Grausam

18. November 2017

Nach dem 0-0 beim Letzten FCK stolpert sich der VfL Bochum beim 1-1 gegen den Vorletzten Greuther Fürth ordentlich in die übeleste Herbstkrise seit 2013, es war einfach nur grausam heute.

Das Bild für die nur noch 11.000 Livezeugen hatte was von einem 0-1 gegen Waldhof Mannheim in den Achtzigern. 8000 pfeifen frierend durch die Nacht, im Halbhellem sieht man “Löcher aus Beton” in der Ost. Die Farbe Grau legt sich auf die Fanseele. Das machte keinen Spaß wie schon vor 2 Wochen. Mir sagte ein alter Bekannter vor dem Spiel am Fanshop, er wolle sich vom Alltag ablenken. Der VfL tat alles, auf vielen unterschiedlichen Ebenen, um einem das Wochenende zu versauen und den Montag zum Freudentag zu machen, weil man endlich wieder was Sinnvolles tun kann.

Die Greuther Fans waren lauter als die entultrarte Ost, die Spieler des VfL hätten ihren Trainer flüstern hören können: Doch er, der reichlich emotionslose Pep für Arme, würfelte eine Aufstellung zusammen, die nicht jeder verstand. Ok, Perhel, Eisfeld waren verletzt und Stöger gesperrt, aber Sam und Hemmerich garnicht zu bringen, da ist man zwar als Fan kein echter Fachmann, aber man versteht es auch nicht so richtig. Das ist auch mit Celozzis Position so, der Dreierkette und und und.

Fürth in Weiß nutzte eine pennende Abwehr zum 0-1 und führte. Selbst dieser Witz kotzt einen an, wenn man eine solche Leistung geboten kriegt wie wir Zuschauer heuer. Bochum spielte strukturlos gegen einen meist schwachen Gegner, der stets bemüht war. Die Fans schwiegen heute überall, manche mit System, andere nur so und wieder andere, versuchten für sich selbst Spannung aufzubauen, weil es sie von außen nicht genügend gab. Die vielen tiefen Gräben, die es wohl schon immer gab in der Fanszene, werden seit Wochen durch neue ergänzt, flankiert von einer überschätzten Mannschaft, die keine ist - und unter dem dritten (!) Trainer immer schlechter wird.

Nach dem 0-1 durch die Hure Roms, machte Hansi Hinterseer das 1-1 per Standard und sorgte für die einzigen zwei kurzen Highlights des Tages. Ein Tor und ein Punkt, das war wirklich mehr als dieses VfL-Spiel jemals verdient hatte. Man fror, man starte, man schwieg und nippte am Fiege oder am Kaffee. Die 120 Fürther solidarisierten sich dem Ultras auf der West, der Rest der 11.000 schimpfte in sich hinein oder war teilnahmslos bis apathisch.

Bochum hatte auch in der 2. Halbzeit kaum Torchancen, es wirkte wie in den ersten 25 Minuten vieles zufällig und ungeplant im Spielaufbau. Das man mit diesem Antifußball seit 3 Spielen ungeschlagen ist, kann man nur dem Unvermögen der Gegner zuschreiben, nicht einer eignen Leistung, wie es sie unter Verbeek noch gab oder gar unter Neururer.

Hochstätter wollte 15 Punkte aus den letzten 5 Spielen holen und verlor schon mal 2 auf diese Rechnung. Er wird sich mit Engelbracht und Vilis gut beraten müssen, um das schwankende VfL-Schiff über den Winter zu bringen. Es knirscht überall in der zukünftigen KGaA,

Die Situation ist insgesamt sehr, sehr ernst. Nicht nur dass Gündüz nie wusste, wo er hinlaufen musste: Es wurden in Blau aussichtsreichste Chancen vergeben, um das 2-1 zu machen, aber nicht kurz vor dem Tor, nein 2-3 Schritte vorher. Schlimme Fehlpässe, bei denen man sich fragte. ob das noch Profifußball sei. Fast hätte Fürth das 1-2 noch gemacht, aber die schwarze Perle des Ronhof wurde von unserer 21 kurz vor dem 1-2 geblockt. Das war wenigstens Einsatz. Der Super Gau wurde sogar noch verhindert, aber pfeifen taten viele nach 90 Minuten.

Fassen wir zusammen: Bochum kann seit Wochen auf dem Rasen nicht mehr siegen oder schön spielen, jeder neue Trainer ist ein Rückschritt zum Vorgänger, das Team ist falsch zusammengesetzt und ihm fehlt nicht nur die Balance, der Sportdirektor wie ein angeschlagener Boxer, “Wunderkind” Engelbracht hat bei den Ausgliederungsgegnern Vertrauen verspielt, UB; MLPT und der Rest beschuldigen sich gegenseitig, zu spalten, zu beleidigen und alle waren heute still, weil es zur Zeit einfach grausam ist, VfL-Fan zu sein.

Ich fahre zurück nach Köln, nur eine Sekunde denke ich, es könnte schlimmer sein. Und fahre am Stadion von Fortuna Köln vorbei und habe eine Vorahnung. Aber keine Gute.

Nein, ich bin ehrlich, mir hat heute ganz viel gefehlt, die Stimmung in der Ost, die Fahnen, die Gesänge, der Zusammenhalt der Fans, der Spielwitz, der Fight und ein Glaube an ein besseres nächstes Jahr und die Emotion VfL.

Da will man als VfL-Fan fast auf den Arm.

Tom; CB’93

P.S.: Gruss an Michael M., Mata Hari und die Block A’ler

Abstiegskampf

16. November 2017

Samstag ist Blau gegen Grün, um das Grau zu besiegen. Nach der Länderspielpause wissen wir, dass wir nichts Genaues über Bochumstorriecher wissen. Kruse hat kurz gespielt bei Australiens 3-1 gegen Honduras, Hoogland trainiert wieder mit, Bastians mag Nudeln und Stöger ist immer noch gesperrt gegen seine alten Mannschaftskameraden.

