Vorsprung durch Tore

Was für eine beschissene VfL-Woche ! Hat der VfL schon Platz 1 und Platz 2 verspielt, ist Platz 3 nun auch noch in Gefahr, ein undankbarer vierter Platz droht. Mike Büskens auf der Tribüne konnte sein Glück wohl kaum fassen.

Die erste Halbzeit begann mit einem Sekundentod für uns: Bochum in senfgrün noch nicht auf dem Platz und in Gedanken, Görlitz auf Leitl, der ING-Kapitän leitet einen langen Ball weiter, legt ab auf Hartmann, der humorlos - wie man so sagt - zum 1-0 verwandelt  - nach Sage und Schreibe 54 Sekunden !!! Luthe sah da ein wenig alt aus, kurzes Eck ist seines. Schnellstes VfL-Zweitligagegentor “ever” und Gift für die Psyche und die Taktik des VfL. In der Sonne Oberbayerns spielten nur die schwarz-roten, sie wurden immer stärker, fast bis zum Ende.

Hatte man am Montag live im Free-TV gegen Hertha BSC gezeigt, dass man taktisch und spieltechnisch sowie von der Cleverness her nicht mit Spitzenreiter Berlin mithalten konnte und Punkte sowie Spieler verloren, so verlor man Freitag darauf erneut gegen Ingolstadt, einem Abstiegskandidaten, damit die Hoffnung auf den 7. direkten Wiederaufstieg. Eine schmerzhafte Doppelniederlage, das war vor einem Jahr auch so.

Bochum lag also sofort 1-0 zurück, spielte zunächst sicher weiter hinten raus, zeigte aber auch gar nichts Produktives nach vorne. Wenig Laufbereitschaft, kaum Häre, wenig Ideen gegen das energische Schanzerpressing, deren Willen und auch Spieltempo. Dabro wirkte ratlos, Federico tauchte ab, der Rest reagierte nur. Es fehlten nur zwei Stammspieler mit Aza und Ostro, doch Bochum hatte nur eine /statistische) Torchance in der 1. HZ durch Aydin, einen harmlosen Roller.

Dafür spielten die Ingolstädter nun noch zielgerechter, eine missglückte Flanke von links, Kopplin (oder Vogt oder Jo) verweigert den Körper dazwischen zu bringen, der Ball kommt Richtung Fünfmeterraum und der schon gegen Berlin unglückliche Maltritz lenkt den Ball ins Bochumer Tor. 0-2, ein Schock für Bochums Aufstiegshoffnungen. Das 3-0 hätte per Lupfer oder Abseitstor fallen können, es fiel (noch) nicht.

Freier und Dedic kamen zur Pause, die Schanzer-Rollis genossen die Sonne in der Audi-Erlebnisarena, die 600 Bochumer Fans hätten sicher kotzen können, 100 km vor den Toren Münchens. Zwei Spiele 0-4 Tore bis dato, ein Horror, der noch bitterer werden sollte.

Bochum kam zunächst ein klein wenig mehr, ganz zaghaft, nach vorne. Aydin hatte die erste echte Chance zum 2-1, doch der unplazierte Schuss landete bei Kirschstein. Dat wars von uns.

Doch die nächste Chance hatten wieder die Bayern, denn deren Brasilianer C…. brachte des Kunstück fertig aus vier-fünf Metern den Ball am Bochumer Gehäuse vorbeizuschießen. Der T-Home-Moderator-Experte jubelte original 10 Sekunden und bemerkte nicht, dass es kein Tor war. Hammer. Ein Kunststück, das meine Oma nicht geschafft hätte, ein Tor zu bejubeln, das keins war.

Doch es kamen nun die Schanzer, weil Bochum aufmachen musste, das Gift der frühen Führung wirkte immer stärker. Immer wieder war es Leitl, der Bochum Probleme machte und das 3-0 erzielte. Eine Vorführung der chancenlosen Bochumer, Luthe zum dritten Mal geschlagen, weil er einen Ball nicht festhalten konnte. Alle wirkten heute überfordert.

Yahia sah nun wie Ostro am Montag gelb-rot, etws hart, dann brachen beim VfL alle Dämme. Selbst Malte Metzelder sollte nun mal draufhalten dürfen, fehlte nur noch ein Tor des Ex-Bochumers Marvin Matip.  Luthe bewarte den VfL vor Schlimmeren, obwohl er wie alle seiner senffarbenen Teamkollegen keinen guten Tag erwischte.

Selbst Karl, der beim 2-0 Mittorschütze war, prüfte nun Luthe, während Bochum 75 Minuten nicht stattfand, jeder Ingolstädter versuchte sich nun. Das 11.000 Mann-Publikum forderte weitere Tore und sogar ein Fabian Gerber durfte mal das 4-0 versuchen. Es fiel nicht, weil Ing nicht mehr wollte, nicht weil wir uns wehrten.

Es blieb bis zum Ende, eine weitere Analogie zum Hinspiel, beim Dreitoremissverhältnis, weil Ingolstadt einen Gang zurückschaltete und zurückschalten musste, weil das ING-Tempo 80 Minuten sehr hoch war.

Nur Dedic prüfte mal den schwarz-roten Keeper, sonst kam der VfL über die gesamten Neunzig Minuten nie ins Spiel und war, insgesamt gesehen, noch schlechter als im Hinspiel, wo man wenigsten 20 starke Minuten hatte.

Eine Schock 0-5 Woche mit Null Punkten führt Fürth einen Punkt an den VfL ran, wenn sie So siegen. Schlimmer noch, in dieser Form ist Bochum nur Mittelmaß in der Zweiten Liga, ein Aufstieg wäre ein Wunder.

Erreicht man die Religation, gegen wen will man da ohne Aza und Tese siegen? Das war ein schlimme Woche, ein echtes kleines Waterloo für die treuen Fans des VfL in der Gästekurve - sie schwiegen entsetzt und fuhren deprimiert nach Hause.

Ein neuer VfL-Angstgegner des VfL ist nun also Ingolstadt, man ist ENDGÜLTIG angekommen in der Zweitklassigkeit gepaart mit Bedeutungslosigkeit. Traurig. UND Dortmund und Schalke holen Pokale, der Super-Gau anna Castroper….

Tom, CB’93

Kommentarfunktion ist deaktiviert