Echt Bochumshow

28. Oktober 2017

Die Tage nach dem peinlichen Pokalaus in Paderborn und dem Torlosauftritt in Braunschweig waren für einen echten VfL’ler mal wieder launetechnisch alles andere als einfach. Und das war nicht die erste bescheidene VfL-Woche dieses Jahr, die so richtig zu wegschämen sein sollte. Und ausgerechnet in dieser kniffligen Situation spielt der VfL Bochum gegen die zZ selbstbewußten Spitzenreiter aus Düsseldorf 1895- vor dem Reformationstag und vor Halloween, viele fürchten da blasphemische Thesen im Internetnachgang und eine üble Horrorshow im Kopf.

Nun ist der Bochumer Herbst eh eine Zeit der Stürme, der Krisen, des Umbruchs und des Verwelkens, viele werden dort etwas suchen, um sich festzuhalten und da hilft Moritz Fiege oder besser noch Schnaps, kurzfristig. Denn auf der Pressekonferenz hoffte Rasiejewski auf Sam, Hoogland und deren Genesung, um auf die Pohl’sche Frage nach dem festen Stamm des VfL nach 13 Spieltagen 2017/2018 zu antworten, “tja” und eher mit den Schultern zu zucken. Klar, er ist der dritte Trainer, der sich probieren darf - und wie wir in Braunschweig und Paderborn sahen, rotierte er vor allem die Torgefahr raus (Kruse, Diamanatakos).  Nach dem 2-0 gegen Sandhausen hatte nicht nur Hochstätter gehofft, dass die nüchtern-sachlich und symphatische Art sich auszahlt, dann setzte es zwei “zu Null”-Niederlagen, eine eben solche am Montag wäre tödlich für den Verein. Und das obwohl eine Niederlage auch immer eine Chance ist.

Das Wort der Baustelle hat in Bochum Konjunktur, die Kölner haben ihre Leverkusener Brücke, der Bochumer hat den VfL. Zunächst sorgt die mit 80,2 % der Mitglieder beschlossene Baustelle der Ausgliederung für Ärger in der Fanszene. Die ultraaffinen Gruppen schwiegen gegen Sandhausen, Braunschweig, Paderborn und es gibt Gerüchte, dass es Aktionen gegen F95 geben könnte. Insgesamt ist hier Villis Containment gefragt, zwischen Engelbrachts Vorgehen auf der JHV und den Nein-Gruppen zu vermitteln. Dieses Konflikt birgt richtig Sprengstoff, das merkt man in der Kurve. Die ultraaffinen Gruppen haben ihren Support und das Fahnenschwenken eingestellt, dazu gab es Transparente, aber es steht zu befürchten, dass da alte Konflikte aufbrechen und es Knatsch gibt.

Dann gibt es die sportliche Baustelle: Platz 13, raus im Pokal, drei Trainer, der vierte noch nicht da, kein Stamm in Sicht, keine echte Mannschaft, interne Querelen, Hochstätter angeschlagen und und und.

Hochstätter nicht zu entlassen, hier mach ich mich mal wieder unbeliebt, ist richtig. Gar keine Frage, nicht nur durch die Personalie mit seinem Sohn, hat der Christian sich sehr angreifbar gemacht. Nach den Trainerdemissionen, Fakenews um Weinzierl, den Unruhen nach der JHV, ist es richtig für Ruhe zu Sorgen. Schmadtke kommt nicht nach Bochum, Weinzierl auch vermutlich nicht, daher muss der Vorstand sehen was machbar ist.

Machbarkeit ist ein gutes Stichwort: Düsseldorf verkaufte Bebou, Hermmann, Rensing verletzte sich, trotzdem performte die Fortuna von 1985 und ist Erster, flog allerdings auch raus aus dem Pokal gegen BMG. Die Düsseldorfer schweben auf einer Wolke, werden 6000 Leute mitbringen und Bochum hätte auch gegen jemand anderes in der jetzigen Situation den Köttel in der Buchse. Funkel ist eben kein Laptoptrainer, aber auch etwas langweilig im Spielsystem. Doch drauf geschissen, wie Goosens sagt, auf langweilig, die Landerhauptstädter kommen als Spitzenreiter und wollen gewinnen.

Hoffnung macht folgendes: Es kommt manchmal anders, als man denkt. Ein Tottotip wäre 0-1, aber Bochum ist nach dem Pauliausrutscher relativ heimstark. Ingostadt und Sandhausen wurden ohne Gegentore besiegt.

Summa sumarum, braucht das Team des VfL starke Nerven, denn ein früher Rückstand (7. Minute?) könnte zum Mühlstein werden. Dazu droht Explosionsgefahr der Fans (Ultraprotest, “Hochstätter raus” vom Rest) , wenn es in die Hose geht. Der VfL braucht ne Führung, die Abwehr muss hellwach sein von der ersten Minute, die Fans zusammenstehen gegen Fortuna.

Das alles muss garniert sein mit Glück, dann ist ein Heimsieg möglich. Ich werde mir Mut antrinken, denn das soll ja helfen. Und “irgendjemand raus” versuche ich mir zu verkneifen, obwohl es manchmal hilft den Frust rauszubrüllen.

Tip: 1-1, Schmitz, Bastians

Daten wie immer von VfL4u:

Montag, 30.10.17, 20:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 gegen Bielefeld im Mai)
Assistenten: Christian Leicher (Landshut), Michael Bacher (Amerang)
4. Offizieller: Henrik Bramlage (Vechta)

Die letzten Spiele gegen Düsseldorf: F95 - VfL 3:0 (20.09.16; Sobottka, Hennings, Bellinghausen), VfL - F95 1:2 (03.03.17; Mlapa; Hennings, Bebou)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Leitsch), Gyamerah - Eisfeld (Losilla), Celozzi, Stöger - (Kruse/Wurtz), Hinterseer, Diamantakos, (Gündüz)/Hemmerich
F95: Wolf - Gießelmann, Bormuth (Hoffmann), Ayhan, Schauerte - Raman (Schmitz/Usami), Fink, Neuhaus, Sobottka, Zimmer - Hennings

Tom, CB´93

P.S.: Gruss an unser Geburtstagskind Stephan Dahmer

Das Paderborner Brot schimmelt langsamer

24. Oktober 2017

Die meisten der 1900 Bochumer in der Benteler Arena hatten es vorher geahnt. Dass der Favorit diesmal SC Paderborn heißt und der Sieger auch. Und so kam es dann auch. Das Zweitrundenpokalaus des VfL Bochum kostet natürlich nicht nur viel Geld, Reputation, Rasiejewski den Job und vielen endgültig ihre Laune - zum Saisonstart; es macht auch den Weg frei für die Erkenntnis, dass es in Bochum zur Zeit mehr Baustellen gibt als Bauarbeiter. Und dieses Team, ist eine Ansammlung von Einzelspielern, die ohne Kompass, kluges Konzept und feste Führung durch die Gegend irren.

