In der Hitze der Nacht

27. August 2016

Was war das heiß gestern. Ker du. Aber auch das Duell Bochum gegen Hannover ist hitziger als das schnöde 1-1 Endergebnis suggeriert. Vor fast 20.000 Zuschauern hatten beide Teams die Chance, mit einem Sieg sich nach ganz weit oben festzusetzen und beide Mannschaften wollten das auch. Am Ende hieß der Sieger des Abends Stuttgart.
Eigentlich hätte dieser Traumabend mehr als 20.000 Zuschauer verdient gehabt, auch die Hannoveraner hatten nur 2000 Leute mit. Hannoi war da auf der West. Wir Muchachos hingegen hatten gegrillt, dann war der Weg ins Stadion bei meinen Mitfahrern von Alkohol begleitet, die Sonne brannte, eigentlich war alles angerichtet für einen Traumabend - und hätte Wurtz auch sein zweites Ding gemacht, dann wäre es perfekt gewesen. Hätte hätte …Fahrrad….kette.
Nach der Pokalpleite in Walldorf ging es beim VfL Bochum natürlich um einen Heimsieg, aber es ging auch darum, die Fans nicht mit einem weiteren Leistungsdefizit bzw. mit mangelnder Einstellung zu verunsichern. Es gelang, die Fans zu überzeugen, dass diese Mannschaft will. Verbeek hatte bis auf Mlapa seine vermeintlich erste Elf auf dem Rasen und diese hatte es schwer gegen den Absteiger, der Topfavorit auf den Aufstieg ist. Hannover war vor allem in den Zweikämpfen trotz seines niedriegen Druchschnittsalters sehr souverän.
Trotzdem begann Bochum nach 5-10 Minuten frech zu werden. Die Chancen zum 1-0 des VfL waren dennoch überschaubar. Die Roten störten den Spielaufbau des VfL konsequent und Blau-Weiß musste sich immer wieder mühsam frei spielen. Bis zur 25 Minute spielte dennoch eher der VfL als 96. Das änderte sich Mitte der 2. Halbzeit, dann kam die Sicherheit der Niedersachsen zum Vorschein. Bochum hat noch nicht das Laufspiel des letzten Jahres und wurde nach hinten gedrückt. Gegen Harnick, Fossum oder Füllkrug musste Riemann zeigen, was er drauf hat. Nach den schlechten Spielen gegen Union und Astoria spielte er gestern Weltklasse. Ohne ihn wäre ein 0-0 nicht möglich gewesen. Die VfL-Fans machten nicht nur gute Stimmung, sie konnten in der Pause am Bierstand aufatmen. Insgesamt sahen die Zuschauer ein spannendes, umkämpftes und abwechselungsreiches Spiel. Im Gegensatz zum 6-0 der Bayern gegen Bremen danach, sah man hier zwar keinen Topfußball, aber das Spiel war jederzeit aufregend, da es in jede Richtung kippen konnte.
Und in der 2. Halbzeit kamen die favorisierten Leinestädter noch mal mächtig auf, hatten aber wie in der 2. Halbzeit keine Effektivität im Abschluß. Da hatte ich mehr von Hannover erwartet. Bastians und Riemann als Türme in der Schlacht, der Marler Hoogland mit massiven Problemen hinten. Der neue Pole könnte da eine Alternative sein, bis Fabian wiederkommt.
Vorne hatte Quaschner gegen Sane’ null Schnitte und so wurde irgendwann Wurtz auf den Pin gestellt, weil ja Mlapa eine “rückenbedingte” Kopfauszeit hatte gestern.
Nein, das 1-0 war ein toller Konter und Wurtz vollendete großartig, so dass ich einen Jubelcut bekam. Und der tat garnicht weh. Blöd nur, dass Bochum keine Minute die Führung hielt, die sicher ein wenig das Spiel beruhigt hätte. So war es Sane’ vorbehalten, das 1-1 zu machen, er war eh der beste Rote (wenn er das dank WOB oder Köln noch lange ist).
Doch Wurtz lief nochmal auf Tschauner zu und das 2-1 wäre die Krönung des Abends gewesen, allein diesmal hielt der Ex-Pauli-Keeper. Schade. Das wäre es gewesen. So musste ich feststellen, der Kambodschamann, hatte gar kein Kambodschatrikot an. Verrückt.

Nein, Riemann hatte zwei Chancen gegen Harnick und Co sich in absoluter Spitzenklasse zu präsentieren und ein umgekehrtes 1-2 zu verhindern und man trennte sich verdientermaßen Remis. Hannover wirkte komischerweise reifer und Bochum entschlossener.

Aber gefühlt ist es das xte Spiel, in dem Bochum eine 1-0 Führung ein 1-1 Ausgleich folgen lässt. Man schafft es nie auf 2-0 zu spielen, diesmal war der Gegner extrem spiel- und kampfstark, so dass das 1-1 fast alle zufrieden stellte, vor allem aber die Art und Weise des Spiels. Aber ein Heimsieg hätte uns dennoch gut getan, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Dazu wurde der emotionale Dammbruch verhindert, man geht in die Länderspielpause (Ciao Schweini und Poldi) mit dem Gefühl;es war ein guter, aber kein optimaler Start des VfL. Hochstätter wird sicher noch nach einem Stürmer schaun, denn Quaschner und Mlapa bekommen insgesamt zu wenig gute Bälle von den Flügeln, sind andererseits auch zu schwach im Abschluß.

Und nun freuen wir VfL’ler uns einfach über ein schönes, entspanntes Wochenende mit Sonne und Bundesliga. Man lebt nur einmal.

Tom;CB’93

P.S.: Der Kambodschamann stellte fest, dass die Werbebande hinter dem Tor spielstrategisch gegen gegnerische Elfmeterschützen eingesetzt werden könnte. Oha. Satan.

Der Achte Mai 2010

25. August 2016

Einer der schönsten und einer der bittersten Momente der langen Bochumer Vereinsgeschichte verbinden wir VfL’ler mit Hannover 96. Da ist erst mal 2004 und unsere zweite Qualifikation zum Europacup. Es war die beste Heimsaison ever und der größte Erfolg, den der VfL je hatte - unter Peter, das muss man ja sagen….nur so konnte das Lüttich-Trauma folgen. Und 2010 endete es denkbar übel, vier Trainer, ein Punkt aus zehn Spielen - und das desaströse 0-3 gegen die Roten. Seit dem spielt der VfL nicht mehr Bundesliga und wenn die Eindrücke vom Pokalaus am Sonntag in Walldorf was zu sagen haben, bleibt das auch 2017 so.
Bochum startete ohne eine ganze Offensive von letzter Saison relativ gut, konnte aber das Fehlen von Terodde, Habere und Terrazzinno sowie Bulut nur mühsam überdecken. Und in Walldorf ging auch die bis auf Fabian komplette Offensive baden…..das lag nicht nur am frisch gesprengten Rasen oder am warmen Wetter, es lag an Arroganz, Überheblichkeit oder fehlender Einstellung der Spieler - bei diesem Spiel. Zwischen Verbeek, Hochstätter und dem Team dürfte es diese Woche “gefunkt” haben. Und Freitag wird es heiß wie heute.

