Magendarm

13. November 2018

Der Montagsspieltag gestern begann für mich nicht gut. Mir war schlecht. Neben Lee, Eisfeld, Maier, Pantovic und Leitsch musste auch ich passen, kein Liveerlebnis, dafür eigenes Wohnzimmer statt das Wohnzimmer an der Castroper, Salzstangen und Cola statt Fiege und Bratwurst. Aber was für mich mit ungutem Omen begann, sollte gut enden für 12.033 Zuschauer. Die Terminierung der DFL ist für Bochum Fans ärgerlich. Statt Fanmassen kommen weniger Leute aus Dresden, Darmstadt, St Pauli, Duisburg am Abend unter der Woche, von den eigenen Leuten ganz zu schweigen.

Aber für die, die gestern kamen, lohnte es sich am Ende. Für mich war interessant, mal zu sehen, wie ein VfL-Montagsheimspiel auf Sky dargestellt wird. Eigentlich ziemlich gut - muss ich sagen- und Thomas Kempe löste gute Erinnerungen aus, die seinem Sohn auf Darmstädter Seite zum Glück nicht halfen.

Bochum hatte gleich die Initiative auf seiner Seite, hatte den Ball und die Lilien beschränkten sich - wie von Schuster angekündigt - auf die Defensivarbeit. Da man auf Darmstädter Seite um Bochums Kreativverletzungsproblem wusste, war klar, dass enges und robustes Stehen Bochum Probleme bereiten würde. Aber dennoch war der VfL am Drücker und Weilandts Schuß streichelte den Pfosten des LA-Boys Heuer-Fernandez. Aber obwohl man 72 % Ballbesitz hatte, stand D98 noch kompakt und sicher. Bochum bekam so 3-4 Chancen, ein möglicher Handelfer wurde nicht gegeben. Man ging mit 0-0 in die Pause.

Nun konnte man sich vorstellen, dass von den Hessen mehr kommen würde; es kam aber nicht so viel mehr. Zweimal hatten Heller, Dursun und Kempe jr zuetzt gewonnen und sie würden nun auf schnelle Konter setzen. Aber Bochum war hinten wach. Soares gegen Heller, das Duell ging an Daniel. Hatte man in der 1. Halbzeit hintenrum noch Marke Bruder Leichtfuß gespielt, blieb man konzentriert, diesmal bis zur 94. Minute. Den zwei letzten Spiele hatte sich bei Dutt wohl die Erkenntnis durchgesetzt, dass man konzentrierter hinten arbeiten muss - und zwar jeder von Riemann über Hogland, Gyamerah und Soares. Tesche und Lossila sind die Staubsauer davor.

Das tat man und Tom Weilandt setzte in der 62. Minute von der Mittellinie zum SOLO an, das das Spiel prägen würde. Vier Leute umspielte er, vier Leute kamen nicht dran, dann schoß er durch die Beine und der Ball schlug unten rechts ein.

Nun begann das Kopfproblem der Bochumer - oder besser das was man hätte erwarten können: es kam nicht. Schuster setzte die Ex-Bochumer Wurtz und Gündüz ein und Bochum blieb beim seriösen Verteidigen. das 1-0 hatte diesmal Bestand. Gut Darmstadt
hatte eine Chance von links, aber sonst?

Nein, das 2-0 hätte Ganvoula machen müssen, aber er schoß - wie ich in meinem akutellen Zustand - mit Köttel inna Buchse. Dann war Schluss und Darmstadt verlor, weil Darmstadt offensiv nicht stattfand. Bochum ist nun 5., hat Blick nach oben und 10 Punkte Vorsprung nach unten.

Gündüz hatten einen emotionalen Auftritt vor der feiernden Ost und mir gings auch gleich etwas besser. Nun Länderspielpause und gegen Aue abwarten, was sich Dutt da einfallen lässt, da geht es weiter bis Weihnachten in Köln. Er, Dutt und Butscher, machen ihren Job wirklich gut.

Und wer über die Auswüchse des modernen Fußballs meckert, der soll genau zu solchen Spielen gehen. Das ist Fußball pur, wenn es nur nicht am Montagabend wäre (”Lilienfans gegen Montagsspiele”)! Das hat sogar Sky erkannt.

Tom, CB’83

Bochum Leaks

10. November 2018

Als der Spiegel jüngst “die Footballleaks” veröffentliche, blieb man in Fußballbochum insgesamt sehr gelassen, denn was hat man als VfL’ler zZ mit 1. Liga, der Europaleague - oder jemals mit Championsleague oder Superleague - zu tun? De rien. Man flog ja schon in Flensburg in Runde Eins aus dem Pokal, wer will da von Limassol 2025 träumen? Spiele gegen den FCB gibt es leider eh nicht und viele denken sich nun vielleicht, gar nicht so verkehrt, weit weg von dem Zirkus zu sein.

Nur die, die nach der legendären Pressekonferenz der dreisten Drei (”Two and a half Babos”) immer noch mit dem FCB sympathisieren, denen wird erneut schlecht geworden sein, welche Rolle Rummenige und seine FCB AG bei der Neugründung der Superleague spielen. Unsere Freunde Watzke aus der Dortmund AG und abgeschwächt auch Heidel auf Gazprom Schalke spielen eine wenig erbauliche Rolle der immer weiter steigenden Gier nach noch mehr Geld (”halbe Milliarde!”) , da kann man sich wirklich nur angewiedert umdrehen und Montag 20.30 live Bochum gegen Darmstadt vor 16.000 schauen, da ist im Moment noch alles sehr koscher und old school.
Aber die lebenswerte Stadt Darmstadt leistet sich bald auch eine neue, schmukke Arena (die braucht heute wirklich jeder von Halle bis Aachen) und bei uns ist ja nicht klar, wer nun in die KGaA “einsteigt”. Aber im Moment sind unsere Probleme in Bochum weder das noch Uli Honeß Arroganzanfälle noch das Grönemeyer eigentlich gar keine Currywurst mag.

