Danke

22. Dezember 2018

“Danke für diesen guten Morgen,
danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.”

Das war mal ein Kirchenlied, was ich ziemlich doof fand. Aber heute morgen kam es mir in den Sinn.

Nicht der famose Sieg 2-3 von Müngerdorf alleine hat mich daran denken lassen, sondern das Gesamtpaket des gestrigen Abends und das alles so anders gelaufen ist, als ich es mir zuvor etwas zu pessimistisch gedacht habe.

Und das beste für mich war das Gefühl beim 1-3. Ich meine, ich habe es gar nicht live gesehen.Ich habe den Jubel auf dem Klo gehört, wusste aber nur durch mein Handy, das ein Tor gefallen sein muss. Und es war mein persönlicher perfekter Moment. Die kurze Stille nach dem Jubel, es war niemand in dem Moment da. Ich hatte dieses Gefühl des Sekundenglücks ganz für mich alleine. Das war so schön, besser geht’s nicht. Da war mir nach Danke sagen, wem auch immer. Der Regisseur des gestrigen Abends kann was.

Nach dem 1-3 wieder raus in den Gästeblock, die Atmosphäre einatmen, grossartig. Dann fiel wieder in einen missglückten Konter das ebenfalls unnötige 2-3. Man bangte und beschäftigte sich mit den Leuten im Nebenblock, was unnötig war. Es reichte das Gefühl, sich von der Jubelstimmung der 5000 Bochumer sich einsaugen zu lassen.

Am Anfang war die Stimmung im ganzen Stadion gut - und zack führte Bochum sehr schnell 0-1. Das war schon mal ein guter Start, das Abfuckgefühl des Rückstands hatte man ebensowenig als Bochumer wie den obligatorischen Anreisestau. Und man hatte ja auch Bier, es gab sogar normales Bier im Gästeblock. Perfekt.

Das vorige Kölner 1-1 fiel etwas aus dem Nichts, aber klar - Terroddes Tor zum 1-1 war obligat - es war ein geschenkter Querpass von Soares. Und klar hatte Köln vorher etwas mehr investiert als zum Spielanfang, obschon der Efzeh gestern insgesamt nicht gut spielte.

Dass man dann wieder 1-2 führte, brachte das Fass der Emotionen postiv zum Überlaufen. Klar geht es lauter, aber die Gesänge machten einfach Bock. Und nach dem 1-3 gab es fast kein Halten mehr in blau und weiß.

Bochum wird durch den gestrigen Auswärtssieg nicht aufsteigen und Köln hat sicher nicht den Aufstieg verspielt. Aber den Moment konnte man gestern gut genießen, außer man ist einer 45.000 Kölner im Stadion oder bei Sky vor dem TV.

Dann muss man sagen, okay “Köln hat zu offen gespielt” und hat Tore vor allem aus Fehlern von dem sonst immer starken Soares profitiert. Aber mal ehrlich, der Efzeh hat fünfmal vorher gewonnen, was sollten die sich hinten reinstellen beim letzten Heimspiel wie St. Pauli und kontern? Das ist natürlich legitim, aber gestern passierte es nicht und ich verstehe da Kölns Ansatz. Das Glück fehlte brutal bei Union Berlin, gestern war es da.

Lee, Sam und Tesche sowie Losilla sind die besten Feldspieler bei Bochum gewesen. Besonders hervorheben möchte ich den Riemann, der echt eine souveräne Serie spielt. Aber es war ja gestern ein Teamplay von allen beteiligten Bochumern.

Und dann hat mir natürlich die Stimmung gut gefallen und da möchte ich hervorheben, das man kurz oberhalb der Ultras richtig Spaß hatte als Steher, aber sicher auch die Leute auf den Sitzplätzen. Und gestern habe ich oft gedacht, cool, dass die Ultras wieder da sind.

Es gibt gestern auch keine echten Verlierer, nicht mal die Kölner, die einfach mal wieder ein Spiel verloren haben, “so what”. Eventuell kann man die Steinewerfer als Verlierer ansehen. Vielleicht ärgern sich manche Bochumer, dass sie gestern nicht dabei waren, aber ganz egal, wo man als VfL#ler war, man war freudig ohne Ende.

Das Feiern nach dem Abfiff eines diesmal guten Schiris (Da hatte ich mir auch falsche Sorgen gemacht, er übersah wohl ein knappes Bochumer Abseits beim Tor), war Jubel,Erleichterung und Ekstase angesagt. Da kann man garnicht so viel zu sagen, als Danke, Danke und Danke. Und wem man auch immer Danke möchte, dem Team, den vielen Fans, die sich auf den Weg machten oder dem Fußballgott; es war einfach perfekt.

Danke. ;-)

Ach ja, der Weihnachtsmann kommt ja noch, aber für mich war er gestern schon da.

Tom,CB’93

P.S.: Gruß an Klaus aus LA, dem Dürre sowie Tim (FCB) und dem Martin sowie Marcel auf Kölner Seite und meinem Nachbarn. War cool mit Euch. DANKE

