Brown be quiet

21. Oktober 2017

Der Herbst ist da, der Regen ist da und mit dem Shitwetter kommt die fast schon traditionelle Bochumkrise. Das 1-0 in Braunschweig heute vor 19.300 Fußballfans (null Eventies) hätte theoretisch alles gehabt, was man als Fan so will. Tradition (Deutscher Meister 1967 gegen Ex-Unabsteigbar!), wenig Wellenreiter im Stadion und ein VfL der ebenso will wie die Eintracht. Die erste Chance nach 4 Minuten vergibt Hinterseer und der Fejzic muss raus dem Braunschweiger Tor. Könnte was drin sein?

Nein, Bochum hat wieder viel den Ball, aber keine Durchschlagskraft vorne, doch verliert der VfL den Ball in der spielentscheidenden Szene. Eisfeld auf Leitsch, die Gelben warten, sprinten dazwischen, Konter über rechts, die Dreikette noch nicht sortiert; Yldirim macht das 1-0. Und da ging es mir im halbleeren Bochumer Block so: ach kacke, dat wird heute wieder nix. Und es wurde nichts. Also erst mal rappelte sich Bochum in Weiß wieder auf und kam zu Spielanteilen und Chancen. Aber wie in der Kicker-Statistik zu lesen, Eintracht B. lässt Chancen zu, die werden nicht genutzt. Hinterseer war “stets bemüht”, aber er kam immer irgendwie falsch. So war es oft, soviel Bochum den Ball hatte, so selten kam man zum Abschluss. Und wenn dann war irgendein Bein der Niedersachsen dazwischen. Stöger gut, Kruse gut, Leitsch gut, aber der Rest? So ging man mit 1-0 in die Pause und Lieberknecht war genervt, weil er mit Fejzic und Baffo nun noch zwei Stammspieler verletzt ersetzen musste, wie schon Boland, Kelifi und Kumbela.

Der Regen kam, mit dem schlechten Wetter schwand die Hoffnung auf eine Wende gegen bemühte, aber überschaubare Gastgeber. Braunschweig verwaltete das Restspiel, Bochum mit etwas weniger Ballbesitz, aber immerhin mit etwas mehr Druck.

Rasiejewski hatte am Anfang Sam, Bastians, Losilla auf der Bank gelassen und Bastians holte sich gleich Gelb, als er reinkam.

Bochum spielte immer noch mehr, aber irgendwie hatte man nie das Gefühl, wir drehen das Spiel noch, obwohl das möglich gewesen wäre an der Hamburger Straße. Sind wir Team genug, um die Qualität der Spieler abzurufen? Der dritte Trainer sucht eine Antwort auf diese Frage.

Bochums Block der 500 blieb meist still im Regen, 200 Ultras war der Eintritt verwehrt worden. Es lief einiges gegen Bochum, aber Bochum half sich auch nicht selbst. Der nächste Ball von Yldirim ging ans Alu und Bochums Schlussoffensive ging ins Nichts. Also, man sah ein Bemühen und Weiß machte sich dreckig, wurde etwas brauner, aber das reichte nicht in Braunschweig (unpolitischer Wortwitz!).

Die Stadt mit der Fehde gegen Hannover überholte Bochum in der Tabelle, der VfL ist Dreizehnter und Hochstätter wird gegen Paderborn wohl wirklich das letzte Spiel vom Interimscoach erleben.

Verbeek provozierte den Rauswurf, Atalan hinterließ wenig und Rasiejewski wird bald weg sein. Wer kommt übernimmt ein Team von talentierten Halbentschlossenen und darf diverse Brandherde löschen, im Team, dazwischen, in der Fanszene und und und.

Was man dann demnächst ausgliedert, könnte weniger Geld erzielen, als man erhoffte. Denn ohne funktionierende und erfolgreiche Mannschaft kannste dich schwarz ärgern als Fan, als Investor drehste dich um und gehst. Und nach Paderborn und Düsseldorf werden dies einige tun.

Leider war das heute ein Beleg für letzteres.

Tom;CB’93

P.S.: Heute Grüße an den Emmericher, Jonas, Norbert und Eric

Der zweite Schritt ist immer nach dem ersten

19. Oktober 2017

Bochum hatte nach sieben schlimmen Tagen eine relativ ruhige Woche (Hostätter ist noch im Amt, liebe Bild!)- vor dem schwierigen, provinzialen Auswärtsdoppel in Braunschweig und im Pokal in Paderborn. Der VfL tritt die mittellange Reise(n) nach Osten mit 400-500 Auswärtsfans an und die Mannschaft kann selbst für Ruhe im Verein sorgen, wenn man, wie beim 2-0 gegen Sandhausen, schmucklos, humorlos und seriös siegt. Die Reaktion der Ultras in der Kurve ist auswärts umso wichtiger, da man als Ultra an der Hamburger Straße 50 % der Fans ausmachen wird. Und der Konflikt wurde letzten Samstag nur vertagt, bei Eintracht wird man sehen, wie die protestierende VfL-Szene reagieren wird. Gibt es da eine Boykott, gibt es Transparente oder passiert etwas anderes? Wir werden es sehen.

Spannender noch ist die sportliche Frage, wie das Team auf dem Rasen mit Bastians, Diamantakos und Co. reagiert, wenn sie bei den abwehrsicheren Niedersachsen antreten. Diese Gelb-Blauen lassen Torchancen zu, kassieren also nicht so viele Tore. Für die vorne nicht immer effizienten Bochumer als eine Herausforderung beim Relegationsteilnehmer anzutreten. Da hat man 2014 mal gewonnen, 2012 mal 3-0 verloren, die Bilanz ist gemischt.

Braunschweig, die aktuelle sportliche Nummer Drei in NS - nach Wolfsburg und Hannover, ist relativ gut gestartet und hat etwas nachgelassen. Auch Braunschweig läuft enttäuscht seinen Ambitionen hinterher. Der Meister von 1967 ist in jüngerer Vergangenheit ein Hort der Ruhe, hat seit 2007 einen Trainer namens  Lieberknecht, verglichen mit 1860 in den Vorjahren ist dieser Verein in ruhiges Fahrwasser abgeglitten: Das hat auch die Enttäuschung nach dem 6-0 in Bielefeld und der Relegationsniederlage gegen Golfsburg nicht geändert. Eintracht bleibt entspannt.

