Vogelwild

30. September 2016

Der erste Auswärtssieg des VfL Bochum bei der alten BSG Wismut war nicht nur aufgrund der 2. Halbzeit hochverdient, nein, er war eher 2-3 Tore zu niedrig. Und der Sieg war wichtig. Nichtsdestotrotz rückte Bochum zur Tabellenspitze auf, die Länderspielpause kann zum Feintuning genutzt werden.

Die ersten 14 Minuten auf der Baustelle Erzgebirgsstadion sollten echt verrückt sein. Die Teams aus den Bergbaustädten legten fix los. Bochums aufgrund von einigen Verletzten umgestellte Elf begann sofort selbstbewusst nach vorne, aber das Spiel mit einer ersten Chance für die Veilchen. Doch schon nach zwei Minuten schickte Eisfeld Wurtz genial lang, der sprintete dem Auer Linksverteidiger locker davon und lies dem blonden Männelersatz keine Chance: 0-1. Bäääm. Ein schöner Konter, ein guter Start und auf der Bank des VfL scharten noch erstmals Merkel und (!) Gündüz ihre (offensive) Hufe - zu Gast in Sachsen.

Aber schon sehr kurze Zeit später flog ein Ball in den offenen VfL-Strafraum, Riemann klatschte unglücklich ab, vor die Füße von Pascal Köpke: der violette staubt ab zum 1-1. Wie gewonnen, so zerronnen. Und es ging so weiter: das zweite Tor von Skalatidis für den FC Erzgebirge Aue - wieder ein Abstauber, der Ball vor die Füße eines im Abseits stehenden Auers. Der macht das (irreguläre) 2-1. Dabei standen genug Rote dabei. Ärgerlich, aber auch ein doppelt doofes Tor, was nur möglich war, weil die neuformierte Abwehr noch immer unsortiert war. Aber Bochum haderte nicht, der VfL spielte munter weiter und in der 14. Minute war es nun Assistgeber Eisfeld, der von links zum 2-2 mit einem schönen Schuss traf. Das Spiel war wieder “auf null gestellt”, das Tempo wurde von beiden Teams etwas rausgenommen (logisch) und die löchrigen Abwehrreihen fanden sich nun wieder etwas und die jeweiligen Stürmer waren nicht mehr ganz so frei.

Dennoch hatte Wurtz kurz vor dem Halbzeitpfiff nur noch das Alu vor sich (42. Minute) und machte das 2-3 eben leider noch nicht.
Als wäre die Pause nicht gewesen, machte Bochum in Rot weiter wie die Feuerwehr. Eisfeld mit einem Riesending, Stiepermann ebenso und auch Mlapa verfehlten bis zur 50. Minute (dreimal) den Kasten des oft verdatterten blonden Debütanten. Aber die VfL-Führung blieb halbzeitübergreifend nach vier Bochumer Chancen aus. Sehr schade! Aber die Sachsen machten noch hinten ihre Faxen.

Als Stefano Celozzi raus musste, ging damit nach Perthel und Fabian die dritte nominelle Stammkraft aus der alten Viererkette, die mit Rieble, Dawidowicz und Gyamerah nun “no names” in ihren Reihen hatte. Diese mussten jetzt die Karre aus dem Dreck ziehen. Einmal verließ Sokou der Mut… auch auf Seiten der Hausherren fiel kein drittes Tor. Den gennanten Protagonisten kennt man übrigens vom “Dopingskandal bei RWE”, den gebürtigen Bochumer (möp!) und Tiffert, naja, der hat mal in Bochum gemächlich ‘ne Saison verbracht. Schneller und besser ist nicht geworden, der Christian, nur älter. Dafür pöbelt er gerne mal und musste am Ende mit Gelb-rot runter. Recht so.

Das 2-3 für Bochum fiel dann endlich nach einer schlechten Abwehr des Ersatztorhüters, Gyamerah holt sich den Ball am rechten Strafraumeck und ein geschickter Schuss sieht derselbe zu spät. Endlich fiel die hochverdiente Bochumer Führung. Aber statt eines möglichen 3-7 stand es zu lange “nur” 2-3. Mlapa schloss dann in der Nachspielzeit das hochverdiente 2-4 für Bochum nach einer Hereingabe ab. Das war das dritte Saisontor und der Schlußpunkt in dieser Partie.

Der VfL orientiert sich als Team aus der grauen Mitte wieder nach oben, während das große W so gegen den Abstieg spielt. Das neues Stadion bedeutet noch kein neues Team: siehe Halle, Magdeburg und RWE….

Die 150 VfL-Fans fahren jedoch frohen Mutes 500 km nach hause und konnten endlich einmal einen Auswärtssieg bejubeln. Was wohl der Kambodschamann gerade denkt?

Ich denke, jetzt kommen mit SVS, FCK und FCH Gegner für eine mögliche Serie, aber die Bochumer Wundertüte…… Warten wir ab, was noch kommt.

Die aktuellen Abwehrprobleme kommen nun mal auch von den diversen Umstellungen. Die Spieler hinten für sich alleine sind ok (Dawidowicz, Rieble, Gyamerah), aber da braucht die Mannschaft halt Zeit und wir Fans weiter Geduld…. und nach vorne ist man erstaunlich agil, Eisfeld war toll, ebenso Wurtz und Stiepermann.

Daumen nach oben, Gerjan und Christian.

Tom;CB’93

P.S.: Grüß an Fabu, er weiß warum!
Und natürlich mein Beileid den Opfern der Brandkatastrophe im Bochumer Bergmannsheil.