 

Aber wenn Samstag ab 13.00 Uhr im Vonovia-Ruhrstadion wieder der Ball rollt, dann spielt also der 14. Bochum gegen den 17. Führt, beide nun gegen den Abstieg. Und der VfL ist zu diesem aktuellen Abstiegskampf gekommen, wie die Jungfrau zu Kinde. Aber spätestens in Kaiserslautern beim tristen 0-0 wurde klar, diese Mannschaft in dieser Verfassung ist „in högster Gefahr“ – so würde es Jogi formulieren. Und man kann hinzufügen, die 3 Trainer in 4 Monten - plus die Verletzten - haben aus dem selbst erklärten Aufstiegskandidaten einen Abstiegsaspiranten gemacht. Raus aus dem Pokal, raus aus der Spitzengruppe, der Sportdirektor beschädigt, das Team keine Mannschaft und die Fans ratlos und streitend. Jeder Businessplan zertrümmert – zero performance. Der Verein wackelt am Fundament.

 

Am 7.10.17 stimmten noch 80,19 % für die Ausgliederung, die Folgen davon werden gegen die SpVgG Fürth sichtbar werden. Die Ausgliederungsgegner haben bis dato geschwiegen, nun werden sie wohl umziehen in die West. Erklärung folgt, Ende der Geschichte ist nicht in Sicht. Mit Bochums Trudelkurs ist das ähnlich.

 

Die Mannschaft um Pseudostars wie Sam, Tesche, Merkel und anderen Namen wie Fabian und Celozzi bringen nicht die Leistung, weil sie zZ nur Einzelspieler mit vergangenem Talent sind, die ohne Beziehung zum Club und Konstanz im Spiel wirken.

 

Hochstätter muss den VfL-Blähkader im Winter straffen, den neuen Trainer gut auswählen und wir VfL’ler brauchen die Punkte vorher, um nicht die Sechziger dieser Saison zu werden.

 

Am Samstag wird das Zuschauerinteresse wie das Wetter überschaubar sein, der Fan braucht viel Balsam für seine Seele, wenn er Mittags ins Stadion geht. Dann wird die Mitte der Ost leerer sein als sonst, die Spieler werden einzelne Rufe hören und die Leute werden gespannt sein, auf die Emotionen im Stadion, die Einstellung der Spieler auf dem Rasen und das sich entwickelnde Spiel.

 

Heimsieg – wie einst unter Verbeek – das erwarten die Zuschauer auch nun vom Interimscoach. Aber der probt noch und das ist die Story der letzten vier Monate. Proben,  verlieren, Proben, remis, Proben und gewinnen.

 

Gewinnen wäre ne Idee, wenn ihr mich fragt.

 

1-0 durch Kruse. Mein Tip, den muss ich auf Fifa mal nachspielen.

 

Samstag, 18.11.17, 13:00 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Guido Winkmann, Kerken (pfiff den VfL zuletzt am 27.02.2016 beim 3-2 Heimerfolg gegen den SV Sandhausen)
Assistenten: Arno Blos und Christian Bandurski sowie Tim Skorczyk als 4. Offizieller

Die letzten Spiele gegen Fürth: SGF - VfL 2:1 (05.11.16; Freis, Sararer; Gündüz), VfL - SGF 1:0 (16.04.17; Eisfeld)

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Leitsch/Hoogland), Gyamerah - Eisfeld, Celozzi, Losilla (Janelt), Hemmerich - Diamantakos, Hinterseer (Sam/Wurtz/Gündüz/Kruse)

SGF: Burchert - Wittek, M. Caliguiri, Maloca, Hilbert (Schad) - Narey, Sontheimer, Magyar, Gjasula, Aycicek (Torres) - Dursun (Hofmann)

 

 Tom,CB’93

Mal den Florian fragen

3. November 2017

Das Spiel des VfL in Kaiserslautern endete torlos und das in einer grausamen Art und  Weise. Ein 0-0, was wirklich keinen Sieger verdient hatte, legte sich wie Nebel auf die Seelen der knapp 19.000 Livezeugen. Die die vor dem TV saßen, werden sich gefragt haben, was der Driß überhaupt soll.  

Bochums Auswärtsorte sind realtiv cool, von Duisburg, Darmstadt über Nürnberg, Kiel, Braunschweig bis zum legendären Betzenberg, alles solide Fußballtradition. Aber den Fußball, den Bochum da auf fremden Plätzen spielt, ist oftmals ein reines Ärgernis für die 500-1000 mitgereisten VfL-Fans und TV-Zuschauer.

Und heute zeigte das VfL-Team, wie schlecht es zur Zeit zurecht ist. The trend is not our friend. 288 Minuten ohne Tor in der Liga, dazu 90 Minuten im Pokal. Klar, es fehlten Stöger, Hinterseer, Kruse, Perthel und Hoogland. Das merkt man auch. Man merkt aber auch, dass nach Verbeekdemission, Atalan und Rasiejewski die Bochumer ihre spielerische Linie suchen. Gestern sah das oft brutal aus, Fehlpässe, Fehler im Spielaufbau und und und. 

Der FCK arg gebeutelter 18., ohne Halfar und Osawe, bemüht und wollend, aber eben arg limitiert und tierisch verunsichert. Aber sie haben sich zumindest ins Spiel gekämpft, die roten Teufel. 

Bochum hatte eine Chance am Anfang (über links, dann ein Schüßchen), überstand die 7. Minute, aber dann spielte ab der 15. Minute nur Kaiserslautern - und hatte 4-5 mal richtig Platz das 1-0 zu machen. Doch Lautern vergab fahrlässig Chancen, das war wirklich sträflich: Bochum kämpfte zwar, zeigte aber selten einen roten Faden im Spiel. Nach einem Freistoß hatte Eisfeld in der 34. Minute die Chance zum 0-1. Aber Bochum blieb torlos, der FCK auch. Niemand pfiff am Betze, die Leute schwiegen. Das Stadion bleibt imposant, die Kulisse erinnerte einen daran, was man vor 26 Jahren dort mal toll war. Damals 1991 brannte die West, das Stadion hallte und man guckte meist gebannt auf das Grün. Heuer war alles zwei Nummern kleiner, 350 Unentwegte schauten stumm auf den Rasen und wieder kamen die roten Teufel nach vorne. Doch je länger man Chancen überstand, desto mehr hätte man vermuten können, irgendwann macht der VfL das 0-1 (oder drängt drauf) und lügt einen rein. Vorher traf ein Lauterer das Lattenkreuz von Riemanns Kasten, dann traf Diamantakos das Tor. Wieder zählte ein VfL-Tor nicht, diesmal war es vorher ein Handspiel des Griechen. Bochum kassierte reichlich Gelb und dümpelte aus dem Spiel, hinten meist okay, vorne sehr harmlos.

