Feuerwehrmann Sam

9. Dezember 2017

Da sitzte mal grippal auffa Couch - und Deine Tochter will den Feuerwehrmann Sam sehen. Ker du. Nun Sam kam für Wurtz in der 71. Minute, doch das war nicht das, was sie wirklich wollte. Ob die Bochumer Fans das wollten, kann man nicht sagen. Johannes war bienenfleißig, Sidney bringt mehr Struktur nach vorne, mehr Kopf. Der VfL präsentierte sich nach der bei den Fans umstrittenen Vertragsverlängerung für den bisherigen Interimscoach Jens Rasiejeweski erstaunlich strukturiert in der Domstadt Regensburg. Bochum stand hinten sicher und machte das, was man gegen eine Mannschaft der Stunde macht: hinten drin stehen.

Der Jahn hatte 4 von 5 Spielen gewonnen und begann bärenbstark gegen die Westfalen. Der Rot-Weiße, der per Fallrückzieher fast das 1-0 für Regensburg gemacht hat, wird sich ärgern. Dann wäre das ehemalige Nettoderby sicher anders gelaufen: Aber dann fängt Bochum einen Ball ab, schneller Pass nach vorne auf Kruse. Der Aussie lässt dem Keeper keine Chance und macht das 0-1. Doch der Jahn wirkte nicht geschockt. Im Gegenteil, die Obverpfälzer kamen, rannten und kämpften, aber der VfL Bochum wirkte sicher und souverän im Defensivbereich. Die Domstädter wirkten sehr dominant und waren ständig im Ballbesitz, aber Blau stand wie die Bank von England vor Dornebusch. Einmal gab es keinen Elfer, ein anderes Mal hatte Hinterseer die Riesenchance zum 0-2. Doch das knappe 0-1 hatte Bestand zur Pause, der Pausentee beruhigte mich vor allem auf dem Sofa. Mich hatte das VfL-Feuer wieder. Wir waren Siebter in der Blitztabelle.
Dann kamen die Rot-Weißen aus der Pause, als wollten sie da weiter machen, wo sie aufgehört hatten. Aber sie kamen zu selten in die Abschlusssituation, sie pölten zu oft hoch oder weit. Für das VfL Bochum des Dezember 2017 kein Problem.
Kampf hatte nun auch Bochum vermehrt zu bieten und das reichte. Bochum hatte noch eine Riesendoppelchance über Sam, doch das wurde nix. Der Feuerwehrmann ist wohl nicht nur für meine Tochter der bessere Sam. Aber Regensburgs Kräfte und Ideen froren nun ein, die wenigen Bochumer Gästefans hofften auf den ersten Doppelpack der Saison. Die drei Nikoläuse im Block mussten für diese Blauen nicht den Knecht Ruprecht rufen und ich war wirklich zufrieden mit diesem VfL. Zwei knappe, aber verdiente Siege hieven Bochum nach oben und sorgen nach vielen Enttäuschungen und Rückschlägen 2017 endlich wieder für so etwas wie Resthoffnung.

Bochum klettert auf Rang 8, aber man sollte die letzten beiden Spiele nicht überbewerten, aber auch nicht in die gute alte Herbstdepression zurückfallen. Hochstätter riskiert viel mit Rasi und bis dato hat er mit seiner letzten Patrone Erfolg.

Es war heute eine runde Leistung und mit zwei Siegen klettert man erst mal aus dem Keller und hat aber auch nur 5 Punkte auf den Religationsplatz.

Kämpfer wie Bastians (klärt einmal an den Pfosten!), Soares und Striker Kruse zeigen an, was möglich ist, sollte sich das Team doch noch finden. Wir könnten St Pauli nächste Woche abfucken wir sie uns im August beim 0-1, dann wäre die Tabelle zwar nicht unter dem Weihnachtsbaum, aber zumindest ein warmes Gefühl.

Ähnlich wie meine Tochter beim Feuerwehrmann hat…

Tom; CB’93

P.S.: Gruß an Jonas

walhalla

7. Dezember 2017

Die leicht kitischige Ruhmeshalle von König Ludwig im schönen Regensburg, mit berühmten dt. Persönlichkeiten, hat traditionell wenig mit Fußball zu tun - und wenn, wären dann sicher sehr wenige Bochumer drin, von zeitgenössischen Fußballern ganz zu schweigen. Ob dort ein VfL-Jesus oder der Tankwart jemals eine Chance bekäme, muss ich gegen Duisburg mit dem Kambodschamann mal besprechen.

Überhaupt mit Ruhm bekleckert hat sich in Bochum keiner, auch nicht beim wichtigen 2-1 Sieg über Union Berlin. Wenn wir VfL’ler an der Castroper Straße ein blau-weißes Miniwalhalla hätten, wäre es überschaubar voll und vom aktuellen Kader nicht so viele drin. Nein, am kalten letzten Sonntagmittag glänzte kaum einer von Dornebusch, Losilla über Janelt bis Sam. Im Gegenteil, zwar überzeugten Bastians, Soares und Celozzi, Hinterseer machte das goldene Tor, aber bis auf Stöger spielte kein Blauer ruhmreich oder außergewöhnlich gut. Dieser Ösi namens Stöger war top und nächsten Samstag könnte auf seiner Seite Aussie Kruse dazukommen, dann wäre Bochum auf links top. Und bei der Wuhlheider Union war nach dem schnellen 0-1 so sehr die Luft raus (auch weil Bochum in der 2. Hz kämpfte wie selten!), dass man gleich danach Jens Keller an dieselbe setzte. Das kam überraschend. Bochum hatte vorher drei Teams von unten nicht bezwingen können (FCK, Fürth und Aue), aber hatte zumindest hinten den Laden dicht bekommen. Es klappte gegen ein Topteam aus Köpenick, dem der letzte Wille fehlte. Und den kann man bei uns diese Saison auch oft suchen, zumindest über 90 Minuten. Nun fällt Egoriemann aus, dazu der Mann von Ramona Perhel, aber insgesamt ist der VfL-Laden hinten etwas mehr dicht - und wir hoffen, dass es an der Donau so bleibt. Doch vorne fehlen mit Kruse und einem fitten Diamantakos die zwei, die den Unterschied ausmachen könnten - was den Killerinstinkt in der Box angeht.

