Jaques Brel und die muscles in Bruxelles!

5. September 2010

Belgien ist, seit 1980 dem verlorenen EM-Endspiel gegen Dietz, Hrubesch, Schuster, Kaltz und Co , ein Kleiner im Weltfußball geworden und steht im Benelux im Schatten von Vizewelmeister Niederlande und dem Titelgiganten Deutschland. Die Liga ist mit RSC Anderlecht, Brügge, Lüttich und Exoten wie Mouscrun, Mechelen oder FC Brüssel, oft leider nur Randnotiz wie die schottische Liga oder US-Fußball. Aber natürlich haben Auslandsprofis wie Lukaku, Dembele und Vermaelen sowie die Bundesligalegionäre wie Bailly, van Buyten sowie Simons das spielerische Nivean der Nationalelf nach einer langen Durststrecke wieder gehoben. Ob das rote Ensemble eine echte Mannschaft ist wie die Vizeeuropameister von 1980 bezweifelte ein Fan der roten Teufel mir gegenüber in der U-Bahn. Enzo Scifo, der Altstar neben Jean-Marie Pfaff, hoffte auf eine neue starke Manschaft in Brüssel. Mit der Türkei und Deutschland kämpft die Flamen-Wallonen-Kombitruppe um die ein- bis zwei Tickets zur EM 2012 in Polen und der Ukraine.

10.000 deutsche Fans reisten in die belgische Hauptstadt, teils mit PKW, Bussen, Fliegern oder wie ich mit dem Zug. Das geht von Köln in 1,5 h und an den Bahnhöfen Köln sowie Aachen checkten die Bundespolizisten die Lage, doch die Züge wurden nicht kontrolliert, schon garnicht in Lüttich. Belgien hatte 6.500 Karten an deutsche Fans ohne Datenabgleich verkauft, zusätzlich zu den regulären 2.500, daher sollte das Adlerteam fetten und teils martialischen Support auswärts haben.

Man konnte fix von Osten einreisen, viel cooler als die scheinbar so lustigen Niederländer gingen die Belgier entspannt, aber bestimmt mit der Invasion aus dem Nachbarland um, dabei waren etliche, altbekannte Problemfans angereist. Sie trafen sich u.a am Irisch Pub nahe von la Burse, der Börse; da bildete sich ein großer Haufen von Kategorie C und B-Fans. Die Polizei bewachte diesen Bereich, wo man sich schon für das Spiel gegen die Türkei am 9.10.2010 einstimmte. Nicht jeder Gesang war pc, der Haufen mutete dort eher Englisch an. Die vielen Kneipen, Pubs und urigen Bierholzkaschemmen schenkten Jupiler und theoretisch 400 weitere Biersorten aus, am Samstag war schließlich Bierfest in Brüssel, ein Hotel bekam/bekommt man immer in der EU- und Natostadt Brüssel eigentlich immer. Die Euro 2000 mit ihren Flops haben die deutschen Fans einfach verdrängt, nur Mehmet Scholl erzielte damals ein Tor, wo Charleroi liegt weiß niemand mehr.

Die Polizei nahm diesmal insgesamt 207 Randalierer fest, die die Sicherheitskräfte attackierten. Belgische Fans sah man wenige in der City (und hörte sie auch kaum im Stadion), viele Belgier und Touristen waren überrascht von den Fanmassen aus Allemagne. Wir zogen zu fünf zum König Boudin Stadion nach Heysel, es war schwer ein Taxi zu bekommen, die Metro kollabierte, ein einziger Stau.

47.000 Zuschauer sahen dann ein holprigen Start des WM-Dritten im Nachbarland. Belgien attackiert und wollte, die deutschen Stars waren noch nicht fit nach zwei Bundesligaspieltagen. Lahm und Müller und Torschütze Klose überzeugten wie Badstuber (für Friederich statt Westermann) und Merte sowie Neuer im 4-2-3-1 des Jöw Teams. Die Belgier kämpften und das deutsche Starensemble wirkte etwas unfrisch, aber ballsicher und taktisch reif. Die Fitness und der letzte Biss fehlten, ein 0-0 zur Pause war die Quittung im Schatten des funkelnden Atomiums bei diesem Freitagabendspiel. Ernüchterung bei den Mexico-Sänger-Chor im Gästeblock. Der erwartet holprige Start stellte sich ein, ein Fehlstart drohte.

Dann machte eine Bayernkombination von Müller auf Klose, der van Buyten düpierte, den Weg frei zum 0-1. Belgien hatte vorher eine ganz fette Chance, doch Neuer rettete glänzend und zeigte Adler auf der Bank, wer die neue Nummer eins im Tor ist. Khedira machten seinen Anspruch besser als Capitano Ballack zu sein nicht unbedingt wahr, insgesamt spielte Deutschland ballsicher, aber bieder. Ein verdienten Arbeitssieg nennt man das, was Frankreich gegen Weißrussland nicht schaffte. Schweini bedankte sich bei den Fans im Block und die das Team feierte einen Pflichtsieg, Jansen (verletzt), Poldi (ausgewechselt) und auch Khedira waren “die Verlierer im Gewinnerteam”. Bei den roten Teufeln überzeugten Lukaku, Fellaini und Dembele und sie werden in dieser aufsteigenden Form auch in Istanbul den Türken Probleme bereiten, die gerne mal über Außenseiter stolpern (Schweiz, Bosnien usw).

