Dir Aas kenn ick

19. Mai 2019

Wie sich die 8000 roten Berliner so in der Neunzigsten Minute gefühlt haben müssen, ich weiß es nicht. Aber das 2-3 wäre nach diesem Spiel des Guten zuviel gewesen. Union Berlin hatte heute eine historische Chance und vergeigte sie. Und viele Unioner waren ihrem Team in roten Fischerhüten ins Ruhrgebiet gefolgt, dabei musste (oder meinte zu müssen) der VfL den Vorverkauf stoppen und meldete dennoch nur 24.500 Fans. 3000 Leute durften aus Sicherheitsgründen nicht mehr rein, aber die die gekommen waren, wurden recht ordentlich unterhalten.

Man hätte erwarten können, dass die Wuhlheider wie eine Dampfwalze anrollen. Psutekuchen. Aber die Bochumer in ihren neuen schicken Trikots (gleich ershoppt!) hatten das Spiel im Griff, auch weil von Berlin nichts kam. Waren es die Nerven? Paderborn führte schnell in Dresden, aber schnell bekamen die Gastgeber das Spiel in den Griff.

Der VfL agierte und Leader Lossila machte ein echt schönes Führungstor in der 24. per Linksschuss. Damit war für Union die Führung in weiter Ferne und es kam einfach nichts von den Köpenicker. Dafür hatten die vielen Fans die weite Reise gemacht?

Noch erstaunlicher war, wie das Zentrum der Ost und andere Teile des Bochumer Stadions gegen die Invasion stimmungsmäßig gegenhielten- das war richtig gut, Und die Bochumer Mannschaft spielte das, was ihr zZ liegt. Und ging der VfL so mit breiter Brust in die Pause, denn man hatte nichts zu verlieren und kann sogar noch Bielefeld überholen. Ja sorry, mehr geht nach dem traurigen 2019 nicht.

Unter den Weggehern wurde Gyamerha etwas ausgepfiffen- vor dem Spiel. Doch in der Pause muss den Berlinern klar geworden sein, dass sie eine Chance hätten, wenn sie das Spiel in Bochum drehen würden, da Dresden seinerseits das Spiel gegen Paderborn gedreht hatte.

Aber wiedder kamen die Schlosserjungs lahm aufs Feld und niemand im Team übernahm die Rolle des Leaders. Im Gegenteil, der VfL dominierte die Gäste und nach einer dummen Aktion eines Unioners zeigte der schwache Schiri auf den Punkt und Ganvoula verwandelte den verdienten Elfer zum 2-0. Damit drohte die Relegation gegen Stuttgart, die mit so einer Leistung zur Illusion würde. Aber noch immer genügte Bochum eine gute Phase bis zur 60 Minute, um den Aufstiegsfavoriten im Griff zu halten. Eisfeld spielte defensiver richtig gut und das 3-0 hätte fallen können. Doch so langsam wurde den Berlinern klar, wir haben nur noch 25 Minuten und müssen etwas tun, um noch drei Treffer zu erzielen.

Als Intermezzo lieferten sich im linken Teil der Ostkurve die Ruhrpottkanacken aus Schwedt Oder - oder Leute unter ihrem Banner, die wohl durch Becherwürfe provoziert worden - waren eine Schlägerei mit anderen Bochumern. Man Leute - gehts noch? Es geht NUR gemeinsam.

Dann flog Ganvoula, der immer nur gefoult wurde, als er sich wehrte mit Gelb-Rot. Man was ist der Osmers für ein Typ, geht garnicht. Das war leider der Startschuß für Union Berlin. Hatten vorher nur die Fans gezündet, zündete nun endlich auch der Siegeswille bei den Ostberlinern. Das 2-1 fiel aus dem Gewimmel und das 2-2 war wohl ein toller Schuß. Da war dann endlich wieder Spannung, die kein Bochumer haben wollte. Das 2-2 war doch ein Treppenwitz, aber nun Realität. Wie so oft in der Saison, wurde eine Führung verspielt. Statt Platz 9 (Hätte Kiel in Bielefeld gewonnen), drohte nun Platz 11. Nach so einer Saison sagt man auch Celozzi, Sam und Bandowski Goodbye. Und das ist der nötige Umbruch, zu dem man Sesi nur viel Glück wünschen kann.

Und dann gab es noch ordentlich Nachspielzeit und plötzlich war das Stadtderby gegen Herthaordentlich nah und wir hätten wieder nach Paderborn gemusst, die mittlerweile 3-1 zurückliegen.

Also lässt der Schiri bis zur 96. Minute spielen und Riemann muss in der Nachspielzeit bravorös parieren. Das 2-3 wäre sicher nicht verdient gewesen, aber wen hätte das in Rot heute interessiert?

Aber Bochum hielt das 2-2 und ermöglichte dem SC Paderborn seinen 2. Aufstieg. Glückwunsch und schade für Union, die sich bis zu dem direkten Vergleich mit dem VfB Stuttgart sicher mehr als nur mal ein paar Prozentsteigern müssen, wenn sie eine echte Chance haben wollen.

So feierte der VfL-Anhang - am Ende einer Saison, die alles andere als optimal war - etwas aus Trotz gegen die Unioninvasion und vergaß die vielen Auswärtsniederlagen für den Moment. Ist ja so, man freut sich noch mal mit den Freunden, aber unter diese Spielzeit kann man einen fetten Haken machen, sportlich war das wieder nicht viel. Okay, Teile waren ganz passabel, aber nie war Konstanz da. Es war wie eine stürmische Überfahrt, mit Kotzen, die aber in einem netten Hafen ohne Happy End ereignislos auslief.

Wir sind nun 11., viele gehen weg und die neue Saison sit drei Monate weg.

Dir Aas kenn ick. Im Juni vermiß ich es wieder. Doch jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist. Same prozedure as every year.