Aber die zwei Auswärtsspiele in Regensburg und Hamburg stehen unter dem Stern der chronischen Auswärtsschwäche (nur ein Sieg in Darmstadt!) und dem der Abschiedstour einiger Spieler aus dem VfL-Blähkader. Verlassen könnten den über ambitionierten Kader Leute wie Palvinidis, Tesche, Saglam, Gündüz oder Merkel, um nur ein paar zu nennen. Und wer dann als Trainer käme (Vogel und Kauczinski nicht mehr!), hängt natürlich von den Resultaten bis in 11 Tagen ab. Oder bleibt der Hochstätter Favorit Rasiejejski?

Mit einem Auswärtssieg in der Stadt an der Donau könnte man einen netten Weihnachtsmarktbesuch verbinden und die Hinrunde irgendwie versöhnlich beenden. Dann würde man entspannter nach Hamburg fahren und die VfL-interne Weihnachtsfeier fiele freundlicher aus.

Unter dem Strich ist man von Hamburg über Berlin bis Darmstadt bis nach Bochum enttäuscht nicht in der Rolle von Kiel oder Düsseldorf zu sein. In Bochum war dies diese Saison ein Trainerproblem, denn von Verbeek über Atalan bis zum aktuellen findet der Übungsleiter nicht den Schlüssel zum Herzen der launigen Spieler.

Das sorgt für Wut bei den treuen Fans, den VfL-Mitgliedern und etwas Frieden täte diesem VfL Bochum in der Weihnachtszeit ‘17/18 echt gut.

Bochums Macher täten gut daran, das 2-1 nicht über zu bewerten, dazu den Jahn ernst zu nehmen und sein 0-1 gegen Darmstadt als Warnung zu betrachten. Auch die Mannen von Frings hatten sich mehr erhofft, gegen den formidablen Aufsteiger, der auch ohne Herrlich die 2. Liga aufhorchen lässt. 1860 war nur das erste Promiopfer der Oberpfälzer, die mit neuer Conti-Arena und Nonameteam unter Coach Beierlorzer. Der Jahn kommt und hat ‘nen Lauf. Doch wenn es schneit, Bochum in den ersten 25 Minuten ein Gegentor kriegt, ist die Messe bei uns schnell gelesen (siehe Braunschweig, Bielefeld, Paderborn und und und). Umgekehrt, passt das Team auf, erspielt sich im Laufe der Zeit ein Übergewicht, könnte ein 0-1 wie damals durch Kevin Scheidhauer dem VfL einen guten Rückrunden Abschluß ermöglichen gegen die Händelmeiers. Dann nach Pauli, erneut siegen, 5. werden…..neee, lassen wir den Scheiß….dat wird nix mehr….

Aber bei Jahn Regensburg ist ein Dreier uU drin. Wer nach dem Spiel noch ein Fiege trinken will und kurz nach PASSAU hoppt, gerne in der Zeche 14 bei Maurice Kremers, der Bochums südlichsten Außenposten bewirtet. Die Bochumer Jungen waren wohl schon mal da. Just try…oder versackt in Regensburg kalt und romantisch.

Daten wie immer von VfL4u

Samstag, 09.12.17, 13:00 Uhr, Continental-Arena
Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Letzte Spiele gegen Jahn Regensburg: VfL - JR 0:2 (10.02.13; Djuricin (2)), JR - VfL 0:1 (02.09.12; Scheidhauer), dazu das “Netto-Testspiel” am 23.07.16: JR - VfL 2:2 (Thommy, Grüttner; Eisfeld, Mlapa)

Voraussichtliche Aufstellungen:
JR: Pentke - Nandzik, Knoll, Nachreiner, Saller - Adamyan (George), Lais, Gimber, Stolze - Nietfeld, Grüttner
VfL: Dornebusch - Soares, Bastians, Losilla, Gyamerah, Celozzi - Janelt (Hoogland), Stöger - Kruse (Wurtz), Sam (Wurtz, Eisfeld, Diamantakos) - Hinterseer

Tom,CB’93

P.S.: Gruss an die Commandanten Fobbe und Drohni, die wie einst in Würzburg die Fahne in Bayern hochhalten

Ein Sieg

3. Dezember 2017

Was so ein Sieg alles bewirken kann. Morgens ging überall in Deutschland Schnee runter. Er wurde zu Eisregen, der den Nebel vertrieb und aus den dunklen Wolken kam, ekelig und eisig. Viele der 13.199 werden wie ich gedacht haben, warum bist du nicht in der Stube geblieben, die erste Adventskerze an und Kekse genascht. Dann hätte man Fifa 18 gespielt und die Aufstellung ähnlich experimentell wie der Trainer gewählt. Doch diesmal hatte unser Jens die Nase vor dem anderen Jens. So kann es gehen.