Kambodschaesque Gartenzwerge aus Oberwiesental

28. September 2016

Ihr wisst ja, seit einige Zeit spukt der Kambodschamann in unser aller Kopf rum. Er will wissen (ständig), ob man gegnerische Elfmeterschützen mit dem Anhalten der elektrisch verstellbaren Bandenwerbung im Ruhrstadion irritieren kann. Er fragt, wer Rocco ist oder warum der Linienrichter Hallenschuhe an hat. Er bemerkt Dinge, er ist on. Er fragt sich, warum die Dachwerbung verschwindet und zu guter letzt, warum die Ost nie den Trainer Verbeek feiert. Aber stopp, wen hat die Ost in letzten Jahren gefeiert? Neururer, ok. Der Moonwalk….Der hat auch mal 1-5 in Aue gewonnen. Davor wurde Bergmann abgeschossen im Erzgebirge oder war es Neitzel? Jedenfalls ging man 6-0 im Schnee mit orangenen Ball unter und der Trainer (einer von beiden!) war seinen Job los. Man siegte auch mal 6-0 gegen die Veilchen zu Hause, die damit als Gegner stets eine Wundertüte für unseren VfL sind. Entweder Alptraum, Beruhigungspille oder Aufbaugegner, man verliert da auch mal 2-1 im Regen oder die Fans frieren sich den Arsch ab im Schnee. Also Freitag wird zumindest für einen sicherlich überschaubaren Bochumer Fanblock das Frieren ein Fremdwort, aber das Schaudern kann ein Teil des 18.30 Uhr-Ereignisses werden. Das hängt nicht nur von der erneut teilimprovisierten Abwehr ab, sondern von der Laufleistung, der Bissigkeit und Einstellung des gesamten Teams des VfL.
Aue ist auch diese Saison als Aufsteiger eine gemischte Tüte genau wie unser Team. Aber bei Bochum sieht man zu Hause starke Leistungen gegen wirklich starke Teams. Da treffen auch die Stürmer, die nach dem Abgang der alten Striker misstrauisch unter Begutachtung stehen. In Bochum ist der Pessimist oft das ultima ratio.
Auswärts wurden diese Ängste jüngst bedient, man verlor in Würzburg und Düsseldorf ohne zu treffen und machte damit die Hoffnung auf einen dritten Zweitliga-Turbostart wie in den zwei vor raus gegangenen Jahren zunichte.
Aber nach einem solchen 13 Spieler Umbau zeigte Verbeeks Team auch eine erstaunliche Systemkonstanz, das von Hochstätter mit zusammengestellte Team wirkte nicht schnell zusammengeschustert, sondern wie mit Struktur zusammengesetzt.

Komischerweise fehlte es in der personalkonstanten Abwehr, wo Bastians der Turm in der Schlacht ist. Da fehlte Fabian, mit dem man im Neuen Jahr die Spitze aus Stuttgart, Hannover und Braunschweig angreifen könnte. Das kann man, wenn man oben dranbleibt. Mithalten kann man mit diesen teuren Teams, aber nun muss man auch Arbeitssiege wie im Erzgebirge anstreben. 2011 hatten wir vom CB da mal eine coole Auswärtstour hin. Und die Veilchen werden logischerweise was dagegen haben, denn sie sammeln Punkte für den sächsischen Klassenerhalt, sie wollen wie Konkurrent Dynamo Dresden drin bleiben (3-0 Sieg der Veilchen).

Ob “Ost gegen West” übermorgen eine Rolle spielt, ist schwer zu sagen. Wenn Köpke Junior im auch von Westgeld umzubauenden Stadion trifft, dann können beide Fangruppen theoretisch Bergmannslieder pfeiffen.
Ein 15. Spiel “nicht zu Null”, auf diese Mini-Bildschlagzeile können Riemann und Co gut verzichten, ein 0-1 wäre doch toll. Abrakadabra - und der Kambodschamann kriegt dann auch irgenwann sein ………………… “Gertjan Verbeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeek”……”schalalalalalalalaaaaaaaaaaaaaaaa!”

Und ich fänds auch gut. Noch lieber wäre ich Freitag ein Wochenende am Fichtelberg….aber ist halt Freitags……blöd.

Na, dafür kann ich vielleicht das Spiel auf FIFA 17 vorspielen, besser als nix.

Freitag, 30.09.16, 18:30 Uhr, Sparkassen-Erzgebirgsstadion

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve, pfiff den VfL zuletzt beim 5:1-Sieg beim FSV Frankfurt vor 2 Jahren)
Assistenten: Tobias Reichel (Stuttgart), Dominik Jolk (Mannheim)
4. Offizieller: Steffen Mix (Abtswind)

Die letzten Spiele gegen Aue: EA - VfL 1:5 (09.08.14; Okoronkwo; Sestak (2), Tasaka, Terodde (2)), VfL - EA 1:1 (21.12.14; Weis; Klingbeil)

Voraussichtliche Aufstellungen:
EA: Jendrusch - Hertner, Riedel, Breitkreuz, Kaufmann (Kalig) - Soukou (Adler), Riese, Kvesic, Tiffert, Skarlatidis (Nazarov) - Köpke
VfL: Riemann - Rieble, Bastians, Dawidowicz, Celozzi (Gyamerah) - Stöger, Losilla, Eisfeld, Stiepermann, Weilandt - Mlapa

Tom,CB’93

P.S.: Gruß an Sascha Scherlo, der sein Armdrücken nur hauchdünn verloren hat

Kommt ihr zwei, dann sind wir drei!

24. September 2016

Der dritte Sieg des VfL in dieser Saison - in seinem (dem 8.!) Pflichtspiel; er gelang gestern abend leider nicht. Dennoch waren die 22.000 Zuschauer fast alle zufrieden, ob der Leistung, die die zwei spielstarken Teams an einem lauen Spätsommerabend darboten. 1-1 hört sich nach dem gefühlten 100′ten in den letzten drei Jahren an, es war aber eines der Besseren. Es sollte die passende Antwort auf das schwache 3-0 von F95 sein.
Dass Bochum nicht siegte, dass lag auch an den Chancen, die Eisfeld, Stöger und Weilandt, später Mlapa viel zu leichtfertig vergaben. Am Ende schien der VfB ein wenig platt und war nicht unfroh über das torlose Remis. “Wechsler” Terodde bekam Gelb, lobte später seine alten Kameraden, weil sie geschickt spielten. Und Dawidowicz hatte gar die Riesenchance zum 2-1 kurz vor dem Ende. Aber so ist Fußball, ein dritter Heimsieg gelang halt nicht.

Der VfL Bochum gegen den VfB Stuttgart, das ist für mich immer Bundesliga pur gewesen. Damals 1982, als ich erstmals live im Ruhrstadion war, kam der Schwabenpfeil mit Hansi Müller und Eike Immel. Es war Abstiegsangst gegen Oberklasse BL, für mich war es megacool. Da war übrigens der neue Trainer des VfB Wolf gerade geboren worden in derselben Stadt. Gestern waren es Langerak, Gentner, Asuna - und leider auch Terodde, die die favorisierte Mannschaft der Schwaben bildeten. Spielerisch boten beiden Teams weit mehr als Zweitligadurchschnitt; Stuttgart hatte die erste Hälfte besser im Griff und kontrollierte das Spiel und hätte führen können. Terodde scheiterte an Riemann. Doch Asuna brachte das Kunststück fertig, den Ball über das Tor vor der Ost zu bugsieren. Das war nicht leicht! Rieble hatte ein akzeptables Debüt für den verletzten und zuletzt formschwachen Perthel.

