Sonne, Mond und Sterne, keiner spielt wie Herne

26. Juli 2016

Der VfL Bochum hatte mal vor vielen Jahren ein Testspiel am Schloss Strünkede, damals glaub ich 4-2 gewonnen, ich meine es war auch gegen Westfalia Herne. Die Herner spielen heute nur noch in der Westfalenliga (!), seit 40 Jahren ist dieser Verein nun nur noch Nostalgie von 77, aus Goldins Blüte, besseren Zeiten vor den weiter bröckelnden Kulissen einer Stadt, die etwas den Glauben an sich selbst verloren hat. Gerrit macht da jetzt Nacktfußball mit fast gleich vielen Zuschauern wie die einst so ruhmreiche Westfalia.

Heute spielte der Zweitligist Bochum seinen vorletzten Test gegen einen walisischen Zweitligisten 1-1 und konnte vor allem in der ersten Hälfte mit seiner vermeintlichen A-Truppe überzeugen.
1-0 führte Bochum hochverdient durch einen Hoglandtreffer, der wohl zum Start gegen Union in die IV rutscht für den verletzten Fabian. Bastians, der jüngst verlängerte, daneben, dazu Perthel und Celozzi auf den Außen, Losilla auf der Sechs und Stiepermann ebenso. Das ist ein Gerüst auf das Verbeek aufbauen kann und das stehen wird bis Ende August. Das konnte man auch in Strünkede sehen.
Vorne werden Eisfeld, Stöger und Weilandt vermutlich spielen und dann Quaschner auffem Pin. Der hatte eine Riesenchance und die machte er nicht. Aber Bochum dominierte die erste Halbzeit mit der ersten Mannschaft und hatte Cardiff mit seinem Team und dreißig mitgereisten Fans voll im Griff.
Dann wechselte Verbeek komplett und sofort fiel das auf.Wydra riss einen Waliser dumm um, den fälligen Elfmeter verwandelte ein Roter zum 1-1 am Anfang der zweiten Hälfte.

Die zweite Truppe heute zeigte sich aber stärker als einst ein VfL-Team 2012/2013 im Test bei Victoria Köln, als man mühsam 3-1 siegte mit abgehalfterten Erstliga”zweitereihe”typen.

Dieses Junge Team spielte erstaunlich gut, aber junge Typen wie Gül, Saglam oder Pavlidis stehen parat, auch wenn der Sprung in die A-Elf groß ist. “Die Drachen”, nein die Spieler von Cardiff City FC trafen insgesamt zwei mal Alu und hätten auch in Führung gehen können, doch die Blauen hielten auch mit dem zweiten Anzug dagegen, ohne all zu viel Torgefahr zu entwickeln.

Mlapa zeigte 2-3 mal, er ist gut, aber eben kein Killer vor dem Tor. Noch nicht oder eben nie?

Bochums 1-1 zeigte, wir sind nach 4 Wochen erstaunlich weit mit einer jungen Truppe, der aber vermutlich und auch logisch nachvollziehbar ein Torjäger fehlt.

Quaschner ist noch sehr jung, Mlapa kein Killer, die Hoffnung sollte auf Wurtz ruhen, der sehr gute Ansätze zeigte.

Verbeek will noch einen linken IV und einen Mittelfeldspieler holen, damit Bochum noch mehr Power hat - und das wird das Team in dieser starken Zweiten Liga brauchen.

Es war ein lauer Sommerabend in Herne, der schiedlich friedlich 1-1 endete. Mal sehen, was wir Freitag gegen den HSV machen, ja, Union ist garnicht mehr soweit weg.

Und dann klappts auch mit dem Bierzapfen!

Tom; CB’93

P.S.: Hut ab vor den 20-30 Walisern, freut mich das ihr da wart! Aber sicher auch über 2000 Bochumer Gesichter, die man immer wieder gerne sieht

Mittagsschlaf

19. Juli 2016

Wenn um dich herum die Welt verrückt zu werden scheint (auch die europäischen Ablöseummen sind damit gemeint), dann machst du etwas, was dich entspannt. Trinken? Nein. Wenn du Sonnatgs einen Mittagsschlaf machst, gehörst du entweder zur Gruppe der erschöpfte Briefmarkensammler, pensionierter Postbeamter oder alternde Eisenbahnfreunde oder warst so lange am Samstag on Tour bei Bochum Total nach den Kassierern, dass du den zweiten Katerschlaf brauchst.

Bochums neue Mannschaft hat seit drei Wochen die Vorbereitung im Schatten der WM aufgenommen. Während man 11 (!!) Abgänge und 9 (!) Neuzugänge zu reklamieren hat, ruht in Westfalen der Kemnader See und der Medienwald still vor sich hin. Stuttgart, Nürnberg, Pauli, Hannover oder Kaiserslautern mischen bei Neuverpflichtungen oder Abgängen mit, doch der VfL setzt nach dem kompletten Verlust der zweitbesten Offensive der 2.Liga (vor RBL!) auf Namen, die eher was für Insider sind: Quaschner und Stiepermann kann man kennen, Weilandt und Stöger auch, Wurtz, Wahl, Riebke entsprechen eher dem Beuteschema Hochstätters vom jungen deutschen Spieler, der ein möglichst verkanntes Talent ist. Wenn er es ist…..