Tom,CB’93

P.S.: Gruß an Dominik und Rudi

Hallo Bärchen

16. Mai 2019

Sonntag am 17.15 Uhr endet diese Saison. Manche werden sagen, „endlich ist es vorbei“, andere werden sagen, „war doch ganz ok, zumindest nie gegen Abstieg gespielt“, zu Hause war man ja recht kontant. Man hat ja die letzten 10 Jahre nichts Konstantes gespielt, zuletzt 2009 konstant schlecht – so what?
Aber so leicht ist es nun mal nicht, Villis, Sesi, Dutt und Butscher werden sicher auch nicht mit dem Saisonverlauf zufrieden sein und viele Fans sind es auch nicht, haben sich teilweise im Februar „vom Team über dem Zenit“ entfernt und genervt umgedreht.
Hinterseer, Gyamerah und ein A-Jugendspieler vom VfL wechseln zu dem HSV, der seinen Etat auf „nur“ 25 Millionen Euro“ reduzieren muss. Herzlich willkommen in der Realität, der HSV zahlt vermutlich auch immer noch 3-4 mal soviel wie der Arbeitgeber an der Castroper Straße 145 und der Hohn und Spott über die Raute ist den Spielern egal.
Nun kommt am Wochenende Union Berlin und versucht sich erstmals in die Bundesliga zu hieven. Zu gönnen wäre es den Köpenickern, die sich manchmal abheben von Herthas „Hauptstadtcharme“. Union Berlin aus der Wuhlheide, der Hauptmann, die Schlosserjungs und Nina Hagens Hymne, dezent aus dem Osten ohne mit „Ost-Ost-Ostdeutschland“-Rufen zu nerven, einfach die pfiffige Alternative in der Stadt, ohne es wie St Pauli und HSV zu politisch werden zu lassen? So kann man es sehen. Aber auch in Köpenick wachsen die Ansprüche langsam, der Verein nimmt Anlauf – seit 2-3 Jahren. Irgendwann war man total pleite und hat sich langsam auf eine Schiene des Wachstums begeben mit allen Begleiterscheinungen. Klar, man hat dieses „Gänsehaut“-Weihnachtssingen, die Unioner haben tolle Auswärtskurven ohne alles „kaputt“ zu hauen wie Dresden, BFC oder die Lokisten, aber dennoch steigt auch dort der Anspruch. Man ist nun Dritter, der Aufstieg kann Samstag in Bochum gelingen. Da werden sicher mehr als die 5000 offiziellen Berliner kommen, ich rechne mit mehr als 10.000. Wer will es ihnen verübeln, einen historischen Moment zu haben, wenn es für uns um die Goldene Ananas geht oder um die Ehre. Und ob alle Spieler so eine tolle Berufsauffassung haben, wir werden es sehen. Einen Holtby haben viele Teams und auch der VfL.
Sonntag werden uns weder Lee, noch Baumgartner, noch Zoller helfen können, unsere Heimbilanz und Platz 10 zu verteidigen. Aber wir müssen was zeigen - gegen den Dritten - und haben die Lockerheit des Nicht-Gewinnen-Müssens. Soweit die Theorie, wir sind zu Hause relativ konstant ohne zu glänzen, für U. Berlin ist die historische Chance auf ein Berliner Derby in Liga 1.
Bei uns können sich verabschieden: Kruse, Gyamerah, Hinterseer, Sam und mindestens vier andere, Union kann DEN Tag ihrer Vereinsgeschichte begehen, wir nur ganz leichte Schadensbegrenzung.
Manche Probleme schieben sich wie eine Monstranz vor einem her: Die Kaderbaustellen, die Zielsetzung für die nächsten Jahren und die Ausgliederung, die für viel Unfrieden sorgte. Nun, wenn Investoren da wären, müsste dies dementsprechend moderiert werden, um den aktuellen Frieden zu wahren.
Sesi hat JETZT seine Feuertaufe und muss mit Routinier Dutt ein neues, verjüngtes, hungriges Team formen, das eben nächstes Jahr mit HSV; Pauli, Hannover, Nürnberg und vielleicht Union Berlin mithalten sollte.
Diese Teams könnten wir auf dem Rasen des Ruhrstadions sehen:

VfL: Riemann - Kokovas, Hoogland (Fabian), Bella Kotchap, Celozzi, (Fabian) — Tesche - Eisfeld, Saglam, Losilla, Pantovic – Hinterseer (Ganvoula)

Union Berlin mit den Noten gegen Regensburg:
Gikiewicz (2,5) -Trimmel (3,5) , Friedrich (4) , F. Hübner (3,5) , Reichel (3,5) - Schmiedebach (4,5) - Prömel (3,5) - F. Kroos (4) - Abdullahi (3,5) , Hartel (4,5) - Andersson (3)

Es wird noch mal 90 Minuten aufregend, auch wenn Bochum als 10. nur Steigbügelhalter sein wird.
Mein Tip: 2-3 für Union

Tom, CB‘93

Der Sous vide-Stick

13. Mai 2019

Worüber unterhalten sich drei Commadanten beim Frühstück im Schanzenviertel? Sport, Politik, Frauen, Autos: Völlig falsch. Wir diskutierten über die Vorzüge der Sous vide-Garmethode (mit Stick für 60 Euro) bei Spargel und Möhren – das würde man nicht als erstes vermuten. Saunacommando war gestern. Lags daran, dass das Restaurant von Tim Mälzer „Bullerei“ gegenüber war, ich weiß es nicht. St. Pauli scheint zu inspirieren. Aber Dinge zu garen – ohne sie klassisch zu kochen – das passt gut zum 0-0 des VfL bei St. Pauli. Das war irgendwie halbgar, dieses torlose Remis, man beendete zwar nicht die Sieglos Serie mit 9 Spielen ohne Sieg, aber man verlor auch nicht das Auswärtsspiel am Millerntor. Ich hatte Tore erwartet, sie fielen nicht und sind ja nun mal das Salz in der Suppe
Dabei begann Sankt Pauli fix und Allagui traf nach einer Minute den Pfosten. Riemann hatte Mühe bei dem Ball, die Frühlingssonne brannte derweil auf die Bochumer Fans und ihn. Aber irgendwie hielt er ihn und machte Abwürfe, die nicht schön waren. Aber er hielt die Null fest, wobei Pauli sehr viele Bälle hatte, wo Bochum einfach langsamer ohne Ball war. Man kam zunächst nicht in die Zweikämpfe bei diesem goldenen Ananasspiel, wo Sam mal wieder in der Startformation stand. Aber er und Eisfeld im Mittelfeld zelebrierten eine brotlose Kunst.
Die Hamburger machten Druck und man amüsierte sich am Millerntor über den Rückstand des großen HSV in Paderborn. Wer den Schaden hat…. Bochum überstand diese Phase unbeschadet, auch weil Bella Kotchap und Bandwoski gut antizipierten. Es war kein wirklicher Sommerkick mit vielen Toren, so spannend war es leider nicht. Die 1. Halbzeit war viel Rauch um nichts, aber es gab ne nette Choreo und man konnte froh sein, das Ganze unbeschadet zu überstehen.
In der 2. Halbzeit war Bochum nun aktiver, befreite sich von dem Druck und Ganvoula wollte zeigen, dass er Bochum die Million wert sein sollte. Aber dann hätte er das 0-1 machen müssen; sein Schuß war zu unpräzise. Hinterseer, der mit dem HSV in Verbindung gebracht wurde, blieb total blass.
Bochum hatte nun 2-3 Chancen, aber der erste Sieg am Bunker seit 2014 gelang nicht. Allerdings fehlte Pauli auch mit Meier der Striker, der es ausmacht. Allagui hatte eine 100 % frei vor Riemann vergeben und Meier bekam keine mehr.
Zwei mittelmäßiges Teams bemühten sich zu zeigen, dass sie es besser können, sie sind aber nur Mittelmaß. Das Publikum ist top, 29.500 bildeten eine gute Kulisse und es gab „den Lauf gegen rechts“ ebenso wie kurzweilige Stadiondruchsagen.
Das 0-0 hatte Bestand und wir können uns auf Sonntag freuen. Da kommen 10.000 Unioner und wollen noch an Paderborn vorbei, wobei Bochum 10. Bleibt.
Fußball war nicht das Tollste an diesem Wochenende, wo wieder fast 4.000 Bochumer an die Elbe gereist waren, aber ohne Fußball ist es auch irgendwie öde. Und so war auch dieses Spiel, lauwarm, so war die Saison, also ob man die Dönninghaus mit dem Sous vide-Stick gegart hätte und das Fiege lauwarm war.
Mit den Hamburgern konnte man gut noch quatschen und ein Astra zischen und in die Hansestadt kann man auch gut zweimal in der neuen Saison hinreisen, nicht nur zum Hafengeburtstag, einfach immer. Das bockt.

