Grün bleibt die Hoffnung

21. April 2018

Das 1-1 Fürth war für sich betrachtet ein akzeptables Ergebnis für den VfL. Es war auf das Spiel gesehen gerecht, weil Bochum die erste Halbzeit verpennte und erst in der zweiten Hälfte am Rohnhof dominierte. Aber im Kontext gesehen war das Remis für beide Kontrahenten weder Fleisch noch Fisch. Gut Bochum bleibt 8 Spiele ungeschlagen, aber:
Aber wie so oft war der VfL ab der 45. Minute öfter am Ball und hatte mehr vom Spiel.
So hatte Bochum aber nicht begonnen. Nach dem furiosen 3-2 gegen den FCK spielte man nun ebenfalls gegen ein fränkisches Team mit dem Rücken zur Wand. Und Anfang März befand sich der VfL noch in derselben prekären Situation.
So legte Grün-Weiß auch los, wie eine Mannschaft, die es bitter nötig hat, zu gewinnen. Dabei sollten die Greuther aber auch nur in der Perspektive des Skymoderators „Chancenwucher betreiben“. 2-3 kleinere Chancen, das war’s eigentlich von SpVGG, was die Spielvereinigung aus ihrer Drangphase mitnahm. Es stand 0-0, der VfL forcierte nun sein Offensivspiel über Kruse, Sam und Stöger, aber Hinterseer hatte zweimal den letzten Schritt gegen sich.
Gerade in dieser ersten Bochumer Minidrangphase passierte es: Langer Ball auf Dursun, Gyamerha lässt ticken, dann ein Stoß des Türken und er ist vorbei. Clever - und laut Skymod ein Stürmerfoul, doch das cleverere Kleeblatt umspielte aus dem vollen Lauf auch Riemann am 16er und verwandelte ins verwaiste Tor.
Das ist das Risiko, wenn man ab dem 16er spielt und Jan eben nicht abgezockt genug ist. Das 1-0 war verdient, weil Fürths Pressing jede Spielidee vom VfL unterband - bis zum Halbzeitpfiff. Zwei dicke Chancen hatte ein Fürther Spieler noch, aber hier hielt Manuel perfekt und behielt den VfL im Spiel. Das 2-0 wäre es wohl Freitagabend gewesen, Bochum Team wirkte nicht so direkt im Aufstiegsfieber wie seine Fans eine Woche zuvor. Man zeigte aber dann schon mehr nach dem Wiederanpfiff.
400 Bochumer unter den 8820 Fans konnte Sonne, Bier und den lauen Abend genießen und nach der 45. Minute eben auch einen anderen, besseren VfL.
Aber so sehr nun Sam, Stöger, Tesche und Kruse sowie später auch Wurtz Druck machten, sie brachten Lukas Hinterseer nicht oft genug in Schussposition, um frühzeitg „auf Spiel drehen“ zu schalten. Gewinnt Kiel Montag gegen Nürnberg ein Sieg, enden Bochums ganz kurze Relegations-Träume nach deren 0-4 Sieg in Dresden schon wenige Stunde nach dem vierten Sieg in Serie. Und gegen Fürth versuchte man zu lange Ballsicherheit - ohne den Zug zum Tor. Dann sah man zwar, wer besser Fußball spielen kann, Tore blieben aus. Stöger versuchte es etwas übermotiviert. Man merkte, er wollte sich ins Schaufenster stellen und er tat daher noch mehr als sonst, auch Sam lief viel. Irgendwann in den Achtzigern (82.) setzte Kruse auf links durch gegen Hilbert, Bochums Topösi Hinterseer war da und machte sein 13 Saisontor. Er, Stöger und Gyamerah sind nun interessant für Erstligateams und stehen auf dem Silbertablett.
Das dann gerechte1-1 bedeutete ein 8. Spiel ohne Niederlage und die letzte theoretische Hoffnung - auf einen Clubsieg am Montag. Aber das ist alles nur noch graue Theorie.
Seit gestern (vorgestern) heißt es, das Team macht ein schönes Schaulaufen und einen Saisonauslaufen unter Mastermind Robin Dutt und Sesi kann nun zeigen, was er gelernt hat.
Man kann zufrieden sein, auf einen Platz 4 darf man hoffen, Platz 3 bleibt ein schöner und akzeptabler Traum.
Aber Träume sind immer nett und notwendig….
Tom, CB‘93

Flieg mein Vogel - flieg

14. April 2018

Der vierte Sieg des VfL in Serie versetzte die Fans gestern abend im Ruhrstadion in einen blau-weißen Kollektivrausch. Nach dem hart umkämpften 3-2 gegen den traditionsreichen FCK hüpften 20.000 der 23.000 Zuschauer dem endgültigen Klassenerhalt entgegen - und träumen nun rosarot von Kiels Absturz, von Platz 3 sowie dem Momentum des Sieges. Was für ein vergessenes Gefühl!
Es ist angerichtet und der Vogel des Sieges darf nun gerne in Fürth und gegen Aue weiter fliegen. Und dann ein gibt es vielleicht ein Finale Furioso in Berlin und gegen den Jahn am 13.5.? Der siegte ja gestern schon in Fürth und lautert wie Ingolstadt und eben wir auf einen Ausrutscher der Störche.