Die Ost wirkte zunächst trist wie in den Achtziger Jahren, dann machte Losilla einen Fehler und Dornebusch sah im Einszueins gegen Polter unglücklich aus: 0-1. Berlin jubelte und das Banner Berliner F—– machte da kurz einen Sinn. Doch die Blauen bemühten sich Fußball zu spielen. Stöger und Celozzi waren top, Kruse fehlte mir. Klar, Wurtz war stehts bemüht, aber der Kambodschamann bemühte sich mich mit “oh Jonny”-Gesängen zu animieren und er spoilerte bei Dirk und mir (und Pascal) Star Wars Acht. Mon Dieux. Aber das Gemecker der Fans wurde weniger, weil das Team so langsam zu Chancen kam, auch vor dem 0-1 hatte man 2. Aber Blau, genauer Stöger nach Vorarbeit von Hinterseer, brauchte ein Rot-Weißen Körper um das 1-1 zu machen. Es fiel in der 40. und war hochverdient: Die Köpenicker waren insgesamt zu passiv, aber Bochum fehlte die Überzeugung nach vier Remis in Serie.

Der VfL machte Druck, manch einer nippte am Glühwein und vom 4. Union kam sehr sehr wenig. Dass die Wuhlheider damit die Chance verstreichen ließen, Nürnberg auf die Pelle zu rücken oder gar Kiel (vermutlich im Winter ohne Anfang), kann man schon als fahrlässig bezeichnen. Bochum seinerseits machte sein bestes Spiel seit ein paar Wochen (Sandhausen/Ingolstadt) und arbeitete gut gegen den Ball. Riemann, Perthel und Co werden dem Team nur helfen, wenn es wie heute die richtige Einstellung an den Tag legt und Spieler wie Celozzi und Sam auf dem Platz füreinander spielen. Sam in der Mitte brauchte Zeit um aufzutauen, fiel in den Meckermodus und wurde von der Ost aufgefpiffen beim Wechsel. Ich finde das empathielos.

Was also sollte nun passieren, wo Bochum gefällig zur Box spielte und da dann den letzten Punch vermissen ließ? Bochum fand eine Traumkombination in der 87. Minute den Hinterseer. Der machte das umjubelte 2-1 und drehte damit ein ganz wichtiges Spiel. Die letzten 7 Minuten hielt man durch und der Rest war erleichterter Jubel, auf Ost, Süd, Nord und West, nur 1000 Berliner waren rot heute, aber nicht glücklich. Der Kambodschamann unterstellte mir noch ein Faible für Lea Organa. Das muss in der Zeit gewesen sein, als Forever Young von Alphaville im Stadion lief 1984 oder so.

So lange ist es nicht her, als ich glücklich nach Hause fuhr aber sicher so 5-6 Wochen. Da kann man Hochstätters lamoyantes Interview, Drolls Kampange und anderes gut ertragen.

Frohen ersten Advent, laßt den Nikolaus fliegen und ganz Harte sind in Regensburg und Pauli.

Der Kambodschmann hat uns fast den Spaß an Star Wars 8 genommen ….

Der Spaß am VfL kam mir heute wieder. Endlich.

Tom;CB’93

Eisig

30. November 2017

Während meine persönliche Stimmung und die vieler VfL-Fans zu Beginn des Julis noch absolut top war, ist sie fünf Monate später im tiefsten Keller und das VfL-Herz in einer alten Eistruhe aufbewahrt und schockgefroren. Der Winter lugt von den Temperaturen her um die Ecke des Ruhrstadions. Bochums Fans sind innerlich total zerrissen und tief gefrustet wie selten und vier Remis in Serie lassen die Abstiegszone nahe kommen. Gewinnt Dresden das Sachsenderby und verliert Bochum Sonntag gegen den als Geheimfavoriten gestarteten Köpenicker Club, ist man auf dem Relegationsplatz (zZ Wehen Wiesbaden). Das wäre der Supergau für den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten VfL, der in den letzten zwei Monaten ganz viel Geschirr zerschlug. Die Namen und Zahlen, die uns Vilis, Engelbracht, Hochstätter auf der JHV 2017 präsentierten sind schon jetzt Schnee von gestern.

Rasiejewski vermisst unterdessen gehobene Stimmung, Automatismen und eine Hierarchie im Team. Also, das ist 16. Spieltag und der dritte Trainer, der offensichtlich versucht die Saisonvorbereitung bis zum Weihnachtsfest auszudehnen. Das ist schrecklich und zerrt an den Nerven der immer noch vielen Fans. Der Name Frontzeck wabert um die Castroper als wäre es der Clown Pennywise und wir die Kinder. Die Stimmung war zuletzt leise und schlecht, die schlimmste Sache ist, dass sich immer mehr Getreue mit Grausen abwenden und viele den plötzlichen Absturz nur noch mit Achselzucken und Sarkasmus registrieren. Bochum taumelt nach unten wie ein angeschlagener Boxer. Dabei wollte man sich mit dem Gegner Union messen, hoffte insgeheim auf ein Finale Furioso und nun ist die Angst, die Wut und die Kälte allgegenwärtig. Dabei könnte man doch gegen die Eisernen die Punkte holen, die man in den letzten Wochen so gerne liegen gelassen hat. Man verliert zu Hause meist nicht und ein Sieg wäre wirklich Balsam zum 1. Advent. Aber diese statistischen Daten machen diesmal nur begrenzt Mut gegen die Wuhlheider. Vor einem Jahr unter Verbeek hätte man 1-1 getippt, aber seitdem zwei Trainerazubis an der Seitenlinie wirk(t)en, wird jede Woche Taktik, Formation und Aufstellung variiert, dass sich die Balken biegen. Und der aktuelle Trainer ist bei einer Heimniederlage gegen U.Berlin nur noch Trainer auf Abruf wie Bosz und Stöger eine Liga höher. Da hilft auch nicht, dass Union unter Keller selbst eine kleine Krise erlebt und nur einen Punkt aus zwei Spielen holte.