Tom, CB‘93

P.S.: Grüße an Dieter und die nette Combo von Semper Fidelis

Die christliche Seefahrt

8. Mai 2019

Vor und nach dem Spiel gegen St Pauli mach ich immer einen Podcast mit den netten Leuten vom Millernton, das hat jetzt schon 2-3 Jahre Tradition. Mir macht das immer Spaß und es nimmt die neue Angst vor dem Paulispiel ;-(. Die Leute von 1848 machen gerade auch einen neuen guten Poadcast zu Bochumer Themen, da könnte der Sambazug der ZuZ, der Hafengeburtstag HH als Auswärtsziel ein Thema sein, natürlich der Angstgegner Pauli oder warum wir VfL’ler IMMER so deppert in Hamburg. Aber die netten Sankt Pauli Leute können natürlich auch nicht ohne links zu politisieren und haben dann nach dem Poadcast einen Spot für die Seenotrettung gesendet (christliche Seefahrt und so ;-) ) und ich hab das nicht sofort gecheckt, wie politisch das gemeint war und dachte ganz naiv, „och cool, die Hafenstadt und das Denken der Leute als Seeleute um die Leute, die schiffbrüchig sind“ lebt weiter. St. Pauli, das andere Playmobilpiratenschiff, das passt ja und das steht bald auch am Ende der neuen Seidenstraße. Der VfL hingegen scheitert nicht wirklich an der Linksintellektualität des braun-weißen Umfeldes wie die SPD an Kevin K., sondern der scheitert seit 2014 an seiner chronischen Unkonstanz in Liga Zwei - seit neun Jahren am Spitzenmodus. Oder wie VfL-Jesus sagen würden: „scheiße oder wat?“. Das gilt es nun also erneut zu ändern für Dutt/Sesi/Villis und Co. Und ich will Sonntag in Hamburg endlich mal wieder mit meinem Team siegen. Das hätte uns schon im Oktober beim 0-0 gegen den HSV gut zu Gesicht gestanden. Der reine Partytourist, das reicht einfach diesmal nicht.
Aber der Weg dahin ist ja möglichst gut sich zu platzieren im TV-Ranking, um den nächsten Hinterseer und Gyamerah zu finden. Hätte Silvere Ganvoula immer so aufgetrumpft wie beim 4-2 gegen Magdeburg, er wäre mehr als nur eine Option und mehr als ein ewiges Fragezeichen, genau wie die Verletzten Sam und Maier. Dazu kommt Zoller langsam wieder und Kruse wird nun nicht so vermisst vom Trainerteam, der Australier war auch zu selten formkonstant. Bandowski ist so ein Fall wie Gyamerah vor drei Jahren, massig Talent, aber man weiß nie, ob der mal vom Körper her in den Leistungssport reinpasst.
Das Casting der Jungen wird etwas reduziert werden, Römling, Bella Kotchap und Kokovas weiterhin ihre Chancen kriegen - wie Saglam auch. Und auch Leitsch wird ab September wieder seine Entwicklung zeigen dürfen. Insgesamt wird das Team verjüngt und der Blick bleibt unverändert auf die Spitzengruppe 3-7 gerichtet für 2020, allerdings mit mehr als einem Fragezeichen.
In Hamburgs heiligem Verein ist heute Jos Luhukay Trainer, einer der bei uns kommen sollte nach Verbeek, dann kam Atalan und das war dann von Anfang an ein Reinfall. Damals hätte uns Jos Luhukay gut getan, wer weiß. Mit St. Pauli verlor er zunächst einmal und war zunächst nicht der neue, gute Besen nach Kauczinski.
Beide Clubs haben relativ wenig Berührungspunkte und Rivalitäten und gehen dennoch einen komisch gemeinsamen Weg in der Tabelle der zweiten Liga. Während beide vorletztes Jahr Abstiegskandidaten waren, letztes Jahr gescheiterte Mitfavoriten, ist das dieses Jahr nur nach der FC Sankt Pauli. Wir VfL‘ler sind einfach nur noch graues Mittelfeld seit Februa 19r, das Team über den Zenith, nie bereit sich zum äußersten zu Quälen für den Sieg. Bloß nicht verlieren, statt unbedingt siegen heißt das Motto. Und nun stehen die Hamburger nur noch etwas vor uns, wurden vor 2 Monaten von HSV 0-4 zu Hause entzaubert. Im Endeffekt bewegen sich Sankt Pauli und Bochum wie leicht meschugge Brüder im Gleichschritt durch die Zweite Liga.
Wie wird es also Sonntag? Für die VfL-Fans in HH verkatert vom Fr und Sa, für die Sonderzugfahrer ziemlich aufgedreht und für alle anderen ein Spiel um die goldene Ananas. Und Hinterseer und Gyamerah könnten im Prinzip in der Hansestadt bleiben….leider.