Seit gestern und nicht erst seit gestern schaut der VfL-Fan wieder nach oben. Dank des Teams und der Männer dahinter - Butscher, Sesi und Dutt - überstand der VfL gestern auch die schwierigen Spielphasen nach dem 0-1 und dem 2-2. Beide Male war der abstiegsbedrohte FCK nahe am Sieg und dann kam eine Antwort der Blauen.
Dutt musste nach drei Siegen umbauen, weil Soares gesperrt war, Celozzi verletzt, rückte der stets bemühte Gündüz in Team für ihn und Fabian ordnete alles hinten. Und dann war es Tim Hoogland nach sieben Minuten, der mit einem Fehlpass die Lauterer in Spiel brachte. Frontzek hatte sie giftig eingestellt, 3000 Mitgereiste jubelten die Bochumer Pilzrosetten weg. Viele Bochumer hatten unter der Woche einen Topjob gemacht und dann schossen die VfL-Fans etwas zu früh los. Vor ab gab es schon Gerüchte um Fotos in den den Soziale Netzwerken - verrückte Welt ;-)

Aber der VfL Bochum wirkte nur kurz verwirrt von der FCK-Führung und antwortete später. Aber die Teuflischen hatte eine dicke Chance zum 0-2, angetrieben von Routnier Altintop (mit seinem coolen Tor) war der FCK mit giftigen Kontern im Gegenpressing unterwegs.

Bochum sortierte sich und überstand die Anfangsphase mit Dellen - es hätte 0-2 stehen können.
Dutts Team schlug wie gegen Sandhausen zurück, als man es nicht absah. 1-1 durch Hinterseer, der immer mehr zum Dauerstriker wird.

Während uns vor 2 Jahren Osawe mal abschoß, machte er diesmal ein Eigentor zum 2-1. Das Glück war uns gestern wie gegen Fortuna hold, weil die Spieler um Stöger, Sam, Kruse und Hinterseer Willen mit Fortune paarten.

Das 3-1 zählte nicht wegen Abseits, dennoch ging man happy in die Pause. Auch weil ein wunderschöner Angriff zwar nicht zum Tor aber zum Raunen führte.

Aber Rot war lange nicht geschlagen und schlug diabolisch zurück. Wie in Fortuna hatte der Gegner die stärkste Phase nach der Halbzeit, Bochum wackelte. Einmal war der sonst ungeprüfte Riemann nicht im Bilde und Lautern machte das 2-2. Und nun sollte sich zeigen, wie nachhaltig der Aufschwung des VfL ist.

Das Spiel wog hin und her, der FCK setzte nun auch auf Fouls, was aber klar ist, wenn man unten drin steckt.

Die VfL-Fans sahen nach der Pyroshow des FCK-Anhangs nun auch die Roten drücken. In einer Phase, wo beide treffen konnten, machte Stöger das 3-2 kurz vor dem Ende in der 81. Minute.

Nun hüpften wirklich alle und die Träume flogen in den Himmel.

Ehrlicherweise muss man sagen, dass Kaiserslautern kein bischen schlechter war als Düsseldorf und irgendwie einen Punkt verdient gehabt hätte für die Moral.

Aber Bochums Fans war das egal, sie feierten ihren Vaueffell. Und den Rest des Abends überstand Bochum irgendwie. So ungerecht ist eben Fußball, Bochum glich damit viele Ungerechtigkeiten am Anfang der Saison aus und zeigte einer verrückten Liga, wo wir stehen.

Der Rest war Jubel, Fiege und die Vorfreude auf einen Freitagabend beim Maiabendfest, wo diesmal hoffentlich Aue Haue kriegt.

Es ist sicher immer noch nicht alles rorarot in Bochum, aber der Himmel strahlt heute morgen ordentlich Blau-Weiß.

Tom;CB’93

P.S.: Gruß heute an Philipp von Boombastic, das Gespräch wird fortgesetzt ;-) )

Diabolisch

9. April 2018

Freitag wird’s also diabolisch, also zumindest in meinem Kopf. Der VfL Bochum empfängt die Ex-Höllenbewohner vom FCK zum formidablen Wochenendstart und der VfL-Fan weiß seit dem herzenserwärmenden Auswärtssieg in Düsseldorf nicht mehr, ist es nun Abstiegskampf, Mittelfeldkosmetik oder der neu glimmende Span einer aussortierten Aufstiegshoffnung vom letzten Sommer.

Super-Dutt holte viele Punkte mit dem Team, das unter Atalan und Rasiejewski nur sporadisch lieferte und die überfällige Demission von Hochstätter (plus Bastianswirbel vorher und allgegenwärtiger Medienschelte) hat bei Spielern und uns Fans offensichtlich keinen hemmenden Effekt gehabt, ganz im Gegenteil. Und nun ist man plötzlich nur noch 6 Punkte hinter Kiel, aber auch immer noch nur 6 Punkte nach Heidenheim. Was soll man also hoffen? Was kann man nun erwarten?

Für die Fanpsyche ist es verirrend am Freitag: Also man will natürlich an der Castroper Straße „den Sieg für die Seele am letzten Freitag“ gegen den nun gastierenden Tabellenletzten vergolden. Aber man will viel, wenn der Tag lang ist. Ich will zum Beispiel eine lange Serie. Kinder, die was wollen,….

Lautern kämpft unter Coach Frontzek um die letzte Chance. Und die letzte Chance heißt damit ein befreiender Überraschungssieg in Bochum, vielleicht haben die Blauen ja zuviel gelesen, wie „toll sie zZ sind“ und wie „oft Hinterseer trifft“. Vielleicht trifft er auch wieder, diesmal gegen Müller, wer weiß. Aber gegen den Teufelserfolg spricht, dass Lautern im Hinspiel planlos vor dem Tor war (ein schlimmes, wirklich schlimmes 0-0 auch an einem Freitag) und letzte Woche in Regensburg nur ein 1-1 ergurkte und ewig brauchte ein Tor zu machen.