Die Einkesslung eines Blocks fand nicht statt und so zogen 7000 Deutsche in die Stadt, einige fuhren auch direkt nach Hause. Wir fuhren vom Gelände der Weltaustellung 1958 mit der Tram zu einer Haltestelle, die Mitfahrer Martin als “richtig” ausgemacht hatte. Martin, RWE-Fan, hatte lange in Brüssel beruflich zu tun. 15 erlebnisorientierte Menschen aus den neuen Bundesländern ohne Hals (OSTDEUTSCHLAND, eine Faust, die eine Mauer durchschlägt) waren eingestiegen und uns gefolgt und wir kamen in eine Siedlung, die zur Anschauung über mißlungene Integration dienen könnte, wenn man es so sehen will. Dazu gab es kein Licht und ‘ne tätowierte Gruppe Sachsen hinter uns. Ein skurille Situation, vor allem weil Martin beim Weg sichirgendwie verfranst hatte. olli erinnerte ihn an die Jungs mit dem Gesichtstätoes. Die Gang-Jugenlichen vor der Tür fragten “Des Problemes?”, denn sie sind Fremde in der Heimat, die keine Fremden von woanders mögen, dazu kam jetzt eine Gruppe, die genrell keine Menschen mag, Fremde schon garnicht, dazu gabs wenig Licht. Letztendlich managte Martin es zum Glück, dass wir zu einer Seidenschal-um-den-Hals-Träger-Kneipe kamen, wo man den Bruder von Andre, Julian, vor die Füße rotzte. Denn da mochte man keine Deutschen (weil die keine Fremden mögen oder immer gewinnen), was ziemlich verwirrend war, denn die Typen sahen aus, als ob der Regenbogen die Flagge war dieser Yuppie-Szene-Bar. Aber gut, belgisches Bier schmeckt immer lecker, auf Waffeln, Pralinen und Jaques Brel haben wir ausnahmsweise verzichtet. Wir zogen weiter bis in die Innenstadt und haben viel gelacht und auch nocht viele, nette Belgier getroffen, die zwar keine dezidierten Gutmenschen waren, aber einfach nett. So wurde es ein toller Abend mit vielen Gleichgesinnten, preiswerten, gutem Med und einem Auswärtssieg, das vermißt man als Bochumer - nicht nur nach Offenbach und Aue - oft schon ein wenig. Eine tolle Stadt, die wir - Samstags samt ihrer tollen Architektur, innovativen Behördengebäuden und albernen Taxifahrer sowie komischen Uniformen und drei Punkten in der Täsch - pünktlich um 19.28 - mit dem Thalys Richtung Köln - verließen. Leuven, Lüttich (und Erinnerungen an Brügge, seufz) zogen an uns vorbei, Belgien lohnt sich tatsächlich.

Tom, CB’93

 

 

  

Auf der Wiese ausgerutscht…

27. August 2010

Der Regen über dem Erzgebirgestadion förderte die zunehmende Ideenlosigkeit der VfL-Mittelfeldspieler noch weiter, Aue kam in der 2. HZ besser ins Spiel, erkämpfte sich sogar 2 Chancen durch Wonneproppen Schröder oder eine durch Le Beau und wird das 1-0 der Auer am Ende als verdient ansehen müssen.

In der ersten Halbzeit hingegen war das eine klare Dominanz des VfL, was Ballbesitz, Spielwitz und Ideen anging. Wieder tauchte Tese überall auf und hatte dutzende Chancen, einen Assist oder ein Tor beizusteuern. Er schaffe es an diesem Freitagabend nicht, Bälle versprangen ihm, der Nordkoreaner kriegte hinterher Gelb, weil er es mit Fouls und Schwalben versuchte. Die Zuschauer sahen einen spielstarken VfL ohne die letzte Entschlossenheit nach vorne. Doch das 1-0 Köpfte Schlitte nach einer Ecke von links (auf die Auer Kurve zu), weil Heerwagen und der dazugehörige Bochumer Spieler (in Lindgrün) fehlte und Vaton T. ihn nicht deckte. Das Tor fiel aus dem NICHTS. Es sollte so bleiben, das die Erzgebirgler kämpften und Bochum spielte, doch Saglik, Toski und Tese brachten den Ball nicht rein. Malocher gegen die Spielstarken, das war die 1. HZ…

Zur Halbzeit hatten die 200 Bochumer deshalb im Block (und vor dem TV) noch gute Hoffnung, doch dann kam der große Regen und Bochum ebte endgültig ins Grau ab, den Regenbogen konnten die Fans betrachten, ein weiteres Tor im Spiel war Fehlanzeige. Die Wismut siegte wieder 1-0.

Halbhohe Bälle fielen den Violetten vor die Füße, sie klärten oft per Grätsche und der frustrierte Federico ward nicht mehr gesehen. Der Aufsteiger aus der dritten Liga “förderte nun gar die Offensive zu Tage” und der Absteiger aus Liga Eins lies es nun endgültig an Zielstrebigkeit vermissen. Der Regen prasselte nieder, die Zeit verann und tiefstehende Auer machten es den Bochumern immer schwerer, am Ende ging beim lindgrünen VfL so wenig, das Funkel gut motzen konnte. Es half nix.

Keine Punkte, keine Tore. Sonntag in zwei Wochen kommt der FC Augsburg….

Tom, CB’93  

Wenn man Punk-Rock lebt…

26. August 2010

….wie sieht das aus? Ist man immer blau oder zugekifft, albern, flippig oder depri? Hört man die Sex Pistols, die DK und the Clash, hat ‘ne schwarze Lederjacke mit Badges, rotzt auf den Boden, sitzt im Kreis und schießt Dosen, wahlweise Karlsquell oder Hansa Pils? Man könnte auch ‘ne zweite Pogopartei gründen (”Arbeit ist immer noch scheiße!”) und klar, man wäre für den FC St. Pauli, den Gysi, die Simpsons usw….. Aber wenn man am frühen Freitagabend um 18.00 sich ein Spiel FC Erzgebirge Aue gegen den VfL Bochum, Veilchen gegen blau-weißen Westerstyle, anschaut, ist man vermutlich ein Fan vom FC Erzgebrige Aue, einer von 10.000 erwartungsfrohen Sachsen aus dem Erzgebirge (”ein grosses W für Wismut Aue!”), wo Gartenzwerge, Farben für Schalen und Weihnachtskrippen herkommen sollen. Man mag eventuell den Schneesport und das ehemals-Wismut Aue genannte Vereinchen, benannt nach dem chemischen Element 83 der 5. Hauptgruppe des PSE, Erzbestandteil und radioaktiv, das nun auch ‘nen anderen Namen hat - BISMUT. Der Pluto ist ja auch kein Planet mehr. Sich damit zu beschäftigen mag auch irgendwie Punk Rock sein - oder doch uncool und zumeist belanglos. Richtig schräg - und damit totaler Punk Rock - sind die 150 Bochumer, die sich bereits Ticket für die Partie des ACHTEN der Zweiten Liga gegen den FÜNTEN der Zweiten Liga geholt haben. Nein, wir Bochumer fahren nicht mit 5000 Leuten dahin, wir sind kein Mythos, kein Pauli, keine Hauptstadt oder ein Kartnevalsverein, wir sind mal richtig “undercover” auf dem Weg an die Grenze zu Tschechien - und damit allein und albern.