Oder wir machen es wie der Neusser, boykottieren das alles wegen dem Kommerz und so und gucken Altona 93, ach nee, hoch zu hochklassig.

Wir sehen uns in Hamburg. Tip 3-3. Ganvoula trifft und der Ex-Bochumer Diamantakos auch. Und Lukas groovt sich ein.

VfL: Riemann - Kokovas, Hoogland (Fabian), Bella Kotchap, Baumgartner — Lee, Tesche (Eisfeld), Saglam, Losilla, Pantovic – Hinterseer (Ganvoula)
Himmelmann - Park, Becker, Hoogma, Dudziak - Kalla, Daehli - Miyaichi, Allagui, Buballa - Diamantakos

Tom, CB’93

P.S.: Der akteulle Gruß gilt Kloppo und seinen Liverpoolern, 4-0 in Anfield - das war der Hammer, besonders der Eckstoßtrick war groß

Tom, the silver gun and General Lee

5. Mai 2019

Man hatte als Bochum-Fan nicht unbedingt den besten und filigransten Fußball erwartet, aber man bekam beim 4-2 des VfL über den FCM das, was man erwarten konnte: Spannung, Emotionen und viele Tore - aufgrund suboptimaler Abwehrarbeit - und einen Heimsieg über einen designierten Absteiger, der mal ein Aufsteiger war. Tja, 3000 Magdeburger wären eine tolle Kulisse gewesen, aber der Sonderzug wurde am Bochumer Hbf. gestoppt. Eigentlich gabs wohl brennende Fackeln im Zug und wurden geworfen, aber ich war nicht dabei und längst im Stadion. Der Entlastungszug sollte durchsucht werden und das wollten die Sachsen-Anhaltiner nicht, so gab es ein Patt am Hauptbahnhof und die Magedeburgkurve im Ruhrstadion sollte sich erst in der 65. Minute füllen. Da war aber das Spiel schon praktisch gelaufen und Bochum auf der Siegerstraße.
Das war ganz am Anfang anders. Bochum unter Druck, weil der FCM drückte und die Westfalen wackelten 2-3 Male bedenklich, wie ein Pudding, den man festgenagelt hatte. Hoogland musste zuschauen, wie an der Castroper die Anfangsphase und damit die erste halbe Stunde an den FCM ging, was optische Überlegenheit betraf. Dabei waren die Neulinge in Liga 2. verschwenderisch und harmlos vor dem Tor. Da muss Oenning mit dem Team noch üben, wenn er gegen Union und Köln das Wunder von zwei Siegen schaffen will. Ich persönlich glaub nicht dran, denn nur Duisburg war ähnlich schwach im Ruhrstadion wie Magdeburg, wo offensichtlich nur die Fans “was umstoßen. Man kann bedauern, dass Ingolstadt, Sandhausen sich retten und nun Magdeburg runter muss oder ein einfach sagen “benehmen sie oft danaben”, “müssen se halt runter”. Oder war das “Polizeiwillkür” oder überziehen der Regeln? Das liegt wohl im Auge des Betrachters, unterhaltsam war der gestrige Nachmittag allemal.

Während also Magedburg versuchte ein Tor zu erzielen, war Silvere Ganvoula - the silver gun - eiskalt und machte in der 42. Minute das 1-0: psychologisch günstiger Zeitpunkt. Die Magdeburger werden mitbekommen haben, das ING in Hamburg führte und sie überholt hatte. Das erhöhte den Druck auf die Mitteldeutschen und prompt kippte das Spiel eindeutig zugunsten des VfL Bochum. Die Chancen wurden im Minutentakt erspielt und dann war Pause. Zeit für alle durchzuamten und das Tempo sollte zunehmen.

In der zweiten Halbzeit sollte es ein vogelwildes Spiel werden, Baumgartner, oft mit Licht und Schatten, machte in der 50. Minute das 2-0 und sorgte für eine Vorentscheidung an der Castroper Straßen. Bochum hatte nun eine Vielzahl von Chancen und nutzte die Lücken, die die Abwehr des FCM bot.

Tom Weilandt machte das 3-0 und damit war der Drops gelutscht, man hätte zur Ritterburg gehen können und Fiege zischen. Doch Magdeburg fehlten zwar die offensiven Mittel, um ein 3-3 zu ermöglichen, aber ein 3-1 fiel dann doch, obwohl 3 Bochumer auf der Linie standen. Riemann wie immer ein Torwart, der fast alles kann, aber dann bei Basics scheitert.

Nun kamen die Sonderzugfahrer aus Magdeburg an und die aus Solidarität draußen gebliebenen Blau-Weißen gingen nun auch raus. Zeitglich hatten die UBs ein Transparent hochgehalten, wo irgendwas mit Solidarität mit dem U-Block stand: Eine Aktion, die chronologisch passte.

Tom Weilandt machte danach sein Doppelpack zum 4-1 und somit waren die Weichen auf Entspannung gestellt. Die Riesenlücken in der Abwehr der Mitteldeutschen, da muss sich Oenning Gedanken machen für die restlichen zwei Spiele. Irgendwie ein Typ wie Uwe Fellensieck, dieser Ex-Bochumer Oenning, er hat damals Gündogan nach Nürnberg gelotst, dem VfL entging damals viel Geld und Potenzial.

Das 4-2 war dann Ergebniskosmetik und ein 5-2 fiel nicht mehr, weil Ganvoula, Weilandt und Lee merkten, da kann man noch mehr Tore machen, aber das Spiel ist eh gelaufen. Hinterseer war da schon draußen, er spielte eine unauffällige Partie und Bandowski deutete an, was möglich gewesen wäre.

So war dann gute Laune auf Bochumer Seite angesagt, Magdeburg machte auch ne Schalparade und im Prinzip konnte man zufrieden sein in einer Saison, die mehr als enttäuschend verlief, wurde gestern der Klassenerhalt gefeiert.

Nun steht Bochum ein Umbruch von 7 Spielern und mehr bevor, Sesi und Robin müssten viel Arbeit verrichten und ein gutes Händchen haben. Der neue, mögliche Investor wird ein Konfliktpotenzial bieten, dazu droht Abstiegskampf, wenn man eben auch die guten Leuten von Gyamerah über Hinterseer bis Sam verlöre.

Magdeburg wird das egal sein, Bochum spielte nicht für sie mit einem 3-2 in Aue und eben mit dem recht überzeugenden 4-2. Die Stadt, die im Dreißigjährigen Krieg so zerstört wurde, wurde diesmal nicht von den Schweden, sondern von der eigenen Abwehr im Stich gelassen.