Bochum hatte indes nicht soviel Ballbesitz wie sonst, verteidigte aber aufopferungsvoll und stand kompakt. Entweder hat Verbeek die Taktik variiert, oder Bochum lies sich von Rot ungewöhnlich weit zurückdrängen. Gleich viel, aber Bochum machte noch zu wenig nach vorne zu diesem Zeitpunkt.
Aber was die VfL Fans am meisten erfreute, war nicht die Null hinten, die immerhin 55 Minuten Bestand hatte, - es waren die Chancen der 2. Hz., die der VfL sich herausarbeitete und die das 1-0 der Hausherren hätten sein müssen für uns. Beim Wegbringen von Moritz Fiege fiel dann das plötzliche 0-1 für die Jungs vom Neckar, just als ich die Fliesen anstarrte.
Der Genter nutzte einen Abwehrstellungsfehler aus, dann fiel sein 1-0 völlig aus dem Nichts (Spielverlauf). Ich hätte das vierzehnte Spiel des VfL mit Gegentor in Folge abgeschrieben, hätten die Castroper gestern nicht so toll gefightet. Sie kämpften wie vor einer Woche gegen Nürnberg oder gegen Union leidenschaftlich und wurden belohnt. Das honorierten die Fans mit guter Stimmung im Stadion, 3000 Stuttgarter waren auch gut drauf, das passte zum Traditionsduell.

Während Mlapa das 1-1 vergab, hielt Wurtz mal drauf und machte das längst überfällige 1-1, weil Losilla der Ball versprang. Doch wer hat nun recht? Die einen attestieren Mlapa als alleinige Spitze gute Leistungen, die anderen (auch die aus Gladbach) sehen in ihm einen Chancentod. Der Mann spielt gut, aber sein Spielstil eckt an. Aber ihn muss man wie dem ganzen Team Zeit geben, denn mit Schalker Unruhe kommen wir in Bochum nicht weiter.

Nach dem Schlusspfiff feierten beide Fanlager und für Stuttgart reichen die sieben Punkte aus der englischen Woche zum Aufstieg (punktet man hypothetisch so weiter), Bochum bleibt eine spannende Tüte Buntes. Man weiß nicht, was rauskommt, das gilt auch für Aue und Sandhausen.

Die Commandanten und die sechs Schwaben um Micha, Angerbauer und Walnuss machten die Ritterburg und später das gute, alte Hufeisen sowie die lengendäre Zeche unsicher. Ein sehr guter Abend, der für mich in Langendreer endete. Old school, wie nach dem Zwischenfall 1986 ….. man, was die Zeit rast.

Gruß an den Warendorfer VfL-Fan Alex, an WAT-Ruppi, den ehemaligen Pressesprecher des VfL und natürlich die Schwaben (Knapper Sieg für Anger beim Armdrücken gegen Sascha) - wir sehen uns im März 2017 in Backnang wieder.

Tom, CB’93

P.S.: Der Kambotschamann hatte wieder viele Anmerkungen, wenn ihr wüsstet! Der ist “on”. Echt mal.

Lupus contra Wolf

22. September 2016

Hannes Wolf wird als neuer Trainer des VfB Stuttgart in seiner Geburtsstadt Bochum Freitag erstmals auf der Bank sitzen. Das alleine übt einen gewissen Reiz aus, den Nachfolger von Luhukay vor einer stimmungsgeladenen Kulisse zu begutachten. Wird Stuttgart seinen ganz zarten Aufwärtstrend fortsetzen (jüngste Siege gegen FCK und Braunschweig), kann Bochum seine sehr gute Heimbilanz weiter ausbauen? Bis dato “versagte” Bochum wenn nur auswärts, zu Hause hielt Verbeek sein Versprechen. Er will Lösungen betonen, nicht Probleme benennen. Das tue ich jetzt mal.
Bochum hat seit 14 Partien nicht mehr zu Null gespielt, es gibt also ein unbestreitbares Abwehrproblem, was sich auch immer wieder im erfolgreichen letzten Jahr (Platz 5) zeigte. Aber es wurden aber einfach viele Tore geschossen. Das war nicht nur Terodde, es war ein Terra und Bulut, ein Haberer und Co, die genug Tore schossen. Und daher führte man Auswärts oft, diesmal geht man leer aus.
Nun gab es einen kompletten, oft diskutierten Offensivaustausch, der vermutlich gar nicht zu verhindern war (Nicht mal mit der Kohle eines BVB). Dass das ein Problem werden könnte, war vielen Beteiligten klar und einige hofften einfach auf die unbestreitbare Kompetenz des Duos Hochstätter/Verbeek. Darauf hoff(t)e ich auch und nun sieht man auch Leute wie Stöger, Stiepermann, Weilandt und Quaschner mit guten Ansätzen und durchaus mit fußballerischem Talent auf diesem Niveau. Doch reicht das aus, um kurzfristig, am besten Freitag, den Topfavoriten der Liga, den VfB, zu schlagen? Wir werden es sehen, möglich ist es.
Schwächen fanden sich in der einst bewährten Abwehr, wo Ex-Capitano Fabian als Fels in der Brandung fehlt, Bastians ist oft alleine. Die Leistungen der Außenverteidiger schwanken (vor allem die des verletzten Perthel?), die Sechser (der formschwache Losilla) sind wie das Mittelfeld (Eisfeld) bis dato nicht mehr so lauf- und zweikampfstark. Da wird der Holländer dran arbeiten, da kann man sicher sein, wenn man ihn kennt. Aber ist ein erfolgreicher Herbst wahrscheinlich an der Castroper? Und hat man die Zeit im Fußballgeschäft, Konzepte durchzusetzen ohne tagesaktuell zu glänzen?
Das Problem “Terroddeweggang” gewinnt Morgen an besonderer Bedeutung, er kehr zurück. Er, Asano und Gentner sind die gefährlichen Spitzen, die unsere löchrige Abwehr testen werden. Der Auftritt am Dienstag in Düsseldorf macht da nicht viel Mut. Aber da versagten auch alle, bis auf Riemann und Mlapa, daher fällt eine Einzelkritik aus. So verliert man eben auch in Walldorf.