Doch was bleibt Verbeek übrig - außer schimpfen und Fragen ablehnen (PK)? Merkel so reinwerfen - gegen einen gnadenlos chanceneffektiven Gegner oder auf Gündüz warten? Es nochmal mit Quaschner versuchen oder auf Wurtz oder Saglam bauen, während Hannover auf Harnick, Füllkrug oder Fossum setzen kann? Vielleicht kommt ein Neuer….

Er, der NL-Trainer wird sicher auf sein System setzen, auch wenn es in der Vorbereitung und Sonntags total neben der Kette hing. Stendal hatte zwar auch ein 2-2 beim Viertligisten am Wochenende, aber eben wieder ein 2-3 erreicht, vorher ein 1-3 und 0-4 in der Liga: 96 ist brutal effektiv ohne spielerisch zu glänzen und so hoffe ich, dass es auch Freitagabend in der Sommerabendwärme nicht passiert, dass die Niedersachsen sich qualitativ warm spielen.

Ich befürchte viel eher, wir - die Spieler in Blau-Weiß- werden wieder die richtige Einstellung haben, wir werden auch was nach vorne tun, aber ohne Knisper bleiben wir spätestens an Tschauner hängen. Aber es wäre ja was über 23.000 Leute zu begrüßen, um zu sehen, ob die Roten es besser machen als der VfB jüngst oder ob der VfL doch das bessere System hat, obschon beide ja formell ein 4-2-3-1 spielen.

Man weiß ja nie, wie es ausgeht und ich neige ja zu eh Zweckpessimismus oder statistischen Daten wie einem klassischen 1-1, aber nein, es wird ein 1-3 und Bochum wird hart in eine Länderspielpause geschickt, wo Pokalgeld genauso fehlt wie Überzeugung. Verbeek ist ein Fuchs, aber er hat begrenzte Mittel und er braucht Zeit.

Ich würde gerne was anderes schrieben, aber ich sehe keinen echten sachlichen Grund (ok, man tippt ja immer irgendwie Heimsieg!), warum wir Freitag 2-1 siegen sollten, außer das (kleine) Wunder immer wieder passieren, auch die guten. Und es ist ja immer alles möglich, siehe Island, Darmstadt oder Leicester!

Also, kommt, trinkt und möge das geschehen, was der Fußballgott will. Und wenn nicht trinkt mehr Fiege!

Ach ja, doch, mir fällt was ein, wir sind heimstark……und hey, es ist Zeit Rache zu nehmen, Herr Schmiedebach, Herr Pocher, Herr Kind….

Und wir wären Erster…..also….immerhin, es gibt Perspektiven.

Statistik von VfL4u: (thanx!)

Freitag, 26.08.16, 18:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 bei 1860 im Februar)
Assistenten: Mark Borsch (Mönchengladbach), Pascal Müller (Löchgau)
4. Offizieller: Marcel Schütz (Worms)

Die letzten Spiele gegen Hannover: VfL - H96 0:3 (08.05.10; Bruggink, Hanke, da Silva Pinto), H96 - VfL 2:3 (19.12.09; Schlaudraff (2); Freier, Epalle, Fuchs)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Hoogland, Celozzi - Stöger, Losilla, Eisfeld, Stiepermann, Weilandt - Mlapa (Quaschner/Wurtz)
H96: Tschauner - Albornoz (Prib), Sané, Anton, Sorg - Klaus, Fossum, Maier, Schmiedebach, Karaman (Füllkrug) - Harnik

Tom;CB’93

P.S.: Jeden Tag ein Kind, jeden Tag ein Kind, bis es 96 sind……………hä?

