Der brennende Dorn(e)busch

8. September 2017

1 Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinten in die Wüste und kam an den Berg Gottes Horeb. 2 Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und als er sich umsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer, und der Dornbusch ward doch nicht verzehrt. (5. Mose 33.16) (Apostelgeschichte 7.30) 3 Da sprach Mose: Ich will doch hinzutreten und diese große Erscheinung besehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt! 4 Als aber der HERR sah, daß er hinzutrat, um zu sehen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich! 5 Da sprach er: Komm nicht näher herzu! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehest, ist heiliges Land! (1. Mose 28.17) 

Nun, für die weniger bibelfesten unter Euch, heißt das, kurz sehr vereinfachend erklärt, Gott offenbart sich durch “diesen brennenden Dornebusch” Moses, um ihn und damit das Volk der Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens heim zu führen.

Ich hoffe, ich hab jetzt keine Religionswissenschaftler an den Hacken, die Zeugen Jehovas oder Opus Dei, aber ich muss auch sagen, Gott hat sich mir noch nicht - und beim VfL schon garnicht - offenbart; obwohl es bitter nötig wäre, um uns mal aus der Knechtschaft der 2. Liga zu führen, aber das ist was anderes. Ich hab auch nie einen brennenden Dornebusch (schon garnicht ums Stadiongeschehen) gesehen und das wäre ja auch heutzutage ziemlich teuer für den Heimverein oder?

Morgen kommt Dornbusch für Riemann ins Tor, einen Wechsel, der nach Bielefeld wahrscheinlich war und nun also durch einen Muskelfaserriss zustande kommt. Kismet. Atalan kann also was testen.

Ok, ein neuer Versuch des VfL auswärts zu siegen am Sonntag, Eisfeld fehlt irgendwie im MF, aber seine Anfangslethargie hat er auch dieses Jahr. Insgesamt ist die Euphorie 4.0. nach dem ersten Sieg gegen Dresden wieder groß an der Castroper und Hochstätter hat mit Sam und Tesche die zurückhaltenden Fans erneut aus der Reserve gelockt. Sie glauben wieder an die Möglichkeit oben anzugreifen, nachdem ein Fehlstart mit einem Punkt aus drei Spielen viele blau-weiße Träume zerstörte.

Einige Verletzte aus dem VfL-Lazarett wie Haudegen Fabian und Neue wie Ex-Star-Sam sind im Kader für Darmstadt fest eingeplant. Und sie nähren die Hoffnung der Fans (…und von Lothar Woelk, wo wir bei Haudegen sind), dass es doch noch was mit oben wird. Dazu scharren Tesche, Diamantakos und Saglam mit den Hufen, zu der ersten Elf zu gehören. Klar, die die verletzt sind, können zur Zeit kein Druck ausüben. Aber jeder im Kader weiß, Isi hat noch was in der Hinterhand, wenn man in Darmstadt wie 2015 unter Verbeek den Kampf nicht annähme und verlöre. Dornebusch, Fabian, Sam werden also ihre Chance kriegen, Mlapa nicht mehr, der hatte genug Chancen, von seinem Chancentodimage wegzukommen und ist nun in Dresden die neue Hoffnung.

Aber das war Sam auch mal in Schalke, in Darmstadt und nun eben bei uns. Warten wir es ab und fahren wir in die Stadt der Wissenschaft und flücken wir uns die Lilien.

Dazu ist die Stimmung nach der Länderspielpause gut, das Bochumer Team könnte als Einheit bei den Altstars gespickten Fringsjüngern siegen. Klar, Sulu, Großkreutz, Altintop, Platte - das ist viel Routine, Kampfkraft, Testosteron bei den Lilien und da hilft nur kühler Kopf, aber gleichzeitig muss man brennen für den Auswärtssieg. Am Böllenfalltor hat man 1981 und 2015 nicht gewonnen, an 1978 kann ich mich nicht erinnern, also klar, die Hessen sind ein Statistikloch für uns.

Wir werden nicht gleich Gottes Hilfe brauchen übermorgen, wir müssen uns eher selbst helfen und damit meine ich nicht die 750 Bochumer Awaysupporters, sondern die Spieler der ersten Elf müssen sofort hinten eng und konzentriert stehen, agressiv vorne pressen und dann ihre Chancen eiskalt verwandeln. Gerrit S. würde sagen, wir müssen einfach geile Ficker sein. Nun, ich glaube, wir Bochumer wachsen in unsere neue Situation rein, aber es dauert noch etwas und Sonntag schrammen wir knapp an einer Niederlage vorbei.

Mein Tip wäre ein 2-2 in Darmstadt, ohne den Neusser, ohne Strohengel, ohne Lametta und Bling bling. Einfach Fußball und dann fahren wir hoffentlich entspannt mit 4 und einem halben Mann nach Hause.

Die Statistik von den Gurus von VfL4u:

Tesche bleibt ebenfalls in Bochum. Janelt, Bandowski, Eisfeld, Riemann verletzt.

Sonntag, 10.09.17, 13:30 Uhr, Merck-Stadion am Böllenfalltor

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 in Stuttgart im März)
Assistenten: Christian Bandurski (Oberhausen), Patrick Kessel (Norheim)
4. Offizieller: Nicolas Winter (Scheibenhardt)

Die letzten Spiele gegen Darmstadt: VfL - SVD 1:1 (17.10.14; Forssell; Bregerie), SVD - VfL 2:0 (05.04.15; Bregerie, Balogun)

Voraussichtliche Aufstellungen:
SVD: Heuer Fernandes - Holland, Sulu, Höhn, Sirigu - Großkreutz, Kamavuaka (Stark), Marv. Mehlem, Ham. Altintop, T. Kempe - Sobiech (Platte)
VfL: Dornebusch - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - Saglam (Merkel/Fabian), Losilla, Stöger - Sam (Wurtz/Diamantakos), Hinterseer, Kruse

Echtes Gewinnen

27. August 2017

Also, als das finale 3-2 durch Hinterseer fiel, in der 88. Minute, da war der Jubel schon ordentlich im weiten Rund des ewigjungen Ruhrstadions. Im Block A, B, C und D, in der vollen Ost, auf der Haupttribüne, selbst im Boby Bolzer Block, lagen sich die Menschen (und ihre Buddies) in den Armen. Ich bekam einen “griechischen  Klapps” und dann hörte ich noch, der Titel von heute solle “Gangbang” heißen. Nunja, wenn Fehler und Tore heute Sexpartner gewesen wären, dann wäre das zumindest ne fette Party gewesen, ein Gangbang für den Kopf.