Jedes mal blieb Blau hängen in der Pfälzer Abwehr, verteidigte selbst seriös oder mit Glück, dazu hat der FCK das Schießpulver nicht erfunden. 

Am 13. Spieltag blieb man  Minuten (mit Pokal) ohne ein gültiges Tor, so rutscht man weiter in den Keller und kriegt Genickstarre, wenn man nach oben zur Fortuna guckt. Gegen Düsseldorf wäre ein Sieg okay gewesen, heute nicht. Zu schlechter Fußball, ob situativ oder generell, egal, man sah Folterfußball. Das ist ein spielerischer Tiefpunkt und ein neuer Übungsleiter tut not. 

Der volle Mond, der dichte Nebel begleiteten den VfL aus der Stadt Kaiserslautern - in die kalte Freitagnacht. Ein Abend, der wahrlich keinen Sieger verdient hatte (und wenn dann den FCK), endete stilecht torlos, still und leise. 

Und nun muss ich mal Florian, meinen Fahrer, fragen, woran es lag. Das Bedürfnis werden auch andere verspürt haben. Die Krise ist nun da. 

Mir fällt nicht viel dazu ein, wie man beidseitig einen optisch unattraktiven Fußball spielen kann, sowohl der 18. als auch der 13./14. bleiben zu recht im Keller der zweiten Liga. Das Duell Tradition endete mit einem Sieg für niemanden. 

Tom;CB’93

P.S.: Gruß an Kai Z., gute Besserung

Emporors palace

1. November 2017

Es herrschte ein komischer Stimmungsmix in Bochum seit einigen Wochen. Der Oktober 2017 war ein VfL-Monat zum weglaufen, fast alles, was schief gehen konnte, ging auch schief. Sportlich eher “Pfui als Hui”, schlimmer Außendarstellung (Butternudelgate) interne Querelen (Bastians, Hochstätter) und viele Zankereien im Verein auf verschiedenen Ebenen. Nach dem 0-0 gegen Spitzenreiter Düsseldorf, konnte man ob der gezeigten Leistung erleichtert sein. Dass der eine Punkt zu wenig ist, kein Tor in drei Spielen indiskutabel, Rang 13. unter Niveau, ist sonnenklar. Vermutlich wird’s ein vierter Trainer sein, der dem VfL vor - oder nach - Weihnachten hilft oder helfen soll, Konstanz zu kriegen, die Balance zu finden und die Spielerpotenziale besser abzurufen.  Soweit der theoretische Plan, aber viele Fans blicken zu Zeit ratlos, sorgenvoll nach vorne, die Euphorie des Spätsommers ist komplett verflogen. Ein Bochumer Herbst gibt sich die Ehre.

Die Aufstellung muss eine festen Stamm beinhalten und dieser muss sich im Konkurrenzkampf auf dem Rasen beweisen. Und Kampf ist ein gutes Stichwort für Freitag. Die ganz große Horrorshow ist gegen F95 ausgeblieben, aber der Freitagsgegner FCK ist nach den unterschiedlich bewertbaren Niederlagen gegen den VfB und Regensburg angezählt. Es gab einen offenen Brief an die Fans. 2000 FCK-Fans waren beim Jahn stinksauer auf ihre Zuckertruppe und Strasser ließ die Mannschaft sich das wütende Gebrülle anhören. Damit ist klar, die Spieler in Rot sind übermorgen stark unter Zugzwang vor eigenem Publikum. Das wird psychologisch schwierig in dem angespannten Umfeld der Westfalen die Mannschaft darauf vorzubereiten. Andererseits ist das fast bester als zu Hause zu spielen. Der Betze selbst bebt heute anders als vor 25 Jahren, eher heimliche, wütende Glut als laute Anfeuerung, voller unvollendeter Versprechen, mit finanziellen Sorgen und vor allem vor dem Sturz in die Dritte Liga. Aber Rasiejewskis Team ist nicht so weit von Kaiserslautern entfernt. Während der FCK ganz, ganz unten steht, muss sich der VfL erst mal gegen den Absturz nach unten wehren. Dazu muss man den Kampf annehmen, stabil hinten stehen und vorne effektiver Chancen generieren und verwerten. Dazu braucht man Überzeugung, Eier und eine Portion Glück.

Der VfL Bochum hat Pöler von Merkel, Sam über Tesche und Janelt/Bandowski, die was am Ball können. Aber als Mannschaft agierten die Bochumer am Montagabend, ob sie es in Kaiserslautern tun, wird sich zeigen. Die VfL-Fans sprechen süffisant vom Aufbaugegner VfL, vom Pfälzer in der Not und Bochum kommt vorbei.

Übermorgen wird der VfL-Block sehr leer sein im Fritz-Walter-Stadion, Freitags, Tabellenstand und und und. Das ist schade, das Traditionsduell Bochum uff der Betze, hätten von allen Seiten mehr Interesse verdient, zumindest wenn man das vorher sagen kann.

Bochum spielt vermutlich 30 Minuten gut und kriegt dann einen rein, darauf könnte man bei Tipico was setzen - und das wollen wir nicht. Wir brauchten fokussierte, bissige und vorne durchsetzungsfähige Spieler. Gündüz, Wurtz sind erst mal außen vor, mental, Form und Körpersprache lassen da nichts Gutes vermuten. Der aufgeblähte Kader müsste mal genutzt werden, um die Spieler besser und nicht schlechter zu machen.

Der November fängt doof an, es sind wieder Einzelfehler, die passieren, dafür gibt es mehr als genug Gründe und Bochum verliert 2-1, diesmal nicht 3-0 wie im Vorjahr, aber es reicht nicht. Außer natürlich der FCK taumelt ganz hilflos und Liga Drei. Das wäre schade und beim VfL eine Katastrophe, weil niemand dieses Jahr auf einen Abstiegskampf vorbereitet ist.