Tom, CB`93

P.S.: Grüße an den “Überschriftenflüsterer”, der war wohl gestern jut drupp

Das Traktat des Scheiterns

2. Mai 2019

Scheitern gehört sicher zum Leben dazu. Scheitern ist normal, man muss nur immer wieder aufstehen. Scheitern kennt man als graumeleirter Bochumfan sicherlich sehr gut - nicht erst seit Lüttich 2004 und Scheitern hat der VfL-Fan mit der Muttermilch quasi aufgesogen (nicht erst seit dem verlorenen Pokalfinale gegen Eintracht 1988).
Aber manchmal wird es einem einfach persönlich zu viel. Ging mir am Sonntag so. Manchmal hat man einfach keine Lust mehr auf diese Situation - wie beim ersten Date wegen GNTM versetzt zu werden - und das alle sieben Tage.
So muss es den 200 Getreuen am Sonntag in Aue gegangen sein, einfach grummelnde Wut. Ein 2-0 aufgeholt, mal wieder rangekommen und Hoffnung geweckt, es werde anders,: 2-2 und dann reißt der Tim einfach einen Lilanen um. „Saudämlich“, „der Esel“ oder „ich hab einfach keinen Bock mehr“ waren da noch die harmlosesten Kommentare. Und ich hatte vorher schon keinen Bock mehr nach Aue zu fahren, also bleibt man gegen Magdeburg konsequent zu hause bzw. geht auf die standesamtliche Hochzeit einer Ex-Arbeitskollegin? Gemach, so ist der Bochumfan auch nicht gestrickt. Erst mal geht er vor dem Fernseher oder im Stadion ab, pöbelt rum (Ärger muss raus) und dann sucht er den Schuldigen: Das kann der Schiri sein, Riemann (wegen des 2-0), Hoogland beim 3-2 oder eben Hinterseer, wenn er wie beim 0-0 in Darmstadt zweimal verballert.

Nun kommt also Samstag Magdeburg nach Bochum, ein Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt, der mit vielen Fans die Liga 2 bereichert, aber der ein überschaubares fußballerisches Potential offenbart. Perthel vom VfL sollte das bereichern und der mitteldeutsche Club müht sich weiterhin redlich, aber ist nun immer noch auf einem Relegationsplatz und muss noch nach Bochum und nach Köln. Dazu muss Magdeburg noch gegen Union Berlin spielen. Leicht ist anders. Und Scheitern, ja Scheitern kennt man auch bei dem Europapokalsieger von 1974 gut. Und bei dem Restprogramm können die Blauen auch noch direkt absteigen. Ich fänd das schade, aber es ist fast ein vorprogrammiertes Scheitern, sicher mit Minitetat, aber auch nicht mit der Fantasie von Paderborn oder dem Charme von Freiburg als ewiger Underdog.
Käme es anders, wäre es möglicherweise schlimm für uns. Die Anhaltiner müssten 9 Punkte und 10 Tore aufholen auf den VfL und das wäre wirkliches Scheitern von unserer sehr wechselhaften und laut Sesi „über ihren Zenit hinaus seienden Mannschaft“. Das Team hat dieses Jahr viele Fans genervt, weil es konsequent nicht an die Potentialgrenze gegangen ist und Möglichkeiten ganzjährig – besonders im Februar vergab. Der VfL verspielt seit 2010 leider damit weiterhin eine neue, junge Fangeneration.
Dutt wird bis Ende Mai 2019 vermutlich 10 Verletzte zu beklagen haben, aber Bandowski, Kruse und Co könnten so langsam wieder fit werden. Hinterseer hingegen will mit weiteren Toren den Marktwert steigern und Gyamerah hat Sehnsucht nach Hamburg, vielleicht auch nächstes Jahr im Hamsterrad 2. Liga.
Aber dazu müssen wir Samstag endlich wieder siegen und es ist möglich, auch wenn Magdeburg als Legende des Ostfußballs sich teuer verkaufen wird. Und auch sie werden wie Aue kratzen und beißen. Da braucht man Coolness und gute Nerven.
Diese Coolness braucht auch Dutt seit Wochen, sieht sein Team vom ersten Spieltag an als Jojo mit der Formkurve. Da fallen früh Maier, Pantovic, Leitsch und Bandoski aus, spät Kruse, Sam und Gyamerah, aber das gilt alles am Samstag nicht mehr.

Ich will nicht mit den “berühmten” Hammerwerfen kommen, die irgendwie mit Glück in Hamburg siegten, aber es geht in die Richtung, sorry Marcel Maltritz. Als Fan kann man ja wohl ohne „Wenn und Aber“ verlangen, dass der VfL Bochum am Samstag siegt, irgendwie. Alles andere wäre ein Magdeburgisieren des VfL Bochum und seiner geliebten Castroper Straße 145. Klar, da wird eine ordentliche Auswärtsschar von bis zu 3000 Fans kommen und die werden ordentlich laut sein. Aber wir müssen nun auch an unseren theoretischen Klassenerhalt denken und brauchen daher noch einen Punkt. Ich will Magdeburg nicht in die 3. Liga schießen, aber wie gegen den MSV wird es so kommen, Bochum siegt knapp. Sorry Zebras und liebe Magdeburger, so scheitert ihr und wir wissen zu gut, was scheitern ist, da sind wir gefühlt westdeutscher Meister im Scheitern zusammen mit Aachen, Duisburg, Bielefeld und RWE.

Statistik von VfL4u:

Samstag, 04.05.19, 13:00 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Hinspiel: FCM - VfL 0:0 (02.12.18)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Kokovas, Hoogland (Fabian), Bella Kotchap, Baumgartner - Lee, Tesche (Eisfeld), Saglam, Losilla, Pantovic - Hinterseer
FCM: Brunst (Seidel) - Niemeyer (Lewerenz), Erdmann, Hammann, T. Müller, Bülter - Laprevotte, Kirchhoff, Ignjowski (Rother) - Beck, Lohkemper

Tom,CB‘93

P.S.: Tip auch hier 2-1 für Bochum gegen Magdeburg

uuups - ausgerutscht

28. April 2019

Der VfL Bochum verlor vor über 10.000 Zuschauern in Aue in der Nachspielzeit durch einen Foulelfmeter 3-2. Es war der erneute harte Aufprall des VfL auf dem harten Boden der Realität in Sachsen. Bochum bliebt 10. und hat 9 Punkte und 10 Tore Vorsprung auf Magdeburg, die Samstag in Bochum erstmals vorbeischauen. Der VfL wartet weiter auf seine theoretische Rettung, die Fans warten auf irgendeine Form Konstanz und Dutt wartet vermutlich auf seine 11 Verletzten Spieler - bis zum Juni oder warten auf GODOT.