Leverkusener Brücke

19. Dezember 2018

Ist gibt einen Ort, wovon jeder Auswärtsfan, der nach Müngersdorf reist, Angst hat. So wie früher im alten Parkstadion von 1974, wenn man aus der Straßenbahn stieg und nach der Brücke zur Gästekruve kam, eben ein unfreundlicher Ort für Auswärtfans. Diesmal ist der Ort auch eine Brücke, aber es ist der Verkehr und die totale Entschleunigung, die einem das Gefühl gibt, nie irgendwo anzukommen.
Wenn man im Ruhrgebiet losfährt - und nicht über Essen/D‘dorf anreist – dann ist man über die 43 irgendwann man raus aus dem Großstadtmoloch im Bergischen Land. Vorher Sprockhövel, ein Parkplatz, den die RAF angeblich einst besuchte, dann gehts hart Richtung Wuppertal. Da hat man mal 3-0 verloren, es war heiß und gab kein Bier mehr, irgendwie ungut dieser Zwischenstopp. Dann kommt die Remscheider Gegend, da wo erste Kölnfans wohnen und wo einst Maurice Banach sich totfuhr, auch vor einem Spiel Köln-Bochum.
Dann wird’s hinter dem Rasthof Remscheid etwas ruhiger und man nähert sich Burscheid, Clubs der alten Zweiten Liga wie den WSV, den FC Remscheid oder Union Solingen hat man hinter sich und nähert sich der Domstadt, Direkt hinter dem Leverkusener Kreuz.
Hier hat man schon Fake- oder echte Baustellen aufgebaut, erste Blitzer, aber die Brücke kommt noch. Da muss man rüber, wenn man nicht zu BayArena will oder auf die A3 nach Düsseldorf fahren möchte. Man will weiter in den Westen und da kommt diese Brücke, vorher wird man auf 40 kmh „entschleunigt“, dann auf der Brücke auf 60 kmh. Da kommen Gedanken auf, komm ich pünktlich an? Und will ich da wirklich hin?
Wollen die 4500 Bochum am Freitag da wirklich hin, wo man nur einmal 2004 siegte? Die Statistik spricht nicht unbedingt für Bochum. Köln siegte fünfmal in Serie und Bochum konnte dreimal nicht gewinnen. Köln schoss 45 Tore und Bochum 25.
Angeblich will Bochum gar Zoller holen, der nun gar nichts zu 45 Toren beitragen durfte. Der muss dann die Strecke von seiner Laura nach Bochum umgekehrt zum Training kriechen. Wahrscheinlich hat Köln vor nach einem 4-1 Sieg gegen uns den auszuleihen, weil der ja nun nicht mehr viel gegen den Vorsprung des FC machen könnte. Irgendwie hab ich kein gutes Gefühl bei der Sache, aber ich kann mich irren und der ersetzt Sam/Kruse bombig. Bei Lee hatte Sesi ja auch ne gute Hand.
Also, was wird Dutt tut gegen Anfangssturmmaschine, die 3-8 Tore in den letzten 5 Spielen machte, auch ohne Modeste, der wohl für die erste Liga gedacht ist.
Terrodde ist schon zum zweiten Mal in Köln, hatte einst gegen Novakovic und Helmes keine Chance. Er ging zu Union und wurde bei uns zuverlässiger Torjäger. Dann ging er zum VfB und später iM Abstiegsjahr zum FC. Dort traf er 21, fast soviel wie alle Bochumer Stürmer zusammen: Hinterseer, Kruse, Sam, Weilandt, vielleicht Ganvoula, werden ihre Chancen effizient nutzen müssen, wenn Bochum in Köln tatsächlich was holen will, wie Fabian meinte. Dann muss hinten kompromisslos verteidigt werden und der Schiri darf nicht kippen. Davor hab ich nach der Leverkusener Brücke am meisten Angst, dem Schiri, der die Kölner Euphorie befeuert, wenn es gut liefe für Bochum-

Es wird hart genug, wenn 11 Bochumer versuchen nach zwei unglücklichen Niederlagen gegen Pauli und Union Berlin ausgerechnet gegen Köln, zu verhindern dass die Tormaschine ins Rollen kommt wie gewohnt.
Ein 0-0 zum Fest wäre aus Bochumer Sicht echt ok, dazu kein Verkehrschaos bei der Anreise, man darf ja wünschen können.
Ich will ehrlich sein, eigentlich soll man ja positiv sein und darauf hoffen, dass Dutts Team sein Potenzial zeigen kann. Der VfL war selten unterlegen.
Ich tippe Köln geht durch Cordoba in Führung, Weiland macht das 1-1. Dann geht es hin und her und der Schiri gibt vor der Pause einen Elfer für Köln, Terrodde trifft und Bochum lässt in der 2. Halbzeit nach. Terrodde trifft doppelt zum 3-1 und Stolpervogel Guirassy kommt rein und macht das 4-1. Das war dann 2018 für uns. Wir können Elfter werden.
Bitte liebes VfL-Team lasst es nicht so eintreffen. Ich muss zwar Montag nicht zur Arbeit und mir den üblichen Mist nach so Events anhören, aber nach der Niederlage gegen Union war mir echt über zumute.
Wie eine Wiederholung des Spiels gegen St Pauli, ganz gut bis ins letzte Drittel, dann zu harmlos vor dem Tor und hinten immer für einen Fehler gut, zu Not hilft ne Schwalbe (Polter) und der Schiri.

Ach ja, ich würde gerne was Versönliches schreiben, ist bald Weihnachten und das macht ja meist auch alte Hardliner irgendwie gütig - außer man ist der mürrische Knieper aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Womit man den lieben Lesern das Herz erwärmt und so. Aber trotz Stau und Auswärtsniederlage bleibt mein Herz kalt beim Crowdfunding für die klamme SGW 09. Auch Kinder machen milder und ich denke nach, habe Hilfeadressen von angagierten Menschen gelesen. Aber ganz ehrlich, ich finde den Club immer nicht sympathisch und warum soll ich jetzt so tun als ob? Ich kann deren gute (sane) Jugendarbeit anerkennen und sagen, dass es schade ist für Wattenscheid und die Stadt Bochum.

Aber ich mag die immer noch nicht.