Dazu fühlen viele VfL’ler eine Leere, die schnell mit Siegen gefüllt werden sollte.

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Leitsch), Gyamerah - Eisfeld (Losilla), Celozzi, Stöger - Kruse , Diamantakos, Sam (Gündüz/Hemmerich)

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an alle, die Freitag ihren VfL uff de Betze begleiten

Die Glücksgöttin

31. Oktober 2017

Das 0-0 gegen Düsseldorf war ein Nullnull der besseren Art, obwohl es insgesamt kein gutes Zweitligaspiel war. Klingt paradox, war aber irgendwie so. Da fehlten erst mal die Tore (Salz in der Suppe!), da fehlte der letzte Kick (und eben VfL-Tore),  ein guter Schiedsrichter - und die Stimmung in der vollen Bochumer Kurve war eben ohne den Support der Ultras mau. Mal wünschte man sich Kruse für Hinterseer, mal wünschte man sich einen fanatischen Anpeitschertrainer und einen harten Hund, der die Diven rennen lässt, doch das ist auch nicht fair, denn das taten sie gestern. “Ihr habt gekämpft, wie haben es gesehen”, sollte gestern wahr werden.

Gut, Bochum hatte wohl ein Tor erzielt, hätte da aber zumindest einen Handelfer verdient gehabt - oder eben einen Elfer für das Foul an Diamatakos -, aber auch ein Strafstoß wäre keine Torgarantie bei Bochum zur Zeit. Nein, drei Spiele ohne Tor, dass lässt auch für Kaiserslautern nicht nur gutes Hoffen. Das ist einfach als Output mau. Das alte Problem mit der Durschlagskraft im Sturm, da fehlt immer noch der Simon Terodde. Ist leider so.

Bochum traf in Braunschweig nicht, ein Tor in Paderborn war nicht abseits und der Elfer wurde von Bastians (;-))) vergeben, so ging das auch gestern weiter, obwohl man eine gute Leistung von Bochum sah, zumindest wenn man die letzten, turbulenten Wochen als Erklärungsfolie anlegt.

Während die Düsseldorfer mehrere Male Pyros zündeten (und der Stadionsprecher das jedes Mal wieder monierte, zündete das F95-Team keine Torrakete - und Bochum versuchte es zumindest, also ”Versuchen” ist vor allem bei Herrn Hinterseer das richtige Wort.

Powerviertelstunde in Blau-Weiß auf dem Rasen und die übrigen Bochumsfans versuchten den Support - beides ohne allzuviel Erfolg.  Der Sturm könnte mit Kruse, Sam und einem fitten Diamantakos besser werden, in der Viererkette, die wir faktisch wieder hatten, fehlt mir Perthel sehr. Und Celozzi gehört in die Viererkette und nicht ins defensive Mittelfeld. Also ich spreche aber vielen aus dem Herzen, wenn mir vor allem der echte Teamgeist des VfL fehlt, neben den Spielern auch bei den Verantwortlichen sowie den Fans. Der Streit macht uns kleiner.

Während die ultraffinen Gruppen seit vier Spielen schweigen, Fahnen, Banner und Choreos weglassen, haben einige wohl darauf gewartet “alte Rechnungen zu begleichen”, gleichzeitig werden schwelende Konflikte hochgeschaukelt. Viele verstehen die Reaktion der Ultras nicht so richtig. Gleichzeitig ist hat man das Gefühl, als suchen die Ultras Orientierung und sehen nicht, als würden sie für ihre Arbeit im Bereich Support, Gesangvorgaben und optische Dinge nicht genug gewertschätzt. So wirkt es zumindest, aber Menschen, die schweigen, kann man ganz viel in den Mund legen. Mir scheint es, da muss es dringend eine allgemeine Ausprache zwischen Traditionalisten und Ultras geben, die Situation wirkt wie eine echte Beziehungskrise.

Der Rest der Fans hat die eher mit der Mannschaft, die aber gestern ihr Feiertagsgesicht zeigte. Funkels Fortuna kann man vorwerfen, dass sie, als man den Eindruck hatte, sie lege sich den Gegner ab der 40. Minute zurecht, nicht wirklich in die vollen ging. Bochum wiederum machte nicht den unsicheren Eindruck, den man aufgrund der Situation hätte erwarten können. Und das hatte Funkel vorher schon irgendwie befürchtet.

Also kann man es logisch ansehen, dass der Spitzenreiter vorsichtig agierte und 4-5 mal die Situationen gegen Bochum mit Glück, Geschick und Form agierte. Hätte man am Rhein eine Phase wie Köln zur Zeit, verliert die Fortuna das, ist man Erster, kann man das Spiel auch gewinnen - wie in der Vorsaison. Auch daher waren alle am Ende mit dem 0-0 irgendwie zufrieden, beide Lager, die Trainer und nach ganz vielen Fiege auch ich.

Blöd dass Bochum 2017 jedwede Konstanz fehlt, mal nach solcher akzeptablen Leistung (ein Sieg wurde es ja nicht) danach einen nachzulegen. Das würde nicht nur Hochstätter, dem Team und seinen zankenden Fans gefallen, das würde einfach auch das theoretisch Mögliche aus dem Kader rauskitzeln.

Das ist vielleicht nicht Platz 2, wie ich anfangs dachte, aber eben besser als zweite Tabellenhälfte, was Bochum könnte.

Der VfL Bochum wird ein Verein auf der Suche bleiben, zunächst nach einem neuen Trainer (Vogel?), dann nach Konstanz, zuletzt nach Frieden und einer neuen Gesellschaftsform. Und zuviel Streit vergiftet einem die Seele, das kann man bei seinem Hobby echt nicht gebrauchen.

Was wohl der Kambodschmann dazu meint?

Ich hab übrigens gehört “bochumesque” wäre es, die Niederlage herbeizuahnen. Ihr seht, auch nach dem Punkt, haben wir viele Projekte für die Zukunft.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an Scholle, Spider und den Kambodschamann

Echt Bochumshow

28. Oktober 2017

Die Tage nach dem peinlichen Pokalaus in Paderborn und dem Torlosauftritt in Braunschweig waren für einen echten VfL’ler mal wieder launetechnisch alles andere als einfach. Und das war nicht die erste bescheidene VfL-Woche dieses Jahr, die so richtig zu wegschämen sein sollte. Und ausgerechnet in dieser kniffligen Situation spielt der VfL Bochum gegen die zZ selbstbewußten Spitzenreiter aus Düsseldorf 1895- vor dem Reformationstag und vor Halloween, viele fürchten da blasphemische Thesen im Internetnachgang und eine üble Horrorshow im Kopf.