Boland und Kumbela können nicht gegen Riemann treffen, aber Nyman rückt in den Kader, dafür hat Bochum wieder Diamantakos an Bord. Bastians kann spielen, ist aber kein Kaptain mehr: Er könnte den jungen, formidablen Leitsch ersetzen. Dazu will Losilla wieder ins Team und die Rolle von Tesche ist spannend. Hinterseer tat das Gesäß weh, sonst stürmt er mit Kruse. Auch Wurtz könnte eine Alternative sein. Eisfeld oder Stöger als Spielmacher sind möglich. Dazu sind Junge wie Hemmerich, Leitsch, Bandowski und Gündüz können den alten Säcken Druck machen.

Samstag spielt der 11. beim 12. - und eigentlich hört sich Braunschweig gegen Bochum nach 3. gegen 4. an (laut Günni). Ist aber nicht so und wir werden in der Stadt der Löwen sehen, ob “unsere 2-0 -Schwalbe gegen Sandhausen” einen Spätsommer macht und wir mit breiter Brust zu selbstbewussten Paderbornern fahren. Wellblechhütte ick hör dir trapsen.

Ich tippe auf ein 1-1 auswärts und Schweigen im Gästeblock.

Statistik von VfL4U:

Samstag, 21.10.17, 13:00 Uhr, Eintracht-Stadion

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve, pfiff den VfL zuletzt beim 4:2-Sieg in Aue in der Vorsaison)
Assistenten: Dominik Jolk (Mannheim), Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main)
4. Offizieller: Jan Neitzel-Petersen (Hamburg)

Letzte Spiele gegen Braunschweig: VfL - EB 1:1 (18.11.16; Quaschner; Kumbela), EB - VfL 2:0 (23.04.17; Nyman (2))

Voraussichtliche Aufstellungen:
EB: Fejzic - Valsvik, Baffo, Breikreuz - Reichel, Moll, Zuck (Samson), Sauer (Becker) - Yildirim (Hernandez), Nyman, Khelifi
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian, Gyamerah - Eisfeld, Stöger, Celozzi, Hemmerich (Losilla) - Kruse, Hinterseer (Diamantakos)

Tom;CB’93  Gruss nach Hameln, Bad-Münder/Flegessen

So eine Erleichterung

14. Oktober 2017

Der verdiente 2-0 Heimsieg gegen Bochums leichten Angstgegner vom Hardtwald war sehr, sehr wichtig. Oh man, war das wichtig. Ich weiß ganicht, wann es wichtiger war als heute. Doch schon oft ;-) , aber das ändert nichts an meiner Erleichterung im sonnigen Ruhrstadion während Ende des Spiels so gegen 15.00 Uhr. Nun Siege sind prinzipiell immer wichtig und Profifußball als Ergebnissport braucht Siege wie die gute alte Conorde Kerosin. Also was ist heute anders als sonst gewesen?

Punktemäßig ist der eine oder andere wie der FCK, Fürth und MSV schlechter dran als der VfL. Und von Köln in der Bundesliga brauchen wir gar nicht reden. Aber man hatte sich im Sommer mehr erhofft an der Castroper Straße. Hochstätter hatte ein neues Team mit guten Namen gezimmert, aber Verbeek durfte nicht mehr und Atalan seit Montag nun auch nicht mehr. Der VfL Bochum hatte eine Horrorwoche hinter sich, wie sie im Buche steht. Jeder Tag war Freitag der 13. - gefühlt.

Am Ende der JHV gab es Tumulte, Knaller und leichte Randale, dann wurde der Cheftrainer Isi trotz WELCOME entlassen und Hochstätter sowie Bastians lieferten sich via Medien eine Battle, bei der Bushido neidisch geworden wäre. Jeden Tag hatten Rentsch, Droll und Co. was Neues zu schrieben (”Chaosclub”, Selbstzerfleischung”) und man wurde den Verdacht nicht los, dass die Medienvertreter es teilweise schon irgendwie genossen, Bochum aktiv in der Öffentlichkeit zu filetieren. Was nicht heißt, dass sie das eigentliche Problem waren, aber ein heftiger Katalysator desselben. Bochum hat immer noch 3-4 echte üble Baustellen, auch nach dem Sieg heute, kein Thema. Trotzdem sind viele der 13.200 Zuschauer erleichtert nach Hause gegangen.

Die Ultras überlegten ihre Maßnahmen (Heute erst mal: Drei Banner, Schweigen, kein Torjubel, schwarzer Balken) gegen die Entscheidung pro Ausgliederung. Teile der  lokalen Presse wetzten das Messer (der Revanche, Herr Droll?) und manch einer beim VfL goss - je nach Perspektive- kräftig Öl in das brodelnde Feuer. Und ich hatte wirklich Angst, das eine mögliche Stichflamme uns alle verkohlen könnte. Villis wird harte Nerven gebraucht haben.

Aber Interimstrainer Jens Rasiejwski hatte sein Team gut vorbereitet, junge Wilde wie Leitsch (für den suspendierten Bastians), Gyamerah und Hemmerich aufgeboten, dass man erst denken konnte - “oh oh, wenn das mal gut geht”. Aber es ging gut an und war ähnlich überzeugend wie das 2-0 gegen Ingolstadt. Das war eine positive Überraschung.

Dass zwei Österreicher ihren Tag Tortag hatten, macht Marcel Koller nicht zum Trainerkandidaten beim VfL, aber war wichtig wie die Topform von Kruse. Kruse bereitete Hinterseers 1-0 vor und auch das 2-0 durch Stöger. Bochums Team hatte in Halbzeit 1 alles im Griff, wie es schien, auch Riemann seine Nerven. Das war ja in Bielefeld und Kiel anders.

