Wenn man in Bordeuax die Marseillaise übt, um nach Paris zu gelangen

27. Juni 2016

Es fing blöde an: Ein Mitfahrer sprang ab, durchwachsenes Wetter am Tag, martialische Kontrollen vor Aachen-Brandt der Bundespolizei mit MP und dann auch wieder politisch inkorrekte Marinefahne am selben Versammlungsort bei den 3 Brasseurs. Dazu wurde kurz vor unserem Heimweg ein Frankfurter zusammengeschlagen. Aber sonst war es ein toller Tag in Nordfrankreich, wenn man nicht wie Franz Kafka an die ganze Sache herangeht.
Der 3-0 “Heimsieg” der deutschen Elf in Lille gestern war sowohl souverän herausgespielt, deutlich im Ergebnis als auch schön live beizuwohnen von der ganzen Stimmung, obwohl schnell die Spannung fehlte. Deutschland spielte sich wieder in den Kreis der Topfavoriten der EM. Nach dem Polenspiel kamen schon Zweifel bei mir auf, die sind nun ausgeräumt.
Die ersten 35 Minuten dieses Achtelfinales stellten eine Partie da, wie ein Bayernheimspiel gegen Darmstadt 98 in der Allianzarena - ernüchternd einseitig und mit wenig Chancen für den jeweiligen Underdog. Ein vertrautes Gefühl für einen Bochumfan. Man konnte drei Bochumfahnen (4630/Stiepel/VfL) zählen, so klar war die dt. Überlegenheit gestern.
Die Schwarz-Weißen im dauernden Ballbesitz, sie pressten, liefen und drückten, dass Blau nur staunte und hinterherlief. Die Nachbarn kamen kaum über die Mittellinie. Dafür traf ein neuer Nachbar der Herzen: Boatengs 1-0 durch einen schönen Fernschuss sollte nur der Auftakt der neuen Fußballstärke von Jogis Jungs sein. Außerdem zeigte der Bayerninnenverteidiger nun, wie sehr er die neue Weltklasse ist. Ein anderer namens Özil hätte das 2-0 dreimal machen können (und müssen), aber erst scheiterte er per Elfer, dann per Schuß - und die dritte Chance war die beste, aber es blieb beim schmeichelhaften 1-0 gegen die braven Slowaken. Es wird wohl wieder was von den “Panzern” in der Presse stehen.
27.000 Deutsche unter über 40.000 Zuschauern im Grand Stade Pierre Mauroy bildeten eine stimmgewaltige Kulisse für die Löwfestspiele (Axelschweißgate). Draxler (für Götze) spielte toll und bereitete für den schönen Gomez das 2-0 vor. Nun war klar, Deutschland fährt Samstag nach Bordeaux ins Viertelfinale und da wird es nicht nur um guten Rotwein, Käse und Baguettes gehen.
Wer sah wie sich die noch biederen Franzosen gegen wackere Iren mühten, weiß - dieses Deutschland könnte die Franzosen im Halbfinale besiegen. Ihr fragt Euch sicher, gegen wen, würde es leichter, Italien (unser absoluter Angstgegner) oder die elegante spanische Ballmaschine? Ich sage, sicher gegen den Trend, ich hätte lieber Italien. Wieso??? Irgendwann muss der Knoten platzen und die erfolgreichen Iberer (Titel 2008/2010/2012) sind immer noch stärker als die Heimat des Ultratums. Aber vielleicht irre ich mich da auch und der Bauch entscheidet und wir wünschen uns einen Sieg der Mannen um Iniesta um am Samstag eine Fußballfiesta zu sehen.
Die Slovaken waren dafür gestern in Nordfrankreich einfach zu schwach, ähnlich wie die Ungarn gegen die Belgier eine Qualitätsfrage. Die Bochumer Fans konnten Stani wiedersehen, das 3-0 fiel dennoch für Deutschland. Ein 4-0 war drin, doch weder Poldi, noch Schweini machten das Tor. Egal, die Stimmung in der Unistadt war trotz des durchwachsenen Wetters meist toll, Lille rockte wie Paris als Austragungsort der deutschen Spiele -sag ich mal verkürzt. Die Stuttgarter machten durch Bierkonsum einfach Nord- zu Südfrankreich, die Stiefs lassen grüßen.
Nun geht es nach Südfrankreich (Bordeaux/Marseille) gegen sehr starke südeuropäische Teams, da muss Jogi noch 5-10% der Effektivität rauskitzeln, die gegen Nordirland, die Ukraine und die Slowakei fehlte.
Gegen Italien und Spanien muss man seine Chancen machen.
Die Abwehr um Neuer, Kimmich, Boateng, Hummels, Hector steht mittlerweile wie eine Eins, man hatte 4 Spiele ohne Gegentore. Da wurde eine Mauer gebaut, die Trump begeistert hätte.