Der SCP begann vor 15.200 Fans gallig, “stürmisch” und - hey, das reicht gegen den VfL Bochum zur Zeit allemal. Zwei Chancen und es steht 1-0, just in dem Moment, wo die Fans aus dem Sonderzug ankamen und ins Stadion reinkonnten. Merde beaucoup, die 1000.te. Diese Geschichte kann man in die endlos Repeatschleife legen.

Drei Trainer hatten in drei-vier Monaten diesen von Hochstätter zusammengestellten Kader probieren, taktisch umstellen und ihr Glück versuchen dürfen. Das Ergebnis ist nun das Pokalaus von Paderborn, Platz 13 in der Liga (Tendenz fallend) und eine über die Ausgliederung entzweite Fanszene. Der Verein gibt in den letzten Wochen auf vielen Ebenen ein erbärmliches Bild ab, die Leute sind heuer stinksauer und die unkonstante Mannschaftsleistung ist der Ausdruck dieses Chaos. So langsam ist verlieren die einzige Kostanz.

Bochum spielte in Weiß (bis zum Ende) ohne Kruse, Losilla und Gündüz, und ohne Esprit, (dazu waren Perthel und Hoogland verletzt) beruhigte das Spiel ein wenig - in der letzten halben Stunde der ersten Halbzeit, aber Paderborn hatte auch mehr als eine sehr dicke Chance zum 2-0. Auch sie verstrich ungenutzt. Riemann, Bochums Bester heute mit Sam, vereitelte einige Chancen der Ostwestfalen, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Man konnte mit dem 1-0 zum Pausentee sogar noch zufrieden sein. Und dass das Ganze bei einem ambitioniertenDrittligisten passierte, nicht bei Mainz, dem HSV oder Frankfurt, spiegelt auch die Leistungsfähigkeit unseres Teams zZ wieder. Und da haben wir das offensichtliche Problem: Es ist kein Team, keine Mannschaft, wo jemand für seinen Nebenmann rennt und sich einsetzt. Da ist eine Ansammlung von Individuen. Das es dann viele “grüne Wolken” gibt, dazu braucht man kein Sozialpädagogikstudium.

Natürlich sind da relativ teuere Spieler wie Sam (Warum nahm der Trainer den runter, nur weil Riemann sich beschwerte?), Celozzi auf der falschen Position und Stöger, die pölen könnten, aber da muss man sie auch richtig einsetzen und motiveren. Aber wenn die keine Erfolge haben, sondern Fehden, die keiner braucht, dazu verunsichert werden durch immer neue Aufstellungen, dann verliert man eben auch bei SCP07 oder gar ‘ne Liga tiefer.

Bochum wurde dann in der mittleren Phase der zweiten Halbzeit leicht besser, hier machte sich nun doch die individuelle Qualität bemerkbar. Das 1-1 war leider knapp kein Abseits, aber dafür bekam Bochum einen schmeichelhaften Elfer. Nicht Kruse oder Diamantakos waren auf dem Platz, um zu netzen, nein, der formschwache Hinterseer trat an. Und das stimmt leider nicht. Es trat der Ex-Kaptain Bastians an -und das macht es noch schlimmer- er ließ sich ablenken. Die Paderborner machten einen Tumult, Bastians muss lange warten und zeigt dann prompt Nerven. Da war wieder, wie in Braunschweig klar, das wird heute nichts mit dem Torschießen, also wenn nicht CR7 reinkommt, der Regen noch stärker würde oder alle Paderborner umfallen.

Diamantakos hatte noch ein Riesending, aber wie Sam scheitert er knapp vor dem Torwart. Ok, da fehlte auch Fortune. Das passt zur miserablen Gesamtsituation. Wobei man sagen muss, Paderborn hatte 3-4 Dinger, das verdiente 2-0 zu machen und machte die nicht. Den Gefallen tat dann dem SCP07 Hemmerich, gegen Sandhausen noch gut, er legte dem Paderborner auf. Der Schwarz-Blaue machte dann “endlich” das 2-0 und damit die Entscheidung gegen den VfL.

Viele Bochumer verließen den Ort des Grauens. Aber es gab viele Orte des Grauens zuletzt und diese 7. Niederlage bringt das Fass zum Überlaufen - zumindest bei mir. Denn sie offenbart wieder einmal die Grundsätzlichkeit des Problems: Bochum hat keine Idee, zwei Spiele zu gewinnen und wenn, bricht diese beim kleinsten Gegenwind zusammen.

Klar, hätte man mit etwas Glück ein 1-1 zur Verlängerung nutzen können, aber es fehlte ja eben der letzte Wille zum Sieg. Ein spielerisches Feuerwerk nach dem legalen, echten Feuerwerk hinter Paderborns Kurve hatte kein Bochumer Fan erwartet, aber ein seriöses Arbeiten für den Sieg. Und das gab es eben zu wenig.

Es flog noch ein Weißer mit Gelb-Rot vom Platz und ich bin mir nicht sicher, ob der Vorstand heute nochmal 80,19 %-Vertrauen für die Ausgliederung bekommen hätte.

Wie die Fans am Ende reagierten, weiß ich nicht. Da war ich schon auf de Weg zum Auto und starrte in die schwarze ostwestfälische Nacht des alten Hellwegs.

Oh man, ist das Scheiße.

Tom;CB’93

Leichte Risse am Reaktorkern

23. Oktober 2017

Eigentlich ist es ja immer ganz gut, wenn eine Mannschaft nach einer ernüchternden Niederlage schnell wieder ran muss. Kein Nachgrübeln, kein Weltschmerz, sondern Mund abwischen und weitermachen. Nach einem überflüssigen, vermeidbaren, aber auch verdientem 0-1 in Braunschweig im Regen Niedersachsens droht dem VfL jedoch morgen ein Zweitrunden-Pokalaus im Regen von Ostwestfalen. Und dann stünde der ganze VfL Bochum im Dauerregen. Ganz ohne Regenschirm und wie begossene Pudel darstehen, ist nie gut. Aber in der jetzigen Situation (Jedwede Aufstiegschance praktisch verspielt, drei Trainer dann verschlissen, Sportdirektor geschwächt, Ausgliederung kommt zur Unzeit, Fanspaltung droht, Abstiegskampf?), Platz 13.. Dann ist der DFB-Pokal die einizge, reele Chance nach oben zu kommen. Und man kann gutes  Geld verdienen, man könnte mal positive Schlagzeilen machen und vielleicht mal zu Hause gegen Bayern, Schalke und BVB für einen Festtag sorgen für Fans, die zZ wieder eher geprüft als verwöhnt werden. Und in der Fanbasis gärt es aus vielen Gründen, die Ruhe ist weg.