Das Spiel heute im Erzgebirge stellt gleichsam einen Spiegel einer ziemlich verkorksten Saison dar. Ein kleiner Haufen Aufrechter im Gästeblock (200?), das Wetter nieselig, Dutt hat mutig aufgestellt (hinten), Bochum kommt raus aus dem Spielertunnel auf den Platz und zack es steht 1-0 für Aue. Tesche nicht glücklich, der Debütant Armel Bella Kotchap nicht ganz präsent im Zweikampf und dann wurde “Flankengott” Baumgartner ausgetanzt wie ein betrunkener Zirkusbär: es stand nach 7 Minuten 1-0 durch Zulechner und Bochum musste sich erst mal finden. Es gelang ein wenig sich freizuschwimmen, obwohl Testroet und Zumlechner die Grünen forderten. Riemann faustete das 2-0 erst einmal weg, ehe er einmal in der 37. Minute ganz übel patzte. Ein Schuß ließ er passieren: er - der beste Bochumer der letzten Spiele - ausgerechnet er - sagt die andere Häfte der VfL-Fans. Das 2-0 durch Testroet half den abstiegsbedrohten Velchen im Duell der Ex-Bergbaustädte. Man mag es dem FCE gönnen, Bochum schoß sich erneut ins Knie und der Supergau kann nun von Pessimisten herbeigeredet werden. Aber die Elf von Dutt arbeitet sich auswärts nach schwachen Phasen gerne herein, aber seit Köln kann Bochum nicht mehr auswärts siegen.

Hinterseer machte per Kopf das 2-1 kurz vor der Pause und nun konnte es doch noch spannend werden. Hätte die Defensive sich nicht gefangen, hätte uns die Wismut 4-0 nach Hause geschickt. Ein Bloggerkollege Jens schickte folgende Abwehrnoten: Riemann 5, Kokowas 5,5 , Hoogland 5, Bella Kotchap 4, Baumgartner 5 …. und das ist noch fast nett. Meine: Riemann 5, Kokowas 5,5 , Hoogland 6, Bella Kotchap 4, Baumgartner 5,5

Lee prüfte die Latte und Bochum tat mehr nach vorne. Auch die Lilanen versuchten was, aber Bochum wurde präsenter und hatte mehr den Ball. Die Gastgeber wurden nun kontrolliert und der eingewechselte Silvere Ganvoula köpfte das 2-2 in der 75. Minute, Da war die Erleichterung im 450 km entfernten Bochum zu spüren und manch einer dachte, die Kopfschmerztablette vom Maiabendfest wirkte nun. Und tatsächlich hatte man den Eindruck, Bochum könne noch mal aufdrehen und das 2-3 erzielen. Pustekuchen, die Nachspielzeit lief, Lee vertändelte auch nicht zum ersten Mal in der Vorwärtsbewegung den Ball, Hoogland riss Ioyo 2 Meter um: das begann außerhalb und endete im Strafraum. Elfer vor der Auer Kurve, Nazarov tritt an und macht Männel, Wydra, Kempe und die Fans in Lila froh: 3-2- ach - du dickes Ei.
Hoogland hat sich sicher geschämt für seine saudumme Aktion, Riemann fürs 2-0. Und Baumgartner, na der sollte besser Skifoan.

In Bochum gingen heute viele Köpfe nach unten und für Magdeburg - und nun auch wieder für uns- , wird es ein harter Tanz in den Mai, drei Tage nach dem Tag der Arbeit.

Ich bin da, aber Begeisterung sieht anders aus für die letzten drei Spiele.

Tom,CB`93

In den Mai reinrutschen

27. April 2019

Der stark gefährdete FC Erzgebirge Aue trifft am Sonntag um 13.30 Uhr zu Hause im neuen Stadion auf unseren VfL Bochum, der ist knapp nicht mehr im Abstiegskampf (zweimal ungeschlagen ;-) )) aber weit entfernt von oben, die Veilchen haben noch eine leicht positive Ausgangsposition nicht abzusteigen, müssen aber gegen den VfL Bochum dafür gewinnen. Und da kommt es ja dann auf die berühmte Einstellung an und das macht den VfL-Fans dann wieder Angst vor der zeitweisen Jojoeinstellung ihres Teams. Gegen Fürth stimmte die Einstellung weitestgehend und in 98 war man insgesamt wacher hinten als in Regensburg, nur für die Zuschauer war es in der Hitze Darmstadts überschaubar interessant. Dabei liefen und kämpften die Jungs gegen die Lilien und die Abwehrspieler arbeiten sich in die Partie. Hinterseer vergeigte, an dem Tag nicht so gut drauf wie gegen Fürth - und so traf er in drei Spielen immerhin viermal, zZ hängt Bochum sehr an seinem großen Stürmer. Kruse ist wieder im Training, Ganvoula wäre da, eigentlich müssten die drei dem VfL in der Schlussphase helfen, konstante Leistungen bringt von dem Trios, wenn nur Lukas.

Hinten hatte Baumgartner nach vielen schlechten Spielen mal einen ganz guten Tag, dann machte ihn Günni gleich zum “Flankengott”. Ich bin da etwas vorsichtiger,bin mir nicht sicher, ob er und der verletzte Leitsch schon das Duo IV für das nächste Jahr sind. Dazu wackelt Hoogland ein wenig, Celozzi fehlt und Soares eh. Es bleibt schwierig für Dutt, das beste Team zu finden.
Dazu fehlen die Kreativen Sam, Maier, der faktisch suspendierte Kruse, um spielerisch die Klasse und Dominanz der Hinrunde zu kriegen. Klar, da war man sicher nicht perfekt, auch nicht konstant, aber immerhin meist stärker als der Gegner. Das ist irgendwie seit dem Heimsieg im Januar gegen den schwachen MSV verschwunden und so trudelt man aus der Saison. Mit einem Sieg in Aue würde Bochum den Relegationsplatz auch theoretisch vermeiden und die 200 Mitgereisten für ihre Mühen belohnen. Ich hab ja auch überlegt hinzufahren, ich mag solche Spiele eigentlich, auch wenn die Luft beim VfL fantechnisch seit dem schrecklichen Frühjahr etwas raus ist. Eine Bahnfahrt von Zwickau (da müsste man hin, von Aue geht nur das Taxi) nach Köln-HbF würde laut Plan ca. 8 Stunden dauern, dann bin ich immer noch nicht zu hause. Dazu ist der Preis der Bahn immer schön hoch, um vorher hin von Köln nach Bochum zu kommen per DB, zahlt man sportliche 25 Euro. Das nur mal so zur Diskussion, um vom Auto auf die Bahn mal umzusteigen. Aber klar, ginge es um den Aufstieg, würde man es dennoch machen, so glotzt man SKY, so ist das eben.