Im Moment fragen wir Fabs uns immer noch, warum wir zwei Spiele in fünf Tagen ein 3-1 und ein 2-0 aus den Händen gegeben haben. Wie konnte das sein? Wieso hören wir nach 45 Minuten auf, auf dem Rohnhof nach vorne zu spielen? Haben wir ein Mentalproblem oder sind wir am Ende platt und Opfer unserer intensiven Spielweise? Kommt zu wenig Druck von der Bank oder ist da schlicht zu wenig Potenzial? Wenn Perthel und Janelt besser ins Team reinkommen, siegen wir zumindest in Fürth, bei Regensburg konnten wir wenigstens noch dem Schiri ne Teilschuld geben.

Nun also die Darmstädter, die wie Sankt Pauli seit Wochen an die Spitze streben, wie wird es wohl da? Wieder ein Montagsspiel, wieder ein neuer Versuch aus dem Mittelfeld an die Spitze sich ran zu pirschen! Wieder muss ein Mitbewerber mit gutem Coach (Ex-Vokuhila_Schuster) auf Distanz gehalten werden. Was wenn wir einfach mal schlecht spielen wie bei Weiche? Nun, das wollen wir einfach nicht hoffen.

Ich sags ganz konkret, mit der Gesamtleistung seit August kann man zufrieden sein, die Fans müssen einfach Geduld haben, denn es immer noch alles möglich. Aber wenn man sich jetzt eine Auszeit nähme, wäre es vorbei.

Etwas Sorgen machen sich Butscher und Dutt um Topscorer Hinterseer, den wir in Grumme am Montag vermissen würden. Aber auch die wieder genesenen Soares, Bandowski, Ganvoula und Celozzi helfen dem Trainerteam gezogene Lehren praktisch einzuarbeiten.

Nehmen wir Montag - und Samstag den 24.11 gegen Aue - erneut Anlauf, um den Arbeitssieg zu erkämpfen und vielleicht auch über die 94. Minute zu transportieren.

Ich glaube dran, 2-1 für uns.

Statistik von VfL4u:

Montag, 12.11.18, 20:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve, pfiff den VfL zuletzt beim 1:0-Sieg in Regensburg im Dezember 2017)
Assistenten: Dominik Jolk (Köln), Timo Klein (Neunkirchen)
4. Offizieller: Mitja Stegemann (Bonn)

Die letzten Spiele gegen Darmstadt: D98 - VfL 1:2 (10.09.17; Sulu; Diamantakos, Kruse), VfL - D98 2:1 (09.02.18; Hinterseer, Holland (ET); Bregerie)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Danilo, Hoogland, Gyamerah, Celozzi - Kruse, Losilla, Lee, Tesche, Weilandt - Hinterseer (Sam/Ganvoula)
D98: Heuer Fernandes - Hertner, Sulu, Franke, Rieder - Jones, Kempe, Mehlem, Medojevic, Heller - Dursun

Tom,CB’93

Das ist zum Mäuse melken

2. November 2018

Das 2-2 in Fürth war wirklich besonders bitter: In fünf Tagen führte der VfL 3-1 und 0-2, zweimal ein Zweitorevorsprung - und kassierte das 3-3 gegen REG und das 2-2 in der Nachspielzeit am Rohnhof. Das braucht man irgendwie verwirrt und sauer zurück. In Kiel kassierte man ebenfalls das 2-2 in der unmittelbaren Schlussphase, Serra traf damals. Blöder Zufall kann das nun nicht mehr nur sein und im VfL-Frack hängt das nun irgendwie fest. War Dutt Montag vermutlich noch über den Schiri sauer, so dürfte er heute abend und in der Nacht an Timo Perthel denken, aber anders als Ramona Perthel. Bochum bleibt 7., Fürth ist kurz Dritter.

Der blau-weiße Frust ist groß, dass das Potential, das da ist, punktemäßig nicht abergerufen wird. Und wenn man Dresden dazunimmt, hätte man erster sein können, wenn einige Dinge etwas anders gelaufen wären.

Bochums 1. Halbzeit war fast perfekt, man führte 0-2. Dabei hatte Hinterseer erst zwei dicke Chancen liegengelassen, ehe Tesche eine Leeflanke (Assistbeast) am linken Pfosten versenkte. Das war perfekte Fußball gegen Kleeblätter, die eine Chance in 44. Minute hatten. Bochum hatte den Ball, spielte sicher und drückte die Grün-Weißen nach hinten. Dominanz nennt man das, ganz großer Sport, auch ohne Meier, Eisfeld, Bandowski, Pantovic, Leitsch und Celozzi. Aber es war auch das totale Verpennen der 1. Hz, was man der Spielvereinigung ankreiden muss. Bochum nutzte es souverän, hätte vielleicht früher das 0-2 machen müssen. Das fiel aber dann in der 44. Minute durch Lukas, wie gegen Regensburg traf der VfL zum günstigen Zeitpunkt, was Labertasche Uli F. auch so sah.

Schlüsselerereignis für die, die nicht in der Kabine waren, ist die Verletzung von Soares gewesen. Dafür kam Perthel und später noch Fabian für den glänzenden Debütanten Baack. Der Fehler ist schon vorher direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit gewesen, den fränkischen Druck nicht durch gezielte Konter zu unterbrechen. Man stellte die Offensive fast ein. Warum?

Man (in Blau) pölte hoch und weit, selten noch kamen Pässe an, die in der 1. Halbzeit perfekt funktionierten.