Das sollte doch Energie freisetzen, denn Dienstag wird mit dem SCP ein sehr selbstbewusster Drittligist das Heimrecht haben. Fast zum dritten mal in Serie von der Bundesliga in die vierten Liga abgestiegen, rettete nur der famose Absturz von 1860 das Spielzeug von Herrn Finke vor der Regionalliga West. Aber zum Kaffee in seinem Möbelhaus kommt morgen niemand deshalb.

Der zwischenzeitlich entmachtete Mäzen ist wieder am Ruder und die schwarz-blauen Spieler werden gegen die selbsternannte Startruppe von der Castroper dann leichtes Spiel haben, wenn man das ABC des Pokalfights nicht internalisiert hat: Rennen, kämpfen, kontern und Ruhe im Kopf halten, sonst verkrampft man wie die Teams bei Köln gegen Bremen.

Die Frage, wieso Sam, Tesche und Bandoski so wenig halfen, wird man sicher nicht im Zentrum des westfälischen Katholizismus klären. Aber der neue Trainer muss wie Atalan mit dem Probieren aufhören, denn dazu ist Umfeld des VfL weder die Zeit noch die Geduld. Morgen muss gewonnen werden, egal wie. Auch wenn die 2000 Bochumer Fans morgen Augenkrebs kriegen sollten, gewänne man 0-1 wie vor 2 Jahren, hätte man Puste um durchzuamten.

Und die ist vor dem Westschlager gegen Düsseldorf am Montag vor dem Reformationstag dringend notwendig. Denn das Team muss endlich ein Team werden und dazu braucht es Heldenstories ganz ohne Hermann den Cherusker oder Wewelsburg.

Tip: Mit viel Glück tanzen wir Fans “Limbo am Libori”, 119. Minute Kruse 1-2, nachdem Fabian und Michel trafen. Leider kein Elfmeterschießen wie einst bei Preußen Münster 2009

Tom;CB’93

P.S.: Ich bedanke mich bei allen Leuten, die zZ versuchen, die vielen kleinen Risse zu kitten

Dienstag, 24.10.17, 18:30 Uhr, Benteler-Arena

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Die letzten Spiele gegen Paderborn: SCP - VfL 0:1 (26.07.15; Haberer), VfL - SCP 4:0 (11.12.15; Mlapa (2), Hoogland, Bastians)
Bisherige Pokalspiele gegen Paderborn: Fehlanzeige

Voraussichtliche Aufstellungen:
SCP: Zingerle (Ratajczak) - Herzenbruch, Strohdiek, Schonlau, Boeder - Collins (Ritter/Antwi-Adjej), Wassey, Krauße, Zolinski - Michel, Srbeny
VfL: Riemann (Dornebusch) - Danilo, Bastians (Leitsch), Fabian, Gyamerah - Eisfeld (Losilla), Stöger, Celozzi, Gündüz (Sam/Hemmerich) - Kruse, Hinterseer (Diamantakos)

Brown be quiet

21. Oktober 2017

Der Herbst ist da, der Regen ist da und mit dem Shitwetter kommt die fast schon traditionelle Bochumkrise. Das 1-0 in Braunschweig heute vor 19.300 Fußballfans (null Eventies) hätte theoretisch alles gehabt, was man als Fan so will. Tradition (Deutscher Meister 1967 gegen Ex-Unabsteigbar!), wenig Wellenreiter im Stadion und ein VfL der ebenso will wie die Eintracht. Die erste Chance nach 4 Minuten vergibt Hinterseer und der Fejzic muss raus dem Braunschweiger Tor. Könnte was drin sein?

Nein, Bochum hat wieder viel den Ball, aber keine Durchschlagskraft vorne, doch verliert der VfL den Ball in der spielentscheidenden Szene. Eisfeld auf Leitsch, die Gelben warten, sprinten dazwischen, Konter über rechts, die Dreikette noch nicht sortiert; Yldirim macht das 1-0. Und da ging es mir im halbleeren Bochumer Block so: ach kacke, dat wird heute wieder nix. Und es wurde nichts. Also erst mal rappelte sich Bochum in Weiß wieder auf und kam zu Spielanteilen und Chancen. Aber wie in der Kicker-Statistik zu lesen, Eintracht B. lässt Chancen zu, die werden nicht genutzt. Hinterseer war “stets bemüht”, aber er kam immer irgendwie falsch. So war es oft, soviel Bochum den Ball hatte, so selten kam man zum Abschluss. Und wenn dann war irgendein Bein der Niedersachsen dazwischen. Stöger gut, Kruse gut, Leitsch gut, aber der Rest? So ging man mit 1-0 in die Pause und Lieberknecht war genervt, weil er mit Fejzic und Baffo nun noch zwei Stammspieler verletzt ersetzen musste, wie schon Boland, Kelifi und Kumbela.

Der Regen kam, mit dem schlechten Wetter schwand die Hoffnung auf eine Wende gegen bemühte, aber überschaubare Gastgeber. Braunschweig verwaltete das Restspiel, Bochum mit etwas weniger Ballbesitz, aber immerhin mit etwas mehr Druck.

Rasiejewski hatte am Anfang Sam, Bastians, Losilla auf der Bank gelassen und Bastians holte sich gleich Gelb, als er reinkam.

Bochum spielte immer noch mehr, aber irgendwie hatte man nie das Gefühl, wir drehen das Spiel noch, obwohl das möglich gewesen wäre an der Hamburger Straße. Sind wir Team genug, um die Qualität der Spieler abzurufen? Der dritte Trainer sucht eine Antwort auf diese Frage.

Bochums Block der 500 blieb meist still im Regen, 200 Ultras war der Eintritt verwehrt worden. Es lief einiges gegen Bochum, aber Bochum half sich auch nicht selbst. Der nächste Ball von Yldirim ging ans Alu und Bochums Schlussoffensive ging ins Nichts. Also, man sah ein Bemühen und Weiß machte sich dreckig, wurde etwas brauner, aber das reichte nicht in Braunschweig (unpolitischer Wortwitz!).

Die Stadt mit der Fehde gegen Hannover überholte Bochum in der Tabelle, der VfL ist Dreizehnter und Hochstätter wird gegen Paderborn wohl wirklich das letzte Spiel vom Interimscoach erleben.

Verbeek provozierte den Rauswurf, Atalan hinterließ wenig und Rasiejewski wird bald weg sein. Wer kommt übernimmt ein Team von talentierten Halbentschlossenen und darf diverse Brandherde löschen, im Team, dazwischen, in der Fanszene und und und.