Die Frau mit dem Einhorn

22. August 2016

Wenn man beim Viertligisten Astoria Walldorf (vor 2 Jahren aufgestiegen) mit 4-3 in der Verlängerung geschlagen wird, fehlen einem erst mal als Bochumer die Worte: ….peinlich war es sicher, verdient war es auch total und am Ende hätte noch das 5-3 zählen können - nach 120 Minuten Qual, in denen der Zweitligist nie die bessere Mannschaft war, was ich wirklich gerne schreiben würde. Es wäre gelogen, der VfL versagte hinten wie vorne. Bochum war also richtig mies gestern und ist hochverdient rausgeflogen. Ohne wenn und aber.
Echte Worte fehlen dennoch, vielleicht beschreibt folgende Szene: Nach dem Spiel gingen Jonas uns ich zu unserem “Parkandwalk”-Parkplatz am Hof der Sandhäuser, nahe dem Hundeverein Sandhausen. Diesen Ort, passend zur unrühmlichen Niederlage, haben wir erst mal etwas verfehlt und waren kurz im Wald. Dann begegnen wir an einer Strasse einer etwas hektischen Frau, die an ihrem Fiesta rumwerkelt und ich gucke in den Wagen auf den Beifahrersitz und entdecke ein mannsgroßes Stoffeinhorn, angeschnallt. Spookie.
So muss sich Verbeek gestern vorgekommen sein. Wie der Freund dieses Mädchens….
Die 1100 Bochumer unter den 3500 Fans müssen gedacht haben, sie sind im falschen Film, als Riemann, wie schon gegen Union einen völligen Blackout hat. Fehlt im die Konkurrenz? Er kommt raus, ohne es zu müssen, der Walldörfer spielt links vorbei und schiebt nach 6. Minuten zum 1-0 ein. Vorher hatte Bochum schon desorientiert gewirkt, nun wurde es amtlich, der Vierte der vierten Liga führte und Rot guckte dumm.
Während die Fans am TV sich über die Kommentatorin von SKY oder die Fans über die Schiedsrichterin echauffierten, hatte Walldorf die nächste Chance, nicht die Verbeekelf. Peinlich. Doch das 1-1 durch Stöger brauchte die Mithilfe des Torwarts, denn der machte die Ecke zum 1-1 frei (in der 22. Minute). Doch Bochum wurde nicht besser, Mlapa musste nach 27. Minuten verletzt raus und hatte nicht ein vernünftiges Anspiel gekriegt. Der Typ konnte einem leid tun. Bochums Mittelfeld, bis auf Stöger, Gyamerah und Eisfeld, fast ein Totalausfall, spielte auch Quaschner nicht besser an, der in den 90 Minuten, die er spielte, vielleicht ein Schüßchen hinkriegte. Ganz ehrlich der Ex-Leipziger spielte wie ein Drittligastürmer, hier hat Hochstätter dingend Handlungsbedarf. Mal sehen, was der “Stürmer” gegen 96 zeigt und ob er noch was zeigen darf. Oder setzen wir auf Wurtz? ich bin ratlos!
Bochum machte trotz der Stürmerkrise das 1-2, doch Frau Hussein lies es nicht gelten. War das abseits? Aber das soll keine Erklärung für diese Nichtleistung sein…..das tolle 2-1 durch Carl, ein Tor wie ein Strich. Auch diesmal führte wieder als aktivere Mannschaft der FC Astroria. Das 2-2 durch Stöger elf Minuten später, sollte ebenfalls unter Mithilfe des Walldorf Keeper fallen, obwohl Bochum nach wie vor ein schlimmes Defensivverhalten hatte, konnte man sich vorne hin und an durchsetzen.
Doch der große Druck blieb aus, wieder spielte “Hoffenheim 3″ im Dietmar-Hopp-Sportpark eher auf 3-2 als wir auf 3-2. Nicht nur Riemann war schlimm gestern, auch Celozzi, Losilla und Hogland hatten einen total gebrauchten Tag. Eigentlich waren alle schlecht, bis auf Stöger, Gyamerah und Eisfeld. Der Rest in Rot hatte die Kickernoten 5-6 verdient und rettete sich in die Verlängerung.
Doch wieder kam der Underdog, von einem vermeintlichen Topteam der 2. Liga war nichts zu sehen. Im Gegenteil, in dieser Verfassung von gestern spielt der VfL gegen den Abstieg und wird auch die 3-4 Offensiven nicht ersetzen können, die man verkaufte. Ich finde nach der durchwachsenen Vorbereitung ist die Ausrede “das war Pokal gestern” etwas fad.
Ein Blauer traf den Pfosten, doch uninspirierte Bochumer blieben stehen und der Nachschuss zum 3-2 wird genutzt. Auch hier sieht die Abwehr schlecht aus und beim 4-2 wird es dann eben peinlich für den Zweitligisten, der jeglichen Willen vermissen lies.
Das 4-3 wirkt besser als es war, denn ein verdientes 5-3 wurde abgepfiffen, die Schiedsrichterin stellte sich als verdiente Begleiterin des Bochumer Elends dar. Das war der der Moment, wo ein Stoffeinhorn geholfen hätte.
Verbeek stand starr da und sah diese Arbeitsverweigerung seines Teams mit innerer Wut. Leider fehlte nicht nur die Einstellung, sondern auch jeder Menge Torgefahr und jene, die nach den vielen Offensivabgängen unkten, werden sich seit gestern bestätigt sehen, es fehlt an Stürmerpower und Punch.
Bochums Leistung war eine 5-, die gegen die Niedersachsen zur 6 werden könnte, wenn man so larifari und ohne Konzentration spielte.
Die 1100 Fans fuhren schweigend nach Hause…..
Eigentlich gibt es zu gestern nur zu saugen….raus ohne Applaus. Und ganz ohne Einhorn….

Tom;CB’93

P.S.: Wir sehen uns gegen Hannover!

Erste Runde Walldorf….

19. August 2016

Als ich heute in der herrlichen Sonne des Vormittags auf meinem Balkon saß, fragte ich mich, was ich denn in den Vorbericht schreiben sollte. Themen wie “Walldorf und Stadler” aus der Muppetshow und der Waldorfsalat schwebten durch meinen Kopf, ich weiß, da an dem Autobahnkreuz sitzt irgendwo SAP und die Gegend nennt man Kraichgau gehört zu Nordbaden. Aber das erschöpft sich mein Wissen dazu auch fast schon. Der FC Astoria Walldorf war kurz 1. der südwestlichen Vierten Liga und ist nun 4. und spielt gegen den VfL Bochum, der 3. der 2. Liga ist. Ist also klassenmässig wie RWE-Bielefeld am Samstag und nicht “so leicht” wie Preußen Berlin gegen Köln (6. gegen 1. Liga):

VfL4u schreibt dazu Folgendens:

Zitat VfL4u:

Sonntag, 21.08.16, 15:30 Uhr, Dietmar-Hopp-Sportpark

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

bisherige Spiele: Fehlanzeige

Voraussichtliche Aufstellungen:
FC-A: Wieszolek - Pellowski, Kizilyar, Nyenty, Hofmann - Meyer, Kern, Hillenbrand (Hellmann), Polat (Kiermeier) - Carl, Schön (Groß)
VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Hoogland, Celozzi - Stöger, Losilla, Eisfeld, Stiepermann, Weilandt- Mlapa (Quaschner)

Auf nach Sandhausen, zumindest fast. Im Nachbarort Walldorf trifft der VfL in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den in der Regionalliga Südwest beheimateten FC-Astoria.

Walldorfs bekannteste Persönlichkeit dürfte Johann Jacob Astor (1763 - 1848) sein, der einst nach Amerika auswanderte. Seine Nachfahren gründeten eine Hotelkette und nannten sie in Erinnerung an ihren Vorfahren und seinen Heimatort Waldorf-Astoria. Auch die Benennung des Waldorfsalats und der Waldorfschulen geht auf die Familie Astor zurück.

Capice? Nee? Nunja, es ist wieder eine Tour in den Südwesten und angeblich hat der VfL-Auswärtstros über 1000 Karten für das Ministadion erworben und wieder mal profitiert ein Dorfclub vom Reichtum eines leidlich diskutierten Mäzenaten.

Aber sowohl die statistischen Daten, die regionale Geographie oder unsinnige Fakten über den FC Astoria bringen uns VfL’ler irgendwas. Es ist die erste Runde des Pokals und jeder Proficlub muss was tun, um sich nicht zu blamieren. Und das geht schnell. Und der reht gute Start macht Mut, dazu kommen Spekulationen um einen möglichen neuen Stürmer, d.h. Geldeinnahmen durch zweite Runden-Lose oder ein mögliches Achtelfinale sind willkommen.

Laut meiner Saisonvorschau in der Elf Feunde sind wünsche ich mir einen recht hohen Pokalendspielsieg gegen Schalke, quasi die umgedrehte Erfahrung die Duisburg einst beim 0-5 machte. Nuja….

Dafür muss man in Walldorf erst mal siegen, egal wie,- und dafür steht Tom in doppelter Ausführung Gewehr bei Fuß. Verbeek wird auf seine A-Elf setzen und wir Bochumer hoffen, dann uns keiner in Walldorf ein paar faule Eier ins Nest legt, dass niemand das dumme Wortspiel “Da ham wa den Salat!” benutzen muss. Hoffe ich echt, alles andere wäre schade.

Es wird Sonntag nicht ganz so warm wie in Karlsruhe und eine Mannschaft Verbeeks wird die Pokalrunde nutzen, um sich weiter erfolgreich einzuspielen und weiterzukommen. Denn nur das zählt.