Für mich gibt es eine Sache, die auf der Hand liegt. Die geringere Anzahl an Torchancen im Vergleich zum Vorjahr und offensive Feldanteilen sorgt für mehr Druck auf die eigene Abwehr, insofern ist der Weggang der Offensiven in letzter Konsequenz noch nicht kompensiert und so zu erwarten gewesen. Ich bin mir sicher, das war auch intern so. Doch versuchte man es nicht groß zu thematisieren und das ist verständlich. Weniger verstehe ich, was das permanente Anlegen mit Vertretern der Presse soll. Als hätte der VfL eine gesellschaftliche Mission neben Fußball, Fiege und Bratwurst haben (die mir nicht bekannt ist), sind Verbeek und einige Fans der Meinung, die Presse sei Schuld “am grauen Bild des VfL”, weil sie überkritischen Boulevard bietet und nicht genug fachlich fundiert berichtet. Nur was soll da anders sein als anderswo?
Das mag ja auch im Einzelfall stimmen, ist aber letztendlich egal und schadet am Ende dem Verein selbst. Denn wenn die Dinge sich nicht entwickeln wie gehofft, haben Kritikdünnhäutigkeit, Beleidigtsein und Wagenburgmentalität noch nie geholfen, um Probleme zu übertünchen. Die Behauptung, kritische Stimmen verbreiten Panik oder malen den Untergang an die Wand, verdrehen Ursache und Wirkung. Der VfL hattte lange eine gute Stimmung dieses Jahr, nur Niederlagen ändern das sonst nix.

Denn das Ruhrstadion könnte Morgen gegen die Schwaben rand voll sein, viele tausend VfB’ler kommen an die Castroper Straße - und ich freue mich so sehr auf Morgen, aber es werden Plätze leer bleiben. Nicht nur unsere schwäbischen Freunde um Angerbauer und Co werden da sein, auch ein toller Gästeblock insgesamt gilt es nieder gesungen zu werden. Und das geht nur, wenn man Vertrauen in eine starke Mannschaft auf dem Rasen hat, die keine launische Diva darstellt und alles gibt. Das wird auch so sein. Doch auch wenn alle in Blau-Weiß Morgen kämpfen, wird es eng wie gegen Hannover. Da setzte es ein 1-1 und auch Nürnberg wurde 5-4 nieder gerungen nicht niedergespielt.
Darauf hoffen alle Bochumer auch gegen die abgestiegenen Schwaben. Und ich wünsche mir zwar einen Heimsieg, aber wegen Rieble und Gayamerah auf den Flügeln habe ich meine Zweifel. Dazu ist Quaschner nicht dabei, Mlapa hat keinen echten Backup mehr und Terrodde spielt beim Gegner. Wo sollen die VfL-Tore herkommen? Von Wurtz, mag sein, er hat Biss.
Darauf kommt es gegen den VfB an. Der Gegner ist besser von 1 bis 11, aber wie die jüngste Krise mit Niederlagen gegen F95 und Heidenheim zeigte, kann die Millionentruppe vom Neckar mit den Leistungen ihrer vielen Fans bis dato noch nicht ganz mithalten. Da muss der junge Wolf bissig werden. Unser NL-Wolf ist bissig genug, hat aber etwas Probleme mit dem Kuscheln. Aber Stopp, das stimmt nicht, er wird ja Papa….Glückwunsch.
Und der Kambotschamann findet ja eh, man müsse den Holländer in der Ost mal feiern. Am besten gleich Morgen nach dem Heimsieg, oder?

Freitag, 23.09.16, 18:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 in Nürnberg im Februar)
Assistenten: Oliver Lossius (Sondershausen), Marcel Unger (Halle/Saale)
4. Offizieller: Frederick Assmuth (Köln)

Letztes Aufeinandertreffen mit Stuttgart: VfL - VfB 2:0 (DFB-Pokal 1. Runde, 16.08.2014; Terodde (2))

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Rieble, Bastians, Dawidowicz, Celozzi (Canouse/Gyamerah) - Stöger, Losilla, Eisfeld, Stiepermann, Weilandt - Mlapa (Quaschner/Wurtz)
VfB: Langerak - Insua, Baumgartl, Sunjic, Klein - Maxim, Hosogai, Gentner, Özcan - Terodde, Asano

Tip: 2-2 wie bei VfL4U, dem diese Statistik zu verdanken ist.

Tom, CB’93

P.S.: Gruß an den (!) Coach, den Körper, Berti, Walnuss, Angerbauer und und und ….

Bukkake Crew

20. September 2016

Was ‘ne Klatsche! Bochum verliert vor nur 22.000 Zuschauern den alten Westschlager gegen Fortuna 1995 sang und klanglos 3-0. Ein in jeder Beziehung unterlegener VfL hätte gegen die Fortuna eher noch höher verlieren können. Bis auf die 10 Minuten nach der Halbzeitpause mit zwei guten Chancen verliert Bochum völlig verdient und lässt jedwede Konstanz vermissen. Bochum verliert den Anschluss nach oben und zeigt sein schlechtestes Auswärtsgesicht, wie in Walldorf oder Würzburg. Auch wenn Bochum zuhause bis dato überzeugte wird es Freitag gegen 10.000 Schwaben und 11 Spieler sicher nicht leicht.

Beim 0-1 träumt Bochums 23 und lässt Bodzek marschieren, Flanke in den Rückraum, die Mitte pennt, 1-0 für Düsseldorf durch einen im Stadionheft gefeierten Ruhrpottler. Fabian fehlt dem VfL zur Zeit mehr als Terodde. Sorry, das wollen die Spieler nicht mehr hören, dann müssen sie aber auch anders auftreten als gestern in der ESPRIT-Arena. Die fast 2500 Bochumer hassten nicht nur die Anstoßzeit, sie hassen auch die neue Wechselhaftigkeit ihres Teams, wobei die drei Gegentore gestern ja der neue Standard sind, das Mittel aus Würzburgs 2 und Nürnbergs 4 Toren. Was uns wohl gegen die Schwaben erwartet? Naja, auch wieder ‘ne Wundertüte, denn das ist zuhause. Das Spiel man wie ein Spitzenteam, auswärts wie ein Abstieger, auch wenn ich Karlsruhe ausnehme.

Das 2-0 fiel dann durch einen Fehler von Celozzis Ersatz Canouse, in einem Abwehrslapstick, der Ball zu einem Weißen, Blau steht wieder zu weit weg, Drehschuß Hennings, 2-0 nach 15 Minuten. Das ist total verdient. Aber Fortuna spielte weiter auf 3-0. Es fiel erst später, aber Bochum seinerseits nur sporadisch mit Entlastung. Es wirkt nicht so als ginge man Gewalt auf ein 2-1, was ja vor der Pause manchmal helfen soll.
Das Mittelfeld verlor wieder Bälle und war nicht in der Lage für kreative Entlastung zu sorgen, Perthel völlig von der Rolle, da kam nichts, Celozzi fehlte ebenfalls auf rechts. Es erreichte fast keiner Normalform, eventuell Mlapa, Losilla farblos.