Aber was werde wir zum Ferienende NRW sehen? Ok, das Zelt in Harpen ist seit gestern offen, also die Deckendeko? Sicherlich bis in die Haarspitzen motivierte Veilchen, auch wenn es vermutlich kein 6-1 wird - wie vor 6-7 Jahren im Schnee. Nein, Bochum wird wieder - wie bei den Lilien - sich reinknien müssen und Fußball arbeiten, was nicht jeder unserer Spieler über 90 Minuten tut. Regensburg, Bielefeld mahnen deutlich. Bei Aue ist auf Testroet und Zumlechner zu achten, aber Riemann ist ja zZ in Topform und mit Hinterseer rechne ich auch irgendwie. Da ist die Tendenz erst mal Remis. Da wäre auch eine Chance die abstiegsgefährdeten Lilanen, durch die Siege der Konkurrenz akut unter Druck, aus zu kontern und 0-2 zu schlagen. Dann könnte das blau-weiße-Team den Klassenerhalt saven und die enttäuschtenLeute ein wenig versöhnen und einladen, den Konkurrenten Magdeburg nächste Woche zu Hause ebenfalls zu besiegen. Dann könnte man erhobenen Hauptes eine missratene Saison zu Ende führen und gegen Pauli und Union die Ehre retten, auch mit 10 Verletzten.
Wydra, die Hydra wird auch morgen nicht helfen, er spielt wie der Kempe Bruder nun bei Aue, aber Tiffert, Bertram sind weg, Cacutalua als Ex-Bochumer verletzt. Dennoch wird es unangenehm für uns in Sachsen, wenn wir wieder uns die Butter vom Brot nehmen lassen. Wenn aber grau gegen Lila richtig fighten lernt, die Youngster bei allen Fehlern wieder alles geben, kann Sonntag trotz der Unken ein guter Tag werden.

Bei Fifa 19 war es ein mageres 0-0, ich tippe auf 1-1.

Statistik von VfL4u:

Sonntag, 28.04.19, 13:30 Uhr, Erzgebirgsstadion

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür, pfiff den VfL zuletzt beim 1:3 gegen St. Pauli im Dezember 2018)
Assistenten: Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main), Patrick Kessel (Norheim)
4. Offizieller: Lothar Ostheimer (Beratzhausen)

Hinspiel: VfL - EA 2:1 (24.11.18; Weilandt (2); Testroet)

Voraussichtliche Aufstellungen:
EA: Männel - D. Kempe (Kral), Breitkreuz, Kalig, Rizzuto - Riese, Wydra, Hochscheidt, Fandrich - Krüger, Zulechner (Testroet)
VfL: Riemann - Kokovas, Hoogland (Baack), Fabian, Baumgartner - Lee, Losilla, Saglam, Eisfeld (Tesche), Pantovic - Hinterseer

Tom,CB`93

P.S.: Gruß an Drohni, der hinfährt

Wenn die Schokoladeneier in der Sonne schmelzen…

21. April 2019

Die Sonne brannte erbarmungslos auf die knapp 800 VfL-Fans nieder, die neben der abgerissenen Gegengrade im zukünftigen Merck(?)-Stadion versuchten, ein wenig Stimmung zu machen und ihr Team zum Sieg zu brüllen. Nun, 11 Verletzte hatte Bochum bis dato zu beklagen und war dennoch recht mutig und zuversichtlich nach Darmstadt gereist, warum sollte man. Das 3-2 von Fürth im Rücken, nicht mehr vom Abstieg “bedroht”, so wollte Dutts Team am Bölle Punkte mitzunehmen und das ging nur, wenn man den Kampf an nahm. Der VfL Bochum nahm den Kampf an, hatte in Grün die richtige Attitude - gegen die kampfstarken Lilien - doch Baumgartner und Kokovas in der IV brauchten Zeit, um sich ins Spiel reinzukommen. Wir sahen keinen klassischen Sommerfußball, denn von der 30-40. Minuten beharkten sich beide Teams und waren gleichwertig. Lukas Hinterseer hatte eine Chance mit dem Kopf, auf Darmstädter Seite der Bonner Heller. Doch es blieb beim 0-0. Riemann war auf Bochumer Seite wie in der Vorwoche fehlerlos und machte das Spiel des VfL schneller, doch es dauerte ein wenig, bis Bochums Offensive ins Rollen kam. Hinterseer hatte etwas Mühe heute, Lee verlor zu viele Bälle, das 0-0 zur Halbzeit schien gerecht. Und der Schiri sorgte in dieser spannenden, aber an Höhepunkten armen Partie mit seiner ruhigen Art, das Spiel zu leiten, für keinen zusätzlichen Aufreger, so blieb der Puls der Fans beider Lager auch was das angeht Ostersonntag ruhig.
Aber wer bei der Hitze noch eine Steigerung in der 2. Halbzeit an Höhepunkten erwartet hatte, wurde enttäuscht. Lagen die Teams von unten zurück, so reichte Bochum und Darmstadt ein Remis. Das heißt nicht, dass Grammozis oder Dutt nun auf Unentschieden spielen ließen. Aber Darmstadt 98 griff später an und Bochum hatte in der Folge in der eigenen Hälfte Ballkontolle, aber noch nicht den Zugriff in die Spitze. Beide Innenverteidigerduos hatten “ihre” Stürmer im Griff. Während Lukas Hitnerseer letzte Woche “Man of the match” mit Riemann war, ist er heuer der Depp. Ball kommt perfekt auf ihn, aus 7 Metern verfehlt er mit links das Tor. Den hätte er machen müssen, aber so ist Fußball, mal Held, mal Depp, mal weder Fleisch noch Fisch.

Bochum hatte ab der 75. Minute alles im Großen und Ganzen im Griff und nun brachte Robin Dutt Ganvoula, Grammozis noch den Ex-Bochumer Wurtz. Doch, obschon der VfL stark war, erzielte er kein 0-1. Das wäre möglich gewesen, auch wenn man nicht den Eindruck hatte, es fällt unbedingt noch ein Tor und ein Team muss “Auf Teufel komm raus noch siegen”. Darmstadt bot nun nur noch Ansätze und der VfL wirkte reifer, aber es fiel kein Tor mehr, auch nicht in zwei Minuten Nachspielzeit.