Was man dann demnächst ausgliedert, könnte weniger Geld erzielen, als man erhoffte. Denn ohne funktionierende und erfolgreiche Mannschaft kannste dich schwarz ärgern als Fan, als Investor drehste dich um und gehst. Und nach Paderborn und Düsseldorf werden dies einige tun.

Leider war das heute ein Beleg für letzteres.

Tom;CB’93

P.S.: Heute Grüße an den Emmericher, Jonas, Norbert und Eric

Der zweite Schritt ist immer nach dem ersten

19. Oktober 2017

Bochum hatte nach sieben schlimmen Tagen eine relativ ruhige Woche (Hostätter ist noch im Amt, liebe Bild!)- vor dem schwierigen, provinzialen Auswärtsdoppel in Braunschweig und im Pokal in Paderborn. Der VfL tritt die mittellange Reise(n) nach Osten mit 400-500 Auswärtsfans an und die Mannschaft kann selbst für Ruhe im Verein sorgen, wenn man, wie beim 2-0 gegen Sandhausen, schmucklos, humorlos und seriös siegt. Die Reaktion der Ultras in der Kurve ist auswärts umso wichtiger, da man als Ultra an der Hamburger Straße 50 % der Fans ausmachen wird. Und der Konflikt wurde letzten Samstag nur vertagt, bei Eintracht wird man sehen, wie die protestierende VfL-Szene reagieren wird. Gibt es da eine Boykott, gibt es Transparente oder passiert etwas anderes? Wir werden es sehen.

Spannender noch ist die sportliche Frage, wie das Team auf dem Rasen mit Bastians, Diamantakos und Co. reagiert, wenn sie bei den abwehrsicheren Niedersachsen antreten. Diese Gelb-Blauen lassen Torchancen zu, kassieren also nicht so viele Tore. Für die vorne nicht immer effizienten Bochumer als eine Herausforderung beim Relegationsteilnehmer anzutreten. Da hat man 2014 mal gewonnen, 2012 mal 3-0 verloren, die Bilanz ist gemischt.

Braunschweig, die aktuelle sportliche Nummer Drei in NS - nach Wolfsburg und Hannover, ist relativ gut gestartet und hat etwas nachgelassen. Auch Braunschweig läuft enttäuscht seinen Ambitionen hinterher. Der Meister von 1967 ist in jüngerer Vergangenheit ein Hort der Ruhe, hat seit 2007 einen Trainer namens  Lieberknecht, verglichen mit 1860 in den Vorjahren ist dieser Verein in ruhiges Fahrwasser abgeglitten: Das hat auch die Enttäuschung nach dem 6-0 in Bielefeld und der Relegationsniederlage gegen Golfsburg nicht geändert. Eintracht bleibt entspannt.

Boland und Kumbela können nicht gegen Riemann treffen, aber Nyman rückt in den Kader, dafür hat Bochum wieder Diamantakos an Bord. Bastians kann spielen, ist aber kein Kaptain mehr: Er könnte den jungen, formidablen Leitsch ersetzen. Dazu will Losilla wieder ins Team und die Rolle von Tesche ist spannend. Hinterseer tat das Gesäß weh, sonst stürmt er mit Kruse. Auch Wurtz könnte eine Alternative sein. Eisfeld oder Stöger als Spielmacher sind möglich. Dazu sind Junge wie Hemmerich, Leitsch, Bandowski und Gündüz können den alten Säcken Druck machen.

Samstag spielt der 11. beim 12. - und eigentlich hört sich Braunschweig gegen Bochum nach 3. gegen 4. an (laut Günni). Ist aber nicht so und wir werden in der Stadt der Löwen sehen, ob “unsere 2-0 -Schwalbe gegen Sandhausen” einen Spätsommer macht und wir mit breiter Brust zu selbstbewussten Paderbornern fahren. Wellblechhütte ick hör dir trapsen.

Ich tippe auf ein 1-1 auswärts und Schweigen im Gästeblock.

Statistik von VfL4U:

Samstag, 21.10.17, 13:00 Uhr, Eintracht-Stadion

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve, pfiff den VfL zuletzt beim 4:2-Sieg in Aue in der Vorsaison)
Assistenten: Dominik Jolk (Mannheim), Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main)
4. Offizieller: Jan Neitzel-Petersen (Hamburg)

Letzte Spiele gegen Braunschweig: VfL - EB 1:1 (18.11.16; Quaschner; Kumbela), EB - VfL 2:0 (23.04.17; Nyman (2))

Voraussichtliche Aufstellungen:
EB: Fejzic - Valsvik, Baffo, Breikreuz - Reichel, Moll, Zuck (Samson), Sauer (Becker) - Yildirim (Hernandez), Nyman, Khelifi
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian, Gyamerah - Eisfeld, Stöger, Celozzi, Hemmerich (Losilla) - Kruse, Hinterseer (Diamantakos)

Tom;CB’93  Gruss nach Hameln, Bad-Münder/Flegessen

So eine Erleichterung

14. Oktober 2017

Der verdiente 2-0 Heimsieg gegen Bochums leichten Angstgegner vom Hardtwald war sehr, sehr wichtig. Oh man, war das wichtig. Ich weiß ganicht, wann es wichtiger war als heute. Doch schon oft ;-) , aber das ändert nichts an meiner Erleichterung im sonnigen Ruhrstadion während Ende des Spiels so gegen 15.00 Uhr. Nun Siege sind prinzipiell immer wichtig und Profifußball als Ergebnissport braucht Siege wie die gute alte Conorde Kerosin. Also was ist heute anders als sonst gewesen?

Punktemäßig ist der eine oder andere wie der FCK, Fürth und MSV schlechter dran als der VfL. Und von Köln in der Bundesliga brauchen wir gar nicht reden. Aber man hatte sich im Sommer mehr erhofft an der Castroper Straße. Hochstätter hatte ein neues Team mit guten Namen gezimmert, aber Verbeek durfte nicht mehr und Atalan seit Montag nun auch nicht mehr. Der VfL Bochum hatte eine Horrorwoche hinter sich, wie sie im Buche steht. Jeder Tag war Freitag der 13. - gefühlt.

Am Ende der JHV gab es Tumulte, Knaller und leichte Randale, dann wurde der Cheftrainer Isi trotz WELCOME entlassen und Hochstätter sowie Bastians lieferten sich via Medien eine Battle, bei der Bushido neidisch geworden wäre. Jeden Tag hatten Rentsch, Droll und Co. was Neues zu schrieben (”Chaosclub”, Selbstzerfleischung”) und man wurde den Verdacht nicht los, dass die Medienvertreter es teilweise schon irgendwie genossen, Bochum aktiv in der Öffentlichkeit zu filetieren. Was nicht heißt, dass sie das eigentliche Problem waren, aber ein heftiger Katalysator desselben. Bochum hat immer noch 3-4 echte üble Baustellen, auch nach dem Sieg heute, kein Thema. Trotzdem sind viele der 13.200 Zuschauer erleichtert nach Hause gegangen.