Dem Rest (auch Ruppi und Carlos) frohes Fest 2018

Tom;CB‘93

Hinter dem eisernen Vorhang

15. Dezember 2018

Der VfL Bochum 1848 beendete die Hinrunde 2018/2019 wie er sie begonnen hatte: mit einer vermeidbaren 0-2 Niederlage. Verlor man zum Start im August in glühender Hitze 0-2 gegen Köln noch recht unglücklich, verlor man heute - in klirrender Kälte gegen Union Berlin - unverdient 2-0. Beides Mal hatte man eine sehr formidable erste Halbzeit hingelegt, wo man mehr als ebenbürtig war. Dann kam die Ernüchterung in den zweiten 45 Minuten. Der DFB-Schiri ist in so Spitzenduellen meist gegen den grauen VfL und dann zahlt man den Preis für zu hohes Anfangstempo ohne Führungstore, gerät in den unvermeidlichen Rückstand. Neu ist nur, dass man gar nichts mehr auf der Bank hat, um offensiv nachzulegen, diesmal kein Kruse, Maier und Ganvoula, niemanden außer “Striker” Janelt.

Dutts Team begann neu mit Lee und Fabian, dazu mit viel Drive, Elan und viel Ballbesitz: der VfL hatte zunächst Pech bei zwei Pfostenschüssen und auch Hinterseer und Lee machten das 0-1 an der Wuhlheide nicht. Lee war sehr stark. Union hatte einen mickrigen Torschuss, das war es für die bis dato ungeschlagenen Schlosserjungs. Wirklich statt fand die Elf Fischers nur defensiv, Polter war quasi arbeitslos. Leider waren zu viele Bochumspiele “im Jogigedächtnisstil”, viel Ballbesitz, viel que, wenig Torgefahr, zu wenig Effizienz und Cleverness vor dem Tor und auch defensiv. Und am Ende fehlte einmal mehr der Sieg, Bochum hat nur 6 Siege erzielt, keinen davon gegen ein Team unter den den Top 5, Da wird man eher 9.-11. statt 3.-5 und man ist eben keine Spitzenmannschaft aktuell. Klar, Dutts Spielstil ist attraktiv, aber zZ zu ineffizient.

Bochum hatte in der 1. Halbzeit 60% den Ball und Union konnte nur mit Mühe hinten drin stehem. Aber wer den VfL zum Jahreswechsel 2018-2019 kennt, wusste auch, was in der 2. Halbzeit passieren würde. Der Gegner ist dann unzufrieden, der Trainer des Gegener stellt um, weil er unzufrieden ist. Bochum wird als Folge dessen hinten rein gedrängt und kassiert irgendwann zwischen Minute 50.-60. Spielminute ein Gegentor.

Diesmal kriegt Polter aus nicht aussichtsreicher Position den Ball, wird berührt und fällt und der Schiri gibt einen Elfer mit großer Übrzeugung, den wir ungekehrt sicher nicht bekommen hätten. 1-0 - und schon läuft es beim Dritten aus Berlin. Die Stimmung der über 1500 Bochumer ist trotzig, aber wer glaubt wirklich noch an den Auswärtssieg? Vielleicht die Bochumer Botschaft: Nun, dazu kommt eine fast perfekte 1. Halbzeit brachte “nur das 0-0″ und nun kommen erneut Selbstzweifel der Spieler. Dazu spielt man auswärts und Berlin bringt Anderson neben Polter und hat weitere Trümpfe auf der Bank. Berlin drückt nun. Dutt kann nur Talent Saglam bringen, Lars Holtkamp oder Baack, d.h. er wechselt nicht, das gibt ja auch nur Sinn bei Offensivtalenten, die rar gesät sind in Deutschland zur Zeit. Was also tun als Trainer?

Dann werden wir bei den letzten Angriffen ausgekontert und wie gegen Pauli fällt in den Achtzigern das 1-3 bzw. heute das 2-0. Bochum verliert zum zweiten Mal in der englischen Woche und bleibt zum dritten Mal sieglos in Serie. Hatte man gegen Aue noch Hoffnungen, oben anzugreifen, droht nun in Köln das Niederlagentriple. Dann ist man vielleicht 11. Frohes Fest sieht anders aus. De Gedankenspulen werden wieder negativ.

Gut, nächste Woche kann man auf Kruse, Ganvoula und den Schiri hoffen, in Köln, hhhmmm…….irgendwas passt da nicht. Ich fürchte ein tolles Duttjahr geht scheiße zu Ende. Keine Ahnung wer schuld ist, aber das 0-2 von heute in Ostberlin - es tat mir nicht gut. Die Kälte der Nacht legte sich auf mein Gemüt und ich bin enttäuscht und sauer.

Wir sehen uns Freitag. Trotz.

Tom,CB’93

Sag nicht Bruder zu mir

14. Dezember 2018

Gleich morgen kann der VfL das unglückliche, aber nicht unverdiente Ergebnis vom Montagsspiel gegen St. Pauli vergessen machen. Am Besten siegt man auch 1-3 auswärts und schon ist die Niederlage “Schnee von gestern”. Gut und schön, nur ist Union Berlin die ganze Hinserie ungeschlagen, das haben weder der HSV, noch St Pauli, noch Köln geschafft. Darum - und nicht nur darum - fährt man mit ordentlich Respekt nach Köpenick, aber eben wie Dutt sagt, mit dem Wissen, dass der VfL dennoch jeden in dieser Liga schlagen kann. Und das ist ja auch so, dass Bochum bis dato nie wirklich schlechter war als der Gegner. Aber im Umkehrschluss kann man wieder viel den Ball haben, Chancen versieben und 2-0 an der alten Försterei verlieren. Das gilt es zu verhindern, denn ein Niederlagentriple (da wäre Köln inklusive) würde den Weihnachtsbaum deutlich heißer erscheinen lassen und die Stimmung sinken lassen zum 3./4. Advent.
Union selbst versucht seit 2-3 Jahren so einzukaufen, dass man oben dran bleibt und die Schlosserjungs kämpfen wie St Pauli und der VfL um Platz 2-3. Dass die Berliner irgendwann mal aufsteigen wolle, ist kein Geheimnis. Wir Bochumer wollen das auch.

