#nichtohnepunkteausmaxmorlockstadionheimkehrenvfl

18. September 2017

Heute mach ich mal einen auf influencenden Twitterer #whothefuckisfuck #annecastroper #meinvfl #ub99 #1848 #VfLbleibteV  #gerritsunddieobergeilenficker  #timkramerderdieseriösenfotosmacht #wasmachtmarcelmaltritzeigentlich. Ich #donaldducktweetetauch soll ja gar einen Präsidenten geben, der teilt seine Politik gerne per Twitter mit und nennt den nordkoreanischen Präsidenten #rocketman. Diesen präsidialen Supertweet konnte ich beim schiefgelaufenen Heidenheimspiel bei meinem Sitznachbarn bewundern. Würde Atalan (ich hab einige Herren seines Namens bei Twitter gefunden) twittern lassen, würde er vermutlich #ichwillsiegenaberdringend rausschießen in die Welt - oder Hashtag - Chancenverwertung, #konstantveteidigen #machfertiglan. Unser Fanclubpräsident #präsiweissalles hält nicht wirklich viel von Atalan als Trainer und mit Twitter, den Kambodschamann #kambodschamannbeobachtetalles hab ich dazu noch nicht gesprochen.

#keineeinsichtohnedenkambodschamann. Nur dass er jetzt behauptet, ich hätte nach dem Spiel …..ach lassen wir das.

Samstag 15.30 Uhr ist wieder ein Spiel….ach nee, Donnerstag 20.30 Uhr ist das Montagspiel in Nürnberg, letzten Sonntag gab es hingegen drei Erstligaspiele, eins so gegen Eins (Premiere) parallel zu unserer Niederlage gegen #10Jahrefchjubiläumfürschmidt. Wer blickt da noch durch? Aber Donnerstag gilt es, schnell für Isis (das ist der Genetiv von Isi! - ich geb dem jetzt lieber keinen Hashtag) Mannen, den fatalen Eindruck zu korrigieren, sie hätten in den entscheidenden Momenten nicht die Konzentration, den letzten Willen und das daraus resultierende Glück, um oben mitzuspielen. Im Moment ist das so, nach sieben Pflichtspielen kann man sagen, die Leistung, die Konstanz, all das reicht nicht für oben zZ. War das schon das Gefühl #irgendwiewirddasgewonnengegendiefch oder fehlte einfach das Glück gegen die “Ostelbischen”? Heidenheim einmal vor dem Tor in der 73. Minute und rums 1-2, drin. #Rumsdiebumsistdasspielverloren. Naja, wer vorne die Dinger nicht macht (Hinterseer, nicht Kruse, vergab das dicke Ding zum 2-1 und vorne sie sich nicht genügend erarbeitet (Wurtz war sehr schwach, nutzte seine Chance nicht), muss irgendwann raus. Bei dem Ballbesitz, bei der Laufbereitschaft fehlte es gegen zwei Viererketten sich die eine oder andere Schussposition mehr zu erarbeiten.

Ich denke bei Wurtz in Franken wird der Trainer - in der englischen Woche - für/mit Diamantakos rotieren, für Riemann könnte sein Wiederkehren schon Sonntag gegen Ingolstadt der Fall sein, der müde und epritlose Losilla braucht mal Druck, da wäre Janelt nett - oder Tesche; Eisfeld könnte Kruse (der besser wird) und Hinterseer (der schwach wirkte) besser einsetzen als dies gegen FCH der Fall war, wenn er gegen die Schanzer fit wäre.

In Nürnberg muss der VfL sicher nicht das ganze Spiel machen wie zuletzt - und die Castroper könnten auswärts kontern. Dazu muss man hinten nicht nur, aber auch, bei Standards sehr konzentriert, konsequent und seriös verteidigen, damit Bochum die Chancen hat in Führung zu gehen und diese auszubauen.

Das macht der VfL auswärts seit 2-3 Jahren schlecht, dass er Führungen nicht konsequent versucht auszubauen, sondern, wie beim Sieg beim Club im Februar, sie verwaltet. Damals reichte es zum 0-1.

Diesmal schoß sich der FCN beim 1-6 bei unseren Nachbarn aus Nürnberg in Form und ist natürlich gewillt gegen die schwankende Diva VfL nachzulegen. Eine Niederlage am Donnerstag würde uns vor dem Spiel gegen Ingolstadt in den Abstiegskampf stoßen und unsere (hier auch meine) Träume vom Aufstieg 2018 wäre ganz ganz lange passe’.

Denn nach den Vorbereitungsspielen gegen WAT und BVB 09 gab es unter dem neuen Coach eine gewisse Euphorie, die nun arg schnell weg ist. Der als Konzepttrainer apostrophierte Atalan fand oft bei schwankenden Ideen keine Konstanz, sein Team sollte eine echte Mannschaft werden, die 90 Minuten Biss, Professionalität und Siegermentalität hat. Davon ist sie zZ weit entfernt, der Rest der Liga und die Clubberer allerdings zum Glück auch. Jeder Spieltag gleicht einem Würfelspiel, schlecht für Tipper.

Am Walznerweiher kann es frostig werden für uns, wenn Ishku wieder “trippelt” statt Kruse, Hinterseer oder Diamantakos, das Potenzial haben alle vier. Das Mittelfeld von Bochum muss endlich die Balance finden zwischen dosierter Offensive und solider Abwehr und wenn man bis 22.15 Uhr hochfokussiert ist, sollte ein erneuter Auswärtssieg möglich sein. Sam, Tesche und Co müssen integriert werden, Perthel, Janelt und Bandowski gesund werden. Denn 7 Punkte aus 6 Spielen sind für diesen vermeintlich hochklassigen Kader zu wenig, das weiß auch Hochstätter.

Lasst uns endlich Niederlagen auf den Gegner ausgliedern, zumindest nicht immer, aber meistens. Lasst uns sechs Punkte holen bis Sonntag.

Dann kommen auch die Fans, die Euphorie und der Spaß zurück.

VfL: Dornebusch - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - (Tesche/Fabian), Losilla, Stöger - Kruse, Hinterseer, Diamantakos, Sam

FCN: Egal -egal- egal- egal -egal — egal - egal — egal - Arsch — egal - Ishku

Tom;CB’93

Tip: 1-1,  Gruß an die “Tief im Süden”-Leute, die ins Max-Morlock-Stadion pilgern

Die drei von der Tankstelle

17. September 2017

Der VfL Bochum startete in seine erste Englische Woche - wie die Three Lions bei einer WM oft enden - mit einer  Niederlage und einer Leistung, die letztendlich den eigenen, hoch  formulierten Ansprüchen nicht standhält. Man kann auch sagen, beide - der VfL und die drei Löwen - kultivieren das sympathische Scheitern. 