Bochum setzt auf den jüngsten Kader der zweiten Liga, Hannover folgt danach: Nicht die zwei letzten Testspiele - zu Null beim VfL-Sturm gegen Bentford oder Trier - machen Sorge, sondern das mögliche Gefühl, die vielen Offensivspielerverluste auch im Verlaufe der Saison 2016/2017 nicht wirklich ausgleichen zu sein könnten. Die 1. Hz von Trier bietet vielleicht schon Einblicke in eine mögliche Startelf gegen Union Berlin und den KSC - wer weiß:

VfL - 1. HZ: Riemann, Wydra (für Celozzi), Hoogland, Bastians, Perthel – Losilla, Stiepermann, Eisfeld – Weilandt, Mlapa, Stöger (für Quaschner)

Momentan ist noch Sand (aus Duisburg-Kaiserau) im Getriebe, aber es sind ja noch drei Wochen bis zum Start - und G. Verbeek weiß sicher (das verrät auch sein Emotionsausbruch), wie gefährlich die kurzfristige Situation werden könnte, wenn Neuzugänge keine schlagkräftige Mannschaft formen, die Fans murren, die Medien nageln und und und. Eigendynamik kann schöne Konzepte in die Tonne treten.

Aber wichtiger noch, trauen die treusten VfL-Fans, selten als totale Optimisten bekannt, Mlapa, Eisfeld, Stöger, Wurtz oder Quaschner zusammen 10-15 Tore zu? Sind sie bereit - und wie lange sind sie das - magere Darbietungen zu akzeptieren. Selbst wenn gegen Regensburg, den HSV oder wen auch immer, die Müdigkeit aus den Knochen gespielt wird, so braucht Verbeeks System sicher Zeit und Geduld bei neun Neuen. Bochums Fans sind generell sehr leidensfähig und einen erneuten Raketenstart wie in den letzten beiden Jahren erwartet sicher kaum einer in der Ostkurve. Aber was, wenn es sofort nach unten ginge und der Herbst kommt, wo Bochum traditionell schwächelt? Gut, dafür ist Bochum meistens Ostern ganz gut, wird der eine oder andere auch wissen, aber das Heimprogramm hat es in sich. Auf der anderen Seite scheint nicht erst seit Leicester und Portugal das Team und das System über große Individualisten zu triumphieren.

Die Begeisterung der Fans von der Castroper kommt (in Bochum oft mit zeitlicher) Verzögerung, wenn die Siege kommen. Und dafür baucht man Tore. Nun kann man Terodde, Bulut, Haberer oder Terrazzino ersetzten wie einst Gregoritsch, Latza, Kramer oder Goretzka, aber wie lange wird das dauern?

Spannend wird der Saisonstart mit Sicherheit….

Vertrauen viele Fans sehr dem Neubochumer Erfolgstrio Verbeek, Wilken und Hochstätter, so will das Publikum und die Medien aber auch konkrete Zeichen und Argumente sehen, dass auch 2017 wieder Aufstieg- und nicht Abstiegskampf wie 2012-2015 steht. Es hat keiner gesagt - und Verbeek wird sich hüten- , aber mancher befürchtet graues Mittelmaß wie Fürth und das kann man in Bochum neben Dortmund und Schalke in der Zweiten Liga schlecht verkaufen, warum auch immer.
Denn die Freitagsspiele gegen Hannover und Stuttgart werden erst dann richtig voll, wenn man vorher das Tor hin und wieder trifft und gewinnt.
Fußballerisch hochbegabt und ohne Durchschlagskraft vorne ist viele Ebenen höher das Nationalteam gescheitert, daher ist diese Furcht nicht ganz von der Hand zu weisen.
Daher kommt es auf die Mittel der Mannschaft insgesamt zur Kompensation an und Gertjan sowie sein Team werden drei Wochen - nicht nur -, aber auch daran arbeiten.
Wir VfL-Fans brauchen Geduld, etwas Demut und Optimismus und sollten nicht der Versuchung erliegen, beim zweiten oder dritten Fehlschuss gleich Mlapa und Co. zu verdammen. Terodde in der Form der letzten zwei Jahre wird nicht sofort am Start sein, aber vielleicht 2018 oder 2019 wieder ein ähnlicher Typ.
Die Gesamtentwicklung des Vereins ist durchweg positiv, aber sportlich und wirtschaftlich unterliegen wir im Besonderen den Marktmechanismen und müssen die Fehler von 2009-2014 wieder korrigieren.

Das sollten wir versuchen alle zusammen zu tun.
Auch wegen der Stimmung.

So, ich leg mich wieder hin.