Und es war eine abwechselungsreiche Partie, die Bochum bei strahlendem Sonnenschein und guter Laune begann, trotz aller Bedeutung für Atalan und seinen VfL. Das Angriffspressing der Bochumer, so hatte es auch Uwe (nicht der Michael) Neuhaus erwartet, war heftig und die Dresdener kamen kaum hinten raus. Bochum war zehn Minuten die von Atalan geforderte Pressingmaschine, dann kam Dresden einmal vors Tor, zack, bumm, 0-1. Ein erster Konter der Sachsen, durchgespielt auf rechts, schnell gelöst und Überzahl geschafft. Dann auf rechts durchgespieltm die 40 der SGD und in die Mitte geflankt. Riemann konnte nichts tun.

Doch Bochum war nur kurz geschockt, musste einen weiteren Angriff überstehen, dann spielten die Castroper wieder und Bastians machte schnell das 1-1. Doch nun setzt der VfL weiter nach, weil der Kaptain die Sache auf Null gesetzt hatte, wollten die Bochumer nun das 2-1. Ein Dresdner foulte ziemlich offensichtlich und Bibi Steinhaus gab den Elfer. Die Frau hat bis auf eine Szene übrigens top gepfiffen, sie ist schon mal bereit für die Bundesliga. Bastians war bereit für den Elfer und verwandelte unten rechts, obwohl der Torwart der Dynamos die Ecke ahnte. Doch nach 30 Minuten 2-1 führen, das sollte dem Heimteam die Möglichkeit geben, sich etwas zurückzuziehen und zu kontern. Bis zur Pause klappte das ganz gut, doch das 3-1 fiel nicht.

Dann, ich denke mal nicht, dass Atalan seinen Spielern Valium gegeben hat, machte Bochum 30 Minuten nur das, was nötig war, das 2-1 zu verwalten. Aber der verletzungsbedingte Verlust von Eisfeld und Soares allein kann es nicht gewesen sein, der diese schlimme Passivität des VfL hervorgerufen hat. Das 2-2 fiel hochverdient und nun standen alle Sonntagsspiele remis.

Aber diesmal erzwang der VfL sein Glück, hatte Glück, dass Hinterseer der Ball vor den Fuß fiel. Der donnerte ihn ins Tor. Der Jubel war cool, die Erleichterung groß.

Dresdener Fans rollten ihre Banner ein, sie hatten sich für die Tour akreditieren müssen und personalisierte Tickets geholt. Die UD boykotierten dies, daher fuhren nur 1000 Menschen frustriert nach hause, so wie wir Dienstag.

Und wir jubelten, also Benno und der Kambodschamann waren im Urlaub, aber sonst lag sich der Block A in den Armen.

Der erste Sieg, gute Sache, bestelle ich gegen Darmstadt nochmal. Da wird Mlapa vielleicht grundsätzlich nicht mehr zu Kader gehören. Ihn haben wir heute nicht vermisst, Wurtz kam an seiner Stelle für Kruse.

Aber nein, so gehen wir Bochumer beruhigt in die Länderspielpause und im September gibt’s SVD, FCI und den Club sowie am 12. Spieltag die Fortuna.

Vielleicht brauchen wir Patient sein Banner doch noch….

Maybe Baby…

Vergessen wir die Art und Weise, wie wir in der 2. Hz starteten.

Tom, CB;93

P.S.: Gruss an Taischak, komm öfter mal in den Block A

Echtes Verlieren

24. August 2017

Als VfL-Fan hatte man eigentlich einen guten Saisonstart. Man konnte einen 1-6 Sieg in Wattenscheid vor seiner Pleite sehen (REWE Mokanski steigt wohl auch aus, sagen Insider!), ein relativ tolles 2-2 gegen den BVB, dann kam Pauli (dritte volle Hütte in Serie!), man fuhr mit 3.500 nach Duisburg und dann nach Bielefeld, Fußballfanherz, wat willste mehr?  Nun, eigentlich ein Fantraumstart für old school Liebhaber, wäre da nicht ein mickriges Pünktchen mit einem Tor eines Bandowski, Ergebnis Platz 15.

Einen Klassischer Fehlstart legt der VfL hin, einen der punktemäßig schlechtesten Starts seit langem. Naja, 2010/2011 startete man auch schwach und Funkel holte mit dem 3. Platz die Relegation gegen Gladbach mit einem furiosen Schlussspurt raus. Ich erinnern mich an ein 1-2 in Osnabrück, Maltritz macht das Siegtor.

So gut waren wir auch vor 2 Jahren nicht, als Verbeek eine tolle Truppe formte und man am Ende 5. wurde. Vom Kader her schien dieses Jahr ähnlich viel drin zu sein - wie 3. oder 5., Kruse, Diamantakos und Hinterseer sowie Soares wurden geholt. Für Bochumer Verhältnisse wurde ein Team her gezimmert, dass sich sehen lassen kann und es keimte eine ungewohnte Euphorie auf an der Castroper. Diese Euphorie war aber nicht nur kadermässig begründet, sondern nährte sich vor allem aus der Sehnsucht, endlich mal wieder nach 2006 aufzusteigen. Dann es fehlte der echte Topfavorit und der knurrige Trainer wurde kurzerhand nach dem Trainingslager entlassen, der Neue schien “frisch, fromm, fröhlich” frei loszulegen - und man montierte Punktelieferant auf die Gästebank. Das musste in Bochum ja schiefgehen.

Dann kam Sankt Pauli und man spielte ein 1. Halbzeit wie auf Valium. Man verlor verdeint und alle guckten blöd. Gegen Duisburg spielte man verbessert 1-1, doch dann in Bielefeld spielte man ziemlich gut und verlor überraschend  0-2. Der Torwart hatte einen rabenschwarzen Tag, die Stürmer zielten wie betrunkene Elche - kein Tor aus 23 Chancen. Der Fehlstart ist da, keine Frage, aber ist das Potenzial des Teams so falsch eingeschätzt worden? Kam der Trainerwechsel zur Unzeit? Ist der neue Trainer zu nett für abgezockte Profis? Braucht es nur Zeit, damit die Siegesserie kommt, die uns nach oben spült? Ehrlich, dass weiß ich nicht, dass wisst ihr nicht, das weiß nicht mal Lothar Matthäus oder Totto Legat!