Diesmal  lag es nicht an einem  formidablen Gegner, der einen Lauf hatte, dass Bochum verlor (Pauli, Bielefeld). Diesmal scheiterte der VfL  Bochum beim 1-2 gegen den FC Heidenheim nicht nur an dem eigenen Unvermögen hinten, sondern schlicht an der fehlenden Chancenauswertung, Pech im Verlauf - und vielleicht auch etwas am fehlende letzte Klick im Kopf zum Sieg. Im Endeffekt scheiterte Bochum diesmal mehr an sich selbst denn am Gegner.

Dabei begann vor 13.500 Fans das Spiel ganz fluffig, während Rot nur reagieren konnte. Toller Pass auf Kruse, der Aussi ohne Mühe zum 1-0. Dass das was wird, sah man im Stadion schon im Ansatz. Der Aussi wird immer besser, dachte man da. Das müsste Lockerheit geben, aber dann muss man eben  konzentriert zu Ende spielen und vor allem seriöse verteidigen nach Standards. Ob’s nun abseits war, darüber sprach man im Block A, es war aber nun so, dass das 1-1 für Schmidts Mannschaft zählte. Und dass Robbie Kruse bei einer analogen Situation  knapp rechts vorbeizog erzählte die Story des Spiels. Es war eben nicht das zu dem Zeitpunkt verdiente 2-1 für die Castroper. Und das war wieder schon die Story eines verpatzen Heimspiels.

Es ging mit 1-1 in die Pause, vor dem Spiel war Bastians geehrt worden mit dem Fair Play Preis, nach dem Spiel war nur Achselzucken bei 13.000 Bochumern und etwas Sonne und Pils, wenn man mochte.

Dabei spielte Bochum eine starke zweite Halbzeit, auch wenn Sam ohne Bindung wirkte, Wurtz und Hinterseer blass blieben und Losilla zZ irgendwie durch ist. Es fehlte Eisfeld und seine Pässe, um Wurtz, Hinterseer, Kruse, Diamantakos einzusetzen. Es scheint, als habe Atalan, die Balance zwischen Angriff und Abwehr in der Mitte noch nicht gefunden.

Während man in Darmstadt mit “alle Mann nach vorne” Erfolg hatte, fiel aus der einzigen Heidenheimer Chance per Kopf das 1-2. Das Spiel war auf den Kopf gestellt. Es gab einen Pfostenschuß von Stöger und auch Saglam und Gyamerah änderten nichts mehr am deprimierenden Resultat,

Vorne zu wenig getroffen, hinten zwei- dreimal entscheidend gepennt, dazu der fehlende Killerinstinkt, der dich nach oben bringt.

Ist es das fehlende Trainerkonzept, die fehlende realistische Selbsteinschätzung der Spieler, die das Potenzial blockiert, statt es abzurufen.

Hochmut kommt vor dem Fall, sagt man auch, ich persönlich, jemand hat einen Krähenfuß vergraben im Strafraum und uns mit einem Zauber belegt. Daher siegten wir heute nicht zum dritten Mal.

Zum Glück müssen wir Donnerstag wieder ran - im O’Zapf is-Land und Sonntag kommen die Schanzer, da gibt keine Möglichkeit, zu grübeln, zu lamentieren oder abzuheben nach dem Dämpfer.

Die Demo an der Tanke hab ich nicht mitbekommen, aber das wäre ja wichtig gewesen, mal zu erfahren, wer alles gegen die Ausgliederung demonstriert.

Da war ich schon wieder auf der Bahn statt an der Tanke und mit den Gedanken fragte ich mich natürlich, wie kann man das verlieren. Das werden sich viele gefragt haben, einfach eine Tor zu viel kassiert und eins zu wenig geschossen.

Tom,CB’93

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt aber Heidenheim

15. September 2017

Zum Start der Englischen Woche, mit “O Zapft is”-Rufen im Kopf, mit zwei knappen Siegen im Rücken, spielt der VfL Sonntag 13.30 Uhr gegen den FC Heidenheim. Das ist der erste Gegner in dieser noch jungen Zweitligasaison der sich nicht wie ein verkappter Erstligist anhört. Dennoch sind die Jungs von der Ostalb eine erfahrene Zweitligatruppe, mit einem echt sympathischen Trainer, die uns Sonntag das Leben schwermachen wollen. Doch werden sie es auch tun oder ist Atalans Weckruf auf der PK nur das Pfeifen im Walde?

Man kann sich das bildlich so vorstellen. Bochums einstmals als “zu kritisches Publikum” apostrophiertes Zuschauerkollektiv erwartet nach zwei Dreiern einen dritten Sieg. Das ist eine logische Erwartung, die durch den jüngsten Trend, die meist unbekannten FCH-Teamspieler auf dem Papier und die schwache Performance von Schmidts Mannschaft unterfüttert wird. Ein Sieg in fünf Spielen klingt nicht nach Schmidt, sondern nach Schultz im Wahlkampf, aber auch der gibt sich - wie Heidenheim - nicht vor dem Ende geschlagen.

Man kann sich das so vorstellen, die Blätter werden brauner, der Wind bläst doller und das Thermometer wird selten über 13 Grad springen, traditionell in Bochum eine Zeit, wo auch mal was schiefgeht auf dem Rasen der Castroper. Dann kommt so eine Team Marke-”Müßte-Doch-Eigentlich-Schlagbar-sein” und schon kann die junge Euphorie erstickt werden, bevor sie sich so richtig entfalten kann. Das hatte man schon gegen St. Pauli.

Übermorgen kommen die Mini-Schwaben mit ihrem 4-4-2 System und Bochums Goalie Dornebusch feiert sein Heimdebüt. Er träumt sicher davon, den Kasten sauber zu halten. Aber Bochum wird den Ball haben und muss das Spiel machen (ohne Eisfeld). Die Leute werden in der Geduld getestet werden, wie beim 1-1 vor 2 Jahren oder beim letzten Sieg (2-1?) und daher wird das sicher ‘ne harte Nuss, das Siegtripple zu holen. Aber ich hoffe und glaube, dass es gelingt.