Mit dem 0-0 waren die meisten irgenwie zufrieden, manche Fans hatten Sonnenbrand oder einen Schwips, aber wie gegen den HSV war dieses 0-0 eher ein Punktgewinn. Bochum kann nicht mehr direkt absteigen, aiuch eine mögliche Relegation gegen Halle scheint unwahrscheinlich. Und ehrlich, da hätte ich verdammt wenig Bock drauf, lieber entspannt gegen Aue und Magdeburg als unter massiven Druck gegen Halle, wo “die Dummen angeblich nie alle werden”.

Aber Shakehands nach dem 0-0 vom Böllenfalltor und die Bochumer traten die Heimreise an, mit der Erkenntnis, dass sie immer noch Talente haben, die taugen, dass nächstes Jahr alles besser wird und dass man nun 10 Jahre Zweite Liga spielt; ss gibt Schlimmeres, es gibt Besseres.

Aber irgendwie fragt man sich als Fan, ist das nun gut oder schlecht. Ich bin mir nicht sicher und warte mit der Bewertung noch 4 Spiele ab, aber 11 Verletzte ist zuviel - und das ohne “Wenn und Aber”.

Tom,CB`93

P.S.: Gruß an Klaus

Die Sehnsucht nach dem Gestern

18. April 2019

Der Mensch wird ja vom ersten Tag seines Lebens stetig älter. Am Anfang ist das eine große Freude, das zu sehen. Dann wird es auch mal schwierig und irgendwann hat man den Eindruck, die Zeit steht still -oder fließt nur nach vorne. Dann kommt die Phase, wo man beginnt nur noch in die Breite zu wachsen und die Vergangenheit glorifiziert. Und in der sind aktuell nicht wenige Fußballfans. Und da freut mich sich, wenn Ajax Amsterdam die gepuderten Turiner rausschmeißt mit ihrem gockelhaften CR7 und das mit einer echten Mannschaft ohne echte Stars. Eine Wohltat für Nostalgiker und der Wunsch nach einem Finale gegen Liverpool im 30.Jahr der Katastrophe von Sheffield wächst. Endlich wieder Teams mit Flair und ohne Totengräberstimmung wie ein Barcelona auch mit Messi. Und für die Leute wäre auch ein Jochen Abel besser als ein Hinterseer bei den Lilien.
So ein Match ist aber auch Ostersonntag, alte Vereine, Tradition. Am Böllenfalltor spielt Darmstadt 98 gegen Bochum und das war nicht nur 1981 für den VfL ein Flop wie 2015. Aber es ist Old School, da kommen gute Gefühle hoch. Da siegte man 2017, aber nach vorne brachte den VfL das nicht. Im Hinspiel siegte man 1-0 im Ruhrstadion und Trainer Schuster musste irgendwann gehen. Dafür kam mit Grammozis ein Bochumer Jugendtrainer, der schnell einen positiven Effekt hatte wie einst bei unserer A-Jugend. So musste auf der anderen Seite Dutt sehen, wie schwer es ist oben mitzuspielen, also zumindest um Platz 3, wenn das Team die Bissigkeit, der letzte Wille, das Biest im Spieler und die Konstanz stimmt. Daran waren schon Neururer und Verbeek gescheitert und nun droht auch Dutt diesen Weg zu gehen. Denn mit dem Sieg gegen Greuther Fürth und dem Auftritt von Herbert waren zwar die Seelen massiert, aber letztendlich nur der Abstieg vermieden. Und diesem Team ist leider zuzutrauen, dass man am Sonntag wieder zum Osterhasen gemacht wird. Und dann wäre Aue nicht leichter. Man wünschte sich das eigene Team würde so kämpfen wie die Eintracht in der Europa League.

Mit Gündüz und Heuer-Fernandez (früher Esser) sind weitere Ex-Bochumer im Team der Lilien und dort entsteht nun auch die Vision der modernen Stadions mit den Annehmlichkeiten der Gegenwart oder den Charme des Alten. Und ohne die Vergangenheit zu sehr zu mystifizieren, das Duell Darmstadt gegen Bochum ist halt auch aber nicht nur Nostalgie.

Sonntag versucht Bochum zu xten Mal zwei Siege hintereinander und es ist möglich, auch wenn immer noch viele verletzte Leute fehlen, (neu) Celozzi, Leitsch, Danilo, Sam, Kruse (?), Gyamerah (?), Maier, Bandowski und und und . Aber auch mit Ihnen hat in der Hinrunde häufig die Einstellung nicht gestimmt und daher ist die Lage für Dutt zwar unbequemer, für uns Fans aber dieselbe Wundertüte, wenn der 10. beim 12. antritt. Böllenfalltor statt Eiersuchen, das werden sicher 1000 Bochumer bei Traumwetter machen. Es könnte sich ja lohnen.

Und auch wenn ich nicht da sein werde, bin ich äußerst gespannt, wie es läuft in der Stadt der Wissenschaft. Bochum sollte die traditionell starke Osterzeit mal nutzen, um gegen Aue und Darmstadt gegen den Trend auswärts zu punkten und nicht nur 40 Minuten okay abzuliefern, sondern 75-80. Naja, so richtig glaub ich nicht dran, 2-1 wäre eine typische Bochumniederlage in Hessen.

Ich tippe mal nicht und warte einfach ab. Und träume derweil von der Zeit, wo die Profis Schnörres trugen, Ahlenfelder angeschickert 35. Minute abpfiff, Bochum den BVB nicht mit der A-Jugend schockte und Ajax noch “zum Putzen” da war. Heute freu ich mich auf die in der Championsleague, du ahnst es nicht. Gegen Tottenham……lecko pfanni

VfL: Riemann - Baack - Kokovas -(Römling), Hoogland (Baumgartner), Fabian - Lee (Eisfeld), Losilla, Saglam, Tesche, Pantovic - Hinterseer

98: Heuer Fernandes (2,5) - P. Herrmann (3,5) , Höhn (3) , Wittek (4),Holland (3)-Palsson (2,5) , Moritz (3,5) - Kempe (3), J. Jones (3,5)- Dursun (4) , Heller (2,5) mit den Kickernoten aus dem 0-1 Sieg gegen Magdeburg

Tom, CB`93