Der erste FCK stürzt in die Dritte Liga ab und das ist irgendwie bitter. Vor 5 Wochen drohte uns das Gleiche und unsere endgültige Rettung wäre wohl ein Sieg am Freitag, auch in dieser verrückten Liga wäre es möglich.

Auch wenn Altintop von der Rettung spricht, auch wenn die Bochumunken es ahnen, Freitag wird in meinem Kopf ein diebischer Spaß. Knapp 20.000, ein spannendes, kämpferisches Spiel ohne zu viel fußballerischer Eleganz. Wir drehen diabolisch ein 0-1 zum 2-1 und siegen das vierte mal in Serie. Das sagt das kleine Teufelchen über meinem Kopf, aber das Engelchen sagt, quatsch, es wird ein friedliches 1-1 remis.
Na, wer wissen will, wie es ausgeht, soll Freitag ins VONOVIA-Ruhrstadion kommen und selbst sehen, wie die Hölle zufriert oder der Antichrist seine Auferstehung feiert.

Was wohl Jesus dazu sagen würde?

Keine Ahnung, ich tippe 2-1 und BASTA. Und auch ohne Eisfeld, Perthel und wem auch immer reicht es zum Arbeitssieg, weil wir zur Zeit einfach gut Dutt sind.

Bis Freitag

Tom CB‘93

Es war einmal

7. April 2018

Wenn man gefühlt „etwas weg war“, empfindet man ja oft „irgendwie anders oder fremd“, im Gegensatz zu vorher. Der Ben R. hat das Phänomen des Wegseins vom Fußballzirkus mal in einem seiner Bücher (eins was ich besitze) mit dem Thema „Fußballfasten“ beschrieben, „30 Tage ohne das runde Leder und drumherum“: Das hab ich zwar nicht geschafft, aber gefühlt irgendwo fast im März seit dem 0-0 gegen Nürnberg: mal weg vom Profifußball für eine Zeit: eine ganz spezielle Erfahrung: Gegen wuselige, teilweise harte Braunschweig beim 2-0 war ich beim Livecomeback im Block D sehr angetan von der konstanten Leistung der Bochumer Mannschaft zu Ostern, beim 1-2 gegen Düsseldorf spielte der VfL noch effektiver den Sieg heraus und es war gefühlt das größte beim Tabellenführer im Westduell zu siegen. Das war ein gigantisches Gefühl und man war dann gefühlt nie weg.
Ich habe gestern vorher die S-Bahn-Tingeltour gemacht und war sofort wieder im Begleit-Thema, langsamer ÖPNV, Stau und Verkehrsstress in NRW an einem Freitagnachmittag. Das sollte fast die einzige negative Erfahrung sein an einem perfekten Abend in Düsseldorf und später für einige Commandanten in der Altstadt.
Man kam im Siebenerbus, Zug oder sonstwie an der Espritarena an, die ja eher nach modernem, schicken Fußball aussieht, denn nach Nostalgie, Schweiß und Tränen, und man fühlte sich gleich positiv gefangen im neu erwachten VfL-Fieber: Dazu sollte der Westschlager Emotionen wecken, es war wieder Rheinland gegen Pott. Die Stimmung der 3000 Bochumer stellte sich als sehr euphorisch heraus, die Düsseldorfer machten nur in ihrem Ultrablock Stimmung. Der Rest der angereisten Landeshauptstadt schwieg lieber nobel. Noblesse oblige‘. Man hat den Eindruck, das große Aufstiegsfieber von 2012 gibt’s in der Form nicht mehr.
Hatte Dutt noch zum seinem Debüt noch in Heidenheim verloren, so gewann er gestern zum dritten Mal auswärts in Serie. Das gabs mal 2007/2008 mit Epalle‘. Bochum ist 6 der Zweiten Liga. Und hat die Castroper haben nun heute mittag nur noch 5 Punkte auf den Dritten Kiel.
Ingolstadt, Sandhausen und Düsseldorf wurden 0-1, 2-3 und 1-2 besiegt - und diesmal war es nicht der dreifache oder zweifache Hinterseer, der scorte, diesmal trafen Eisfeld und Kruse ins Netz von Fortuna.
Bochum musste das erste Düsseldorfer Strohfeuer überstehen, ehe man Kontrolle gewann über das zerfahrene Spiel nach 15 Minuten und nach Eckenstatistik führte. Doch die erste Halbzeit war spielerisch von beiden Teams überschaubar; Düsseldorf drückte zwar, aber man hatte auch den Ball und wirkte dabei sicherer, ohne – wie so oft – torgefährlich zu sein. Diese Stellschraube löst auch Robin Dutt nur sehr sehr langsam.
Doch dann verebbte der Spielwitz und die Stimmung beim Pausentee war nicht wie 1. gegen 8., sondern 10. gegen 12.
Doch dann nahm das Spiel fahrt auf. Wieder kam die Fortuna und hatte dicke Chancen. Einmal krachte ein Ball an die Latte, einmal musste Verteidiger und Torwart retten: Es blieb beim 0-0. Wieder holte sich Bochum die Spielkontrolle zurück und die Elf von Dutt, Schindzierlorz und Kaenzig in Blau wurde immer gefährlicher. Als Eisfeld für Tesche klam, setzte der erfahrende Dutt auf Offensive und hatte das Momentum für sich. Und das macht eben den Unterschied zu Rasiejeweski aus oder Atalan, der Mann vermittelt Ruhe und strukturiert, die Spieler folgen ihm.
Eisfelds 0-1 lies beim 0-1 Extraklasse aufblitzen und der Jubel der über 3000 Blau-weißen Fans war eine Erlösung.
Das 0-2 durch Kruse folgte und nun meinte man gewonnen zu haben. Doch nun kam die Stunde des Schiris. Konnte einem der Meister von 1933 bis dato nichts anhaben, so gab der Schiri einen Elfer zu Ehren der Bukake- Crew. 1-2 und nun wurde es 10 Minuten sehr hektisch, weil die Hausherren noch einmal alles in die Wagschale warfen. Soares war schon raus, Sam folgte und dann kamen Ayhan und Eisfeld aneinander. Das war nicht gut, doch ein Gelb hätte gereicht. Doch der Schiri gab beiden gelb-rot und sorgte für einen echten Auftritt in einem bis dato sehr fairen Spiel. Völlig unnötig wurde es nun hektisch und Bochum hatte ein bis zwei Male das Glück des Tüchtigen. Das 1-2 lässt Bochum 6 Punkte an die Relegation heranrücken und nach unten hat man nun ebenfalls 6 Punkte Abstand.
Doch das sind nur die Zahlen. Der dritte Sieg in Serie war eine Riesenerleichterung, die Fans versöhnten sich mit Team und Verein und wir hatten alle einen tollen Abend in der Altbierstadt, wenn man von der Polizei gelassen wurde.
Ich bin sehr zufrieden mit der Wandlung des Teams durch einen guten neuen Wind in Form von Robin Dutt und freue mich umso mehr Freitag auf den letzten FCK. Und auch da werden wir uns schwertun. Wenn wir am Ende wieder siegen, wäre mir das schnurzpiepegal.
Nicht nur ich bin wieder da, der VfL ist wieder da und greift vielleicht sogar ganz oben an, um sich unten zu retten.
Das ist verrückt, aber wahr.
Tom;CB‘93

