Bierhoffesque

8. Juli 2018

Oliver Bierhoff kommt aus Essen und begann seine Karriere bei ETB Schwarz-Weiß Essen. Mesut Özil, aus Gelsenkirchen Bulmke/Hüllen begann in seiner Jugend bei RWE und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften des Viertligisten. Beide sind also im Essener Vereinsfußball sozialisiert, das war’s auch schon mit den Gemeinsamkeiten, seit Oliver Bierhoff nun posthum Mesut Özil als namentlich Schuldigen fürs deutsche Vorrundenaus benennt. Für den sympathischen Poldi wäre dies ein Grund sich irgendwie positiv mit seiner Heimat (bei ihm isset ja bekanntlich Bergheim bei Köln) auseinanderzusetzen. Er, der volksnahe Kölner fuhr noch als Mitreisender zur WM 2014 und wurde Weltmeister, genau wie Mesut Özil als kongenialer Passgeber. Bierhoff ist schon lange, gefühlt immer, der Builder des DFB-Fan Clubs Nationalmannschaft gewesen und ich war da auch mal Mitglied. Im Nachhinein betrachtet ziemlich überflüssig. Für mich beginnt die Entfremdung des DfB von seiner Basis mit dem Marketingschmock Oliver B. aus dem Essener Süden, der Eventinszenierung und dem Abschied von der Marschkapelle vor dem Spiel gleichermaßen. Hohe Eintrittspreise, lustloses Auftreten der Spieler, klinisch reines Event, künstliche Choreos und - es sei mal erwähnt - ohne Ultras oder sogar Hools kann es ganz schön öde sein live im Stadion. Dafür steht Bierhoff, der ein 118 Stab ok findet, aber auch als Ex-Stürmer Herrn Löw nicht überzeugen kann mehr Stürmer wie Wagner, Petersen oder den schnellen Sane’ aus Wattenscheid/Schalke mitzunehmen. Das hat der feine Herr nicht geschafft (stattdessen #zsmhalt) und auch Jogi macht lieber die entspannte Selbstinzenierung.

Vor der WM 2018 in Russland, die sportlich überschaubar scheint, haben der DFB, Bierhoff und Löw nichts problematisiert, auch nicht das sicherlich dumme Posen des Ex-Gelsenkircheners Özil und Ex-Bochumers Gündogan. Özil hat geschwiegen und wie Kroos, Müller, Kheidira, Hummels und dem Buerschen Jungen Neuer nie seine Form gefunden. Das mag man ihm vorwerfen und man sollte auch klar sagen, dass das mit dem mein Präsidenten ehrlich dämlich war. Aber wenn wir die Integrtionsdebatte ehrlich führen, dann müssen wir doch feststellen, Özil ist vermutlich auf einen GE-Gesamtschule gegangen (Berger Feld) und der feine Hochtiefvorstandssohn auf ein ttes Gymnasium in Essen. Da lernte er vielleicht Latein, währdend Mesut vermutlich nicht den Text der Hymne, die ständig singen soll, kennt. Und er ist nicht der Posterboy Marke Ronaldo CR7 oder extrovertiert wie Zlatan oder auch genial wie Messie. Aber er wurde 2014 Weltmeister und “wir” wurden durch ihn Weltmeister, Messie, Zlatan und CR7 eben nicht. Özil hat einen phlegmatischen Stil, die es ihm nicht leicht machen, so cool und erfolgreich zu wirken wie er ist. Dann kommen natürlich die üblichen Ausländerfeinde und machen ihn seit seinem naiven Auftritt in London mit signierten Arsenaltrikot zum Buhmann. So was ist dem weltgewannten Bierhoff und dem badischen Jogi sicher fremd, aber nun hatte man ernorm Misserfolg und braucht ne knallharte Fehleranalyse und einen “Kümmel” als passenden Sündenbock.

Bierhoff sagt nun, man will ja keinen Sündenbock ABER nennt dann doch Özil. Eigentlich ist dieser Spieler als 10er am schlechtesten zu ersetzen, auch gegen Südkorea kamen noch 15 von 17 Pässen an, aber wer will das noch hören. Alle fußballaffinen Menschen, bis auf die typischen antideutschen Flaggenabreißspinner, wollen nun wissen, wie es weitergeht mit dem Fußball im Land und dem Nationalteam 2020 und 2022, wieder mit Jogi.

Sind der Bochumer Junge Goretzka, Timo Werner oder Marco Reus eine so erfolgsversprechende Zukunft?

Und nun meldet sich Özils Vater, der Schalke bei dem Wechsel seines Sohnes nach Bremen mit Extrawürsten zur Verzweifelung brachte, und sagt völlig zu recht, warum macht ihr vom Verband nun aus reinem Opportunismus zum Buhmann der Nation? Und da hat er nunmal ziemlich recht. Sein Mesut ist seit 1,5 Jahren ohne Form und man könnte ihn schon sportlich hinterfragen. Was nicht geht ist ihn nun der Meute zum Fraß vorzuwerfen, denn Müller war wesentlich schlechter als Özil, heißt nun mal Müller und nicht Özil. Und Bayern scheint da sympathischer zu sein als der Ruhrpott…..

Bierhoff ist das vermutlich egal und nutzt die Gunst der Stunde und sagt es wurden Fehler gemacht, will offensichtlich seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen (#die Mannschaft?). Denn er und Jogi sind ja nun der Kopf des Fisches, der jüngst stank.

Es ist klar, das völlig verdiente Vorrundenaus von Kasan hat ganz viele Gesichter: Ballbesitzspiel ohne Tempo und Esprit, kein Leader oder Stürmer in Form, Arroganz und Sattigkeit und einen Stab der entweder die Nationalmannschaft oder den CSD organisieren möchte, also beliebig, aufgebläht und austauschbar.

Die Confed-Cup-Mannschaft wird die Zukunft sein….so oder so.

Dazu die Mannschaft mit Bierhoff eine telegene, überhebliche BWL-Tante, die man besser durch BVB-Meckerossi Sammer ersetzen sollte, das würde zumindest verkrustete Strukturen in Frage stellen. Hatte Scholl nicht mehr recht, als er DFB-Akademien kritisierte, anstatt nur dem türkischstämmigen Spieler die Schuld zu geben?