Sonntag kommt der Ostkultclub Dynamo Dresden, ein starkes Team aus der Vorsaison, und die Sachsen sind mit einem Aderlass belastet, wie wir im Vorjahr. Daher backt das Team von Neuhaus kleine Brötchen, verlor 0-4 gegen SVS.

Sonntag kommt der 11. zum 15., vermutlich kommen 15.000 Fans und es geht für das Team von Atalan darum endlich zu punkten, um Sicherheit zu gewinnen. Das Torschußtraining wird ein Wort sprechen, die Torwartfrage wird anzusprechen sein und die Abwehr muss schnell stabilisiert werden  - ohne Perthel, Celozzi, Fabian und Gyamerah.

Das alles muss schnell passieren, denn der Bochumer Herbst ist ein dunkler Mythos. Isi wurde von Hochstätter schon an seine Aufgabe, die größer ist als Lotte, erinnert. Echtes Verlieren ist eigentlich vor der Länderspielpause verboten.

Aber was heißt das für Sonntag ab 13.30 Uhr? Beide Teams werden nicht locker oder frei sein, verlieren ist für den VfL noch mehr verboten als für die Dynamos und ihre berüchtigten Fans.

Bochum verlöre nicht nur drei weitere Punkte, die gute, meinetwegen, zu euphorische Anfangsstimmung, wäre tot wie die SG Watenscheid 09. Und das zweite Problem wäre, vor einer möglichen Abstimmung zur Ausgliederung müsste Hochstätter Atalan entlassen und so seine Kompetenz in Frage stellen. Soll man nun einen solchen Verein, besser seine Profis ausgliedern? Das hat eigentlich nichts miteinander zu tun, würde aber vermengt werden.

Dazu kommt, eine Niederlage gegen die Faust des Ostens, würde den Aufstieg weiter weg erscheinen lassen als je zuvor. Die Ambitionen würden sich dann auf den Klassenerhalt fokussieren, viel zu gut für diesen Kader.

Stiepermann, Wydra, Weilandt und Canouse gebe ich ja nicht ab, wenn ich im grauen Mittelfeld mitspielen will.

Mein Tip, der Knoten wird irgendwann platzen. Sonntag drehen wir ein 0-1 und siegen 2-1, Soares, Hinterseer.

VfL: Riemann (Dornebusch) - (Soares), Bastians, Hoogland, Leitsch -  Losilla, Saglam, Eisfeld - Bandowski Stöger/Merkel/Gündüz, (Diamantakos/Wurtz/Mlapa), Hinterseer, Kruse

Aufstellung SG Dynamo Dresden: M. Schwäbe, S. Gonther, P. Heise, F. Ballas, N. Kreuzer, M. Konrad, M. Hartmann, R. Benatelli, P. Möschl, E. Berko, L. Röser

Tom,CB’93

Saublöd

22. August 2017

Der Gesang “Kühe, Schweine Bielefeld” blieb den 2400 Bochumfans nach dem 2-0 der Arminen gegen ihren VfL im Halse stecken. Eine total unnötige Niederlage fing sich der VfL gestern ein - und sie machte den Fehlstart mit einem Punkt aus drei Spielen perfekt. “Heute noch auf hohen Rossen, morgen durch die Brust geschossen!” dieser alte Mottospruch des seligen Heinz Formann bewahrheitete sich gestern auf der Alm.

Bochum begann sehr strukturiert, ballsicher und spielte 20 Minuten flott und munter, zeigte eine Idee von Fußball unter Atalan, aber wenn es in den Strafraum ging, ließ man Ortega weitgehend unbeschäftigt (nur 5 von 23 Schüssen kamen aufs Tor). Riemann beendete die Bochumer Dominanz mit einem spielentscheidenden Fehler. Das 1-0 durch Bochumkiller Vogelsammer machte die biederen Ostwestfalen sicherer, die vorher nur versucht hatten unseren Neuling Leitsch zu verunsichern, das war neben Kampf, Kloppen und Rennen, die einzige Spielidee der Spieler von Jeff Salbene. Aber das ist durchaus legitim, im Abstiegskampf so seriös, realisitsch und an den eigenen Fähigkeiten orientiert zu agieren. Und das folgende 2-0 gab den Bielefeldern recht und katapultierte den Papierfavoriten auf Platz 15. - und machte uns endgültig zu Papiertigern. Dass Bochum nun hinten wackelte, kann man nicht nur auf die Verletzten Perthel, Celozzi, Gymerah und Fabian schieben, aber eben auch. Riemann hatte einen rabenschwarzen Tag in Pink, vor mir rief einer “du rosa Schweinchen”. Ich bin ganz froh, dass der Kambodschamann nur bei Heimspielen neben mir sitzt, ihm wäre sehr viel dazu eingefallen. Ich meine aber, dass Bochum nun viel weniger einfiel als in der Anfangsphase und es sah immer noch nicht nach einem Bochumer Treffer aus. Vielleicht sollte man Trump die Schuld an der Situation geben.

Der Präsi des CB’93 und ich sind 1989 mal von der derselben Pommesbude in Hiltrop zum Spiel gestartet, ich glaube, auch damals haben wir in Düsseldorf nicht gewonnen. Diesmal hatten wir die bessere Spielidee, der Ballbesitz, die Laufwege, die Ecken und Torschüsse, all das war statistisch auf unserer Seite, aber weder der letzte Killerinstinkt, noch das Glück waren auf Bochumer Seite. Die bodenlose Dummheit, auch da waren wir am Montagabend den Bielefeldern vor raus.

In der zweiten Halbzeit lies Isi die Orangenen erst mal beisammen, aber ihre Pässe waren jetzt nicht mehr so präzise wie zum Spielbeginn. Musste in der voringen Halbzeit der Linienrichter Hinterseer zweimal zu unrecht zurückholen, kamen nun viele Pässe in die Spitze nicht an. Viel Stückwerk  - und Bielefeld war trotz 2-0 Führung und Tabellenspitze nicht in der Lage, sich “wie ein Spitzenreiter zu zeigen”. Neun Punkte für die Cheruskernachkommen und null Punkte für die Schanzer, einen Punkt für Bochum, die Tabelle der Zweiten Liga wirkt zZ paradox.