Die Gastgeber spielten nun das Spiel, was man von einer Heimmanschaft erwarten konnte, die zum erweiterten Aufsteigerkreis gehört. Bochum wackelte, das kannte man noch von Montag und der Anschlußtreffer beruhte diesmal auf Perthels ungeschicktem Zweikampfverhalten. Freistoß und am Pfosten wartet ein Ungedeckter und nickt ein. 1-2 und es war noch eine halbe Stunde zu spielen. Die Bochumfans ahnten, was kommen würde.
Aber diesmal konnten die Blauen das Spiel besser beruhigen. Es machen sich drei Effekte bemerkbar: 1.) Im Kopf wird der Schalter ungelegt, die Zeit runterspielen, die Zeit scheint sich endlos zu dehnen 2.) Die vielen Verletzungen führen zu Einwechselungen, die dem kämpfenden Team nicht helfen, es eher schwächen 3.) Es fehlt am Ende die Luft eng zu verteidigen oder zeitraubend zu kontern. Am Ende fehlt dann das Glück und Bochum kassiert den Ausgleich.
Wieder Punkte verschenkt, Träume platzen lassen und Dutt war bedient vom 2-2 gegen seinen ehemaligen Assistenten. Keita-Ruel hat mit seinem Treffer in der 91. Minute uns von Platz 3 geschossen und ein Trauma eröffnet.

Dass Perthel das 3-2 als Supergau verhindert, war seine erste sinnvolle Aktion. Da wird Robin von träumen, wenn es doof kommt. Wären die Verletzten fit, wäre ich für Darmstadt optimistischer. Aber auf der anderen Seite, wir bleiben im verfolgenden Mittelfeld und fragen uns, was wir verbrochen haben.

In die Nacht gucken, nach der Antwort suchen. Hätte ich einen Hund, ich würde mit ihm Gassi gehen.

Tom,CB’93

Das einblättrige Kleeblatt

1. November 2018

Die Enttäuschung über den knapp verpassten Sieg am Montagabend gegen Regensburg sollte für Morgen für Fürth der Entschlossenheit weichen. Dazu fehlen aber neben Eisfeld, Bandowski, Meier, Pantovic und Celozzi vermutlich noch Dauerbrenner Hoogland. Nun kann man sagen, bis auf Meier, die Verletzten sind eh nicht Stamm, aber das wäre naiv. Denn es fehlt nicht nur der Druck von der Bank, den Sam und Ganvoula nur mäßig zu machen scheinen, es fehlen dem Trainer wichtige Alternativen in Franken, wenn es auf dem Feld eng wird.
Wollten Dutt und Butscher gegen den Jahn doppelt wechseln, so liefen Janelt und Perthel nicht rund in der Schlußphase. Es fehlen die Bankleute, die heiß sind wie Frittenfett an der alten Bude am Ruhrstadion.

Denn mit einem Auswärtssieg beim Kleeblatt läge man schnell wieder im Soll. Es wäre ein proaktiver Schritt aus der Herbstdepression für die Füße-gegen-Kälte-Zeit. Aber wie performt man am Besten bei den Franken, die nach dem 15. Platz im Vorjahr wieder richtig in Fahrt sind? Tatsache ist, die Grün-Weißen wollen ihr Heimspiel auch deshalb gewinnen, weil am Wochenende sich HSV und Köln gegenüberstehen. Die Verfolger machen daher ziemlich sicher Boden gut, wenn sie selbst gewännen.

Dutt war nach dem Montagsspiel ziemlich angefressen, hatte der VfL zum zweiten Mal zwei Punkte verschenkt. Das wäre vier Punkte mit denen wäre Bochum ganz oben dabei. Ist es das Quentchen was dem VfL fehlt? Ist es die fehlende Frische wegen den Verletzten der zweiten Reihe, die keine Konstanz aufkommen lässt oder die den VfL kopflos werden lässt. Die Blau-weißen erarbeiten sich viel, belohnen sich aber zu selten.

Ich schätze 500 Bochumer werden sich aufmachen, die 500 km in den Süden zu reisen, das kann an einem Freitag immer eng werden auf der Bahn. Das kann auch am Rohnhof schiefgehen wie einst mit Arschibört Asamoha. Der Goalie von Fürth ist ebenso gut drauf wie Keita-Ruel, aber wir sind auch nicht neben der Spur. Wir brauchen Konzentration, Fokus und ein wenig Glück und hoffentlich keine zwei Elfer gegen uns.

Pack ma’s.

Tip: 2-2

Statistische Daten wie immer von VfL4u:

Freitag, 02.11.18, 18:30 Uhr, Sportpark Ronhof Thomas Sommer

Schiedsrichter: Patrick Alt (Illingen, pfiff den VfL zuletzt beim 1:0 gegen Sandhausen im August)
Assistenten: Thomas Gorniak (Bremen), Nikolai Kimmeyer (Mainz)
4. Offizieller: Oliver Lossius (Bonn)

Die letzten Spiele gegen Fürth: VfL - SGF 1:1 (18.11.17; Hinterseer; Caligiuri); SGF - VfL 1:1 (20.04.18; Dursun; Hinterseer)

Voraussichtliche Aufstellungen:
SGF: Burchert - Wittek, Magyar (Caligiuri), Maloca, Sauer - Mohr, Ernst, Green (Reese), Gugganig, Atanga - Keita-Ruel
VfL: Riemann - Danilo, Gyamerah, Fabian (Hoogland), Celozzi (Janelt/Baack/Fabian) - Kruse, Losilla, Lee, Tesche, Weilandt - Hinterseer

Tom,CB’93

P.S.: Gruß an die süddeutschen VfL-Fans von Tief im Süden zu den Odenthalern

Wie der Kambodschamann ganz karibisch wurde

30. Oktober 2018

Um den Kambodschamann wurde es in den letzten Monaten hier ruhiger. Mancher fragte sich, was ist denn nun mit dem? Wo issen der nu? Nun, er, der geheimnisvolle Mann im Kambodschatrikot, war nie weg; er zeigte gestern nur wieder im Gespräch ganz neue Impulse und Seiten.
Er liebte - wie ich in den Achtzigern - das Commodore C64-Spiel “Pirates” von Sid Meier. Eine komplexe Piratensimulation in der Karibik, wo man am Ende “Divide up the plunder” machen musste, bevor man “notorious” wurde als Dutch Pirate. Beide hatten wir - wie viele andere Spieler in der Zeit - eine kopierte Karte der Karibik und plünderte mit ihrer Rowdy Crew wie die Hertha-Hudlums die Städte Tortuga, Cartagena, Havanna oder Florida Keys. Im Ruhrstadion lief “Forever Young” vor dem Heimspiel gegen Waldhof Mannheim vor 8000 frierenden Fans, es gab ein 0-1.