Anfang vom Ende

11. März 2018

Am Samstag trafen die Mannen von Robin Dutt auf das Team von Markus Anfang aus Kiel.
Ehrlich gesagt war mir Holstein Kiel nie ein richtiger Begriff und meine naheliegenste Assoziation war das Spiel des FC Südabrarup gegen Holzbein Kiel aus dem ersten Werner-Film.
Obwohl die Kieler allgemein als „Störche“ bezeichnet werden, hatten sie doch eine Drecksau dabei, nämlich Dominic Peitz. Ein Spieler wie einst Bernd Hollerbach, Uli Borowka oder Maik Franz, allerdings ohne deren fußballerisches Können. Ständig am Reklamieren, ständig am Treten, ein Unsympath auf dem Feld, quasi der „Enforcer“ im Fußballteam der Holsteiner.
Kiel vor dem Spiel erst 11 Spiele ohne Sieg, dann aber Duisburg mit 5:0 weggehauen.
Bei den Bochumern nur eine Änderung, Tesche hatte Rücken, dafür Janelt im defensiven Mittelfeld.
Das Commando bereitete sich musikalisch breitgefächert auf das Spiel vor, sowohl zu den Klängen der Ramones als auch von Vega. Punk, Fußball, Gewalt, Pathos, da sollte doch was gehen.
Am Sky-Mikro mal wieder Ulli Potofski, das Kommentator-Urgestein, das zwischen der Moderation von Anpfiff auf RTLplus bis zu Let’s Dance schon so einiges mitgemacht hat. Und dem das Klischee des Ruhrpotts so gut gefällt, dass unsereins nach seinen Beschreibungen der Menschen im Stadion, der Fans des VfLs und den Leuten im „Pott“ im Allgemeinen etwas verstört in den Kleiderschrank guckt, ob da nicht doch Bergkittel und Arschleder hängen anstatt Anzug und Casual Wear.
Das Spiel begann auf Seiten der Bochumer durchaus gefällig, in der 5. Minute die erste Chance durch Danilo nach Vorarbeit durch Kruse. Hier war dann auch leider das größte Problem des heutigen Tages zu sehen: die weiterhin mangelhafte Chancenverwertung.
Dann, in der 7. Minute kommt Stöger nach Vorarbeit von Losilla zum Abschluss und murmelt das Ding irgendwie rein, 1:0 gegen die vorher durchaus favorisierten Kieler.
Auch danach Bochum zweikampfstärker und irgendwie zwingender als der Gegner aus dem hohen Norden. 22. Minute, Kruse, der frei auf Hinterseer spielen will (oder auch nicht), was nicht klappt.
Zwischenzeitlich erledigt Peitz seinen Job und pöbelt beim Offiziellen; auch Hinterseer erfüllt leider die Erwartungshaltung und vergibt in Minute 26 erneut.
Nach der Halbzeit ein offenes Spiel bis zur 57. Minute. Da hat Losilla – auch wenn es mathematisch nicht sein kann - eine 110%ige Chance zum 2:0.
Leider war diese Chance auch der Wendepunkt, quasi der Anfang vom Ende.
In der 61. Minute passiert, was Mannschaften „unten drin“ so passiert: Kiel kommt zu seiner gefühlt ersten guten Torchance im Spiel und nutzt diese in Form vom Duksch zum 1:1.
Kiel danach mit viel mehr Zug zum Tor und neuem Selbstvertrauen.
In Minute 76 dennoch ein Geschenk der Kieler in Form einer Großchance durch einen Freistoß nach Rückgabe an den Kieler Torwart, auch hier tritt Stöger nicht das Tor, sondern Schmidt.
Insgesamt gehört Kiel die zweite Halbzeit und kommt im Folgenden immer wieder gefährlich vors Tor.
Am Ende verbleibt es bei dem dann doch leider gerechten Unentschieden, was uns nicht richtig weiterbringt.
Dutt macht angesichts des Chaos der letzten Wochen einen sehr guten Job bis dato, das Spiel der Bochumer wirkt viel planvoller als vorher, die Mannschaft scheint mitzuziehen, auch kämpferisch hat mir das alles sehr gut gefallen. Allerdings muss an der Chancenverwertung gearbeitet werden, was naturgemäß relativ schwierig ist. Leute wie Hinterseer und Kruse haben in der Vergangenheit ja bewiesen, dass sie grundsätzlich Tore schießen können, warum es aktuell nicht reicht, ist wohl eher eine Frage des Kopfes als der taktischen Ausrichtung. Hoffentlich reichen die Bemühungen, um am Ende um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Benny, CB 93