Das Team von Friedhelm Funkel, der auch ganz schön Punk Rock sein kann, zumindest im Neusser Karneval, wird wieder aus Saglik, Kopplin, Toski, Federico  - und Shooting Star Chong Tese  - bestehen. Man will Freitag erster werden. Die Offensive hat Bochums zauderndes Publikum überzeugt, nur hinter sitzt die Kette nicht so richtig, Yahia schein keine Alternative zu Matritz oder Mavraj sein zu können - verletzt. Pferzel oder Concha bedrängen den schwachen Grote, nur Kopplin wird vermutlich drinbleiben von der Montagsleistung her.

Maric und Dabro sind gesetzt - können sich aber gerne steigern, denn sie haben noch Luft nach oben, Heerwagen kriegt noch keinen Druck von Luthe, bräuchte er aber.

Tja, die in Paderborn spät erfolgreichen Veilchen haben sich gegen Bochum mit Grubenfahrt eingeschworen und sie waren zumeist heimstark in den letzten Jahren. Es wird nicht leicht werden, die Offenbach-Experience zu vermeiden.

Das letzte Mal siegte Bochum durch ein Tor von Junior 0-1, das war 2005, darauf folgte der Aufstieg. Auch das haben Funkel, Ernst und Schwenken erneut im Blick, das neue Stadionzenter lohnt sich nur in Liga Eins.

Aber dazu muss sich die Defensive fangen und der alte Kollertrott raus. Denn ne’ Niederlage in Aue ist vieles, nur kein Punk Rock!

Tip:  1-1

Tom, CB’93

 

Exotische Früchte

25. August 2010

Der 3-2 Heimsieg des VfL Bochum über 1860 München stellte an einem lauwarmen, mit roter Sonne untergehenden Montagabend zunächst für alle Beteiligten (ausser den Löwenfans, -Spieler und Verantwortlichen) eine große, angenehme Erleichterung dar. Der Trainer hatte nach der Enttäuschung in Offenbach statt “nur” 2 Neue nun 5 Neue in die Startformation gestellt; Tese, Saglik, Federico, Koplin, Toski - sie ALLE sollen alle sehr viel mehr Schwung in die Offensive bringen. Die Enttäuschung des Abends war die Zuschauerzahl: 12.340 Unentwegte. Im Vergleich dazu sahen ein Spiel am Mittwochabend, Schalke B-Team gegen Köln-Reservisten, 20.000 Zuschauer, nur mal so. Der VfL hat bestimmt 5000-8000 Zuschauer trotz Aufstiegszertifikat, Wildwestposter und guter Vorbereitung nicht geschafft ins Stadion zu locken. Es war überall seltsam leer, die Ostkurve war nur mit Bannern gefüllt, auch das war traurig.

Doch Funkels Team spielte beherzt nach vorne, Federico, Saglik und Tese wurden gesucht, Toski hatte 2 dicke Chancen. Die erste Chance von Toski konnte der Jogger-Ungar vereiteln, dann wurde Giovanni im Doppelpaß geschickt und der machte das verdiente 1-0 für den VfL. Bochum spielte weiter, wieder verzog Toski, doch die Abwehr pennte anschließend bei einer Löwenflanke und der Serbe Rakic konnte den von Ex-Captain Maltritz unterlaufene Flanke freistehend zum 1-1 verwerten. 500 Sechzigfans jubelten, doch Bochum spielte weiter flüssig nach vorne, einen Pass von Kopplin verwertete Tese artistisch per Flugkopfball zum 2-1. Ein Traumtor als Traumeinstand für den Exoten aus Nordkorea/Japan, das lies die 12.000 Treuen jubeln. Die Halbzeitführung erfreute die Bochumer Fans genau wie Fiege und Dönnighaus, vor den Fernsehern bereuten die daheimgebliebenen Verprellten vielleicht ihr Fernbleiben oder lamentierten über den SKY-Reporter.

Weiter ging es in Halbzeit Zwei, eine Flanke, ein Kopf von Dabro, doch dahinter steht “Rooney”-Tese und köpft den Ball zum 3-1 ein. Ein Doppelpack des neuen Strikers. Der VfL legte weiter zu, doch das 4-1 wurde nicht zwingend gesucht, das war schade, denn die VfL-Seelen lechzten nach Heimtoren. Der Sieg schien ausser Frage, dann schliefen mal wieder alle hinten und Lauth, wir kennen ihn in Bochum, trifft zum 3-2. Jetzt wurde es noch mal eng und man musste bangen, was völlig unnötig war. Maurer und Stevic auf der Löwenbank hofften auf ihr Jungteam um Aigner und die Routiniers Bierofka, Halfar und Lauth. Doch es reichte für den VfL.

Fazit: Ein netter Abend, mit einem verdienten Heimsieg, positiven Vibes und dem ersten Schritt, die eigenen Fans zurückzuholen. So bleibt der VfL mit Hertha Favorit auf den Aufstieg, mit frischem Wind nach vorne und neuen Leuten, wenn man die Abwehrlöcher schließen kann. Am besten schon am Freitag um 18.00 in Aue im Erzgebirge, beim Duell der ehemaligen Bergbaustädte.

