Der Druck ist zurück

4. Dezember 2016

Das 1-0 des VfL bei Arminia Bielefeld vor 17.500 Fans auf der Alm bedeutet zweierlei: Bochum wird 2017 definitiv nicht aufsteigen (frühestens 2018) und hat sich - mit 10 Punkten Rückstand auf Hannover - auch vom rein theoretischen Aufstiegskampf - nach einer potentiell guten Rückrunde - verabschiedet. Bochum kann - bei zwei ausstehenden Spielen gegen die Laternenteams aus München und Hamburg - noch unten reinzurutschen. Vor der Saison schien das abwegig. Daher steht man nun Samstag beim Heimspiel gegen die Löwen noch mehr unter Druck als sonst. Auch, wenn man vorher auswärts verlor. Heute war es zwar sonnig auf der Alm, aber die knackige Kälte untermalte die Herzen der Bochumer Fans nach 15.15 Uhr. Sie waren leer und das vor der besinnlichen Weihnachtszeit. In Hamburg heißt es saufen oder siegen.

Gegen Sechzig kann man nun hoffen, dass Ismanik plant im Las Vegas Stil in Garmisch ‘nen Stadion in Form eines riesigen Glaslöwen zu bauen, mit dieser Leistung in der 2. Halbzeit wird es auch gegen die abgefuckten Kellerkinder schwer.

Dabei startet Bochum in roten Trikots dominant und selbstsicher, hatte 70 % den Ball und Losilla schaffte es, den Ball über 5 Meter am Tor von Hesl vorbeizubringen. Das 0-1 wäre wichtig gewesen.

Nach 15 Minuten kamen endlich die biederen Gastgeber und gleich nach einer Linksflanke war Voglsammer alleine vor Riemann - und die Körner zum 1-0 hatte er - ,auch weil Perthel noch nicht so fit wirkte und beim Gegenspieler hinterherlief.

Das 1-0 aus dem absoluten Nichts. Aber das ist auch oft so gewesen 2016.

Dann wurde Arminia Bielefeld etwas frecher, doch Bochum hielt gut organisiert dagegen, hatte zunächst 0-6 Ecken und kam selten echt in Gefahr. Kramny hatte seinem Team Konter verordnet, denn mit Klos und Voglsammer schien man den Schlüssel zu haben, um Bochum zu knacken. Das war Bielefeld in der letzten Saison nicht gelungen. Diesmal sollte es leider klappen. Das lag nicht daran, das Arminia gut spielte, sie wollten einfach mehr.

Die Bochumer zündeten ein Feuerwerk, doch es waren die Fans, nicht die Spieler Verbeeks. Leider bedeutet es Strafe statt Punkte, obschon es schön aussah. Die zweite Halbzeit sollte richtig schlimm werden. Bochum nicht mehr mit genug Ballbesitz und ohne Passsicherheit. Da fehlten Eisfeld, Wurtz, Stöger, Bastians, Celozzi, aber auch das letzte Aufgebot in Dresden war passsicherer gewesen. Die Fehlpässe kamen wieder zu Bielefeld, die ihrerseits mit dem Ball nichts anfangen konnten. Das war in Teilen richtiger Antifußball von beiden Seiten.

Nein, das war gar nix mehr - bis zur 85. Minute. Die letzte echte Chance vor der Pause hatte Dawidowicz per Kopf, dann testete Hoogland noch mal, ob er wusste, wo das Tor ist. Dann kam die Schlussoffensive, Gündüz war gekommen und Mlapa und Hoogland hatten noch mal zwei Hundertprozentige. Hesl parierte einmal toll, ein Bielefelder traf noch das eigene Gebälk. Sicher, hier hätte das dann auch verdiente 1-1 fallen können. Hätte. In den vier Minuten Nachspielzeit fehlte dem VfL auch Glück wie so oft in der Hinrunde. Aber richtig erzwingen wollten es die Mannen um Losilla, Stiepermann und Merkel nicht. Letztere waren wie Perthel erstaunlich schwach.

Aber die vielen Verletzten, die formschwachen, die Offensivabgänge und das Pech - oder die blöden Schiris - sind nicht schuld an der Leistung der 2. Halbzeit - oder wenigstens nur teilweise. Und das war ja nicht das erste Mal, dass man Tore kassiert, nachdem man 20 Minuten das Spiel fest in der Hand hatte. Ob die Verletzten falsches Training bedeuten, ob man die falsche Taktik auswärts wählt, ich glaube es nicht. Aber Verbeek muss nun Lösungen finden.

Aber genau diese stetigen Auswärtsniederlagen nehmen uns jede Chance nach oben und wenn wir nun zu Hause mal verlören, müssten wir uns eher an Aue orientieren und nicht mehr an Braunschweig.

Das klingt sehr bitter, ist aber Realität, denn niemand ist gefährdeter als der Abstiegskandidat, der seine Rolle unten gar nicht wahrnimmt.

Waren die Fans zusammen mit Villis und Wurtz bis dato die Sieger dieser Hinrunde beim VfL, wird das auch wieder diskutiert werden.

Nee, der Bochumer Herbst zieht sich in den Winter rein und ich wird melancholisch. 2006 Ostern war der letzte Aufstieg, kommt es 2018 oder 2019 dazu? Werden wir lange warten?

Ich weiß es nicht, ich weiß nur, das 3-60 hatte das falsche Timing sich dieses Spiel als Betriebsausflug zu wählen. Und die Sonne war schön - oh war die schön.

Danke Sonne.

Tom, CB’93

Das Kalb muss zur Kuh

3. Dezember 2016

Vor zwanzig Jahren stellte das Duell von Bochum in Bielefeld ein ähnliches Highlight dar wie Duelle in Dortmund, Schalke oder Mönchengladbach. Man fieberte tagelang dem West(falen)derby entgegen, Wosz rockte die Alm, Colding holte vor dem VfL-Awaysupport die Eckfahne raus und Mamic hat mal im Schnee “ins Tor geschissen”- We made memories. Es war die gute, alte Zeit von Stratos, van Heesen, Lamm und von Stickroth, Gaukler, Toppi und Peschel, eigentlich eine schöne Zeit “im Fahrstuhl” für beide Teams. Unabsteigbar war man nicht mehr, aber man fetzte sich mit der ostwestfälischen Provinz, Bochum hatte leicht die Nase vorn.