Dutt, Locke der Boss und der traurige Neffe von Hansi Hinterseer

5. März 2018

Der VfL musste diesmal zum vermeintlichen „Topspiel“ am Montag in den Ingolstädter Audi-Sportpark. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verirrten sich nur wenige Zuschauer (ca. 7.000), um das Spiel des Tabellen-11. gegen den 16. zu verfolgen.
Ganz ehrlich, da bekommt selbst der „Wichser von Gelsenkirchen“, der am Wochenende den eisigen Temperaturen in der Turnhalle trotzte und sich auf das Spiel auf ganz besondere Art und Weise einstimmte, indem er – nun ja – den Zyklopen zum Weinen brachte, Schwierigkeiten mit seiner Standfestigkeit.
Der VfL vor dem Spiel noch ohne eigenes Tor unter Dutt, allerdings mit aufsteigender Formkurve gegen Nürnberg.
Hinterseer ersetzte Wurtz, ansonsten war die selbe Truppe auf dem Feld wie gegen die Crystal Meth-Freunde aus der Stadt mit dem Weihnachtsmarkt.
Ingolstadt zwar auch nicht richtig stark in der Saison unterwegs, allerdings immer noch mit der realistischen Option zumindest Platz 3 nicht aus den Augen zu verlieren. Dies sagt viel über diese Liga aus, die weiterhin komplett unberechenbar ist.
Im Spiel eher fahriger Beginn auf beiden Seiten mit leichten Vorteilen auf Ingolstädter Seite. Erste Chancen ergaben sich dann auf Bochumer Seite um die 10. Minute rum, kurz darauf hat Hinterseer die große Chance zum Führungstreffer in Minute 14; alleine vorm Tor in aussichtsreicher Position… in die Arme vom Torwart. Hier kam das alte große Manko dieser Saison zum Vorschein: Die absolut mangelhafte Chancenverwertung. Dies sollte sich in der Folge auch fortsetzen. Sam fiel positiv als Aktivposten auf, der viel ackerte und auch technisch zu gefallen wusste. Dann, in der 27. Minute ein (irgendwo berechtigter) Elfer für die Schanzer.
Kutschke tritt an, doch Riemann aka Locke, der Boss pariert locker den schwach geschossenen Elfmeter. Kutschke zum zweiten Mal hintereinander ohne Erfolg vom Punkt aus.
Dann in der 31. Minute macht Tesche, der Verursacher des Elfmeters, das, worauf Robin Dutt schon lange gewartet hat: 1:0 und damit das erste Tor unter Dutts Ägide.
War das der erhoffte Brustlöser? Sollte jetzt die Bestie erwachen? In der Folge kommt der VfL in Hälfte 1 zu der ein oder anderen Chance, ohne dass es zum zweiten Tor reicht. In dieser Sturm-und-Drang-Phase wirkte Hinterseer oftmals wie das traurige Gegenstück zu seinem Onkel Hansi. Dem Ex-Ingolstädter will einfach vor dem Tor nix gelingen, allerdings ist er da in Bochum in guter Gesellschaft.
Das Spiel insgesamt eher ruppig, typischer Zweitligafußball vor einer Drittligakulisse, was aber eher der Heimmannschaft geschuldet ist. Respekt für die 300 Unentwegten, die den Weg nach Ingolstadt am Montagabend gefunden haben.
In Halbzeit 2 dann eher Vorteile für Ingolstadt, ohne richtig zwingend zu sein. Günduz kennt leider die Abseitsregel nicht in all seinen Verästelungen.
Der Abpfiff dann Genugtuung.
Insgesamt ein glücklicher Sieg, der – gerade vor dem Hintergrund der anderen Ergebnisse – überlebenswichtig war.
Man hat heute gesehen, was da grundsätzlich für ein Potenzial in der Truppe steckt. Gerade das Umschaltspiel sieht in Teilen ganz passabel aus, auf der anderen Seite bleibt der Abschluss weiter das Sorgenkind.
Dutt hat es geschafft nach den Chaostagen sportlich für etwas Ruhe zu sorgen, die Mannschaft – dabei bleibe ich – hat das Potenzial um ausreichend Punkte gegen den Abstieg zu sammeln und den Worst Case zu vermeiden.
Das Spiel selbst hätte den Berliner Palmenschüttler vermutlich nicht zum Höhepunkt getrieben, aber wer weiß, was die nächsten Spiele bringen….

P.S.: Heute mal einen Gruß an Tom, der an dieser Stelle immer fleißig Grüße verteilt.

Ich bin dann mal weg

18. Februar 2018

Liebe Leute,

kurz ein paar Zeilen in eigener Sache: Nach dem Nürnbergspiel werde ich meine Berichterstattung hier - und damit auch auf beiden Seiten - für 4-6 Wochen einstellen, werde auch in dieser Zeit keine VfL-Livespiele besuchen können. Der Grund ist simpel und banal; ich ziehe um, Arbeit (Abi 18), 2 Kinder, schaff ich leider in dieser wichtigen Phase nicht mehr zusammen mit den Artikeln und meinen geliebten Auswärtsspielen.