Riemanns Doppelbock (?), die mangelnde Schusspräzision der Stürmer, die letzte Überzeugung das Tor machen zu wollen, erwirkten bei manchem Gästefan den Eindruck, die Spieler, die sich für potentielle Aufsteiger halten, aber es nicht durch Zweikampfstärke (Kopfballduelle) untermauern können wie Frings Darmstädter, haben nicht den letzten Biss. Ich kann das noch nicht sehen.

Hochstätter machte den Spielern dann daraus keinen Vorwurf, auch weil er weiß, wie sensibel Profigemüter sind. Nun draufschlagen, demontiert den von ihm zur Unzeit geholten Coach und letztendlich ihn selbst, der in der letzten Transferperiode wenig Glück hatte (Weilandt, Wydra, Cannouse, Stiepermann usw.).

Alle, Trainer, Sportdirektor - und wir Fans - hoffen nun auf eine Wende gegen die leergekauften Dresdener.

Wollen wir nicht die ganze Anfangseuphorie, die vielleicht auch hier etwas vorschnell war, begraben, müssen wir die Sachsen schlagen. Es heißt, die Seelen der Spieler zu streicheln, Konzentration und Selbstvertrauen zu fördern, damit sich dringend benötigte Resultate einstellen. Und Torschusstraining wäre mein Vorschlag.

Aufstiegsträume könnten so schnell im Bochumer Herbst zu Abstiegsgespenst werden und das wäre verrückt wie eine Saison bei 1860.

Ich will hier garnicht spekulieren, wie eine Ausgliederungs-JHV aussieht, wenn wir eine Hinserie wie Pauli oder der FCN im letzten Jahr hinlegen.

Bielefelder können nun bis zum Wochenende ihre Tabellenführung feiern und wir unsere Wunden lecken. Sonntag, das sag ich Euch, müssen endlich drei Punkte her.

Und wem sag ich das, das letzte Spiel ist immer vor dem nächsten, aber das ist diesmal wahrer als sonst.

Und die vielen Wenn’s nutzen uns das nicht, ich sag nur “Wäre, wäre, Fahrradkette!” und keiner heißt REWE mit Vornamen.

Tom;CB’93

P.S:: Gruss an meine Frau, die mir den Rücken freihielt, damit ich das “Topspiel” in Bielefeld nicht im TV sondern live sehen konnte

Scheiß DSC - scheiß DfB - oh je minee - hö?

18. August 2017

Während ich diese Zeilen schreibe, gucke ich im TV wie ihr Bayern gegen Bayer - und die Bajuwaren führen 2-0, man ist versucht, ihnen vorab schon zur xten deutschen Meisterschaft zu gratulieren. Da hallen die üblischen  ”Scheiß DFB”-Wechselgesangrufe durchs Stadion und “psycho bitch”-Heiko Herrlich wird vielleicht in der Halbzeit einen Eimer durch die Kabine treten und Osterhasen wiedererkennen. So weit, so normal, Business as usual. Aber eigentlich wäre ich nervös wegen Montag. Arminia Bielefeld gegen Bochum, da wäre ich heiß wie Frittenfett aus der Bude am Stadion.

Ich fühle mich für dieses Spiel merkwürdig sediert, denn es ist ein Ost-West-Westfalenderby, doch die Spannung für diesen persönlichen Klassiker baut sich noch nicht so richtig auf. Das liegt nicht am Protest “Gegen den modernen Fußball!” (nee, hallo wir reden über Bielefeld!), an einer Katharsis (sich reinigen vom Konsum!) oder an meiner veränderten persönlichen Situation zum “Girls Club United”, sondern an der etwas speziellen Situation beim VfL zZ. Ich war, wie viele VfL-Fans, etwas zu euphorisch als Atalan kam, wurde schnell von meiner lila Wolke runtergeholt. Staune wie schnell Hochstätter den Trainer in die Pflicht nimmt (wie wäre das bei Verbeek gewesen?). Das Stimmungsspiel in Bochum kenn ich ja, gerade gegen Bielefeld passiert das auch, dass man sich kurzfristig motiviert. Nicht nur ein 2-1 auffa Alm ist mir in sauerer Erinnerung-  mit einem Vogelsammer, sondern auch ein 1-4 zum Maiabendfest 2014. Bäh. Aber ich kenne auch ein furioses 1-2 mit/durch Mamic, ein 1-3 oder ein 0-5 im Pokal. Bielefeld rockt sich oft für uns Bochumer, guter Block, echte Derbystimmung und man ist ja gegen “die Macht aus Ostwestfalen” oft nicht fußballerisch chancenlos.

So wird es auch zum Wochenstart sein, Bochum kommt ohne die Verletzten (Fabian, Gyamerah, Perthel usw.), aber mit einem Erfolgserlebnis aus dem Pokal, aus dem die Arminia rausflog.

Die Elf von Jeff S. scheiterte an Düsseldorf, an uns scheiterte Nöttingen. Negativ gesehen sind wir Bochumer nach einem Fehlstart gegen Pauli selbst gegen die Hammerwerfer von der Wedau nicht in der Lage gewesen, 90 Minuten Fußball zu spielen. Und dann haben wir gegen einen Fünftligisten nur 60 Minuten seriös gespielt. Das Team geht mit dem Druck falsch um, Isi, der Nette, kriegt die Saubande nicht in den Griff.

Positiv gesehen wurde es von Spiel zu Spiel etwas besser, dazu kommen noch ein paar Spieler dazu, faule Eier wurden aussortiert und in Bielefeld - und gegen Dresden - platzt der Knoten dann auch, die Stimmung ist jetzt schon besser als im letzten Jahr.

Was ist da wahr? Schwierig, so früh ein Fazit zu ziehen, tödlich zu urteilen, bevor man 10 Spiele gespielt hat.

Montag ist der VfL leichter Favorit, aber nur, wenn er als Team nicht wieder den Start verpennt, seriös arbeitet und Atalan seinen Grip auf die Elf findet.

Hochstätter steht nach der vom Zeitpunkt ungewöhnlichen Trainerdemission unter Druck und sollte den nicht zu sehr an den Ex-Lotter weitergeben.

Bochum gegen die in der Liga erfolgreichen Ostwestfalen, da spielt der Papierfavorit gegen die unter Jeff Sabene extrem erfolgreichen und beweglichen Externsteine und das auswärts.

Ich hab mich warmgemacht und hoffe, dass ich selbst live dabei sein kann, wenn Bochum den Bock umstößt.