Nun geht es richtig los, Spanien, Frankreich und Belgien sind drei Kracher auf dem Weg zum Titel. Ich träume vom Titel am 10. Juli 2016 in Paris. Träumt ihr mit?

Dann geh ich endlich zum Weinladen an der Ecke und bestelle einen Beaujolais anstelle von Hirschsalami. Versprochen!

Tom;CB’93

P.S.: Grüße an die Autocrew um Matthes, Andre und Phillip

When you are out, you are out!

25. Juni 2016

Ab heute geht es los, das Achtelfinale bei der Euro 2016 in Frankreich, da kommt es zu spannenden Partien u.a. Polen-Schweiz, Wales-Nordirland oder Portugal-Kroatien. Und morgen in der Unistadt Lille um 18.00 Uhr ist dann Jogis Elf dran, um bei einem vermeintlich zähen und knappen Spiel ins Viertelfinale gegen Angstgegner Italien oder Topfavorit Spanien (2. Juli/Bordeaux) einzuziehen. Aber das ist das größte Problem: Die Adlerelf ist Topfavorit gegen ein Team aus Kollektivspielern, bei dem der Neapolitaner Marek Hasik rausragt. Und morgen ist nur vom Papier ein 1-0 oder 2-0 angesagt - man denkt schon ans Viertelfinale oder an ein Halbfinale gegen Frankreich. Dazu spielt Jan Kozaks Elf strikt mit zwei disziplinierten Viererketten, das Gerüst des Team besteht aus Keeper Koziak, Abwehrchef Skrtel, Pekarik und eben diesem flinken Hamsik.

Ex-VfL’er Stanni ist nur Ersatz und kommt vermutlich als Konterspieler eher in einer möglichen Verlängerung als dass er in der Startelf steht.
Der Juni-Test in Augsburg 1-3 im Regen zeigte schon das Problem: Deutsche Spieler werden anrennen gegen kompakt verteidigende und eng stehende Slowaken und die Adlerträger sind zur Zeit im Sturm nicht wahnsinnig effekiv. Es wird ein Geduldsspiel werden. Nur Gomez traf im einseitigen Spiel gegen die Nordiren zum 1-0 und die die Ukraine Mustafi und Schweini. Ballbesitz ist kein Selbstzweck und 20.000 Deutsche in Lille werden Geduld brauchen, zur Not 120 Minuten, Algerien 2014 lässt grüßen.
So kann man eine harte Nuss erwarten und die Abspalter von der guten alten Tschecheslowakei werden giftig sein wie beim 0-0 gegen England.
Ein Sieg erwartet trotzdem jeder, aber ist gilt ab sofort, “When you are out, you are out!”

Und das gilt auch Sonntag in Lille oder nächsten Samstag in Bordeaux…..

Aber im Gegensatz zum VfL siegt das DFB-Team ja am Ende irgendwie, ob’s schön wird, ist so unsicher wie das Wetter diesen Sommer.