Und reden wir über Bierhoff, ihm, dem Ex-Stürmer, dem in Krefeld schon das Klischee des reichen Bürgersöhnchens anhaftete, ist das nicht der Stil, der eine Kampfsau wie Ramos ausschließt, sogar einen Hollerbach, Franz, aber auch Boateng und Jones. Aber sowas mag der DFB.

Nur brave, liebe Spieler, im engen taktischen Korsett damit kommt man nicht weit, wenn einem Säulen wie Lahm, Klose, Schweinsteiger wegbrechen. Und was ist mit Götze, Schürrle und warum sollen die unter einem Trainer performen, der seit 12 Jahren da ist?

Und weil ein Özil teilweise desintegriert ist, dann steht er für die Probleme im Land, das gilt auch für unseren neoliberalen Freund Bierhoff auf eine andere Art und Weise - sozial abgehoben.

Ich würde erst mal Oliver Bierhoff rauswerfen, der ist nämlich komplett überflüssig, auch wenn dann sicher nicht die Probleme des Verbandes löst und würde Özil wegen seiner noch unersetzbaren Postion begnadigen.

Aber als Bochumer 2. Ligafighter wird das Thema Nationalmanschaft eh wieder weit weg sein, da kann man bis 2020 warten, bis man sich ärgert.

Oder Tour de France gucken, das geht ja auch.

Oder für Belgien, Kroatien sein oder einfach was anderes tun.

Für mich geht der alte Ärger am 4.8. wieder los und darauf einen Espresso und erst mal eincremen, die Sonne isst sooooooo heiß.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an die Stuttgarter vom Boyz Inferno, die in Russland waren.

Das Ende einer goldenen Epoche

28. Juni 2018

Dass man als Nationalmannschaft in der Vorrunde einer WM ausscheidet, ist ein Novum in der 84 Jährigen Geschichte des DFB. Als Löw 2004 nach der Blamage in Portugal das Nationalteam von Völler übernahm, war es total am Boden und hatte Poldi als 19 jährigen Hoffnungsträger, die WM im eigenen Land stand an. Man hatte wie in der Vorrunde 2000 bei einer EM nur einen Punkt geholt und fuhr nun bitter enttäuscht nach Hause.
Leider war es gestern wieder so, dass Fußballdeutschland trauern musste, nach 12 Jahren überaus erfolgreichem Schaffens. Bei der Weltmeisterschaft 2018 hatte sich der Titelverteidiger am Ende nicht nur zum zweiten Mal verloren - ohne geschossenes Tor, man hatte sich blamiert gegen ausgeschiedenen Underdog Südkorea. 0-2 gehen einen überschaubar starken Gegner in einer normalen Vorrundengruppe, das lag sicher mehr an den Problemen im Team, Disbalancen und Stattheit als an der Stärke von Mexico und Korea, bei allem Respekt. Oder vielleicht ist das auch Teil des Problems.

Die hausgemachten Probleme des dt. Team konnte man schon in der Vorbereitung, der Qauli und den Testspielen sehen, man hoffte aber, irgendwie auf Besserung wie immer und die Turniermannschaft Deutschland, letztendlich auf die Statistik. Dann kamen als Nebenkriegsschauplätze die Özil-Gündogan-Erdogan-Affäre dazu und die fragliche Streichung von Leroy Sane‘ und Löws entrückte Bonvivant Selbstdarstellung. Kein Neid wir wollen alle gut leben, aber sowas kommt im Niederlagenfall wie ein Bumerang zurück. Damit machten sich Löw und Bierhoff angreifbar und man konnte an den Reaktionen der Spieler erahnen, es gibt Probleme im Team. Eventuell Jung gegen Alt oder Grüppchenbildung, niemand rannte am Ende für den anderen außer im Schwedenspiel in der 2. Halbzeit.

Die Ergebnisse dieser negativen Prozesse konnte man beim Turnier sehen: es fehlte an allem: Teamgeist generell, Bewegung im Spiel ohne Ball, Schnelligkeit bei Dribblings, manchmal hatte man platt den Eindruck, das Team ist nicht fit.

Kroos, der gedachte Anführer, wirkte wie einer mit Burnout, Highlight nur das 2-1 gegen die Schweden. Özil wäre die laufende, nach innen gerichtet Depression gewesen, Müller in der Dauerformkrise und Neuer sowie Boateng routiniert, aber eben noch nicht gesund oder fit. Zu viele Spieler in der Formkrise; Werner, Reus, Rudy, Süle und Goretzka trotz des Confedcups noch nicht soweit, dass sie 5-6 ausgebrannten Stammspielern helfen können.

Dazu ist das Löwteam zZ im flaschen Korsett. Ballbesitzfußball a la Spanien 2010 ist ohne torgefährliche Mittelfeldakteure oder Keilstürmer hilflos, weil meist torlos.

Klar, Goretzka, Hummels oder Gomez hätten das 1-0 machen können gegen die Jungs aus Busan oder Seoul. Es wäre auch verdient gewesen, aber schlecht spielte man trotz vielen Ballbesitzes. Deutschland hatte nicht die Wucht, die Gegner zu Fehlern zu zwingen. Man stand hinten nicht kompakt, im Mittelfeld klaffte bei mexikanischen Kontern ein Riesenloch. Und vorne fehlte ein Stürmer mit Form. Das Zuhauselassen von Petersen, Wagner und Sane‘ war ein Trugschluß von Jogi. Dem, der 12 Jahre Trainer war, verließ das Händchen wie 2006 bei Odonkor und Neuville. Der, der sich 2012 gegen Italien mit drei 6ern vercoacht hatte, der wirkte ebenso ratlos wie tausende beim Rudelgucken. Man ging mit dem 0-2 am Mittwoch durch die Hintertür, vermutlich ersparte man sich eine Blamage gegen Brasilien. Neuer sprach es offen an, da - oder spätestens im Viertelfinale - wäre Schluss gewesen. Und das ist leider wahr. Die Trauer war groß, aber ob der Verdientheit des Ausscheidens diskutierte niemand über den Videobeweis eines Holländers, der zum 0-1 führte. So pomadig und mutlos, hätte man eh kein 1-0 gemacht. Aber im Fußball rächt sich Stillstand, Sattheit mag auch eine Rolle gespielt werden oder bei dem ein oder anderen Arroganz. Jogis Trainerteam wirkt auch nicht so, als wäre es in der Lage einen Vidal oder Kevin Prince Boateng einzugliedern, einen Drecksack, einen Gattuso, den ein WM-Team auch braucht. Kaum gelbe Karten sind nicht der Grund, aber ein Indikator für etwas ausgelebte Weichheit. Sieht man Argentinien-Kroaatien, kann man bei Deutschlands Finalgegner von 1986, 1990 und 2014 durchaus Parallelen. Aber derart leise und fair bzw. ungeschickt foulend zu gehen, spricht für sich. Man kann nun Mexico und Schweden gratulieren, die Welt verdammen, sich auf den Herzensclub konzentrieren, für Belgien, Kroatien oder England sein - oder Jogis Kopf fordern. Es muss ein Umbruch her mit einer Balance, die der Mannschaft zuletzt fehlte.