Tom;CB’93 Poolcommando

Merde

8. Juli 2016

Merde. Das deutsche Team schied gestern abend um 22.53 Uhr gegen Frankreich aus. Das Halbfinale Deutschland gegen den Gastgeber sollte Endstation sein für den amtierenden Weltmeister.
Der stärkste Gegner des Turniers mit einem eiskalten Griezemann besiegte Löws Mannschaft aus drei Gründen:
1.) Wer vorne in drei Spielen gegen Polen, Italien und Frankreich nur ein Tor macht, der kann nur im Elfmeterschießen gewinnen, Griezmann dagegen eiskalt, Müller in der Sinnkrise.
2.) Der Schiedsrichter Nicola Rizzola war wie schon wie vor zwei Jahren in der Tendenz seiner Entscheidungen gegen Deutschland, den Elfer pfiff er ohne Proteste der Franzosen
3.) Die Ausfälle von Gomez, Hummels und Khedira waren nicht zu kompensieren gegen den vermutlichen Europameister Frankreich, sorry liebe Portugiesen
Zunächst liefen die Franzosen mächtig an gegen die Deutsche Elf und im heißen Hexenkessel Brdeaux brodelte die Stimmung . Die Deutschen brauchten, um sich zu sortieren und ihr Spiel aufzuziehen. Doch nach 10-15 Minuten begann der Ball zu zirkulieren und gute Teams können das Spiel der Deutschen lesen, ziehen sich zurück und warten auf ihre Konterchancen. Mit Schweini, Höwedes und Can hatte Löw die Stammelf ergänzt, doch das 0-1 fiel nicht, weil die Weißen im Sturm leider zu oft nicht richtig tödlich sind zZ. Der Ball zirkuliert, die Maschine läuft gut geölt, doch aussichtsreich in Schußpostion kommt man selten. Das ganze Spiel wird gefällig aber uneffizient.
Da fehlt ein Zalatan oder Ronaldo, die mit Deutschland sicher alle Titel abräumen würden.
Frankreich konnte auf den italienischen Schiedsrichter bauen, der das gesamte Mittelfeld verwarnte. Da sah man schon, Nicola ein typischer Heimschiri.
So ist der Elfer in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit zwar von Schweini blöd verursacht, aber hätte der kleine Mann den Elfer auch umgekehrt gegeben? Nun er gab ihn, Griezemann verwandelte und da wusste ich schon irgendwie, das wird heute nix. Und obwohl ich Frankreich als Europameister bei Kicktipp hatte, hoffte man ja doch irgendwie auf die Wende, ich im Underground in Ehrenfeld. Doch der Punch kam ja weder von Müller, noch von Draxler oder Götze. Als Boateng raus musste, war die beste IV der Welt zZ gesprengt und Frankreichs Pogbar nutze ein Dribbling gegen Kimmich, um Neuer untergreifen zu lassen, Griezemann nutzte die entstehende Konfusion zum 2-0 und es wurde klar, das packen wir vermutlich nicht mehr.
Zwar hatten Höwedes Kimmich und Co noch 2-3 Chancen, was aber im Endeffekt, nur einmal Latte bedeutete. 2-0, damit endet für Deutschland eine Serie seit 1958.
Sane kam viel zu spät und das 1-2 fiel nicht, irgendwie passend zu einem gebrauchten Tag.
Dumm gelaufen, Schiri gekauft und vorne zu wenig gefackelt, schon ist man draußen. Im Finale stehen die Portugiesen, die nicht wissen (außer CR7), wieso und die Franzosen, die mit viel Talent, Heimvorteil und Schiris zum Titel stolpern.
Als Bochumer kennt man ja Niederlagen, wie der Fährige den Walfang, aber gestern war wieder bitter. Und es war auch unnötig, aber so ist halt auch Fußball, nicht programmierbar, spontan, ungerecht oder auch hart.
Als Fan der D11 muss ich sagen, ganz objektiv, ich hasse Nicola. Welcher Typ heißt schon Nicola, ist eine kleiner Mann und geht ohne Komplexe durchs leben.
Jogis Elf geht/fliegt mit erhobenen Haupt nach hause.
Merde beaucoup.

Tom; CB’93
PS: Perl und Rizzoli sind Söhne von Müttern, die Liebe für Geld machen

Au revoir, Teil 5

6. Juli 2016

Halbfinale Deutschland gegen Frankreich in Marseille - es wird heiß. Das betrifft nicht nur die Lufttemperatur, das gilt auch für das Duell selbst; das Duell der vor dem Turnier als stärksten Mannschaften geouteten Teams des aktuellen Weltmeisters D und des Gastgebers F kann nur als Klassiker bezeichnet werden.
Deutschland siegte zwar als besseres Team gegen den ewigen Rivalen Italien, aber am Ende war es pures Glück.
Diesmal glauben die Fans aus Deutschland an ihr Team, der Optimismus ist groß. Die fantastischen Vier der Les Bleues, Griezman, Pogba, Giroud und Payet ersticken aber Arroganz im Keim.
Einseits ist Frankreich 17 Heimspiele 1984 und 1998 sowie 2016 in Folge zu hause ungeschlagen, andererseits hat Deutschland seit 1958 alle KO-Spiele gegen Frankreich bei WMs gewonnen.
Eine Serie wird morgen beim EM-Halbfinale reißen.
Der der morgen gewinnt, ist die Favoritenbürde im Finale gegen Wales oder Portugal nicht zu nehmen.
Jogi muss auf Hummels, Gomez, Khedira und vermutlich auch Schweini verzichten. Dechamps hat Benzema, Ribery und Varane genausowenig dabei wie wir Lahm, Merte oder Klose.
Trotzdem gibt es viele Varianten für Löw. Weigl oder Can für Schweini, Müller für Gomez, aber auch Götze als falsche Neun ist möglich. Für Hummels wird Höwedes kommen, Mustafi wäre aber auch mehr als nur Ersatz. Deutschland hat viel Talent, um die wacklige Defensive der Franzosen um Evra zum Wackeln zu bringen. Dazu könnte auch Sane dienen. Es gibt natürlich bei den Franzosen viel kniffligen Spielwitz, dazu Kanten wie Pogba oder Kante’, die durch Physis überzeugen.
Marseille ist ein mediterraner, fanatischer Ort, ein Plus für die Franzosen, allerdings nicht unbedingt gegen uns, wir mögen es, den Gastgeber rauszuwerfen.
Werden wir morgen Partyschreck wie in Brasilien oder siegt France wie immer zu hause. Wir brauchen absolute Konzentration hinten wie gegen Italien, diesmal in der Viererkette, aber eben auch schnelle Tempowechsel und Effektivität nach der Balldominanz.
Es gibt wieder Verlängerung geben, denn dem Sieger winkt der Titel. Und das motiviert beide.