Sicher ist, wir sind morgen mit 10-12 Leuten vor Ort.
Tom;CB’93

Wenn der Pariser vor Freude platzt

22. Juni 2016

Gestern in Paris war es bewölkt, doch tausende nordirische Fans störte das nicht: Sie machten eine tolle Party, genau wie ihre irisch-katholischen Brüder aus der anderen Republik und gewannen europaweit im Flug Sympathien. Wenn man überlegt, dass diese beiden Teams für den schlimmen innereuropäischen Religionskrieg der Siebziger-Achtziger stehen, klingt das irgendwie unglaublich - Irland rockt in jeder Form, leider haben sie wie die Schotten das Fußballspielen selbst nicht erfunden.
So bauten die netten, grün-blauen Jungs aus Belfast und Umgebung eine Mauer aus Spielern vor ihrem Strafraum auf, die spieltaktisch an die schlimmsten Zeiten des kalten Krieges erinnerte. Legetim und logisch gegen den Fußballweltmeister, aber das war dann eher ein Handballspiel und Kreisspiel, das eindeutig von Deutschland dominiert wurde.
Die schwarz-weißen begannen wie die Feuerwehr, schnürten die Loyalisten ein und machten nach einigen Chancen das verdiente 1-0 durch Gomez, Assist durch eine Ablage von Müller. Der hätte gestern alleine Torschützenkönig werden können, aber es ist nicht sein Turnier bis dato. Müller scheint glücklos (Latte!), wohingegegen Götze sich ein wenig auf besserer Position aus der Krise spielte. Bei 12-1 Torchancen oder mehr über das ganze Spiel war der Sieg hochverdient und doch viel zu wenig vom Resultat her.
Aber wäre es 4-0 ausgegangen, hätte die DFB-Elf nur ihre Favoritenrolle untermauert.
Die Effektivität des Spiels ist selbstredend eine Qualitätsfrage und Gomez ist zweifellos zurück. Sane’ (den ich mal bringen würde) ist noch in der Hinterhand und Höwedes wurde durch Kimmich erfolgreich vertreten.
Es war eine klare Steigerung zum torlosen Polenspiel und Deutschland überstand die sportlich mittelmäßige Vorrundengruppe gegentorlos.
Chefs im Team durch Leistung sind Neuer, Boateng, Hummels, Kroos und Özil, der gestern wieder zu harmlos im Abschluss blieb.
Reden wir über Hector. Offensiv ganz okay, hinten nicht immer sicher und etwas verkrampft, was vielleicht auch an der offenen Vertragsgeschichte liegt. Vorne mit Götze, Gomez und Müller sollte man in Lille, Sonntag 18.00 Uhr im Achtelfinale gegen die Slowakei (?), beginnen können und dann sollte es richtig los gehen.
Spätestens im Viertelfinale droht der Sieger aus Spanien/Italien. Dass es da mit der überschaubaren Leistung aus der Vorrunde oder der Quali nichts wird, ist klar. Turniermannschaft, ein gutes Pferd oder ein Weltmeister im “zu satt”-Modus, die Antwort auf die Frage werden wir sehen.
Deutschland muss sich steigern auf der Außenverteidigerposition, die Stürmer, die Flügel und gerne auch Gomez müssen häufiger treffen als zweimal, dann wird’s auch was mit dem Titel.
Der Weg führt über viele Brocken bis es wieder nach Paris geht. Diesmal soll anders als 2008 der Sieg im Finale stehen.
Gestern waren viele Commandanten in Paris vor Ort und am 10. Juli sollten es wieder viele sein, bis der Pariser vor Freude platzt wie ein Schweizer Trikot.

Tom,CB’93

Ziemlich fade

17. Juni 2016

Was war alles vor der Euro 2016 spekuliert worden? Terroranschläge (die es schon in kleiner Form gab), Warnung vor einem paneuropäischen Nationalismus (der die aktuelle Situation spiegelt) und natürlich die Krawalle der Russen, Engländer, Franzosen und auch Deutschen überschatteten die erste Spielwoche, die sich damit deutlich im Schatten ihres überschaubaren sportlichen Rahmens bewegt.
Nicht nur der schleimige David Guetta hatte die Fans früh sediert, auch die Megateams von Frankreich, Deutschland über Spanien bis England, von Italien ganz zu schweigen, überzeugten hinten in perfekter Organisation, aber spielten alle auch zu kontrolliert, schematisch und ideenlos, um die TV-Massen und die Fans in den Arenen zu begeistern. Es herrscht buntes Schweigen in vielen Sprachen.
Die mintgrünen Hipster hatten sich schnell auf Island, (Nord-)Irland oder Belgien festgelegt, doch auch die konnten eben auch nicht wirklich auf dem grünen Rasen überzeugen (Ok, Island gegen den Narziss Ronaldo).
Überhaupt, egal ob Zlatan, Ronaldo, Bale, Pogba oder Müller, die Stars langweilten genauso wie die großen Teams.
So sollte Deutschland gegen Polen in Paris gestern leider den grauen Trend bestätigen. Ein brutal ödes 0-0 als Sedativum, nur Neuer, Boateng, Keihdira und Kroos erreichen Normalform im dt. Team. Polen schießt eine Halbzeit nicht aufs Tor, der Rest von Le Mannschaft ist gestern hauptsächlich Hummels oder Boateng, die Chancen von Lewa oder Milik muss Manuel Neuer nicht mal halten.
Die Schwarz-Weißen haben mehr vom Spiel und Chancen als die Roten, die wieder rum in der 2. Hälfte gefährlicher sind. Eher hätte Polen siegen müssen als die statischen Deutschen, die nur nach hinten effektiv wirkten. Zweikämpfe vorne lauwarm, der Durchschlag vorne im Zweifel nicht vorhanden.
Die Jungs von Löw sind Weltmeister, wirkten aber im zweiten Spiel der Euro leer im Kopf.
Trockene Baguettes und alter Wein, so schmeckte das Spiel gestern, das weder Tor noch Sieger verdient hatte. Ein 0-0 der schlechteren Art, das muss man nicht schön reden.
Die 20.000 Deutschen könne bis Dienstag in Paris bleiben, auf gutes Wetter oder guten Fußball hoffen. letztendlich reicht dem Adlerteam nun ein Sieg gegen die Nordiren zum Gruppensieg, falls Polen die Ukraine nicht zerlegt wie die Russenhools so manchen Engländer.
Nein, das war gestern nichts, ein Punkt, mehr hatte das Nachbarschaftduell nicht verdient. Es war schlicht langweilig, weil die AV und der Sturm nicht inspiriert und eingespielt wirkten.
Da fehlt der Brecher im Sturm, während sich Draxler und Götze uneffektiv totlaufen und Müller sowie Özil sich ne Auszeit nehmen.
Aber auch Schürle und Gomez sind keine Heilsbringer gegen die Jungs aus Belfast.
Wir brauchen den Esprit auf dem Rasen und nicht das Gelaber der Fans und Medien. Dann wird es auch noch was mit dem Turnier und in Lille und Bordeaux wird es dann richtig spannend.
Gestern gabs wenig, was die Herzen schneller schlagen lässt.