Die Ultras überlegten ihre Maßnahmen (Heute erst mal: Drei Banner, Schweigen, kein Torjubel, schwarzer Balken) gegen die Entscheidung pro Ausgliederung. Teile der  lokalen Presse wetzten das Messer (der Revanche, Herr Droll?) und manch einer beim VfL goss - je nach Perspektive- kräftig Öl in das brodelnde Feuer. Und ich hatte wirklich Angst, das eine mögliche Stichflamme uns alle verkohlen könnte. Villis wird harte Nerven gebraucht haben.

Aber Interimstrainer Jens Rasiejwski hatte sein Team gut vorbereitet, junge Wilde wie Leitsch (für den suspendierten Bastians), Gyamerah und Hemmerich aufgeboten, dass man erst denken konnte - “oh oh, wenn das mal gut geht”. Aber es ging gut an und war ähnlich überzeugend wie das 2-0 gegen Ingolstadt. Das war eine positive Überraschung.

Dass zwei Österreicher ihren Tag Tortag hatten, macht Marcel Koller nicht zum Trainerkandidaten beim VfL, aber war wichtig wie die Topform von Kruse. Kruse bereitete Hinterseers 1-0 vor und auch das 2-0 durch Stöger. Bochums Team hatte in Halbzeit 1 alles im Griff, wie es schien, auch Riemann seine Nerven. Das war ja in Bielefeld und Kiel anders.

Bochum ging in die Pause, man konnte Bier, Kaffee und Bratwurst genießen. Die Ultras zogen 3 Banner auf: “Willkommen in Bochum Isi!”, “Brot kann schimmeln, ihr könnt nichts!” und “Papa wird das schone maCHen!” und schwiegen das komplette Spiel, die Farbe schwarz dominierte. Philip R. twitterte nur das und Andreas W. meinte, die Stimmung sei eine Grabesstimmung. Das sahen andere Fans wiederum eher wohltuend und der Rest des Stadions versuchte das Team anzufeuern.

Man kann die Reaktion der “Ultras UB/MLPT and Friends” noch als maßvoll ansehen, aber warten wir die Spiele gegen Braunschweig, Paderborn und Düsseldorf ab, ehe wir die Reaktionen insgesamt bewerten. Es geht offensichtlich zZ ein tiefer Riss durch die VfL-Fanszene, der durch die letzte Woche eher größer als kleiner wird. Wieder kann man darüber streiten, ob es in erster Linie um den VfL geht - und um welchen, ob die Ultras “als Elite der Fanszene” ihre klaren Prinzipien artikulieren oder ob es bald eine selbst bezogene Prinzipienfrage werden könnte. Wie bei den Gesängen ist bei den Protesten der UBs damit zu rechnen, dass es Vorwürfe in Richtung Egozentrik gibt. Das war allerdings auch vor 20 Jahren ein Vorwurf gegen uns vom Commando Bochum. Wir sind auf jeden Fall 20 Jahre älter geworden. Das Problem liegt sicher an der eigenen Perspektive, wo stehe ich persönlich, wie man das Ganze beantwortet. Ich kann halt nicht verstehen, wenn ich das richtig gesehen habe, wie man bei einem Tor des VfL in der gefährlichen sportlichen Situation nicht jubeln kann. Also, ich verstehe die Ultraesque Argumentation vor der JHV, die klare Haltung dahinter steht, aber ich kann das so für mich nicht. Und dieser unseelige Konflikt Ultras/MLPT gegen den Rest der Fans (grobe Vereinfachung!) hätte auch nicht mit einem 3-0 besiegt werden können. Leider, denn ich wünsche mir Frieden, Harmonie und Eintracht in Bochum. Das klingt simpel, ist aber enorm wichtig. Es, das 3-0, fiel aber auch so nicht, weíl Kruse es in der 87. Minute seine perfekte Leistung nicht krönte.

Vorher hatte ein schwarz weißer den Pfosten getroffen, ich glaube, es war Daghfous. Insgesamt überstand der VfL die Drangphase der Badener in der 2. Halbzeit mit Glück und Geschick, aber es war auch die nötige Konzentration da. Auch wenn Bastians, Perthel, Diamantakos, Wurtz und Tesche dem Team fehlten, war es intakt und erstaunlich nervenstark, ob der jeweiligen schwierigen Situation.

Bochum spielte die 1. Hälfte solide und die 2. - bis auf 15 Minuten sicher - und siegte verdient. Das stabilisierte die wackelnde Position von Hochstätter, die sich am Montag klären soll - zumindest laut Bild. Bochum ist nun 11., nicht 13. und rutscht nicht nach unten. Für oben fehlt jede prognostizierbare Konstanz, echter Teamgeist und ein Trainer, der die Diven in Reihe stellt.

Die 13.000 Bochumer waren sich heute alle sehr bewusst der Situation, die Proteste waren maßvoll und sehr symbolisch. Dafür ein Lob an alle Beteiligten und die die sich dazu gebracht haben. Es war natürlich ruhiger, weil das Herz der Ostkurve schwieg, Erleichterung war bei traumhaften Wetter überall spürbar, vor allem wenn man in Kiel gewesen ist. Was bleibt sind dennoch viele Risse.

Ich denke, in Braunschweig müssen Rasiejewski/Butscher noch mal eine Schüppe drauf legen und ebenso auf dem Paderborner Trip. Und dann kommt Fortuna, der Westschlager, es wird sehr heiß.

Ich bin gerade sehr nachdenklich, erleichtert und hoffe irgendwie auf eine gute blau-weiße Zukunft. Mal ne Kerze im Dom anzünden.

Tom;CB’93

P.S.: Gruß an Stephan D. und Matthias Schütz

Ich werde nicht

13. Oktober 2017

Was für eine außergewöhnlich  beschissene Woche für alle Menschen, denen der VfL Bochumam Herzen liegt. Dafür können sich Journalisten, notorische Pöbler und alle unzufriedenen VfL’ler auskotzen ohne Ende und das mit Recht.

 

Egal ob man mit der Ausgliederung nun die Seele, das Tafelsilber oder die Mitbestimmung verkauft sieht, man hätte noch viele weitere Gründe Samstag gegen den ewigen Underdog SVS in den Gästeblock zu gehen - zu den 100 Unentwegten - und die schwarz-weißen anzufeuern. Dazu würde man xy raus brüllen, wen man als Hauptschuldigen festgemacht hat.