Ich hoffe auf Au revoir, Teil 5.

Tom, CB’93

Gruß an alle Bochumer in Marseille

Ciao Bella

3. Juli 2016

Kurz vor Mitternacht war das Historische des deutschen Fußballs perfekt: Der erste Turniersieg gegen Italien im neunten Anlauf wurde von Jonas Hector entschieden. Torwartlegende G. Buffon konnte das Ausscheiden fast verhindern, doch letztendlich brachte ein Kölner die italienische Kurve dahinter zum Schweigen. Dabei hatte Deutschland drei Fehlschüsse durch Müller, Özil und Schweini erleiden müssen. Der Faden an dem das Halbfinale hing wurde nach 120 Minuten hauchdünn. Er riss nie, aber er war auch sehr sehr dünn.
Löws 4-4-2 Umstellung sollte sich als kluger Schachzug erweisen und der Badenser wetzte mit dem Sieg 2014 und diesem Triumph die Schmach von Warschau 2012 aus.
Deutschlands Auswahl lies in 120 Minuten nur 3 Torchancen zu, Italien selbst kämpfte leidenschaftlich gegen das Ausscheiden, nachdem man Spanien und Belgien besiegt hatte.
Dies verhinderte die fast perfekte Offensive. Kimmich begann sehr forsch nach vorne, machte aber Fehler nach hinten. Boateng braucht man garnicht mehr zu loben und sollte es trotzdem ständig zu. Die Eiche die vor Neuer steht, machte Pelle oder Eder die Torannäherung unmöglich. Hummels war ebenso stark, seine Präsenz wird durch seine Sperre im HF fehlen. Höwedes war defensiv der Allerstärkste, nur Kheidira konnte ab 15 Minuten nicht mehr helft und Schweini machte zwar ein Foultor, aber musste ordentlich pumpen.
Gomez spielte vorne stark, aber bis zur Pause hielt Italien das 0-0, auch weil man keine Fehler auf beiden Seiten machen wollte.
Der Conte brüllte wie immer und Jogi setzte sich mit seinem Co Schneider ein Pokerface auf. Deutschland wurde von seinen Fans stimmungsvoll begleitet und verhinderte eine azzurblaue Offensive der Italiener total. Dazu fehlte den Stiefelkickern schlicht der Mittelfeldmann und Deutschland war zu dominant und präsent, um an den Ball zu kommen. So wurde die Dreierkette von Juve der Mittelpunkt des Spiels im Viertelfinale der Euro 2016.
In Bordeaux gab es einen Klassiker, der spannend war, der viel hochstehende Defensivtaktik bot und der 140 Minuten brauchte, bis er entschieden war.
Aber das 1-0 schoß Deutschland. Geiles Dribbling außen von Gomez, Passverlängerung durch Hector und Özil im Stile eines Arsenaltopscorers zum hochverdienten 1-0: Dann hätte Gomez selbst das 2-0 machen können. Hummels macht zwei frisch, Flanke rein und dann verhindern Chellini und Buffon das 2-0.
Als Italien dann doch etwas nach vorne spielt, kommt der Ball an den Arm von Boateng. Elfer, 1-1 und dann spielt zwar wieder nur die deutsche Elf, doch gegen die geschickte Verteidigung der Azzurri hilft auch der neue Draxler nicht.
Es bleibt beim 1-1 nach 90 - und auch nach 120 Minuten. Das unvermeidliche kommt: Elfmeterschießen. Doch die Giganten des Weltfußballs agieren nun wie die Engländer. Sieben Elfer werden verballert. Es geht wie beim Afrikacup in die Verlängerung nach 5 Elfern und es geht immer weiter, bis Hector alle Fans des Adlerteam jubeln lässt und die Autos zum Hupen bringt.
Die deutschen Fans in Bordeaux können ihr Glück nicht fassen. Zwanzig Jahre nach Waldi und Motremhall ist Deutschland endlich wieder Favorit auf den EM-Titel, weil man sein Italientrauma besiegte. Auch wenn das wirklich knapp war und am Ende glücklich.
Nur Gomez, Kheidira und vielleicht Schweini werden und im Halbfinale und im möglichen Finale werden uns fußballerisch fehlen. Aber mit Götze, Sane, Weigl und Can stehen dem Trainerteam Alternativen zur Verfügung, die sich für Russland 2018 nun frei spielen können.
Ich trinke erst mal einen Cappuchino mit noch mehr Freude….
Dabei hab ich alles alleine zu Hause gesehen und war am Ende so nervös, dass ich immer wieder die Armbändchen wechselte. Aber nervös war ich an dem Abend nicht alleine….und glücklich am Ende auch nicht.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an die Heimkehrer des 24 Stunden Fahrtmarathons