Man suchte Schätze, Gold oder Land und Titel. Inkomplette Schatzkarte, kurze Degen und die große Fregatte sowie Titel waren Objekte der Begierde der Player anno 1987 . Dafür dass das Spiel 1985 oder so auf den Markt kam, sollte man fast wie heute bei Red Dead Redemption 2 sich in virtuellen Welten verlieren, Raum und Zeit vergessen. Kohl war Kanzler. Die Atmo war komplex und eigentlich hätte man sich ein langweiliges Fußballspiel gewünscht, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Das - langweilige- war das gestrige last-minute Remis nun wirklich nicht. Es war sauspannend und das obwohl sich HSV und Regensburg unterschiedlich anhören. Das 3-3 gegen den Jahn vor 12.300 verdutzten Fans war wirklich ganz große Zweitligaunterhaltung im Ruhrstadion. Am Ende wirkte es grausam nach (der VfL als “platte” Truppe) und der Schiri plus eigenes Unvermögen verhinderten “den großen Sprung nach vorne” - im Sinne Maos. Das Gesicht des Schiedsrichters und seines Assistenten als Gruselmaske zu Halloween? Top waren wie immer Gyamerah, Riemann, Losilla und Hinterseer….

Die Regensburger starteten kompakt, konzentriert und physisch präsent, nach 5 Minuten erzielten sie das 0-1 per Kopf (Standard/Ecke!). Merde, wie ein Schiffbruch mit einer französichen Barque in Tortuga, so stellte es sich gestern dar, die schnelle Gästeführung. Aber dann, dann kam der VfL - auch ohne Meier, Pantovic und Eisfeld nach vorne mit guten Ideen - doch es fehltezunächst der Killer vorne, Kruse wird fast zu Sam 2. Man hatte bis zur 44. Minute die Überzeugung nicht gesehen, dass Blau-Weiß das 1-1 kann. Es erinnerte ein wenig an das Dresdenheimspiel, auch wenn die Bayern das zweitbeste Auswärtsteam der 2. Liga stellen (und damit besser waren als die Sachsen) und am Ende einen Punkt verdient hatten.

Doch das 1-1 vor dem Pausentee war ein Traumtor (Weitschuss) vom Tesche, nachdem Lee traumwandlerisch vergeben hatte. Das 1-1 sollte eine Tür öffnen und der VfL kam nun noch mehr. Dutt wollte sicher 18 Punkte nach dem Heimspiel haben. Das 2-1, da pfiff der Referee nicht, weil der Abstand des Keepers vom Jahn zum Bochumer Spieler groß genug war - laut seiner Auffassung. Der Ball prallte vom Rücken nach vorne und Lukas machte nach etwas Zögern das 2-1, was nach Spielanteilen in Ordnung war, in der Entstehung glücklich. Nun wackelte Rot-Weiß und Bochums Hinterseer machte auch noch das 3-1, da waren die wackeren Domspatzen geschockt. Doch hier der Hauptfehler des VfL: man änderte das System, spielte nur noch lange Bälle und hielt den Ball zu wenig in den eigenen Reihen. Dutt machte nach dem vergebenen Elfer einen Doppelwechsel Warum keine drei Einzelwechsel? Nein, eigentlich wechselte er ganz brav doppelt Perthel und Janelt ein - nachdem der zweite Elfer gegen Bochum das 3-2 gebracht hatte. Ohne diese doppelte Konzessionsentscheidung wäre Regensburg nie wieder ran gekommen, obwohl sich die Domstädter auch nicht aufgaben. Das war bemerkenswert, die Leistung des Schirigespanns auch. Das 4-1 machte ein Bochumer nicht und nun stand es 3-2 und der Jahn kam, doch Bochum verteidigte tief. Es gab keine Entlastung mehr, der Liniesman vor dem Block A wirkte wie ein kackender Schrat.

Der letzte Blaue stand bereit zum substituieren, ein Bochumer kam zu spät raus auf links, Flanke auf den rechten Pfosten (von links) von Riemann und (aus dem Abseits) kam ein Bein zum 3-3 in der 93. Minute, der Ball im Netz vor der Ost. Schiff versenkt, game over.

Das sollte ein kalter Stich ins freudige VfL Herz sein und nun gilt es erneut gegen Fürth die Bochumer aufzurichten, die manchmal (nicht immer!) die Überzeugung vor dem Tor nicht haben und manchmal sich selbst im Weg stehen, den letzten Schtitt zu machen. Am Ende waren wir zu vogelwild.

Die Stimmung war gestern immer top und die Pfiffe bekam der “Bis-auf-eine-Szene-Immer-gegen-Bochumer”-Schiri plus das diverse Wesen an der Linie vollkommen zu recht.

Und ich fühlte mich an 1985 an die Spiele gegen Waldhof und Uerdingen erinnert. Aber Merkel - und nicht Kohl - ist noch Kanzler”in”.

So, wirst du immer kurz vorm “es könnte was geben” ein “doch nicht” rufen! Kiel, Dresden, Regensburg, da wäre mehr drin gewesen für Dutts tapfere Mannen. Aber wäre wäre Fahrradkette…..

Im Pokal gucken wir erst auch einmal zu….