Wer also wird ALLE Fans versöhnen 2018? Wer führt im VfL-Team Begeisterung, Struktur, Teamgeist und Mentalität ein? Wer verkörpert den Bochumgeist a’ la Gerland, Ata oder Wosz? Wer holt die Emotionen aus der Gruft? Während die Repuplik über das 4-4 im Revierderby staunte, interessierte Bochums 1-1 in Aue nur eine kleine unbeugsame Schar der Ewiggleichen. Wird Zeit dieser Entwicklung entgegenzutreten…es ist nie zu spät…aber es ist 5 vor 12. Und es ist Zeit, dass der VfL zurückkommt.

Tip: 1-1

Daten von VfL4u:

Sonntag, 03.12.17, 13:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Letzte Spiele gegen Union: VfL - UB 2:1 (06.08.16; Bastians, Weilandt; Kreilach), UB - VfL 2:1 (Polter, Skrzybski; Hoogland)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Dornebusch - Soares, Bastians, Hoogland, Gyamerah, Celozzi - Kruse, Janelt, Stöger, Sam - Hinterseer
UB: Busk - Pedersen, Leistner, Torrejón, Trimmel - Hedlund, Kroos, Hartel, Prömel, Gogia - Polter

Tom;CB’93

P.S.: Wie immer “Freibier bei jedem Wurtztor” ;-)

Das VfL-Würfelspiel im ultravioletten Bereich

26. November 2017

Thomas Kempe sagte vor dem Spiel noch was Nettes. Da sein Sohn nicht spielte, gönnte er seiner alten Liebe, dem VfL, alles Gute. Das war nett gemeint, half aber ganze dreieinhalb Minuten. Von den Namen her hatte Jens Rasiejewski sein stärkstes Team (ohne Eisfeld, Perthel) aufgeboten, aber die Abwehrformation war wieder neu und sie funktionierte nur drei Minuten. Aue nutzte einen Ballverlust der weißen, spielte schnell nach vorne, Tiffert mit dem tödlichen Pass, Fandrich zum 1-0. Es lebe der Sport, dachten sich die Veilchen fendrichesque und Bochums Fans vor dem TV mal wieder bedient. Käse ist das, immer und immer wieder das 0-1 zu kassieren. Aber seit gestern wissen wir, selbst eine 4-0 Führung muss keinen bestand haben. Der Sky-Mod kritisierte die taktischen Umstellungen des Trainers als “zu experimentell”, die 200 Unentwegten im Bochumblock guckten sparsam in die leere Runde.

Aber die Veilchen arbeiten in der Folgezeit zu wenig daran, die VfL-Desorientierung zu nutzen. Sam fand wenig statt, Hinterseer nutzte eine Chance mal wieder nicht, aber der ehemaligen BSG Wismut genügte das schnelle 1-0. Tiffert, Wydra und später Bertram hätten ihre Ex-Kollegen in Verwirrung stürzen können. Das sollte sich rächen, denn Nazarows Robustheit brachte die Auer nicht weiter, sie gab nur Beulen. Die Bochumer fingen nun wieder von vorne an, etwas Fußball zu versuchen und dann irgendwann kam man dem Tor von Old-School-Männel wieder näher. Irgendwann vor der Pause setze sich Janelt nach einem Soarespass durch, lief zur Grundlinie, flankte rein und Bastians stand goldrichtig und machte das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1-1. Endlich war der Torfluch auswärts gebrochen.

Die 7.200 Livezeugen auf dem Ausbaubetonbollwerk-Auer-Sparkassenstadion waren sich beim Pausentee nicht so sicher, ob sie zufrieden sein sollten mit dem Gebotenen. Aue hätte nach dem frühen 1-0 nicht zurückschalten dürfen und Bochum nicht so unsortiert stehen dürfen zu Anfang der Partie. Aber 1-1 war schon gerecht und die 2. Halbzeit begann mit stärkeren Bochumern - Hinterseer vergab einmal, einmal auch auf der Gegenseite Nazarov und später Köpke. Aber insgesamt wurde der VfL stärker, je mehr die Zeit runterlief. Diese Phase wiederum erfuhr keine Steigerung, das Spiel verflachte. Dornebusch kam für den am Knie verletzten Riemann und Wismuts Schlußoffensive war diesmal überschaubar. Das Spiel wirkte da, als seien beide mit dem Remis zufrieden. Und das Gegenteil musste der Fall sein.

Aber insgesamt gönnten sich beide Team Hausmannskost, die zur Schonkost wurde. Und der VfL bleibt mit diesem dritten Remis in Serie 15. und man fragt sich, wohin die Reise geht. faktisch bleibt der VfL im Keller, kämpft gegen unten. Dieses Team hat keine Konstanz, spielt nicht für oder gegen den Trainer, es gleitet in Zeitlupe nach unten.

Und die Moral von der Geschicht, das ist zu wenig zum Leben und Zuviel zum Sterben. Kampf ist da, aber nicht die ganz große Linie. Und nach oben geht nur der Puls der Fans und heute Mittag nicht mehr das.

Traurig.

Tom; CB’93

P.S.: Gruß an Norbert

Im Wiesental

23. November 2017

Der VfL Bochum spielt Sonntag in Aue. Damit ist er bis Weihnachten dreimal auswärts dran (Aue, Regensburg, Pauli) und muss einmal zu Hause gegen “Geheim”favoriten Union Berlin spielen. Diese vier Spiele werden, da braucht man kein Prophet zu sein, nicht leicht. D.h. es steht unverändert “unter Druck, weil gefährdet” vor dem 14. Tabellenplatz des VfL. Erzgebirge Aue ist 11. und hat sich in der Nachtedescoära irgendwie ganz passabel gefangen, ging zuletzt 0-3 unter. daher ist Krise auch bei Lila.