Die zweite Halbzeit begann zwar etwas besser, Mlapa traf den Pfosten und bei einer zweiten Chance verfehlte ein Blauer, das war schon die ganze Bochumer “Sturm und Drang”-Zeit in der Landeshauptstadt. Die Galligkeit und Bissigkeit fehlt da beim VfL heute - und so fiel auch das 3-0, Gegentore fallen oft, weil wir Blauen dem Gegner den Ball zu einfach lassen. Defensiv entstehen dann riesen Lücken und die typische Herbstzeit beginnt ja erst. Merde. Wir sprechen zur Zeit von einem Durchschnittsteam der 2.Liga, das entweder noch nicht eingespielt ist oder das nicht die Qualität hat, Verbeeks System zu spielen oder einfach zur Zeit nicht passt.

Einmal feierten die Bochumer Fans noch aus Trotz, dann ging es ab nach Hause an einem völlig missglückten Abend. Eher hätte man das 4-0 kassiert, als das Bochum einen Treffer erzielte. Das war die deutlichste Niederlage gegen F95 seit 2011.

Man kann also philosophieren, ob es die Abwehr ist mit ihren haarsträubenden individuellen Fehlern, das Spielsystem für diese Einzelspieler nicht stimmt oder die viele offensive Qualität, die zweifellos abgegeben wurde. Fakt ist, wir haben ein Team, was in alle drei Richtungen gehen kann: nach oben, wenn es sich fängt, in die Mitte, wenn es weiter schwankt oder nach unten, wenn alles doof läuft. Es bleibt spannend, aber auf eine dumme Art.

Verbeek sieht keine Probleme, sondern Lösungen. Die wird er für “sein” Abwehrproblem bald präsentieren müssen und mir jetzt keine Interviews zu geben oder böse zu gucken, weil ich das schreibe, ist keine Lösung. Das ist mir egal. Die Leistungen meines VfL sind es nicht. Und die passen nicht.

Tom;CB’93

P.S.: Sorry Carsten, ich weiß ihr brauchtet die Punkte auch ;-)

Sex mit dem Sozialarbeiter

18. September 2016

Wenn man zum xten Mal zum besten, weil nähesten Auswärtsspiel im Westen erneut unter der Woche ran muss, gar um 17.30 Uhr, kann mal schon mal laut “Scheiße” schreien. Das ist fast so prickelnd wie Sex mit dem strickpullitragenden Sozialarbeiter Martin: geht so bis naja. Es werden ca. 3000 Bochumer Fans in der Espritarena anwesend sein und die sind seit Freitagabend wieder richtig guter Dinge. Das 5-4 gegen den Club hat die VfL-Stürmer von ihrem kleinen Fluch befreit, Mlapa und Quaschner brauchen weitere Tore, um sich die nötige Sicherheit für die kalte Zeit zu erarbeiten. Das ist Freitag passiert und so fährt der VfL-Troß mit erhobenen Haupt nach Düsseldorf.
Dort trifft man den Trainer, der uns 2011 in die Relegation führte und dort am rheinischen Nachbarn der Fortuna, den Gladbachern, scheiterte. Funkel ist nun Fortunacoach und hat die Balance mit seinem Team noch nicht gefunden. In Heidenheim verlor Fortuna auch dank Fehlern von Goalie Rensing 3-0. Der Schmidt hat dem Friedhelm gezeigt, wie es laufen kann. Seit dem Abstieg mit Norbert Meyer kommen die Fans des Deutschen Meisters von 1933 nicht mehr auf die Beine. Hatte man 2011 noch eine riesige Euphorie, so ist die Gegenwart grau und unattraktiv wie der Spieltermin. Man schlug zwar Stuttgart, aber sonst enttäuschten die Rot-Weißen Kicker, F95 ist kein Aufstiegsteam, auch Bochum scheint spielstärker und ist Dienstag leichter Favorit.
Eigentlich könnte Bochum dicke Cochones haben, aber die fehlende Konstanz von Verbeeks Team, macht eine Spielvorschau schwierig. Es kann sein, das F95 uns auskontern will und seine Lehren aus dem 1-2 in der letzten Saison spielen, Doch das Team Verbeeks spielte 1-1 zu Hause und hat mit dem Team vor ein Jahr wenig zu tun, bei 13 neuen Spielern und daran arbeitet der Trainerstab Bochums, diese grundsätzlich adäquat ersetzten Spieler einzuspielen.
Durch diese noch junge Saison folgten guten Spielen oft Rückschläge und die Automatismen werden weiter verfeinert, solche Highlights wie Freitag schaffen Ruhe und lassen uns in der Tabelle weiter kletter.
Ein Sieg in der Landhauptstadt und Freitag würde es eine volle Hütte gegen Stuttgart geben. Aber es kann auch anders kommen, wie einst 2012 als gegen Sinkewicz das Tor des Jahres machte und am Ende siegt die Fortuna.

Also ist trotz des doofen Termins und des normal brisanten Westschlagers übermorgen für echte Spannung gesorgt. Gewinnen wir da, setzen wir uns oben fest und Verbeek kann in Ruhe seine Mannschaft entwickeln.

Funkel, der alte Jeck, wird genau das verhindern wollen. Und ich will neben Gerrit jubeln…..Cu in D’dorf.
Angst muss man haben, wenn Hennings, Ya Konan und Koch soviel Platz kriegen wie Salli und Co im Ruhrstadion. Das wäre fatal.

VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Hogland (Dawidowicz), Celozzi (Canouse) - Stöger, Losilla, Eisfeld, Stiepermann, Weilandt - Mlapa (Quaschner)

Tip: Bochum siegt 1-2 in einem Kampfspiel

Tom;CB’93

Spektakel

17. September 2016

Wer gestern des 5-4 des VfL live an der Castroper Straße erlebte - besser erleben durfte-, der sah alles, was echten Fußball ausmachen kann: zu erst mal neun Tore,Stimmung, wenig Kommerz und die Tore auch noch in der fast richtigen Verteilung, dazu einen am Ende verdienten Heimsieg seines VfL. Chapeau: Hier hält Verbeek am meisten Wort (”dem Gegner flüssig und so”), zu Hause an der Castroper überzeugt der VfL seine Fans mit Siegen - seit dem Amtsantritt des Holländers. Dazu sieht man interessanten und meist guten Fußball, wenn man ins Bochumer Stadion geht. Warum es gestern wieder nur knapp 16.000 waren, weiß der Geier: Würzburg, Skepsis, die Menopause. Fakt ist: Der VfL muss um jeden Fan kämpfen, während woanders die Massen strömen, wenn man nur das Licht anmacht: hoffentlich ist das gegen Stuttgart schon anders, gegen Angerbauer und die Jungs.
Gestern - gegen den kriselnden Club - waren nach 2 Minuten schon fast alle happy, das 1-0 fiel ja schneller, als man Platz nehmen konnte. Als der Ball im Netz von Schäfers Nachfolger Kirschbaum zappelte, ahnte man noch nicht, wie spektakulär dieses Fußballspiel werden würde.