Bochum ging in die Pause, man konnte Bier, Kaffee und Bratwurst genießen. Die Ultras zogen 3 Banner auf: “Willkommen in Bochum Isi!”, “Brot kann schimmeln, ihr könnt nichts!” und “Papa wird das schone maCHen!” und schwiegen das komplette Spiel, die Farbe schwarz dominierte. Philip R. twitterte nur das und Andreas W. meinte, die Stimmung sei eine Grabesstimmung. Das sahen andere Fans wiederum eher wohltuend und der Rest des Stadions versuchte das Team anzufeuern.

Man kann die Reaktion der “Ultras UB/MLPT and Friends” noch als maßvoll ansehen, aber warten wir die Spiele gegen Braunschweig, Paderborn und Düsseldorf ab, ehe wir die Reaktionen insgesamt bewerten. Es geht offensichtlich zZ ein tiefer Riss durch die VfL-Fanszene, der durch die letzte Woche eher größer als kleiner wird. Wieder kann man darüber streiten, ob es in erster Linie um den VfL geht - und um welchen, ob die Ultras “als Elite der Fanszene” ihre klaren Prinzipien artikulieren oder ob es bald eine selbst bezogene Prinzipienfrage werden könnte. Wie bei den Gesängen ist bei den Protesten der UBs damit zu rechnen, dass es Vorwürfe in Richtung Egozentrik gibt. Das war allerdings auch vor 20 Jahren ein Vorwurf gegen uns vom Commando Bochum. Wir sind auf jeden Fall 20 Jahre älter geworden. Das Problem liegt sicher an der eigenen Perspektive, wo stehe ich persönlich, wie man das Ganze beantwortet. Ich kann halt nicht verstehen, wenn ich das richtig gesehen habe, wie man bei einem Tor des VfL in der gefährlichen sportlichen Situation nicht jubeln kann. Also, ich verstehe die Ultraesque Argumentation vor der JHV, die klare Haltung dahinter steht, aber ich kann das so für mich nicht. Und dieser unseelige Konflikt Ultras/MLPT gegen den Rest der Fans (grobe Vereinfachung!) hätte auch nicht mit einem 3-0 besiegt werden können. Leider, denn ich wünsche mir Frieden, Harmonie und Eintracht in Bochum. Das klingt simpel, ist aber enorm wichtig. Es, das 3-0, fiel aber auch so nicht, weíl Kruse es in der 87. Minute seine perfekte Leistung nicht krönte.

Vorher hatte ein schwarz weißer den Pfosten getroffen, ich glaube, es war Daghfous. Insgesamt überstand der VfL die Drangphase der Badener in der 2. Halbzeit mit Glück und Geschick, aber es war auch die nötige Konzentration da. Auch wenn Bastians, Perthel, Diamantakos, Wurtz und Tesche dem Team fehlten, war es intakt und erstaunlich nervenstark, ob der jeweiligen schwierigen Situation.

Bochum spielte die 1. Hälfte solide und die 2. - bis auf 15 Minuten sicher - und siegte verdient. Das stabilisierte die wackelnde Position von Hochstätter, die sich am Montag klären soll - zumindest laut Bild. Bochum ist nun 11., nicht 13. und rutscht nicht nach unten. Für oben fehlt jede prognostizierbare Konstanz, echter Teamgeist und ein Trainer, der die Diven in Reihe stellt.

Die 13.000 Bochumer waren sich heute alle sehr bewusst der Situation, die Proteste waren maßvoll und sehr symbolisch. Dafür ein Lob an alle Beteiligten und die die sich dazu gebracht haben. Es war natürlich ruhiger, weil das Herz der Ostkurve schwieg, Erleichterung war bei traumhaften Wetter überall spürbar, vor allem wenn man in Kiel gewesen ist. Was bleibt sind dennoch viele Risse.

Ich denke, in Braunschweig müssen Rasiejewski/Butscher noch mal eine Schüppe drauf legen und ebenso auf dem Paderborner Trip. Und dann kommt Fortuna, der Westschlager, es wird sehr heiß.

Ich bin gerade sehr nachdenklich, erleichtert und hoffe irgendwie auf eine gute blau-weiße Zukunft. Mal ne Kerze im Dom anzünden.

Tom;CB’93

P.S.: Gruß an Stephan D. und Matthias Schütz

Ich werde nicht

13. Oktober 2017

Was für eine außergewöhnlich  beschissene Woche für alle Menschen, denen der VfL Bochumam Herzen liegt. Dafür können sich Journalisten, notorische Pöbler und alle unzufriedenen VfL’ler auskotzen ohne Ende und das mit Recht.

 

Egal ob man mit der Ausgliederung nun die Seele, das Tafelsilber oder die Mitbestimmung verkauft sieht, man hätte noch viele weitere Gründe Samstag gegen den ewigen Underdog SVS in den Gästeblock zu gehen - zu den 100 Unentwegten - und die schwarz-weißen anzufeuern. Dazu würde man xy raus brüllen, wen man als Hauptschuldigen festgemacht hat.

 

Egal ob man das blamable 3-0 in Kiel gegen einen anderen Underdog ins Felde führt oder die endlose Posse um Hochstätter, seinen Sohn und Bastians Butternudel des Lacotse-Grauens, für VfL-Fans war Halloween eine Woche lang und ganz ohne Horrorclown gruselig.

Ich hab richtig Angst um meinen VfL.

 

Ob nun der doch so tolle Bochumer Felix Bastians (Leistung meist tadellos, Leumund bei den Ex-Clubs nicht) sein Recht auf Training einklagt mit Hilfe der VdV, ob nun Hochstätter zum xten Mal angezählt ist - wegen 4-5 Dingen, ob der Gegner uns auch ohne diese ganzen hollywoodesquen die Arbeit schwer machen würde, ich bitte euch nur zwei Sachen:

 

Geht bitte, bitte dennoch hin und gebt dem verlotterten Team auch ohne 6.00 Uhr aufstehen und Anreise mit dem RE  eine faire Chance und feuert an.

 

Ich weiß, nichts ist leichter als zu Hause zu bleiben oder am Samstag ab 13.00 Uhr zu pfeifen und sich über diesen ganzen Scheiß auszukotzen.