Heute wäre man froh, wenn man diese Nach-Bosmannurteilzeit noch mal mit dem alten Commando-Banner vor dem Block A nochmal erleben könnte. Aber die Welt dreht sich weiter, die Zeit rast und die Realität könnte bald wieder Abstiegskampf sein, aber eine Liga darunter.

Arminia spielt eh gegen den Abstieg, mit Klos oder Vogelsammer (der heißt wirklich so) auf dem Pin, dazu sehen wir Cacutalua wieder. Rehm musste als Meiernachfolger schon gehen, dann kam kurz Rupp und der Debütant Kramny siegte mit Bielefeld wieder und nun kommt der alte Rivale Bochum.

Bielefeld sieht den Absturz von Paderborn (Liga 4 ist möglich) sicher mit einem Schmunzeln und Bochum ist diese Saison auch nicht so stabil wie letztes Jahr, vor allem auswärts schwächelt Bochum.

Man siegte zwar in der Schießbude Aue, verlor aber auch viermal auswärts und erzielte zwei Remis, d.h. die VfL-Tendenz geht statistisch wieder zu einem Unentschieden wie im Vorjahr.

Der 13. fährt mit 2500 Fans beim 16., das wiederum hört sich nach einem grauen Sonntagvormittag an mit überschaubarem spielerischem Glanz. Dafür hat der VfL auch guten Grund: fielen bei Dynamo 11 Spieler aus, so helfen Verbeek wieder 3-4 Rückkehrer. Wurtz wird gelbgesperrt “sehr” fehlen, dazu Eisfeld, Stöger und hinten Bastians und Fabian - das ist immer noch ein Brett.

Zwar ist der VfL immer noch in der Spielanlage reifer und Arminia wird vermutlich nicht stumpf anrennen, aber die Ostwestfalen werden sicher gepusht vom Heimpublikum versuchen, Bochums Defensive 1-2 Mal zu überwinden. Das ist nicht unmöglich, also müssen auch Mlapa, Quaschner und Weilandt für uns treffen. Auch sie werden es uU tun. Diesmal gibt’s ein 1-1, was zu wenig wäre.

Es sind die Wochen der tabellarischen Wahrheit für den VfL, 10 Punkte nach Plattz 3 und 7 Punkte nach unten, gegen Arminia, 60, Pauli entscheidet sich, wohin im Februar die Reise gehen kann.

Trotz der Offensivabgänge und des epidemischen Verletzungspechs unterstützen die treuen Fans ihr Team noch vorbildlich. Damit das so bleibt, brauchen wir 7 Punkte aus diesen drei Spielen gegen Teams aus der Abstiegszone.

Umgekehrt, verlören wir in Pauli, Bielefeld und siegten nicht gegen die Chaoslöwen, dann hängt man sich diese Tabelle nicht unten den Weihnachtsbaum.

Es wäre ein weiteres verlorenes Jahr und der Abstiegskampf drohte.

Das Kalb muss zur Kuh und nicht umgekehrt.

Wir sehen uns auf der Alm.

“Ostwestfalen……..!”

Tom;CB’93

Der Rest wie immer von VfL4u:

Sonntag, 04.12.16, 13:30 Uhr, Schüco-Arena

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover, pfiff den VfL zuletzt beim 2:1-Sieg in Nürnberg im März 2015)
Assistenten: Guido Kleve (Nordhorn), Henry Müller (Cottbus)
4. Offizieller: Franz Bokop (Vechta)

Die letzten Spiele gegen Bielefeld: VfL - DSC 2:2 (06.03.16; Terodde (2); Ulm, Nöthe), DSC - VfL 1:1 (22.09.15; Klos; Terodde)

Voraussichtliche Aufstellungen:
DSC: Hesl - Schuppan, Börner, Behrendt, Lang - Hartherz, Schütz, Prietl, Ulm (Junglas), Voglsammer (Hemlein/Görlitz) - Klos
VfL: Riemann - Perthel, Dawidowicz (Gül), Hoogland, Wydra (Gyamerah) - Novykovas (Weilandt/Rieble), Stiepermann, Quaschner, Losilla, Merkel - Mlapa

Abrutschen in Zeitlupe

26. November 2016

Gebratene Mandeln, Glühweinduft, Stollen und “Last Christmas”, da lockte in Dresden der legendäre Striezelmarkt die VfL’ler - und Bochums Auswärtstroß kam in die Landeshauptstadt - mit ihrem nicht immer guten Image aber der Traumsilhouette. Der VfL spielte am Ende 2-2 bei Dynamo Dresden. Ein Punkt, ein Sieg der Moral, etwas glücklich, aber aller Ehren wert - mit der Bochumer Rumpfelf. Punkteteilung, zwar drittes Spiel sieglos in Serie, aber die 6. Auswärtsklatsche (mit dem Pokal) in dieser Saison noch mal verhindert, das 19. oder 20. Spiel saisonübergreifend mit Gegentoren……wir rutschen in Zeitlupe nach unten…aber ganz, ganz langsam, trotz des Punktes - oder wir bleiben 11.ter.

Am 1. Advent gab es in Dresden einen wichtigen Punkt für die Moral zu holen - für ein sehr, sehr stark ersatzgeschwächtes Bochumer Team, das sich stets redlich mühte. Aber hinten bekamen die Bochumer Grünschnäbel den Laden nie richtig dicht. Und oft hatte Bochum nur Glück, nicht um die Pause zwei bis drei weitere, mögliche Gegentreffer kassiert zu haben. Rieble, Gül, Hoogland, Wydra, (!!!) - dazu ein erneut schwacher Stiepermann - hätten wie der VfB Stuttgart bei Dynamo enden können - mit ‘ner fetten Klatsche. Aber Bochums Moral bleibt intakt. Und das alleine macht Hoffnung für Ostwestfalen und die Löwenjagd.
Dazu muss man auch noch sagen, war der wackere VfL in Anfangsphase unfähig, einige glückliche Fingerzeige zu nutzen. Dresden hatte - wie letzte Woche der VfL - ein reguläres Heimtor geschossen, der Ball war über der Linie, doch auch diesmal gab der Schiri das 1-0 zu Unrecht nicht. Das war erst mal Glück für den VfL und seine Elf.