Tom,CB’93

P.S.: Grüsse an Berne

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Hoogland -  Losilla, Saglam,Eisfeld - Bandowski Stöger/Merkel/Gündüz, (Diamantakos/Wurtz/Mlapa), Hinterseer, Kruse

Langweilig

13. August 2017

Am Freitagabend dachte ich noch, och guck mal, der DFB-Pokal lebt noch. Ich mein, BVB Dortmund war viermal hintereinander im Endspiel, davon “gefühlt” dreimal gegen den Rekordpokalsieger FC Bayern München. Manchmal denkt man, kann man gleich als Finale setzen, der Rest ist eh nur Vorspiel. Samstag lief es genauso, keiner der Bundesligisten gab sich eine Blöße; so war es bis Sonntag nichts Besonderes, als unser VfL beim Fünftligisten Nöttingen - starring in Wildpark - ganz schnell 0-2 führte. Saglam per Kopf, da schliefen die Badenser noch, zum 0-1. Dann in der 3. Minute entschied Hinterseer praktisch schon das Match für den Zweitligisten, 600 Bochumer im Block jubelten hinter dem Stoffdreieck.

Hier verpasste es Atalans Mannschaft vor 2700 Livezeugen nachzulegen, Wurtz traf nur Alu anstatt das 0-3 zu machen. In dieser Phase drohte den biederen Amateuren ein Debakel. Aber Bochums Team fehlte auch heute wieder die Konstanz oder wie Hochstätter es formulierte “die Gier nach mehr!” . Die Werte stimmen meist, die spielerische Überlegenheit ist teilweise sichtbar, aber “ein gutes Pferd springt nur so hoch es muss?” Dann ging man mit 0-2 in Pause und vielleicht hatte unsere Elf die Amateure eben unterschätzt, wie es der Profi so gerne macht oder abgeschaltet.

Das 1-2 durch Brenner per Elfer machte die Partie kurz spannend, auch wenn die Nöttinger in der 1. Halbzeit schon 2 Chancen hatten. Das Spiel der Bochumer wurde nicht sofort besser, erst nach einer Zeit schaltete man hoch. Als die Daheimgebliebenen schon wieder vor dem TV haderten, machte Hinterseer das 1-3 - und macht Blau den Garaus. Weiß (mit Trivago) machte auch das 1-4, wieder Hinterseer, der satt ins Tor einschoss. Bochum in Runde zwei.

Das schönste Tor des Tages machten die Amateure per Freistoß (das schönste Tor des Tages machte ein Bonner gegen Hannove r96), Bochum kassierte indes das 2-4, antwortete postwendend mit dem 2-5 durch Duisburg Torschütze Bandowski.

Pflicht erfüllt, die neutralen Fans gähnten in die Pokalrunde vom Sky  - und Atalan hat wieder 7 Tage, um Mechanismen einzuüben, Verletzte zu reintegrieren und Hinterseer sowie Kruse für die Alm scharf zu machen. Isi wird die Zeit brauchen.

Bielefeld flog gegen Düsseldorf raus und Bochum gewann sein erstes Pflichtspiel 2017/2018, nicht mehr und nicht weniger.

Das Losglück möge uns hold sein, 2018 in Berlin gegen Bayern, das wäre doch was.

Tom, CB’93

Die Gesetze des Pokals

12. August 2017

Eine regnerische Woche vor dem Bundesligastart beginnt der ganze (Geld-/Show-)Zirkus mit einem netten “old -school-”DFB-Pokalwochenende, dann mit der 54. Bundesligasaison, dann mit Länderspielen in der Quali (Tsche/Nor). Ich hab noch nicht ganz kapiert, wie SKY, Eurosport, DAZN, Amazon und Co. das ganze vermarktete Spiel sendungstechnisch “unter das Volk” bringen wollen und dabei die mehr oder weniger sympathischen Sponsoren genug öffentliches Interesse serviert kriegen sollen.

Jedenfalls war es schon spannend, was gestern in Kiel, Essen, Karlsruhe und Zwickau (Ersatzort für Koblenz) gesendet wurde, doch überall wurde gegen den Ausrichter des Pokals schallend laut demonstriert. Von “Fick dich DFB” über durchgestrichene DFB-Zeichen und laute “Scheiß DFB”-Rufe wurde in vier Spielen alles gegen die kommerzielle Ausrichtung der Verbandspolitik gegeben.

In der Zweiten Liga hatten die Fans von Sankt Pauli und Bochum gegen die Eröffnungsshow der Zweiten Liga gnadenlos gepfiffen und nun eskaliert der Streit medial zwischen dem Verband, den Ultragruppierungen als Speerspitze und der Springer Mediengruppe verbal vollends.

Recht unspektakulär ist die Situation an der Castroper Straße: Nach dem Remis in Duisburg und der Auftaktheimpleite gegen St. Pauli muss der VfL am Sonntag nach Karlsruhe in den Wildpark, allerdings nicht zum obligatorischen Remis beim KSC, sondern zu den Nöttingern.

Die spielen zZ in der Oberliga und werden einen unangenehmen, aber machbaren Gegner darstellen am Sonntag. Man spielt leider nicht in deren Ort zwischen Karlsruhe und Pforzheim an der A8, aber der fehlende Underdogcharakter des Ortes Wildparkstadion hilft ja eher dem VfL, das Wetter eher den Nöttingern. Dort in Karlsruhe haben Herrlichs Leverkusener (Danke Heiko für 2010!) den Rasen umgepflügt und wir werden da ‘nen Acker vorfinden.

Atalan wird ohne Eisfeld, Diamantakos, Gyamerah, Perthel und Celozzi auskommen müssen, dafür will er B-Keeper Dornebusch mal für Riemann im Pokal eine Chance geben sich zu zeigen.

Nachdem er gegen Pauli das 3-5-2-1 versemmelte und gegen Duisburg das 4-4-2 wählte, hat er nun im DFB-Pokal die Möglichkeit, den Ernstfall bei Arminia zu proben, unter der Maßgabe gegen die biederen Amateure zu gewinnen.

Oberliga, das ist im Westen Marl oder Schalke 2, da müsste der VfL eigentlich in jedem Spiel siegen. Vor allem vorne müssen sich Hinterseer und Kruse einspielen, damit Mlapa und Wurtz endlich mehr zeigen und Gündüz endlich mal seine Birne einschaltet beim Fußballspielen.