Tom, CB’93, Sektion Rheinland’04

 

Daniel in der Löwengrube

23. August 2010

Der neue König Darius wird von Neidern Daniels gedrängt, ein Gesetz zu erlassen, das die Anbetung von Göttern außer ihm bei Androhung der Todesstrafe verbieten soll. Weil Daniel dies nicht befolgt, wird er in die Löwengrube geworfen, die der König selbst versiegelt. Am anderen Morgen ist er noch am Leben: …und man fand keine Verletzung an ihm, denn er hatte seinem Gott vertraut. Daraufhin lässt der König Daniels Feinde töten und erlässt ein Gesetz, das die reichsweite Achtung des biblischen 1. Gebots festschreibt:

„Er ist der lebendige Gott, der ewig bleibt, und sein Reich ist unvergänglich und seine Herrschaft hat kein Ende.“

Ob Funkel beim Spiel in Offenbach auch darauf vertraut hat, dass auch der Fußballgott hilft, weiß ich nicht. Neun “alte” Spieler waren auf dem Feld, die Elf die zuletzt am Karnevalssamstag gegen Hoffenheim letztmals in einem Pflichtspiel siegte, sollte am Bieberer Berg nicht nur nicht verlieren, sie wurde vom Drittligisten Offenbach laut FAZ regelrecht vorgeführt. Ich war nicht da, ich las nur den verherenden Pressespiegel plus die niederschmetternde Diagnose der Fans und seit gestern weiß ich, uns ist ein Spiel gegen den BVB in der 2. Runde flöten gegangen, sehr dumm. Die Spieler des VfL scheinen aus verständlichen Gründen nicht vor Selbstvertrauen zu strotzen und brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. War die Vorbereitung ordentlich, die Premiere ging in die Hose, altbekannte Schwächen wurden wie ein Madley im Pokal abgespult und die Fangemeinde bibbert und bangt schon vor dem Start. Wird man zum 6. Mal direkt wiederaufsteigen oder kann man 2011/2012 als Dauerkartenkunde das Geld für Heimniederlagen zurückkriegen? Fünf waren es zuletzt in der Bundesliga, vergeigt man auch morgen gegen die Junglöwen live auf DSF?

Das Team wird nicht mehr von Lienen sondern von München 2 Coach Maurer trainiert und hat mit Kiraly, Bierofka, Halfar und Lauth das erfahrene Skelett mit jungen wilden und einen ähnlich “fatalistischen” Anhang wie der VfL Bochum.

Die Ostkurve wird von der DFL gesperrt bleiben wegen des Hannover Platzsturmes nach dem unwürdigen 0-3 und 17.000-19.000 Zeugen (sehr optimistisch gedacht) werden die Westfalen gegen die Sechziger bestaunen wollen. Für Pippo kommt Kopplin, Maltritz und Mavrai (wieder Stress mit Fans nach dem 0-3, hört man) oder Yahia, dazu Pferzel/Concha spielen in der Vierkette der Abwehr. Davor werden Maric und ich-brauch-zehn-Spiele-um-drin zu sein-Dabro (unser Neukaptain) spielen, wenn alles so bliebe wie gehabt. Funkel wird einiges durchgehen, das haben Koller, Heinemann, Herrlich und Wosz im letzten Jahr auch getan, am Ende stand der Abstieg. Und der Verein fordert wie immer: Zusammenrücken!!!

Das muß geschehen, denn die Ostkurve bleibt Montag bis 22.00 leer und da werden die übrigen drei Tribünen hoffentlich voll werden, alles anderes wäre peinlich.

Weiter zur Elf: Alttalent Grote und Sensibelchen Freier stehen auf der Kippe, Federico, Tese und vielleicht Ex-WSV’ler Saglik könnten nach vorne Dampf machen. Es wäre dem enttäuschten Anhang zu wünschen. Wie man gegen die von Manchen zum Geheimfavoriten geredete Truppe von 60 besteht, da wird Friehelm so seine Idee haben.

Defensivtrainer oder grauer Typ ist sein Negativ-Label, Routinier sein Positives; er will hinten gut stehen (und nicht wie beim OFC), Zweikämpfe sehen und das darbende Passspiel forcieren. Der Neusser Jeck Funkel wird seit Sonntag wissen, worauf er sich einließ, einige Bochumer Spieler sind gewiß abgezockt, andere limitiert und aus den zu wenigen Diven muß man es rauskitzeln.

Damit Bochum “in der Löwengrube” besteht, am besten ohne Kratzer, braucht das entnervte Team die Fans. Die kommen am trockenen Montagabend aber erst, wenn der Funke von der Mannschaft kommt und die hat vermutlich Angst, erneut zu versagen. Kann ein Teufelskreis sein…

Ich tipp mal aus Gottvertrauen ein 2-1 (wie die VfL4U-Leute) und hoffe auf Tese und nen Kopfballtreffer von Dabro, dem zwischenzeitlichen Ausgleich macht Benny Lauth, der traf ja schon mal im Dreipack gegen uns in der BL, im alten Olympiastadion.

Die Löwen wollen raus aus der “Arroganzarena” (Sechziger- und Vilgijargon), wir wollen raus aus der 2. Liga und der DFB mag das “krasse Bochum” brav.

Ich erhoffe mir trotz der bescheurten Zeiten und exotischen Gegner wie Aue, Paderborn und Osnabrück (sorry!) einen 2. Platz und Spaß bei skurillen Auswärtsfahrten und bleibe dabei mit Dauerkarte, Mitgliedsausweis und vielen Tickets bei der deutschen Bahn bzw. A1/A3, aber ich würde nach 2 Jahren mal wieder zu Hause gerne sehen, dass Heimsiege wieder “zur Regel werden”.

Dazu braucht man Gottvertrauen (wegen Pferzel und Malktritz), Cochones (wegen Dabro und Maric) und ein Konzept (wegen Tese, Kopplin, Toski) sowie etwas Glück. Der Zusammenhalt des Vereins kommt dann von ganz alleine und der Platzsturm beim Aufstieg….2011.

Sonst werft mich in die Löwengrube….mit Fiege und Dönnighaus….

Tom, CB’93

 

Wir sind der VfL oder auch wir sind der VfL oder wir sind wer oder wer sind wir oder wenn ja wieviele?

21. Juli 2010

Gestern abend stellte sich die vor ca. 2 Monaten gegründete (Fan-)Initiative “Wir sind der VfL” im Riff vor und lockte bei Traumwetter in der Sommerpause immerhin 100 Interessierte hinter der Klimaanlage hervor ins mäßig kühle Riff zu Currywurst und Weizenbier (ja, kein Fiege bei mir gestern!).