Dann kontrollierte der VfL Bochum das Spiel auch kurzzeitig, und nach einer Ecke, machte der (freie) Wurtz das 0-1. Jubel der 800. Dieser saarländische Striker wird uns in Bielefeld gelb-bedingt nun auch noch fehlen - Käse. Da hätten die Westfalen nachsetzen können und müssen, wer weiß, was nach dem 0-2 passiert wäre. Das Problem ist aus dem Vorjahr bekannt, man setzt nicht genug auf ein weiteres Tor und kriegt vermeidbare Gegentore. Aber dieses totale Schwimmen der Abwehr erinnert an die Anfangszeit unter Verbeek, wo man hinten auch schon mal “vogelwild” spielte. Da werden “Lügenpresse”-Fragen kommen auf Pressekonferenzen, die man nicht mehr so leicht arrogant wegwischen kann. “Wieso wird Bochums Abwehr so oft zum Torso?” - wird da gefragt werden: Klar, Fabian, Bastians, Perthel und Celozzi sind die komplette (absente, weil verletzte) Viererkette und diese fehlte in Sachsen augenscheinlich (Dazu Eisfeld, Stöger und Quaschner) und damit war für Neuhaus’ Dresdener der Weg frei zum verdienten 1-1 Ausgleich (Stiepermann zu langsam). Und dann stürmte der SVD zum schnellen 2-1, weil Novikovas am 16er dumm dribbelte und Kutschke Riemann alt aussehen lies. Dynamo kippte das Spiel furios, dann drehte Schwarz-Gelb richtig auf vor über 27.000 Fans.

Bochums wenige Chancen verpufften nun etwas in der Vorweihnachtszeit. Man kriegte Angst vor dem TV als VfL’ler.

Dresden kam dominant aus der Pause, Riemann, Alu und Glück retteten die Bochumer über die Zeit hinweg, bis Gertjan mit Dawidowicz, Gyanerah und Gündüz neue Impulse setzte - und Mlapa und Wurtz nun versuchten, aus den großen Schuhen von Terodde, Bulut und Terra hinauszutreten. Erst gab es zwei bis drei Fahrkarten, dann machte Mlapa das 2-2 und bestrafte die Dünämös, die allzu siegessicher und passiv geworden waren. Der Hattinger Neuhaus darf nun im CE31 von Bochum nach Hattingen fahren, ohne sich allzu diebisch zu freuen. Fuchs Verbeek hatte das Ruder mit der intakten Moral seines Notteams rumgesissen und die Fachleute und die Fans ziehen den Hut. Aber in der Tabelle sieht man das nur bedingt.

So geht es mit Trotz nach Bielefeld. Und ohne Wurtz……..aber mit heißem Herzen. Diesmal nehm ich den Zug.

Aber irgendwie kriegen wir auf der Alm elf Mann aufs Feld, wetten?

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an die vielen Sonderzugfahrer (auch die, die den Zug verpassten) und die Geburtstagsdrohne

In the middle of nowhere

24. November 2016

Wenn man 7 Punkte nach oben und 7 Punkte nach unten hat, ist man im gesicherten Mittelfeld. Das ist aufgrund des Verlustes an wichtigen Torgaranten und dem fast biblischen Verletzungspechs (Bastians kam dazu!) aller Ehren wert. Allerdings sehen die Zuschauer sowas anders als die 14.000 treuen Fans, die fast immer da sind. Bochum ist nicht mehr unter den Zuschauertopten der 2. Liga und das obwohl Verbeek Heimstärke garantiert, während Neururer dies eher als Zielformulierung hatte. Doch auswärts hat der VfL ein doppeltes Problem. Man kassiert immer 2-3 Tore und schießt öfter mal keins. In Würzburg, in Düsseldorf, in Kaiserslautern und mit einem Tor in Fürth zwar, aber dennoch sieglos, gingen die letzten vier Asuwärtsauftritte verloren und nun muss man zu den Mentalitätsteam aus Dresden unter Ruhri Neuhaus. Der kennt den Pott und auch Verbeeks Taktik, dazu seine Misere mit den fehlenden Bastians, Eisfeld, Stöger, Celozzi, Fabian, Gyamerah, Saglam und Bandowski. Und neusten Gerüchten zufolge auch Quaschner und Perthel…….Der Uwe N. verlässt sich sicher auf den K-Block-Roar, Gogia und einen soliden Aufsteiger, dazu Bochums Auswärtsschwäche.
Was also macht Samstag Hoffnung bei 10 Verletzten? Der Sonderzug und die damit insgesamt 700 Bochumer hoffen auf ein ersatzgeschwächstes Team, das konzentriert kämpft und antizipiert. Aber was soll uns VfL’ler Hoffnung geben, dass es zu Null bleibt? Riemann ist auch nicht immer fehlerfrei und vor ihm fehlt sicher die Konstanz, für die Dawidowicz und Gül keine Garanten sein können!

Wenn in Dresden der Striezelmarkt auf ist, die Christstollen über die Ladentheke gehen, bleibt der VfL eine Wundertüte aus spielerischen Möglichkeiten und Abwehrfehlern. Am Ende muss der Bock zweimal auswärts umgestoßen werden (auch in Bielefeld), will man den Kontakt nach oben für eine immer noch mögliche Rückrundenaufholjagd nicht verlieren. Terodde mag man nachweinen, aber Mlapa, Quaschner und Merkel sind die Realität und ein Wunschkonzert ist die 2. Liga nach 7 Jahren für die Westfalen immer noch nicht.

Sollte man in Sachsen verlieren, ist die Fahrt zur Alm ein anderes MÜSSEN, denn Bochum braucht dann Punkte gegen unten. Und das will nach einem Jahr als 5.ter an der Castroper niemand. Villis, Hochstätter, Engelbracht und Verbeek haben gut gewirtschaftet (Türkeiabsage nicht nur aber auch um Geld zu sparen!) und das sollten die Fans auch wieder am Tabellenplatz erkennen.

Doch weder Elbkaida, noch die Faust des Ostens, noch der Herr Neuhaus oder Herr Minge werden groß beeindruckt sein, vom 1-1 gegen Spitzenreiter Braunschweig.