Und man sollte nicht den Fehler machen auf die Alibipässe von Özil oder Gündogan zu schimpfen. Fehler liegen viele vor, die zu so einem monströsen Aus führten. Und da wir nun alle früher frei haben, kann ich mich nun endlich meinem Puzzlehobby widmen.

Na, so schlimm war es dann auch wieder nicht.

Tom,CB‘93

Kroosartig- mal wieder die 96. Minute

24. Juni 2018

Als Bochumfan kann man sich gut in die Psyche der armen Schweden hineinversetzen: …man versucht bis in die Nachspielzeit gegen den haushohen Favoriten und amtierenden Weltmeister mitzuhalten, die Bälle segeln ins Halbfeld und am Ende des Spiels möchte man nur irgendwie Zeit zu gewinnen - die Bälle weit rauszupölen. Man wartet sehnsüchtig auf Abpfiff. Es ist Nachspielzeit. Dann gibt es einen letzten Freistoß. Wenn man den übersteht….
Aber diesmal hatten wir die andere Perspektive als z.B. gegen Lüttich oder Gladbach (ohne finalen Freistoß oder die krasse Unterlegenheit der Schweden). Diesmal lag der lucky Punch auf unserer Seite, die Schweden konnten nicht mehr reagieren, waren eh ab der 70. Minute ob des Tempos platt.

In der ersten Hälfte hatte Jogi ein teilerneutes Team ins Feld geführt mit Rudy, Rüdiger und Hector, das eine andere Einstellung an den Tag legte als gegen das feurige Mexico. Die Ikeas hatten sich hinter zwei gelben Viererketten verschanzt und konnten nicht wirklich kreativ mitspielen. So hatte die Mannschaft zwar 70 % Ballbesitz - ohne so wirklich oft in Schussposition zu kommen, aber dennoch versuchten Werner, Reus und Co es ohne Erfolg. Die Anfangsphase war das Spiel, was man im Vorfeld erwartet hatte. Der Weltmeister von 2014 stand unter dem Druck, denn ein erneutes, frühes Ausscheiden eines Titelverteidiges war möglich und stand vor der Tür. Denn hinten stand zwar Rüdiger bis auf eine Szene top, doch Boateng spielte risikoreich (steigerte sich aber später) und Kroos davor wirkte gewohnt (vom Mexicospiel) ausgebrannt und müde. Dann verletzte sich der für Keidira gekommene Rudy (Nasenbeinbrich?) - und Schweden witterte Morgenluft.

Bei einem Konter konnte Boateng nur durch Foul retten, doch statt Elfer und Rot gegen Boateng gabs ein Weiterspielen -keinen Videobeweis, Neuer hielt die 1-1-Situation stand. Der polnische Schiri lag nur da daneben. Sonst pfiff er souverän. Hier hatte das deutsche Team Glück.

Das 0-1 für Schweden fiel, weil das deutsche Team nun Nerven zeigte und Schweden konterte. Einmal pennte Kroos dabei, ließ den Gegner ziehen und zack: der Rückstand gegen ein Team, was eigentlich für ein reines 0-0 angetreten war. Man spielte ja ohne Zlatan.

Das es nun schwierig werden würde, sollte klar sein. Der Zugzwang, das zweite Spiel nicht verlieren zu dürfen, spürte man nun in Sotschi im Stadion und vor den 25 Millionen Fernsehen daheim. Gelb auf den Tribünen wurde gezeigt und es wurde still in Deutschlands Fanmeilen. Die Spannung stieg hingegen.

Keine Ahnung was Jogi in der Halbzeit sagte. Es muss treffend gewesen sein. Deutschland dominierte die zweite Halbzeit und die gar nicht alten Schweden spielten im Handballkreis. Nun kamen Reus, Werner, später Gomez und später Brand zu Torchancen, aber es folgte erst mal das schnelle 1-1 durch Marco Reus. Das war hochverdient und natürlich psychologisch wichtig: Erleichterungstorjubel. Aber statt das schnelle 2-1 nachzulegen, genehmigte sich Deutschland einen wahren Chancenwucher und hatte auch ein wenig Pech. Die stärkste Halbzeit bis dato folgte und es schien, als habe die WM nun richtig begonnen für Löws Jungs.
Der Ball rauschte und wurde gepasst in den Strafraum der Skandinavier, aber die Zeit lief halt runter und Glück, Alu und der schwedische Torwart verhinderten das überfällige dt. 2-1. Es fiel nicht. Sollte Deutschland historisch früh scheitern? Sollte man sich am Schwedenhappen verschlucken?

Boateng bekam das leider verdiente gelb-rot, mit 10 Mann hatte man noch 10 Minuten, um den Bock umzustoßen. In Stockholm wird sich nun mancher Hoffnung gemacht haben, irgendwie ein 1-2 reinzulügen und ins Achtelfinale zu gehen. Verständlich.

Brandt kam und traf den Pfosten, Gomez zwang den Goalie zur Parade, Werner ballerte in die Luft. Die Abgesänge der Journalisten waren geistig geschrieben, das Schiksal schien sich gegen “die deutsche Maschine” gewannt zu haben (Zlatan!).