Das 2-0 fiel, weil Eisfeld fiel und gegen den Clubkeeper prallte. Bastians verwandelte den “zweifelhaften” Elfer und wer nun drauf hoffte, dass Bochum den Club auskontern könnte, hatte die Rechnung ohne Schwartz Team gemacht. Die Franken kamen wieder und stürzten Bochums Defensive vor allem in Halbzeit Eins von einem Problem ins nächste. Salli machte den Anfang und verwandelte eine Leibholtflanke zum 2-1.

Die Schalker-Nürnberger Ecke jubelte, aber bei Bochum überzeugte auf dem Platz vor allem der Sturm und das Flügelspiel unter Flutlicht. Dafür zeigte die Defensive abermals Schwächen: Perthel spielte nach hinten ganz schlimm auf dem rechten Flügel und auch Riemann hatte Böcke drin, dazu war der neue, polnische IV logischerweise noch nicht richtig eingespielt. Während die Franken auf das 2-2 spielten und drückte und Würzburg im fränkischen Derby in Fürth führte, konnte man mit dem Kambodschamann über Kuriositäten fachsimpeln (”Warum wird Verbeek nie von der Ost gefeiert?”) . Er, der Beobachter, will mit dem Anhalten der Bandenwerbung, gegnerische Elfmeterschützen irritieren. Das Nettozeichen kann aber auch fies sein. ;-) ))) Nein, das 2-2 fiel nicht, Salli sollte zwar noch mal netzen, aber erst mal sahen die VfL-Fans das Ende der Stürmertordiät erleben: 3-1 durch Mlapa und das Vonovia-Ruhrstadion bebte nicht zum ersten und zum letzten mal an diesem malerischen Spätsommerabend. Eigentlich perfekt, die Wurst mundet, das Fiege schmeckt, der Ball rollte fluffig, aber es sollte der Moral der Nürnberger geschuldet sein, dass es nochmal spannend wurde. Das 3-2 war ein Warnhinweis, dass der FCN nicht gegen den Weilernachfolger Schwartz spielte, sondern der Vorjahresrelegationsteilnehmer nicht verlieren wollte - bei ihrem ebenfalls Ex-Trainer Verbeek.

Naja, zumindest begünstigste Bochums Defensive dieses Ansinnen, Perthel, Dawidowicz und Co. hatten ihre Schwächen und das Mittelfeld velor ständig Bälle. Das 3-3 - ein Elfer in der 45. Minute - stellte dann den Höhepunkt des Torfestivals erste Halbzeit - das war ein Schock und Wachmacher zum Pausenpfiff. Aber die Stimmung war damit gelöst.

Das Komische war, die kritisierten Stürmer und Flügelspieler in Bochum zeigten richtig den notorischen Forumskritikern, manchen Journalisten und Experten, dass sie es doch können, während die eigentlich “eingespielte Defensive” wackelte und die Stabilität im Mittelfeld fehlte, der FCN zu oft die zweiten Bälle hatte: komisch, aber auf eine sehr unterhaltsame Art wurde ich Lügen gestraft.

Dann war also die zweite Halbzeit die etwas ruhigere Kopie der ersten Hälfte, Bochum machte erneut die verdiente Führung, nach zwei argen Fehlversuchen - DAS 4-3, Mlapa überholte den “Stuttgarter” Terodde mit seinem 2. Tor in der Statistik! Doch auch jetzt war klar, es würden noch weitere Treffer fallen, ein wirklich spektakuläres, kurzweiliges und spannendes Spiel, das nicht nur den Taktiktrainern den Puls hochtrieb. Der FCN gab nie auf, Bochum gab erst ein wenig nach, um dann auch nicht aufzugeben. Ein bissiges Spiel, das der Schiri gut im Griff hatte. Nicht ganz so cool wie das 5-6 gegen Bayern vor 40 Jahren, aber sehr spektakulär fiel das 5-3 durch Quaschner, als wollten die VfL-Stürmer zeigen, was sie drauf haben. Aber wieder fiel der Anschlusstreffer zum 5-4, diesmal ein abgefälschter Schuss und Bochum verteidigte dann auch mal konzentrierter. Sie brachten das Spiel über die Zeit und wurden zurecht gefeiert.
Der Rest war Jubel und Bier in Kneipen, nur Nürnbergs Trainer haderte auf der PK ziemlich sympatisch mit dem eigenen Schiksal, während Verbeek mit Rentsch zankte. Aber wer 5-4 gewinnt, wer überhaupt siegt, hat im Profifußball immer recht. Nun bieten sich mehrere Chancen: 1.) Der Kambotschamann schreibt eine eigene Kolummne in meiner Kolummne 2.) Wir siegen Dienstag im Westderby und empfangen zum Spitzenspiel den VfB Freitag vor vollem Haus 3.) Die Stürmer haben nun genug Selbstvertrauen und netzen auch bei Fortuna 4.) Verbeeks schnell zusammengestellte Offensive siegt über Funkels typischen 1-0 Stil.
5.) Ich habe ein neues Thema: Die wackelige Defense und die fehlende Stabiltät
6.) Rentsch und Verbeek haben sich wieder lieb
7.) Schalker, Bayern und Bochumer sind nun quitt

Tom; CB’93

P.S.: Gruss an die Jungs von Reihe 6, abermals den malenden Patienten plus Frau - und den Sieg widmen wir unserem Lothar, der nun von oben zuguckt. Mach et jut LOLLO, der Sieg war für dich.