Es geht schlicht um Punkte und außer in Düsseldorf und Walldorf hatte man in allen Auswärtsniederlagen stets den Keim eines möglichen Auswärtssieges. Den müsste man mal pflegen.

Was wohl der Kambodschamann dazu sagen würde?

Samstag, 26.11.16, 13:00 Uhr, DDV-Stadion

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 gegen Düsseldorf im September 2015)
Assistenten: Johann Pfeifer (Rodgau), Marcel Unger (Halle/Saale)
4. Offizieller: Holger Henschel (Braunschweig)

Die letzten Spiele gegen Dresden: DD - VfL 2:1 n.V. (28.10.14; DFB-Pokal; Eilers (2), Terodde), DD - VfL 0:0 (20.12.13), VfL - DD 1:1 (29.07.13; Fabian; Fiel)

Voraussichtliche Aufstellungen:
DD: Schwäbe - Kreuzer, Ballas, Modica (J. Müller), F. Müller - Berko, Hauptmann, Hartmann, Lambertz, Gogia - Kutschke
VfL: Riemann - Perthel, Gül (Dawidowicz/Canouse), Hoogland, Wydra (Gyamerah) - Quaschner (?), Stiepermann, Wurtz, Losilla, Merkel - Mlapa

Tom;CB’93

Tip: 2-0 für Dynämö

Die Galaktischen

19. November 2016

Also galaktisch war gestern bestimmt nicht der Spitzenreiter aus Braunschweig,aber die Bochumer Notelf spielte zumindest richtig gut beim 1-1 im Ruhrstadion. 18.000 Zuschauer haben mit guter Laune, Bier und Hüpfen dem Wind und Regen getrotzt und das schlechte Schirigespann übertönt.
Bochum bleibt eine Heimmacht unter Verbeek, hätte gar den Sieg verdient gehabt und die Eintracht vergibt wieder mal eine Führung.
Bochum spielte von Anfang an druckvoll, Debütant Merkel zeigte, dass er pölen kann und Losilla wie Stiepermann stabilisierten mögliche Ungelichgewichte gegen Blau-Gelb. Riemann blieb bis zum Pausenpfiff beschäftigungslos und das konnte man vom Braunschweiger Torhüter nicht sagen.

Leider gab das unsichere und fahrige Schirigespann ein klares 1-0 von Hoogland nicht, der Ball war mindestens einen Balldurchmesser hinter der Linie. Da hatte der Schiri ein schlechte Posi und der Linienrichter Tomaten auf den Augen.

Der Kambodschamann nahm das alles mit stoischer Ruhe, er hatte Lederhandschuhe an. Aber das 1-0 fiel dann auch deshalb nicht, weil Bochum bei aller Dominanz der Punch fehlte. Vom Tabellenführer aus der Fastlandeshauptstadt von Niedersachsen sah man nur Reaktion keine Aktion. War das Abwarten Lieberknechts Taktik oder schlicht Bochumer Überlegenheit? Wirkte das bis zum Pausentee so, als sei Bochum wie vor einem Jahr Spitzenreiter und nicht die Eintracht, so änderte sich nach dem Pausentee wenig.

Wieder dominierten die Blauen, die Stimmung war sturmfest in der Ost und die Kumbelas und Bohlands hatten weiterhin Sendepause, der VfL bestimmt das Spiel ohne galaktisch zu sein. Dazu muss man sagen, Mlapa ist vorne weiter spielerisch und läuferisch verbessert, aber weil auf ihm die volle Angriffsperspektive lastet, fehlt ihm manchmal die letzte Konzentration beim Abschluß. Eine Alternative auf der Bank wäre Gündüz gewesen, aber gut, der kam ja auch irgendwann.

Dann, als es fast auf ein 0-0 wie bei meiner FIFA 17-Vorspiel aussah, fiel aus einem Konter das 0-1 für die Gäste durch Striker Kumbela. So geht das, wenn man die Tore entweder nicht macht oder der Schiri sie nicht anerkennt. So ungerecht kann Fußball sein und wer jetzt vom Spitzenteam aus Braunschweig redet, der beschreibt die nackte Tabelle, aber nicht deren und unsere Leistung am gestrigen Abend.

Bochum stellte sich erneut auf, trotz Gegenwind in der 2. Halbzeit (eine Tatsache, die ich den dem Kambodschamann schulde) und die Eintracht kriegt aus einem Gewühl ein Quaschnergegentor. 1-1 und vorher hatte Mlapa Pfostenpech, der Fußballgott musste was tun für den gebeutelten VfL.

Dann, nach dem 1-1 sah man endlich Kampf und Spielinitiative von Blau-Gelb, auch weil dem VfL auf dem schweren Boden die Kraft für spektakuläre Aktionen etwas fehlte. Aber vorher hatte auch 70 Minuten nur unsere Mannschaft gespielt. Hochstättertheater, Verletzungen von Eisfeld, Fabian, Celozzi und Stöger, Länderspielpause und die Fürthniederlage haben uns nicht umgehauen und das honorierten die Fans gestern mit “ihr habt gekämpft, wir haben es gesehen!”. Eigentlich war das gestern fast zu wenig, nicht nur das Remis, auch dieser Gesang. Sie haben gut gespielt, waren besser und sind wieder aufgestanden. Das lässt auf eine gute Rückrunde hoffen.

So gingen alle zufrieden auf den Weihnachtsmarkt und zu Liz. Nur der Rückenproblememann vor dem Block A war froh, dass die krassen Fans den Platz nicht nach dem Schiripatzer stürmten. So hatte er ne ruhige Schicht und die Galaktischen fahren Samstag mit großem Gefolge nach Dresden.

Der Drohni wird ja auch 45…..