Tom,CB’93

P.S.: Gruss an den Jogi für seine konstruktiven Ideen sowei Mareike, Patient und Marco

Der Montag

27. Oktober 2018

Montags ist die kritische Schwiegermutter unter den Wochentagen, am Montag kann man auch einen guten Wochenstart haben. Montags Fußball ist seit 25 Jahren Realität in der 2. Liga, der VfL kennt Montagsspiele zu genüge. Montags wurde das Commandobanner berühmt. Montags sich nach einem Wochenende voller Fußball sich zu motivieren, noch mal ins kalte Stadion zu gehen, weniger zu trinken, weil morgen Dienstag ist, stellt nicht für jeden Menschen einen echten Hochgenuss dar. Die Zweitligisten wollen dafür lieber mehr Anstoßzeiten als den grauen Montag, liest man so.
Nun Montag fängt die Schule wieder an und der Jahn spielt erstmals Montags und dann noch an der Castroper Straße, unserem Wohnzimmer. Premiere. Lust? Nein? Warum nicht? Achter gegen Neunter - kommt!

Montag könnte unser Tag werden, aber leider sind Maier, Ganvoula, Eisfeld, Pantovic und Bandowski nicht mit dabei bei Bochum. Gewännen wir gegen die unangenehmen Regensburger “Domspatzen”, dann……dann spiel(t)en wir Freitag auch weiterhin in Fürth.

Nein, diese Träume von zwei Siegen in einer Woche, die haben wir uns in Bochum irgendwie abgewöhnt, wir gucken lieber nach dem faktisch machbaren. Von Spiel zu Spiel denken, ist zwar ne üble Phrase, aber trifft voll zu. Man sieht an FC und HSV, diese Liga ist irre ausgeglichen. Das gilt auch für uns, wir representieren das quasi.

Das heißt, ein hartes Stück Fußballarbeit gegen die kleinen rot-weißen Bayern steht an. Sie, die Jahner, siegten 0-5 beim HSV und schaufelten damit Trainer Titz ein Stück weit sein Trainergrab, wir erledigten in Hamburg letzte Woche den Rest bei unserem 0-0.

Hinten stehen wir zZ stabil, hinten arbeitet Regensburg auch wie die alte Steinbrücke der Stadt, höchst fest, langatmig und stabil.

Seriöse Arbeit ohne Gedöns an einem kalten Montag, damit Mittwoch nur der Kürbis und nicht die Tabelle gruselt, das muss Dutts/Butschers Team liefern. Geduld haben die Fans sicherlich, vorne fehlt uns manchmal Fortune und der Killer. Aber vielleicht haben Kruse, Hinterseer und Lee ja einen Sahnetag gegen die Bayern.

Irgendwie könnten wir schlimme Montagsszenarien entwerfen, das geht auch gegen Darmstadt und Pauli. Wir sollten uns mit dem Schwarzmalen Zeit lassen.

Humorlos und frierend siegt der VfL 1-0: sagen mir die Montagsmaler.

Statistik auf VfL4u:

Montag, 29.10.18, 20:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart, pfiff den VfL zuletzt am 25.09. beim 0:1 gegen Dresden)
Assistenten: Christian Gittelmann (Gauersheim), Katrin Rafalski (Bad Zwesten)
4. Offizieller: Daniel Riehl (Bremen)

Die letzten Spiele gegen Regensburg: JR - VfL 0:1 (09.12.17; Kruse), VfL - JR 1:1 (13.05.18; Wurtz; Grüttner)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Danilo, Hoogland, Gyamerah, Celozzi - Kruse, Losilla, Lee, Tesche, Weilandt - Hinterseer
JR: Pentke - Nandzik (Föhrenbach), Sörensen, Correia, Saller - Vrenezi (Stolze), Fein, Geipl, George - Grüttner, Adamyan