In dieser ausgeglichenen Zweiten Liga darf man nicht so viel auf Statistiken geben, aber Bochum ist nach den müden Remis gegen FCK und Fürth mit seinem probierfreudigen Interimstrainer Jens Rasiejewski nach wie vor drin, im unbunten Abstiegssumpf mit leichter Herbstdepression. Es ist wird nass oder schneit schon, es wird kalt im Erzgebirge und nur wenige Bochumer Fans werden sich auf den 500 km Weg nach Sachsen machen.

Es gab coole und uncoole Touren ins Sparkassen-Erzgebirgsstadion, dazu Niederlagen wie das 6-1 mit orangenem Ball, viele 2-1 und auch ein 1-0 Defeat; man verlor zu oft bei den Veilchen. Und fast immer stand Männel im Tor. Diesmal werden wir Wydra, Bertram und Tiffert wiedersehen als Ex-Bochumer, dazu Köpke und Nazarov auffem Pin. Bochum reist auch in seine eigene Zweitligavergangenheit.

Bei uns Castropern hat sich personalmäßig die Lage etwas entspannt, nur Perthel und Eisfeld sind verletzt, Leitsch mi Zipperlein, Diamantakos und Gündüz kriegen ‘ne Pause und Jens wird uns wieder zeigen, was man auf der Hennes-Weisweiler Akademie alles lernen könnte.

Bis dato fehlt dem VfL 2017, Punkte, Tore, Konstanz und der rote Faden im Team, dazu mannschaftliche Geschlossenheit und daraus resultierend die Sieger-Kämpfer-Mentalität. Beim Trainerwechsel des FCB von Ancelotti nach Heynkes konnte man sehen, was ein Trainer bewirken kann. Nach Verbeek sahen wir Bochumer, was Atalan und Rasiejewski eben nicht bewirkten. Hochstätter ist weder in der Position, noch der Typ, der sich Versagen lange ansieht. Also braucht Jens Punkte.

Ich fürchte, wir werden in Aue nicht wie in Darmstadt unseren zweiten Sieg einfahren, sondern maximal einen Punkt holen. Das gute alte W und der VfL werden Sonntagmittag nach einem Erfolg lechzen und sich ziemlich einen abbrechen. Dazu wird unser Block leer sein, das Wetter käse, schon mal einen ganz lieben Gruss an jeden VfL’ler der da ist.

Am Wochende ist nicht nur der Job des Dortmunder Bosz bedroht, sondern natürlich kann auch unser Coach schnell abgelöst werden, auch wenn Hochstätter das ausschließt und vier Siege fordert vom Team.

Sollten wir verlieren, wird es jedenfalls ganz, ganz kalt an der Castroper. Vielen Menschen mit Blau-Weißer-DNA gefriert schon jetzt das Herz - und das vor dem 1. Advent. Ker Mensch, Jens, reiß das Ruder rum und hau mal mehr Emotionen raus.

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Hoogland), Gyamerah - Celozzi, Losilla ,Janelt, Stöger - Hinterseer (Sam/Wurtz), Kruse

Aue: Männel - Rizzuto - Kalig - Wydra- Rapp - Hertner - Tiffert - Fandrich - Bertram - Nazarov - Köpke

Tip: 1-0

Tom;CB’93

P.S.: Drohni, ich hoffe du hast ‘ne gute Feier in den 46.! ;-) )))

Grausam

18. November 2017

Nach dem 0-0 beim Letzten FCK stolpert sich der VfL Bochum beim 1-1 gegen den Vorletzten Greuther Fürth ordentlich in die übeleste Herbstkrise seit 2013, es war einfach nur grausam heute.

Das Bild für die nur noch 11.000 Livezeugen hatte was von einem 0-1 gegen Waldhof Mannheim in den Achtzigern. 8000 pfeifen frierend durch die Nacht, im Halbhellem sieht man “Löcher aus Beton” in der Ost. Die Farbe Grau legt sich auf die Fanseele. Das machte keinen Spaß wie schon vor 2 Wochen. Mir sagte ein alter Bekannter vor dem Spiel am Fanshop, er wolle sich vom Alltag ablenken. Der VfL tat alles, auf vielen unterschiedlichen Ebenen, um einem das Wochenende zu versauen und den Montag zum Freudentag zu machen, weil man endlich wieder was Sinnvolles tun kann.

Die Greuther Fans waren lauter als die entultrarte Ost, die Spieler des VfL hätten ihren Trainer flüstern hören können: Doch er, der reichlich emotionslose Pep für Arme, würfelte eine Aufstellung zusammen, die nicht jeder verstand. Ok, Perhel, Eisfeld waren verletzt und Stöger gesperrt, aber Sam und Hemmerich garnicht zu bringen, da ist man zwar als Fan kein echter Fachmann, aber man versteht es auch nicht so richtig. Das ist auch mit Celozzis Position so, der Dreierkette und und und.

Fürth in Weiß nutzte eine pennende Abwehr zum 0-1 und führte. Selbst dieser Witz kotzt einen an, wenn man eine solche Leistung geboten kriegt wie wir Zuschauer heuer. Bochum spielte strukturlos gegen einen meist schwachen Gegner, der stets bemüht war. Die Fans schwiegen heute überall, manche mit System, andere nur so und wieder andere, versuchten für sich selbst Spannung aufzubauen, weil es sie von außen nicht genügend gab. Die vielen tiefen Gräben, die es wohl schon immer gab in der Fanszene, werden seit Wochen durch neue ergänzt, flankiert von einer überschätzten Mannschaft, die keine ist - und unter dem dritten (!) Trainer immer schlechter wird.