Die Herr Migfeld und Ziemer haben der Presse (Pohl, Droll u.a.), den Besuchern, den vFl-B-Promis und Fans dann auch eine glänzende Performance in Sachen Vortrag, Orga, Struktur und kurzweiliger Mod-Präsentation hingelegt; die Powerpoint-Präsentation stellte sich größtenteils als hilfreich, aber auch etwas lang und detailverliebt dar (die Zuspitzungen waren natürlich polemisch, klar!). Es ging um spezielle VfL-Befindlichkeiten, ein neues, besseres Leitbild, Entfremdungsprozesse zwischen treuen Fans und dem Verein der letzten 2-3 Jahre, Vereinsorganisation und Mitgliederaktivierung sowie regelmäßiger Fanbeteiligung. Die erstaunlich gehaltvollen Fanbeiträge von Klartext1848, VfL4u usw. (gemessen an dem, was man besipielsweise von Fantreffen der Bo-Hackies kennt) wurden ergänzt von Goosens leidenschaftlichem Plädoyer, der den Nagel einfach voll auf den Kopf traf und Fellensiecks Appel, die Initiative aucxh mit Geld zu unterstützen (Spendenkonto!). Der Mod stellt einen absoluten Politprofi dar (in privater Rolle versteht sich), der ungewollt, komische Beiträge auch mal “auflaufen lies”, ohne ihnen ihr demokratisches Rederecht zu nehmen. So durfte Milka, der Fan aus dem Block A, den “Dagegen Pinguin” spielen und man ließ in 10 Minuten alles noch mal “etwas verzerrt” zusammenfassen.

Insgesamt waren die Leute, die anwesend waren (Moppel (gute Besserung!), Ralf Zänger als passive Gäste!) in der Lage sich besser zu artikulieren als viele bei der Schalker JHV, was nicht wirklich überrascht. Das größte Manko aus meiner Sicht ist, dass - zwar nicht von den Orgas verschuldete - völlige Fehlen der aktiven Fanszene, seien es ULTRAS (bis auf 3-4), Bo-City, Bo-JUs, Treuen (bis auf Zorni und Moppel), BO-Ost, Block A, Bo-Hordel, Blue Hearts, Blau Weiße Panther, Adventure Bochum usw. usw. oder auch den ganzen anderen fast hundert VfL-Fan Clubs. Davon, von den registrierten Fans,  waren leider nicht mal 10 der 100 Leute, was Günther Pohl auch ebenso kritisierte wie die Polemik des Mods bezüglich Nordkorea und dem VfL-Vorstand. Der Verriß in 98,5 soll wohl heute schon im Radio gelaufen sein. Dann kam zur Sprache, dass dieses Manko ebenso zu beheben sei wie die überflüssige Allgemeinplätze und Nebenkriegsschauplätze des Anfangsstadiums.

Die Macher zeigten sich stets offen, konstruktiver Kritik zugewandt und betonten sehr sympatisch den dynamischen Charakter ihres Projektes und Kinderkrankheiten wie etwas ein “Manifest” nennen und unnötig zu politisieren, sind bei ihnen kein selbstverliebtes Dogma, sondern immer ein Versuch, es besser zu machen. Das ist ein dickes Plus der “Wir sind der VfL”-Initiative (auch diesen Namen kritisierte Pohl), die sich schon mit dem VfL-Vorstand traf und durchaus die ernstzunehmenste Opposition zum Verein seit 20 Jahren darstellt. Ende offen…

Man konnte auch um 22.15 nach der Veranstaltung mit Goosens und den Mods sowie Veranstaltern diskutieren, auch Günther Pohl tat dies und unterhielt sich angeregt eine Stunde mit Ultras und Fans am Eingangstreppchen. Insofern bleibt der VfL in seiner Basis ein Verein mit echter Volksnähe und Lokalbezug, der es immer wieder möglich macht seine sportlichen Verfehlungen zu vergessen. Es ist irgendwie putzig dazuzugehören.

Ein gelungener Abend einer Ini “Wir sind..:” mit frischen Gesichtern, die sich das schwere tägliche Brot des VfL-Vereinsalltags reinziehen muß und den Spagat mit der Basis der Fans und den eigenen hochtrabenen Ansprüchen bestehen will.

Beim CB’93 gehören heuer nur 4 von 30 Leuten dieser Ini an und auch bei uns ist das Misstrauen dar. Menschen sind halt manchmal komisch. Ich werde das ganze weiter interssiert von aussen verfolgen und habe gewisse Vorurteile gestern abbauen können. Bo-Showman übrigens auch…. (lach!).

So und nu flieg ich in den Urlaub und übergeb an den Leser bis zum 60zig Spiel, selber in Blogs sich die Finger wund zu tippen. Ein  Monat keine Arbeit, kein VfL, beides ist das pralle Leben und Leiden zugleich.

 

Tom, CB’93

 

Projektabwicklung

15. Mai 2010

Ein kalter Maimorgen mit Tief Sophie. Bochum ist hochverdient zum 6. Mal  abgestiegen und das deprimierende 0-3 gegen H96 inklusive Folgerandale ist erst eine Woche her, gefühlte Ewigkeiten. Leere. Dabei waren die Ansätze in diesem Spiel sogar mal da, genau wie gegen Stuttgart, wo kurz Etwas aufblitzte wie “Bundesligaatmo”. Gegentore mit der ersten Cahnce zertrümmerten jeden Glauben der Spieler an sich selbst und der Fans an den 4. Klassenerhalt. Wut, Enttäuschung, Ohmacht, Bitterkeit wurden gefühlt, tausendfach. Es war viel zu wenig 2009/2010, vier Trainer hatten der “sweeten” Lausebengeltruppe keine Hierarchie, keinen Leithammel, kein Spiel ohne Ball, kein Pressing, keine Kompaktheit, kein Teamspirit, keine Kampfstärke, kurz “kein Leben” beigebracht, wie bei Nigel Willliams Klassenfeind - die Mannschaft als “eine anarchische Gruppe ohne Sinn und Zweck”, aber immer noch teuer und voller Ansprüche und Ausreden. Jeder versuchte vor sich hin. Das VfL-Team sammelte relativ viele gelbe und rote Karten, statisitsch, spielte aber butterweich, ohne gesunde Härte. Kaum Ballbesitz, wenig Chancen vor dem Tor des Gegenrs herausgespielt, das war das, was die Fans am Anfangssaisondrittel wieder mal frustierte und am Ende zu einem Desaster aus einem Punkt aus 12 Spielen führte !!! Leblos zuckte die Mannschaft vor sich hin, Freier; Sestak und Hash nervlich überfordert, Malle, Dabro, Imhoff und Bönig fußballerisch am Limit, Aza, Epalle und Yahia missverstanden und launenhaft, Heerwagen und Mavraj zu grün, Maric alleine und KLIMO sowie Ono immer verletzt, so taumelte Bochum nach unten, wurde 17, war aber noch schlechter als Hertha, was das Spiel nach vorne angeht.