Kroos, der die ersten 45 Minuten und die 90 Minuten davor (Mexico) ein Totalausfall wie zuvor Özil, Müller und Keidira gewesen sind, bekam einen finalen Freistoß. Die schwedischen Spielerfrauen bangten telegen, Jogi Schappi neben mir meinte, “eigentlich ‘ne gute Entfernung”. Wer glaubt da noch dran?

Kroos legt sich den Ball zurecht. Und bäääääääääääääähm, rechts oben. Der Rest war ekstatischer Torjubel auf der Atzes 50ziger Party und es gab kein Halten mehr. Torjubel vor der Leinwand. So wird es überall in Deutschland gewesen sein. Was für eine Erleichterung!

Nun kann die WM für uns beginnen, Mittwoch gegen Südkorea hoffe ich eine neue deutsche Elf zu sehen, die ihren späten Urknall hatte. Entschieden ist nichts, aber die Hoffnung und Chance ist wieder da.

Die Schweden….naja…..wer so defensiv spielt, hat eigentlich keinen Punkt verdient, dennoch spielten sie an ihrem Maximum wie gegen das unglückliche Italien in der Quali. Da müssen wir noch hin, spätestens gegen Brasilien, am Maximum zu spielen.

Tom, CB’93

P.S.: Liebe Grüße an Marek, Waldemar und natürlich Atze: auf die nächsten 50.

Nicht einnässen

20. Mai 2018

Jetzt ist die Saison schon eine ganze Woche vorbei und ich sitze auf der sonnigen Terasse und denke nach. Kommt vor, aber eher selten. Mein Motto ist eher, ich bin ein Mann, ich denke manchmal, aber nicht zu viel nach, sonst wird’s zu kompliziert. Aber das Pokalendspiel gestern hab ich genossen - einfach so. Zwei top Fanlager, die beide leidenschaftlich angefeuert haben und gute Stimmung machten. Dazu gab es ein spannendes Fußballspiel mit ungewissem Ausgang. Über Pyro reg ich mich nie auf, außer es würde jemand verletzt, was selten passiert. Ich weiß auch, das ist kein gutes Vorbild für die 1-2 lesenden Kinder des Blogs.

Nein, ehrlich, ich fands ein spannendes Pokalfinale und im Laufe des Spiels habe ich den seit 1988 ausgesprochenen Fluch gegen die Frankfurter vergessen und die beiden tollen Tore von Rebic genossen.

Unsere bayrischen Freunde waren sicher die bessere Mannschaft, die gestern wie in Madrid mit dem Pech, der neuen Abschlussschwäche und dem Schiri kämpfen musste. Selbst der dümmste August sah in den 94. Minute, dass es ein Elfer war, als Boateng Martinez foulte. Zweyer sah es nicht, Boateng gab’s zu und Leidenschaft siegte über Klasse und eben auch Geld.

Das soll uns Hoffnung geben, uns Bochumer. Wir wittern ja auch gerne Verschwörungen, Hoffnungslosigkeit und hadern mit dem Schicksal sowie dem DFB, der DFL. Nächste Saison haben wir das gleiche Problem, was die Eintracht gegen Dortmund und Bayern im Pokalfinale hatte. Wir haben mit dem HSV und Köln, die Personaletats von 25 Millionen aufrufen, zwei sehr zahlenmäßig und pekuniär enteilte Gegner, die den Unfall Abstieg schnell vergessen machen wollen. Und wenns arg käme, kommt noch Wolfsgurk dazu. Merde.

Aber Frankfurt, mit dem Trainer Kovac zeigte eindrucksvoll, wenn man Emotionen lebt und ein Team ist, dann geht viel. Klar, in 34 Spielen, ist es schwer mit 10 Millionen gegen 25 Millionen anzustinken. Es wird eine Herkulesaufgabe für Dutt, Butscher und Sesi. Markus Anfang und Titz sind keine Trainer, die mit einem so hohen Etat (der statistische Gradmesser für den Erfolg) nur Mist bauen als wären sie Fach, Frontzek, Atalan oder Rasiejewski. Nein, das wird eine spannende Liga von Kiel über Magdeburg bis Regensburg, zweimal Hamburg, Berlin und und und. Ingolstadt schläft nicht, Darmstadt wird sich neu ausrichten, wir müssen uns und unsere Rolle wieder finden.

Wir müssen uns hüten vor Pessimismus und Zuviel Euphorie zugleich. Vielleicht täte uns Funkel gut oder ein bischen das gallische Dorf wie Sandhausen.

Klar, vermutlich steigen wir nächstes Jahr nicht auf, aber das ist kein Naturgesetz, nur wahrscheinlich. Der Druck liegt bei den großen Namen und den Fans, die sich gerne größer machen, als sie sind. Da steuern kluge Leute in den Vereinen gegen, keine Frage, aber unser Realismus muss unser Pfund werden, wie die alte Einigkeit vor der Ausgliederung im Oktober letzten Jahres.

Wir sollten zufrieden sein mit dem, was wir haben, aber trotzdem, da hatte Hochstätter ja recht, als Ziel bis 2020-2022 den Aufstieg anpeilen. Die Gefahr, dass es nach unten geht, die bleibt.

Mir taten gestern Heynkes und die Jungs in der Kurve leid, aber wer Fußball und Spannung sowie Leidenschaft liebt, der hat sich gestern auch mit Kovac und seinen Spielern gefreut.

Für mich hat Kevin Prinz Boateng gezeigt, wie man reifen kann. Er gab das Foul zu, war Leader auf dem Platz und auch nachher zeigte er Still. Man kann also aus Fehlern lernen.

Tun wir Bochumer das auch, ist mir nicht bange. Denn nur wer Utopien hat und Träume, hat eine Chance sie wahr zu machen. Ich freue mich also wieder auf das nächste, bunte Jahr Zweite Liga und hole mir ein Early Bird Dauerkarte. Mich kriegt ihr nicht weg, außer ihr tragt mich raus.

Bis im August, denn wir sind immer noch alle Bochumer Jungen, da kannste dich drauf verlotten lotten lotten.