Ein Pflichtsieg und Freitag boxt dann der Papst im Kettenhemd, wenn Hannover von der Leine gelassen wird und an die Castroper kommt.

Wetten?

Tip: 0-3, Weilandt, Bastians, Quaschner

Tom;CB’93

P.S.: Danke an den Heidelberger VfL-Fan für sein Angebot, reise aber lieber am Spieltag an

Da wäre mehr drin gewesen

14. August 2016

Schade, das 1-1 des VfL Bochum beim KSC war für die Karlsruher laut deren Neu-Trainer Oral ein hart umkämpftes Heimremis. Bochum hat die Chance vergeben, mit zwei Siegen zu starten und mit Eintracht Braunschweig oben zu stehen. Der VfL war die bessere Fußballmannschaft und hatte die Badener klar im Griff in der 1. Halbzeit. Die 2. Halbzeit zerrte an dieser Wahrnehmung.
Der Samstag des 2. Spieltages der 2. Liga begann mit südländischer Hitze. Knapp 1000 Bochumer bewegen sich die 400 Kilometer Richtung Süden, wohin sie wieder fahren werden, wenn es Sonntag nach Astoria Walldorf geht.
Sie sahen Gayamerah statt Weilandt…..das alleine war ein Kuriosum.
Die Bochumer Fans hatten eine mickrige Gästekasse geöffnet bekommen und einen Mini-Kiosk, um alkoholfreies Rothaus und Wurst zu ziehen, absolutes Drittliganiveau beim KSC. Mein Kaffee bekam ich nicht -buh. Aber Hauptsache für 100 Millionen eine weitere, sterile Arena bauen. Ihr seid mir schon welche.
Dabei hat Karlsruhe den Charme des “da hat sich seit 1992 nichts verändert”, aber sowas zählt heute nicht mehr.

Vor dem Spiel fuckte ein Skyreporter Verbeek mit einer nicht authorisierten Frage ab, echter Qualitätsjournalismus- das liebt der Zauberer von Jubega.
Auf dem Platz testete Stiepermann den Keeper der Gastgeber, Bochum hatte wie letztes Jahr ordentlich Ballbesitz und ließ den Karlsruher Spielaufbau kaum zu. Damals ging man aber 3-0 beim KSC unter, diesmal hätte man eher einen Sieg verdient gehabt.
Diesmal war Bochum eben besser im Spielaufbau und Celozzi krönte seine konstanten Leistungen mit einem Traumtor zum 0-1. Dann sollte Bochum weiter zirkulieren lassen und die Blauen aus dem Badener Land guckten hinterher. Der KSC-Keeper war ehrlich, er war oft für den Spielaufbau zuständig.
Das einzige was die Bochumer Fans stresste, war die pralle Sonne und die mangelnde Bierversorgung des peinlichen Catering.
Doch dann kam das, was man leider auch letztes Jahr zu oft sah: ein überlegener VfL lies die Zügel schleifen, 15-20 Minuten kamen die Gastgeber auf und dennoch stand man gut. Bis zum Gegentor durch Diamantikos dachte man eher an fehlende Sonnencreme, als an ein Gegentor der Oralelf.
Die 13.500 KSC’ler hofften nun auf ein 2-1, doch bis auf 1-2 Chancen brachte man nicht viel zu Stande, um Bochum in die Knie zu zwingen.
Dann fing sich der VfL nach einer Phase der Passivität und erhöhte die Schlagzahl und prompt gerieten die Badenser unter Druck. Einmal wurde falsch abseits gepfiffen Richtung Perthel und dann wurde Eisfeld gefoult, eine Großchance wurde vergeben, das 1-2 fiel nicht und das ist schade, nicht nur für Jonas Schade, nein für alle VfL-Fans.

Aber wenn in knapp zwei Wochen Hannover kommt, dann gibt hoffentlich kein Hangover (Fips Asmussen!).

Tom;CB’93

P.S.: Gruß an Olli Kott, der fuhr obwohl er verschlief

Warum Karl keine Ruhe findet!

11. August 2016

Karlsruhe hat schon bessere Zeiten erlebt. Wir aber auch. ;-) Naja, das ist banal, stimmt auch nur sehr grob, aber Samstag 13.00 Uhr muss der erstaunlich gut gestartete VfL in den altehrwürdigen Wildpark; - und wir alle, die wir den VfL lieben, hoffen auf einen Ausflug in den Streichelzoo. Dass man dort zuletzt vor ein paar Jahren gewann und im Vorjahr 0-3 verlor, sollte Warnung genug sein. Ich kann mich an viele schreckliche 0-0 erinnern, die man im Besten Fall in viel Alkohol ertränken musste.
Der Süden der Republik macht seiner wirtschaftlichen Stärke Luft und auch ein Verein wie der KSC, der fast noch schlechter als wir darstehen in den letzten Jahren, baut eine 100 Millionen Arena. Weißte Bescheid, Regensburg lässt grüßen.
Auf dem Feld sind die Karlsruher eher überschaubar, man gab viele Defensive ab und startete trotzdem gegen Bielefeld Remis. Der Gelsenkirchener Trainer war genau wie bei uns Verbeek der Garant für den Erfolg der Badener und er ist jetzt woanders im Süden, wo die Republik ihre Steuern einnimmt.
Aber auf dem Platz tat sich nach einer lauwarmen Vorbereitung viel, um die elf Abgänge vergessen zu machen. Sicher wird uns Terodde noch einige Zeit fehlen, aber in Karlsruhe wird unsere Defensive gewohnt dominant auftreten wollen. Das ist zunächst der Garant für einen Punkt, der eigentlich reichen würde. Also, ein Remis auswärts geht immer und war auch mit schwächeren Team drin. Dazu kommt, dass der KSC unsere Truppe nicht wiedererkennt und den Schlüssel vom letzten Jahr wegwerfen kann. Ich glaube, wenn der VfL konzentriert zu Werk geht, ist sogar ein Sieg drin.
Es wird ein 0-1 und das Tor macht Eisfeld per Freistoß oder Wurtz per Abstauber. Hoffen, träumen und glauben kann man nie genug. Also versteif ich mal darauf, dass wir gewinnen. Das tue ich ja vorher nicht so oft. Seien wir mal ehrlich, gewännen wir in der Stadt des BVG, dann ist der Neustart gelungen und gegen Hannover “droht” uns ‘ne volle Hütte.
Was dazu kommt ist, dass mein Gefühl mir sagt, der KSC kriegt Probleme, nicht nur Samstag gegen uns oder den VfB, nein auch gegen Würzburg. Oral ist zwar kein Greenhorn und bolzt Kondi, hat aber auch den FSV in die Dritte Liga geführt. Sowas wie der Benno Möhlmann, ist der der Thomas und daher glaub ich irgendwie nicht, dass Samstag wieder der Phoenix aus der Asche steigt. Und hey, wir haben neun neue Trainer, neue neue Spieler, wir fordern das Glück mal heraus und zeigen es dem Bochumpessimisten in uns!
450 Bochumer begleiten ihr Dremteam (in Rot) und ich habe auch eine bunte Crew am Start fürs Badener Land.
Ob wohl der Mann im Kambodschatrokot da ist oder gar Jimbo? Die Antwort kennt nur der Wind….