Nun ist der Bochumer Herbst eh eine Zeit der Stürme, der Krisen, des Umbruchs und des Verwelkens, viele werden dort etwas suchen, um sich festzuhalten und da hilft Moritz Fiege oder besser noch Schnaps, kurzfristig. Denn auf der Pressekonferenz hoffte Rasiejewski auf Sam, Hoogland und deren Genesung, um auf die Pohl’sche Frage nach dem festen Stamm des VfL nach 13 Spieltagen 2017/2018 zu antworten, “tja” und eher mit den Schultern zu zucken. Klar, er ist der dritte Trainer, der sich probieren darf - und wie wir in Braunschweig und Paderborn sahen, rotierte er vor allem die Torgefahr raus (Kruse, Diamanatakos).  Nach dem 2-0 gegen Sandhausen hatte nicht nur Hochstätter gehofft, dass die nüchtern-sachlich und symphatische Art sich auszahlt, dann setzte es zwei “zu Null”-Niederlagen, eine eben solche am Montag wäre tödlich für den Verein. Und das obwohl eine Niederlage auch immer eine Chance ist.

Das Wort der Baustelle hat in Bochum Konjunktur, die Kölner haben ihre Leverkusener Brücke, der Bochumer hat den VfL. Zunächst sorgt die mit 80,2 % der Mitglieder beschlossene Baustelle der Ausgliederung für Ärger in der Fanszene. Die ultraaffinen Gruppen schwiegen gegen Sandhausen, Braunschweig, Paderborn und es gibt Gerüchte, dass es Aktionen gegen F95 geben könnte. Insgesamt ist hier Villis Containment gefragt, zwischen Engelbrachts Vorgehen auf der JHV und den Nein-Gruppen zu vermitteln. Dieses Konflikt birgt richtig Sprengstoff, das merkt man in der Kurve. Die ultraaffinen Gruppen haben ihren Support und das Fahnenschwenken eingestellt, dazu gab es Transparente, aber es steht zu befürchten, dass da alte Konflikte aufbrechen und es Knatsch gibt.

Dann gibt es die sportliche Baustelle: Platz 13, raus im Pokal, drei Trainer, der vierte noch nicht da, kein Stamm in Sicht, keine echte Mannschaft, interne Querelen, Hochstätter angeschlagen und und und.

Hochstätter nicht zu entlassen, hier mach ich mich mal wieder unbeliebt, ist richtig. Gar keine Frage, nicht nur durch die Personalie mit seinem Sohn, hat der Christian sich sehr angreifbar gemacht. Nach den Trainerdemissionen, Fakenews um Weinzierl, den Unruhen nach der JHV, ist es richtig für Ruhe zu Sorgen. Schmadtke kommt nicht nach Bochum, Weinzierl auch vermutlich nicht, daher muss der Vorstand sehen was machbar ist.

Machbarkeit ist ein gutes Stichwort: Düsseldorf verkaufte Bebou, Hermmann, Rensing verletzte sich, trotzdem performte die Fortuna von 1985 und ist Erster, flog allerdings auch raus aus dem Pokal gegen BMG. Die Düsseldorfer schweben auf einer Wolke, werden 6000 Leute mitbringen und Bochum hätte auch gegen jemand anderes in der jetzigen Situation den Köttel in der Buchse. Funkel ist eben kein Laptoptrainer, aber auch etwas langweilig im Spielsystem. Doch drauf geschissen, wie Goosens sagt, auf langweilig, die Landerhauptstädter kommen als Spitzenreiter und wollen gewinnen.

Hoffnung macht folgendes: Es kommt manchmal anders, als man denkt. Ein Tottotip wäre 0-1, aber Bochum ist nach dem Pauliausrutscher relativ heimstark. Ingostadt und Sandhausen wurden ohne Gegentore besiegt.

Summa sumarum, braucht das Team des VfL starke Nerven, denn ein früher Rückstand (7. Minute?) könnte zum Mühlstein werden. Dazu droht Explosionsgefahr der Fans (Ultraprotest, “Hochstätter raus” vom Rest) , wenn es in die Hose geht. Der VfL braucht ne Führung, die Abwehr muss hellwach sein von der ersten Minute, die Fans zusammenstehen gegen Fortuna.

Das alles muss garniert sein mit Glück, dann ist ein Heimsieg möglich. Ich werde mir Mut antrinken, denn das soll ja helfen. Und “irgendjemand raus” versuche ich mir zu verkneifen, obwohl es manchmal hilft den Frust rauszubrüllen.

Tip: 1-1, Schmitz, Bastians

Daten wie immer von VfL4u:

Montag, 30.10.17, 20:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 gegen Bielefeld im Mai)
Assistenten: Christian Leicher (Landshut), Michael Bacher (Amerang)
4. Offizieller: Henrik Bramlage (Vechta)

Die letzten Spiele gegen Düsseldorf: F95 - VfL 3:0 (20.09.16; Sobottka, Hennings, Bellinghausen), VfL - F95 1:2 (03.03.17; Mlapa; Hennings, Bebou)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Leitsch), Gyamerah - Eisfeld (Losilla), Celozzi, Stöger - (Kruse/Wurtz), Hinterseer, Diamantakos, (Gündüz)/Hemmerich
F95: Wolf - Gießelmann, Bormuth (Hoffmann), Ayhan, Schauerte - Raman (Schmitz/Usami), Fink, Neuhaus, Sobottka, Zimmer - Hennings

Tom, CB´93

P.S.: Gruss an unser Geburtstagskind Stephan Dahmer

Das Paderborner Brot schimmelt langsamer

24. Oktober 2017

Die meisten der 1900 Bochumer in der Benteler Arena hatten es vorher geahnt. Dass der Favorit diesmal SC Paderborn heißt und der Sieger auch. Und so kam es dann auch. Das Zweitrundenpokalaus des VfL Bochum kostet natürlich nicht nur viel Geld, Reputation, Rasiejewski den Job und vielen endgültig ihre Laune - zum Saisonstart; es macht auch den Weg frei für die Erkenntnis, dass es in Bochum zur Zeit mehr Baustellen gibt als Bauarbeiter. Und dieses Team, ist eine Ansammlung von Einzelspielern, die ohne Kompass, kluges Konzept und feste Führung durch die Gegend irren.