 

Egal ob man das blamable 3-0 in Kiel gegen einen anderen Underdog ins Felde führt oder die endlose Posse um Hochstätter, seinen Sohn und Bastians Butternudel des Lacotse-Grauens, für VfL-Fans war Halloween eine Woche lang und ganz ohne Horrorclown gruselig.

Ich hab richtig Angst um meinen VfL.

 

Ob nun der doch so tolle Bochumer Felix Bastians (Leistung meist tadellos, Leumund bei den Ex-Clubs nicht) sein Recht auf Training einklagt mit Hilfe der VdV, ob nun Hochstätter zum xten Mal angezählt ist - wegen 4-5 Dingen, ob der Gegner uns auch ohne diese ganzen hollywoodesquen die Arbeit schwer machen würde, ich bitte euch nur zwei Sachen:

 

Geht bitte, bitte dennoch hin und gebt dem verlotterten Team auch ohne 6.00 Uhr aufstehen und Anreise mit dem RE  eine faire Chance und feuert an.

 

Ich weiß, nichts ist leichter als zu Hause zu bleiben oder am Samstag ab 13.00 Uhr zu pfeifen und sich über diesen ganzen Scheiß auszukotzen.

 

Aber es geht nicht um das Ego von Bastians, von Hochstätter oder von Droll, es geht nicht um Ultra, Kutte, Hool, Altfan oder Ruhrpottorginal, es geht vermutlich wirklich um unseren Club von 1848.

 

Denn verlören wir mit Hohn und Spott 0-3 gegen 1912, der neue Trainerkandidat sitzte auf der Tribüne und Heiko Butscher als Co auf der Bank, dann werden wir in Braunschweig und Paderborn schon die ganze Saison in die Tonne kloppen können mit weiteren Niederlagen.

 

Vermutlich werden wir, oder haben wir das schon getan. Aber ich will nicht schuld sein und mitmachen bei dieser Selbstzerfleischung.

 

Egal wie wütend ich bin, ich kann nichts tun, was meinem Club schadet. Punkt. Ich hoffe, ihr auch nicht. Aber ihr seid nicht ich.

 

Tom;CB’93

Butternoodlegate vs Sandhome

11. Oktober 2017

Es gibt so Wochen, da passiert mehr als sonst in einem Jahr – zumindest auf dem Boulevard und an der Castroper Straße 145. So waren es seit Samstag, den 07.10.17, mit dem VfL, echt Tage, wo die schreibenden Journalisten frohlocken und der normale VfL-Fan sich am liebsten im Kissen vergräbt vor Scham der öffentlichen Vereinsdarstellung.

 

Waren Pressekonferenzen unter Koller, Bergmann sowie Neitzel eher so ein mäßiges Beruhigungsmittel wie Pat Boone, waren sie unter Verbeek aggressiv, schroff und etwas böse, unter Neururer lustig, plakativ aber inhaltsleer, so war die letzte PK unter Hochstätter zur Vorstellung des neuen Trainerduos wie eine Comedysendung „at its best“. Das war aber so aufregend wie ein Youtubeclip „Verkehrsunfälle in Russland“ in 48 Minuten.

 

In dem verzweifelten Versuch, den erneut fragwürdigen Zeitpunkt der Trainerdemission (nicht ihren eigentlichen Grund oder die Notwendigkeit!) Atalans zu rechtfertigen, wurde die Pressekonferenz zeitweise zur Lachnummer. Das neue Trainerduo bekam wenig Raum von Christian Hochstätter wegen Christian Hochstätter Jr., seiner Butternudel und dem aggressive Leader „Bastians“. Zum Held taugte am Ende keiner der Protagonisten, Buhmänner gibt es hingegen viele, Droll von Presse ist es nicht mehr. Nicht wenige VfL-Fans werden sich bis Samstag aus vielerlei Gründen mit Grausen abwenden.

 

Der Hauptverantwortliche hat seinen Sohn als Praktikant im Verein installiert. Das sagt meine Frau dazu, „kriegt wohl nichts gebacken, der Junge!“. Frauen sind da gnadenlos. Und damit meine ich nicht Ramona Perthel. Dann gibt es Stress zwischen dem „überforderten Dorftrainer“, dem Team und dem schwierigen Bastians sowie dem Fitnesscoach Stefan Bioniossek - und eben dem Filius. Der Felix - wegen einer Lactoseintoleranz (nicht Gluten, oder?) – darf keine Butternudeln, die eben das auslösen – eine Allergie – was bei einem Sportprofi zu vermeiden ist. Das soll Teambetreuraufgabe sein (-Ich frag mich, weiß Allergiker Bastians nicht, wenn er Nudeln mit Butter isst, dass da das Allergen drin sein könnte? Wurde er arglistig getäuscht? Oder wurde ihm gesagt, „iss du Memme“!). Und warum eskaliert der Streit um diese scheinbare Lappalie so, dass man das durch diverse Medien breitgetreten kriegt, genau wie die Diskussion um die Anreise im RE nach Nürnberg. Und warum, vor allem, tritt Hochstätter das so breit? Um seinen Sohn zu schützen?

 

Der Effekt ist immenser Schaden nach dem Schaden der JHV (Der Knall und seine Folgen!) in den Medien. Statt Investoren mit Blick auf eine gute blau-weiße Zukunft anzuwerben, Fans zu versöhnen, macht sich der Sportdirektor lächerlich, indem er die Defizite der von ihm geholten Spieler, Trainer und Fitnesscoaches breittritt. Ob das eine erneute Bewerbung für den HSV darstellt?

 

Nun soll sich das Interimtrainerduo Jens Rasiejewski/Heiko Butscher, beiläufig vorgestellt auf derselben PK, auf das Spiel des 13. gegen den 3. konzentrieren. Bochum muss nach 5 Niederlagen wieder auf die Spur, sonst droht Abstiegskampf mit einem verhätschelten Pseudostarkader.

 

Ein Tipp, ein paar Nudeln mit einer selbstgemachten Vinaigrette von der Frau helfen da Wunder ….dazu ein Rotwein.

 

Im Ernst, Bochums Mannschaft scheint wirklich kein Team zu sein (da wird Christian H. seinem Vater Christian  H.  – stimmt das echt? – berichtet haben) und das hat man auch „mit Tomaten auf den Augen“ gesehen, beim 3-0 in Kiel. Es wurde vom Verantwortlichen Sportdirektor auch so benannt, aber eben erst nach der JHV. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

 

Nachdem Villis auf der JHV die Gräben von Engelbracht und Hochstätter von seiner PK bis Samstag zuschütten muss, erwartet die anwesenden VfL-Fans gegen die Sandburg aus dem Kraigau eine spannende Frage:

 

Wie soll ein neu installiertes Interimstrainerduo Jens/Heiko mit einem arg beschädigten Sportdirektor H. am Samstagmittag einem Publikum von nicht mal 11.000  - ohne möglicherweise boykottierende Ultras - ohne Freibier für alle  - klarmachen, ihr Team, was keins ist, gegen SVS, die lustige Dorftruppe, zu unterstützen. Was hält man da für eine Ansprache? Wie schaltet man die vielen, vielen Nebengeräusche aus? Für Voyeure des Verfalls ist das Samstag eine Veranstaltung, wie „drei Warane fressen eine Ziege“ (sorry, liebe Kölner!).