Es ist aber so, dass ohne Kruse, Maier, Eisfeld, Pantovic, Leitsch, Bandowski oder vielleicht Ganvoula die Einwechsel- und Aufstellungsalternativen für das Duo Dutt/Butscher fehlen. Der Bochumer Trainer ist ein kluger Taktiker, aber zaubern im Sturm kann er auch nicht. Sicher trickst ihn mal ein anderer Trainer aus, aber er weiß halt Antworten und meistens folgte auf eine unglückliche Niederlage ein Sieg.

RS hatte nach 7 ungeschlagenen Spielen nach der Niederlage wieder arg schnell die Pessimoflagge gehisst und da werden sich die ca 1000 Fans in Berlin sicher nicht so ohne weiteres abschließen.

Ob die Eisernen mit 1-2 Spitzen spielen wollen, wurde thematisiert im Kicker und die Bochumer Pechthematik ebenso. Aber Glück muss man erzwingen und damit wir Fans nicht traurig durch den Januar irren, muss ein Sieg her, entweder in Berlin oder in Köln. Dass beides sehr sehr schwer wird, ist auch klar, aber versuchen wir gemeinsam das Unmögliche.

Machen wir morgen nicht nur die Bochumer Botschaft (”Und wie immer Freibier bei jedem Bönigtor!”) glücklich, sondern ALLE, die es mit dem VfL halten und starten dann 2019 durch - oder 2020…..oder irgendwann.

Und nennt mich nicht “Bruder”……

Samstag, 15.12.18, 13:00 Uhr, An der Alten Försterei

Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg, pfiff den VfL zuletzt beim 2:1 gegen Union vor gut einem Jahr)
Assistenten: Daniel Riehl (Bremen), Tobias Schultes (Betzigau)
4. Offizieller: Fynn Kohn (Hamburg)

Die letzten Spiele gegen Berlin: VfL - FCU 2:1 (03.12.17; Stöger, Hinterseer; Polter), FCU - VfL 3:1 (06.05.18; Redondo, Danilo (ET), Skrzybski; Hinterseer)

Voraussichtliche Aufstellungen:
FCU: Gikiewicz - Reichel (Lenz), Friedrich, Parensen, Trimmel - Mees (Hartel), Prömel (Zulj), Schmiedebach, Kroos, Abdullahi (Gogia) - Polter (Andersson)
VfL: Riemann - Danilo, Gyamerah, Hoogland, Celozzi - Lee, Losilla, Weilandt, Tesche, Sam (Saglam) - Hinterseer

Tom,CB’93

Merry Christmas für Sankt Pauli auf dem defensiven Geschenkemarkt

11. Dezember 2018

Das letzte Mal als Bochum zu hause an einem Dienstagabend verlor war Ende September gegen Dresden und es war tierisch unverdient. Gestern an einem Montagabend verlor man nicht ganz so unverdient 1-3. Das nächste Heimspiel ist das Derby gegen Duisburg ebenfalls an einem Dienstag, wann spielen wir eigentlich wieder am Wochenendtag wie Fr oder Sa?
Das nervt schon, dass Teams, die auch Gästefans selbst mitbringen oder anlocken nie Fr oder Sa bei uns spielen. Würde sich die DFL das auch beim HSV oder Köln trauen, denen immer so Dreckstermine zu geben?

Nun, das sei nur am Rande erwähnt, denn mit der Niederlage hat das fast nichts zu tun und die wäre auch nicht schöner gewesen, wenn 28.000 statt 23.000 Fans dagewesen wären.

Bochum gegen St Pauli, da ist seit Jahren ein Wurm für den VfL drin, vor allem zu Hause verliert man gerne gegen die kleinen Hamburger. Dabei hatte Dutt, der auf Lee, Maier, Kruse, Pantovic, Eisfeld, Leitsch und Bandowski verzichten musste, mit Hinterseer, Weilandt und Co ein vermeintlich torgefährliches Team auf den gewalzten Rasen des Ruhrstadions gelassen. Aber 15 Minuten Dominanz zum Start waren nicht effizient, dann rutschte Gyamerah aus und es fiel das 0-1 für Sankt Pauli. Da war es wieder dieses Gefühl, das wird jetzt schwer, zumindest hatten das einige Zuchauer unter den 23.000. Aber das Team spielte sinnvoll weiter, Lukas, Sidney suchten den Abschluß, während Weilandt und auch Gyamerah eine schwache Partie anboten in einer insgesamt dominat geführten 1. Halbzeit, wo man gegen deren Ende ausglich, also Hinterseer und das war nun mehr als verdient zu dem Zeitpunkt. Kann man dann nicht doch etwas sicherer Weiterspielen, auch wenn wegen 7-8 Verletzten die Alternativen auf der Bakn fehlen? Man könnte, aber Dutts Team fiel immer wieder auf das schnelle Umschaftspiel der Norddeutschen rein.

Deren Gelsenkirchener Trainer schickte schnelle Konterspieler ins Rennen, die dann überfallartig vor Riemann auftauchten. Das war auch beim Elfer so und Riemann verursachte diesen. Bei dem Schiedsrichter war mir klar, der gibt nur Elfer gegen uns, nicht dafür.
Das 1-2 hätte nicht zählen dürfen, weil sich die Spieler beim Elfer zu früh bewegten und Alaguis 1-2 somit irregulär war.