Der SCP begann vor 15.200 Fans gallig, “stürmisch” und - hey, das reicht gegen den VfL Bochum zur Zeit allemal. Zwei Chancen und es steht 1-0, just in dem Moment, wo die Fans aus dem Sonderzug ankamen und ins Stadion reinkonnten. Merde beaucoup, die 1000.te. Diese Geschichte kann man in die endlos Repeatschleife legen.

Drei Trainer hatten in drei-vier Monaten diesen von Hochstätter zusammengestellten Kader probieren, taktisch umstellen und ihr Glück versuchen dürfen. Das Ergebnis ist nun das Pokalaus von Paderborn, Platz 13 in der Liga (Tendenz fallend) und eine über die Ausgliederung entzweite Fanszene. Der Verein gibt in den letzten Wochen auf vielen Ebenen ein erbärmliches Bild ab, die Leute sind heuer stinksauer und die unkonstante Mannschaftsleistung ist der Ausdruck dieses Chaos. So langsam ist verlieren die einzige Kostanz.

Bochum spielte in Weiß (bis zum Ende) ohne Kruse, Losilla und Gündüz, und ohne Esprit, (dazu waren Perthel und Hoogland verletzt) beruhigte das Spiel ein wenig - in der letzten halben Stunde der ersten Halbzeit, aber Paderborn hatte auch mehr als eine sehr dicke Chance zum 2-0. Auch sie verstrich ungenutzt. Riemann, Bochums Bester heute mit Sam, vereitelte einige Chancen der Ostwestfalen, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Man konnte mit dem 1-0 zum Pausentee sogar noch zufrieden sein. Und dass das Ganze bei einem ambitioniertenDrittligisten passierte, nicht bei Mainz, dem HSV oder Frankfurt, spiegelt auch die Leistungsfähigkeit unseres Teams zZ wieder. Und da haben wir das offensichtliche Problem: Es ist kein Team, keine Mannschaft, wo jemand für seinen Nebenmann rennt und sich einsetzt. Da ist eine Ansammlung von Individuen. Das es dann viele “grüne Wolken” gibt, dazu braucht man kein Sozialpädagogikstudium.

Natürlich sind da relativ teuere Spieler wie Sam (Warum nahm der Trainer den runter, nur weil Riemann sich beschwerte?), Celozzi auf der falschen Position und Stöger, die pölen könnten, aber da muss man sie auch richtig einsetzen und motiveren. Aber wenn die keine Erfolge haben, sondern Fehden, die keiner braucht, dazu verunsichert werden durch immer neue Aufstellungen, dann verliert man eben auch bei SCP07 oder gar ‘ne Liga tiefer.

Bochum wurde dann in der mittleren Phase der zweiten Halbzeit leicht besser, hier machte sich nun doch die individuelle Qualität bemerkbar. Das 1-1 war leider knapp kein Abseits, aber dafür bekam Bochum einen schmeichelhaften Elfer. Nicht Kruse oder Diamantakos waren auf dem Platz, um zu netzen, nein, der formschwache Hinterseer trat an. Und das stimmt leider nicht. Es trat der Ex-Kaptain Bastians an -und das macht es noch schlimmer- er ließ sich ablenken. Die Paderborner machten einen Tumult, Bastians muss lange warten und zeigt dann prompt Nerven. Da war wieder, wie in Braunschweig klar, das wird heute nichts mit dem Torschießen, also wenn nicht CR7 reinkommt, der Regen noch stärker würde oder alle Paderborner umfallen.

Diamantakos hatte noch ein Riesending, aber wie Sam scheitert er knapp vor dem Torwart. Ok, da fehlte auch Fortune. Das passt zur miserablen Gesamtsituation. Wobei man sagen muss, Paderborn hatte 3-4 Dinger, das verdiente 2-0 zu machen und machte die nicht. Den Gefallen tat dann dem SCP07 Hemmerich, gegen Sandhausen noch gut, er legte dem Paderborner auf. Der Schwarz-Blaue machte dann “endlich” das 2-0 und damit die Entscheidung gegen den VfL.

Viele Bochumer verließen den Ort des Grauens. Aber es gab viele Orte des Grauens zuletzt und diese 7. Niederlage bringt das Fass zum Überlaufen - zumindest bei mir. Denn sie offenbart wieder einmal die Grundsätzlichkeit des Problems: Bochum hat keine Idee, zwei Spiele zu gewinnen und wenn, bricht diese beim kleinsten Gegenwind zusammen.

Klar, hätte man mit etwas Glück ein 1-1 zur Verlängerung nutzen können, aber es fehlte ja eben der letzte Wille zum Sieg. Ein spielerisches Feuerwerk nach dem legalen, echten Feuerwerk hinter Paderborns Kurve hatte kein Bochumer Fan erwartet, aber ein seriöses Arbeiten für den Sieg. Und das gab es eben zu wenig.

Es flog noch ein Weißer mit Gelb-Rot vom Platz und ich bin mir nicht sicher, ob der Vorstand heute nochmal 80,19 %-Vertrauen für die Ausgliederung bekommen hätte.

Wie die Fans am Ende reagierten, weiß ich nicht. Da war ich schon auf de Weg zum Auto und starrte in die schwarze ostwestfälische Nacht des alten Hellwegs.

Oh man, ist das Scheiße.