Ein 3-1, wo mal Schnatterer und Verhok nicht trifft, wir dreimal und es ne Zeit 1-1 steht, sehe ich vor dem inneren Auge.

Fußball ist keine Raketenwissenschaft, Schmidt ist kein Einstein (wie Atalan) und wir haben die besseren Einzelspieler. Wenn wir mal konstanter, ruhiger und fokussierter das Spiel angehen und nicht nur 40 Minuten Fußball spielen, gewinnen wir das und klettern weiter nach oben.

Nach dem Spiel trifft sich die Initiative “EchtVfL” zur Demo an der Tanke.

Es wird also doch interessant gegen Heidenheim, aber es ist eben dennoch nicht F95, das Sonntag kommt. Aber so ist das Leben.

Statistik von VfL4u

Sonntag, 17.09.17, 13:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin, pfiff den VfL zuletzt beim 4:2 gegen Dresden im April)
Assistenten: Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg), Robert Wessel (Berlin)
4. Offizieller: Eric Müller (Bremen)

Die letzten Spiele gegen Heidenheim: VfL - FCH 2:1 (30.10.16; Mlapa, Bastians; Dawidowicz (ET)), FCH - VfL 0:0 (08.04.17)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Dornebusch - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - Saglam (Tesche/Fabian/Diamantakos), Losilla, Stöger - Kruse, Hinterseer, Sam
FCH: K. Müller - Feick, Beermann, Matt. Wittek, Busch - Schnatterer, Titsch-Rivero (Pusch/Thiel), Griesbeck, Skarke - Dovedan, Glatzel (Verhoek)

Tom;CB’93

Binärer Code

12. September 2017

Am 7.10.2017 könnten sich fast 10.000 Mitglieder entscheiden, ob der Verein VfL Bochum 1848 e.V. einen Teil seines Profiteams - plus A-Jugend – also mindestens 25% als „Kommanditgesellschaft auf Aktien“ ausgliedert und diese an mögliche Investoren verkauft werden könnten.

Wer diese potentiellen Investoren sind - oder sein könnten, bleibt Teil der allgemeinen Spekulationen und ist eine wichtige Frage. Ein Russe, ein Chinese, ein Scheich oder ein lokaler Krösus wie Finke - oder eine Investorengruppe  (wie einst die WHH) - wer könnte es sein? Das ist mir zumindest nicht klar.

Hochstätter, Engelbracht, Villis und Co. wollen für unseren Herzensclub VfL damit einen neuen rechtliche Rahmen zu schaffen, um Geld (10-30 Millionen) für den Verein, der dann nur noch zu 75% einer ist, zu aquirieren. Einige Vereine - von RWE über FCN bis VfB - sind den Weg schon gegangen und der VfL könnte nun im Oktober folgen. Ist das nun gut oder schlecht, das Ende jedweder Fußballromantik, die schlichte, banale Realität, der Weg des Geldes? Oder kann man die Frage gar nicht so einfach stellen?

Aktueller Grund für die geplante Ausgliederung sind die neuste Verteilung der TV-Gelder, die die Schere von 22 Clubs zu 14 anderen Proficlubs schneller größer werden lässt. Das ist Fakt, die geplante Handlung scheint eine logische Folge, dabei wirbt der Vereinsvorstand seit einiger Zeit für eine Ausgliederung. Und der aktuelle Vorstand begleitet seinen Vorschlag „pro Ausgliederung“ in einem offenen, durchschaubaren Prozess, aber sagt auch, es ist der einzig gangbare Weg für die Mitgliedschaft des VfL.  Ist das so? Sieht so die Zukunft der Fußballvereine aus?

Das klingt ein wenig nach Merkel’scher „Alternativlosigkeit“, die Entscheidung ist in vier Wochen beim VfL - ein „ja“ oder „nein“ von jeden aktiven Mitglieds, das zur Abstimmung kommt. Ist das Ganze für den nichtorganisierten Durchschnittsfan nicht herzlich egal?

Die Initiative gegen eine solche Ausgliederung hat hingegen viel Kopf, Herz und Fachwissen in ihre zeitfressende Kampagne gegen die Ausgliederung gesteckt. Ihre idealistischen Argumente sind, dass man ohne aktuelle Not „den Verein verkauft“ an irgendwen Windiges, seine Mitglieder auf Dauer entmachtet und das Wesen unseres VfL danach - wie das des BVB, nur noch eine Aktiengesellschaft ist, dessen „echte Liebe“ vor allem „echtes Marketing“ ist. Und Dembele’ lässt grüßen, die noch größeren Fressen die kleinen Geldsäcke. Das wird durch 25 Millionen nicht zu ändern sein, so argumentieren die Gegner, was soll das Ganze also? Begeht man auf Geheiß des Vorstandes, der dann schon nicht mehr da ist, wenn die Folgen auszulöffeln sein könnten, einen schweren Fehler?

Und diese simple binäre Pro-/Contra-Entscheidung ist enorm wichtig für den ganzen Verein, das ist mal keine Frage. Aber inwiefern wird diese neue Rechtsform unsere Fan-Wahrnehmung des VfL  ändern? Oder muss man diesen Weg notgedrungen gehen und die neue Normalität ist eine Ausgliederung - und wer zurück bleibt, macht den Weg von Offenbach, Wattenscheid bis zu den Stuttgarter Kickers? Oder wird hier wieder nur Panik geschürt, um bewusst Ängste zu planieren, die berechtigt sind? Bleibt der VfL wie er immer war?

Auch wenn die Situation ziemlich komplex ist und die Sachlage abstrakt, muss man emotionale Fragen stellen dürfen, auf die es bisher keine Antworten gibt. 

Wenn 75% der Mitglieder für die 25 %t ige Ausgliederung stimmten und in 5 Jahren wären -  sagen wir mal 25 Millionen eingenommen - und wir stünden immer noch da, wo wir heute stehen, weil alle anderen den gleichen Weg gehen, was machen wir dann? Die Mitglieder hätten sich bereits entmachtet, den ausgegliederten 25 % könnten weitere 25 % folgen und und und, bis Investoren den ganzen „Ex-„Verein besitzen, mit allen schrägen Folgen, die auch heute im modernen Fußball irritieren, von Abramovic, Abu Dabi, China über Hopp bis Mateschitz. Ist das Ganze nicht eh schon total überdreht?

Dazu muss man sich fragen, wann ist der günstigste Zeitpunkt, Vereins-Anteile zu verkaufen und hat man die Zeit, diesen Punkt abzuwarten?