Cappuccino mit Sa(h)ne’

1. Juli 2016

Ich bin einmal in meinem Leben in ein Viertel in Köln hinter der Sparkasse am Rudi “geflüchtet”, weil es NUR dort ausschließlich Deutschlandfahnen gab - und keine feiernden Italiener gab - im Ernst. In San Francisco heißt so ein Viertel Castro und trotzdem würde Putin da nicht hingehen - verrückt, oder? Das war 2012 - ein sehr doofer Tag im Juni- und ein Onehitwonder namens Balotelli hatte beihnahe seinen einzigen Weltklassetag 1-2. Dazu kam, dass Löw sich verzockt hatte mit Pirlo und Mats Hummels viele Fehler machte und die Spieler wie Kroos, Schweini und Co damals in Warschau insgesamt einfach zu devot waren. Dabei muss man sagen, die viel wichtigeren Niederlagen (Deutschland hätte 2012 im Finale gegen Spanien vermutlich auch verloren!) 1982 - und auch 2006, da hatte Italien einfach die bessere Fußballmannschaft (nach 120 Minuten). 1970, das war tragisch, aber auch da verlor der Sieger des HF im Finale. Morgen ist Viertelfinale und Deutschland hat die klar bessere, spielerischere Fußballmannschaft und ist amtierender Weltmeister. Wir sind Favorit gegen Italien….stimmt, das heißt in diesem Spiel wenig, die realen Chancen liegen wirklich bei 50-50 im Viertelfinale und es hängt viel an der Tagesform, siehe 2012. Beide Teams haben sich seitdem verbessert. Beide sind ins Turnier gekommen.
Wie die Italiener 2006 mit Del Piero können wir in der Verlängerung diesmal drei Weltstars reinbringen, sie nur Durchschnitt und das Mittelfeld ist eh eher zum Räume eng machen und ackern. Das hat Conti der Squadra eingeimpft, fast wie früher in Deutschland, wird fehlende Talentdichte weggearbeitet. Aber wenn das Spiel länger Remis steht steigen die deutschen Chancen. Ich tippe, die Italiener werden auf ein frühes Tor drängen.
Aber klar, wie in allen Unkenrufen geäußert (TRAUMA), wird es hart gegen die taktisch und defensiv formibalen Pizzabäcker in Himmelblau, auch wenn es lange 0-0 stünde.
Die Stoßtruppler haben den weltklasse Juveabwehrriegel mit Chiellini, Bonucci, Barzalgi vor der Legende Buffon. Eigentlich reicht das Bollwerk für drei Spiele zu Null, obschon Boanteng, Neuer und Hummels ist erste Sahne, die Italiener werden bei Hector und Kimmich ansetzen. Da ihre Dreierkette per se super ist, das Mittelfeld aber zZ eher biederer Durchchnitt (nach Pirlo, del Piero), überbrücken sie dies oft mit hohen und weiten Pässen direkt auf die Spitzen Eder und Pelle. Und die haben Belgien und Spanien geschockt, die haben auch das Potential, uns das erste Turniergegentor einzuschenken - und leider auch uns zu besiegen wie die Titelverteidiger aus Spanien.
Es wird fallen, das Gegentor, denke ich. Aber die Mannen von Löw gehen endlich mal in Führung (diesmal ist das eine Vorentscheidung), sagt mir mein Gefühl, weil sie den vielen Ballbesitz (60-40) in ein Tor von Draxler ummüntzen. Gomez verheddert sich in sein Florenz Trauma, Boateng und Neuer sind eh absolute Weltspitze. Die Squadra Azzura steht relativ hoch und wird motiviert, äußerst selbstbewußt und gewieft agieren. Gemessen am Potenzial holt Antonio Conte das Ultima Ratio raus aus dem Kader. Dazu kommt, der Schiri, die Tricks der Spieler, morgen werden unangenehme 90 bzw. 120 Minuten oder mehr bewirken. Ich denke nicht, dass es in Bordeaux ein Elfmeterschießen gibt. Da italenische Ultras nicht eher zum Spiel fahren, sondern eher Touristen, wird die deutsche Stimmung in Bordeaux wie in Lille leicht dominant sein.

Aber ist nicht das Tolle am Fußball, dass morgen ab 21.00 Uhr alles komplett anders sein kann als hier beschireben? Italien spielt zumindest sonst keinen Catennaccio mehr und Trap könnte Contis Opa sein.

Nein, morgen wird es wie im WM-Finale lange Remis (hier 1-1) stehen und in der Verlängerung zieht Löw diesmal den Joker Sane’ statt Götze und Schürle. Tja, auch wenn’s schwerfällt, ich glaube, der Sohn von zwei Wattenscheider Sportlern wird die Entscheidung bringen, der kommende Weltstar macht morgen das 2-1.

Ist nicht so wahrscheinlich, vermutlich kommt der garnicht, aber ich hatte einen kleinen Traum. Er macht zwei Juveverteidiger nass, die müde sind in der 115. und chippt ein. Wie Pirlo uns 2006 mit einem no-look-Pass schockte, macht es diesmal der Kroos auf Sane. C’est ca.