Tom;CB’93

Leichte Risse am Reaktorkern

23. Oktober 2017

Eigentlich ist es ja immer ganz gut, wenn eine Mannschaft nach einer ernüchternden Niederlage schnell wieder ran muss. Kein Nachgrübeln, kein Weltschmerz, sondern Mund abwischen und weitermachen. Nach einem überflüssigen, vermeidbaren, aber auch verdientem 0-1 in Braunschweig im Regen Niedersachsens droht dem VfL jedoch morgen ein Zweitrunden-Pokalaus im Regen von Ostwestfalen. Und dann stünde der ganze VfL Bochum im Dauerregen. Ganz ohne Regenschirm und wie begossene Pudel darstehen, ist nie gut. Aber in der jetzigen Situation (Jedwede Aufstiegschance praktisch verspielt, drei Trainer dann verschlissen, Sportdirektor geschwächt, Ausgliederung kommt zur Unzeit, Fanspaltung droht, Abstiegskampf?), Platz 13.. Dann ist der DFB-Pokal die einizge, reele Chance nach oben zu kommen. Und man kann gutes  Geld verdienen, man könnte mal positive Schlagzeilen machen und vielleicht mal zu Hause gegen Bayern, Schalke und BVB für einen Festtag sorgen für Fans, die zZ wieder eher geprüft als verwöhnt werden. Und in der Fanbasis gärt es aus vielen Gründen, die Ruhe ist weg.

Das sollte doch Energie freisetzen, denn Dienstag wird mit dem SCP ein sehr selbstbewusster Drittligist das Heimrecht haben. Fast zum dritten mal in Serie von der Bundesliga in die vierten Liga abgestiegen, rettete nur der famose Absturz von 1860 das Spielzeug von Herrn Finke vor der Regionalliga West. Aber zum Kaffee in seinem Möbelhaus kommt morgen niemand deshalb.

Der zwischenzeitlich entmachtete Mäzen ist wieder am Ruder und die schwarz-blauen Spieler werden gegen die selbsternannte Startruppe von der Castroper dann leichtes Spiel haben, wenn man das ABC des Pokalfights nicht internalisiert hat: Rennen, kämpfen, kontern und Ruhe im Kopf halten, sonst verkrampft man wie die Teams bei Köln gegen Bremen.

Die Frage, wieso Sam, Tesche und Bandoski so wenig halfen, wird man sicher nicht im Zentrum des westfälischen Katholizismus klären. Aber der neue Trainer muss wie Atalan mit dem Probieren aufhören, denn dazu ist Umfeld des VfL weder die Zeit noch die Geduld. Morgen muss gewonnen werden, egal wie. Auch wenn die 2000 Bochumer Fans morgen Augenkrebs kriegen sollten, gewänne man 0-1 wie vor 2 Jahren, hätte man Puste um durchzuamten.

Und die ist vor dem Westschlager gegen Düsseldorf am Montag vor dem Reformationstag dringend notwendig. Denn das Team muss endlich ein Team werden und dazu braucht es Heldenstories ganz ohne Hermann den Cherusker oder Wewelsburg.

Tip: Mit viel Glück tanzen wir Fans “Limbo am Libori”, 119. Minute Kruse 1-2, nachdem Fabian und Michel trafen. Leider kein Elfmeterschießen wie einst bei Preußen Münster 2009

Tom;CB’93

P.S.: Ich bedanke mich bei allen Leuten, die zZ versuchen, die vielen kleinen Risse zu kitten

Dienstag, 24.10.17, 18:30 Uhr, Benteler-Arena

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Die letzten Spiele gegen Paderborn: SCP - VfL 0:1 (26.07.15; Haberer), VfL - SCP 4:0 (11.12.15; Mlapa (2), Hoogland, Bastians)
Bisherige Pokalspiele gegen Paderborn: Fehlanzeige

Voraussichtliche Aufstellungen:
SCP: Zingerle (Ratajczak) - Herzenbruch, Strohdiek, Schonlau, Boeder - Collins (Ritter/Antwi-Adjej), Wassey, Krauße, Zolinski - Michel, Srbeny
VfL: Riemann (Dornebusch) - Danilo, Bastians (Leitsch), Fabian, Gyamerah - Eisfeld (Losilla), Stöger, Celozzi, Gündüz (Sam/Hemmerich) - Kruse, Hinterseer (Diamantakos)

Brown be quiet

21. Oktober 2017

Der Herbst ist da, der Regen ist da und mit dem Shitwetter kommt die fast schon traditionelle Bochumkrise. Das 1-0 in Braunschweig heute vor 19.300 Fußballfans (null Eventies) hätte theoretisch alles gehabt, was man als Fan so will. Tradition (Deutscher Meister 1967 gegen Ex-Unabsteigbar!), wenig Wellenreiter im Stadion und ein VfL der ebenso will wie die Eintracht. Die erste Chance nach 4 Minuten vergibt Hinterseer und der Fejzic muss raus dem Braunschweiger Tor. Könnte was drin sein?

Nein, Bochum hat wieder viel den Ball, aber keine Durchschlagskraft vorne, doch verliert der VfL den Ball in der spielentscheidenden Szene. Eisfeld auf Leitsch, die Gelben warten, sprinten dazwischen, Konter über rechts, die Dreikette noch nicht sortiert; Yldirim macht das 1-0. Und da ging es mir im halbleeren Bochumer Block so: ach kacke, dat wird heute wieder nix. Und es wurde nichts. Also erst mal rappelte sich Bochum in Weiß wieder auf und kam zu Spielanteilen und Chancen. Aber wie in der Kicker-Statistik zu lesen, Eintracht B. lässt Chancen zu, die werden nicht genutzt. Hinterseer war “stets bemüht”, aber er kam immer irgendwie falsch. So war es oft, soviel Bochum den Ball hatte, so selten kam man zum Abschluss. Und wenn dann war irgendein Bein der Niedersachsen dazwischen. Stöger gut, Kruse gut, Leitsch gut, aber der Rest? So ging man mit 1-0 in die Pause und Lieberknecht war genervt, weil er mit Fejzic und Baffo nun noch zwei Stammspieler verletzt ersetzen musste, wie schon Boland, Kelifi und Kumbela.

Der Regen kam, mit dem schlechten Wetter schwand die Hoffnung auf eine Wende gegen bemühte, aber überschaubare Gastgeber. Braunschweig verwaltete das Restspiel, Bochum mit etwas weniger Ballbesitz, aber immerhin mit etwas mehr Druck.

Rasiejewski hatte am Anfang Sam, Bastians, Losilla auf der Bank gelassen und Bastians holte sich gleich Gelb, als er reinkam.