Tom;CB’93

Takatukaland

15. November 2016

Als man klein war, lebten man wie viele Kinder in einer Phantasiewelt - wie einst Pipi-Langstrumpf: da machte man sich die Welt eben, wie sie einem so gefällt,.. mit Tommi, Annika und Affe Nelson, kunterbuntem Haus und so. Als Bochumer lebt man eher selten in so einer Welt und wenn doch, war man spätestens vor einer Woche wach. Terrodde weg und scort woanders…..Der “zur Mutter aller Chaosclubs” mutierte HSV baggerte mit viel Geld (Gehalt!) an VfL-Sportchef Hochstätter, weil man an der Alster gehört hatte, dass der Augsburger auch mit wenig Geld kann. Das ist schon ziemlich frech, an einem zu baggern, der noch (lange) gebunden ist, verboten ist es nicht, vor allem, wenn der Betreffende wie “ein Ründe rüberkommt, der eine läufige Hündin namens Geld” schnuppert, werden die einen sagen. Wacht auf aus eurer “Pipi-Langstrumpfwelt” flüstern die anderen. Geld regiert die Welt beim HSV, bei Red Bull Dosencool, beim großen FCB, gelben BVB und sogar beim Freitagsgegner BTSV Eintracht Braunschweig - die waren schließlich die ersten mit Jägermeisterwerbung. Also, sein wir ehrlich, der Vorgang war branchenüblich.
Hamburg wollte trotz der Kühnemillionen nicht so viel zahlen und Bochum nicht Sportdirektor und Gesicht verlieren. Bochum siegte “irgendwie”, Hochstätter bleibt (vorerst) und nun stellt sich die Frage, wieviel mehr nach den Absagen von Heldt, Hoogma, Hochstätter man sich noch blamieren kann - im hohen Norden. Warten wir es ab. Werder schickte Sripnick in die Wüste, Lienen wackelt bei St. Pauli, aber beim Gast aus Braunschweig ist Lieberknecht seit 10 Jahren fest im Sattel. Kommt es normal, ist Braunschweig mit Hannover und dem VfB oben - und Hamburg steigt endlich ab, nachdem man seit 3-4 Jahren sich redlich bemüht, genau das zu tun. Die Nummer eins im Norden wäre wieder Werder, wie 2004 und 2009 und Uwe Seeler wäre sehr traurig. Zurecht. Nun, die letzten Hamburger werden Sonntagabend aus ihrer Pipilangstrumpfwelt erwacht sein, die Eintracht könnte dem HSV auch in der Relegation begegnen.

Am Freitag im Ruhrstadion darf man gespannt sein, wie Kumbela, Boland, Khelifi, Matuschyk und Reichel dem ersatzgebeutelten Heimteam des VfL die Stirn bieten können. Die Niedersachsen kommen mit breiter Brust, als Erster, eingespielt und voller Tatendrang. Bochum bleibt eine Heimmacht und wenn Verbeek noch den guten alten Biss hat, dann wird es spannend im Ruhrstadion vor ansprechender Kulisse bei Shitwetter.

Ich muss zugeben, vor einer Woche hatte ich ‘ne Motivationsdelle. Die Bielefeldtour, irgendwie keine Lust, Braunschweig vor Kopf, naja gut, da geh ich schon hin: aber Bock? …. der 11. der Zwoten Liga hatte gefühlt seine Seele verkauft, aber die treuen Fans in Bochum meutern nicht mehr, sie bleiben standorttreu, auch nach dem 1-2 in Fürth und standhaft. Sie, unsere Fans, sind die wahren Sieger des durchwachsenen Starts aufgrund der von ihnen bewahrten Contenance, auch beim Hochstätterpoker.

Wir Castroper sind weder im Management noch auf dem Rasen ein Selbstbedienungsladen, Verletzungen von Fabian, Stöger, Celozzi, Gyamerah oder Saglam mal aussen vor. Denn unsere Heimbilanz ist gut und unsere Lust auf Löwenskalps ungebrochen.
Siegten wir VfL’ler einige Male an der Hamburger Straße, so waren einige Duelle an der Castroper schwierig.

Ach Freitag wird’s hart gegen den Meister von 1967, weder Balldominanz, noch unser Verbeek’sches 4-2-3-1 machen uns gegen torgeile Blau-Gelbe sicher, denn ZWEI (!) Gegentore scheinen zuletzt Bochumer Recht.
Da muss man sich was einfallen lassen.

Verrückt wäre ja mal 1-0 zu tippen, das würde kaum ein Bochumfan tun, also nicht auf Heimsieg setzen, sondern auf ein zu Null-Spiel vom unkonstanten Riemann.

Aber sich deshalb einnässen vor Braunschweig, sollte man sich aus VfL-Sicht auch nicht, schließlich spielte EB gegen Hannover remis und das gelang auch uns. Die Nichtlandeshauptstadt-Niedersachsen wurden Meister der Kontinuität und konstrastieren sich von daher stark vom Gebaren Beiersdorfers, eine Mischung aus Arroganz, Großstadtgehabe und Unfähigkeit in der Sache.

Die Bochumer Elf, die ab 18.30 Uhr über den nassen und kalten Rasen flügt, wird wiederum an ihrer Einstellung über 90 Minuten gemessen werden und muss erneut eine erneute Auswärtsscharte zu Hause ausmerzen. ABER: Auf vier Auswärtsniederlagen erfolgte nie eine Heimniederlage, das muss man auch bemerken können.

Mlapa netzt, Kumbela auch, das wird ein gutklassiges 1-1, tippe ich. Mal sehen, was der Kambodschamann dazu sagt….und der VfL-Jesussuperstar.

Und wie werden die Fans Hochstätter empfangen. Zurückhaltend, aber nicht negativ, er machte das, was man macht als Profi, das Herz etwas unterkühlt, das ist was anderes….

Aber damit muss es auch gut sein.

BTSV: Egal, egal, egal, egal, egal, egal, egal, egal, egal, egal, egal, egal

VfL: Riemann - Perthel (Rieble), Bastians, Dawidowicz, Hoogland (Wydra) - , (Hoogland), Stiepermann, Wurtz, Canouse (Losilla), Weilandt - Mlapa

Tom,CB’93

P.S.: Der Film POTTORGINALE von Gerrit S. im UCI morgen im Bochumer Ruhrpark, dazu ein rotes Trikot im Fanshop

Aufbaugegner

5. November 2016

Das 2-1 des VfL Bochum in Fürth ist für sich betrachtet etwas unglücklich. Man muss dann nicht viele Worte machen, diese Niederlage tut wie immer sehr weh. Bochum rutscht ab, verliert am Ronhof jeden Kontakt nach oben und kann gegen Eintracht Braunschweig auch nicht mehr auf ein volles Haus hoffen. Diesmal haben die Fans, die da eventuell zu Hause bleiben nicht ganz unrecht.