Lernen wir also von Kovac Team und der Mentalität eines Kroaten wie Rebic. Da habe ich absoluten Willen gesehen. Das hat mir imponiert. Ich gebe zu, ich habe 1988 gar kein Hühnerbein im Olympiastadion vergraben. ;-)

Tom;CB’93

P.S.: Kopf hoch von Andi Weiß bis Kleinheisterkamp, von Schikeria bis Sups, wir werden immer weiter gehen

Ich mach dann mal Sommerpause

13. Mai 2018

Das 1-1 gegen den Jahn aus Regensburg sollte dann doch irgendwie versöhnlich sein. Und am Beispiel Braunschweig sieht man als Bochumer gut, wohin die Reise gegangen wäre, wenn man die letzte Patrone daneben gesetzt hätte - in Liga drei. Insofern war Platz 6 eine formale Steigerung zum Vorjahr und eine recht gute Platzierung. 20.000 Bochumer dankten Dutt für die 10 ungeschlagenen Spiele der letzten 11 Matches und feierten Robin Dutt - zu recht. Er, Butscher und auch schon Sesi haben den Karren nach der Winterpause aus dem Dreck geholt.

Die andere Seite, die dunkle Seite des Teams, hatten die 20.000 Zuschauer auch im und vor dem Kopf, der VfL blieb auch heute wieder lange unter seinen spielerischen Möglichkeiten und hatte Mühe, bis er gegen Ende der 1. Halbzeit ein leichtes Übergewicht hatte. Aber im Sturm das spielten gerade Kruse (sehr zweikampfschwach), Sam und Hinterseer unter ihren Möglichkeiten. Immer ein Rot-Weißes Bein, immer eine Grätsche, der Gast aus Regenburg hat sich das 0-0 nicht nur ermauert, er spielte munter mit.

Zwar war Bochum viel bemühter als gegen Union, man wollte 4. werden, doch man tat nicht genug, um das Spielglück zu erzwingen und wenn, dann scheiterte man irgendwie in der Box.

In der 2. Halbzeit blieb der VfL am Muttertag artig und bemüht. Man versuchte nicht die Wolken zu vertreiben, aber man tat genug, um der Stimmung keinen Abbruch zu tun.

Sam verliert irgendwann, als der VfL sich auf den Weg macht, das 1-0 zu erzielen, einen Ball in der Vorwärtsbewegung, der Jahn kontert schnell und zack, das 0-1 lässt uns auf Rang 7 abrutschen. Unter Duisburg, weil die gegen Pauli führen.

Abgänger Stöger krubelt an, Eisfeld, Wurtz und Serra - Robin Dutt bietet fast alles auf, was der Kader hergibt. Und dennoch spielt Blau seine Angriffe unpräzise zu Ende. Und es wäre beim 0-1 geblieben, aber ein abgefälschter Schuß bringt das 1-1 kurz vor Schluß. Wäre das 1-1 früher gefallen, dann…..isset aber nicht - und Dutt kam nicht in der Winterpause und und und.

Hier kommt der enttäuschende Teil. Es wäre nie so einfach gewesen aufzusteigen. Mit dem Kader in der Liga ist Rang 6 eben nicht gut, vor allem, wenn man sich selbst den Aufstieg auf die Fahne geschrieben hat. Man gliedert aus, um der Schweineliga zu entkommen und spaltet die Fanszene, aber am Ende steht man da, wo man am Anfang war. Nur nächstes Jahr sind Köln, der HSV, vielleicht gar Wolfsburg da. Dann muss man zwischen Rang 5-15 sich durchkämpfen und jedes Jahr in dieser Liga dreht man sich gefühlt im Kreise. Man fängt euphorisch an und endet ernüchtert.

Ich wollte mir im Fanshop den Gartenzwerg holen, aber die Schlange war mir zu lang. So fuhr ich durch den Regen nach Hause und war ganz froh, dass erst mal Pause und dann WM ist.

Wenn wir das Team halten, Dutt und Sesi einen guten Job machen, dann hole ich mir die Early Bird Dauerkarte mit einem guten Gefühl, aber vielleicht auch ganz ganz viel Gewohnheit.

Schade, aber so endet die Saison in meinem Kopf.

Tom,CB’83

Nicht dem Jahn seine Schuld

11. Mai 2018

Sonntag isset vorbei, viele werden sagen: Endlich. Mal wieder ohne Abstieg in Liga Drei geeendet. Im Sommer mal WM in Russland gucken und den VfL vergessen. Mal wieder eine Saison relativ euphorisch gestartet (Punktelieferant ;-) ))) ), Perspektive Aufstieg (man was hab ich vor 10 Monaten daran geglaubt ;-(((( - wie blöd war das denn?), dann drei Trainer entlassen, ausgegliedert und damit intern viel Unfrieden gestifftet und am Ende doch noch souverän unter Dutt gerettet - mehr aber auch nicht. Mit einer Serie aus neun Spielen ohne Sieg zeigte die Mannschaft bei Union wieder ihr Gesicht, dass wir bis Februar oft sahen: Riemanns Pässe kamen selten an, Fehlpässe im Aufbau, Zweikampfschwäche und fahrig nach vorne, die Spitzen verhungerten - Sommerfußball statt Glaube an die Relegation. Das hat Bochum jede auch nicht so kleine Aufstiegschance gekostet. Und daher ist Kiel verdienter Dritter geworden - bei aller Limitiertheit - sowie sind Düsseldorf und Nürnberg verdient aufgestiegen. Man muss allen dreien Vereinen ehrlich gratulieren und darf sich mächtig über sich selbst ärgern. Schuld waren wir, dass wir es in diesem ausgeglichenen Zweitligajahr nicht geschafft haben.

Regensburg hingegen - oder auch Bielefeld, die wir Sonntag beide mit einem Sieg hinter uns lassen könnten, werden sicher hochzufrieden auf diese komische Saison schauen. Und wenn Bochum Sonntag gegen Jahn verlöre, wären die Bayern sicher noch glücklicher. Das gilt es zu verhindern und ich will einen Sieg und keinen Sommerkick. Wie letztes Jahr gegen Pauli unter Verbeek 1,5 Mios verspielt wurden, so darf Dutts Team diesmal nicht den gleichen, blöden Fehler nochmal machen.