 

Aber es geht nicht um das Ego von Bastians, von Hochstätter oder von Droll, es geht nicht um Ultra, Kutte, Hool, Altfan oder Ruhrpottorginal, es geht vermutlich wirklich um unseren Club von 1848.

 

Denn verlören wir mit Hohn und Spott 0-3 gegen 1912, der neue Trainerkandidat sitzte auf der Tribüne und Heiko Butscher als Co auf der Bank, dann werden wir in Braunschweig und Paderborn schon die ganze Saison in die Tonne kloppen können mit weiteren Niederlagen.

 

Vermutlich werden wir, oder haben wir das schon getan. Aber ich will nicht schuld sein und mitmachen bei dieser Selbstzerfleischung.

 

Egal wie wütend ich bin, ich kann nichts tun, was meinem Club schadet. Punkt. Ich hoffe, ihr auch nicht. Aber ihr seid nicht ich.

 

Tom;CB’93

Butternoodlegate vs Sandhome

11. Oktober 2017

Es gibt so Wochen, da passiert mehr als sonst in einem Jahr – zumindest auf dem Boulevard und an der Castroper Straße 145. So waren es seit Samstag, den 07.10.17, mit dem VfL, echt Tage, wo die schreibenden Journalisten frohlocken und der normale VfL-Fan sich am liebsten im Kissen vergräbt vor Scham der öffentlichen Vereinsdarstellung.

 

Waren Pressekonferenzen unter Koller, Bergmann sowie Neitzel eher so ein mäßiges Beruhigungsmittel wie Pat Boone, waren sie unter Verbeek aggressiv, schroff und etwas böse, unter Neururer lustig, plakativ aber inhaltsleer, so war die letzte PK unter Hochstätter zur Vorstellung des neuen Trainerduos wie eine Comedysendung „at its best“. Das war aber so aufregend wie ein Youtubeclip „Verkehrsunfälle in Russland“ in 48 Minuten.

 

In dem verzweifelten Versuch, den erneut fragwürdigen Zeitpunkt der Trainerdemission (nicht ihren eigentlichen Grund oder die Notwendigkeit!) Atalans zu rechtfertigen, wurde die Pressekonferenz zeitweise zur Lachnummer. Das neue Trainerduo bekam wenig Raum von Christian Hochstätter wegen Christian Hochstätter Jr., seiner Butternudel und dem aggressive Leader „Bastians“. Zum Held taugte am Ende keiner der Protagonisten, Buhmänner gibt es hingegen viele, Droll von Presse ist es nicht mehr. Nicht wenige VfL-Fans werden sich bis Samstag aus vielerlei Gründen mit Grausen abwenden.

 

Der Hauptverantwortliche hat seinen Sohn als Praktikant im Verein installiert. Das sagt meine Frau dazu, „kriegt wohl nichts gebacken, der Junge!“. Frauen sind da gnadenlos. Und damit meine ich nicht Ramona Perthel. Dann gibt es Stress zwischen dem „überforderten Dorftrainer“, dem Team und dem schwierigen Bastians sowie dem Fitnesscoach Stefan Bioniossek - und eben dem Filius. Der Felix - wegen einer Lactoseintoleranz (nicht Gluten, oder?) – darf keine Butternudeln, die eben das auslösen – eine Allergie – was bei einem Sportprofi zu vermeiden ist. Das soll Teambetreuraufgabe sein (-Ich frag mich, weiß Allergiker Bastians nicht, wenn er Nudeln mit Butter isst, dass da das Allergen drin sein könnte? Wurde er arglistig getäuscht? Oder wurde ihm gesagt, „iss du Memme“!). Und warum eskaliert der Streit um diese scheinbare Lappalie so, dass man das durch diverse Medien breitgetreten kriegt, genau wie die Diskussion um die Anreise im RE nach Nürnberg. Und warum, vor allem, tritt Hochstätter das so breit? Um seinen Sohn zu schützen?

 

Der Effekt ist immenser Schaden nach dem Schaden der JHV (Der Knall und seine Folgen!) in den Medien. Statt Investoren mit Blick auf eine gute blau-weiße Zukunft anzuwerben, Fans zu versöhnen, macht sich der Sportdirektor lächerlich, indem er die Defizite der von ihm geholten Spieler, Trainer und Fitnesscoaches breittritt. Ob das eine erneute Bewerbung für den HSV darstellt?

 

Nun soll sich das Interimtrainerduo Jens Rasiejewski/Heiko Butscher, beiläufig vorgestellt auf derselben PK, auf das Spiel des 13. gegen den 3. konzentrieren. Bochum muss nach 5 Niederlagen wieder auf die Spur, sonst droht Abstiegskampf mit einem verhätschelten Pseudostarkader.

 

Ein Tipp, ein paar Nudeln mit einer selbstgemachten Vinaigrette von der Frau helfen da Wunder ….dazu ein Rotwein.

 

Im Ernst, Bochums Mannschaft scheint wirklich kein Team zu sein (da wird Christian H. seinem Vater Christian  H.  – stimmt das echt? – berichtet haben) und das hat man auch „mit Tomaten auf den Augen“ gesehen, beim 3-0 in Kiel. Es wurde vom Verantwortlichen Sportdirektor auch so benannt, aber eben erst nach der JHV. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

 

Nachdem Villis auf der JHV die Gräben von Engelbracht und Hochstätter von seiner PK bis Samstag zuschütten muss, erwartet die anwesenden VfL-Fans gegen die Sandburg aus dem Kraigau eine spannende Frage:

 

Wie soll ein neu installiertes Interimstrainerduo Jens/Heiko mit einem arg beschädigten Sportdirektor H. am Samstagmittag einem Publikum von nicht mal 11.000  - ohne möglicherweise boykottierende Ultras - ohne Freibier für alle  - klarmachen, ihr Team, was keins ist, gegen SVS, die lustige Dorftruppe, zu unterstützen. Was hält man da für eine Ansprache? Wie schaltet man die vielen, vielen Nebengeräusche aus? Für Voyeure des Verfalls ist das Samstag eine Veranstaltung, wie „drei Warane fressen eine Ziege“ (sorry, liebe Kölner!).