Aber diese Führung gab braun-weiß nun Selbstvertrauen, logisch wenn man 2 von 4 Chancen reinmacht. Der Pausentee tat Bochum nicht gut. Die Hamburger kam selbstbewußt aus der Kabine und spielten blitzschnell nach vorne und nutzten ihre Überzahl aus, allerdings hielt nun Bochums Defensive lange. Und Bochum hatte Chancen zum 2-2, allen voran Sam und Ganvoula. Aber das mit dem Nutzen der Chancen ist wichtig bei so einem laufintensiven Spiel, dass Dutt betreiben lässt.

Da das 2-2 nicht fiel, kam Konter über Konter auf Riemann zu und Bochums Bester hielt bis Henk das 1-3 erzielte. Da konnte man gehen und doe merkwürdig zurückhaltende (nüchterne?) Stimmung mündete im vorzeitigen Abgang der VfL-Fans, die den Namen St Pauli erst mal nicht mehr hören können.

Bochum ist nun 7., hat 10 Punkte auf den HSV verloren und wird es nun weder in Union noch beim Efzeh leicht haben. Nun, nach einem tollen Herbst muss man den Kater unter dem Weihnachtsbaum vermeiden.

Es kommen hoffentlich Kruse, Maier und Lee wieder und das wäre gestern schon viel wert gewesen. Aber auch die Abwehr muss härter verteidigen als gestern. St Paulis Spieler gingen an die Grenze, während Sam und Co immer leicht das Nachsehen hatten und daher auch null Punkte mitnahmen.

Merde beaucoup. Ich zieh mir ne gelbe Weste an.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an Ocko und die unbekannte Quelle (für was? ;-) ?

brauner Abend

8. Dezember 2018

Am Montagabend kommt Sankt Pauli zum letzten VfL-Heimspiel des Jahres ins Ruhrstadion, zum Duell der Verfolger der Spitze. Verfolgt werden HSV, Köln und Berlin, irgendwie. Von wem diese drei nun genau verfolgt werden, wird sich am Montag vielleicht klären. Das erste Montagsspiel war auch gegen St Pauli, vor 25 Jahren, da war ich sicher auch live dabei, ich kann mich einfach nur nicht erinnern. Irgendwann kam dann ein Spiel gegen Hannover und unser großes Banner hing zum ersten mal, daran erinnere ich mich. Schon vor 25 Jahren ging man erstmals in die Zweite Liga und man ist nun 8 Jahre am Stück in einer Liga, die dieses Jahr zumindest sehr attraktiv ist. Es gibt Schlimmeres, dazu kommt mit Pauli ein Gegner, der zieht. Doof ist nur der Tag Montag, zum dritten Mal, für Fans von nah und fern, dazu kommt vermeintlich nass-kaltes Wetter und der Nimbus von den braun-weißen Hamburgern als VfL-Angstgegner bei wichtigen Spielen. Aber grau ist alle Theorie und das Heimspiel ist unter Dutt zum echten Heimvorteil geworden. Daher wird Kauczinski seine eingespielte Mannschaft wohl vermutlich abwartend starten, Bochum wird den Ball haben und dann wird es darauf ankommen, wie oft sich unsere Jungs in Abschlusspositionen bringen können.

Denn macht der VfL das 1-0, könnte es ein munteres Spielchen geben, Riemann ist genauso in Form wie Himmelmann auf der anderen Seite, um die Null dann auf der richtigen Seite festzuhalten.

Aber wehe, es fällt das 0-1, dann kann es zäh werden. Dann sind die Fans gefragt und die Unterstützung war ja bereits gegen Aue sehr gut.

Ich freue mich auf Montag und tippe auf ein fluffiges 1-0. Der Yannick vom Millernton tippt 1-1. Nun gut, die nächsten drei Spiele werden nicht leicht, aber das brauche ich auch nicht. Da Pauli, Union und Köln über uns stehen, wird auch keiner diese Gegner unterschätzen. Und Zuviel Bammel braucht man auch nicht haben, denn der VfL kann gegen jeden Gegner mithalten, auch gegen die Hamburger.

Aber irgendwie ist so eine Partie immer ein Highlight, das ist Fußball wie ich persönlich ihn mag und durch die Umstände bleibt es ein ziemlich old School Ergebnis, fast wie vor 25 Jahren.

Seufz….habe ich Volker Ippig oder Matthias Jack vor Augen? Ach bestimmt, aber Losilla, Weilandt und Hinterseer sind auch nicht verkehrt, Und Nostalgie ist nichts wert, wenn die Gegenwart nur ein Abklatsch wäre, aber das ist sie nicht.

Lasst uns Geduld, Freude und Enthusiasmus haben. Wir werden siegen, irgendwann.