Warum ich glaube, dass die Adlerträger nach acht (!) vergeblichen Turnierversuchen siegen? Sie sind erst mal rein statistisch nach jeder Niederlage immer näher dran am Sieg als vorher, Löw und seine Mannen werden ungerne zweimal gefoppt und wenn der Schiri nicht wie so gerne bei Juve-Beteiligung neutral bleibt, siegt wie meist die bessere Fußballmanschaft. Und die haben diesmal wir, die Deutschen.

Wenn nicht, liege ich krank im Bett wie jetzt und hab’s schon immer gewußt. Und ganz ehrlich, dann packen die Jungs auch Frankreich und Belgien nicht.

Gruß an die Freak Boys aus Bologna und Luca Toni in Verona. Manche Italiener sind einfach sympathisch.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an die Schwaben, Drohni, Dirk, Andre’ und alle, die live am Atlantik dabei sind, Warschau und Dortmund war gestern!

Wenn man in Bordeuax die Marseillaise übt, um nach Paris zu gelangen

27. Juni 2016

Es fing blöde an: Ein Mitfahrer sprang ab, durchwachsenes Wetter am Tag, martialische Kontrollen vor Aachen-Brandt der Bundespolizei mit MP und dann auch wieder politisch inkorrekte Marinefahne am selben Versammlungsort bei den 3 Brasseurs. Dazu wurde kurz vor unserem Heimweg ein Frankfurter zusammengeschlagen. Aber sonst war es ein toller Tag in Nordfrankreich, wenn man nicht wie Franz Kafka an die ganze Sache herangeht.
Der 3-0 “Heimsieg” der deutschen Elf in Lille gestern war sowohl souverän herausgespielt, deutlich im Ergebnis als auch schön live beizuwohnen von der ganzen Stimmung, obwohl schnell die Spannung fehlte. Deutschland spielte sich wieder in den Kreis der Topfavoriten der EM. Nach dem Polenspiel kamen schon Zweifel bei mir auf, die sind nun ausgeräumt.
Die ersten 35 Minuten dieses Achtelfinales stellten eine Partie da, wie ein Bayernheimspiel gegen Darmstadt 98 in der Allianzarena - ernüchternd einseitig und mit wenig Chancen für den jeweiligen Underdog. Ein vertrautes Gefühl für einen Bochumfan. Man konnte drei Bochumfahnen (4630/Stiepel/VfL) zählen, so klar war die dt. Überlegenheit gestern.
Die Schwarz-Weißen im dauernden Ballbesitz, sie pressten, liefen und drückten, dass Blau nur staunte und hinterherlief. Die Nachbarn kamen kaum über die Mittellinie. Dafür traf ein neuer Nachbar der Herzen: Boatengs 1-0 durch einen schönen Fernschuss sollte nur der Auftakt der neuen Fußballstärke von Jogis Jungs sein. Außerdem zeigte der Bayerninnenverteidiger nun, wie sehr er die neue Weltklasse ist. Ein anderer namens Özil hätte das 2-0 dreimal machen können (und müssen), aber erst scheiterte er per Elfer, dann per Schuß - und die dritte Chance war die beste, aber es blieb beim schmeichelhaften 1-0 gegen die braven Slowaken. Es wird wohl wieder was von den “Panzern” in der Presse stehen.
27.000 Deutsche unter über 40.000 Zuschauern im Grand Stade Pierre Mauroy bildeten eine stimmgewaltige Kulisse für die Löwfestspiele (Axelschweißgate). Draxler (für Götze) spielte toll und bereitete für den schönen Gomez das 2-0 vor. Nun war klar, Deutschland fährt Samstag nach Bordeaux ins Viertelfinale und da wird es nicht nur um guten Rotwein, Käse und Baguettes gehen.
Wer sah wie sich die noch biederen Franzosen gegen wackere Iren mühten, weiß - dieses Deutschland könnte die Franzosen im Halbfinale besiegen. Ihr fragt Euch sicher, gegen wen, würde es leichter, Italien (unser absoluter Angstgegner) oder die elegante spanische Ballmaschine? Ich sage, sicher gegen den Trend, ich hätte lieber Italien. Wieso??? Irgendwann muss der Knoten platzen und die erfolgreichen Iberer (Titel 2008/2010/2012) sind immer noch stärker als die Heimat des Ultratums. Aber vielleicht irre ich mich da auch und der Bauch entscheidet und wir wünschen uns einen Sieg der Mannen um Iniesta um am Samstag eine Fußballfiesta zu sehen.
Die Slovaken waren dafür gestern in Nordfrankreich einfach zu schwach, ähnlich wie die Ungarn gegen die Belgier eine Qualitätsfrage. Die Bochumer Fans konnten Stani wiedersehen, das 3-0 fiel dennoch für Deutschland. Ein 4-0 war drin, doch weder Poldi, noch Schweini machten das Tor. Egal, die Stimmung in der Unistadt war trotz des durchwachsenen Wetters meist toll, Lille rockte wie Paris als Austragungsort der deutschen Spiele -sag ich mal verkürzt. Die Stuttgarter machten durch Bierkonsum einfach Nord- zu Südfrankreich, die Stiefs lassen grüßen.
Nun geht es nach Südfrankreich (Bordeaux/Marseille) gegen sehr starke südeuropäische Teams, da muss Jogi noch 5-10% der Effektivität rauskitzeln, die gegen Nordirland, die Ukraine und die Slowakei fehlte.
Gegen Italien und Spanien muss man seine Chancen machen.
Die Abwehr um Neuer, Kimmich, Boateng, Hummels, Hector steht mittlerweile wie eine Eins, man hatte 4 Spiele ohne Gegentore. Da wurde eine Mauer gebaut, die Trump begeistert hätte.