Bochum reagierte diesmal anders als in Lautern erstmal und dominierte nicht die erste Viertelstunde, sondern reagierte geschickt. Wieder war ein Defensiver ausgefallen, dabei bin ich ganz froh, dass der Rutscher vom Betzenberg, nicht dabei war. Diesmal hielt der VfL auch ein zu Null zur Halbzeit, wie gegen Heidenheim. Trotzdem stand am Ende das 2-1, zwei Gegentore scheint neues Bochumer Recht.

Nein, für sich betrachtet, geht so eine Niederlage klar: in der Serie in Walldorf, Würzburg, Düsseldorf, Lautern, Fürth geht diese Auswärtsbilanz gar nicht. Ein Sieg in Aue dazwischen macht den Kohl nicht fett.

Also, Bochum hielt gegen kleinen Franken, die seit 4 Spielen nichts getroffen und nicht gewonnen haben, das 0-0 mit drei Ex-Fürthern.

Das Hauptproblem heute war zum einen Pech und Unvermögen hinten beim 1-0, bei dem Freis Glück hat. Vorher macht ein Bochumer, die 100%-Chacce nicht, ein Grün-Weißer macht das 1-0. So ist das Leben, so ist Fußball.

Bochum zeigt sich danach entschlossen im Aufbau und erarbeitet sich Chancen - aber ohne Punch. Aber weder Mlapa noch Wurtz sind Tormaschinen wie Terodde mit Terra eine war. Und da beißt die Maus keinen Faden ab, die fehlende Effektivität bei vorhandenen Chancen ist auswärts der Knackpunkt, dazu ein ersatzgeschwächte Abwehr. Daher verliert Bochum sein 4. Auswärtsspiel (plus eins im Pokal), obwohl Gündüz nach 1,5 Jahren mit einem Tor furios beim Comeback trifft. Welcome back Selim.

Probleme Nummer 2 ist die Spielweise: Mlapa läuft sich bei dem Fritz-Walter-Wetter kaputt und Quaschner sitzt noch auf der Bank. Was soll der Trainer tun, einen echten Stürmer kann man sich nicht stricken, dies allerdings ist ein Problem mit Ansage.

Fürth macht in der 82. Minute das 2-1. Gegen uns würde vermutlich Fortuna Hagen zweimal treffen, da pennt Hoogland, der wie Riemann seit Wochen in einer höchst wechselhaften Form.

Der Regen plätschert weiter, Bastians hätte das 2-2 machen können und Bochum ist der ideale Aufbaugegner, Ruthenbeck gesaved. Sauber. Bielefeld und St. Pauli können sich freuen und wir Hardcorefans können Freitag wieder von vorne anfangen.

Ganz ehrlich, bin etwas genervt. So wie der VfL zur Zeit ist, schlaf ich vor der Halbzeit auf der Coach ein: Gut dass der Kambodschamann nicht neben mir saß. Aber das sagt alles, 2016 sind wir auswärts langweiliger Aufbaugegner. Leider.

Tom,CB’93

Das antigrüne Quark

4. November 2016

Es gibt ja - wie wir seit den Philosophen im alten Griechenland wissen - kleinste Teilchen, Atome, von griechisch atomos, unteilbar. Ungefähr da war Greuther Fürth mal die Macht im Deutschen Fußball, zusammen mit den verfeindeten Nürnbergern. Spaß……..;-) Naja, aber zu der Zeit als Fürth die deutsche Fußballszene mit dem Club zusammen regierte, da wurde endgültig klar, Atome sind doch nicht unteilbar. Und sie bestehen nicht nur aus Protonen, Neutronen und Elektronen, nein, Protonen bestehen auch noch weiter aus Quarks. Und diese up-und-down Quarks haben kleinere (sehr sehr kleine) Ladungen, sogar Farbladungen wie Grün oder gar das famose Antigrün. Im Ernst etwas kann antigrün sein, rein physikalisch. Wir Bochum-Fans haben uns sicher schon mal grün geärgert und wie wir uns Samstag fühlen werden, nach Bochums Ausflug an den Ronhof, wer weiß das schon.
Gut, am Anfang dachten viele Fans, die neuen Offensiven werden mindestens ihre Zeit brauchen, um die Torgefahr des Vorjahres zu erreichen. Es gelang irgendwie recht schnell eine gewisse Torgefährlichkeit zu entwickeln. Mlapa zeigte gegen Heidenheim, ich bin kein Chancentod wie beim 0-3 in Kaiserslautern. Alles wäre vermutlich besser beim aktuellen VfL, wenn man nicht diese biblische Verletztenmisere hätte. Stöger und Eisfeld fallen bis zum Mai aus, wenn es doof kommt, dazu kommen Fabian, Losilla; Quaschner, Perthel und Celozzi und Gündüz erst langsam wieder in die Hufe bzw. sind noch unfit. Gyamerah ist auch wieder verletzt und was noch kommt an Ausfällen, weiß keiner genau zu beantworten. Seriös kann man nicht wissen, wann dem VfL die volle Manpower zur Verfügung steht. Vermutlich erst im Mai, zum Schwarzärgern.
Und nun muss man in die ewig umbenannte Arena, die Fürther sind seit 4 Spielen sieg- und torlos, Ruthenbeck wackelt nach dem schlechtesten Start der Franken seit 11 Jahren. Wie der FCK muss morgen die SpVGG Greuther Fürth gewinnen und steht heimisch nun besonders unter Druck. Das wäre gut, wenn sich mit Pawel Dawidowicz nicht wieder ein Defensiver abgemeldet hätte. Aber das ist morgen halt so, wenn die Grün Weißen auf unseren VfL treffen, dafür hat das Playmobilschiff, der fiese Kräuterfurz, die Vestenbergsgreuther, dann haben die ein Motivationsproblem bezüglich ihrer internen Strukturen, wenn man den Medien glauben darf und wir extreme Verletzungssorgen.
Aber Verbeek jammert ja nun wirklich nicht und die 500 Fans vor Ort nehmen es, wie es kommt. Es kommt ein 2-2 und ich trau mich nicht mehr auf Fifa vorzuspielen seit Kaiserslautern.
Aber ein Sieg wäre gleichzeitig ein wichtiger Fingerzeig vor einem Spitzenspiel gegen Jägermeister Braunschweig.