Da kommt der schwarz-weiße Underdog ins Vonovia-Ruhrstadion, um oben anzugreifen und wir müssten eine Siegesserie starten, um, nicht weiter in die Scheiße zu rutschen.

 

Leader Bastians ist nicht dabei, der Mann von Frau Perthel nicht, Bandowski und Janelt kommen erst langsam wieder.

 

In einer Woche von Ausgliederung, Tumult auf der JHV, Entlassung des Cheftrainers und Suspendierung des Kaptains gerät der nächste Gegner Sandhausen (immerhin Dritter!) fast in Vergessenheit.

 

Dabei verrichtet der Dorfclub auf BW einen guten Job, holt das Maximale raus und fährt als Favorit nach Westfalen.

 

Die brauchen nur stabil hinten stehen, das Schweigen der Ost auszunutzen und uns auszukontern, bis Pfiffe gegen das Team kommen. Dazu braucht man nicht mal das Jodeldiplom, um diese Strategie auszuarbeiten.

 

Samstag, ab 13.00 Uhr, droht eine Selbsthinrichtung und das macht jedem Angst, dessen Herz am Verein hängt. Weil ich nicht weiß, wie man aus der Zwickmühle rauskommt, hilft nur ein Sieg mit viel Glück, ein 2-1 nach Rückstand.

 

Wenn nicht, ist der VfL gegen die Hardtwälder wie der Junge in Halle an der Saale, der im LSD-Rausch (Engelstrompete) sich mit der Gartenschere selbst das Glied abgeschnitten hat.

 

Darf ich zu Hause bleiben? Wenn der Kambodschamann geht? Der RE 1 hält nicht in Köln und ich hab keine Assistentin, die mir die Fahrt mit der S1 umbucht?

 

Tom;CB’93

 

VfL: Riemann - Danilo, Fabian, Celozzi, Gyamerah - Saglam (Eisfeld), Losilla, Tesche - Kruse, Hinterseer (Diamantakos), Sam

 

SVS: 11 Mann sind ein Team

 

 

 

 

Pussyriot

10. Oktober 2017

Eigentlich dachte ich nach der JHV, die schon turbulent genug endete, ich würde erst wieder einen Vorbericht für das Sandhausenspiel am Samstag machen. Und das wäre schon spannend geworden. Wie reagieren die Ultras/MLPT und Teile der Ausgliederungsgegner auf die 80,19 % Jastimmen? Wie verarbeiten Sie, dass Sie demnächst eine GmbH und KoGA anfeuern? Wie empfangen Sie die VfL-Mannschaft, die Samstag irgendwie unbeteiligt wirkte, Anna Castroper? Was sagt der Kambodschamann zu Groupies?

Als man als Contra-Ausgliederungsaktivist noch die emotionalen Wunden leckte, im Kicker ein Interview mit 91-Tage-Trainer Atalan laß, da verbreiteten sich Gerüchte in sozialen Netzwerken über die Entlassung des unerfahrenen Übungsleiters, die sich kurze Zeit später bestätigten. Bochum ist nicht Lotte, aber beides ist Wetfalen.

Der VfL hatte 9 Tage nach dem 0-3 in Kiel und zwei Tage nach der JHV den Trainer entlassen. Es war die zweite Trainerentlassung in drei Monaten an der Castroper Straße 2017. Der knurrige Holländer ging, dann der sympathische, aber überforderte Kurde auch und beide wurden wie der Marler Peter Neururer von Hochstätter geholt - und gewohnt kühl abserviert. Menschlich ist anders. Dazu wurde noch Captain Bastians zwei Wochen suspendiert, weil er als Reaktion auf ein falsch serviertes Essen (als Laktoseintolenranter kriegte Felix wohl Butternudeln), Hochstätters Sohn, den Praktikanten, an maulte und vor dem Team bloß stellte. Nun wurde es skuril. Was macht Hochstätters Sohn als Praktikant beim VfL so - und warum reagierte Bastians darauf so allergisch (Hammerwortspiel!)? Als Biologe vermute ich wie einige Fachleute, die Lactoseintoleranz ist der Normalzustand (genetisch), die Verträglichkeit auf Milchzucker eine Mutation aufgrund von 10.000 Jahren Milchwirtschaft in Europa. Kommt Bastians eigentlich aus Asien, wo die Lactosetoleranz zu Hause ist?  Sorry, der Gag musste mal raus. Seid ihr auch zu zufrieden wie ich? ;-) All das wurde auf einer PK am Dienstag gesagt, die JHV muss sich mit dem profanen operativen Geschäft nicht befassen.

Also nun muss man sich aber richtig Sorgen machen um den VfL. Es ist und war am Ende richtig Isi, gehen zu lassen, der Mann fand keine Balance, kein Konzept für unsere verwöhnten Spielerseelen, die nicht gerne um 6.00 Uhr aufstehen, um zum Spiel zu fahren. Das gibt eigentlich die goldene Azuoaghmedallie für besondere Pussies. Die Entlassung war wohl ebenso notwendig wie die des sozial unverträglichen, aber taktisch brillianten Gertjan.

Und wer kommt nun, nach Verbeek, Atalan,…. Rolf Schaftstall? ….Toppi? ….Reichstrainer Otto Nerz? Nun, kolpotiert wurden Schubert, Kauczinski, Luhukay, Weinzierl, Hyballa, …Außenseiter sind Effe und Lothar M. Es darf spekuliert, gehasst und gepöbelt werden. Die Wut kocht hoch in Bochum.

Dass die VfL-Spieler in dem Sinne eine Mannschaft sind, dass sie in ihrer hohen Sensibilität zusammen passen, ist nur üble Nachrede. Genauso wirkten sie auf der JHV, wie verwöhnte Bubis. Hochstätter ist nach falsch geholten Spielern im Vorjahr, dem geplatzten HSV-Wechsel, den zwei Trainern und dem 13. Platz zum Erfolg verdammt, auch sehr persönlich. Sonst kommt der Peter als Sportdirektor, der Funny als Co-Trainer und Legat als Chefcoach, damit man richtig durchdrehen kann.