Naja, heute Schweden gegen Italien - das ist noch schlimmer….

Tom;CB’93

Chill mal in Lille

13. Juni 2016

Das ist ja immer so. Damit man den Gedanken, Sorgen und Nöten des Alltags entkommt, fährt man weg: In den Urlaub - und “Voyage, Voyage” kann man gut in Frankreich machen. Lille, nicht mehr als 40 km von Lens entfernt, wo 1998 auch deutsche Hools wütenden, ist ein echtes Schnuckelchen. Trotzdem verspricht Frankreich savoir vivre, vin rouge und gutes Essen. Die Altstadt der nordfranzösischen Stadt ist mehr als eine Tagesreise wert und so sammelten sich gestern über 15.000 deutsche Fans aller Schattierungen in der Stadt und forderten den Auftaktsieg des Adlerteams quasi heraus. Auch wenn man als Bochumer keinen praktischen Bezug zur EM hat, so macht das Aussteigen aus dem Alltag der Zweiten Liga Spaß. Das Wetter war jedoch etwas verhangen und leicht nieslig, da hilft dann Bier und Schnaps, um auf Touren zu kommen. Auch wenn das französiche Bier etwas ungewöhlich daher kommt. Und wir hatten auch so ca. 10 Leute am Start, man traf Stuttgarter, Münchener und natürlich auch Leute, die nicht so wirklich nett und aufgeschlossen sind. Wenn man sich aber keine Gedanken um irgendwelche Nachbarn aus Dresden macht, gerne chillt, was Neues sieht und dann auf Altbewährtes zurückgreift - warum nicht mal chillen in Lille. Übrigens auch gerne ohne Fußball - Frankreich lohnt sich.
Dazu kommt, in drei Stunden ist man von Köln locker in der Region um Lille, die Polizei checkte ab 8.00 Uhr Autos bei Aachen-Brandt, um Hools aus dem Grenzland von der Einreise abzuhalten. Für Aachener, Düsseldorfer, Kölner und Gladbach ist Nordfrankreich ein Katzensprung… Man spricht gerüchteweise von 4000 Ausreiseverboten der bundesdeutschen Szene von Essen bis Rostock….. Kugelschreiberhoolz wie Schappi und ich wurden nicht kontrolliert…..wobei Schappis Pegel recht interessant war, nicht nur olfaktorisch.
Rein fahrtechnisch war die Hinfahrt über Aachen, Lüttich (traumatisch wie immer 0-0/Momo D.), unterhalb von Brüssel, Namur, Mol, Chaleroi (da hatten 2000 die Engländer gewütet) bis nach Lille recht problemlos. Keine Staus, vereinzelt anreisende Deutsche und ukrainische Familien, das war’s Sonntagmorgen. Aber viele waren ja schon Freitag oder Samstag angekommen und hatten friedlich mit Engländern und Franzosen die Spiele gemeinsam geguckt. Dass es in Marseille bei dem durch ISIS-Terrorpläne aufgeheitzten Spiel Randale von Franzosen, Russen und Engländern gab, beeindruckte in Lille fast niemanden. So ganz stimmt das nicht, vor dem Spiel zeigte eine Gruppe aus dem Osten altbewährtes Programm, Marineflagge, Vermummung und Randale. Aber es täuscht der Eindruck, Lille war entspannt in jeder Hinsicht und Touristen, Hools, Fans und Fanclubleute hatten ihren Spaß, vom Alltag der vier Ligen abzuschalten.