Der Niedergang begann nach 2 wechselhaften Jahren Bundesliga mit dem Machtkampf zwischen Koller und Kuntz, den Koller 2008 mit Hilfe von Altegoer gewann. Der Boss redete nicht mehr mit Stefan (Geltungsanspruch) und der Vertrag wurde nicht verlängert, weil Kuntz zu viel Macht wollte. Marcel, der phlegmatische Schweizer, wurde hinegegen wurde neuer starker Mann, hinter ihm der zunächst blasse Anfänger Ernst … Damit begann vor 2 Jahren exakt der jetzige Abstieg (erneut mit Sportdirektorneuling in der Tradition Hilpert, Knüwe, Meinold….) und an ihm, dem Wiederabstieg, wurde zwei Jahre “gearbeitet”, es wurde konsequent verkackt. Der neue VIP-Bereich wurde in der Hoffnung geplant, “alles wird gut”. Naiv, wie Bielefeld nach fünf Jahren wurde Bochum nach vieren Jahren Bundesliga “überflüssig”. Auch die Fanswachten zu spät auf aus ihrer Lethargie und feuerten am Ende ihr NICHTTeam leidenschaftlich an…zu spät!

Ernst (der Vetrag von ihm ”verlängerte sich von selbst”???) hatte also Kuntz abgelöst, Koller blieb treu (wieso nur?) in Bochum, verwöhnte seine “kleinen Diven” mit leichtem Training, Wellnessfeeling und Guided Tours (Säntis) und nur mit Glück verhinderte man im dritten Jahr 2009 den Abstieg mit einem Heimsieg gegen Eintracht F. Gustl holte nur 2.Liga-Dedic und den megablassen Johannson, der Kader blieb spielerisch zu schwach für die erste Liga, die Spieler durften immer beim Chef im Aufsichtsrat petzen gehen, wenn Trainer, Fans und Medien nervten. Eine fatale Situation, vor allem im Krisenfall, der ,wie meist im November, kam und schon Koller und Heinemann weggespült hatte. Der Pohl saß mit Schweizdevotionalen am Ballermann, Schleimerei hat in Bochum Prinzip, Kritik null. Die Fans fühlen sich entfremdet, fordern ihren Verein - wie Goosens sagt - zurück und verbrannten am Ende Schals und attakierten Spieler.

Günna P., der Hofberichterstatter, machte allen Ernstes vor der Sasion 2009/2010 “die eigenen Fans als größtes Problem” aus, den Kader erwartete er “eingespielt”, eine Einschätzung, die beim 0-3 Halbzeitstand gegen BMG ad absurdum geführt wurde, die Spieler hatten weder Bock auf die Saison, noch Taktik, noch Kondi geboltzt, die Zahl der verkauften Dauerkarten entsprach den schon niedrigen Erwartungen, die dennoch weiter enttäuscht wurden. Motto: Es geht immer noch grauer und mieser. Die Presse ignorierte seit Neururer konsequent den VfL, die Fans blieben auffa Couch, man wunderte sich über das Desinteresse am VfL. Koller wurde mehr als ein Jahr zu spät entlassen, Funny hatte nie das Vertrauen des Aufsichtsrates und Neuling Herrlich sollte der Job später auch überfordern, er lieferte sich Kämpfe mt der BILD und den verwöhnten Spielern, die abermals petzten und schmollten. Epalle sollte gar Schienbeimschoner tragen, der Osterhase. Ernst schaute dem Treiben ohmmächtig zu.

Wosz konnte das Ganze nicht mehr retten und die Ratten verlassen das sinkende Schiff: AZA: “Ich sehe keinen Rückhalt!”….aha, der beleidigte Golum…Fuchs und Yahia verhandeln landauf, landab, Grätschen Fehlanzeige…Geldforderungen, na klar….

Perspektiven? Desinteresse, fehlende Fans, doofe Anstoßzeiten, Mittelmaß in der 2. Liga, Funkel und Mölders, Tyrala, Nils-Ole Bock, dazu Malle (will wieder anpacken!) und der tapfere Phips, Pohl spricht mit der Stadionwurst, Entfremdung vom Club, Grau wird wieder Dickgeschrieben bei uns…

Tom, CB’93

 

 

Moslemosterhasen

9. Mai 2010

Heute am Sonntag geht man in NRW wählen und zum Glück für den Vorstand des VfL ist das keine Wahl zu seiner Entlastung, die ist erst im September. Eine echte Horrorsaison mit vier Trainern und 28 Punkten und dem verdienten 6. Abstieg ging gestern im Pyro-Chaos zuende, man war Nachrichtenthema, Stühle und Tränengas flog durch die Luft. Frustierte VfL-Fans ließen nach dem Schlußpfiff um 17.18 die Sau raus, hunderte Fans hatten schon in der Halbzeit wie Björn und Makko das Ruhrstadion verlassen, viele verharrten in Wut, Trauner und Agonie, einige verbrannten T-Shirts und Schals, einige brüllten ”Vorstand raus”, die meisten gingen schweigend nach Hause, manche prügelten sich gar mit 96zigern. Es wird auch Goosens und Ben Redlings, Ecki oder Günna Pohl schwerfallen diese Ereignisse vom 8. Mai prosaisch, wortgewaltig oder poetisch darzustellen.