Ruhig war gestern, der VfL geht kurzfristig turbulenten Zeiten entgegen, obwohl eigentlich die Weichen für eine erfolgreichere Zukunft gestellt wurden. Das ist paradox, da helfen nur die berühmten Siegesserien. Aber mit diesem Team?

Unser CB-Banner “Aufstieg 2018″ können wir zu Merkels “Wir schaffen das hängen!” und gegen den SVS hab ich Angst vor so ziemlich allem. Am liebsten würde ich im Bett bleiben und mich weigern aufzustehen.

Ach nee, dann wäre ich ja Spieler des VfL.

Am Ende muss ich mich entschuldigen, bei den Sängerinnen der russischen Band Pussyriot. Die sind alles andere als verwöhnt und ich werde sie nie wieder mit Fußballprofis vergleichen.

Den Latte nehm ich Samstag Kaffebecher 0,5 Liter, Milch- und Lactosefrei, also Bastians-Style, im Block A. Wetten?

Tom;CB’93

Das Danach

7. Oktober 2017

Selten war ich so positiv überrascht vom VfL wie heute auf dieser denkwürdigen JHV 2017 in der Jahrhunderthalle Bochum. Also, die größte Sensation aus meiner persönlichen Sicht waren die über 2700 anwesenden Mitglieder der ca. 6800 “echt” Wahlberechtigten (von 10.320 theoretischen?) Mitgliedern des VfL. Man stand echt etwas Schlange, wo sich sonst bestenfalls 700-1000 Leute im Audimax der RUB verlieren. Man merkte, heute ist ein wichtiger Tag für die Zukunft des VfL Bochum.

Waren die Vorbereitung der JHV - und das Pro und Contra zur Ausgliederung - zunächst Musterbespiele an idealer, gelebter Demokratie und Diskussionskultur, war es die Veranstaltung JHV 7.10.17 von Seiten der Pro-/Contra-Gruppen dann nicht so wirklich.

Logischerweise setzte die “EchtVfL”-Kampagne auf gute Argumente, persönliche Überzeugungsarbeit und einen entschlossenen Block an Neinsagern - und sie erreichte dieses sehr gute Teilziel, 533 Neinstimmen, das ist ein dickes Brett an NEIN!  Durch die sehr hohe GEsamtbeteiligung (ein Wortwitz des Schreibers), nämlich über 2707 Mitglieder, davon 2158 Ja-Stimmen und 16 Enthaltungen (plus eine ungültige Stimme), entschieden sich exakt 80,19 % der anwesenden Mitglieder für eine zunächst 20-25%-Ausgliederung der Profis und A-Jugend in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Auch wenn da Münchener dabei waren, es war eine Bochumer Entscheidung. Von Gelsenkirchen wollen wir hier nicht reden.

Das ist eigentlich ein ordentliches Ergebnis, mit dem beide Seiten sehr gut leben könnten, aber eben nicht taten. Wenn man emotional - und auch sonst wie (ideologisch) - die Ausgliederung total ablehnt, wie z.B. die Ultras Bochum, MLPT oder affine Gruppen sowie Einzelpersonen: Sie, die UBs, standen auf, 180 Leute gingen demonstrativ raus aus der Jahrhunderthalle und viele blieben auch ruhig dabei. Aber manche pöbelten, einige wenige: ”Wer von denen war denn in Kiel?” und dann flog ein bis drei Böller im Saal (und detonierte heftig) und einer verletzte einen Ordner leicht. Draußen ging noch was zu Bruch, man sah auch Rauch, ein echter Stadionabgang, der irgendwie garnicht nicht hierher passte, aber auch ein Ausdruck von viel Frust über das 80%-Ja-Ergebnis war - und über “eine Finte von Engelbracht”, der dem fleißigen Simon vor seiner Gegen-Rede mit den angeblichen Mitgliedsanträgen von Schalkern provozierte und etwas aus dem Konzept brachte. Das wiederum wurde als sehr unfair aufgenommen, aus Sicht des Vorstandes war das bestimmt “clever”, aus Sicht der Gegner der Ausgliederung wenig koscher.

Gerrits emotionales Statement tat sicher auch nicht wirklich was dazu, für Unentschlossene Argumente gegen die Ausgliederung zu finden, es gab Buhrufe und der Niederrheiner war “on fire”, aber ohne den möglichen argumentativen, roten Faden. Hugo Fiege war der solide Geschäftsmann und es folgten einige andere gute Redner.

Der schroffe Abgang der Ultras lässt erahnen, da kommt noch was nach, das war es noch nicht. Der vermeintlich gute (oder schlechte?) Tag für den Verein hatte so ein unwürdiges Ende, was als “technische Störung verkauft wurde”, was aber nach Tumult roch. Es gab Pfiffe und Buhrufe nach dem Abgang, nun ja ist keine Oper.

Ich wurde noch von einem 16 Jährigen als “größter Hurensohn hier” tituliert, der wusste wohl, ohne meine Mutter zu kennen, das ich mit am Ende mit Ja gestimmt hatte - wie 2152 andere. Das nenn ich mal Fachkenntnis im Schulalter. Aber im Ernst, ich fand es schade, dass Simon und Gerrit ihre theoretischen reichlichen Chancen nicht nutzen und ihre zahlreichen, guten Argumente gegen die Ausgliederung nur etwas unvorteilhaft nach einer Reihe Ja-Rednern brachten, sodass man letztendlich  - wie erwartet - ein klares Ja zur Ausgliederung bekam. Der tiefe Frust der Verlierer der Abstimmung offensichtlich tief saß, man ging mit Knalleffekt. Vielleicht war es für den VfL auch ein guter Tag, wer weiß das schon. Das wird man in 5-10 Jahren sehen.

Ich würde mir wünschen, dass man da auf den legendären UFZ hört  - und dass “wir alle VfL’ler” sind und dass “Ja und Nein” als eine persönliche Wahlentscheidung betrachtet werden wird und nicht als eine Glaubensfrage ”und man nun Religionskriege führt”, wo keine sind. Aber ich habe Zweifel.