 

Aber eins ist auch klar, bei allen neuen Entwicklungen bleiben Fragen offen und manchmal muss man Neuland betreten, um vorwärts zu kommen. Und Bochum braucht dieses Geld.

 

Sonntag gegen Heidenheim wird’s eine Demo der Initiative gegen diese Ausgliederung geben, nach dem Spiel trifft man sich an der  Tanke. Die Initiatoren der Antiausgliederungskampagne werden ihre Sympathisanten unter ultraaffinen Gruppen finden, aber auch andere werden sich anschließen. Der Grund ist einfach, da wo man emotional eine Idee vom Lebensinhalt Fußballverein hochhält, ist eine rationale Entscheidung für einen Verkauf an Investoren ein NoGo. Aktienanteile feuert keine an, die blau weißen Farben schon.

 

Die Diskussion sollte weiter so sachlich, downtoearth und faktenorientiert quer durch die Fangruppen gehen, denn egal, welche persönliche Lebensphilosphie man hat, der Verein liegt allen Abstimmenden doll am Herzen. Da muss man auch Meinungen akzeptieren lernen, die man absurd findet.

 

Ich frage mich, warum das alles in der Presse so einen kleinen Teil einnimmt.

 

Ich persönlich finde die kommende Entscheidung sehrm sehr schwer. Ich werde sie für mich treffen, es ist eine äußerst enge. Ich kenne Leute, die werden eine andere Entscheidung treffen und trotzdem werde ich das akzeptieren. So sind halt Wahlen.

 

Wie für die Bundestagswahl zwei Wochen vorher gilt am 7.10.17, geht bitte für Eure wie auch immer geartete Überzeugung wählen. Die Entscheidung kann euch keiner abnehmen, obwohl ich mir das in diesem Fall fast wünschen würde. 

 

 Tom;CB’93

Four and a half man

10. September 2017

Wir waren zu viert im Auto - und hatten einen Jungen namens Julian dabei. Auswärtssieg in Darmstadt, aber ob daraus eine neue Serie wird, a la Ruhrbeach Stiepelbu, ich denke eher nein. Aber eine kleine VfL-Serie bedeute der 1-2 Sieg am Böllenfalltor auf jeden Fall: der erste Auswärtssieg seit dem Sieg in 60 im Mai’17 sollte insgesamt der zweite (!) Sieg in Serie werden: erst das 3-2 gegen Dresden in der 88. Minute durch Hinterseer und nun das Spiel gedreht, aus einem 1-0 ein 1-2 gemacht gegen die Lilien. Da kann man sagen Gracias VfL.

1000 Bochumer konnten zunächst Wetter, Pfungstädter und einen Old School Ground geniessen. Die Leute waren ja gekommen, um ihren VfL siegen zu sehen - und nicht, um sich die Grube Messel anzuschaun oder ihre Zeit anderswie zu vertun.

Der Trainer vom “Team Orange” Isi hatte Merkel aufgeboten, dazu Sam, aber nach 5 Minuten relativer Kontrolle ging das Spiel an die Gastgeber in Blau-Weiß. Frings Team (er verlängerte bis 2020) hatte nicht nur seine Routniers von Großkreutz, Altintop, Sulu oder Sobiech zu bieten, sondern auch Härte, System - und Stärken nach Standards, während Bochum eher den Ball hatte, technisch reifer wirkte und vorne mit Hinterseer; Sam und Kruse gefährlich werden hätte können. Aber wie so oft (Pauli, Bielefeld, Nöttingen) versandeten Teile der erste Hälfte. Wenn bei Bochum der Faden reißt, reißt er. Ist die mangelnde Konstanz fehlende Konzentration, Arroganz oder der fehlenden Eingespieltheit (auch wegen Verletzten) geschuldet.

Tja, erst mal pennte Merkel bei einem Standard, Sulu machte das 1-0 und 18.000 Lilienfans jubelten. Merde. Und nun kamen die Lilien auch deshalb ins Spiel, weil Losilla zu langsam war, Merkel Defizite aufwies und Kruse viel versuchte, aber es gelang nicht alles.

Darmstadt fegte nicht über den VfL hinweg wie Irma über Florida, aber bis zur 35. Minute hatten die Südhessen das Heft in der Hand, 1-2 musste Dornbusch klären, bis der VfL zurückkam.

Atalan donnerte zur Halbzeit zusammen, schickte sein Team raus und nun wurde Bochum stärker. Merkel raus, Stöger für ihn auf die Sechs neben Losilla und Diamantakos nach vorne, neben Kruse und Hinterseer. Ganz am Ende kam noch Wurtz und wäre Mlapa nicht in Dresden, wäre er wohl auch noch gekommen.

In der 63. Minute sollte die Szene des Spiels sein: Bastians wurde vor den Augen des Schiris zu Fall gebracht, der entschied auf Elfer und fragte nun Bastians selber, ob es ein Elfer war. Unser Kaptain verneinte und der Elfer wurde zurückgenommen. Ich muss ehrlich sagen, ich war nicht so glücklich, über diese Fairness, an einem Punkt, wo das Spiel auf des Messers Schneide war. Gut, es war eine tolle Geste, aber mir fehlte zu dem Zeitpunkt, der absolute Wille zum Sieg.

In der 70. Minute wurde der Druck noch mal größer, Hinterseer vergab total frei vor Heuer-Fernandez. Doch in der 80. Minute kriegten wir für unsere Karmapunkte ein Tor. Dimitrios machte ein geiles Tor zum 1-1 und nun hatte der VfL endlich die Effektivität auf seiner Seite. Kruse endlich mal entschlossen und dann machte er das 1-2. Richtig langer Jubel im Gästeblock der 1000 Bochumer, das war wirklich ein sehr sehr wichtiger Siegtreffer. Man kann jetzt sagen, der Treffer von Hinterseer zum 3-2 vor einer Woche war genauso wichtig, aber diesmal wurde der bis dato erfolgreiche Absteiger 1-2 besiegt.

Den Rest der Spielzeit brachte Bochum routiniert nach Hause, die Fans im Block feierten ihren VfL und wir präsentierten unser Aufstieg 2018 Banner.

Ich war sehr sehr glücklich und vier Männer und ein Junge fuhren hochzufrieden nach hause. Egal ob Nürnberg oder Kiel, meine neue Angst ist weg vor auswärts.

