Freiburg, wo ist Dein Chanukka?

Nach dem erleichternden und verdienten 1-3 Überraschungssieg des VfL an der Dreisam waren 700 Bochumer im sichteingeschränkten Gästeblock einfach nur noch glücklich - und “gingen wie die Bochumer gehen”. Die Elf von GJ Verbeek hatte der Streich-Elf des Topfavoriten SCF nicht nur drei Punkte - und damit den Spitzenplatz “gestohlen”-, sie hatte den Freiburgern auch ihren Nimbus “Überteam” geraubt und sich selbst für die beiden Heimspiele gegen Nürnberg und Sechzig in die Lage des Herausforderers gebracht und die alte Antrittsforderung des Trainers, “dem Gegner muss es flüssig kommen”, sie wird So und den drauffolgenden Montag vielleicht wahr, wer weiß.
Aber es war noch viel mehr passiert um 14.45 Uhr, die Zweite Liga weiß nun, Bochum kann oben anklopfen und bleibt vielleicht auch länger oben, wie das ausgeht, wird man sehen. Aber wir Bochumer haben wieder unseren kleinen Traum, seit heute ist es mehr als eine Kerze im Freiburger Münster.
Bochum begann im Schwarzwaldstadion wie immer gut strukturiert, auch vorsichtig, aber vor allem zweikampfstark. Der VfL hielt immer dagegen. Beide Teams spielen ja grundsätzlich ein ähnliches System, diese neutralisierten sich zunächst, so dass es zunächst mehr was für Taktiker vor dem TV wurde. Klar, konnte man bei den 2-3 Situationen, wo der Ball durch Luthes Strafraum segelte, von badischen Chancen reden, doch insgesamt lies Bochum wenig zu bei der Tormaschine der Liga. Gerüchteweise sind die Freiburger am Sandhäuser Wooten dran.
Losilla, Fabian (sahen gelb) hielten wie Hogland oder Celozzi (für mich der beste Bochumer neben Losilla heute) von Anfang an dagegen; und daher sah man keinen SCF wie gegen Nürnberg, auch wenn der Spieler Streichs lamentierten, provozeirten und schauspielerten, dass sich z.T. die Balken bogen. Nein, Bochum hielt gut mit und verlor dabei in den ersten 45 Minuten seine Offensivschärfe, besser, der VfL hatte keine 100% Chancen vor der Pause, Freiburg 3 halbe.
In der Halbzeit hörte man aus den Gesprächen heraus, ein Punkte wäre ok. Doch diese Vorsicht sollte sich als übertrieben und unbegründet erweisen. Bochum spielt zwar keinen Hurrafußball - wie vor einem Jahr unter Neururer-, aber in Verbeeks System sieht man, jeder Spieler hat eine Aufgabe und Laufwege, es hat alles seine Ordnung.
Während die Stammelf des VfL spielt, laufen sich 5 Auswechselspieler desselben unter Anleitung warm, daran sieht man, auch hier tut sich was.
Bochum machte nun mehr nach vorne und bei Freiburg bekam Petersen “seinen Elfer mal nicht”. ;-)
Streich, tobend an der Linie wie ein aggressiver ADHS’ler, wird die gelb-rote Karte “als Knackpunkt seines Spieles” nennen. Sie war es vielleicht auch - und man kann -, muss sie aber nicht geben. Schon vorher hatten die weißen Bochumer sich immer weiter nach vorne geschoben und nach dem Platzverweis erzielte Bulut per Bogenlampe das 0-1. Top, die Stimmung im Gästeblock wurde nun besser und dass Terodde dem 0-2 auch einen Knaller zum 0-3 folgen ließ, wird man bis England mitkriegen. Leider.
Die 3 Tore in 10 Minuten machten Bochum zum Spitzenreiter und Freiburg sauer. Streich tobte rum, als hätte die Tagesklinik seine Ritalindosis gestrichen, doch zu mehr als zum 1-3 durch Torrejon reichte es nicht mehr. Also Bochums Fans ganz kurz zitterten, gab es noch mal klar Rot gegen den Freiburger Torschützen und der Rest war blau-weißer Jubel. Bochum lies nichts mehr anbrennen gegen 9 Freiburger.
Ein Sieg, den man sich 60 Minuten zurecht gelegt hatte, dann in 10 Minuten den Gegner exekutiert und 20 Minuten verwaltet. Verbeek scheint Fußball zu lehren, dazu lies er sich zu nichts hinreißen und war wie seine Mannschaft fokussiert und entschlossen zu siegen.
Bochum siegte, Bochum ist Erster und hat nun 9 Punkte als Spitzenreiter.
Freiburgs Fans staunten friedlich wie aus einer beginnenden Sinnkrise, Bochum hatte Absteiger und Aufsteiger besiegt, Salmrohr so ernst genommen wie Dortmund.

Der Holländer und Hochstädter, es wird Zeit, dass die Ultras und Fans diese beiden Herren bald mal feiern, der Job, den die machen, ist einfach top, fast wie ein siegreiches Wochenende in Freiburg, welche seine Fans ratlos zurückließ.

Tom,CB’93

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