Das wird mir sehr fehlen, der VfL, ja auch dieser in dieser schwierigen, zerrissenen Zeit, das Schreiben über den Verein. Aber es ist nun mal so, die Zeit ist begrenzt, und letztendlich gibt es nur ein Ziel: Umzug (;-) ähm: den Abstieg in die Liga Drei irgendwie vermeiden !!! Ich zünd auch mal ‘ne Kerze im Dom an, wenn das hilft. Ich hab ja gehört, hilft eher nicht. Es würde helfen, wenn wir wieder alle (!) irgendwie am Ende zusammenstehen, zusammen in dem Sinne, dass jeder (!!) von uns da hilft, wo es dem VfL hilft, die Klasse zu halten. Da bin ich persönlich jetzt raus, aber das ist reiner Zufall und es spielt auch keine Rolle. Es sind noch genug Leute aller Fraktionen da, die dem VfL die Klasse erhalten, die Gräben wieder zuschütten und uns nächstes Jahr gegen Köln oder HSV zumindest ‘ne kleine theoretische Chance ermöglichen. Dann wären wir wieder der kleine David gegen Goliath, eine Rolle, die uns sicher mehr läge. Aber vorher müssen wir zusammen anpacken, jeder für sich, Gott für uns alle - oder so.

Ich werde das Schreiben und Euch vermissen, bis im Mai. “Lets rock the

Tom;CB’93

Spiegel der Saison

16. Februar 2018

Der VfL hat mit seinem neuen Cheftrainer Dutt bei dessen Premiere in Heidenheim äußerst unglücklich 1-0 verloren. Ganz sicher hätte sich der Heidenheimer FC nicht beschweren können, wäre das 1-1 gefallen oder hätte der reguläre 1-0 nach 5 ;minuten gezählt. Aber drauf geschissen auf das “Hätte”, Bochum verlor 5 der letzten 6 Spiele, vier davon ohne eigenes Tor. Da liegt der Hase im Pfeffer, darum stehen wir ganz unten drin. Und so kann man absteigen, auch weil irgendwie der letzte Biss zu fehlen scheint.

Der VfL begann in der Sieg-Formation von Heiko Butscher gegen Darmstadt und hatte harmlose Heidenheimer voll im Griff, spielte schön über links, dann in den Rückraum und Lukas Hinterseer traf wie gegen die Lilien ins Tor des Gegners. Die gefühlt 16-Jährigen Assistenten des Schiris, sprich einer davon, hatte seine Fahne verwirrt oben, das 1-0 für Bochum zählte also nicht, obschon es völlig regulär war. Wie in Dresden eine krasse - und in der Situation wichtige Fehlentscheidung gegen Bochum.

Doch vor 10.000 Zuschauern auf der Ostalb hatte Bochum weiterhin alles im Griff, drückte auch auf das Tor von Keeper Müller, aber es fehlte der Punch - und überhaupt die Chance, die zum Strike hätte führen könnten. Kruse hatte einen noch rabenschwarzeren Tag als der glücklose Hinterseer.
Aber 20 Minuten war Bochum optisch überlegen und man dachte, ach ja, irgendwann machen die bestimmt das 0-1. Aber kein Team hatte eine Torchance, obwohl die Westfalen gefällig spielten. Der FCH spielte irgendwann auf rechts, Kruse trabte hinterher, ein Roter setzte sich an der Außenlinie durch, Flanke auf den kurzen Pfosten und Riemann und zwei Blaue wollten nicht so recht hin. Dann kam Verhoek und machte das 1-0, Jubel wo vorher Schweigen war. Coach Schmidt musste selbst schmunzeln, kamen die Ostalbler zur Führung wie die Jungfrau zum Kind. Zwar sollte Riemann seinen Bock später wegmachen, doch auch sowas entscheidet halt zZ Spiele gegen uns. Auf der anderen Seite parierte Müller gegen Sam ganz groß und Bochum hatte nun 2 Möglichkeiten zu netzen, aber tat sich schwer, wie jemand, der Orangen erst mit Glasreiniger einsprüht, bevor er sie schält.
So ging man unverrichteter Dinge zum Pausentee und das Duo Dutt/Butscher sowie Kaenzig hofften auf einen Dreher wie gegen die Nordhessen vor Wochenfrist. Aber das 2-1 war da ein Eigentor und den Gefallen taten die Roten heute nicht.
Sie liefen und foulten, standen eng und Bochum kam auch nicht mehr so agil aus der Pause, wie man davor gewesen ist. Heidenheim ließ nun wenig zu und Bochums Team hat die Eigenschaft, dann eben nicht das letzte rauszuhauen, um sich aus einer solchen Umklammerung zu befreien. So plätschert es dahin und die neuen Serra, Gündüz, Wurtz und Co. machen eben alles nur kein Tor. Und hier nun das Problem, dass wir seit dem Teroddeabgang haben: es keiner mehr so richtig zielsicher. Im Gegenteil, nach Diamantakos, Wurtz und Hinterseer, ist nun Kruse in der Torkrise. Serra hat eine gute Aktion, auf die meist eine schlechte folgt. Sam zeigt nun sein Potential, doch auch er macht keine Hütte, obwohl er nun endlich was zeigt.

In der Voitharena hatte man von der 70.-88. Minute nicht das Gefühl, dass Bochum den allerletzten Willen aufbringen kann, um das Spiel noch zu drehen.

Und dann kamen sechs Minuten, wo Bochum noch mal alles reinwarf, Riemann war vorne, Stöger verteilte die Bälle, aber der Ball wollte nicht rein. Bochum verlor unverdient, aber der VfL verlor.

Jetzt kam man philosophieren, was gewesen wäre, wenn uns die Schiris kein Ei reingelegt hätten, und ob uns Nürnberg mehr liegt.