Wenn wir Sonntag gegen Heidenheim….ach nee, ich genieße jetzt erst mal den Sieg.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an Dämon, wegen seines unermüdlichen Eifers

Der brennende Dorn(e)busch

8. September 2017

1 Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinten in die Wüste und kam an den Berg Gottes Horeb. 2 Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und als er sich umsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer, und der Dornbusch ward doch nicht verzehrt. (5. Mose 33.16) (Apostelgeschichte 7.30) 3 Da sprach Mose: Ich will doch hinzutreten und diese große Erscheinung besehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt! 4 Als aber der HERR sah, daß er hinzutrat, um zu sehen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich! 5 Da sprach er: Komm nicht näher herzu! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehest, ist heiliges Land! (1. Mose 28.17) 

Nun, für die weniger bibelfesten unter Euch, heißt das, kurz sehr vereinfachend erklärt, Gott offenbart sich durch “diesen brennenden Dornebusch” Moses, um ihn und damit das Volk der Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens heim zu führen.

Ich hoffe, ich hab jetzt keine Religionswissenschaftler an den Hacken, die Zeugen Jehovas oder Opus Dei, aber ich muss auch sagen, Gott hat sich mir noch nicht - und beim VfL schon garnicht - offenbart; obwohl es bitter nötig wäre, um uns mal aus der Knechtschaft der 2. Liga zu führen, aber das ist was anderes. Ich hab auch nie einen brennenden Dornebusch (schon garnicht ums Stadiongeschehen) gesehen und das wäre ja auch heutzutage ziemlich teuer für den Heimverein oder?

Morgen kommt Dornbusch für Riemann ins Tor, einen Wechsel, der nach Bielefeld wahrscheinlich war und nun also durch einen Muskelfaserriss zustande kommt. Kismet. Atalan kann also was testen.

Ok, ein neuer Versuch des VfL auswärts zu siegen am Sonntag, Eisfeld fehlt irgendwie im MF, aber seine Anfangslethargie hat er auch dieses Jahr. Insgesamt ist die Euphorie 4.0. nach dem ersten Sieg gegen Dresden wieder groß an der Castroper und Hochstätter hat mit Sam und Tesche die zurückhaltenden Fans erneut aus der Reserve gelockt. Sie glauben wieder an die Möglichkeit oben anzugreifen, nachdem ein Fehlstart mit einem Punkt aus drei Spielen viele blau-weiße Träume zerstörte.

Einige Verletzte aus dem VfL-Lazarett wie Haudegen Fabian und Neue wie Ex-Star-Sam sind im Kader für Darmstadt fest eingeplant. Und sie nähren die Hoffnung der Fans (…und von Lothar Woelk, wo wir bei Haudegen sind), dass es doch noch was mit oben wird. Dazu scharren Tesche, Diamantakos und Saglam mit den Hufen, zu der ersten Elf zu gehören. Klar, die die verletzt sind, können zur Zeit kein Druck ausüben. Aber jeder im Kader weiß, Isi hat noch was in der Hinterhand, wenn man in Darmstadt wie 2015 unter Verbeek den Kampf nicht annähme und verlöre. Dornebusch, Fabian, Sam werden also ihre Chance kriegen, Mlapa nicht mehr, der hatte genug Chancen, von seinem Chancentodimage wegzukommen und ist nun in Dresden die neue Hoffnung.

Aber das war Sam auch mal in Schalke, in Darmstadt und nun eben bei uns. Warten wir es ab und fahren wir in die Stadt der Wissenschaft und flücken wir uns die Lilien.

Dazu ist die Stimmung nach der Länderspielpause gut, das Bochumer Team könnte als Einheit bei den Altstars gespickten Fringsjüngern siegen. Klar, Sulu, Großkreutz, Altintop, Platte - das ist viel Routine, Kampfkraft, Testosteron bei den Lilien und da hilft nur kühler Kopf, aber gleichzeitig muss man brennen für den Auswärtssieg. Am Böllenfalltor hat man 1981 und 2015 nicht gewonnen, an 1978 kann ich mich nicht erinnern, also klar, die Hessen sind ein Statistikloch für uns.

Wir werden nicht gleich Gottes Hilfe brauchen übermorgen, wir müssen uns eher selbst helfen und damit meine ich nicht die 750 Bochumer Awaysupporters, sondern die Spieler der ersten Elf müssen sofort hinten eng und konzentriert stehen, agressiv vorne pressen und dann ihre Chancen eiskalt verwandeln. Gerrit S. würde sagen, wir müssen einfach geile Ficker sein. Nun, ich glaube, wir Bochumer wachsen in unsere neue Situation rein, aber es dauert noch etwas und Sonntag schrammen wir knapp an einer Niederlage vorbei.

Mein Tip wäre ein 2-2 in Darmstadt, ohne den Neusser, ohne Strohengel, ohne Lametta und Bling bling. Einfach Fußball und dann fahren wir hoffentlich entspannt mit 4 und einem halben Mann nach Hause.

Die Statistik von den Gurus von VfL4u:

Tesche bleibt ebenfalls in Bochum. Janelt, Bandowski, Eisfeld, Riemann verletzt.

Sonntag, 10.09.17, 13:30 Uhr, Merck-Stadion am Böllenfalltor

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 in Stuttgart im März)
Assistenten: Christian Bandurski (Oberhausen), Patrick Kessel (Norheim)
4. Offizieller: Nicolas Winter (Scheibenhardt)

Die letzten Spiele gegen Darmstadt: VfL - SVD 1:1 (17.10.14; Forssell; Bregerie), SVD - VfL 2:0 (05.04.15; Bregerie, Balogun)

Voraussichtliche Aufstellungen:
SVD: Heuer Fernandes - Holland, Sulu, Höhn, Sirigu - Großkreutz, Kamavuaka (Stark), Marv. Mehlem, Ham. Altintop, T. Kempe - Sobiech (Platte)
VfL: Dornebusch - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - Saglam (Merkel/Fabian), Losilla, Stöger - Sam (Wurtz/Diamantakos), Hinterseer, Kruse

Echtes Gewinnen

27. August 2017

Also, als das finale 3-2 durch Hinterseer fiel, in der 88. Minute, da war der Jubel schon ordentlich im weiten Rund des ewigjungen Ruhrstadions. Im Block A, B, C und D, in der vollen Ost, auf der Haupttribüne, selbst im Boby Bolzer Block, lagen sich die Menschen (und ihre Buddies) in den Armen. Ich bekam einen “griechischen  Klapps” und dann hörte ich noch, der Titel von heute solle “Gangbang” heißen. Nunja, wenn Fehler und Tore heute Sexpartner gewesen wären, dann wäre das zumindest ne fette Party gewesen, ein Gangbang für den Kopf.