Und da begann ja auch die VfL-Misere. Der leider nicht nach Hamburg gewechselte Hochstätter holte seinen Supersohn in das Innere der Mannschaft, Grantler Verbeek hatte keinen Bock mehr, wurde zu Unzeit gefeuert und Neuling Atalan hatte weder Zeit noch Vertrauen. Er versemmelte mit Ansage, Rasiejeweski war der schlechteste Proficoach seit langem, doch CH verlängerte eigenmächtig und ohne Not im Winter. Goosens und Engelbracht warfen hin, Bochum war am Boden. Da, im Winter, hätte ein Dutt sicher noch eine Aufstiegschance gehabt mit dem Team um Sam, Eisfeld, Stöger, Gyamerah, Hinterseer, Riemann, Losilla, Hoogland und Kruse. Aber Villis und Kree schauten “nur” zu, schauten weiter zu und als der Verein fast wie der FCK Richtung 3. Liga taumelte, da reagierte der AR mit der letzten Patronen im Colt. Viel zu spät und die protestierenden, heißt schweigenden Ausgliederungsgegner bildeten die triste Kulisse für einen Schlingerkurs nach unten. Aufstieg - willste mich verarschen war das Motto des Frühjahres. Dass das Himmelfahrtscommando Dutts gut ging, das wollen wir ehrlich Sonntag feiern, denn es war äußerst knapp.

Wenn über 20.000 Leute das Freibier von Fiege zu sich nehmen (Torprämie!), wenn also der VfL versucht 4. zu werden, dann sollte das VfL-Team wieder motiviert sein, eine gute Ausgangslage für 2018/2019 zu erzeugen. Das wäre mein Wunsch und sicher nicht nur meiner.

Ich bin zu alt um den ganzen Streit um den Club seit Oktober zu mögen.

Mit Köln, dem HSV und oder WOB, Magdeburg, Union, Pauli und Ingolstadt stehen potenten Konkurrenten für Oben in den Startlöchern. Wir steigen dann 2020 auf, ok?

Stöger wird so oder so Erste Liga sein nächstes Jahr und sicher wird der eine oder andere sein letztes Spiel für Bochum machen und um 17.15 Uhr ist dann endlich alles vorbei und ich bin sehr froh drüber. Was ein weiteres Kackdurchgangsjahr, hätte mir gerne einige Erfahrungen gespart, das war wirklich nicht schön. So gut wie mein restlichen Leben lief, so schlecht lief der VfL

Das ist nicht dem Jahn seine Schuld. Echt nicht.

Tom;CB’93

Der Jahn:

VfL: Riemann —— Soares (Celozzi) - Gyamerah - Gündüz - (Fabian) - Lossilla (Tesche)—- Sam —– Stöger —- Kruse — Hinterseer

P.S.: Tip 4-2, vorgespielt auf PS4 hab ich 1-1;-))))

Gruß an Dennis ;-) und Benny, der ist auch da

Bleierndes Stahlstück

6. Mai 2018

Der Resttraum ist dann endgültig vorbei. Beim 3-1 in Köpenick machte Bochum heuer ein richtig schlechtes Spiel. 2500 Fans hatten Sonne, Spaß und Sigthseeing, manche Bootstouren, aber am Ende nutze keine noch so freudige Hoffnung mehr was, weil der VfL vom ersten bis zum letzten Minute grausam spielte. Am Anfang tolle Stimmung in Rot-Weiß, Mega-Choreo der Eisernen, Sonne prall überall und Union legte los, als hätte man sich beim gemeinsamen Grillabend den Musketierschwur geschworen. Bochum konfus, Ballverluste, Riemanns Bälle planlos und Berlin gewillt aber ohne große Torgefahr. Nach 20 Minuten spielte Blau etwas mit, bekam aber nur eine Halbchance durch Hinterseer. Das war nicht so, als ob die Castroper keinen Bock hatten, sie wirken nur etwas raus aus dem Ganzen. Die Schlosserjungs spielten energisch, bekamen zwei Dicke Dinger serviert und ballerten in den strahlend blauen Himmel über Köpenick.
Das Spiel sollte eigentlich ein 0-0 werden, was Bochum einen vierten Platz bescherte in der Blitztabelle. Doch dann lag ein Bochumer am Boden, Sam wurde im Zweikampf besiegt und als alles auf einen Pfiff wartete, konterte Berlin und Redondo machte das verdiente 1-0. Unfair aber verdient war die Führung der engagierten Hausherren.
Was nach der Pause passiert wäre, hätten die Bochumer Druck machen können gegen abstiegsbedrohte Unioner, ist Spekulation. Soares bekam einen langen Ball serviert vom Gegner, er will hin, Riemann auch und er köpft über ihn hinweg in Tor zum 2-0. Im Prinzip war das ein Doppelschlag und Bochum praktisch geschlagen.
Der Schock führte zu Sommerfußball, beide Teams schalteten nun zurück und man wartete lange auf eine Antwort des anderen. Es passierten Fehler und Mittelfeldgeschiebe. Dutt brachte Ochs und Eisfeld für Soares sowie Tesche. Das Ganze war immer noch lahm, Berlin verwaltete die Führung und Bochums Fans sangen ernsthaft “Wir wollen euch kämpfen sehen!”. Aber irgendwann begann Bochum zu kämpfen und ein schöner Angriff über links endete rechts bei Hinterseer. Der machte das 2-1. Die kleine Schlussoffensive retournierte Berlin mit zwei Großchancen und beim dritten Mal rappelte es zum dritten Mal in Riemanns Tor. Ende, aus, Mickey Maus.
Nun kann man bis auf das Platzierungsspiel gegen Regensburg die Sache haken und Kiel gratulieren. Nürnberg und Düsseldorf sowie Lautern werden uns fehlen, was uns nicht fehlen wir ist Hochstätter, Atalan und Rasiejewski. Aber das ist was anderes.

Dutt und Sesi müssen ab heute ein Team aufbauen, dass Köln, dem HSV und Magdeburg Paroli bieten muss. Heute war Union zu stark und damit endet die Story dieser Saison fast.

Stöger wird gehen, vermutlich auch Kruse und und und. Nun ist guter Rat teuer, ich bin aber trotzdem froh über den Klassenerhalt und traurig über die vertane Chance.