Montag, 10.12.18, 20:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür, pfiff den VfL zuletzt beim 2:1-Sieg in Darmstadt im September 2017)
Assistenten: Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main), Patrick Kessel (Norheim)
4. Offizieller: Marcel Pelgrim (Hamminkeln-Loikum)

Die letzten Spiele gegen St. Pauli: VfL – STP 0:1 (28.07.17; Buchtmann), STP – VfL 2:1 (18.12.17; Sobiech, Schneider; Hinterseer)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Danilo, Hoogland, Gyamerah, Celozzi - Sam, Losilla, Saglam (Maier/Kruse), Tesche, Weilandt - Hinterseer
STP: Himmelmann - Buballa, Avevor, Ziereis, Zander - Sobota, Flum (Zehir), Möller Daehli (Veerman), Dudziak, Miyaichi (Sahin) - Allagui

Tom;CB’93

Tordiet im Regen

2. Dezember 2018

Vorweg, nach der guten Serie vom VfL, sechs Spiele ohne Niederlage - und Magdeburgs “Loosing-tendence” auch unter Oenning - war ich vor dem Spiel - klammheimlich - mit einem Remis zufrieden. Ihr könnt ja ein Geheimnis für Euch behalten, oder? Und es wurde ein Remis, wir sind nun sieben Spiele ungeschlagen und ich bin unter dem Strich zufrieden, ihr auch? Dann sah man das holprige Spiel, 1000 Leute live, der Rest vor dem TV, das 0-0 von Magdeburg, und dachte sich, naja vorne etwas mau, was man nach einem 0-0 eigentlich immer sagen kann. Hinten stand man gut, lässt sich auch kurz vor Schluß keinen mehr reinlügen und die Passquote ist super. Man muss heute sagen, Sam war der schwächste Bochumer, den hätte man schon früher runternehmen können.

Aber eine Spieler rauszupicken bringt nichts und ist unfair, auch wenn das in Bochum von Zeit zu Zeit geschieht.

Aber sonst kann man feststellen, Weilandt und Hinterseer hatten 1-2 gute Chancen und die hätten sitzen müssen. Denn die Sachsen-Anhaltiner ließen Bochum den Ball, verteidigten dann aber massiert und versuchten Bochum vom Tor wegzuhalten. Ein Lee reicht da oft nicht, um die blauen vielbeinigen Raupenabwehrbeine etwas mehr als ein bischen auseinanderzuziehen. Der Lee wird uns gegen St. Pauli beim Montagsspiel sehr fehlen. Hofffentlich wird dann Maier bis dahin fit oder zumindest der Kruse. Aber vermutlich wird dann wieder Sam versuchen eine Zweimapftquote über gefühlten 27% zu haben, Lady Gaga wäre da stärker, vermute ich mal. Aber gegen Angstgegner St Pauli ist wichtig, dass wir mit einer breiten Brust kommen und das hat sich über dieses schnell-vergessen-Spielin der MDCC-Arena nicht geändert.

Bochum bleibt 5. auch nach dem 0-0 und greift weiterhin oben Pauli, Union und das Spitzenduo an, auch wenn die Offensive auswärts nicht für hohe Ansprüche reicht. Aber man bleibt eben dran und hat nicht 1-0 verloren.

Dabei begann sehr, sehr ruhig vor 23.000 Zuschauern, weil die Fans eine Halbzeit wie überall in der 1. und 2. Liga schwiegen. Dazu ließen die Fans des FCM noch 10 Minuten draußen und so war alles ein wenig trostlos und der Regen fiel auch noch in Strömen.

Aber solche Schweinespiele gegen angeschlagene Gegner auf einem Acker, das muss man überleben und das der VfL getan, unter Dutt gelingt das immer öfter,

Allerdings kriegt Bochum mit Pauli, Union und Efzeh nur noch die erste Sahne der Zweiten Liga geliefert, da muss man eh überall eine Schüppe drauflegen.

Seien wir mit Abstrichen zufrieden und wünschen wir den Magedeburgern, dass sie sich halten können wie die Dresdener, die die einzigen sind, die Montags vor die Tür gehen.

In diesem Sinne.

Tom;CB’93

Magdeburger Hochzeit

30. November 2018

Die Magdeburger Hochzeit (auch Magdeburgs Opfergang oder danach ganz allgemein Magdeburgisieren) bezeichnet die totale Verwüstung der Stadt Magdeburg am 10. Maijul./ 20. Mai 1631greg. durch kaiserliche Truppen unter Tilly und Pappenheim im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges.
Die sarkastische Bezeichnung „Magdeburger Hochzeit“ wurde schon unmittelbar danach geprägt und soll die erzwungene Vermählung zwischen dem Kaiser und der Jungfrau Magdeburg beschreiben, die auf dem Wappenschild der Stadt abgebildet ist, welche sich schon über 100 Jahre lang gegen Zahlungen an den Kaiser gewehrt hatte.

Der VfL Bochum tritt am 1. Advent zum ersten Mal in Magdeburg an und sein Auftreten wird sicher nicht so barbarisch sein wie das Auftreten von Tilly und seinen Pappenheimern, aber vielleicht sind ja drei Punkte anstatt von Plünderungen drin.

1000 Bochumer (auch Kai und Drohni) werden Sonntag in der MDCC-Arena live vor Ort sein und einige ihren ersten Groundpoint in Sachsen-Anhalt machen, vermutlich auch Fabian Budde - oder war der schon mal dort?

Bochum ist nach dem 2-1 gegen Aue bei den abstiegsbedrohen FCMs Favorit - wenn auch weiterhin ohne offensive Masterminds wie Maier, Eisfeld oder Pantovic sowie Kruse und Leitsch, dafür mit Lee, Sam und Weilandt und einem bombigen Riemann. Bochum kann eine defensive und kampfstarke Truppe erwarten, die eben gegen den Abstieg kampft und die die Euphorie des Aufsteigers immer noch nicht ganz verloren haben - trotz des Trainerwechsels.

Nun weiß man als Bochumer, was Abstiegskampf gegen vermeintlich bessere Gegner bedeutet und auch wenn die Ausgangslage etwas anders ist, als wenn der FCM die Trüffelschweine aus Köln oder Hamburg erwartet, kommen wir Westfalen dennoch als klare Papierfavoriten daher.