Die 20 Bochumer, die insgesamt dagewesen sein mögen, hatten ihre Ablenkung. Neues Stadion, volle Kurve und Deutschland hatte schnell den Ball und das Spiel in der Hand. In der 20 Minute fiel das Tor, 1-0, weil Mustafi an diesem Tag Köpfchen hatte und Smartass Hummels gut ersetzte. Insgesamt hatte er einen guten Tag, die Abstimmungsprobleme in der deutschen Defensive müssen in Hinblick auf Polen noch insgesamt verbessert werden. Höwedes und Hector schwammen oft auf den Außen, nur Boateng und Mastafi standen insgesamt brauchbar, der Buersche Junge Neuer rettete zweimal in Weltklassemanier.
Aber Badenser Löw hatte mit Götze auf die ukrainischen Kühlschränke gesetzt und der mühte sich redlich, allein es gelang ihm nichts. Da ich beim Fan Club Nationalmannschaft Rheinland, konnte ich dafür diese “Schützengruppe” anstatt Tore des Supergötze begutachten. Supermario hingegen blieb auf der Bank, ich hätte vielleicht mal Sane’ probiert. Aber gut, von außen kann man immer schlau reden und letztendlich hatte ich gestern immer ein gutes Gefühl. Doch das 1-0 zur Pause war echt schmeichelhaft, weil die Ukrainer 3-4 Chancen hatten vor ihrer recht ansehlichen Kurve. Ein 1-1 wäre gerechter gewesen, keine Frage.
Es blieb beim 1-0 und das noch sehr lange. Jogis Jungs hatten die spieltaktisch und technisch überlegen Partie immer mehr im Griff, aber lange Pässe von Boateng oder Ideen von Özil kamen zu selten an. Das lag auch daran, dass sowohl Müller als auch Draxler (bis auf eine Chance) blass blieben. Khedira und Özil hätten jeweils das 2-0 machen müssen, dass der für Götze eingewechselte Schweini dann machte. Ich weiß nicht mehr genau, Assist vom ebenfalls eingewechselten Ludwigshafener Schürrle oder gar Khedira….aber Schweini werden goße Lasten vom Herzen gefallen sein. Er jubelte vor unserer Kurve: Ukraine Zero Points, wie Olli K. es den Leuten vorgesagt hatte.

Der Rest war Bierhimmel oder heimfahrt, ich sah noch nordfranzösische Dörfer und viel Nacht, aber weit weg von dem, was man so normalerweise denkt. Einfach eine lustige Fahrt in ein Urlaubsland, Lille ich komme wieder. Am liebstes zum Achtelfinale gegen Rumänien oder die Schweiz.

Bis dahin, bis Paris, Lille oder Würzburg - chillt mal euer Leben.

Tom;CB’93

Zeit der Skeptiker

11. Juni 2016

Gestern ging es wirklich los. Der Ball rollt. Endlich: Nach all dem Gerede über Sicherheit, Europamüdigkeit (innerhalb der EU), dem möglichen Berxit und der Grande Nation und ihrer Identitätskrise, startete in - und mit Frankreich - die Fußball-EM 2016. Immerhin weltweit beachtet und vermutlich nach den Olympischen Spielen und der WM das drittgrößte Sportereignis des Planeten- Fußballeuropameister, wer wird es? Frankreich siegte recht glücklich 2-1 gegen tapfere Rumänen und die Entkrampfung des Gastgebers wirkt sich hoffentlich positiv auf das Turnier aus. Frankreich ist mit D und Spanien der Topfavorit. Heute sind drei spannende Spiele und Sonntag in Lille startet eine hoffnungsvolle Deutsche Mannschaft in Richtung Titelgewinn, nicht mehr und nicht weniger ist das Ziel des Fußballweltmeisters. Löw hat seinen bunten und starken Kader benannt, Lille und Paris werden unsere Spielorte sein. Ich freue mich darauf.