Tom;CB’93

Statistik wieder von VfL4u:
Samstag, 13.08.16, 13:00 Uhr, Wildparkstadion

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg, pfiff den VfL zuletzt beim 2:0-Sieg in Kaiserslautern im März)
Assistenten: Norbert Grudzinski (Hamburg), Holger Henschel (Braunschweig)
4. Offizieller: Johann Pfeifer (Rodgau)

Die letzten Spiele gegen Karlsruhe: KSC - VfL 3:0 (06.11.15; Diamantakos, Yamada, Barry) VfL - KSC 1:1 (22.04.16; Terodde; Nazarov)

Voraussichtliche Aufstellungen:
KSC: Vollath - Figueras (Fassnacht/Kempe), Stoll, Thoelke, Valentini - Stoppelkamp, Kom, Barry, Kinsombi, Torres - Diamantakos
VfL: Riemann - Perthel, Hoogland, Bastians, Celozzi - Stöger (Wurtz), Stiepermann, Eisfeld, Losilla, Weilandt - Mlapa

Alles Amateure

7. August 2016

Als Bochum gestern das knappe 2-1 gegen Union Berlin feierte, da hätte man singen können: “…Siehst du Peter, so wird das gemacht!”. Die 17.000 Zuschauer sahen einen glücklichen, aber auch unter dem Strich knapp verdienten 2-1 Sieg des VfL über die glücklosen Wuhlheider. Vielen Fans fiel eine Last vom Herzen als die “Wundertüte-Mannschaft-des-VfL-2016/2017 sich nach dem Auftaktsieg feiern lies. Keiner wusste ja so recht, wie der Umbau der Mannschaft gelingen würde.

Ex-Trainer Neururer hatte in einem verbalen Doppelpass zwischen Bild/Sportbild und ihm selbst, die Bochumer Vereinsführung als Amateure bezeichnet, weil sie Terodde nach Stuttgart wechseln ließen. Frei nach dem Motto, ich Peter der Profi (Ruhrpott-Coach) hab Leistung gebracht, die anderen sind Amateure. Hätte Peter ihn um bleiben überreden können? Wirkt Hypnose? . Ihm gehts dabei um die Vereine (Bochum, Schalke, ….), wenn er so Kritik übt, sagt er zumindest. Ist das so?
Diese “Amateure” namens Wilken, Verbeek und Hochstätter haben das Gerüst der Mannschaft trotz einem dutzend Abgängen erstaunlich stabil gehalten, dieser Fußball ist allemal besser als der frühere defensive, uninspirierte und sportlich einfallslose Stil von Verbeeks Vor-Vorgänger. Aber er, Peter der Profi, lässt Kritik an seiner Kritik weglöschen auf Facebook. Denn er macht per Definition nichts falsch und ihn kritisiere man bitte nicht.
Bochum erspielte sich 4-5 Chancen in 45 Minuten, aber keiner der Spieler hatte den richtigen Punch in einer so überlegen geführten Ersten Halbzeit den Stempel aufzudrücken. Das hatte man gefürchtet. Aber Bochum hatte den Ball und Union kam fast 50 Minuten nicht zu einer herausgespielten Chance. Die eingespielte Truppe von Jens Keller nervte die Blauen mit ihrem Gegenpressing: Riemann erlaubte durch zwei kapitale Böcke den Köpenickern zwei fette Chancen kurz nach der Pause. Bei der zweiten Chance war es eher die Kunst das völlig leere Tor nicht zu treffen. Davon wird der Unionspieler lange träumen, das leere Tor war sperrangelweit auf. Berlin hatte das Schießpulver genauso wenig erfunden wie wir, das war zu erwarten nach den Umbauten in Bochums Offensive. Klar, mit Neururer als Trainer vom VfL oder Union, da hätten sowohl Bochum als auch Berlin je fünf Tore erzielt. Mindestens, aber in Vereinen arbeiten halt zu viele Delletanten. Lol. Und das sagt Peter, weil ihm die Vereine so nahe stehen. Dass er mit seinem populistischen Gerede Unruhe rein bringt, ist für den meist unterhaltsamen TV-Experten selbst kein Thema, der sich damit auch selbst lobt. Es zeigt sein verletztes Ego.

Das Zielwasser hatte dann Bastians getrunken, der sich die Chance zur Führung nicht nehmen ließ und das hochverdiente 1-0 machte. Aber das Problem von Bochum war auch letztes Jahr die Schwächephasen von 15-20 Minuten, wo nun nur noch die Ostberliner spielten. Das dann irgendwann das 1-1 für Berlin fiel, ist nicht unverdient gewesen, denn ein 2-0 schaffte Bochum nicht, um sicherer zu werden. Im Gegenteil, Union hatte zwei Riesenchancen zum 1-2, vergab diese aber. Sowas rächt sich und das Team von Keller brachte sich damit um seinen eigenen Lohn.

Bochum überstand die Druckphase der Schlosserjungs und die Fans in Rot-Weiß mussten mit ansehen, wie Tom Weiland in einer guten Einzelaktion das umjubelte 2-1 machte. Puh, war das wichtig: Die Fans der Unioner hatten das Frein vor dem Spiel besetzt, jetzt schwiegen sie und Bochums Anhang machte nun richtig gute Stimmung.

Das 2-2 fiel zum Glück nicht und die Bochumer Defensive zeigte schon erstaunliche Frühform, hatte aber auch 3-4 Patzer. Und vorne war Mlapa nach 60 Minuten platt (das wirkte als habe er keine Vorbereitung gespielt - und Quaschner vergab gleich eine Riesenchance. Cannouse kam später zum Debüt und half das umjubelte 2-1 zu halten. Keller wird sich ärgern, aber das ist besser, als wenn wir uns ärgern müssen.
Nein, erneut siegte Bochum zum Start, auch wenn da noch viele Automatismen nicht greifen, viel noch nicht funktioniert, es sah gut aus, was der VfL zuweilen spielte. Berlin reißt auswärts weiterhin nix, Hosnier, Kreilach und Co vergaben einfach zu viele Chancen, was deren Trainer nicht dazu veranlasste, Leute als Amateure zu titulieren.
Peter kann ein ein wenig leid tun, er wird nicht mehr gebucht als Coach und aus Frust, und um sich wieder ins Schaufenster zu stellen, karrtet er nach. Egolotion pur und PR in eigener Sache. Seriös ist das nicht.
Den Bochumer Fans war in der prallen Sonne nach feiern zumute (Union Berlins Anhang wurde per Zaun abgetrennt). Das Fiege floss in Strömen und Crange lockte, man ist ja kein Feieramateur. Aber was dieser Sieg wert ist, wird man sehen, wenn man H96, Nürnberg oder Stuttgart empfängt. Aber so wird es zumindest gegen Hannover voll.