Da kommt der schwarz-weiße Underdog ins Vonovia-Ruhrstadion, um oben anzugreifen und wir müssten eine Siegesserie starten, um, nicht weiter in die Scheiße zu rutschen.

 

Leader Bastians ist nicht dabei, der Mann von Frau Perthel nicht, Bandowski und Janelt kommen erst langsam wieder.

 

In einer Woche von Ausgliederung, Tumult auf der JHV, Entlassung des Cheftrainers und Suspendierung des Kaptains gerät der nächste Gegner Sandhausen (immerhin Dritter!) fast in Vergessenheit.

 

Dabei verrichtet der Dorfclub auf BW einen guten Job, holt das Maximale raus und fährt als Favorit nach Westfalen.

 

Die brauchen nur stabil hinten stehen, das Schweigen der Ost auszunutzen und uns auszukontern, bis Pfiffe gegen das Team kommen. Dazu braucht man nicht mal das Jodeldiplom, um diese Strategie auszuarbeiten.

 

Samstag, ab 13.00 Uhr, droht eine Selbsthinrichtung und das macht jedem Angst, dessen Herz am Verein hängt. Weil ich nicht weiß, wie man aus der Zwickmühle rauskommt, hilft nur ein Sieg mit viel Glück, ein 2-1 nach Rückstand.

 

Wenn nicht, ist der VfL gegen die Hardtwälder wie der Junge in Halle an der Saale, der im LSD-Rausch (Engelstrompete) sich mit der Gartenschere selbst das Glied abgeschnitten hat.

 

Darf ich zu Hause bleiben? Wenn der Kambodschamann geht? Der RE 1 hält nicht in Köln und ich hab keine Assistentin, die mir die Fahrt mit der S1 umbucht?

 

Tom;CB’93

 

VfL: Riemann - Danilo, Fabian, Celozzi, Gyamerah - Saglam (Eisfeld), Losilla, Tesche - Kruse, Hinterseer (Diamantakos), Sam

 

SVS: 11 Mann sind ein Team

 

 

 

 

Pussyriot

10. Oktober 2017

Eigentlich dachte ich nach der JHV, die schon turbulent genug endete, ich würde erst wieder einen Vorbericht für das Sandhausenspiel am Samstag machen. Und das wäre schon spannend geworden. Wie reagieren die Ultras/MLPT und Teile der Ausgliederungsgegner auf die 80,19 % Jastimmen? Wie verarbeiten Sie, dass Sie demnächst eine GmbH und KoGA anfeuern? Wie empfangen Sie die VfL-Mannschaft, die Samstag irgendwie unbeteiligt wirkte, Anna Castroper? Was sagt der Kambodschamann zu Groupies?

Als man als Contra-Ausgliederungsaktivist noch die emotionalen Wunden leckte, im Kicker ein Interview mit 91-Tage-Trainer Atalan laß, da verbreiteten sich Gerüchte in sozialen Netzwerken über die Entlassung des unerfahrenen Übungsleiters, die sich kurze Zeit später bestätigten. Bochum ist nicht Lotte, aber beides ist Wetfalen.

Der VfL hatte 9 Tage nach dem 0-3 in Kiel und zwei Tage nach der JHV den Trainer entlassen. Es war die zweite Trainerentlassung in drei Monaten an der Castroper Straße 2017. Der knurrige Holländer ging, dann der sympathische, aber überforderte Kurde auch und beide wurden wie der Marler Peter Neururer von Hochstätter geholt - und gewohnt kühl abserviert. Menschlich ist anders. Dazu wurde noch Captain Bastians zwei Wochen suspendiert, weil er als Reaktion auf ein falsch serviertes Essen (als Laktoseintolenranter kriegte Felix wohl Butternudeln), Hochstätters Sohn, den Praktikanten, an maulte und vor dem Team bloß stellte. Nun wurde es skuril. Was macht Hochstätters Sohn als Praktikant beim VfL so - und warum reagierte Bastians darauf so allergisch (Hammerwortspiel!)? Als Biologe vermute ich wie einige Fachleute, die Lactoseintoleranz ist der Normalzustand (genetisch), die Verträglichkeit auf Milchzucker eine Mutation aufgrund von 10.000 Jahren Milchwirtschaft in Europa. Kommt Bastians eigentlich aus Asien, wo die Lactosetoleranz zu Hause ist?  Sorry, der Gag musste mal raus. Seid ihr auch zu zufrieden wie ich? ;-) All das wurde auf einer PK am Dienstag gesagt, die JHV muss sich mit dem profanen operativen Geschäft nicht befassen.

Also nun muss man sich aber richtig Sorgen machen um den VfL. Es ist und war am Ende richtig Isi, gehen zu lassen, der Mann fand keine Balance, kein Konzept für unsere verwöhnten Spielerseelen, die nicht gerne um 6.00 Uhr aufstehen, um zum Spiel zu fahren. Das gibt eigentlich die goldene Azuoaghmedallie für besondere Pussies. Die Entlassung war wohl ebenso notwendig wie die des sozial unverträglichen, aber taktisch brillianten Gertjan.

Und wer kommt nun, nach Verbeek, Atalan,…. Rolf Schaftstall? ….Toppi? ….Reichstrainer Otto Nerz? Nun, kolpotiert wurden Schubert, Kauczinski, Luhukay, Weinzierl, Hyballa, …Außenseiter sind Effe und Lothar M. Es darf spekuliert, gehasst und gepöbelt werden. Die Wut kocht hoch in Bochum.

Dass die VfL-Spieler in dem Sinne eine Mannschaft sind, dass sie in ihrer hohen Sensibilität zusammen passen, ist nur üble Nachrede. Genauso wirkten sie auf der JHV, wie verwöhnte Bubis. Hochstätter ist nach falsch geholten Spielern im Vorjahr, dem geplatzten HSV-Wechsel, den zwei Trainern und dem 13. Platz zum Erfolg verdammt, auch sehr persönlich. Sonst kommt der Peter als Sportdirektor, der Funny als Co-Trainer und Legat als Chefcoach, damit man richtig durchdrehen kann.

Ruhig war gestern, der VfL geht kurzfristig turbulenten Zeiten entgegen, obwohl eigentlich die Weichen für eine erfolgreichere Zukunft gestellt wurden. Das ist paradox, da helfen nur die berühmten Siegesserien. Aber mit diesem Team?