Wenn man die falschen Freunde hat

13. September 2016

Ganz ehrlich, nach einer langen Arbeitswoche lag ich letzten Freitag entspannt auf der Couch bis zur 62. Minute: Ohne allzu gut zu sein hatte Bochum das Spiel beim Aufsteiger im Griff und machte sich auf das 0-1 zu machen. Dann kam das 1-0 und der VfL verlor den Faden und bot Bescheidenes an. Zum Glück geht’s Freitagabend, 18.30 Uhr, gleich wieder weiter auf dem Rasen, nach der unglücklichen und unnötigen 0-2 Niederlage des VfL in Würzburg. An diesem Freitag gastiert im Vonovia-Ruhrstadion der gute, alte Club. Die Brisanz könnten Schalker Freunde bringen, die noch “eine Rechnung” mit der Bochum-Bayern-fraktion übrig haben. Das wurde neulich in der Schalker Arena mit dem geklauten Stiepel-Bayernbanner ausgedrückt, was immer man über solche Ultraaktionen, Randale, Pyro oder Bannerklau auch immer denken mag. Sonst hat das Duell eine zusätzlich sportlich aktuelle Brisanz, beide Vereine wollen ihre aktuelle Abwärtstendenz stoppen. Bei Bochum ist dieser sehr kurz: nach einer durchwachsenen Vorbereitung wurde Union zum Auftakt knapp besiegt und der KSC auch fast. Dann verkackte man uninspiriert in Walldorf, hielt gegen 96 super mit beim 1-1 und verlor historisch-unglücklich bei den Würzburger Kickers. Eine gemischte Bilanz, die natürlich sponatne Reaktionen auslöste, wurde rund um Bochum in der Presse und in Foren emotional diskutiert. Während die Bild und Rentsch recht kritisch analysierten, lobten WAZ und Homann von RS den neuen Bochumer Stil: mit Solidität, System und Fachkompetenz von Wilken E., Hochstätter und Verbeek aus den Miesen - und dem grauen, sportlichen Mittelmaß der Liga, dazwischen gewohnte negative Impulse in Diskussionsforen von VfL4U bis Westline. Der Bochumpessimismus ist zurück und micht packte es Freitagabend.
Die eine Seite argumentierte, der Trend stimme seit knapp 2 Jahren, die erneute radikale Verjüngung und Austausch von Spielern brauche Zeit, Ruhe und Geduld. Mit Spukke, Maloche und Mut könne man die erneute Herkulesaufgabe stemmen, die Richtung stimme jetzt.
Die Kritiker des ersten, fast erwarteten, zarten auf-der-Stelle-Tretens - mit nur einem Sieg aus fünf Pflichtspielen - sagen: Das System Verbeeks des Ballbesitzes gehe nicht ohne starken Keilstürmer (Mlapa ist das zZ nicht, Terrodde war einer), die Mechanismen des Offensivspiels greifen nicht nicht, weil die Übung sondern die Qualität fehle - oder wie bei Quaschner - die Mentalität. Die Flügel lahmen, die Stürmer stehen oft ohne gescheite Zuspiele da - dann fehlt der Plan B - wie in der Flyeralarmarena.
Solche Probleme hätte die großen Mittelfranken gerne, also nicht die Fürther oder Würzburger, die Nürnberger sind 17. !!! Und die Krise des 1. FCN ist seit Weilers Weggang virulent, die 3. vom Vorjahr mussten Spieler und Hoffnung abgeben und finden sich mit dem FCK ganz unten wieder, seit man gegen Sechzig verlor. Die beiden Granden sind nur noch ein Schatten ihres Ruhmes. Oben tront Eintracht Braunschweig und zeigt wie es geht - remember VfL last year.
Die Nürnberger sind in einer echt kriminellen Lage, ein Sieg am Freitag wäre mehr als Balsam auf schwarz-rote Seelen. Leider braucht auch Bochum dringend Siege, um die aufkeimende Schlechtstimmung zu stoppen. Der Weg zum Sieg ist dabei fast egal, sogar ein Elfergeschenk, so unwahrscheinlich wie nur was, würde ich nehmen.
Freitag werden die Temperaturen milder, das Feuer der Fans wird dennoch heiß sein. Bochum gegen Nürnberg hat schon was, Duell der Liftboys zwischen den Ligen.
Bochum hat mit den drei Traditionsclubs aus Nürnberg, Düsseldorf und Stuttgart Gegner, die eigentlich eher nach Bundesliga klingen als nach Zweitligamittelmass. Gerade da will auch Bochum zur Zeit raus und dort hängt der VfL derzeit fest.
Es ist sicher kein Grund zur Panik, wenn Bochum gegen Nürnberg nur Remis spielt (Mein Tip 2-2), aber ein 2-1 wie im Vorjahr würde enorm helfen, den eigenen Spielern Mut zu machen und das vorhandene Potential abzurufen.
Merkel könnte reinkommen und das Spiel nach vorne beleben, Gündüz in den Kader rutschen, es gibt Alternativen zum Stammteam, die jedoch allesamt an ihrer Torgefährlichkeit arbeiten müssen.
Ein Erfolg am 16.9. wäre pures Gold vor dem Westderby in Düsseldorf.

Ker Leute, geht bitte hin, meckern, klagen und besser wissen gerne danach, aber nicht nur falsche Freunde erkennt man in der Not, auch wahre Fans. Gerade in dieser sensiblen Phase braucht euch die Mannschaft, Pfiffe wären ein Nogo.

Support VfL…..

Tom;CB’93

P.S.: Gruß diesmal an Patienten, den “Welt größten” Bannermaler im CB’93

VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Hogland (Dawidowicz), Celozzi (Canouse) - Stöger, Losilla, Eisfeld, Stiepermann, Weilandt - (Mlapa) Quaschner

Die Gewürzgurke quer essen

9. September 2016

Als Benatelli Junior das 2-0 für die FC Würzburger Kickers erzielte, war das nur fast noch eine statistische Note vor 10.400 Livezeugen. Es reicht um das aktuelle VfL-Dilemma zu zeigen, in was uns der Wandervogel aus Bochum-Linden schoss. Bochum begann ja trotz zweier Abwehrumstellungen recht passabel in der Flyeralarmarena, Canouse und Bastians hatten mit Elia Soriano nicht die allergrößten Probleme. Bochum war schon besser, ohne spektakulär zu sein. Aber viele Pässe nach vorne kamen nicht an, vor allem Weilandt blieb blass wie ein Wein aus der Region. So hatte Bochum keine großen Probleme mit den Roten, aber auch kaum Chancen nach vorne. Das 0-0 war daher ein logisches Ergebnis bei Rot gegen Blau. Insgesamt machte es Würzburg gut, ohne den Fußball neu zu erfinden: Duisburg lässt grüßen.
Aber die zwei halben Elfer, die der Schirineuling nicht gab, über die kann man diskutieren. Auch sowas entscheidet ein solches Spiel.