Voll ist ein gutes Stichwort, manche besuchten Privatwohnungen über der Ritterburg, andere machten die Stadt unsicher.

Der Mann mit dem Kambodschatrikot fragte sich, warum keine Werbebanden mehr am Dach des Ruhrstadions sind. Amateure, echt überall.

Gut dass ich Profi im Kaffeetrinken, lesen und quasseln bin. Daher angel ich auch nicht.

Tom; CB’93

P.S.: Gruß an die Brökerbrothers, die die Lederhose beim VfL etablieren und den neuen finnischen VfL-Fanclub.

Licht am Ende des Tunnels

4. August 2016

Es kribbelt schon wieder. Endlich geht es wieder los mit den nationalen Ligen, mit einer von den Namen starken Zweiten Liga. Nach der letzten famosen Heidenheimtour im Mai 16 geht es nach etwas weniger als drei Monaten wieder los mit dem VfL Bochum - er spielt im Vonovia-Ruhrstadion Samstag um 13.00 Uhr gegen Union Berlin. Diesem Gegner unterlag man vor drei Monaten in Köpenick relativ saftlos - als 5. beim 6. - mit 0-2.
Dabei ist das neue Zweitligateam 2016/2017 der Bochumer selbst für Insider und für die meisten Fans sowieso eine blau-weiße Wundertüte. Elf Leute gingen, fast die gesamte torrelevante VfL-Offensive plus Terrodde und auch einige Ladenhüter von Cwielong bis hoffentlich Weis - und bis dato kamen neun Novizen. Am Besten sind dabei Stiepermann, Stöger und Weilandt an der Castroper angekommen - und stehen Samstag vor einem Startelfeinsatz. Die VfL-Testspiele 2016/2017 waren in diesem Jahr eher durchwachsen bis schlecht (Trier), gegen Cardiff und den HSV am Ende überzeugte der VfL dann doch, schoss sogar Tore, sogar Mlapa als Stürmer. Zwei Neue sollen auch noch kommen (Leider kein neuer Terodde, ein IV, ein Midfielder u.a.), da der Transferüberschuss und die solide, wirtschaftliche Arbeit des Vereins, Hochstätter (neuer DAX-Sponsor DHL) und Verbeek einen kleinen finanziellen Korridor lassen. Hoffen wir Fans das Beste, erwarten wir nicht zu viel.
Peter N. trat schon mal kräftig verbal-medial nach für seine Entlassung vor 1,5 Jahren und via Bild/Sportbild bezeichnete eher den Vereinsvorstand als „amateurhaft“ und übte scharfe Kritik an der Transferpolitik des Vereins. Er, Peter “der Große von Marl”, stellte wie immer alle als doof und unfähig dar, nur er selbst strahlt über allem in Boulevardpresse. Da weiß jeder Fan, wie er das einordnen kann. Ich finde, wenn Peter Neururer der VfL so wichtig ist, sollte einfach mal die Klappe halten.
Zum neuen Stamm sind Gayamerah - und vielleicht auch Gündüz - endlich wieder Alternativen für Gertjan im Kader, aber dennoch wird es gegen Union Berlin sofort funktionieren müssen. Ob die Philosophie und das System Verbeeks das sofort tut, steht in den Sternen, aber das macht ja auch den Reiz eines Saisonstarts aus. Es kribbelt vermutlich auch bei vielen Bochumer Fans und alle fragen sich, wie 2017 wird. Ob es weiter nach oben geht, wieder nach unten oder ob man im Zwischendrittel bliebt.
Auch die neuen Schlosserjungs sind eine spielerische Wundertüte, auswärts traditionell eher bescheiden, mit Ex-Schalke- und VfB-Trainer Jens Keller und dem Ex-Kölner Hosnier neu aufgestellt, Kroos als Capitano und und und. Dominik, ein Unionfan, schreibt dazu folgendes:

FC Union Berlin – mit Pragmatismus zur Konstanz
Die letzte Saison glich einer Achterbahnfahrt und lässt Union vor allem auf Konstanz hoffen.
3 verschiedene Trainer, ein neuer Sportdirektor, Verletzungspech ohne Ende, eine katastrophale Hinrunde und eine starke Rückrunde mit dem Comeback von Benny Köhler nach Krebserkrankung und 8 gewonnenen Heimspielen in Folge sind nur einige Aspekte davon.
Mit Jens Keller glückte Union zur aktuellen Saison nach Sascha Lewandowski ein weiterer Transfercoup eines Trainers mit Champions League Erfahrung, den sich nur die wenigsten in der 2. Liga vorstellen konnten. Zu seiner Spielweise hat Keller bisher noch nicht viel durchblicken lassen, lediglich, dass er Gegenpressing spielen lässt. Vielleicht hat er aus den Fehlern seiner Vorgänger gelernt, die eine Vorstellung für ein Spielsystem hatten, aber irgendwann feststellten, dass sie dafür nicht die geeigneten Spieler hatten.
Umstrittener als der Cheftrainer war allerdings sein neuer Assistent Henrik Pedersen. Die Anstellung eines Co-Trainers, der 6 Jahre im Salzburger Brauseverein angestellt war, wurde im Beitrag der Eisernen Wildsäue thematisiert. Unser Präsident Dirk Zingler hat darauf reagiert hat und klargestellt, dass die Abneigung gegen das Konstrukt Red Bull im Fußball bestehen bleibt, aber er deswegen niemanden diskriminieren würde, der mal damit etwas zu tun gehabt hätte. Dadurch wurde diese Diskussion sehr schnell wieder beendet.
Im Gegensatz zu den letzten beiden Saisons wurde der Kader dieses Jahr kaum verändert. Mit Bobby Wood verlies allerdings Unions Rekordschütze den Verein. 17 Tore in einer Saison gelangen zuvor noch keinem Unioner in der 2. Liga. Was den Abgang besonders bitter macht, ist, dass Wood in der Rückrunde immer besser in Fahrt kam und 12 seiner 17 Treffer erzielte. Somit verliert Berlin nach Sebastian Polter in der 2. Spielzeit hintereinander seinen Topstürmer.
Polter und Wood gelang es erst bei Union, sich richtig durchzusetzen und sich für andere Vereine ins Schaufenster zu stellen. Woods Nachfolger Philipp Hosiner hat dagegen schon bevor er zu Union gezeigt, was in ihm steckt. Er wurde mit Austria Wien Meister und Torschützenkönig in Österreich, mit 32 Toren und 10 Vorlagen kürte man ihn zum Spieler der Saison. Allerdings wurde er danach schwer krank und muss erst noch beweisen, dass er wieder zu alter Form kommen kann.
Mit Felix Kroos wurde ein Leihspieler des letzten Halbjahres nun fest verpflichtet. Nach starkem Beginn war er leider zu häufig verletzt und konnte dadurch zu selten die ihm zugedachte Rolle spielen. Dennoch setzt man bei Union auf Kroos, Keller machte ihn sogar zum Kapitän, was auf einen Stammplatz deutet. Jedoch ist Kroos aktuell angeschlagen, genau wie sein Stellvertreter und Vorgänger als Kapitän, Benjamin Kessel. Bei beiden ist noch nicht klar, ob sie gegen Bochum schon wieder fit genug für die erste Elf sein werden.
Unterstützung in der Zentrale wird Kroos von Damir Kreilach erhalten, der das Kapitänsamt ebenfalls schon innehatte und mit 12 Toren zweitgefährlichster Spieler bei Union.
Auf der linken Außenverteidigerposition war man bei Union schon fast traditionell schlecht aufgestellt. In der letzten Saison wurde von Lewandowski bemängelt, dass man auf dieser Position keinen einzigen Spieler hätte. So spielte dort oftmals unser Defensivallrounder Michael Parensen. Für diese Saison wurden mit Kristian Petersen und Christopher Lenz gleich zwei vielversprechende Talente verpflichtet, die sich einen interessanten Konkurrenzkampf liefern werden. Lenz wurde schon im Winter von Borussia Mönchengladbach II verpflichtet, als sein Nachfolger wurde eben jener Petersen gehandelt, der jetzt ebenfalls nach Berlin kam. Nur weil eine Verpflichtung von Petersen zu Gladbach nicht zustande kam, bekam Lenz die Freigabe erst für dieser Saison. Beide haben bisher nur unterklassig gespielt und kamen aus der Regionalliga (Lenz) bzw. 2. Dänischer Liga (Petersen).
Als Torwart wurde der 21-jährige Daniel Mesenhöler verpflichtet. Mit dem nur ein Jahr ältere Jakob Busk, der schon in der Winterpause kam, dürfte Union eines der jüngsten Torhüterduos im Profifußball haben. Busk wird jedoch auch weiterhin die Nase vorn haben, er hat sich seinen Stammplatz mit starken Reflexen und großem fußballerischem Können erarbeitet und dürfte ihn nicht so schnell abgeben. Schwächen zeigt er allerdings gelegentlich bei der Strafraumbeherrschung. Auf der Torhüterposition ist es möglich, dass Union noch mit einem erfahrenen 3. Mann nachrüstet.
In der Innenverteidigung konnte mit Toni Leistner der zweikampfstärkste Mann der Liga trotz einiger Angebote gehalten werden und wird gesetzt sein. Allerdings verletzte sich Leistner im letzten Testspiel am Unterarm. Eine Diagnose steht noch aus. Der zweite Platz in der Innenverteidigung ist noch offen. Mögliche Kandidaten sind Pogatetz, Puncec und Schönheim.
Besonders gespannt bin ich, wie sich unsere vielversprechenden Eigengewächse und Schrecken aller Stadionsprecher Steven Skrzybski und Erol Zejnullahu entwickeln. Beide konnten sich letztes Jahr in die Stammelf spielen, haben ihr Potential aber noch nicht voll ausgeschöpft.

Bochum wurde indes nach einem guten Jahr 2015/2016 Fünfter und will nach dem großen Aderlass trotzdem im typischen 4-2-3-1 dominant agieren. Verbeek will zu hause gerne zeigen, wo der Hase lang läuft. Hogland wird provisorisch IV für den verletzten Kaptain Fabian sein und mit Riemann, Celozzi und Perthel erfahrene Leute um sich haben, vor ihm stehen Losilla und Stiepermann auf der Doppelsechs.
Links Stöger, rechts Weilandt, zentral Eisfeld und vorne Kante Mlapa “auffem Pin” - wie Ende 2015 – so könnte es gegen die kleenen Berliner aussehen. Dann könnten, falls das 1-0 sehr lange auf sich warten ließe, noch Quaschner oder Wurz reinkommen. Hinten bietet sich Wydra an.
Falls hingegen die Rot-Weißen überraschend in Führung gingen, müsste Bochums Team eine mögliche, fehlende Torgefahr mit kompensieren. Hogland könnte bei Standards helfen oder Wurtz für einen überraschenden Moment sorgen. Schade dass Selim noch nicht soweit ist, er könnte schnell die Rolle von letztjährigen Shooting Star Bulut einnehmen, was erst mal Tom Weilandt versuchen soll. Ich mag seinen Vornamen ;-) .
Aber vielleicht brauchen wir Zuschauer zwar Geduld mit unserem geliebten Team, aber es kann schnell ein fußballerisches Potential abgreifen und wir sehen (s)eine altbekannte Heimdominanz. Dann hören wir auch die neue Tormusik oft.

Dem Gegner aus Berlin, Hannover, Hamburg und München soll es “flüssig durch die Hose” kommen. Das ist der Wunsch von uns VfL-Fans und es ist wieder möglich, auch gegen die finanzstarken Clubs aus Stuttgart und Hannover. Aber die Geduld der Treuesten der Treuen, aber auch fatalistischen Fans hängt von der Spielweise des neu formierten Teams zusammen. Dass die Tore fallen wie im Vorjahr, kann man auch aus den Testspielen nicht ersehen. Da würde „notorious“ Peter „Besserkönner“ N. sagen, dass „Ist ja klar, ohne Terodde kann es nicht klappen“. So weit, so banal. Unser Anspruch als Fans muss sein, dem Team über eine solche schwierige Phase bis zum Herbst hinwegzuhelfen, zu supporten und zu tragen im Stile der Ultras.
Aber vielleicht gewinnen wir ja auch Samstag 2-0 oder 3-1, aber ich glaube eher an ein gutes Spiel mit einem 1-1 Resultat.
Es kribbelt, meine eigene Vorhersage fallen zu sehen.
Und dann “rappelt es im Karton”, der Typ mit dem Kambodschatrikot springt auf und auf Crange fliegt die Kuh.