Und es war eine abwechselungsreiche Partie, die Bochum bei strahlendem Sonnenschein und guter Laune begann, trotz aller Bedeutung für Atalan und seinen VfL. Das Angriffspressing der Bochumer, so hatte es auch Uwe (nicht der Michael) Neuhaus erwartet, war heftig und die Dresdener kamen kaum hinten raus. Bochum war zehn Minuten die von Atalan geforderte Pressingmaschine, dann kam Dresden einmal vors Tor, zack, bumm, 0-1. Ein erster Konter der Sachsen, durchgespielt auf rechts, schnell gelöst und Überzahl geschafft. Dann auf rechts durchgespieltm die 40 der SGD und in die Mitte geflankt. Riemann konnte nichts tun.

Doch Bochum war nur kurz geschockt, musste einen weiteren Angriff überstehen, dann spielten die Castroper wieder und Bastians machte schnell das 1-1. Doch nun setzt der VfL weiter nach, weil der Kaptain die Sache auf Null gesetzt hatte, wollten die Bochumer nun das 2-1. Ein Dresdner foulte ziemlich offensichtlich und Bibi Steinhaus gab den Elfer. Die Frau hat bis auf eine Szene übrigens top gepfiffen, sie ist schon mal bereit für die Bundesliga. Bastians war bereit für den Elfer und verwandelte unten rechts, obwohl der Torwart der Dynamos die Ecke ahnte. Doch nach 30 Minuten 2-1 führen, das sollte dem Heimteam die Möglichkeit geben, sich etwas zurückzuziehen und zu kontern. Bis zur Pause klappte das ganz gut, doch das 3-1 fiel nicht.

Dann, ich denke mal nicht, dass Atalan seinen Spielern Valium gegeben hat, machte Bochum 30 Minuten nur das, was nötig war, das 2-1 zu verwalten. Aber der verletzungsbedingte Verlust von Eisfeld und Soares allein kann es nicht gewesen sein, der diese schlimme Passivität des VfL hervorgerufen hat. Das 2-2 fiel hochverdient und nun standen alle Sonntagsspiele remis.

Aber diesmal erzwang der VfL sein Glück, hatte Glück, dass Hinterseer der Ball vor den Fuß fiel. Der donnerte ihn ins Tor. Der Jubel war cool, die Erleichterung groß.

Dresdener Fans rollten ihre Banner ein, sie hatten sich für die Tour akreditieren müssen und personalisierte Tickets geholt. Die UD boykotierten dies, daher fuhren nur 1000 Menschen frustriert nach hause, so wie wir Dienstag.

Und wir jubelten, also Benno und der Kambodschamann waren im Urlaub, aber sonst lag sich der Block A in den Armen.

Der erste Sieg, gute Sache, bestelle ich gegen Darmstadt nochmal. Da wird Mlapa vielleicht grundsätzlich nicht mehr zu Kader gehören. Ihn haben wir heute nicht vermisst, Wurtz kam an seiner Stelle für Kruse.

Aber nein, so gehen wir Bochumer beruhigt in die Länderspielpause und im September gibt’s SVD, FCI und den Club sowie am 12. Spieltag die Fortuna.

Vielleicht brauchen wir Patient sein Banner doch noch….

Maybe Baby…

Vergessen wir die Art und Weise, wie wir in der 2. Hz starteten.

Tom, CB;93

P.S.: Gruss an Taischak, komm öfter mal in den Block A

Echtes Verlieren

24. August 2017

Als VfL-Fan hatte man eigentlich einen guten Saisonstart. Man konnte einen 1-6 Sieg in Wattenscheid vor seiner Pleite sehen (REWE Mokanski steigt wohl auch aus, sagen Insider!), ein relativ tolles 2-2 gegen den BVB, dann kam Pauli (dritte volle Hütte in Serie!), man fuhr mit 3.500 nach Duisburg und dann nach Bielefeld, Fußballfanherz, wat willste mehr?  Nun, eigentlich ein Fantraumstart für old school Liebhaber, wäre da nicht ein mickriges Pünktchen mit einem Tor eines Bandowski, Ergebnis Platz 15.

Einen Klassischer Fehlstart legt der VfL hin, einen der punktemäßig schlechtesten Starts seit langem. Naja, 2010/2011 startete man auch schwach und Funkel holte mit dem 3. Platz die Relegation gegen Gladbach mit einem furiosen Schlussspurt raus. Ich erinnern mich an ein 1-2 in Osnabrück, Maltritz macht das Siegtor.

So gut waren wir auch vor 2 Jahren nicht, als Verbeek eine tolle Truppe formte und man am Ende 5. wurde. Vom Kader her schien dieses Jahr ähnlich viel drin zu sein - wie 3. oder 5., Kruse, Diamantakos und Hinterseer sowie Soares wurden geholt. Für Bochumer Verhältnisse wurde ein Team her gezimmert, dass sich sehen lassen kann und es keimte eine ungewohnte Euphorie auf an der Castroper. Diese Euphorie war aber nicht nur kadermässig begründet, sondern nährte sich vor allem aus der Sehnsucht, endlich mal wieder nach 2006 aufzusteigen. Dann es fehlte der echte Topfavorit und der knurrige Trainer wurde kurzerhand nach dem Trainingslager entlassen, der Neue schien “frisch, fromm, fröhlich” frei loszulegen - und man montierte Punktelieferant auf die Gästebank. Das musste in Bochum ja schiefgehen.

Dann kam Sankt Pauli und man spielte ein 1. Halbzeit wie auf Valium. Man verlor verdeint und alle guckten blöd. Gegen Duisburg spielte man verbessert 1-1, doch dann in Bielefeld spielte man ziemlich gut und verlor überraschend  0-2. Der Torwart hatte einen rabenschwarzen Tag, die Stürmer zielten wie betrunkene Elche - kein Tor aus 23 Chancen. Der Fehlstart ist da, keine Frage, aber ist das Potenzial des Teams so falsch eingeschätzt worden? Kam der Trainerwechsel zur Unzeit? Ist der neue Trainer zu nett für abgezockte Profis? Braucht es nur Zeit, damit die Siegesserie kommt, die uns nach oben spült? Ehrlich, dass weiß ich nicht, dass wisst ihr nicht, das weiß nicht mal Lothar Matthäus oder Totto Legat!