Dutt/Butscher agieren im System flexibel und werden sich auf eine stark defensive Grundordnung des Eurpopokalsiegers von 1974 einstellen, das war das Jahr “in dem Sparwassers 1-0 fast Beckenbauers Team D erschoss”. A long time ago in a very close galaxy…;-)

Seit dem ist viel passiert und Scheinriese FCM ist im schlimmsten Abstiegskampf, Bochum guckt auch dank Lee, Weilandt, Hinterseer nach oben, man kann vor den Duellen gegen Pauli, Union und Efzeh Punkte sammeln.

Aber man kann und man sollte, das alles zählt Sonntag auf dem geschundenen Rasen nicht mehr. Da müssen die VfL-Spieler mit heißem Herzen, ihrem Potenzial und der aktuellen, guten Situation das Ganze konkret professionell auf den Rasen bringen.

Und dann kommt diese Angst, wann kommt der Flop, der ja irgendwann auch mal kommen muss, nach sechs Spielen ohne Niederlage.

Aber ich bin ganz guter Dinge, dass man in Magdeburg nicht verliert, aber das kann auch ein Remis bedeuten. Ich tippe, es steht lange 0-0, dann machen wir das 0-1. Obwohl - ich habe ohne Witz heute was Schlechtes geträumt - man kann auch Pessimist sein, ich bin es nicht, wir siegen und dann kommt Angstgegner St. Pauli.

Oenning, bekannt aus Bochum, hat schon gegen Fürth einiges umgestellt und 2-1 geführt, ehe man Fürth unterlag. So harte Arbeit liegt auch vor uns, aber ich vertraue Riemann, Tesche, Losilla, Gyamerah, Lee, Sam, Hinterseer und Co “die Fan-Hölle von Magdeburg” zu überleben!

Aber schaun wir mal, wer da Magdeburgisiert wird.

Statistik wie immer von VfL4u:

Sonntag, 02.12.18, 13:30 Uhr, MDCC-Arena

Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach, pfiff den VfL zuletzt beim 6:0 gegen Ingolstadt im September)
Assistenten: Marcel Schütz (Worms), Marcel Gasteier (Weisel)
4. Offizieller: Tim Skorczyk (Salzgitter)

Die letzten Spiele gegen Magdeburg: Fehlanzeige

Voraussichtliche Aufstellungen:
FCM: Brunst - Schäfer, Erdmann, Müller - Niemeyer, Weil, Türpitz, Rother, Bülter - Lohkemper, Beck
VfL: Riemann - Danilo, Gyamerah, Hoogland, Celozzi - Lee, Losilla, Weilandt, Tesche, Sam (Saglam) - Hinterseer

Tom;CB’93

P.S.: Grüße an die Weihnactsmarktleertrinker vom Samstag to come

Zeitspiel ohne happy end

25. November 2018

Was für ein Wow-Moment - als sich in der 93. Minuten 17.000 Menschen beim 2-1 Last-Minute-Tor in der Nachspielzeit bierselig in den Armen lagen. Das Tor des Willens - und Spiels - von Tom Weilandt sorgte dafür, dass endlich mal das Siegverschenken in den Schlussminuten in reine Ekstase umgewandelt werden konnte. Natürlich war dieser wichtige 2-1 Heimsieg gegen defensive Gäste auch total verdient, wie Coach Meier auf der Pressekonferenz zugeben musste. Bochums Nacht wurde nun lang, der VfL ist Vierter und freut sich auf sein Spiel in Magdeburg nächstes Wochenende. Der Weg geht derzeit nach oben, die klassische Herbstkrise wurde weggelassen.

Dabei fing es echt doof an der Castroper Strasse 145. Weilandt, der mal wieder Held des Spieles werden würde, hatte ein frühe Chance zum 1-0 vergeben, weil Männel rettete nach 13 Sekunden. Wer weiß, vielleicht hätten wir ein zweites Ingolstadt erlebt. So sollte es nicht kommen. Nein, Aue konterte in Minute 2 und plötzlich waren drei orangene vorne und ließen Riemann keine Chance zu halten. 0-1 durch Testroet und die Bochumer Euphorie - besonders die unter den Schulkindern - war kurz weg. Aber Bochums Publikum bewies gestern ein feines Gespür und auch die Spieler schüttelten sich kurz und machten weiter. Bochum mit Saglam für Kruse stand stabil hinten und hatte viel vom Spiel und vom Spiel mit dem Ball, war aber nicht so zwingend wie erhofft.

Tesche testete mal wieder Männel, der für Haas im Tor stand. Aber Bochum machte aus 65 % Ballbesitz zu wenig und da Kruse fehlte war Hinterseer der etwas unglückliche Entertainer im Sturm. Das 0-1 zur Pause war dennoch unverdient. Klar kamen nun die Unken und prophezeiten, dass ein kein 1-1 geben würde. Aber der Support wurde zusehens besser.

Die Unken sollten recht behalten, als Lukas einen verdienten Foulelfmeter an den Pfosten nagelte. Sollte es wieder nichts geben mit dem Sprung an die Spitze? Doch nun schlug die Stunde der Fans, sie bauten ihr Team wieder auf, das wiederum keine Lust hatte gegen ein Team zu verlieren, was nur auf Defensive, Foul und Zeitspiel vertraute.

Der VfL gab Gas und Weilandt löste den gordischen Knoten und machte das erlösende 1-1, was hieß - es geht.

Es ging, doch die Orangenen blieben bei ihrer Linie, foulen, liegenbleiben und Zeit schinden. Bochums Lee kurbelte das Spiel nach einer Stunde an, Sam gab kluge Pässe, nur Celozzis Flanken erreichten fast nie Ganvula. Aber Bochum rollte wie eine Maschine auf die Veilchen zu und so kam Minute 93. Die 14 kriegte von Ganvula den Ball und wuchtete ihn in die Maschen vor der Ost. Friede, Freude und Eierkuchen.