Wahr ist auch, bleiben wir so harmlos im Sturm, steigen wir ab. Wir haben vor allem die Torgefahr ausgegliedert, hinten machen wir immer 1-2 Fehler, das reicht für eine schlimmer Rückrunde.

Heidenheim ist nun 8., Bochum rutscht in die Relegtion und der Gästeblock sah überschaubar aus.

Gegen den Club muss gewonnen werden, sonst wird es ganz ganz finster an der Castroper und wenn wir in der Relegation gegen Wiesbaden ran müssen, gegen HRO oder den KSC, ja dann gute Nacht Marie.

Tom CB’93

Mum bun

14. Februar 2018

Aschermittwoch sollte in Bochum nicht nur einiges vorbei sein; es beginnt auch vieles neu an der Castroper Straße. Zunächst mal hat der VfL einen neuen Cheftrainer, den Robin Dutt, der zusammen mit dem (seinem) Co-Trainer, Heiko Butscher, den VfL sportlich retten soll. Das ist die wichtigste Personalie gewesen. Gegen Darmstadt gelang Bochum ein glücklicher Kampfsieg des Willens und der Einstellung, doch das wird aber nicht immer reichen. Das könnte schon in Heidenheim eng werden.
Dafür möchte Neutrainer Dutt Blockaden lösen, tiefe Gräben etwas zuschütten und dosiert Neuerungen einführen. Auf der PK machte der Traineroutinier, der sich im Internet viel Skepsis hätte gegenüber sehen können, eine sehr gute Figur und verbreitete flux Hoffnung. Sesi, der den Job von Hochstätter fest übernehmen soll als Sportchef, ist der nächste neue Fixpunkt am Bochumer Firmament. Dazu kommt nun auch für den kaufmännischen Bereich I. Kaenzig, der Wilken Engelbracht ersetzen soll. Diese Besetzung wurde vorab ebenso sehr kontrovers diskutiert, weil besonders von Ausgliederungsgegnern vermutet wird, dass diese spezielle Personalie, dazu dienen könnte, chinesische, ausländische oder nicht-lokale Finanzinvestoren zu locken. Dazu ist es natürlich klar, dass drei-vier Neubesetzungen, im AR, Trainerstab und im Sportdirektorenbereich, die Position des AR-Vorsitzenden wieder festigen sollen. Er, der Herr Villis, wurde von den verschiedenen Fraktionen der Opposition ins Visier genommen, weil er das Erfolglosduo 2017/2018 Hochstätter/Rasiejewski zu lange stützte. Die Ursache ist nun beseitigt, doch auf Plakaten und Im Netz bleiben die Forderungen der Gegner weiter präsent. Es fehlen aber noch Stimmen zur aoMV.
Umgekehrt ist die Opposition ebenfalls nicht unumstritten bei den anderen VfL-Fans. Sowohl die Einzelpersonen (Gerrit, Andreas usw.) stehen im Fokus des Interesses der Nichtopposition und da sind da die Ultras und Themen um sie, erfreuen sich seit jeher eines regen Interesses. Alles dies geschieht vor dem Hintergrund einer sportlich präkeren Lage.
Dieser neue Anfang beim VfL ist notwendig gewesen, das steht außer Frage. Doch nun wird es zunächst mal darum gehen, sportlich wieder auf irgendeine Erfolgsspur zu kommen und die Klasse zu halten – da sind wirklich alle gefragt, an einem Strang zu ziehen. Das Spiel Freitag auf der Ostalb wird also ein wichtiger Check und dann das Heimspiel gegen den Club ebenfalls bedeutsam, ob das fragile Gebilde hält.
Aber, trotz Vorfreude schlägt den neuen einzelnen Protagonisten von Dutt bis Kaenzig Misstrauen entgegen, die unverfängliche Freude vor der Saison ist total weg. Im Gegenteil scheint es so zu sein, als wäre es eher darum gegangen, neue Leute vorab zu zerreden und nicht allen nimmt man ab, dass sie sich wirklich freuen, dass alles jetzt so schnell ging. Auf der anderen Seite, die die immer beschwichtigen und schlicht Leute, die endlich Ruhe wollen.
Die außerordentliche MV und ähnliche Themen (der Platz, den die Ausgliederungsgegner noch nicht gefunden haben) werden weiter gelöst werden müssen, um einem Team, was noch keine Mannschaft darstellt, gemeinsam einen Weg zu weisen.
Robin Dutt wird Gespräche führen müssen mit den Spielern, die er schon kennt (Kruse, Sam,…), aber auch denen, die wieder dabei sein werden (Perthel, Bandowski, Gündüz, Serra). Er wird Woche zu Woche seine Strukturen entwickeln, damit der VfL Bochum im letzten Saisondrittel endlich als innere und äußere Einheit auftritt und „den Chaosclub-Auftritt“ der SPD ähm. der Hinrunde bis zum Mai negiert.
In Heidenheim trifft Bochum auf das komplette Gegenteil zu sich selbst zur Zeit: Unter Sympathikus Schmidt ist der gleiche Trainer seit 8-9 Jahren tätig, Mark Schnatterer nervt die Gegner mit Toren und nicht wie Bastians einst seine eigenen Mitspieler (trotz 5 eigener Tore). Heidenheim ist wohlsituierte Provinz, schulden- und skandalfrei, will aber auch nicht so dar stehen wie Bochum – vom selbst ernannten Aufstiegskandidaten zum Fastabsteiger.
Das Kollektiv von der Ostalb machte es schon im Hinspiel dem VfL unter Atalan schwer: 1-0 Führung durch Kruse, dann schlug der FCH zweimal zurück und drehte das Spiel zu unserem Ungunsten. Eines der wenigen Spiele, wo der VfL mal führte.
Für die Fans ein übles Gegurke Freitags die A7 runter, es wird kalt und hart zu punkten. Zeigen wir Eier und holen weiter Punkte.
Tip: 1-1
VfL Bochum
Riemann – Gyamerah, Hoogland, Fabian, Danilo Soares (Celozzi) – Losilla -Tesche, Stöger – Sam , R. Kruse (Wurtz), Hinterseer (Serra)