Nun geht es richtig los, Spanien, Frankreich und Belgien sind drei Kracher auf dem Weg zum Titel. Ich träume vom Titel am 10. Juli 2016 in Paris. Träumt ihr mit?

Dann geh ich endlich zum Weinladen an der Ecke und bestelle einen Beaujolais anstelle von Hirschsalami. Versprochen!

Tom;CB’93

P.S.: Grüße an die Autocrew um Matthes, Andre und Phillip

When you are out, you are out!

25. Juni 2016

Ab heute geht es los, das Achtelfinale bei der Euro 2016 in Frankreich, da kommt es zu spannenden Partien u.a. Polen-Schweiz, Wales-Nordirland oder Portugal-Kroatien. Und morgen in der Unistadt Lille um 18.00 Uhr ist dann Jogis Elf dran, um bei einem vermeintlich zähen und knappen Spiel ins Viertelfinale gegen Angstgegner Italien oder Topfavorit Spanien (2. Juli/Bordeaux) einzuziehen. Aber das ist das größte Problem: Die Adlerelf ist Topfavorit gegen ein Team aus Kollektivspielern, bei dem der Neapolitaner Marek Hasik rausragt. Und morgen ist nur vom Papier ein 1-0 oder 2-0 angesagt - man denkt schon ans Viertelfinale oder an ein Halbfinale gegen Frankreich. Dazu spielt Jan Kozaks Elf strikt mit zwei disziplinierten Viererketten, das Gerüst des Team besteht aus Keeper Koziak, Abwehrchef Skrtel, Pekarik und eben diesem flinken Hamsik.

Ex-VfL’er Stanni ist nur Ersatz und kommt vermutlich als Konterspieler eher in einer möglichen Verlängerung als dass er in der Startelf steht.
Der Juni-Test in Augsburg 1-3 im Regen zeigte schon das Problem: Deutsche Spieler werden anrennen gegen kompakt verteidigende und eng stehende Slowaken und die Adlerträger sind zur Zeit im Sturm nicht wahnsinnig effekiv. Es wird ein Geduldsspiel werden. Nur Gomez traf im einseitigen Spiel gegen die Nordiren zum 1-0 und die die Ukraine Mustafi und Schweini. Ballbesitz ist kein Selbstzweck und 20.000 Deutsche in Lille werden Geduld brauchen, zur Not 120 Minuten, Algerien 2014 lässt grüßen.
So kann man eine harte Nuss erwarten und die Abspalter von der guten alten Tschecheslowakei werden giftig sein wie beim 0-0 gegen England.
Ein Sieg erwartet trotzdem jeder, aber ist gilt ab sofort, “When you are out, you are out!”

Und das gilt auch Sonntag in Lille oder nächsten Samstag in Bordeaux…..

Aber im Gegensatz zum VfL siegt das DFB-Team ja am Ende irgendwie, ob’s schön wird, ist so unsicher wie das Wetter diesen Sommer.

Sicher ist, wir sind morgen mit 10-12 Leuten vor Ort.
Tom;CB’93

Wenn der Pariser vor Freude platzt

22. Juni 2016

Gestern in Paris war es bewölkt, doch tausende nordirische Fans störte das nicht: Sie machten eine tolle Party, genau wie ihre irisch-katholischen Brüder aus der anderen Republik und gewannen europaweit im Flug Sympathien. Wenn man überlegt, dass diese beiden Teams für den schlimmen innereuropäischen Religionskrieg der Siebziger-Achtziger stehen, klingt das irgendwie unglaublich - Irland rockt in jeder Form, leider haben sie wie die Schotten das Fußballspielen selbst nicht erfunden.
So bauten die netten, grün-blauen Jungs aus Belfast und Umgebung eine Mauer aus Spielern vor ihrem Strafraum auf, die spieltaktisch an die schlimmsten Zeiten des kalten Krieges erinnerte. Legetim und logisch gegen den Fußballweltmeister, aber das war dann eher ein Handballspiel und Kreisspiel, das eindeutig von Deutschland dominiert wurde.
Die schwarz-weißen begannen wie die Feuerwehr, schnürten die Loyalisten ein und machten nach einigen Chancen das verdiente 1-0 durch Gomez, Assist durch eine Ablage von Müller. Der hätte gestern alleine Torschützenkönig werden können, aber es ist nicht sein Turnier bis dato. Müller scheint glücklos (Latte!), wohingegegen Götze sich ein wenig auf besserer Position aus der Krise spielte. Bei 12-1 Torchancen oder mehr über das ganze Spiel war der Sieg hochverdient und doch viel zu wenig vom Resultat her.
Aber wäre es 4-0 ausgegangen, hätte die DFB-Elf nur ihre Favoritenrolle untermauert.
Die Effektivität des Spiels ist selbstredend eine Qualitätsfrage und Gomez ist zweifellos zurück. Sane’ (den ich mal bringen würde) ist noch in der Hinterhand und Höwedes wurde durch Kimmich erfolgreich vertreten.
Es war eine klare Steigerung zum torlosen Polenspiel und Deutschland überstand die sportlich mittelmäßige Vorrundengruppe gegentorlos.
Chefs im Team durch Leistung sind Neuer, Boateng, Hummels, Kroos und Özil, der gestern wieder zu harmlos im Abschluss blieb.
Reden wir über Hector. Offensiv ganz okay, hinten nicht immer sicher und etwas verkrampft, was vielleicht auch an der offenen Vertragsgeschichte liegt. Vorne mit Götze, Gomez und Müller sollte man in Lille, Sonntag 18.00 Uhr im Achtelfinale gegen die Slowakei (?), beginnen können und dann sollte es richtig los gehen.
Spätestens im Viertelfinale droht der Sieger aus Spanien/Italien. Dass es da mit der überschaubaren Leistung aus der Vorrunde oder der Quali nichts wird, ist klar. Turniermannschaft, ein gutes Pferd oder ein Weltmeister im “zu satt”-Modus, die Antwort auf die Frage werden wir sehen.
Deutschland muss sich steigern auf der Außenverteidigerposition, die Stürmer, die Flügel und gerne auch Gomez müssen häufiger treffen als zweimal, dann wird’s auch was mit dem Titel.
Der Weg führt über viele Brocken bis es wieder nach Paris geht. Diesmal soll anders als 2008 der Sieg im Finale stehen.
Gestern waren viele Commandanten in Paris vor Ort und am 10. Juli sollten es wieder viele sein, bis der Pariser vor Freude platzt wie ein Schweizer Trikot.