Tom;CB’93

Pressekonferenz einberufen

22. Oktober 2018

Am Freitag platzte die mediale Bombe schlechthin. Also, wir Commandanten waren teilweise auf der Anreise nach Hamburg und die Gerüchte (wenn man die PK nicht gesehen hat), was in der angekündigten Pressekonferenz des FCB geschehen war, verbreiteten sich via sozialen Medien rasend schnell. Man konnte den wahlweise Eindruck kriegen, die Führungsriege des FCB stand entweder unter Drogen, machte Satire a‘ la Titanic oder hatte sich mit Söders Wahlkampfteam von Bavaria One geistig inspizieren lassen – abgehobener Quatsch aus Bayern. Eigentlich hätte die kuriose Show dazu dienen sollen, von einer Krise der Mannschaft abzulenken (den Druck von Trainer und Team zu nehmen) – die PK wurde ein Feuerwerk der Fremdschämmomente von Ulli, Kalle und Hassan. Hassan selbst hatte einen kleinen Redeanteil („Ich war ersetzt“), Rummenigge legte mit dem Grundgesetz Artikel 1 los (wie wärs mit den 10 Geboten?)- und ich bin mir sicher bei Akki Watzke oder Tönnies in der Stammkneipe gab es Lokalrunden und der Fernseher wurde lauter gedreht. Gelacht haben eigentlich alle, ob das Hämische oder Respektlose nun juristische Konsequenzen hat oder nicht, das wird die Zukunft zeigen. Und Emails darf man dem Vorstand nun auch nur noch sehr vorsichtig schicken. Emails an Ulli. Kalle und Kleinhassan, herrlich, Post vom Anwalt.
Ich müsste als Blogger, wäre der VfL der FCB (für mich ist es ja anders als bei Ulli der VfL der wichtigste Verein in Deutschland)), vorsichtig sein, die Leistung von Stürmer Kruse als heute (!) schlecht zu bewerten, Note 4-5. Kickernoten als Gegendarstellungsmöglichkeit? Dementi vom Pressesprecher: Wäre das unfair und respektlos zu sagen, viele VfL-Pässe fanden den Mitspieler nicht. Er, der Australier, vergab den möglichen Auswärtssieg und auch Hinterseer machte sein 0-1 eben nicht. Und so wurden die 52.000 Zuschauer 90 Minuten generell nicht mit Toren beglückt. Auch Hamburg stellte sich blind an vor dem Tor, besonders in der 2. Halbzeit. Das wird man ja noch mal sagen können, auch in den Zeiten „der Lügenpresse“ und „Fake News“, beide Teams mit Abschlußproblemen. Lesart, es fehlt die Überzeugung.
Dutts Pressekonferenz nach dem 0-0 beim HSV hab ich nicht gehört, aber sie wird sicher nicht so kontrovers gewesen sein wie Verbeeks Watschn für Droll oder Kumpelhaft wie bei Peter. Die Bildzeitung, NTV-Sport, Sky, alle bekamen von Kalle und Ulli was ab. Unfair, ahnungslos und polemisch – respektlos - sei die Kritik am FCB nach den Spielen gegen Gladbach und der Nationalmannschaft in Holland gewesen. Gut, und? Ach ja, sie werden es nicht mehr tolerieren. Der erhobene Zeigefinger für Leute, die kein Problem haben auf Lothar Matthäus, Christoph Daum oder Juan Bernat einzurprügeln. Ebenfalls respektlos, aber das sind ja sie.
Nun Bochum spielte bis zur Pause einen ordentliches System, spielte mit mit dem großen HSV und war vielleicht einen Tick überlegen - ohne vorne allzu zwingend zu sein. Der HSV kämpfte und rannte – hatte ähnliche Mängel. Die Hanseaten hatten zwei dicke Chancen vor der Pause und keine ging rein. Hinten waren Riemann, Gyamerah, Hoogland und meist auch Soares richtig sicher und hielten den Kasten sauber.
Damit Bochum aber mal ganz oben angreift, da wo auch der HSV hin möchte, muss man konstanter werden und sich nicht in Ansätzen verlieren wie in der 1. Halbzeit.
Die zweite Halbzeit wurde nicht besser und viele, viele Fehlpässe nach erkämpften Bällen kosteten Kraft, die am Ende des Spiels unseren fehlte. Die Balleroberung klappte gut, aber dann wurde oft der Ball schnell wieder ohne Not verloren. Kruse hatte noch eine Riesenchance, aber nun kam nach 50-60 Minuten der HSV stark auf. Lassogga kam noch rein, doch auch der Prekariatsheld Jean-Michelle traf auch nicht.. Auch Holraumversiegelung an der Birne macht einem nicht zum Tormonster. Dafür durfte Hunt duschen.
Die Schlussoffensive verpackte der Hamburgdino in Weitschüße, die man mit der Mütze fangen konnte. Titz sollte das später ebenso bemängeln wie das vierte 0-x-Unentschieden im Volkspark.
Vorher hätte ich das Remis gerne genommen, so muss man sagen, schade, 2 Punkte verloren, wobei man am Ende noch fast verloren hatte.
Viel Rauch um Nichts, wie beim Pyro im Gästeblock? Mitnichten, Bochum spielte kampftstark – bis auf Sam – und es war am Ende weder Fisch noch Fleisch. Wir waren übrigens mit vier Typen im Fischrestauarant Labskaus essen, das war so ähnlich halb-und-halb wie das nicht so dolle Spiel.
Müde nach zwei Tagen Feierei, den Kopf geleert, wartete man wie andere Bochumer auf dem Parkplatz der Barclaycard-Arena auf die Abfahrt. Vielleicht, aber nur vielleicht guckte man die PK an der Säbenerstraße lieber als die vom netten Herrn Dutt. Ulli, das war zwar unterhaltsam für Bayernhasser, aber auch vereinsschädigend aus der Sicht vieler Mitglieder.

Brazzo, hol mir mal den Kaffee, bin noch müde.

Tom;CB‘93
P.S.: Gruß an HSV-Julia-Lewis-Holtby-Fan-Girl, sie hat 1-0 getippt, ich 0-1, beide hatten unrecht

Die Alten Damen

18. Oktober 2018

Die Alten Damen gibt es nicht. Also es gibt alte Damen, kein Thema. Also Frauen ab 70…..Also nicht, was ihr denkt, so Filme Anno 1940, oder so ;-) ))) Aber ich meine sowas Analoges zu den Alten Herren im Männerfußball, im Ultraseniorenbereich, etwas vergleichbares bei den Frauen; das wären die alten Damen von Kornharpen, beispielsweise. Es gibt die alte Dame, die Hertha, da hat Bochum mal einen über den Sack bekommen in der 2. Liga, in Berlin Ostern 2013, mit Hilfe eines gewissen brasilianischen Ronnie - per Freistoß. Die andere alte Dame ist Juventus Turin, mit neuem Logo und CR7 auch gefühlt älter als Red Bull Leipzig, Hoffe, aber nicht so alt wie Huddersfield Town oder der VfL Bochum 1848.
Bochum spielt nun am WE beim HSV, nach 55 Jahren auch mal abgestiegen, später, am 10.12., zu Hause gegen Pauli, sehr oft abgestiegen. Beide Hamburger Clubs - oft diametral gegenüber - stehen zZ tabellarisch über uns und wir hoffen, dass sich das just Sonntag ändert. So um 15.30 könnte Bochum 2.-3. sein in der zweiten Liga. Ok, das ging schon ein paarmal schief im Norden. Hier schon mal vorab mein diesmal optimistischer Tip, 0-1 durch Lee. Der soll mit Maier (falls er kann) und Weilandt 3 von 5 Mittelfeldpositionsmöglichkeiten belegen, damit wären Sam und Kruse erst mal auf der Bank: Soweit die Kickertheorie. Vorne wäre Lukas die personifizierte Torgefahr und hinten fehlt noch Leitsch sowie die Dauerfehler Bandowski, Eisfeld und Pantovic. Da kann Dutt aber diesmal mit Sam, Kruse, Ganvuola, Perthel und Janelt ordentlich Power auf der Bank lassen, mein lieber Scholli.
Dutt wird vielleicht im 4-2-3-1 spielen, vielleicht auch nicht. Das 1-0 gegen Bielefeld kehrte den Trend nach 2 Niederlagen um und bliebe der HSV torlos - wie in den Spielen gegen Sankt Pauli, Regenburg und Kiel,- dann haben wir ne gute Chance dieses WE was mitzunehmen. Daher tippe ich statistisch ein 0-1. Aber grau ist alle Theorie und die Wahrheit liegt ja auf dem Platz. Dann kommt es wieder anders, Naray bombt oder gar der Bottroper Depp Lassogga. Gott bewahre uns davor, also vor Gegentoren .
Über 3000 Bochumer werden das Wochenende und die Herbstferien nutzen, um mal wieder - wie zuletzt 2010 - im Volksparkstadion zu spielen und nicht „nur“ immer am Millerntor. Ok, da spielen wir im Mai 2019 am Hafengeburtstag, ABER das wird auch ne Sause überübermorgen.