Die Bild/BAMS/Sportbild beschäftigt sich in gewohnter Manier mit Randalieren und wird dem aus ihrer Sicht überforderten Herrlich die Schuld geben, die Fans wahlweise den Spielern, Trainern wie Koller und Herrlich und dem Sportvortstand Ernst sowie dem Herrn W. Altegoer….es gab schon Ultra-Transparente in Halbzeit Zwo, die Medien werden viele Baustellen benennen, auch die Namen der Spieler haben gelitten.

Im VfL4U-Forum/leserbriefen wird man viele Gründe für die Misere von 12 Spielen ohne Sieg, mit nur einem Punkt - und fünf Niederlagen in Folge andiskutieren, Darek hat gestern nur geheult, Ernst wirkte wie unter Valium, sie hatten wenigstens die Größe die Fans zu verstehen und sahen genauso deprimiert aus.

Dabei hatten es die 18.000 bis 20.000 Bochumer unter den 31.000 es geschafft für eine echte Bochumer Gänsehautstimmung zu sorgen, bei Grönemeyer schwieg sogar die 96-Kurve mit 10.000 Rothemden, die aber im Laufe des Spiels immer munterer wurde. Der VfL hatte über Fuchs die erste Chance, der Freistoß ging links vorbei, ein 1-0 wäre wichtig gewesen für die verunsicherten Bochumer Spielerseelen, Freier und Hash wollten, aber hielten den Druck nicht aus. Aza versuchte was, aber ihm kann man einfach zu leicht die Lust auf Fußball nehmen. Bönig und Maltritz können zu wenig, Fuchs und Yahia haben schon woanders zugesagt. Umgekehrt tun unsere Spieler einem Yo Konan nicht weh, harte Fouls sind unsere Sache nicht, wenn dann doofe. Aber entscheidend war gestern was anderes: Das mangelnde Aufbauspiel und das Spiel ohne Ball reicht einfach keinen Erstligaansprüchen und wer den Ball hat, geht meist im Pressing des Gegners unter. Tief stehende Gegner sind für uns ein Graus. Ein Dabro und ein Zdebel hätten gestern helfen können, auch ein Wosz als Spieler, die Drecksäure, die Leader fehlten, dem Willen einen Kopf zu geben. Im Gegensatz zu den Kommentare in den Medien, fand ich die ersten 35 Minuten zumindest angagiert, die Mannschaft kann nicht viel mehr, auch wenn 2-3 Leute sicher wegen neuer Verträge nicht alles gegeben haben, was sie können. Aber 7-8 fighteten und wollten. Trotzdem, trotz aller bekannter Probleme, Bochum hatte Ballbesitz und stocherte und hätte mit Glück ein 1-0 machen können, doch man hatte im Gegensatz zu den Roten eben mit Sestak keine Durchschlagskraft im Sturm. 96 machte aus der ersten echten Chance das Tor, wie schon gegen Stuttgart wurde ein recht guter Start nicht belohnt, die erste Chance des Gegners knickte dieses “Endspiel”. Nein, Fuchs sah erbärmlich und lässig aus, als er den sich erst rumkugelnden Bruggink passieren und einschießen lies (Hanke musste den Ball durchlassen, weil er - wie die Bochumer Hintermannschaft reklamierte Abseits war), aber das 0-1 war noch nicht die Entscheidung, weil Fromlowitz jeden Ball unterlief und fallen ließ. Hannover wurde fahrig, Bochum kam wieder auf und Hash hätte das 1-1 köpfen können und damit auch die wackligen Nürnberg unter Druck setzten können. Immer wieder peitschten die noch frohgemuten VfL-Fans ihr Team nach vorne.

Allerdings die allerletzte Agressivität fehlte…da waren nicht alle mit ganzen Herzen beim VfL - wie Darek später mit Tränen in den Augen bemängeln sollte-, weit und breit kein neuer Legat, Oswald, Lamek oder Colding, auch kein Stickes, Rein oder Zdebel…nur Bönig, der beim 2-0 durch Hanke zu spät schaltete. Drei Abwehrspieler zeigen nicht genug Biß, den sonst so stumpfen Hanke vom Ball zu trennen. Heerwagen kann an dem 0-2 nichts machen. Nun wissen viele im Stadion, es ist vorbei, Bochum steigt zum 6. Mal ab. Viele gehen ein Fiege trinken, doch der Rest muß ein Bochumer Mannschaft sehen, deren Glauben schwindet.

Trotzdem ist Bochum noch dabei Angriffe zu versuchen, doch wie schon unter Koller, Heinemann, Herrlich und nun auch Wosz fehlt die Spielidee. Die 10.000 Roten feiern mit Pocher, Kind und Co schon den Klassenerhalt, blau-weiß schweigt. Über das Ruhrstadion fliegt ein Werbeflugzeug der NPD. Das 0-3 fällt aus einem gescheiterten Angriff, 96 kontert über Pinto, der zum 0-3 einlupft. Der Abstieg. In Halbzeit zwei hätte Hannover unter tätiger Mithilfe Heerwagens das 0-4 machen müssen, doch wie Gladbach im ersten Saisonspiel half dem VfL nun, viel zu spät das Glück. Beim 0-2 hatte Gräfe einen Elfer an Maltriz übersehen…..aber ein Bochumer Tor sollte am 8. Mai nicht fallen, auch Mavraij und Co scheiterten an “Gartenzwerg” Fromlowitz. Aus Ende, Bochum stieg gestern ab und einige dutzend Fans rasteten aus, liefen auf Spieler zu, die dann, wie Yahia und Mavraji plötzlich kämpfen konnten, aber da war es längst zu spät. Die Polizei setzte Tränengas ein, es flogen Steine, Stühle und viel ging in Bochum endgültig zu Bruch, auch weil in der Nacht noch die Geschäftstelle kräftig verwüstet wurde.