In jedem anderen Land dieser Welt (nehmt nur Holland (ach nee, sorry), also klassisch England, Frankreich, Polen, Russland, die Türkei, die Portugiesen oder Kroatien gedacht als amtierenden Weltmeister) wäre der örtliche Patriotismus bei dieser guten sportlichen Ausgangslage so gewaltig, dass selbst Fussballnerds wie ich es bin diese omnipräsente Fußballeuphorie (etwas) nerven würde. Klar, David Guetta war gester wieder gewohnt schleimig, Fußballorakel nerven total und diese Kommerzveranstaltungen kann man als Hunger Games betrachten. Brot und Spiele? Etwas oder? Das gilt aber eben auch für die Bundesliga oder die 2. Liga: Aber wir Deutsche sind ja schon - und das nicht erst seit dem Düsseldorfer Heinrich Heine - das Land der schwierigen Grübler im Vergleich zu den leichtfertigen Franzosen, wenn man dieses ausgelatschte Klischee bemühen möchte. Etwas stimmen tut es leider: Und das kann man dann bei so einem Großereignis schön sehen. Kennt ihr doch, oder? Der Typ neben einem sagt schmunzelnd, “ich hab’s ja nicht so mit dem Nationalgefühl - wir sind doch alles Weltbürger” - ich denke dann immer, ein Trekkie und warte auf John Luc Piccard.

Erst meldet sich die radikale Linke (Marke SLIME) grimmig zu Wort und warnt vor nichts Geringerem dem Vierten Reich, erst recht vor dem Hintergrund realer rechtspopulistischer Wahlerfolge überall in Europa. Okay, das machen diese Menschen “von Beruf”, so wie manche von Beruf “Deutscher, Serbe, Pole oder Norweger” zu sein scheinen - warnen vor dem Schlimmen….den üblen Nazis….kann man sagen. Ihr wisst doch was 1933 passierte - klar, da wurde Fortuna Deutscher Meister. Ach meint ihr nicht? Und sie - diese Mini-Sartres, linke Spießer bis hin zu den bewegten Journalisten von Reviersport - sind auch im modernen Deutschland nur noch eine laute Gruppe, die statt “Gartenzwergen sammeln” virtuell - oder echt - Fahnen abknipst oder davor warnt. Versteht mich nicht falsch, es ist immer richtig über sich, sein Land, Religionen, den Club oder soziale Entwicklungen kritisch nachzudenken. Nur wird das zu einem automatisierten Klischee verkehrt es sich ins Gegenteil.

Scheiß drauf, kann man sagen, aber dann kommt die zweite, größere Gruppe. Die, die betonen “ganz locker” zu sein (ohne es je wirklich zu sein), zeigen sich mit exotischen Trikots von Irland über Belgien bis zu den lustigen Isländern. So wären Ewald Lienen oder Daniel Cohn-Bendit als Fans. Motto, “wir sind lustige Spontis” wie 1992 die Dänen und dieses Stumpfdeutsche ist nicht unsers - Modell Ströbele . Die Griechen 2004 fanden sie soulig - damit meine ich natürlich nicht die Griechen selbst.
Das wäre so, als würden vor einer normalen Bundesligasaison im Urlaub Schwaben, Friesen oder Bayern selbstironisch Bochumtrikots tragen, um ihr Lokalpatriotische ins Lächerliche zu ziehen. Das wäre auch ziemlich schräg. Aber eine politische Bewegung, die keine Antworten mehr hat auf die wirklichen Sorgen der Menschen, sie “Pack” nennt, braucht Symbole oder die Ablehnung mancher Symbole.
Sie, diese “Wir sind für ein exotisches Team”-Menschen, frönen ihre intellektuelle Bauchnabelshow gerne mit einem Augenzwinkern, “für Deutschland zu sein”, mon dieux, “das sollen doch die Proleten in Heidenau oder Herne” machen. Für mich gehen die nach Schalke, aber das ist halt mein Vorurteil, in meiner Tomwelt. Da macht sich bei Unterschichtenflüsterern eine Ablehnung gegen das einfache Volk (in Malle) breit. “Ich bin für Island” und kenne sogar 2-3 Spieler von denen aus der dritten englischen Liga, sozusagen das Rot-Weiß Essen des Turniers. Was bin ich für ein geiler Motherfucker -was bin ich für ein geiler, ironischer, schlauer Typ…….isch han studiert!