Nach dem 0-1 durch die Hure Roms, machte Hansi Hinterseer das 1-1 per Standard und sorgte für die einzigen zwei kurzen Highlights des Tages. Ein Tor und ein Punkt, das war wirklich mehr als dieses VfL-Spiel jemals verdient hatte. Man fror, man starte, man schwieg und nippte am Fiege oder am Kaffee. Die 120 Fürther solidarisierten sich dem Ultras auf der West, der Rest der 11.000 schimpfte in sich hinein oder war teilnahmslos bis apathisch.

Bochum hatte auch in der 2. Halbzeit kaum Torchancen, es wirkte wie in den ersten 25 Minuten vieles zufällig und ungeplant im Spielaufbau. Das man mit diesem Antifußball seit 3 Spielen ungeschlagen ist, kann man nur dem Unvermögen der Gegner zuschreiben, nicht einer eignen Leistung, wie es sie unter Verbeek noch gab oder gar unter Neururer.

Hochstätter wollte 15 Punkte aus den letzten 5 Spielen holen und verlor schon mal 2 auf diese Rechnung. Er wird sich mit Engelbracht und Vilis gut beraten müssen, um das schwankende VfL-Schiff über den Winter zu bringen. Es knirscht überall in der zukünftigen KGaA,

Die Situation ist insgesamt sehr, sehr ernst. Nicht nur dass Gündüz nie wusste, wo er hinlaufen musste: Es wurden in Blau aussichtsreichste Chancen vergeben, um das 2-1 zu machen, aber nicht kurz vor dem Tor, nein 2-3 Schritte vorher. Schlimme Fehlpässe, bei denen man sich fragte. ob das noch Profifußball sei. Fast hätte Fürth das 1-2 noch gemacht, aber die schwarze Perle des Ronhof wurde von unserer 21 kurz vor dem 1-2 geblockt. Das war wenigstens Einsatz. Der Super Gau wurde sogar noch verhindert, aber pfeifen taten viele nach 90 Minuten.

Fassen wir zusammen: Bochum kann seit Wochen auf dem Rasen nicht mehr siegen oder schön spielen, jeder neue Trainer ist ein Rückschritt zum Vorgänger, das Team ist falsch zusammengesetzt und ihm fehlt nicht nur die Balance, der Sportdirektor wie ein angeschlagener Boxer, “Wunderkind” Engelbracht hat bei den Ausgliederungsgegnern Vertrauen verspielt, UB; MLPT und der Rest beschuldigen sich gegenseitig, zu spalten, zu beleidigen und alle waren heute still, weil es zur Zeit einfach grausam ist, VfL-Fan zu sein.

Ich fahre zurück nach Köln, nur eine Sekunde denke ich, es könnte schlimmer sein. Und fahre am Stadion von Fortuna Köln vorbei und habe eine Vorahnung. Aber keine Gute.

Nein, ich bin ehrlich, mir hat heute ganz viel gefehlt, die Stimmung in der Ost, die Fahnen, die Gesänge, der Zusammenhalt der Fans, der Spielwitz, der Fight und ein Glaube an ein besseres nächstes Jahr und die Emotion VfL.

Da will man als VfL-Fan fast auf den Arm.

Tom; CB’93

P.S.: Gruss an Michael M., Mata Hari und die Block A’ler

Abstiegskampf

16. November 2017

Samstag ist Blau gegen Grün, um das Grau zu besiegen. Nach der Länderspielpause wissen wir, dass wir nichts Genaues über Bochumstorriecher wissen. Kruse hat kurz gespielt bei Australiens 3-1 gegen Honduras, Hoogland trainiert wieder mit, Bastians mag Nudeln und Stöger ist immer noch gesperrt gegen seine alten Mannschaftskameraden.

 

Aber wenn Samstag ab 13.00 Uhr im Vonovia-Ruhrstadion wieder der Ball rollt, dann spielt also der 14. Bochum gegen den 17. Führt, beide nun gegen den Abstieg. Und der VfL ist zu diesem aktuellen Abstiegskampf gekommen, wie die Jungfrau zu Kinde. Aber spätestens in Kaiserslautern beim tristen 0-0 wurde klar, diese Mannschaft in dieser Verfassung ist „in högster Gefahr“ – so würde es Jogi formulieren. Und man kann hinzufügen, die 3 Trainer in 4 Monten - plus die Verletzten - haben aus dem selbst erklärten Aufstiegskandidaten einen Abstiegsaspiranten gemacht. Raus aus dem Pokal, raus aus der Spitzengruppe, der Sportdirektor beschädigt, das Team keine Mannschaft und die Fans ratlos und streitend. Jeder Businessplan zertrümmert – zero performance. Der Verein wackelt am Fundament.

 

Am 7.10.17 stimmten noch 80,19 % für die Ausgliederung, die Folgen davon werden gegen die SpVgG Fürth sichtbar werden. Die Ausgliederungsgegner haben bis dato geschwiegen, nun werden sie wohl umziehen in die West. Erklärung folgt, Ende der Geschichte ist nicht in Sicht. Mit Bochums Trudelkurs ist das ähnlich.

 

Die Mannschaft um Pseudostars wie Sam, Tesche, Merkel und anderen Namen wie Fabian und Celozzi bringen nicht die Leistung, weil sie zZ nur Einzelspieler mit vergangenem Talent sind, die ohne Beziehung zum Club und Konstanz im Spiel wirken.