Sonntag kommt der Ostkultclub Dynamo Dresden, ein starkes Team aus der Vorsaison, und die Sachsen sind mit einem Aderlass belastet, wie wir im Vorjahr. Daher backt das Team von Neuhaus kleine Brötchen, verlor 0-4 gegen SVS.

Sonntag kommt der 11. zum 15., vermutlich kommen 15.000 Fans und es geht für das Team von Atalan darum endlich zu punkten, um Sicherheit zu gewinnen. Das Torschußtraining wird ein Wort sprechen, die Torwartfrage wird anzusprechen sein und die Abwehr muss schnell stabilisiert werden  - ohne Perthel, Celozzi, Fabian und Gyamerah.

Das alles muss schnell passieren, denn der Bochumer Herbst ist ein dunkler Mythos. Isi wurde von Hochstätter schon an seine Aufgabe, die größer ist als Lotte, erinnert. Echtes Verlieren ist eigentlich vor der Länderspielpause verboten.

Aber was heißt das für Sonntag ab 13.30 Uhr? Beide Teams werden nicht locker oder frei sein, verlieren ist für den VfL noch mehr verboten als für die Dynamos und ihre berüchtigten Fans.

Bochum verlöre nicht nur drei weitere Punkte, die gute, meinetwegen, zu euphorische Anfangsstimmung, wäre tot wie die SG Watenscheid 09. Und das zweite Problem wäre, vor einer möglichen Abstimmung zur Ausgliederung müsste Hochstätter Atalan entlassen und so seine Kompetenz in Frage stellen. Soll man nun einen solchen Verein, besser seine Profis ausgliedern? Das hat eigentlich nichts miteinander zu tun, würde aber vermengt werden.

Dazu kommt, eine Niederlage gegen die Faust des Ostens, würde den Aufstieg weiter weg erscheinen lassen als je zuvor. Die Ambitionen würden sich dann auf den Klassenerhalt fokussieren, viel zu gut für diesen Kader.

Stiepermann, Wydra, Weilandt und Canouse gebe ich ja nicht ab, wenn ich im grauen Mittelfeld mitspielen will.

Mein Tip, der Knoten wird irgendwann platzen. Sonntag drehen wir ein 0-1 und siegen 2-1, Soares, Hinterseer.

VfL: Riemann (Dornebusch) - (Soares), Bastians, Hoogland, Leitsch -  Losilla, Saglam, Eisfeld - Bandowski Stöger/Merkel/Gündüz, (Diamantakos/Wurtz/Mlapa), Hinterseer, Kruse

Aufstellung SG Dynamo Dresden: M. Schwäbe, S. Gonther, P. Heise, F. Ballas, N. Kreuzer, M. Konrad, M. Hartmann, R. Benatelli, P. Möschl, E. Berko, L. Röser

Tom,CB’93

Saublöd

22. August 2017

Der Gesang “Kühe, Schweine Bielefeld” blieb den 2400 Bochumfans nach dem 2-0 der Arminen gegen ihren VfL im Halse stecken. Eine total unnötige Niederlage fing sich der VfL gestern ein - und sie machte den Fehlstart mit einem Punkt aus drei Spielen perfekt. “Heute noch auf hohen Rossen, morgen durch die Brust geschossen!” dieser alte Mottospruch des seligen Heinz Formann bewahrheitete sich gestern auf der Alm.

Bochum begann sehr strukturiert, ballsicher und spielte 20 Minuten flott und munter, zeigte eine Idee von Fußball unter Atalan, aber wenn es in den Strafraum ging, ließ man Ortega weitgehend unbeschäftigt (nur 5 von 23 Schüssen kamen aufs Tor). Riemann beendete die Bochumer Dominanz mit einem spielentscheidenden Fehler. Das 1-0 durch Bochumkiller Vogelsammer machte die biederen Ostwestfalen sicherer, die vorher nur versucht hatten unseren Neuling Leitsch zu verunsichern, das war neben Kampf, Kloppen und Rennen, die einzige Spielidee der Spieler von Jeff Salbene. Aber das ist durchaus legitim, im Abstiegskampf so seriös, realisitsch und an den eigenen Fähigkeiten orientiert zu agieren. Und das folgende 2-0 gab den Bielefeldern recht und katapultierte den Papierfavoriten auf Platz 15. - und machte uns endgültig zu Papiertigern. Dass Bochum nun hinten wackelte, kann man nicht nur auf die Verletzten Perthel, Celozzi, Gymerah und Fabian schieben, aber eben auch. Riemann hatte einen rabenschwarzen Tag in Pink, vor mir rief einer “du rosa Schweinchen”. Ich bin ganz froh, dass der Kambodschamann nur bei Heimspielen neben mir sitzt, ihm wäre sehr viel dazu eingefallen. Ich meine aber, dass Bochum nun viel weniger einfiel als in der Anfangsphase und es sah immer noch nicht nach einem Bochumer Treffer aus. Vielleicht sollte man Trump die Schuld an der Situation geben.

Der Präsi des CB’93 und ich sind 1989 mal von der derselben Pommesbude in Hiltrop zum Spiel gestartet, ich glaube, auch damals haben wir in Düsseldorf nicht gewonnen. Diesmal hatten wir die bessere Spielidee, der Ballbesitz, die Laufwege, die Ecken und Torschüsse, all das war statistisch auf unserer Seite, aber weder der letzte Killerinstinkt, noch das Glück waren auf Bochumer Seite. Die bodenlose Dummheit, auch da waren wir am Montagabend den Bielefeldern vor raus.

In der zweiten Halbzeit lies Isi die Orangenen erst mal beisammen, aber ihre Pässe waren jetzt nicht mehr so präzise wie zum Spielbeginn. Musste in der voringen Halbzeit der Linienrichter Hinterseer zweimal zu unrecht zurückholen, kamen nun viele Pässe in die Spitze nicht an. Viel Stückwerk  - und Bielefeld war trotz 2-0 Führung und Tabellenspitze nicht in der Lage, sich “wie ein Spitzenreiter zu zeigen”. Neun Punkte für die Cheruskernachkommen und null Punkte für die Schanzer, einen Punkt für Bochum, die Tabelle der Zweiten Liga wirkt zZ paradox.

Riemanns Doppelbock (?), die mangelnde Schusspräzision der Stürmer, die letzte Überzeugung das Tor machen zu wollen, erwirkten bei manchem Gästefan den Eindruck, die Spieler, die sich für potentielle Aufsteiger halten, aber es nicht durch Zweikampfstärke (Kopfballduelle) untermauern können wie Frings Darmstädter, haben nicht den letzten Biss. Ich kann das noch nicht sehen.