Leute, ich sehe antigrün….

Tom, CB’93

Daten von VfL4u:
Samstag, 05.11.16, 13:00 Uhr, Sportpark Ronhof Thomas Sommer
Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt, pfiff den VfL noch nie, war beim 1:1 in Nürnberg im Februar 4. Offizieller)
Assistenten: Tobias Fritsch (Frankfurt), Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main)
4. Offizieller: Tobias Endriß (Bad Ditzenbach)
Die letzten Spiele gegen Fürth: VfL - SGF 2:2 (20.03.16; Terodde, Rafael; Gießelmann, Berisha), SGF - VfL 0:5 (03.10.15; Terodde (2), Terrazzino, Röcker (ET), Mlapa)
Voraussichtliche Aufstellungen:

SGF: Megyeri - Gießelmann, Franke, M. Caligiuri, Heidinger - Freis, Hofmann, Zulj, Kirsch (Djokovic), Sararer (Narey) - Berisha
VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Dawidowicz, Hoogland (Wydra) - Saglam, Stiepermann, Wurtz, Canouse (Losilla), Weilandt - Mlapa

VfL-Jesus und der Riesenkürbnis

30. Oktober 2016

Morgen feiern wir Hindus die Befreiung der Bundeslade in Ägypten durch Jesus, der damit die Herrschaft der Riesenkürbisse ein für allemale beendete. Als Bochumfan, Protestant und Altultra kann ich da nur sagen: “Ein Glück”, “Happy Chanukka” und “Weihnachten - da geh ich eh nicht hin!”. Das sagte sich heute auch der Kambodschamann, der ebenso fehlte wie unsere Kommnunikationsdrohne. Beide wurden nicht nur laut Stadionflüsterpropaganda vermisst, ihre Plätze blieben leer. Ach ja, Bochum siegte 2-1 in einem - wegen der Notaufstellung am Ende -nicht minder notwendigen, aber dennoch überraschenden Arbeitssieg. Und Horrorclown werde ich in dem Leben genauso wenig mehr wie Verkehrspolizist oder Rodeoreiter. Aber Erdnüsse stricken kann ich.
Der Mix den Chefkoch Verbeek heute zusammenmixte, schmeckte am Ende den knapp 14.000 Zuschauern - minus den 300 Gästefans - ganz ordentlich. Die Elf des VfL, die nach 90 Minuten auf dem Platz stand, war eine bessere B-Truppe - und dafür war der knappe Heimsieg ein sehr respektables Ergebnis. Den 14.000 Bochumern fiel eine kleine Last vom Herzen, denn nach Offensivverkäufen, Verletztenmisere und den Auswärtsniederlagen hatten viele Angst um ihren VfL. Da kam das heutigen Ergebnis gegen den Dritten Heidenheim genau zum richtigen Zeitpunkt und man ging sehr erleichtert nach Hause oder in die Kneipe umme Ecke zum Absacker.
Der VfL begann nicht nur ersatzgeschwächt (Fabian, Losilla, Eisfeld, Celozzi, Gyamerah und Stöger), sondern auch zielstrebig und effizient. Vorher tauchte Rot bei einem Standard kurz vor Riemann auf, doch der VfL stand zunächst kompakt.
Dann ein langer Pass von Stiepermann auf Mlapa, der blieb cool und schoß unten rechts ins Tor des chancenlosen FCH-Keepers. Das gab dem Gastgeber Sicherheit und die Westfalen legten nach und einem Foul von Beermann an Mlapa zeigt der Schiri auf den Punkt. Der Rote wurde getunnelt durch unsere schwarze Perle, die fällt, ein Foul im Strafraum: Bastians nicht ganz sicher gegen Müller, aber es steht beruhigend 2-0.

Die verdiente Führung des VfL gegen eine Mannschaft, die zwar viel den Ball hat in Halbzeit eins, aber nichts Zwingendes zustande bringt. Hatte Heidenheim den VfL unterschätzt, war Bochums Taktikumstellung entscheidend? Der VfL nicht wie gewohnt mit viel Ballbesitz, man lies den FHC kommen und die hatten in der ersten Halbzeit nur zwei drei Torchancenansätze.

Das 2-0 in der Pause wäre ein Vorentscheidung gewesen, doch der VfL ist seit 19 Spielen nicht ohne Gegentor ausgekommen: Er schaffte es auch heute nicht. Riemann wirft Bastians an, der köpft vor Dawidowicz, dessen es Woche nicht gewesen ist: nur noch 2-1, ein Slapsticktor, das sofort zu Verunsicherung führt.

Nun kommt endlich die Mannschaft von Schmidt und das übliche Zähneklappern geht los. Statt eines schnellen 3-0, ist nun Heidenheim am Drücker. Bochum ist zu ungefährlich in den Zweikämpfen und der FCH hat nun Oberwasser, das Spiel könnte kippen. Die Gäste treffen per Kopf die Bochumer Torlatte (oha - ich habe Latte gesagt!) und alles sieht nach einem Turnover aus. Aber Bochum hält dagegen, obwohl nun auch Bastians runter muss. Erst kommt Wydra, dann Rieble, dazu startete Saglam in dieser jungen Elf, man muss ihnen Fehler nachsehen.

Das Publikum reagiert und feuert seine Mannschaft an, die nun fightet. Bochum beginnt nach 20 Minuten wieder das Spiel in den Griff zu kriegen und hätte auch 2 Mal das 3-1 per Konter machen können. Mlapa ist irgendwann platt, es kommt Quaschner für den glücklosen Wurtz, aber die Defensive hält. Bochums Pässe sind ungenau, aber hinten fängt man sich und verhindert den Heidenheimer Ausgleich.

So ein Remis wäre wie 100 Gruselclowns gewesen, doch es fiel nicht. Bochum siegte verdient, Kürbisse sind Mittwoch wieder Suppengrün und wir haben in Fürth die Chance nachzulegen, wenn wir bis dahin noch 11 fitte Spieler haben.

Aber der VfL-Jesus hatte nun auch Autogrammkarten wie der Tanklwart und die Ritterburg Spezi und Fiege. Ach komm, dat war okay und wat willste mehr.