Tom; CB‘93

P.S.: Dank an Dominik für seinen detailierten Gastbeitrag

Ein neuer HSV

29. Juli 2016

Wenn der gute, alte HSV heute ab 20.00 Uhr in unser Wohnzimmer kommt, ist das in vielerlei Hinsicht interessant. Wie im letzten Jahr beim 2-1 Testspielerfolg gegen den nun 300 Millionen-BVB, spielt der sich weiter in der letzen Phase derVorbereitung befindliche VfL gegen einen höherklassigen Gegner, der es dieses Jahr wieder wissen will.
Die Hanseaten konnten dank Sugardaddy Kühne kräftig investieren und holten nicht nur Wood von Union Berlin (im Vorjahr unseren Gregoritsch), sondern Halilovic von Barca und Kostic vom Zweitligakrösus VfB Stuttgart an die Elbe lotsen.
Nach zweimal Relegation und einem relativ langweiligen Jahr im unteren Mittelfeld wollen die Hamburger sich wieder etwas weiter nach oben bewegen. Wir könne heute sehen, wie weit sie sind. Aber uns interessiert vor allem, wie weit wir sind.
Der VfL ist ebenfalls in einer Umbruchphase. Nach einem guten Jahr und Platz 5, fielen mit Terodde, Terrazzino, Bulut und Haberer bis auf Mlapa und Eisfeld alle Offensiven weg. 11 Leute gingen, 9 ähm - bald 10 sind angekommen an der Castroper. Beim 1-1 in Herne sah das alles schon erstaunlich harmonisch aus, auch der 2. Anzug fiel spielerisch nicht total ab. Verbeeks System wirkt schon. Um gegen Union Berlin zu bestehen, braucht Bochum aber irgendwie mehr Punch vor dem Tor. Der Striker fehlt logischerweise noch.
Wer wird in diese Rolle rutschen? Das wird man heute sehen, wie sich Quaschner oder Mlapa, um die Nummer Eins im Sturm empfehlen können, zumal es Spahic sicher nicht ganz einfach sein wird, zu bestehen und zum erfolgreichen Abschluss zu kommen.
Kann der VfL sich so entwickeln, dass Eisfeld, Stöger oder Weilandt, den wie auch immer gearteten Stoß-Stürmer nicht nur mit Pässen, sondern auch mit additiver Torgefahr bedienen. Die falsche Neun spielt der VfL ja bis dato nicht.
Im 4-2-3-1 von Gertjan, kommt es auf die Quirligkeit der Außenstürmer an, der Stiepermann hilft aber erst mal auf der Sechs aus, das Hogland in die IV rückt.
Spielt das B-Team diesmal abgeschwächt, damit nach fünf sieglosen Spielen endlich die Generalprobe besser klappt? Ich glaube jein, denn einerseits sucht der Holländer nach seinem Team für den 6.8. gegen Union, andererseits kann er Unruhe und Pessimismus vor dem Start nicht gebrauchen und auf eine allzu gnädige Presse darf er auch nicht hoffen.
Gehen wir heute ins Vonovia-Stadion und machen uns ein Bild, denn ab Samstag gilts wieder in der traditionslastigen zweiten Liga.

Ein Fehlstart wäre schade und sollte vermieden werden.

Und im Ruhrstadion soll es dem Gegner flüssig kommen, nicht den Fans.

Tom,CB’93

Sonne, Mond und Sterne, keiner spielt wie Herne

26. Juli 2016

Der VfL Bochum hatte mal vor vielen Jahren ein Testspiel am Schloss Strünkede, damals glaub ich 4-2 gewonnen, ich meine es war auch gegen Westfalia Herne. Die Herner spielen heute nur noch in der Westfalenliga (!), seit 40 Jahren ist dieser Verein nun nur noch Nostalgie von 77, aus Goldins Blüte, besseren Zeiten vor den weiter bröckelnden Kulissen einer Stadt, die etwas den Glauben an sich selbst verloren hat. Gerrit macht da jetzt Nacktfußball mit fast gleich vielen Zuschauern wie die einst so ruhmreiche Westfalia.

Heute spielte der Zweitligist Bochum seinen vorletzten Test gegen einen walisischen Zweitligisten 1-1 und konnte vor allem in der ersten Hälfte mit seiner vermeintlichen A-Truppe überzeugen.
1-0 führte Bochum hochverdient durch einen Hoglandtreffer, der wohl zum Start gegen Union in die IV rutscht für den verletzten Fabian. Bastians, der jüngst verlängerte, daneben, dazu Perthel und Celozzi auf den Außen, Losilla auf der Sechs und Stiepermann ebenso. Das ist ein Gerüst auf das Verbeek aufbauen kann und das stehen wird bis Ende August. Das konnte man auch in Strünkede sehen.
Vorne werden Eisfeld, Stöger und Weilandt vermutlich spielen und dann Quaschner auffem Pin. Der hatte eine Riesenchance und die machte er nicht. Aber Bochum dominierte die erste Halbzeit mit der ersten Mannschaft und hatte Cardiff mit seinem Team und dreißig mitgereisten Fans voll im Griff.
Dann wechselte Verbeek komplett und sofort fiel das auf.Wydra riss einen Waliser dumm um, den fälligen Elfmeter verwandelte ein Roter zum 1-1 am Anfang der zweiten Hälfte.

Die zweite Truppe heute zeigte sich aber stärker als einst ein VfL-Team 2012/2013 im Test bei Victoria Köln, als man mühsam 3-1 siegte mit abgehalfterten Erstliga”zweitereihe”typen.

Dieses Junge Team spielte erstaunlich gut, aber junge Typen wie Gül, Saglam oder Pavlidis stehen parat, auch wenn der Sprung in die A-Elf groß ist. “Die Drachen”, nein die Spieler von Cardiff City FC trafen insgesamt zwei mal Alu und hätten auch in Führung gehen können, doch die Blauen hielten auch mit dem zweiten Anzug dagegen, ohne all zu viel Torgefahr zu entwickeln.

Mlapa zeigte 2-3 mal, er ist gut, aber eben kein Killer vor dem Tor. Noch nicht oder eben nie?

Bochums 1-1 zeigte, wir sind nach 4 Wochen erstaunlich weit mit einer jungen Truppe, der aber vermutlich und auch logisch nachvollziehbar ein Torjäger fehlt.

Quaschner ist noch sehr jung, Mlapa kein Killer, die Hoffnung sollte auf Wurtz ruhen, der sehr gute Ansätze zeigte.

Verbeek will noch einen linken IV und einen Mittelfeldspieler holen, damit Bochum noch mehr Power hat - und das wird das Team in dieser starken Zweiten Liga brauchen.

Es war ein lauer Sommerabend in Herne, der schiedlich friedlich 1-1 endete. Mal sehen, was wir Freitag gegen den HSV machen, ja, Union ist garnicht mehr soweit weg.

Und dann klappts auch mit dem Bierzapfen!

Tom; CB’93

P.S.: Hut ab vor den 20-30 Walisern, freut mich das ihr da wart! Aber sicher auch über 2000 Bochumer Gesichter, die man immer wieder gerne sieht