Wer ist schuld?

Die in ihrer Absolutheit und Klarheit schlimme 0-1 Heimniederlage des VfL gegen den SV Sandhausen 1916 sitzt dem VfL Bochum auch zwei Tage später tief in den Knochen, psychologisch bei den Fans und auch wirtschaftlich beim Verein (FSV enteilt weiter!). Noch heute diskutieren die Leute in Bochum den Heimfluch, das schöne Ruhrstadion “als Folterort” (Reviersport), während Neururer sich direkt nach dem Spiel auf der PK ”an der Auswärtstärke des VfL Bochum” orientierte. Er kündigte quasi einen erneuten Sieg auswärts an, fast so als wäre es ein Automatismus, nach der üblichen Heimschruppe auswärts wie in Aalen, Fürth, Berlin oder Bielefeld erneut zu punkten.

Im Audipark zu Ingolstadt tritt der VfL schon wieder am Dienstag ab 17.30 Uhr an und wird sicher nicht von mehr als 130 Unverwüstlichen begleitet werden, darunter sicher einige Freunde vom FC Bayern, man hatte auch dort im Sportpark mal die Allianz Bochum-Bayern-Bologna, aber das ist ein anderes Thema.

Ein Sieg gelang bis dato gegen den FCI nur einmal mit 3-5 und ein Punkt beim 1-1 zu Hause, sonst setzte es zumeist herbe Packungen mit 0-3 und 1-4 oder 0-1 gegen die Schanzer, die von Ralf Hasenhüttl/Michael Henke betreut werden. Zu Hause ist der FCI diese Saison auch nur mäßig erfolgreich, obschon man mit Eigler, Da Silva, Hajnal und Caiuby keine schlechten Pöler in seinen Reihen hat, dazu kleine Brüder wie Matip und Metzelder.

“Das Spiel zu hause machen” können viele Zweitligisten nicht - und der VfL ist was das angeht “ein Musterbeispiel an Zweiter Liga”. Der Vorteil dieser englischen Woche ist sicher der schnelle Spieltermin und wenig Zeit zum Nachdenken über den schwarzen Freitag. Daher gut, dass man nicht bis Samstagmittag gegen Aue Zeit hat zu grübeln und sich weiter selbst zu verunsichern. Denn so sah es fr nach dem 0-1 auf dem Rasen aus: Verunsicherung deluxe.

Nach dem Abpfiff rief einer im Block A ”Hochstätter raus” und hinter mir riefen Leute “Neururer raus”, andere sehen den Gesamtetat von 23,5 Mios bei 7 Millionenspieleretat den Vorstand/Aufsichtsrat als verantwortlich an für die Misere. Ob der VfL sich “kaputtspare”, wollte einige wissen. Wieder andere gaben den Königmördern von “Wir sind VfL die schuld” an der Misere in der Nachaltegoerära seit 2010, weil sie Goldmann weggeekelt haben sollen, wobei eher Schwenken das viele Geld mitnahm, ohne dafür Erfolge zu liefern, als ein paar Initiativmenschen auf einer JHV. Ist das Ende des Mäzens Altegoer auch das Ende des VfL oder sind es eher die heute aktiv handelnden Protagonisten?

Nein, der VfL lebt seit 3 Jahren konsequent über seine bescheidenen Verhälntnisse (O-Ton Sparkasse Bochum/Villis) und hatte mit den Übungsleitern Bergmann und Neitzel wenig Glück, wie es sich mit dem Peter verhält, ist noch offen. Nun musste der ehemalige Frühpensionär Neururer mit dem arg begrenzten Kader auskommen, was ihm vor allem zu Hause nun mal garnicht gelingt, vor allem nicht wenn Cwielong, Tasaka, Jungwirth und Sukuta-Pasu spielen wie Bewegungslegatheniker auf Valium. Hochstätter holte in der Winterpause keine neuen Spieler. Ein Fehler?

Während der PR-Profi, Autobiograph und Mobilat-Fan-Talker Neururer seine Worte derzeit gut im Griff hat, wird seinen verunsicherten Spielern spätestens seit Freitag entweder mangelndes Können oder mangelnde Einstellung attestiert. Vermutlich ist der Mix aus beidem eine tödliche Gefahr für den ganzen TRADITIONSverein. In der Nacht zum Sa gab’s Übles an der Geschäftsstelle, die Panik kommt nach einer langen Phase der Apathie.

Eine teuere Immobilie namens Stadionzenter am Bein, Erinernungen an bessere Zeiten (Wüst/Altegoer) plus den aktuellen Magerquarkkader bedrohen nicht nur den Klassenerhalt und die Kaderneuplanung 2015, sondern auch schlicht die Existenz im Profifußball. Es geht nicht mehr nur darum, wann gehts wieder nach oben, sondern um “Alles oder Nichts”. Hatte man Osieck noch die ganze Schuld geben können 1993, siehts heute komplizierter aus!

Verlöre der 14. Bochum in Bayern am Di beim 13., wäre die Atmosphäre gegen Erzgebirge Aue sicher nicht noch einmal so positiv wie gegen Sandhausen. Dann würde Neururer um seinen Job kämpfen müssen, weil nicht sein kann, dass ein Trainer immer auf dieselben Spieler setzt, die dann prompt so vorhersehbar versagen. Dazu kommt, man kann in Heimspielen kein wirkliches System und keine Weiterentwicklung von irgendwas erkennen.

Bochums Spielweise in Aalen war in der 1. Halbzeit optimal, aber immer hilft vorne halt nicht ein Standard oder der liebe Gott. Daher kann man Di gewinnen bei den Audistättern, es geht aber auch anders. Schwenken ist auch so ein Name, der mir bei Verantwortlichkeit einfällt.

Eine Niederlage in ingolstadt wäre dann eine üble Hypothek, vor allem, weil man dann die drei Abstiegskandidaten zu Hause spielt und Klopfer wie Köln, 60 und FCK auswärts spielte.

Nein, der Abgrund mit hoher, weiterer Falltiefe ist sehr nah. Einige haben Freitag schon ganz tief runter geschaut…..noch ohne sich freiwillig runterzustürzen wie am schwarzen Freitag 1923…..noch….

Tom;CB’93

Tip: 2-0 FCI

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