Ich erwarte trotz tiefem Boden und magerer Kulisse (600 Bochumer?) einen angagierten VfL, der diese Pflichtaufgabe löst und im Pokal nicht rausfliegt wie letztes Jahr in Baden, bei Astoria Walldorf. Der Trainer ist neu in dieser Liga (im Pokal mit Lotte erfolgreich gewesen!) und braucht Siege, um in Ruhe weiter seine sportlichen Vorstellungen umzusetzen. Da ist der Knackpunkt.

Im September beginnt der Herbst und mit den Spielen gegen Ingolstadt und Darmstadt hat Bochum dann “echte” Nagelproben. Hochstätter hat viele Mirten wie Wydra, Cannouse, Quaschner, Stiepermann - und bald auch Weilandt - abgegeben und muss nun bei der Personalie Trainerwechsel “kurz vor knapp” Erfolg haben. Vergesst kurz Sam, Ismail Atalan hat einen Kader für oben bekommen.

Dazu braucht Isi Glück, Geschick und einen verletzungsunanfälligeren Kader, mit Celozzi, Gyamerah und Perthel sind drei Problembären benannt und bekannt.

Kriegt Atalan die Kurve gegen in Baden, Ostwestfalen und die Dynamos, dann kann der Bochumer Herbst acuh zum Goldenen Herbst werden, aber geträumt haben wir VfL’ler zum Start genug, nun muss das Team liefern.

Wir es: wir siegen 0-4 gegen Nöttingen. Vergesst also Pforzheim (1989) und Walldorf (2016)!

Daten wie immer von VfL4u (DANKE!):

Sonntag, 13.08.17, 15:30 Uhr, Wildparkstadion

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover, pfiff den VfL zuletzt beim 2:2 gegen Fürth im März 2016)
Assistenten: Franz Bokop (Vechta), Daniel Riehl (Bremen)
4. Offizieller: Asmir Osmanagic (Stuttgart)

Bisherige Spiele gegen Nöttingen: Fehlanzeige

Voraussichtliche Aufstellungen:
FCN: Dups - Kern, Brenner, Fuchs, Walter - Bilger, Braun, Schneider (Kolbe), Bitzer - Gür, Schürg (de Santis)
VfL: Dornebusch (Riemann) - Danilo, Bastians, Fabian, Hoogland -  Losilla, Merkel ,Saglam - Bandowski (Stöger/Wurtz/Mlapa), Hinterseer, Kruse

Die verlorene Chance des Alfred Draxler

11. August 2017

Zuerst mal bin ich Leser der Fußballbild. Dann fühle ich mich als ultraaffiner Leser angesprochen, wenn dieses “Fachmagazin” über Ultras schreibt. Dazu ein paar Gedanken: Die neue Kampagne der BILD, Sport Bild und Fußballbild (mit identischen Artikeln) soll eine Serie sein, die über den “Krieg” des in der Szene unbekannten Dortmunder Rappers “MIKI gegen den DFB” berichtet. Bild sieht sich tatsächlich formal als “neutrales” und “fachkompetentes” journalistisches Format. Das zeugt zumindest von gewissem Humor. Noch weniger ”neutral” als Szenefeindbilder Kind oder Rangnick zu sein, schafft das kommerzpopulistische Organ locker, allerdings hapert es brutal an Szenekenntnis, Interesse für die Sache der Fans und journalistischem Ethos, von Empahie wollen wir garnicht reden. Der als von BILD als Beleg verwendete Angriff der Ultras (?) 96 auf Bunleys “friedliche” Fans sollte einen in mehrerlei Hinsicht stutzig machen. Die Burnely SS (”Suicide Squad” - im besten Fall) suggeriert auch dem völlig unbeleckten, arroganten und uninteressierten Schreiberling, hier handelt es sich nicht nur um friedliche Fans (die sich eher nicht in Coseform ”SS” nennen, wenn sie gemeinsam ins Stadion gehen), sondern besser als Bild informierte HSV und 96 Hooligans wollten offensichtlich nicht zum Plausch eine englandweit bekannte Schlägertruppe treffen. Ob die nun da waren und wenn nicht, warum der 96 Angriff erfolgte und was das alles mit Ultras zu tun hat, weiß nur der schreibende Märchenonkel. ich weiß es nicht, das gebe ich zu. Aber das Konglomerat der Unkenntnis nimmt man als Beleg, dass eine Demo von HSV-Ultras in Osnabrück für “Pyro-Ärger” sorgt. Ein Modeblog von mir zur Mailänder Show wäre sicher genauso qualifiziert zu Size Zero oder zum Magerwahn.

Bild tut genau das, über eigene völlige Uninformiertheit in der konkreten Sache hinwegzutäuschen und “die Stimme des Volkes” zu geben. Sie schreiben - wie immer - irgendeinen in sich unlogischen Mist zusammen. Auch hier behaupte ich, hat Bild total in der Sache unrecht. Die fiktive “Stimme des Volkes”, also der statistischen Mehrheit der Fans des Sportes Fußball, findet den Neymartransfer absurd, mag an Dortmund ebenso den AG-Status nicht, wie den windigen Sponsor Gazprom, lehnt Red Bull Vereine ab, findet Pay-TV um 11.00 doof und und und. Die Liste wäre hier wirklich lang und ergiebig. Und das wäre auch so, gäbe es keine Ultras. Dass die Ultras diese Meinungen bündeln, thematisieren und fokussieren, macht sie angreifbar, weil sie das mit Dingen garnieren, die man locker kritisieren kann. Das macht Bild dann auch. Das bekannt schmierige Vorgehen seiner Journalisten verbindet dann Bild mit dem “supergefährlichen Pyro” (Nachweise über Tote fehlen da ebenso wie der Greenpeacelink zu den supernetten Burnleyfans der Burnley SS), mit Bannern, die nicht okay sein sollen oder sind sowie eben mit dem zugegebenermaßen schwarzmartialischen Auftreten der Ultras.

Das Feindbild der Zeitung neben ISIS, RAF und Bushido ist fertig. “Die Ultras” kommen dabei nie zu Wort und haben als homogener Block eine Email geschrieben, die dann zitiert wird. Das ist so glaubhaft, als behaupte man, dass man mir für diesen Artikel den Pulitzerpreis geben wolle, aber es sei mir nur geheim per Email zugespielt worden. Ja nee, ist klar.