Bochum spielte immer noch mehr, aber irgendwie hatte man nie das Gefühl, wir drehen das Spiel noch, obwohl das möglich gewesen wäre an der Hamburger Straße. Sind wir Team genug, um die Qualität der Spieler abzurufen? Der dritte Trainer sucht eine Antwort auf diese Frage.

Bochums Block der 500 blieb meist still im Regen, 200 Ultras war der Eintritt verwehrt worden. Es lief einiges gegen Bochum, aber Bochum half sich auch nicht selbst. Der nächste Ball von Yldirim ging ans Alu und Bochums Schlussoffensive ging ins Nichts. Also, man sah ein Bemühen und Weiß machte sich dreckig, wurde etwas brauner, aber das reichte nicht in Braunschweig (unpolitischer Wortwitz!).

Die Stadt mit der Fehde gegen Hannover überholte Bochum in der Tabelle, der VfL ist Dreizehnter und Hochstätter wird gegen Paderborn wohl wirklich das letzte Spiel vom Interimscoach erleben.

Verbeek provozierte den Rauswurf, Atalan hinterließ wenig und Rasiejewski wird bald weg sein. Wer kommt übernimmt ein Team von talentierten Halbentschlossenen und darf diverse Brandherde löschen, im Team, dazwischen, in der Fanszene und und und.

Was man dann demnächst ausgliedert, könnte weniger Geld erzielen, als man erhoffte. Denn ohne funktionierende und erfolgreiche Mannschaft kannste dich schwarz ärgern als Fan, als Investor drehste dich um und gehst. Und nach Paderborn und Düsseldorf werden dies einige tun.

Leider war das heute ein Beleg für letzteres.

Tom;CB’93

P.S.: Heute Grüße an den Emmericher, Jonas, Norbert und Eric

Der zweite Schritt ist immer nach dem ersten

19. Oktober 2017

Bochum hatte nach sieben schlimmen Tagen eine relativ ruhige Woche (Hostätter ist noch im Amt, liebe Bild!)- vor dem schwierigen, provinzialen Auswärtsdoppel in Braunschweig und im Pokal in Paderborn. Der VfL tritt die mittellange Reise(n) nach Osten mit 400-500 Auswärtsfans an und die Mannschaft kann selbst für Ruhe im Verein sorgen, wenn man, wie beim 2-0 gegen Sandhausen, schmucklos, humorlos und seriös siegt. Die Reaktion der Ultras in der Kurve ist auswärts umso wichtiger, da man als Ultra an der Hamburger Straße 50 % der Fans ausmachen wird. Und der Konflikt wurde letzten Samstag nur vertagt, bei Eintracht wird man sehen, wie die protestierende VfL-Szene reagieren wird. Gibt es da eine Boykott, gibt es Transparente oder passiert etwas anderes? Wir werden es sehen.

Spannender noch ist die sportliche Frage, wie das Team auf dem Rasen mit Bastians, Diamantakos und Co. reagiert, wenn sie bei den abwehrsicheren Niedersachsen antreten. Diese Gelb-Blauen lassen Torchancen zu, kassieren also nicht so viele Tore. Für die vorne nicht immer effizienten Bochumer als eine Herausforderung beim Relegationsteilnehmer anzutreten. Da hat man 2014 mal gewonnen, 2012 mal 3-0 verloren, die Bilanz ist gemischt.

Braunschweig, die aktuelle sportliche Nummer Drei in NS - nach Wolfsburg und Hannover, ist relativ gut gestartet und hat etwas nachgelassen. Auch Braunschweig läuft enttäuscht seinen Ambitionen hinterher. Der Meister von 1967 ist in jüngerer Vergangenheit ein Hort der Ruhe, hat seit 2007 einen Trainer namens  Lieberknecht, verglichen mit 1860 in den Vorjahren ist dieser Verein in ruhiges Fahrwasser abgeglitten: Das hat auch die Enttäuschung nach dem 6-0 in Bielefeld und der Relegationsniederlage gegen Golfsburg nicht geändert. Eintracht bleibt entspannt.

Boland und Kumbela können nicht gegen Riemann treffen, aber Nyman rückt in den Kader, dafür hat Bochum wieder Diamantakos an Bord. Bastians kann spielen, ist aber kein Kaptain mehr: Er könnte den jungen, formidablen Leitsch ersetzen. Dazu will Losilla wieder ins Team und die Rolle von Tesche ist spannend. Hinterseer tat das Gesäß weh, sonst stürmt er mit Kruse. Auch Wurtz könnte eine Alternative sein. Eisfeld oder Stöger als Spielmacher sind möglich. Dazu sind Junge wie Hemmerich, Leitsch, Bandowski und Gündüz können den alten Säcken Druck machen.

Samstag spielt der 11. beim 12. - und eigentlich hört sich Braunschweig gegen Bochum nach 3. gegen 4. an (laut Günni). Ist aber nicht so und wir werden in der Stadt der Löwen sehen, ob “unsere 2-0 -Schwalbe gegen Sandhausen” einen Spätsommer macht und wir mit breiter Brust zu selbstbewussten Paderbornern fahren. Wellblechhütte ick hör dir trapsen.

Ich tippe auf ein 1-1 auswärts und Schweigen im Gästeblock.

Statistik von VfL4U:

Samstag, 21.10.17, 13:00 Uhr, Eintracht-Stadion

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve, pfiff den VfL zuletzt beim 4:2-Sieg in Aue in der Vorsaison)
Assistenten: Dominik Jolk (Mannheim), Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main)
4. Offizieller: Jan Neitzel-Petersen (Hamburg)

Letzte Spiele gegen Braunschweig: VfL - EB 1:1 (18.11.16; Quaschner; Kumbela), EB - VfL 2:0 (23.04.17; Nyman (2))

Voraussichtliche Aufstellungen:
EB: Fejzic - Valsvik, Baffo, Breikreuz - Reichel, Moll, Zuck (Samson), Sauer (Becker) - Yildirim (Hernandez), Nyman, Khelifi
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian, Gyamerah - Eisfeld, Stöger, Celozzi, Hemmerich (Losilla) - Kruse, Hinterseer (Diamantakos)

Tom;CB’93  Gruss nach Hameln, Bad-Münder/Flegessen