Der HSV spielt ohne die verletzten Arp und Papadopoulus sowie Jung, aber mit dem abgezockten Holtby und eben Naray sowie Huwang. Der Lewis hat uns Bochumer mal arg hängen lassen, als Wosz der Trainer war. Vor dem Endspiel gegen Hannover am 8.5.2010 meldete er sich ab und unterschrieb just beim 0-3 Endstand in Mainz. Heidel sagte damals, solche Profis brauche er nicht und verpflichtete den von Schalke geliehenen Spieler dann dennoch für 05. Nicht nur Reschke erzählt mit Wahrheitsbiegung.
Dieser abgezockte Typ namens Holtby ist wie Wood (zu 96), Lassogga und früher Mavraij ein hochbezahltes Problem für Trainer Titz, dessen neuer-Beseneffekt ziemlich aufgebraucht ist. Titz kann das Schicksal ereilen wie viele HSV-Trainer vor ihm, Kühne holte teure Leute von Walace über Santos und bis hin zu Holtby - der Etat wird aufgebläht wie das saudische Königshausentourage. Und abgestiegen ist man dennoch.
Davon wollte man weg, man hat aber im Gegensatz zu Köln wenig mit Zweitligaerfahrung geholt und die Fans, die anfangs euphorisch waren im August, sind langsam erneut, seit 2009 zum xten mal, sehr tief enttäuscht von ihre alten Liebe aus Hamburg.

Alte Damen würden sagen, komm, gib mal Schnäpschen, der VfL-Fan sagt, gib mal die Pulle, dat geht auffe Fahrt runter wie Öl, oder watt.

Wir sehen uns in Hamburg.

Statistik von VfL 4u:
Sonntag, 21.10.18, 13:30 Uhr, Volksparkstadion

Schiedsrichter: Christof Günsch (Berlin, pfiff den VfL zuletzt beim 1:3 gegen St. Pauli im Mai 2017)
Assistenten: Steffen Brütting (Nürnberg), Julius Martenstein (Cölbe)
4. Offizieller: Stefan Zielsdorf (Lingen)

Die letzten Spiele gegen Hamburg: HSV - VfL 0:1 (22.11.09; Grote); VfL - HSV 1:2 (11.04.10; Dedic; Tesche, Johansson (ET)), VfL - HSV 1:0 (29.07.16; Freundschaftsspiel; Mlapa)

Voraussichtliche Aufstellungen:
HSV: Pollersbeck - Douglas Santos, van Drongelen, Bates, Sakai - Narey (Ito), Holtby, Mangala, Hunt, Hwang - Arp (Lasogga/Janjicic/Moritz)
VfL: Riemann - Danilo (Perthel), Gyamerah, Hoogland, Celozzi - Kruse, Losilla, Maier (Lee), Tesche, Weilandt - Hinterseer

Tom,CB‘93

Back to the roots

15. Oktober 2018

Als Deutschlands formlose und einfallslose Eliteauswahl 0-3 gegen die biederen Niederlande verklatschte, sollte dem letzten l Daueroptimisten klar gewesen sein, dass ist das endgültige Ende der #Mannschaft als aufgeblasenes Marketingprodukt a la Bierhoff. Zu alt, zu torungefährlich, auch nach dem WM-Aus nur noch eine tote, leblose Hülle ist die Deutsche Nationalmannschaft, so rutscht die DfB-Elf in die Abstiegszone der Nationsleague, viel zu wenig für den Anspruch und Kader.Für Niveajogi wird es nun uncremig. Er wird eine hohe Niederlage in Paris am Dienstag fürchten müssen (Mbappe!), der Herbst ist diesmal Krisenzeit für Grindel und Co. Der ganze Hype von 2014 um den 4. WM-Titel ist passe: Er ist tot wie der HSV im letzten Sommer - und hoffentlich, wenn Bochum Sonntag 0-1 siegt in Hamburg, bleibt das auch so beim Dinosterben im Norden. Der Trainer und sein Sportdirektor des DfB haben den “Back to the roots”-Sprung deutlich nicht geschafft und die Elf (vier der letzten 5 Spiele torlos) ist in der Dauerkrise, Fans und Zuschauer wenden sich ab. Ich hab auch nichts geguckt gestern, keine Lust.