Perfektes Spiel kannste zZ bei Red Bull Leipzig sehen und das ist wahrhaft gruselig. Nee, fahren wir lieber nach Fürth, Bielefeld, Dresden oder Pauli, alles andere ist eh nicht in unserem Bereich. Da können andere besser, wir sind wieder 9.ter und gucken nach oben, statt nach unten.

Ich muss euch sagen, ich bin erleichtert. Wir bleiben heimstark, schuldenreduziert und wir selbst. Leider sind wir auswärts ein Leichtgewicht. Man kann nicht alles haben.

Tom;CB’93

Jahreshauptverzagen

28. Oktober 2016

Wenn die Blätter fallen im schönen Stiepel, der Wind pfeift im Weitmarer Holz, manche Damen und Herren sich dick einrollen in Hiltrop, geht rund um die westfälische Ruhr, bei den Getreuen des VfL, das Zähneklappern los. Doch ist nicht die fehlende Sonne in Dahlhausen und die damit verbundenen niedrigen Temperaturen sind das, was uns Bochumer frösteln lässt. Auch der viele Regen in Harpen wäre nicht so schlimm, wenn neben dem kalten Nass auch die Punkte an der Castroper Straße blieben. Nein, wir haben Angst, dass und in Grumme die Herzen frösteln. Bis dato, war das “zu Hause verlieren” nach dem ersten Saisondrittel nicht das Hauptproblem, sondern Auswärts in Würzburg 2-0, Düsseldorf 3-0 und eben beim FCK ging man torlos baden und verlor am Ende deutlich, das 3-4 von Walldorf will ich mal als Pokalausnahme sehen.
Also wäre ja zumindest zu Hause in Voede die Welt im Lot, aber dort spielte man zuletzt dreimal Remis, gegen H96, VfB und SVS. Damit ist jede Ambition nach oben nur noch so grau Theorie - wie der Himmel über Westfalen.
Während vor der Saison die vielen Abgänge vorne die Sorgen machten, ist nun die ersatzgeschwächte VfL-Defensive löchrig wie ein Schweizer Käse. 18 Spiele (!) blieb Riemann saisonübergreifend nicht gegentorlos und man trifft Sonntag auf den Gast von der Ostalb, “die Auswärtsmonster” des freundlichen Herren Schmidt. Da spielte man zuletzt 1-1 gegen und siegt mit Torrode 2-4, aber das ist Schnee von gestern. Die Erinnerung an einer coole Auswärtstour bleibt.
Der Kicker sieht nun erste Anzeichen für Kritik an Verbeek aus dem Umfeld, weil man 20 Gegentore kriegt und der Holländer bei seinem dominanten Spielstil bleibt. Klar, verliert man wie in Kaiserslautern durch drei Osawetore, kommt auch die Taktikdiskussion.
Dabei wollte der Verein heute in Bochum-Querenburg an der Ruhruni heute bei seiner JHV die gute Bilanz gewürdigt wissen. 3000 neue Mitglieder, Schuldenabbau, 5. Platz im Vorjahr und guter Fußball - sollten die Markenzeichen des modernisierten VfL werden.
Und das stimmt alles, dazu kommt Josef Tenhagen neu in den Aufsichtsrat, der Himmel könnte voller Geigen hängen, wäre man gestartet wie 2014 oder 2015. Doch man ist 11. und die biederen Heidenheimer sind 3., die Ex-Opelstadt im Kampf gegen Industrieroboter - wie passend.
Nein, Sonntag 13.30 Uhr wird es nicht voll gegen die Blau-Roten, aber die Treuen kommen wie immer. Also ich meine auch die treuen Fans und die werden Geduld mitbringen.
Aber die, die man zurückgewinnen wollte, bleiben im Warmen und gruseln sich lieber nie im Stadion vor dem Kürbisfest. Nein, nicht nur der Ausfall von Eisfeld, Celozzi, Fabian, Gyamerah oder Losilla macht Angst, sondern die Durchreiche nach weiter unten lässt einen echten Boichumer schaudern.
Und kein Gruselclown ist so furchterregend wie ein Bochumer Herbst.

Tom,CB’93

VfL4u- die Topstatistiker:
Sonntag, 30.10.16, 13:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: René Rohde (Rostock, pfiff den VfL zuletzt bei der 2:0-Niederlage bei 1860 im Mai 2014)
Assistenten: Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg), Franz Bokop (Vechta)
4. Offizieller: Markus Wollenweber (Mönchengladbach)

Die letzten Spiele gegen Heidenheim: HDH - VfL 2:4 (15.05.16; Morabit (2); Terodde (3), Terrazzino), VfL - HDH 1:1 (06.12.15; Bulut; Schnatterer)

Voraussichtliche Aufstellungen:
HDH: Müller - Feick, Beermann (Theuerkauf), Wittek, Strauß - Schnatterer, Titsch-Rivero, Griesbeck, Halloran - Thomalla, Verhoek
VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Dawidowicz (Wydra), Hoogland - Saglam (Merkel), Stiepermann, Wurtz, Canouse (Merkel), Weilandt - Mlapa


P.S.:
HINWEIS nicht nur des Ex-Tarm Starletts und der Ultralady Nicole vW
:
Am Samstag, 26.11.16 wird erstmals ein Sonderzug mitten in der Saison eingesetzt! Organisiert und durchgeführt von der Bochumer Fanszene (UB 99, MLPT, Faninitiative Bochum, ZuZ-Fanexpress).
Natürlich gibt es auch einen Sambawagen mit Musik, frisch gezapften Fiege, Shots, Snacks – wie immer zu fanfreundlichen Preisen)
Der Fahrpreis beträgt 55€.
Restkarten gibt es während der Woche beim Ticketservice im Fanshop am Stadion-Center und bei Heimspielen am Stand der Faninitiative vor dem Stadion-Center sowie am Stand der Ultras Bochum unterhalb von Block O! (Eintrittskarten für das Spiel müssen noch zusätzlich erworben werden!)
Damit unser VfL im Hexenkessel von Dresden besteht, benötigen wir jeden Bochumer, um unseren Verein bei den Dynamos zu unterstützen!
Falls ihr also noch keine Fahrkarte habt, sputet euch. Es gibt nur noch Restkarten am Sonntag beim Heimspiel gegen Heidenheim!