Nun ist die Liebe zum eigenen (oft erfolglosen) Verein auch bei diesen ewigen Skeptikern sehr groß, aber Kennedeys Aussage: “Frage nicht was Dein Land für dich tun kann, sondern was du für Dein Land tun kannst!” wäre dann ja ein Nazistatement?
Da sind diese permanenten Zweifler schon wieder am Grübeln über ekelhaft-korrupte UEFA, konkrete, üble Terrorgefahr, hypothetische Partypatriotismusgefahren und die bösen Hooligans aus Polen, D und Eng. Die kamen gestern in Marseille wieder aus England/Russland/Frankreich und da haben die Medien den alten angelsächsischen Sündenbock. Da kommt wieder die Fratze des Gestern, nicht politisch correct, nicht nett, weiße, Trash-Unterschicht, nie lustig und selten augenzwinkernd. Davor warnen die beredten Kolumnisten ja gerne….und nun ist Hochzeit der intellektuellen Zweifler…..oh mein Gott……jetzt wird wieder ein penetranter Autokorso mit Flaggen letztendlich nicht nur die Nachtruhe sondern unsere ganze Demokratie bedrohen. Salonkommunisten lesen ein Buch und zünden sich die Cohiba an.

Desweiteren kommt der lokalpatriotische Verweis auf den Club, der einem näherstünde, nach der Warnung, dem Augenzwinkern und dem kruden Trikot. Mir steht der VfL auch näher als Löws Startruppe. Aber Bochum hat jetzt Pause bis Juli.

Also ich bin ehrlich gesagt froh mal 4 Wochen Pause zu machen von den ewiggleichen Clubsorgen, unbeschwert Fußball gucken und die Fahne bescheuert zu schwenken. Welche - fragt ihr doch nicht im Ernst- na - meine, die Deutsche - schwarz-rot-gold. Es ist mein Land, meine Kultur, meine Sprache, vier Wochen mein Team…..mit all den negativen Facetten. Es gibt sicher ganz viele, andere, sehr gute Gründe, das nicht zu tun und vielleicht berühre ich beim public viewing sogar einen Borussen. Kann passieren, es gibt Schlimmeres. Zum Bespiel ein Aus im Viertelfinale gegen Italien, ein Land was ich unglaubliche schön finde (wie Frankreich, Norwegen und Schottland), dessen Fußballkultur ich mag (Ultra und so), aber dessen Squarda Azzura ich so semi finde. Das hat nichts mit Politik zu tun, wie ihr euch denken könnt.

Ich freue mich drauf, Sonntag in Lille nicht nur Partypartiot - sondern gar Patriot im Sinne Kennedeys zu sein. Findet ihr Kacke, dass ich mein Land liebe? Schreibt es auf, in das Buddybook mit dem Regenbogenstift und bildet einen Sitzkreis…..denn ihr seid in Wahrheit so deutsch, dass es wehtut (denn der Wunsch es nicht (!) so sein, den gibt es sonst fast nirgendwo auf der Welt)…aber abbringen tut ihr mich davon nicht. Aber ihr könntet einen kritischen Rap schreiben….Jamsession mit K.I.Z. …… “Dummdeutsche Spießer in schwarz-rot-goldenen Fahnen fahren hupend durch die Nacht……”

“Ja, wir sehen uns in jedem Fall, im Sommer 2016 beim….!”

Tom, schwarz-rot-goldener Teil des CB’93

P.S.: Allez aux Lille ;-) ))

Peter, immer wieder PETA

7. Juni 2016

Es schlug ein wie eine Bombe. Nein, das ist gelogen. Nach den Spekulationen um Terrodde und Bastians - die heißeste Meldung des Sommers. Stimmt auch nicht. Wieder ein Schock für Bochum 18. - auch Quatsch: Eher so, Sommerloch: der VfL Bochum ist bei einem Ranking von PETA in der 2. Liga bzgl. der Veggiefreundlichkeit auf den letzten Platz gesetzt worden. So: Mon dieux!

Das hat gesessen. Schlimmer als der trübe Bochumer Herbst, zumindest wenn man Hardcoreveganer und VfL-Fan in einem ist. Viele Nichtbochumfans werden sich nun fragen, wie viele Leute nun in dieser exklusiven Schnittmenge sind.