1. FC Heidenheim (Hinspiel)
Ke. Müller – Busch (58. Thiel), Kraus, Beermann, Feick – Mat. Wittek – Griesbeck, Dovedan – Halloran (46. Titsch-Rivero), Schnatterer – Glatzel (71. Pusch)

Tom, CB‘93

Neu geboren

10. Februar 2018

Der 2-1 eminent wichtige Sieg des VfL Bochum im Kellerduell gestern ließ 14.000 Herzen hüpfen. Was war das für eine Dramaturgie! Bochums Interminscoach Heiko Butscher hatte eine Aufstellung von 11 Routiniers gewählt, weil zwei Tage nach der Doppelentlassung Hochstätter/Rasiejejewski die Nervenkstostüme stabil sein mussten und niemand eine nordhessische Fastnachtsvariante sehen wollte.

Darmstadts Trainer Schuster war ja in PK für das Spiel anzumerken, dass er genau wusste, was ihn Ruhrstadion erwarten würde und das war nicht nur der eisige Wind.

Die Stimmung war befreit, weil der Mühlstein Hochstätter nicht mehr an den Herzen der Leute hing. Und daher gab’s zu Bochum von Grönemeyer eine Schalparade, die Ultras hatten auf der Nord im Block I zunächst schweigend Platz genommen. Doch so gut die Stimmung generell auch dennoch war - trotz des fehlenden Supports aus dem Herzen der Ost - Darmstadt war defensiv hoch wachsam auf dem Feld. Das Orange leuchtete und hinten stand man mit Großkreutz, Bregerie und Co sicher, davon hatte sich eine zweite Kette positioniert. Und Bochums Routiniers von Riemann, Fabian über Tesche, Stöger bis Sam und Hinterseer kamen nicht durch, wie sehr sie sich auch mühten. Es war ein taktisch geprägtes Kampfspiel, bei dem die Torgefahr vor allem in der 1. Halbzeit fehlte, dennoch pfiff niemand.

Die UBs entrollten zwei Plakate auf der Nord, die weiterhin eine außerordentlich MV forderten und klarmachten, auch nach der Doppelentlassung, wollen die Gegner der Ausgliederung auch die Zusammensetzung des AR thematisieren.

Währenddessen waren die Lilien bei Standards brandgefährlich und köpften 2-3 sehr knapp an Riemanns Kasten. Man ging mit 0-0 zum Pausentee und alles war sehr offen, allerdings hatte Bochum weiterhin kaum klar Torchancen.

Und dass der VfL ein Heimsieg brauchte, wurde klar, als man den FCK gegen Kiel führen sah. Und dann kam es wie es kommen musste, wenn man vier Spiel verloren hatte: Darmstadt machte nach einer Stunde das 0-1 nach einem Standard: Romain Bergerie traf zur Führung der Gäste und gefühlt wurde es jetzt noch kälter im halbvollen Stadion.

Das war der Moment, wo fast alle Bochumer, Fans, Verantwortliche und Spieler helfen wollten, aber letztendlich das Team sich nur selber helfen konnte. Hinterseer und Stöger hatten 1-2 Situationen, doch in der 66. Minute war es endlich soweit: ein Abpraller fiel vor die Füße von Hinterseer und er machte das verdiente 1-1. Ein Torjubel wirkte wie eine Erlösung. Nur die Ultras entschieden sich weiterhin zu schweigen. Und das ist eine gefährliche Gratwanderung zwischen konsequenten und berechtigtem Protest und einem Wimpernschlag zum sich Isolieren vom Rest der Fans. Hier verpaßte man eine gute Möglichkeit sich wieder aus der Protesthaltung wieder an die Spitze der Stimmung zu setzen.

Und Bochums Team machte dennoch weiter und Hinterseer verfehlte das Tor von Heuer-Fernandes nur knapp. Das 2-1 fiel dann per Eigentor von Holland, wie es nur passiert, wenn man wie 98 nur einen Sieg in den letzten 14 Spielen gegen Pauli hatte. Scharfe Flanke von links, Holland per Kopf und der Ball fliegt in den Kasten. 2-1 und wieder fielen Steine von den Herzen.

Bochum hatte im Kellerduell das 0-1 relativ fix gedreht und wie eine gute Medizin zwei Tore gemacht, die ersten 2018. Da war man sowas von froh und ich hatte dann ein so gutes Gefühl, dass ich Bier holen konnte. Der Kambodschamann war ja auch irgendwie erleichtert.

Der Rest war Jubel. Bochum zeigte keinen guten Fußball gegen gestaffelt stehende Lilien, aber unbedingten Willen und genau das hatte Heiko Butscher angekündigt.

Nun kann Sesi sich auf Trainersuche machen und Villis denkt hoffentlich mal ehrlich drüber nach, was 2017/2018 so alles falsch entschieden wurde und zu so einer schlimmen Situation geführt hat.

Es ist Zeit für Gespräche und verpasste Chancen kann man am besten damit “heilen”, dass man neues Chancen nicht wieder verpasst.

Tom,CB’93

P.S.: Grüße an die Klüngels Kerstin, Stephan und Julien