Der Frust sorgte für bizarre Blüten, aber eine Relegation in Augsburg sollte es nicht geben. Warum auch, wenn unsere Osterhasen da auftreten, könnte höchstens Bischof Mixa die Rute rausholen und mal ein Watsch geben können…

Nein, seit zwei Jahren, seit der Kuntzdemission, versuchten Koller und Ernst eine viel zu schwache, falsch zusammengesetzte, wehleidige Wellnesstruppe mit Divastatus zu verhätscheln und auch drei weitere Trainer scheiterten an Gräben, die einfach zu tief waren, Fußballern, die einfach nicht 1. Liga sind und Leuten, die den Verein für sich benutzen. Das war’s. Danke für Nichts.

Tom, CB’93

 

  

 

Der Endgegner

6. Mai 2010

Es gibt ja in Videospielen fette und gruselig Endgegner, die man besiegen muß, um auf eine neues Level zu kommen. Bei Final Fantasy IV war das, glaub ich, der Newcromancer, man mußte das Pad kurz abstöpseln, wieder einstöpseln, um den zu besiegen. Ich hätte nach 3 min genervt aufgegeben, aber manche haben ihn geknackt, ob Chuck Norris dazugehört, weiß ich nicht. Chuck im Team am Sa, da wären die Jungs zumindest fit…

Trotz offensiver Woszmarschrute, trotz neuem Spaß am Training der einstigen Zaubermaus, hat so mancher Bochumer Anhänger einen berechtigten Zweifel, ob der Endgegner Hannover wie 2004 mit 3-1 niedergekämpft werden kann.

Es werden also nicht nur 21.000 Bochumer an der Castroper sehr ungewohnt fanatisch drauf sein, sondern auch 10.000 Rote, passenderweise in roten Shirts. Man muß sich fragen, ob es so geschickt war, nachdem man schon 4.000 Tix an den Gast verkauft waren, den Online-Verkauf fortzusetzten und nicht an einen NRW-Wohnort zu koppeln aus sicherheitstechnischen Gründen, damit Verlierer und Gewinner nicht Samstag direkt nebeneinander stehen. Gustl ist mehr so der Frauenfußballbeauftragte. Dass beide gemeinsam den Klassenerhalt und die Reli feiern, hängt für mich zu sehr von charakterschwachen Kölner Legionären ab, die nur dann siegen, wenn der Club zu dämlich ist. Wobei, die sind manchmal schon dämlich, 4 Niederlagen in Folge, das sagt schon was…

Dieses Endspiel, dieser Showdown, bizarrerweise am 8. Mai, wird Nerven der 31.500 kosten und jeder hofft auf ein besseres Ende, den Sieg gar, wennmöglich der Klassenerhalt am Samstag um 17.17, anstatt Randale, Frust, Depression, Tränen und brennenden eigenen Fahnen.

Hannover führt das 6-1 gegen auswärtsschwache Gladbacher Vorurlauber an sowie die “Unbesiegbarkeit” Ya Konan, dazu hat man einen teureren und mit besseren Einzelspielern besetzten Kader, der nach dem Enketod maustot schien. Darauf spekuliert man nun auf Seiten des VfL. Bochum siegte aber im Hinspiel 2-3 nach einem 2-0 durch Schlaudraff. Hannover wurde zuletzt oft von Bochum besiegt und Slomka besonders weiß, wie verlieren mit 10.000 mitgebrachten Fans in Bochum funktioniert.

Bochums Vorteil kann die leichte Arroganz und Anflüge Überheblichkeit der 10.000 Anhänger werden, weil Spieler sich sinngemäß äußerten, sie hätten nur Angst vor Fuchs. Das Statement würde zu Bayern passen, aber zu den Ns-Landeshauptstädtern? Wolfsburger und Braunschweiger mögen dem VfL die Daumen drücken, aber ey, dafür haben die ja Olli Pocher und Unsympath-50-1-Kind…

Nun kann 96 im Spiel entweder Pressen und uns zu schnellen Ballverlusten im Aufbau zwingen und kontern oder sehr tief stehen und von dort aus irgendwann mit Hanke, Bruggink und Balitsch nach vorne stoßen. Bochum könnte mit zwei Spitzen, am besten mit Sestak und Hashemian stürmen und am Ende Dedic bringen, wenn’s Not tut.

Hinten können Pferzel oder Maltriz für Concha kommen, ansonsten wird Darek der Münchenelf vertrauen, also erst Holtby, Hash, Grote und Yahia draußen. Es wird darauf ankommen, dass man HART spielt wie Oswald, dass man ENTSCHLOSSEN spielt wie Legat und dass man sich CHANCEN erspielt wie Wosz und nicht auf ein Zufallseinsnull hofft, was gerne nach Standards auch mal ein 0-1 wird. Dann wäre Bochum in Not, der 6. Abstieg nahe….Küßt einfach das Emblem und geht raus!

Bochums Fans werden Samstag voll da sein, das Kibbeln kam schon Di und die Provokation und Respektlosigekit der 96ziger Fans sich mit Ostkurvenkarten einzudecken, werden Bochums eigentlich treue Fans so beantworten, wie Fußballfans das tun. Dieser Trotz wird für tolle Emotionen sorgen, auch weil der 10.000 Mannmob von der Leine nicht still und stumm sein wird. Atmo, Spannung und Dramatik sind garantiert, aber auch Haue und Ärger.

Die VfL-Fans wollen Fr noch mal das Training besuchen und dann Sa von der Ostkurve, dem Block A oder sonstwo zeigen, wie sehr der VfL sich in der Not auf seine Fans verlassen kann, trotz des vierten Trainers, nur 7 Siegen in der Saison und 11 Spiele ohne Sieg oder der Meuterei vor dem VfB-Spiel. Samstag kommt der böse Endgegner.

Samstag sind wir FANS alle der VfL, da gibt es keine Fan Clubs, Ultras, Hools, Grüppchen, Zuschauer, Neutrale, VIPs, sondern nur Blau-Weißes Herz gegen Rot im Rund, bis zum bitteren Ende. Man weiß, wo man zu stehen hat. 

Tom, CB’93, Sektion Rheinland’04

     

Aufruf

5. Mai 2010

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