Der TUS Harpen ging am Wochenende den anderen Weg: volksnah, basisbewußt, sympatisch warben Daniel Danger, Denis und Drohni für das Event des Jahres am Bockholt - nach den Maischützen: der TUS Harpen 3 spielte gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Riemke. Der Andrang der über 2800 Zuschauer sorgte dafür, dass das Spiel 20 Minuten verspätet angepfiffen wurde. 1000 Leute wollte man erreichen, es wurden annähernd 3000. Einslive sorgte für Reichweite und Airplay, Mastermind Olli D. für die Planung und das Zusammenbringen der Leute. Die Riemker waren angesickt wegen der zwanzigminütigen Verspätung und beide Teams ob der ungewöhnlichen Kulisse nervös. Logo dass es dauerte bis da Spielfluß war, aber von ewigem Ballbesitzfußball haben wir seit dem Sommer genug, bei Bayern und der Nationalmannschaft. Peps Stil ist auch tot, nix tiki-taka mehr.

TUS Harpen kam zu Torchancen und die 200 Riemker Fans waren ordentlich laut. Es stand noch 0-0 bis Kevin Schönberger das fulminante 1-0 erzielt. Eine Story die schöner nicht sein kann, er hatte Krebs und konnte 1,5 Jahre nicht spielen und er machte nicht nur das 1-0, sondern nach der Pause sogar das 2-0. Dann brachen die Riemker Abwehrdämme und die Zuschauer konnten Sonne, Bratwurst, Waffeln und Bier genießen, dazu gab es jetzt sogar richtig guten Fußball für die ganze Familie. Das 3-0 den anderen Schönberger sollte die Entscheidung sein, aber noch nicht das Ende. Das 3-0 von Amsterdam war aber, da bin ich mir sicher, Jogis Ende (im November?).

Harpen war nun euphorisiert, die erste und zweite Mannschaft hatte schon gewonnen. Alle drei Harpener Teams siegten: Der Gerrit S. hatte den richtigen Riecher, denn VfL-Jesus machte einen Platzsturm und wurde von den Ordner abgespielt. Das war Unterhaltung, oder watt? Das 4-0 und das 5-0 führten zu Freudentänzen auf den immer noch vollen Rängen und der Rest war Harpener Jubel. Hurra, das ganze Dorf war glücklich.

Es wurde eine lange Nacht für Kai Hoffmann (der soll mal was mit Lippenstift in Berlin gemacht haben, mon dieux), Kevin S. und Co, der Drohni kam so langsam wieder an und 10 Commandanten standen Spalier für ihren Member, der seit über 40 Jahren beim TUS ist.

Dann quatschte man noch lange in der Nacht, die Harpener waren tolle Gastgeber, man sah Grümerbaumer, Hiltroper und Gerther.
Der Fußball ist an der Basis noch intakt.

Jogi, es ist Zeit für dich zu gehen: Espresso austrinken und abtreten. Der Dutt steht übrigens nicht zur Verfügung, aber vielleicht der Titz.

Und der Trainer von Harpen, Guido Brüggemann, er wohl auch nicht.

Tom,CB’93

P.S.: Grüße an Babs, Ömpes, Jochen und die ganzen Kowalkes

Ich geh fremd am Tag der Amateure

12. Oktober 2018

Das hört sich dramatisch an “Ich geh fremd am Tag der Amateure”, ist es aber nicht. Es wird toll am Sonntag. Es ist ein Rekordversuch meines ehemaligen Konkurrenzvereins aus der Kreisliga C2-C4, dem TUS Harpen 3, dem man Sonntagnachmittag ab 17.00 Uhr beiwohnen kann.

Klar, als Ex-Steinkuhler, der in SV Gerthe 1911 3 spielte, ist der neue Platz am Bockholt theoretisch “feindliches” Territorium - mit vielen netten Typen. Der Ronnie, der Karl, der Nico, der Chise, der Nejat, der Burn, der Drohnie, der Dirk, der Makko, der Frosti…..und und und…nee wat waren die Neunziger cool in Bochums Kreisligen.
Der VfL zockte 1998 unter Toppi im UEFA-Cup, der Ralle Z., der Glate, der Sunny, der Most, der Ralle P., der Marc H., der Klaus H. - und manchmal auch ich - spielten oft gegen den TUS Harpen 3, fast dort, wo beim Maiabendfest das Festzelt steht.

Übermorgen werden dort vielleicht 1000 Zuschauer dort sein - und es ist kein Testspiel des VfL - in der Länderspielpause. Das Warm-up-Spiel ist die Nations-League Holland gegen Deutschland in der Amsterdamer-Arena, wo der VfL 1997 4-2 verlor, nachdem man 0-2 führte. O tempora, o mores.

Daniel Danger, Denis und Drohnie rühren die Werbetrommel für ein Event der Extraklasse, vierstellig gegen Teutonie Riemke, damit ist diesmal nicht das Resultat gemeint. Der Hype rennt.

Pedda kommt eh, der Gerrit auch, vielleicht Günna P., der Ben und wer weiß wer noch alles da sein wird von Babs bis Becker…..Das wird ein Spaß, der neue Platz von Harpen bekommt so eine Kulisse, wie ihm gebührt, ein Hype von dem ich in den Neunzigern nur träumen konnte.

Ich konnte meist so 20 Zuschauer am Rand sehen, wenn ich von Werne über Kornharpen bis Hiltrop und Grümerbaum zockte, eben alles was den Bochumer Norden ausmachte und noch ausmacht.

Die Riemker ordern Karten für den Gästeblock….und Bild wird sicher titeln, “Das ist der echte Fußball lebt in Bochum!”. Der VfL hat halt auch mal Pause am Tag der Amateure.

Ob Dutt (bis 2020 )vorbeikommt, Christoph Kramer sneakt oder der seilge Gerd Harpers von oben zuguckt, der Fußball lebt von der letzten bis zur zweiten Liga, manchmal sogar noch in der 1. Liga, aber eben auch in Harpen.

Lasst uns den Sonntag in TUS Harpen 3 das Feiern, was allen gehört, den Fußball ohne Profis, Kommerz und Ich-AGs beim TUS.

Ich gehe fremd und nehme meinen Gerthe-Schal mit, wetten?

Tom,CB’93

P.S.: Gruß an Page, Marc Hellwig und Böhmi