 

Hochstätter muss den VfL-Blähkader im Winter straffen, den neuen Trainer gut auswählen und wir VfL’ler brauchen die Punkte vorher, um nicht die Sechziger dieser Saison zu werden.

 

Am Samstag wird das Zuschauerinteresse wie das Wetter überschaubar sein, der Fan braucht viel Balsam für seine Seele, wenn er Mittags ins Stadion geht. Dann wird die Mitte der Ost leerer sein als sonst, die Spieler werden einzelne Rufe hören und die Leute werden gespannt sein, auf die Emotionen im Stadion, die Einstellung der Spieler auf dem Rasen und das sich entwickelnde Spiel.

 

Heimsieg – wie einst unter Verbeek – das erwarten die Zuschauer auch nun vom Interimscoach. Aber der probt noch und das ist die Story der letzten vier Monate. Proben,  verlieren, Proben, remis, Proben und gewinnen.

 

Gewinnen wäre ne Idee, wenn ihr mich fragt.

 

1-0 durch Kruse. Mein Tip, den muss ich auf Fifa mal nachspielen.

 

Samstag, 18.11.17, 13:00 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Guido Winkmann, Kerken (pfiff den VfL zuletzt am 27.02.2016 beim 3-2 Heimerfolg gegen den SV Sandhausen)
Assistenten: Arno Blos und Christian Bandurski sowie Tim Skorczyk als 4. Offizieller

Die letzten Spiele gegen Fürth: SGF - VfL 2:1 (05.11.16; Freis, Sararer; Gündüz), VfL - SGF 1:0 (16.04.17; Eisfeld)

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Leitsch/Hoogland), Gyamerah - Eisfeld, Celozzi, Losilla (Janelt), Hemmerich - Diamantakos, Hinterseer (Sam/Wurtz/Gündüz/Kruse)

SGF: Burchert - Wittek, M. Caliguiri, Maloca, Hilbert (Schad) - Narey, Sontheimer, Magyar, Gjasula, Aycicek (Torres) - Dursun (Hofmann)

 

 Tom,CB’93

Mal den Florian fragen

3. November 2017

Das Spiel des VfL in Kaiserslautern endete torlos und das in einer grausamen Art und  Weise. Ein 0-0, was wirklich keinen Sieger verdient hatte, legte sich wie Nebel auf die Seelen der knapp 19.000 Livezeugen. Die die vor dem TV saßen, werden sich gefragt haben, was der Driß überhaupt soll.  

Bochums Auswärtsorte sind realtiv cool, von Duisburg, Darmstadt über Nürnberg, Kiel, Braunschweig bis zum legendären Betzenberg, alles solide Fußballtradition. Aber den Fußball, den Bochum da auf fremden Plätzen spielt, ist oftmals ein reines Ärgernis für die 500-1000 mitgereisten VfL-Fans und TV-Zuschauer.

Und heute zeigte das VfL-Team, wie schlecht es zur Zeit zurecht ist. The trend is not our friend. 288 Minuten ohne Tor in der Liga, dazu 90 Minuten im Pokal. Klar, es fehlten Stöger, Hinterseer, Kruse, Perthel und Hoogland. Das merkt man auch. Man merkt aber auch, dass nach Verbeekdemission, Atalan und Rasiejewski die Bochumer ihre spielerische Linie suchen. Gestern sah das oft brutal aus, Fehlpässe, Fehler im Spielaufbau und und und. 

Der FCK arg gebeutelter 18., ohne Halfar und Osawe, bemüht und wollend, aber eben arg limitiert und tierisch verunsichert. Aber sie haben sich zumindest ins Spiel gekämpft, die roten Teufel. 

Bochum hatte eine Chance am Anfang (über links, dann ein Schüßchen), überstand die 7. Minute, aber dann spielte ab der 15. Minute nur Kaiserslautern - und hatte 4-5 mal richtig Platz das 1-0 zu machen. Doch Lautern vergab fahrlässig Chancen, das war wirklich sträflich: Bochum kämpfte zwar, zeigte aber selten einen roten Faden im Spiel. Nach einem Freistoß hatte Eisfeld in der 34. Minute die Chance zum 0-1. Aber Bochum blieb torlos, der FCK auch. Niemand pfiff am Betze, die Leute schwiegen. Das Stadion bleibt imposant, die Kulisse erinnerte einen daran, was man vor 26 Jahren dort mal toll war. Damals 1991 brannte die West, das Stadion hallte und man guckte meist gebannt auf das Grün. Heuer war alles zwei Nummern kleiner, 350 Unentwegte schauten stumm auf den Rasen und wieder kamen die roten Teufel nach vorne. Doch je länger man Chancen überstand, desto mehr hätte man vermuten können, irgendwann macht der VfL das 0-1 (oder drängt drauf) und lügt einen rein. Vorher traf ein Lauterer das Lattenkreuz von Riemanns Kasten, dann traf Diamantakos das Tor. Wieder zählte ein VfL-Tor nicht, diesmal war es vorher ein Handspiel des Griechen. Bochum kassierte reichlich Gelb und dümpelte aus dem Spiel, hinten meist okay, vorne sehr harmlos.

Jedes mal blieb Blau hängen in der Pfälzer Abwehr, verteidigte selbst seriös oder mit Glück, dazu hat der FCK das Schießpulver nicht erfunden. 

Am 13. Spieltag blieb man  Minuten (mit Pokal) ohne ein gültiges Tor, so rutscht man weiter in den Keller und kriegt Genickstarre, wenn man nach oben zur Fortuna guckt. Gegen Düsseldorf wäre ein Sieg okay gewesen, heute nicht. Zu schlechter Fußball, ob situativ oder generell, egal, man sah Folterfußball. Das ist ein spielerischer Tiefpunkt und ein neuer Übungsleiter tut not. 