Hochstätter machte den Spielern dann daraus keinen Vorwurf, auch weil er weiß, wie sensibel Profigemüter sind. Nun draufschlagen, demontiert den von ihm zur Unzeit geholten Coach und letztendlich ihn selbst, der in der letzten Transferperiode wenig Glück hatte (Weilandt, Wydra, Cannouse, Stiepermann usw.).

Alle, Trainer, Sportdirektor - und wir Fans - hoffen nun auf eine Wende gegen die leergekauften Dresdener.

Wollen wir nicht die ganze Anfangseuphorie, die vielleicht auch hier etwas vorschnell war, begraben, müssen wir die Sachsen schlagen. Es heißt, die Seelen der Spieler zu streicheln, Konzentration und Selbstvertrauen zu fördern, damit sich dringend benötigte Resultate einstellen. Und Torschusstraining wäre mein Vorschlag.

Aufstiegsträume könnten so schnell im Bochumer Herbst zu Abstiegsgespenst werden und das wäre verrückt wie eine Saison bei 1860.

Ich will hier garnicht spekulieren, wie eine Ausgliederungs-JHV aussieht, wenn wir eine Hinserie wie Pauli oder der FCN im letzten Jahr hinlegen.

Bielefelder können nun bis zum Wochenende ihre Tabellenführung feiern und wir unsere Wunden lecken. Sonntag, das sag ich Euch, müssen endlich drei Punkte her.

Und wem sag ich das, das letzte Spiel ist immer vor dem nächsten, aber das ist diesmal wahrer als sonst.

Und die vielen Wenn’s nutzen uns das nicht, ich sag nur “Wäre, wäre, Fahrradkette!” und keiner heißt REWE mit Vornamen.

Tom;CB’93

P.S:: Gruss an meine Frau, die mir den Rücken freihielt, damit ich das “Topspiel” in Bielefeld nicht im TV sondern live sehen konnte

Scheiß DSC - scheiß DfB - oh je minee - hö?

18. August 2017

Während ich diese Zeilen schreibe, gucke ich im TV wie ihr Bayern gegen Bayer - und die Bajuwaren führen 2-0, man ist versucht, ihnen vorab schon zur xten deutschen Meisterschaft zu gratulieren. Da hallen die üblischen  ”Scheiß DFB”-Wechselgesangrufe durchs Stadion und “psycho bitch”-Heiko Herrlich wird vielleicht in der Halbzeit einen Eimer durch die Kabine treten und Osterhasen wiedererkennen. So weit, so normal, Business as usual. Aber eigentlich wäre ich nervös wegen Montag. Arminia Bielefeld gegen Bochum, da wäre ich heiß wie Frittenfett aus der Bude am Stadion.

Ich fühle mich für dieses Spiel merkwürdig sediert, denn es ist ein Ost-West-Westfalenderby, doch die Spannung für diesen persönlichen Klassiker baut sich noch nicht so richtig auf. Das liegt nicht am Protest “Gegen den modernen Fußball!” (nee, hallo wir reden über Bielefeld!), an einer Katharsis (sich reinigen vom Konsum!) oder an meiner veränderten persönlichen Situation zum “Girls Club United”, sondern an der etwas speziellen Situation beim VfL zZ. Ich war, wie viele VfL-Fans, etwas zu euphorisch als Atalan kam, wurde schnell von meiner lila Wolke runtergeholt. Staune wie schnell Hochstätter den Trainer in die Pflicht nimmt (wie wäre das bei Verbeek gewesen?). Das Stimmungsspiel in Bochum kenn ich ja, gerade gegen Bielefeld passiert das auch, dass man sich kurzfristig motiviert. Nicht nur ein 2-1 auffa Alm ist mir in sauerer Erinnerung-  mit einem Vogelsammer, sondern auch ein 1-4 zum Maiabendfest 2014. Bäh. Aber ich kenne auch ein furioses 1-2 mit/durch Mamic, ein 1-3 oder ein 0-5 im Pokal. Bielefeld rockt sich oft für uns Bochumer, guter Block, echte Derbystimmung und man ist ja gegen “die Macht aus Ostwestfalen” oft nicht fußballerisch chancenlos.

So wird es auch zum Wochenstart sein, Bochum kommt ohne die Verletzten (Fabian, Gyamerah, Perthel usw.), aber mit einem Erfolgserlebnis aus dem Pokal, aus dem die Arminia rausflog.

Die Elf von Jeff S. scheiterte an Düsseldorf, an uns scheiterte Nöttingen. Negativ gesehen sind wir Bochumer nach einem Fehlstart gegen Pauli selbst gegen die Hammerwerfer von der Wedau nicht in der Lage gewesen, 90 Minuten Fußball zu spielen. Und dann haben wir gegen einen Fünftligisten nur 60 Minuten seriös gespielt. Das Team geht mit dem Druck falsch um, Isi, der Nette, kriegt die Saubande nicht in den Griff.

Positiv gesehen wurde es von Spiel zu Spiel etwas besser, dazu kommen noch ein paar Spieler dazu, faule Eier wurden aussortiert und in Bielefeld - und gegen Dresden - platzt der Knoten dann auch, die Stimmung ist jetzt schon besser als im letzten Jahr.

Was ist da wahr? Schwierig, so früh ein Fazit zu ziehen, tödlich zu urteilen, bevor man 10 Spiele gespielt hat.

Montag ist der VfL leichter Favorit, aber nur, wenn er als Team nicht wieder den Start verpennt, seriös arbeitet und Atalan seinen Grip auf die Elf findet.

Hochstätter steht nach der vom Zeitpunkt ungewöhnlichen Trainerdemission unter Druck und sollte den nicht zu sehr an den Ex-Lotter weitergeben.

Bochum gegen die in der Liga erfolgreichen Ostwestfalen, da spielt der Papierfavorit gegen die unter Jeff Sabene extrem erfolgreichen und beweglichen Externsteine und das auswärts.

Ich hab mich warmgemacht und hoffe, dass ich selbst live dabei sein kann, wenn Bochum den Bock umstößt.

Tom,CB’93

P.S.: Grüsse an Berne

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Hoogland -  Losilla, Saglam,Eisfeld - Bandowski Stöger/Merkel/Gündüz, (Diamantakos/Wurtz/Mlapa), Hinterseer, Kruse