Tom,CB’93

Wie eine Seifenblase

2. Mai 2018

“I am forever blowing bubbles, pretty bubbles in the air…..!” Dieser alte Fussi-West Ham-Song aus England beschreibt am besten, wie Bochums sehr zarte Aufstiegsträume am Samstag platzten, als Kiel - aus einem 1-1 in Ingolstadt ein 1-5 machte - und nun mindestens Dritter werden kann. Während Fortuna 1895 an dem Tag aufstieg als der 1. FC Köln abstieg - und ich mich halbwegs vom Maischützenzelt erholte - werden es wohl die unsteten Störche sein, die gegen Wolfsburg oder den HSV verlieren dürfen. So wird es nach aller Wahrscheinlichkeit kommen.

Nun kann man erst mal sagen, das 2-1 über Aue sicherte den blau-weißen Klassenerhalt nach einem zeitweise schlimmen Jahr, die Stimmung und nun kann man relativ entspannt an die alte Försterei fahren. Aber trotzdem ist eine zarte Pflanze namens Hoffnung zertreten worden. Die Leute haben am Freitagabend gerechnet und in weniger als 24 Stunden später war alles vorbei. Gut, ihr könnt nun sagen, was willste mit einer Truppe in der Relegation oder möglicherweise in der Bundesliga, die 2/3 der Spielzeit keine drei Spiele ungeschlagen blieb, drei Trainer verschlissen hat und nun irgendwie wundersam durch einem magischen Duttknoten, gerettet wurde wie in einem Fantasyspiel.

Was Dutt machte und macht ist kein Hexenwerk. Er strahlte Ruhe aus, stoppte die planlose Wechsellei der debütierenden und stets bemühten Vorgängen und als Giftkoch Hochstätter und Problembastio weg waren, erholte sich der VfL.

Villis ist nicht Willis, aber der allerletzte Schuß traf, Bochum ist neun Spiele ungeschlagen und wenn Kiel beide Spiele verlöre, ach lassen wir den Mist einfach und planen ab jetzt die golden future mit Dutt, Sesi und Kaenzig. Es gibt genug Probleme mit Sport, Wirtschaft und Fans.

In Union Berlin kännen sich Stöger, Kruse, Hinterseer, Gyamerah und Co ins Schaufenster stellen für Erstligisten und abgestiegene Vereine aus Liga eins. Sind das neben Köln die Hamburger (oder Wolfsburg und Mainz) kann die Zweite Liga sehr bunt werden (mit Magdebug, Kiel und Paderborn), aber auch für Bochum fast unaufsteigbar.

Da ist doppelt schade, dass man die Chance verstreichen lies. In der Nachbetrachtung trägt Hochstätter mit seiner albernenen Trainerwahl die Hauptschuld, dann wurde eine Ausgleiderung angeschoben, die für die Fanszene wie ein Spaltpilz wirkte und bis heute wirkt. Hier müssen alle persönlichen Befindlichkeiten zurückstehen und es ist und wird enorm wichtig sein, Ultras und Ausgliederungsgegner ins Boot zu holen, gerade wenn der sportliche Erfolg nicht direkt vor der Tür steht. D.h., man muss sich vorbereiten frühestens 2020 wieder aufzusteigen, 10 Jahre 2. Liga wären ein Jubiläum, was keiner wollte und dennoch kommen könnte. Und denoch steht es als klarer Status Quo im Raum, Bochum ist und bleibt Zweitligist. Da muss man auch geistig ankommen, auch wenn ich immer noch rechne, wie wir mit Siegen gegen Union und Regensburg in die Relegation käme.
Man braucht diese neue Identität und den Zusammenhalt in einer alternden Fanszene stärker denn je.

Gegen Union kann man schön feiern, im Sambazug, in Köpenick selbst oder einfach im Stadion abgehen.

Während Bochum siegte und den Klassenerhalt als 6. sicher hat, ist Union Berlin als 10. das Team, was bangen muss. Nach dem 1-3 gegen Darmstadt, versucht der Verein nun alles, an seiner Kultstätte an der Wuhlheide seinen Klassenerhalt zu feiern und am besten wie vor einem Jahr 2-1 zu siegen.

Bochum spielt bei einer Führung KIels nur noch um Platzierungen und kann was ausprobieren und gegen den Jahn auslaufen.

Die Köpenicker werden vor voller Hütte uns einen heißen Maitanz hinlegen:

1. FC Union: Mesenhöler —- Trimmel - Leistner - Torrejon - Pedersen (Parensen) ——- Fürstner (Hosnier) - Friederich - Gogia (Daube) - Hedlund - Redondo - Skrzysbki

Wir so:

VfL: Riemann —— Soares - Gyamerah - Gündüz - (Fabian) - Lossilla (Tesche)—- Sam —– Stöger —- Kruse — Hinterseer

Tom,CB’93

P.S.: Mein Tip, 2-1 für Union, wir führen 0-1 und dann fuckt uns Kiel ab. C’est la vieL!

Allein zu Haus

28. April 2018

Also der Abend war gut und lang, das hätte man ahnen können. So feierten die Bochumer ihren 2-1 Heimsieg nicht nur im Zelt in Harpen, sondern auch eben überall. Im Stadion sollte die Stimmung prächtig sein, das Fehlen der Ultras im Herzen der Ost zwingt die restlichen Fans mehr zu tun und gestern gelang dies ganz gut. Mir fehlen die Choreos und die Stimmung der Ultras sehr und ich hoffe, dass es bald eine Lösung pro Bochum gibt, wo alle aufeinander zugehen. Das ist vielleicht schwieriger als Kiel noch einzuholen. Der Unterschied ist, das eine ist in unserer eigenen Hand, die Relegation leider noch nicht.