Man kann als 16 Jähriger Mist machen, keine Frage, aber dann ist auch irgendwann mal gut. Aber eins ist mal klar, dieser VfL bewegt die Menschen (siehe Aufkommen an Mitgliedern) und es wäre wirklich schön, wenn das die Spieler auch mal mitkriegten. Kiel kotzte auch heute am meisten ALLE an.

Perfekte Orga, viele echte, alte VfL’ler, viele nette Leute getroffen, das Ende war sehr sehr schade, vor allem, falls die Ultras sich da nun in was verennen. Da geht vielmehr zu Bruch als Glas. Und dabei hat Kevin doch seinen Kampf gewonnen.

Tom; Ja-Sager Commando’93

P.S.: Gruss an meine Ex-Gerther Mitspieler Arndt M., Denis Millner, dazu an den Klüngler Julian und Florian H., meinen Fahrer, sowie den Kambodschamann und Dirk W.

Zwei Holzbeine

4. Oktober 2017

Einen neuen “Tiefpunkt in einer Serie von Tiefpunkten” schaffte der VfL mit einer schmucklosen 3-0 Niederlage bei Holstein Kiel. Diese junge Saison 2017 hatte schon einige Niederlagen parat, aber eins ist klar, so wie zZ steigt man höchstwahrscheinlich nicht auf. Ich fühlte mich erinnert an eine andere 3-0 Niederlage in Schleswig-Holstein (Lübeck) vor gut 20 Jahren, allerdings war diesmal das Wetter schlechter. Die 5. Niederlage im 9. Spiel ist eher die Bilanz einer Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft, als die eines selbst erklärten Aufstiegskandidaten. Der glücklose, aber sympathische Trainer hat bis dato kein Rezept oder Konzept gefunden, die (zu hoch?) gewetteten Profis mental zu stabilisieren und 90 Minuten performen zu lassen. In Kiel ging der VfL richtig unter.

Bochum spielte wie so meist, diesmal 22 Minuten optisch hoch überlegen - ohne zwingend zu sein - und die allererste Chance der Gastgeber war gleich drinnen. Und es war eigentlich nicht mal eine Chance, nein, Riemann verwertet einen Soares-Rückpass zu einem „Eigentor des Jahres“. Sah echt übel aus. So kommt man auch in die Schlagzeilen – Prädikat besonders bescheuert, wie in Bielefeld. Der Keeper, der nach der Pauliniederlage seine Mitspieler anzählte, patzte erneut. Und keiner außer Bastians mochte in trösten.

Dann – und das ist das eigentlich alarmierende – war nichts mehr zu sehen, von Ballbesitz, Spielkontrolle und Passgenauigkeit. Bochum wird schnell „vom Möchtegern-Sternchen zum Mentalwrack“ - so schnell geht das. Das 2-0 fiel kurz vor der Pause und man konnte sagen, wie so oft nach einer Standardsituation, pennt ein Spieler. Das Spiel ist da schon eigentlich gelaufen, die Frage, wer das Holzbein hat, wurde in der 2. Hälfte vom Anfangteam beantwortet: Bochum – und zwar zwei Holzbeine.

Drexler machte in der 68. Minute das 3-0 und schoss Kiel auf Platz Eins und später Zwei hinter der Fortuna. Wurtz flog noch runter mit gelb-rot und 1000 Bochumer rollten ihre blau-weißen Fahnen ein, wenn ’se nicht total Hacke waren..

Da, wo Bochum stehen wollte, steht nun ein Aufsteiger mit Spirit, Teamgeist, Maloche und dem beharrlichen Umsetzen des Machbaren. Während Bochums Traum ein Albtraum wird, während der VfL verliert- und dann nicht gewinnt (Duisburg), gerät der ratlose Trainingsleiter unter Druck, weil sich nichts ändert und sehr früh, Ziele aus den Augen verloren werden. Die Realität heißt nun Abstiegskampf statt oben, Frust statt Lust.

Weder Flens, noch Störtebecker konnten das Frustfiege ersetzen, ich hatte eine tolle Anreise mit Kielern und Bochumern mit der F1-Fährlinie Laboe-Kiel und am Ehrenmal der Marine hängt Gerüchten zu Folge ’nen VfL-Schal, weil man an der Castroper Strasse auch episches Scheitern kennt. Nur ein Gerücht für Leichtmatrosen?

In Ostholstein gab’s für den VfL eine deutliche, redundante und verdiente Niederlage, die den Trainer, seinen Sportvorstand und den Verein vor der Ausgliederungsabstimmung in eine ganz doofe Situation bringt.

Und ich hätte nie gedacht, dass viele gute Pöler von Sam über Merkel bis Riemann so schlecht Fußball spielen können, dass man sich fragen muss, warum man den Trainer in der Vorbereitung auswechseln muss. Es kommt bald die Zeit der Trainerfrage von Ancelotti oder Demandt. Und das ist nicht zu früh oder ungerecht, das ist einfach so.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an Zorni nebst Frau

Das Holzbein

4. Oktober 2017

Wenn der VfL Freitag in den hohen Norden reist, hat er dort Premiere. Das erste Spiel in der derselben Liga und der VfL Bochum, immerhin ein bekannter Name im dt. Profifußball, fährt nicht als Favorit in die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Der VfL ist 10., hat sich freigeschwommen nach dem 2-0 über Ingolstadt. Aber dass die Castroper Straß’ler als Hecht im Karpfenteich in den Norden fahren, das kann man verneinen. Bochum fährt zum 3. Liga, der gut gestartet ist, mit Respekt und dem erneuten Versuch, Konstanz in die Leistungen zu bringen.

Beim ersten Spiel bei den Störchen wäre man nur dann Favorit aus Sicht des VfL, wenn man Namen anstatt Leistung gegeneinanderstellt, Das war schon das eine oder andere Mal ein Fehler, zu denken, jetzt funzt das und wir starten ‘ne Serie.

In Kiel am Samstag, vermeintlich bei Fritz-Walter-Wetter (seine Erben sind 18.), wird es erneut schwer, zum Punktemonster zu werden.