Tom,CB’93

Ziemlich fade

17. Juni 2016

Was war alles vor der Euro 2016 spekuliert worden? Terroranschläge (die es schon in kleiner Form gab), Warnung vor einem paneuropäischen Nationalismus (der die aktuelle Situation spiegelt) und natürlich die Krawalle der Russen, Engländer, Franzosen und auch Deutschen überschatteten die erste Spielwoche, die sich damit deutlich im Schatten ihres überschaubaren sportlichen Rahmens bewegt.
Nicht nur der schleimige David Guetta hatte die Fans früh sediert, auch die Megateams von Frankreich, Deutschland über Spanien bis England, von Italien ganz zu schweigen, überzeugten hinten in perfekter Organisation, aber spielten alle auch zu kontrolliert, schematisch und ideenlos, um die TV-Massen und die Fans in den Arenen zu begeistern. Es herrscht buntes Schweigen in vielen Sprachen.
Die mintgrünen Hipster hatten sich schnell auf Island, (Nord-)Irland oder Belgien festgelegt, doch auch die konnten eben auch nicht wirklich auf dem grünen Rasen überzeugen (Ok, Island gegen den Narziss Ronaldo).
Überhaupt, egal ob Zlatan, Ronaldo, Bale, Pogba oder Müller, die Stars langweilten genauso wie die großen Teams.
So sollte Deutschland gegen Polen in Paris gestern leider den grauen Trend bestätigen. Ein brutal ödes 0-0 als Sedativum, nur Neuer, Boateng, Keihdira und Kroos erreichen Normalform im dt. Team. Polen schießt eine Halbzeit nicht aufs Tor, der Rest von Le Mannschaft ist gestern hauptsächlich Hummels oder Boateng, die Chancen von Lewa oder Milik muss Manuel Neuer nicht mal halten.
Die Schwarz-Weißen haben mehr vom Spiel und Chancen als die Roten, die wieder rum in der 2. Hälfte gefährlicher sind. Eher hätte Polen siegen müssen als die statischen Deutschen, die nur nach hinten effektiv wirkten. Zweikämpfe vorne lauwarm, der Durchschlag vorne im Zweifel nicht vorhanden.
Die Jungs von Löw sind Weltmeister, wirkten aber im zweiten Spiel der Euro leer im Kopf.
Trockene Baguettes und alter Wein, so schmeckte das Spiel gestern, das weder Tor noch Sieger verdient hatte. Ein 0-0 der schlechteren Art, das muss man nicht schön reden.
Die 20.000 Deutschen könne bis Dienstag in Paris bleiben, auf gutes Wetter oder guten Fußball hoffen. letztendlich reicht dem Adlerteam nun ein Sieg gegen die Nordiren zum Gruppensieg, falls Polen die Ukraine nicht zerlegt wie die Russenhools so manchen Engländer.
Nein, das war gestern nichts, ein Punkt, mehr hatte das Nachbarschaftduell nicht verdient. Es war schlicht langweilig, weil die AV und der Sturm nicht inspiriert und eingespielt wirkten.
Da fehlt der Brecher im Sturm, während sich Draxler und Götze uneffektiv totlaufen und Müller sowie Özil sich ne Auszeit nehmen.
Aber auch Schürle und Gomez sind keine Heilsbringer gegen die Jungs aus Belfast.
Wir brauchen den Esprit auf dem Rasen und nicht das Gelaber der Fans und Medien. Dann wird es auch noch was mit dem Turnier und in Lille und Bordeaux wird es dann richtig spannend.
Gestern gabs wenig, was die Herzen schneller schlagen lässt.

Naja, heute Schweden gegen Italien - das ist noch schlimmer….

Tom;CB’93