20.000 Zuschauer sahen einen furiosen Start, Kruse machte cool das 1-0, als einige Fans noch ihr Bierchen holten. Die Sonne strahlte mit den dem blau-weißen Dreieck um die Wette, aber dann baute Blau-weiß ab und sollte eine schwache erste Halbzeit hinlegen. Die Veilchen hatte zwar keine schönen Trikots, aber eine gute Spielanlage und Bochum baute in der Führung ab. Ich muss auch sagen, ich war schon früh etwas angeheitert und hab nicht viel vom Spiel gesehen. Die Stimmung hingegen war all über all gut. Das 1-1 fiel nach einem Gyamerahfehhler und war leider hochverdient für die Sachsen. Im Hinspiel war auch dieses 1-1 das Endergebnis, meine Erinnerung sagte mir noch, das die Erzgebirgler stärker wurden. Aber was kann man sagen zu dieser Liga, wo der 18. nicht viel anders spielt als der 3. Aber gut ihr Störche, vielleicht machen wir euch etwas nervös. Der Klassenerhalt wurde gestern erst theoretisch eingetütet und das ist gut so. Dafür sollte man Robin Dutt echt dankbar sein, mit Rasidingsbums wären wir abgegangen.

Aber so machten wir, besser Kruse, das 2-1 und der Torjubel war echt riesig. Und ja, der VfL war wieder nicht sicher nach dem 2-1, wieder kamen die Auer zurück, das 2-2 fiel aber zum Glück nicht. Bis Februar wäre das passiert. Also, was macht der Coach besser als seine 3 Vorgänger? Viele kleine Dinge hat er angestoßen und verlierte Kiel in Ing, hören die uns atmen.

Es ist auch nicht so, dass wir auf 3-1 oder 4-1 spielen können. Vieles erinnert an 2011 und die Serie unter Funkel. Der VfL siegte 2-1 und man fuhr im Taxi zum Festzelt nach Harpen.

Auch da sah man viele Gesichter der Bochumer Fanszene und quatschte im Suff viel Zinnober. Siege machten freudig und durstig. Aber schlau machen sie nicht.

Ich war da noch auf einer Privatparty nachdem das Zelt geschlossen hatte und dann habe ich alleine im Haus übernachtet. Fragt lieber nicht, Wasserbett und so…..schön wars und lustich.

Wir sehen uns vielleicht noch öfter bis zur WM…..

Schaun mer mal.

Tom,CB’93

Grün bleibt die Hoffnung

21. April 2018

Das 1-1 Fürth war für sich betrachtet ein akzeptables Ergebnis für den VfL. Es war auf das Spiel gesehen gerecht, weil Bochum die erste Halbzeit verpennte und erst in der zweiten Hälfte am Rohnhof dominierte. Aber im Kontext gesehen war das Remis für beide Kontrahenten weder Fleisch noch Fisch. Gut Bochum bleibt 8 Spiele ungeschlagen, aber:
Aber wie so oft war der VfL ab der 45. Minute öfter am Ball und hatte mehr vom Spiel.
So hatte Bochum aber nicht begonnen. Nach dem furiosen 3-2 gegen den FCK spielte man nun ebenfalls gegen ein fränkisches Team mit dem Rücken zur Wand. Und Anfang März befand sich der VfL noch in derselben prekären Situation.
So legte Grün-Weiß auch los, wie eine Mannschaft, die es bitter nötig hat, zu gewinnen. Dabei sollten die Greuther aber auch nur in der Perspektive des Skymoderators „Chancenwucher betreiben“. 2-3 kleinere Chancen, das war’s eigentlich von SpVGG, was die Spielvereinigung aus ihrer Drangphase mitnahm. Es stand 0-0, der VfL forcierte nun sein Offensivspiel über Kruse, Sam und Stöger, aber Hinterseer hatte zweimal den letzten Schritt gegen sich.
Gerade in dieser ersten Bochumer Minidrangphase passierte es: Langer Ball auf Dursun, Gyamerha lässt ticken, dann ein Stoß des Türken und er ist vorbei. Clever - und laut Skymod ein Stürmerfoul, doch das cleverere Kleeblatt umspielte aus dem vollen Lauf auch Riemann am 16er und verwandelte ins verwaiste Tor.
Das ist das Risiko, wenn man ab dem 16er spielt und Jan eben nicht abgezockt genug ist. Das 1-0 war verdient, weil Fürths Pressing jede Spielidee vom VfL unterband - bis zum Halbzeitpfiff. Zwei dicke Chancen hatte ein Fürther Spieler noch, aber hier hielt Manuel perfekt und behielt den VfL im Spiel. Das 2-0 wäre es wohl Freitagabend gewesen, Bochum Team wirkte nicht so direkt im Aufstiegsfieber wie seine Fans eine Woche zuvor. Man zeigte aber dann schon mehr nach dem Wiederanpfiff.
400 Bochumer unter den 8820 Fans konnte Sonne, Bier und den lauen Abend genießen und nach der 45. Minute eben auch einen anderen, besseren VfL.
Aber so sehr nun Sam, Stöger, Tesche und Kruse sowie später auch Wurtz Druck machten, sie brachten Lukas Hinterseer nicht oft genug in Schussposition, um frühzeitg „auf Spiel drehen“ zu schalten. Gewinnt Kiel Montag gegen Nürnberg ein Sieg, enden Bochums ganz kurze Relegations-Träume nach deren 0-4 Sieg in Dresden schon wenige Stunde nach dem vierten Sieg in Serie. Und gegen Fürth versuchte man zu lange Ballsicherheit - ohne den Zug zum Tor. Dann sah man zwar, wer besser Fußball spielen kann, Tore blieben aus. Stöger versuchte es etwas übermotiviert. Man merkte, er wollte sich ins Schaufenster stellen und er tat daher noch mehr als sonst, auch Sam lief viel. Irgendwann in den Achtzigern (82.) setzte Kruse auf links durch gegen Hilbert, Bochums Topösi Hinterseer war da und machte sein 13 Saisontor. Er, Stöger und Gyamerah sind nun interessant für Erstligateams und stehen auf dem Silbertablett.
Das dann gerechte1-1 bedeutete ein 8. Spiel ohne Niederlage und die letzte theoretische Hoffnung - auf einen Clubsieg am Montag. Aber das ist alles nur noch graue Theorie.
Seit gestern (vorgestern) heißt es, das Team macht ein schönes Schaulaufen und einen Saisonauslaufen unter Mastermind Robin Dutt und Sesi kann nun zeigen, was er gelernt hat.
Man kann zufrieden sein, auf einen Platz 4 darf man hoffen, Platz 3 bleibt ein schöner und akzeptabler Traum.
Aber Träume sind immer nett und notwendig….
Tom, CB‘93