Eine gute Phase, 30 tolle Minuten schaffte der VfL gegen Bielefeld, Heidenheim sowie Nürnberg und verlor alle drei Spiele.

Also werden 30 tolle Minuten nicht reichen, um Holstein in eine Krise zu schießen, wie den THW Kiel im Handball. Während sich im ihohen Norden der Fokus verschiebt weg vom Handball, will man im Westen vor der Länderspiel noch mal Punkten und in Ruhe die JHV vorbereiten.

Atalan hat wieder etwas Druck weniger, dazu drei Verletzte/Fehlende mehr: Diamantakos, Hoogland und Stöger fehlen Isi bei dem schweren Auswärtsgang zum Überraschungsaufsteiger.

Das Team von Anfang, der Neitzel folgte, siegte öfter und musste nur zuletzt zu Hause gegen Pauli analog zu uns 0-1 die Segel streichen.

Ich tipppe wie bei meinem 0-2 auf Fifa 18 auf einen Bochumer Sieg, doch weiß, diese Konstanz, Seriösität und der Willen, sind ein rares Gut im VfL-team, das Pölen kann.

Ich tippe auf Hinterseer und Kruse sowie den Duksch, also 1-2 und hoffe auf einen schönen Tag im Stadion.

Dann bringe ich den ultimativen Wortwitz: Ein Flenburger in Kiel, dazu ein Bremer, da brat mir doch einer einen Storch.

Prost, CB’93

Statistik von VfL4u

Samstag, 30.09.17, 13:00 Uhr, Holstein-Stadion

Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler, pfiff den VfL zuletzt beim 4:2-Sieg in Heidenheim im Mai 2016)
Assistenten: Florian Kornblum (Furth), Katrin Rafalski (Bad Zwesten)
4. Offizieller: Marcel Unger (Halle/Saale)

Letztes und bisher einziges Pflichtspiel gegen Kiel: KSV - VfL 1:2 (06.11.02; Guscinas; Wosz, Freier)

Voraussichtliche Aufstellungen:
KSV: Kronholm - van den Bergh (Heidinger), Czichos, Schmidt (Hoheneder), Herrmann - Lewerenz, Mühling, Peitz, Drexler, Schindler - Ducksch
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian, Celozzi - Saglam (Eisfeld), Losilla, Tesche - Kruse, Hinterseer, Sam

Der Kopf aus der Schlinge

25. September 2017

Es ging in den letzten 8-10 Wochen schon - zum zweiten Mal (vermeintlich) - um den Kopf von VfL-Trainer Atalan. Der VfL gewann 2-0 vor 11.300 Zuschauern gegen Ingolstadt und Keeper Riemann konnte zum ersten mal seit April seine Bude sauber halten. Allen fiel in der Sonne des Spätherbstes ein großer Stein vom Herzen, dass Bochum den vor der Saison als Topfavoriten gehandelten FCI besiegen konnte und damit den zweiten Absteiger im Frühherbst geschlagen hat. Bochum blieb ohne Gegentreffer gegen die Oberbayern, fast eine Rarität.

Vor 20 Jahren hatte der VfL den Europacup, die Erinnerung an den letzten Aufstieg 2006 verblasst zusehens. Nach den zwei Niederlagen gegen Heidenheim und Nürnberg stand der VfL und sein Trainer enorm unter Druck. Das Abrutschen nach unten drohte, Schönspieler Sam wurde aus dem Kader genommen, Abklatsch-Dorne aus dem Tor. Die Wechsel stellten sich als wichtig heraus und führten auch zum Erfolg. Die beiden Außenverteidiger Celozzi und Soares

Bochum begann gegen individuell starke - und aggressive weiß-goldene - Ingolstädter solide, effektiv und konzentriert. Dann machte der von Erkältung genesene Bastians einen Freistoß von Stöger links unten rein. 1-0 durch den Kapitän und wieder sollte Stöger den Assist zum 2-0 machen, diesmal verwandelte der immer besser werdende Kruse rechts vorbei am FCI-Keeper.

Der Tesche konnte dem bärenstarken Stöger defensiv helfen, diese Führung mal seriös und mit hoher Laufleistung zu verteidigen, allerdings zu lasten der optischen Überlegenheit, die auch gestern keiner mehr sehen wollte.

Bochum brachte das 2-0 in die Pause, weil ein Ingolstädter die Latte traf und der VfL endlich auch nach Standards wach war.

Die zweite Hälfte brachte zwar offensiv eine Delle im VfL-Gesamteindruck (Diamantakos), aber das ganze Unternehmen führte schließlich zum zweiten Heimsieg, auch weil Riemann einmal super parierte gegen einen Schanzer.

Normalerweise spielt Bochum 30 Minuten gut, wird dann im Angriff gestoppt und der Gegenzug führt zum Tor, nach Schema F.

Diesmal ließ Isi seine Mannen etwas defensiver Spielen und das konnte gelingen, weil der FCI mitspielen wollte wie Darmstadt und Riemann, Bastians, Stöger und Kruse top performten - und Leitls Team auch unter dem zweiten Trainer nicht ihre Topfavoritenrolle gerecht werden kann.

Am Wahltag waren die 11.300 VfL-Wähler zufrieden, der Kambodschamann konnte seinem Sohn einen Heimsieg zeigen und man konnte als VfL-Mensch zufrieden nach Hause gehen. Die meisten taten das, ich war dann noch auf einer Wahlparty in Köln, nun ich kenne Verlieren halt gut.

Fazit, eine bescheidene VfL-Woche endete versöhnlich, Bochum siegte “dreckig und eklig und nicht in Schönheit”. Leider fehlt Stöger in Kiel, trotzdem blicke ich optimistisch in die Kieler Bucht, auch wenn unser VfL eher ein Rollercoaster ist als ein Silberpfeil. Drei Punkte auf das Holzbein ist nächste Woche unser Ziel und das ist offen, ob es klappt. Packen wir es an, fahren wir ins Storchennest.

Tom,CB’93

P.S.: Die Choreo am Anfang war klasse, Hut ab vor der Kreativität und dem Fleiß der Ultras an der Stelle

Tom; CB’93