewinnen zu können. Und es fehlte wie so oft ein Bochumer Tor.
Ohne Tore kann man nicht gewinnen und Braunschweigs Ademi (er foulte Luthe!) nutzte einen Maltritzfehler zum 2-0 um die 70, Minute, da brach die Moral Bochums endgültig. Das 3-0 war nur noch statistisch relevant.

Die 700 Bochumer unter den 20.000 Zuschauern im Stadion im Umbau pfiffen gegen Stark, der einen Bärenanteil an der 3-0 Niederlage des VfL hatte, ohne Frage war das beim aktuellen Spitzenreiter spielentscheidend. Dazu kam Abschlußschwäche, Pech und die Form des BTSV dazu.

Als Bochumer muss man sich grundsätzlich fragen, wie eine Mannschaft, die 2008 fast in die Vierte Liga abstieg (als Bochum unter Koller/Kuntz Erstligist war, fast drei Ligen lagen damals dazwischen) heute so viel mehr Perspektive Richtung Erste Liga hat als Bochum, das eigentlich die Favoriten der Zweiten Liga verfolgen wollte.

Nun, nach dem 3-0 in Braunschweig und den 4-6 Leuten, die fehlen könnten gegen Hertha (Aquistapace, Aydin, Fabian, Brügmann, Goretzka, ?), ist der Abstiegskampf in Bochum auch in der 2. Liga angekommen, was er ja auch schon im letzten Herbst kurz war als 18.

Wenn die Blätter sich verfärben und fallen, ist die Angst in Bochum meist präsent, diesmal ist Angst groß, man kann gar keine Tore mehr schießen.

Dedic, Iashvili, Tasaka, Freier, sie alle haben verlernt, wie man Tore macht. Und Bochums Mittelfeld ackert nicht genug, man hat kein Glück, die Schiris sind nicht für einen, bald sind Angst und Verunsicherung zurück anna Castroper, die dritte Pokalrunde in der Nähe von Hannover (Garbsen/TSV Havelse) ist in Gefahr wie der Ligaverbleib, Karlsruhe läßt grüßen.

Was also tun Herr Todt? Was also umstellen Herr Bergmann? Wie gehts weiter Herr Willis?

Einer rief im Block “Bergmann raus”, die anderen sagten “Halts Maul”, noch behält man Ruhe im sonst oft so fatalistischen Westfalen.

Die Stimmung war auch im niedersächsischen Regen noch okay, die Mannschaft kam zum Zaun, man hält noch zum jungen Team und sympathischen Trainer.

Doch wenn man sich vor dem Länderspiel in Wattenscheid blamierte, wenn man gegen Hertha verlöre - und auch in Aue kein Tor schösse, dann würde sich eine neue Situation einstellen.

Eine Mettwurst in Grünkohl (nach dem ersten Frost!) ist kein Smoothie, Bochums Aufstiegs- oder Saisonträume sind schon welk und Halloween soll keine Horrorshow mit Torlosigkeit werden.

Tom, CB’93

P.S.: Gegen Hertha in Calles Zacher, Please! Vor oder nach dem Spiel!!!

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