Die Pyrostrafen sind als Vertragsstrafen teuer für den jeweiligen Verein (das kann man selbstredend kritisieren), das wird als Beleg angeführt, dass diese Fans sich als “selbstgewählte Elite der Fans” fühlen und dem Verein nur schaden. Stimmung, Choreos und Organisation einer Subkultur wird nicht angesprochen, nicht mal kritisch. Die interne Diskussion in Bochum zur Ausgliederung der ersten Mannschaft als eine KG auf Aktien wird von den Leuten beider Seiten sehr sachlich, friedlich und zielorientiert geführt. Das ist eigentlich, egal wie man da denkt, ein Musterbeispiel wie Demokratie funktioniert, auch und eben mit Ultrabeteiligung. Da interessiert sich BILD null dafür, auch weil u.a. ihr Fachredakteur Joachim Droll in Bochum auch ohne Verbeek unerwünscht ist und weil man sich wirklich in eine Materie einarbeiten müsste. Da ist offensichtlich zu schwierig in der Schwarz-Weiß Welt eines Boulevards, das ausspielen will und möchte.

Der Brief der Ultras ist so klein gedruckt, dass man ihn nicht lesen kann, dafür ist das Bild von Vermummten 50 % der Seite 3. Getreu dem Motto, was Draxler sagt - und vermutlich auch noch demnächst auch Wagner  - ist so inhaltsleer, dass es nicht mal für das alte Feindbild der Achtundsechziger, Springer taugt.

Nein, das überraschende ist, dass man damit Geld verdienen kann. Dagegen ist Neymar unterbezahlt.

Und am Ende, zum xten Mal vertun diese Gazetten die Chance, sich ernsthaft, seriös und fachkompetent zu zeigen, nicht manipulativ, oberflächlich, uninformiert….

Eine verlorene Chance…

Tom;CB’93

Jetzt kann wieder geuunkt werden

5. August 2017

Der VfL Bochum spielte Samstagsmittags beim MSV Duisburg 1-1 - und holte damit den ersten Punkt der Saison mit seinem Standardergebnis der letzten drei Jahre. Verlor man gegen den spielstarken FC St. Pauli noch irgendwo verdient 0-1, so wäre bei dem kleinen Revierderby sicher mehr drin gewesen als “nur” ein Remis. Es machte sich nach vier Wochen ungewohnter VfL-Euphorie etwas Ernüchterung nach dem Schlußpfiff breit, wobei 4000 Bochumer mächtig Stimmung gemacht hatten und den ersten Punkt größtenteils hinter dem Tor in Weiß feierten. Eine Top-Aktion der Ultras, denen nur der Regen übel mitspielte; sie sorgte für einen Impuls in der Bochumer Fanszene. Nein, die treuen Fans auf beiden Seiten, der Ruhrpott-Rahmen, all das stimmte an der Wedau als Rahmen. Kein Zirkus, kein Firlefanz, erdiger Fußball der Duisburger gegen Bochumer in Orange, die wieder die Anfangsphase als aktives Team verpassten. Atalan hatte das System auf 4-4-2 gewechselt, Kruse und Hinterseer gebracht und doch spielten erst mal die lauf- und kampfstarken Meidericher Gruevs vor 23.000 Fans. Das 1-0 fiel per Rechtsschuß nach einem Angriff über rechts (linke Bochumer Abwehrseite) und machte es dem bemühten, aber spielerisch limitierten Zebras leichter - gegen den Papierfavoriten zu bestehen. Zu viele Stockfehler der Castroper im Aufbau, Duisburg lauerte, holte sich die Bälle und versuchte auch nach dem schnellen 1-0 aktiver zu sein, als die Gäste, die immer noch nach der Überzeugung unter dem neuen Trainer suchen. Die VfL’ler liefen gefühlt zu wenig, aber nach den ersten toten Minuten kam die bessere Fußballmannschaft ins Geschäft. Bochum hatte durch Kruse und Hinterseer Chancen, während Wurtz durchhing. Stiepermann nahm den Konkurrenzkampf nicht auf, er wechselt nach England, auch er ist nach dem letzten VfL-Jahr kein Verlust.

Die Sonne kam raus und Bochum hatte die letzte Viertelstunde vor dem Pausentee nicht nur die Strahlen derselben im Herzen, sie fanden sich auch endlich, auch weil Duisburg - als eine Elf der Nobodies - außer Stoppelkamp und Onuegbu - nicht mehr kann als Kämpfen und Rennen; das reichte auch leider 45 Minuten für den aktuellen VfL nach Verbeek und mit Atalan.

Diese Personalie von Hochstätter wird auch irgendwann zu diskutieren sein, aber jetzt braucht der Isi erst mal unsere Geduld und Zuspruch. Er wechselte goldrichtig zur Pause, Bandowski für den megaschlechten Wurtz und der machte schnell das dann verdiente 1-1. Er, der zig Monate verletzte Ex-BVB-Jugendspieler, wurde an der Wedau auf Links der Mann des Spiels. Viele Angriffe kamen nun über links, eben über Jannik - und vom MSV kam nicht mehr viel, wenig bis Garnichts schafften die Wolzes und Schnellhardts. Dabei hatte Ivo Grilic leicht ironisch Bochum zum “haushohen Favoriten” erklärt, nun spielte der VfL überlegen, unterstützt von leidenschaftlichen Anhängern. Aber Eisfeld und Co machten nach vorne zu wenig aus ihrem Potential, am Ende war’s  viel Abschlußungefährlichkeit a’ la Außennetz.

Duisburger Transparente warnten Bochumer Supporter vor der Ausgliederung, aber der VfL Bochum 1848 eV spielte nun endlich sein Potential nach vorne aus. Der MSV hätte sich über einen Rückstand nicht beschweren dürfen, aber der dann noch eingewechselte Mlapa spielte wie Peniel  - der Ball-Dämel - und Duisburg konnte das 1-1 bis zur 92. Minute halten. Am Ende versuchte die Elf mit den Zebrastreifen ihr bescheuertes Plüschmaskotchen sogar noch ganz glücklich zu machen. Auch das klappte nicht. Riemann hatte den Laden seit dem 1-0 aber im Griff, die Viererkette griff, hinten hielt man stand, auch weil vom Heimteam wenig kam. Es gab ein am Ende annäherndes leistungsgerechtes Unentschieden, obwohl der VfL ein viel höheres Potenzial phasenweise andeutete, nicht mehr und nicht weniger. Daher gab’s wohl auch Ernüchterung.