Der volle Mond, der dichte Nebel begleiteten den VfL aus der Stadt Kaiserslautern - in die kalte Freitagnacht. Ein Abend, der wahrlich keinen Sieger verdient hatte (und wenn dann den FCK), endete stilecht torlos, still und leise. 

Und nun muss ich mal Florian, meinen Fahrer, fragen, woran es lag. Das Bedürfnis werden auch andere verspürt haben. Die Krise ist nun da. 

Mir fällt nicht viel dazu ein, wie man beidseitig einen optisch unattraktiven Fußball spielen kann, sowohl der 18. als auch der 13./14. bleiben zu recht im Keller der zweiten Liga. Das Duell Tradition endete mit einem Sieg für niemanden. 

Tom;CB’93

P.S.: Gruß an Kai Z., gute Besserung

Emporors palace

1. November 2017

Es herrschte ein komischer Stimmungsmix in Bochum seit einigen Wochen. Der Oktober 2017 war ein VfL-Monat zum weglaufen, fast alles, was schief gehen konnte, ging auch schief. Sportlich eher “Pfui als Hui”, schlimmer Außendarstellung (Butternudelgate) interne Querelen (Bastians, Hochstätter) und viele Zankereien im Verein auf verschiedenen Ebenen. Nach dem 0-0 gegen Spitzenreiter Düsseldorf, konnte man ob der gezeigten Leistung erleichtert sein. Dass der eine Punkt zu wenig ist, kein Tor in drei Spielen indiskutabel, Rang 13. unter Niveau, ist sonnenklar. Vermutlich wird’s ein vierter Trainer sein, der dem VfL vor - oder nach - Weihnachten hilft oder helfen soll, Konstanz zu kriegen, die Balance zu finden und die Spielerpotenziale besser abzurufen.  Soweit der theoretische Plan, aber viele Fans blicken zu Zeit ratlos, sorgenvoll nach vorne, die Euphorie des Spätsommers ist komplett verflogen. Ein Bochumer Herbst gibt sich die Ehre.

Die Aufstellung muss eine festen Stamm beinhalten und dieser muss sich im Konkurrenzkampf auf dem Rasen beweisen. Und Kampf ist ein gutes Stichwort für Freitag. Die ganz große Horrorshow ist gegen F95 ausgeblieben, aber der Freitagsgegner FCK ist nach den unterschiedlich bewertbaren Niederlagen gegen den VfB und Regensburg angezählt. Es gab einen offenen Brief an die Fans. 2000 FCK-Fans waren beim Jahn stinksauer auf ihre Zuckertruppe und Strasser ließ die Mannschaft sich das wütende Gebrülle anhören. Damit ist klar, die Spieler in Rot sind übermorgen stark unter Zugzwang vor eigenem Publikum. Das wird psychologisch schwierig in dem angespannten Umfeld der Westfalen die Mannschaft darauf vorzubereiten. Andererseits ist das fast bester als zu Hause zu spielen. Der Betze selbst bebt heute anders als vor 25 Jahren, eher heimliche, wütende Glut als laute Anfeuerung, voller unvollendeter Versprechen, mit finanziellen Sorgen und vor allem vor dem Sturz in die Dritte Liga. Aber Rasiejewskis Team ist nicht so weit von Kaiserslautern entfernt. Während der FCK ganz, ganz unten steht, muss sich der VfL erst mal gegen den Absturz nach unten wehren. Dazu muss man den Kampf annehmen, stabil hinten stehen und vorne effektiver Chancen generieren und verwerten. Dazu braucht man Überzeugung, Eier und eine Portion Glück.

Der VfL Bochum hat Pöler von Merkel, Sam über Tesche und Janelt/Bandowski, die was am Ball können. Aber als Mannschaft agierten die Bochumer am Montagabend, ob sie es in Kaiserslautern tun, wird sich zeigen. Die VfL-Fans sprechen süffisant vom Aufbaugegner VfL, vom Pfälzer in der Not und Bochum kommt vorbei.

Übermorgen wird der VfL-Block sehr leer sein im Fritz-Walter-Stadion, Freitags, Tabellenstand und und und. Das ist schade, das Traditionsduell Bochum uff der Betze, hätten von allen Seiten mehr Interesse verdient, zumindest wenn man das vorher sagen kann.

Bochum spielt vermutlich 30 Minuten gut und kriegt dann einen rein, darauf könnte man bei Tipico was setzen - und das wollen wir nicht. Wir brauchten fokussierte, bissige und vorne durchsetzungsfähige Spieler. Gündüz, Wurtz sind erst mal außen vor, mental, Form und Körpersprache lassen da nichts Gutes vermuten. Der aufgeblähte Kader müsste mal genutzt werden, um die Spieler besser und nicht schlechter zu machen.

Der November fängt doof an, es sind wieder Einzelfehler, die passieren, dafür gibt es mehr als genug Gründe und Bochum verliert 2-1, diesmal nicht 3-0 wie im Vorjahr, aber es reicht nicht. Außer natürlich der FCK taumelt ganz hilflos und Liga Drei. Das wäre schade und beim VfL eine Katastrophe, weil niemand dieses Jahr auf einen Abstiegskampf vorbereitet ist.

Dazu fühlen viele VfL’ler eine Leere, die schnell mit Siegen gefüllt werden sollte.

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Leitsch), Gyamerah - Eisfeld (Losilla), Celozzi, Stöger - Kruse , Diamantakos, Sam (Gündüz/Hemmerich)

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an alle, die Freitag ihren VfL uff de Betze begleiten