Aus der Pause kamen unsere Bochumer deutlich verbessert, es war also schon ein anderes Auftreten als in Walldorf. Wenn Quaschner nicht den Pfosten, sondern das 7,32 Meter breite Tor getroffen hätte …. wenn der Nachschuss nicht von Diaz (mit der Hand?) geblockt geworden wäre, ….vielleicht hätte Mlapa sogar später auch einen gemacht. Aber die Welt ist so, wie sie ist. Und ohne unsere drei besten Torschützen des letztes Jahres fehlt uns das Flügelspiel und vor allem der richtige Punch vorne. Das ist keine Überraschung, das ist trivial und das hatte in Unterfranken fatale Folgen.
Bochum spielte auf das 0-1 und die Kickers machten nichts - nada, de rien, nothing - nach vorne und es blieb beim 0-0. Da Bochum zu wenig einfiel gegen defensiv gestaffelte Würzburger, kam es, wie es kommen musste. Sie waren unangenehm, die Kickers, aber dem VfL fehlte auch der absolute Wille das zu tun, was richtig wehtut und alles in die Wagschale zu werfen. So beließ man es bei viel Ballbesitz und dem Gefühl, doch eigentlich eher besser zu sein mit über 60% Ball am Fuß.
Dann ein erster Konter nach ‘zig Minuten von Rot, ein Rechtsschuss vom Deutsch-Italiener, der Ball tickt und Riemann kann nichts halten - 1-0 (unten links)- aus dem Nichts. Aber das ist Fußball.
Das eigentliche Problem begann aber jetzt erst. Die spielerisch äußerst begrenzten Freunde der SGW09 machten hinten noch mehr dicht, Hollerbach belaberte den Schiri weiterhin und Bochum fiel viel zu wenig ein. Klar, mit Mlapa (für den blutenden Wurtz) hatte man noch mehr Offensive auf dem Platz, aber bis auf Bastians und Weilandts Chance, wurden nur leichte Torchancen erspielt - und eben nicht getroffen. Und wer keine Tore schießt, das wisst ihr selbst.
Dass in der 92. Minuten der zweite Würzburger Angriff mit dem Tor endete, sollte was für die Abmoderation sein. Der Skymod war übrigens gut, das nutzte den VfL-Fans im Gästeblock und vor den TV-Geräten auch nichts.

Nein, leider ist der VfL gegen den zweiten fränkischen Club in einer Woche unter gewissem Zugzwang mit 5 Punkten. Und die Zeit, die es braucht, eine Einheit zu formen, die hat Verbeek nur, wenn die neuen Stürmer und Flügelspieler netzten. Und das ist zZ nur in Tests der Fall.
Leider scheinen die notorischen Mahner recht zu behalten, die Teroddes, Terras und Buluts Abgang beweinen. Bild wartet und wetzt sicher die Messer.

Aber auch ohne einen Knipser muss mehr nach vorne gehen als gegen diesen limitierten Gegner. Bei allem Glauben an Verbeeks System, der Bochumer Herbst ist traditionell kalt und eine Aufholjagd von unten braucht keiner.
Genau das droht, wenn Bochum gegen den Club verlöre. Gott bewahre. Und man wird den Verdacht auch nicht los, dass das Team nicht an seine Grenze geht und selbst dann schwächer besetzt ist als das Team des letzten Jahres.

Das 2-0 durch Rico Benatelli in der Nachspielzeit bedeutete den ersten Würzburger Heimsieg in der Zweiten Liga seit 38 Jahren.

Schade, besonders für die mitgereisten 800 Bochumer, dass es außer Sonne, Wein und einer schönen Stadt “Würzwürg” nichts zu holen gab. Noch finsterer wird’s, wenn das so bleibt. Dann wird der heiße Sommer abrupt enden. Für uns alle, Optimisten wie Pessimisten, die es mit dem VfL haben.

Tom;CB’93

P.S.: Gruß an die 1000 Fans, die vor Ort die Fahne hoch hielten.

Gewürzte Teigtaschen

8. September 2016

Freitag also in die schöne unterfränkische Weinstadt Würzburg, bei der man mit Stau an der A3 glänzt als wäre es 16.00 in Köln, aber den gestressten Autofahrer auch lockt mit einer attraktiven Stadtshilouette mit Schloß. Nun also auch Fußball, obwohl man seit den Siebzigern weit weg war vom Profifußball, der Süden - und vor allem Franken - ist seit 20 Jahren im Aufwind, wenn man den FCN mal rausnimmt. Eigentlich müsste hier ein Smiley kommen, aber mit den Schalkefreunden beschäftigen wir uns nächste Woche, natürlich Freitags.
Überhaupt sind wir viel Freitags (Aue) dran und nach den Herbstferien Montags im Pfälzer Wald, aber so ist das eine Challenge für den Awaysupport. Ich verpasse morgen mein erstes Pflichtspiel und find das doof. Denn die Stadt lockt, einer neuer Ground und auch sportlich ist der erste Vergleich im Profifußball interessant. Zwar hat der Name Würzburg etwas von Worms oder Pirmasens, aber was Hollerbach da in zwei Jahren im Shootout gegen Saarbrücken oder Duisburg erreichte verdient alle Achtung. Der Aufsteiger siegte auch zuletzt und Verbeeks Trainerteam ist gewarnt. Aber sind unsere Spieler das auch oder wird’s wie der Ausflug nach Walldorf? Das ist die Frage morgen.

Ich glaube, die Ausfälle von Celozzi und Hogland (trotz Formkrise auf der Posi) können nur teilkompensiert werden. Der 3-4 Achtungserfolg in Köln gibt den Stürmern hoffentlich Selbstvertrauen, in Unterfranken zu knipsen.

Am Ende werden 600 Bochumer ein 1-1 sehen, denn Bochum ist positiv gesehen noch ungeschlagen in der Liga und überzeugte durch geringe Umbruchsprobleme. Aber man verlor nicht nur in Walldorf, man siegte auch nur einmal gegen Union etwas glücklich. So denke ich, wird auch das Spiel in Würzburg sein.

Da bin ich erst mal froh, dass Hochstätter und Wilken bleiben und Villis die erste Liga anpeilt auf längere Sicht. Das ist irgndwie eine Parallele zu Eintracht Braunschweig, die mit Lieberknechts Gnaden auch gut gestartet sind.
Wenn wir am Ende vor Eintracht und Hinter 96 und Stuttgart lägen, wäre ich nicht unzufrieden. Aber nee, wir wollen morgen gewinnen.

Auch für Lothar. Langer, wir werden dich vermissen.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an die Fahrcommandanten olli d und totto sowie Dirk W.

Statistik wie immer von VfL4U:

Freitag, 09.09.16, 18:30 Uhr, Flyeralarm-Arena

Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma, pfiff den VfL noch nie, war bei der 1:0-Niederlage in Berlin im April 4. Offizieller)
Assistenten: Tim Skorczyk (Braunschweig), Henrik Bramlage (Vechta)
4. Offizieller: Patrick Kessel (Norheim)

Bisherige Spiele gegen Würzburg: Fehlanzeige

Voraussichtliche Aufstellungen:
FWK: Wulnikowski - Diaz (Kurzweg), Neumann, Schoppenhauer, Pisot - Daghfous, Benatelli, Schröck, Taffertshofer (Weil), Weihrauch - Soriano
VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Wydra (Dawidowicz), Canouse - Stöger, Losilla, Eisfeld, Stiepermann, Weilandt - Mlapa (Quaschner)