Manch einer fiel beim Torjubel, zumindest plumsten viele Steine runter und Kinderseelen freuten sich.

Was für ein Bochumtag, später noch in der Stadt, im Una Mass und manche noch im LOGO oder sonstwo.

Bochum ist Vierter und hat Luft nach unten. Was nun nach oben geht, schaun mer mal. Nähmaschinen wie Lossila und Tesche, Grätschen wie Gamerah und Soares, dazu Player wie Lee und vielleicht mal Maier, verleihen diesem VfL Glanz.

Die pure Freude gönnen wir uns. Auf nach Magdeburg, Berlin und Köln.

Tom,CB’93

P.S.: Gruss an die Stuttgarter, Ampertaler Münchener, Leicesterleute und die Emmericher

Lila-weißes Konfetti

22. November 2018

Man konnte fast ein wenig VfL Bochum im dt. Nationalteam gegen Holland wiederfinden. Das Seuchenjahr 2018 ging mit einem 2-2 in Gelsenkirchen zu Ende. Drückend überlegen und dominant am Ball, mit zwei Toren in Führung, verspielte D ein sicheres 2-0, auch weil Jogi Leute wie Müller, Reus, Goretzka reinbrachte und damit Schwung rausnahm. Am Ende stand man hinten nicht eng (Hummels) genug und wie bei Bochum in Fürth “verlor” man gefühlt 2-2. Aber die Franken hatten immerhin 40 von 45 Minuten für sich, die Niederländer nur die letzten 8 Minuten. Aber das Resultat war genauso erfolglos.

Bochum ist ja nun nur noch mehr gewarnt (Kiel, Regensburg, Fürth) und wird sicher Aue und Magdeburg nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch nicht wenn man führte.

Die netten Schachtis aus dem Erzgebirge sind nahe an Bochums Bergbaumuseum unsere statistischen Lieblingsgegner - bei allem Bewusstsein (Aue seit sieben Spielen ohne Sieg gegen Bochum), dass das auf dem grüne Rasen des Ruhrstadions am Samstag um 13.00 Uhr gar nichts heißen muss. Da regnet es vielleicht, da werden die Konfettiberauschten Bochumfans ungeduldig, wenn Aues Fünferkette und Kettenhund Kempe, dem VfL sicher nichts schenken werden.

Und sicher, da ist wieder das Gefühl, gleiche Aufstellung wie gegen Darmstadt - sicher nicht schwächer als der Wismut - da muss Lukas doch irgendwie ein 1-0 reinlügen und dann bringen wir es über die Zeit. Denken die VfL-Spieler so, gibt’s sicher Veilchen für den Sonntagskaffee.

Und nun ging Riemann an die Presse und sagte völlig zurecht, man wolle bis zum Spiel in Köln oben angreifen, ganz ohne einen Modeste zu holen, eventuell im Winter aber einen Zoller.

Klar hat Riemann recht, das zu sagen und ein Ziel zu formulieren, das ist ja völlig normal und legitim und die Aussage des Keepers, seit Wochen in toller Form, war alles andere als Bayernesque. Aber klar, da geht manchem Bochumfan wieder der Chip im Kopf an, viel Ballbesitz, nicht genug Überraschungsmomente und Zack, Tiffert auf Nazarow, 0-1. Sowas Anna Castroper zu prophetzeien, ist wirklich Eulen nach Athen tragen.
Wenn man an den Butterflyeffekt glaubt, ist das der erste Schritt zum Sieg des Außenseiters.

Denn man kann nicht wegdiskutieren, wir haben die bessere Fußballmannschaft auf dem Platz, Heimrecht und Aue ist 13. und wir 5. Und man kann mit Sam, vielleicht Maier und Co noch was reinwerfen, wenn man in Rückstand gerät.

15.000 Fans werden kein 6-0 erwarten wie gegen Ingolstadt und da reicht auch ein 1-0 oder ein 2-1. Das tut es wirklich und in Magdeburg muss man auch nicht verlieren, auch da werden die Karten neu gemischt.

Bochums Team soll sich weiter steigern, aber dreckige Arbeitssiege gegen die Lilien (auch mit ‘nem Kempe), das hilft uns am meisten. Wir wollen dem Hamburger-Berliner-Köln-Triumphverat Näherrücken.

Ich erwarte von den Fans (und daher von mir), Konfetti und Geduld, vom Team ein konzentriertes 2-0 und tippe ein 2-1. Ja, ich freue mich Sonntag auf die Liga, Bochum und sogar die 500 Auer.

Das alles ist weit weg von Superleague, Nationsleague und einfach nur genialer Alltag anna Ritterburg. Und Kempe, das passt ja auch.

Daten von Meistern von VfL4u:

Samstag, 24.11.18, 13:00 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz, pfiff den VfL zuletzt beim 2:1 gegen Union Berlin im August 2016)
Assistenten: Tobias Fritsch (Mainz), Henrik Bramlage (Vechta)
4. Offizieller: Julius Martenstein (Cölbe)

Die letzten Spiele gegen Aue: EA - VfL 1:1 (26.11.17; Fandrich; Bastians), VfL - EA 2:1 (27.04.18; Kruse (2); Köpke)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Danilo, Hoogland, Gyamerah, Celozzi - Sam, Losilla, Lee (Saglam), Tesche, Weilandt - Hinterseer
EA: Männel (Haas) - Kempe (Wydra/Kalig), Rapp, Breitkreuz, Cacutalua, Rizzuto - Riese, Hochscheidt, Fandrich - Nazarov (Bertram), Testroet

Tom,CB’93