Unser CB-Banner “Aufstieg 2018″ können wir zu Merkels “Wir schaffen das hängen!” und gegen den SVS hab ich Angst vor so ziemlich allem. Am liebsten würde ich im Bett bleiben und mich weigern aufzustehen.

Ach nee, dann wäre ich ja Spieler des VfL.

Am Ende muss ich mich entschuldigen, bei den Sängerinnen der russischen Band Pussyriot. Die sind alles andere als verwöhnt und ich werde sie nie wieder mit Fußballprofis vergleichen.

Den Latte nehm ich Samstag Kaffebecher 0,5 Liter, Milch- und Lactosefrei, also Bastians-Style, im Block A. Wetten?

Tom;CB’93

Das Danach

7. Oktober 2017

Selten war ich so positiv überrascht vom VfL wie heute auf dieser denkwürdigen JHV 2017 in der Jahrhunderthalle Bochum. Also, die größte Sensation aus meiner persönlichen Sicht waren die über 2700 anwesenden Mitglieder der ca. 6800 “echt” Wahlberechtigten (von 10.320 theoretischen?) Mitgliedern des VfL. Man stand echt etwas Schlange, wo sich sonst bestenfalls 700-1000 Leute im Audimax der RUB verlieren. Man merkte, heute ist ein wichtiger Tag für die Zukunft des VfL Bochum.

Waren die Vorbereitung der JHV - und das Pro und Contra zur Ausgliederung - zunächst Musterbespiele an idealer, gelebter Demokratie und Diskussionskultur, war es die Veranstaltung JHV 7.10.17 von Seiten der Pro-/Contra-Gruppen dann nicht so wirklich.

Logischerweise setzte die “EchtVfL”-Kampagne auf gute Argumente, persönliche Überzeugungsarbeit und einen entschlossenen Block an Neinsagern - und sie erreichte dieses sehr gute Teilziel, 533 Neinstimmen, das ist ein dickes Brett an NEIN!  Durch die sehr hohe GEsamtbeteiligung (ein Wortwitz des Schreibers), nämlich über 2707 Mitglieder, davon 2158 Ja-Stimmen und 16 Enthaltungen (plus eine ungültige Stimme), entschieden sich exakt 80,19 % der anwesenden Mitglieder für eine zunächst 20-25%-Ausgliederung der Profis und A-Jugend in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Auch wenn da Münchener dabei waren, es war eine Bochumer Entscheidung. Von Gelsenkirchen wollen wir hier nicht reden.

Das ist eigentlich ein ordentliches Ergebnis, mit dem beide Seiten sehr gut leben könnten, aber eben nicht taten. Wenn man emotional - und auch sonst wie (ideologisch) - die Ausgliederung total ablehnt, wie z.B. die Ultras Bochum, MLPT oder affine Gruppen sowie Einzelpersonen: Sie, die UBs, standen auf, 180 Leute gingen demonstrativ raus aus der Jahrhunderthalle und viele blieben auch ruhig dabei. Aber manche pöbelten, einige wenige: ”Wer von denen war denn in Kiel?” und dann flog ein bis drei Böller im Saal (und detonierte heftig) und einer verletzte einen Ordner leicht. Draußen ging noch was zu Bruch, man sah auch Rauch, ein echter Stadionabgang, der irgendwie garnicht nicht hierher passte, aber auch ein Ausdruck von viel Frust über das 80%-Ja-Ergebnis war - und über “eine Finte von Engelbracht”, der dem fleißigen Simon vor seiner Gegen-Rede mit den angeblichen Mitgliedsanträgen von Schalkern provozierte und etwas aus dem Konzept brachte. Das wiederum wurde als sehr unfair aufgenommen, aus Sicht des Vorstandes war das bestimmt “clever”, aus Sicht der Gegner der Ausgliederung wenig koscher.

Gerrits emotionales Statement tat sicher auch nicht wirklich was dazu, für Unentschlossene Argumente gegen die Ausgliederung zu finden, es gab Buhrufe und der Niederrheiner war “on fire”, aber ohne den möglichen argumentativen, roten Faden. Hugo Fiege war der solide Geschäftsmann und es folgten einige andere gute Redner.

Der schroffe Abgang der Ultras lässt erahnen, da kommt noch was nach, das war es noch nicht. Der vermeintlich gute (oder schlechte?) Tag für den Verein hatte so ein unwürdiges Ende, was als “technische Störung verkauft wurde”, was aber nach Tumult roch. Es gab Pfiffe und Buhrufe nach dem Abgang, nun ja ist keine Oper.

Ich wurde noch von einem 16 Jährigen als “größter Hurensohn hier” tituliert, der wusste wohl, ohne meine Mutter zu kennen, das ich mit am Ende mit Ja gestimmt hatte - wie 2152 andere. Das nenn ich mal Fachkenntnis im Schulalter. Aber im Ernst, ich fand es schade, dass Simon und Gerrit ihre theoretischen reichlichen Chancen nicht nutzen und ihre zahlreichen, guten Argumente gegen die Ausgliederung nur etwas unvorteilhaft nach einer Reihe Ja-Rednern brachten, sodass man letztendlich  - wie erwartet - ein klares Ja zur Ausgliederung bekam. Der tiefe Frust der Verlierer der Abstimmung offensichtlich tief saß, man ging mit Knalleffekt. Vielleicht war es für den VfL auch ein guter Tag, wer weiß das schon. Das wird man in 5-10 Jahren sehen.

Ich würde mir wünschen, dass man da auf den legendären UFZ hört  - und dass “wir alle VfL’ler” sind und dass “Ja und Nein” als eine persönliche Wahlentscheidung betrachtet werden wird und nicht als eine Glaubensfrage ”und man nun Religionskriege führt”, wo keine sind. Aber ich habe Zweifel.

Man kann als 16 Jähriger Mist machen, keine Frage, aber dann ist auch irgendwann mal gut. Aber eins ist mal klar, dieser VfL bewegt die Menschen (siehe Aufkommen an Mitgliedern) und es wäre wirklich schön, wenn das die Spieler auch mal mitkriegten. Kiel kotzte auch heute am meisten ALLE an.

Perfekte Orga, viele echte, alte VfL’ler, viele nette Leute getroffen, das Ende war sehr sehr schade, vor allem, falls die Ultras sich da nun in was verennen. Da geht vielmehr zu Bruch als Glas. Und dabei hat Kevin doch seinen Kampf gewonnen.

Tom; Ja-Sager Commando’93

P.S.: Gruss an meine Ex-Gerther Mitspieler Arndt M., Denis Millner, dazu an den Klüngler Julian und Florian H., meinen Fahrer, sowie den Kambodschamann und Dirk W.