Der erste Punkt, das erste Tor im Derby, trotzdem wartet auf den VfL viel Arbeit. So steigen wir sicher nicht auf und spielen auch nicht oben mit. So nicht. Atalan darf nicht nur der Nette  und der Neue sein, er muss den Profis sein System näherbringen, damit nicht jedes Mal 30 Minuten ins Land gehen, bis Bochum Fußball spielt. In Nöttingen, d.h.  Karlsruhe, in BIelefeld und gegen Dresden braucht der VfL drei Siege, die bei aller Unterschiedlichkeit der Gegner auch drin sein müssten. Aber leider hat Bochum gezeigt, dass es sich bei eben diesen Selbstverständlichkeiten schwer tut. Ob das nun an der Selbsternennung zum Aufstiegskandidaten zu tun hat, mit dem überraschenden Trainerwechsel oder einem überschätzten Potenzial, klärt sich im Laufe der Saison.

Am Ende war man sogar erleichtert, dass der VfL keinen Fehlstart hatte wie die Oberbayern aus Ingolstadt. Bochums Fans sind in der Realität angekommen, gehen aber damit gut um. Die Euphorie war halt eine unbegründete Vorfreude -na und?

Ich fand den Rahmen den Sankt Pauli und Duisburg so, wie ich mir Fu0ball wünsche. Das die fußballerische Leistung zZ hinter den Ansprüchen zurück bleibt, da kann man noch Jammern und Klagen, wenn der Herbst naht.

Die Galopptischen (MSV-Banner!) werden das Ähnlich sehen, heute war ”Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!” und nicht “Hochmut kommt vor dem Fall!”.

Heute muss ich auch mal ein Lob an die Bochumer in Meiderich aussprechen, ihr habt gerockt.

Und in Bielefeld ist vielleicht schon mehr drin.

Tom;CB’93

Gruss: An Kai, Toto sowie Zorni, Moschner und alle die in Duisburg Spaß hatten trotz “Risotto Bottrop auffem Feld”!

Mondbasis Alpha Eins

3. August 2017

Als kleines Kind liebte ich Star Trek, the old series, dazu gab’s einen Sandkuchen, Milch und ich war sehr glücklich. Das Universum war unendlich und simpel zugleich. Da war der VfL Bochum noch unabsteigbar, Gladbach war Bayernjäger und der VfL trug Photo Porst auf: sas Duell bei Duisburg stellte ein Derby unter vielen Derbies im Derbieland-NRW dar. Der Meidericher Spiel Verein war sowas wie die Mondbasis Alpha Eins unter den Bundesligaclubs, der VfL war eher Kampfstern Galaktica - mit der geilen Ollen, die nach heutigen Maßstäben etwas Siebziger aussah. Bochum in Duisburg, zu der Zeit der Schimitatorte hätte man magisch genannt, heute, bzw. übermorgen, ist es eher das, was alle diese Serien sind: Eine coole Erinnerung, deren Update etwas hakt wie Software bei Diesel-PKWs. Duisburg kommt aus Liga Drei, Bochum kommt aus der Regentschaft Verbeek, beide verloren letztes Wochenende, Bochum halbverdient, der MSV durch last-Minute-Death in Dresden.

Ich war total positiv gestimmt, als Atalan für Verbeek kam, auch etwas überrascht ob des Zeitpunktes. Dann waren da vielversprechende Neuverpflichtungen und ich bin gegen meine Art total abgehoben und gut hart aufgeschlagen gegen Pauli. So ist das Leben, so ist Fußball: Atalan hat sich verzockt, Gündüz und Gyamerah hatten Riesenlöcher auf der rechten Seite und braun-weiß wirbelte dort. Das 0-1 war ein Konter und Riemann hatte keine Chance. Dafür nutzte er es, seine Teamkollegen in die Pfanne zu hauen oder Klartext zu reden, je nachdem wie man es hält.

Samstag im Derby sind sicher 4000 Bochumer (”Alle in weiß!”) an der Wedau - und werden gegen euphorische Duisburger Fans dagegenhalten.

Ob Bochum gegen eine tiefstehenden Gegner (?) die richtigen Schlüsse zieht, wird der Samstag zeigen. Auf dem Rasen werden Bochumer wie Gyamerah, Gündüz, vielleicht Celozzi und Diamantakos fehlen, die Scharte gegen Sankt Pauli auszuwetzen.

Duisburg ist nach einer Meisterschaft in der Dritten Liga nun Außenseiter - und die Chancen im Derby sind Fifty-Fifty und man könnnte es sich leicht machen und 1-1 tippen.

Hättet ihr mich Freitag gefragt, ich hätte gesagt, wir gewinnen 0-1. Nun krieg ich irgendwie Panik und hab Angst 2-1 zu verlieren, obwohl der torlose MSV schlagbar scheint.

Aber spielte man so wie anfangs gegen Pauli  - 25 Minuten Schrott - dann wird’s auch gegen überschaubare Duisburger hart. Da haben vier-fünf Leute gar nichts gezeigt, das darf Samstag nicht sein.

Manchmal wäre ich gerne wieder das Kind, das Star Trek schaut und Sandkuchen isst. Da war MSV-VfL Bundesliga und ein Typ wie Neymar hätte in der Halbzeit den Ball 100 Mal hochalten dürfen und nicht 220 Millionen Euro gekostet.

Aber das alles ist 40 Jahre her, die Welt dreht sich weiter und Bochum steht unter einem gewissen Druck, die  VfL Fans nicht schon wieder am Anfang abzufucken.

Beam me up, Isi.

Daten von VfL4u:

Samstag, 06.08.17, 13:00 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Die letzten Spiele gegen Duisburg: VfL - MSV 3:0 (01.08.15; Perthel, Bulut, Terodde), MSV - VfL 0:0 (20.12.15)

Voraussichtliche Aufstellungen:
MSV: Flekken - Wolze, Nauber, Bomheuer, Klotz - Oliveira Souza, Schnellhardt, Hajri, Stoppelkamp - Brandstetter (Onuegbu/Iljutcenko), Tashchy
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - Merkel (Fabian/Stiepermann), Eisfeld, Losilla - Hinterseer, Diamantakos, Wurtz (Kruse/Stöger)

Tom;CB’93

Gruss an alle, die das Spiel so verzweifelt erstreamen müssen, wie Frank Goosens es im Kicker beschrieben hat und den Kambodschamann