Ich stelle mir das Ruhrstadion im Jahre 2019 vor, eine Dystopie. Dortmund gastiert mal wieder bei uns. Neben dem Neffen von Siggi bestellt jemand Humus-dip-to go, glutenfreies Brötchen um die Tofuwurst und Junglauch. Ein Fan sagt zu seinem Mann: “Du Schatzi, ich finde das alkohofreie Bier DABfrei hier toll in Bochum!”. Dann ruft noch einer per Hotline Innenminister Heiko Maas an, weil man regionalfeindliche Gesänge (”BVB-Hurensöhne”) gehört hat vom Block D. Da will ich mal das Gesicht des Borussen sehen. Ätsch, eure Titel sind ja schön und gut, wir sind 101 % peeceeee, voll modern PETA-zertifiert.

PETA - fragt sich ein anderer, waren das nicht so nackte Weiber? Nee, das war FEMEN…schade.

Ja, was komisch klingt, scheint ja teilweise ein Ziel von PETA zu sein. Während Peter immer gerne einen Job in Bochum hätte, erwartet die Tierrechtsorganisation PETA wohl, dass der VfL sich nun diesem Problem widmet. Also ein Verein, der noch darbt, soll eben neben der Dönninghaus auch Veggie sowie Demeter-Produkte verkaufen, damit die Tierrechtler zufrieden sind. Ob sich das für den Verein wirtschaftlich rechnet? Der FC Bayern ist natürlich auch da erster im Ranking, doch was dem VfL hilft, interessiert die Organisation vermutlich nicht wirklich. Taktisch geschickt preisgegeben im Sommerloch, können die Tierrechtler nun auf eine gewisse Publicity hoffen, bevor die EM richtig losgeht und PETAs Test Rang 345 im Ranking der wichtigsten Themen des Sommers einnimmt, direkt hinter der Hochzeit Katze-Cordalis.
Gut, neben BIO ist vegetarisch wirklich voll im Kommen (12 Prozent der Bevölkerung) in modernen Ländern und auch Veggies gibt es immer mehr hier. Das Thema kann man diskutieren, schaden tut es nicht. Nur, wieviel Promille der VfL-Fans schert das wirklich? Darüberhinaus ist es wichtig, quasi ein Grundrecht, auch im Stadion ein Veggiewrap mit Gemüssmoothie zu kriegen? Oder geht man einfach ins Café Treibsand und holt sich da einen Salat? Oder bei Mekkes?
Kann man nicht mal 4 Stunden im kulinarischen Mittelalter Fussek schaun?
Man kann über solche Versuche von NGOs Aufmerksamkeit zu kriegen nachdenklich die Stirn in Falten ziehen oder schmunzeln, aber der Effekt der negativen PR für den VfL ist nun dennoch da.

Letzter, das sitzt irgendwie drin. Gar nicht so dumm von PETA unsere Träume zu bedienen….gut, dass die alte Weco-Werbung ab ist ;-) ))

Aber ich als statistischer Durchschnittsfan frage mich, wie guckt wohl das Mädel im Block A-Kiosk, wenn ich im September nach Veggiealternativen zur Frikadelle frage. Die guckt schon immer doof, wenn ich ‘nen Kaffee bestelle. Ich trinke den “Coffee to go im Pappbecher chlorfrei gebleicht” demnächst fairtrade, für 5,80 Euro und rufe den Gästefans zu “Ihr seid gemein, singt das nicht!”

Gegen St Pauli mach ich ein Plakat, “Ich ess Tiere - rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr, ihr Lauchis!”
Wow….wie krass von mir.

Tom;CB’93

Da wo die ohne Glauben wohnen

15. Mai 2016

Der Ort, wo “die ohne Glauben angeblich wohnen”, ist nicht Bochum, klar es ist Heidenheim. Das muss mal so gewesen sein vor langer Zeit. Aber gestern, als wir unsere Steher-Tickets vom Block Kiosk M der Heidenheimer Kurve verkauften, waren die Ostalbler noch optimistisch. Einer wollte gar das selige 5-0 der Rot-Blauen gegen uns wiederholt sehen - oder gar ein 6-0. Ohne Witz! Die Heidenheimer waren insgesamt voller Glauben, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. 1200 Bochumer sahen ein hochverdientes 2-4 des VfL und einen Dreierpack von Simon “Tor”rode. Er verwandelte diesmal sogar einen Elfer zum 0-4 und schraubte sein persönliches Torkonto auf 25 und hat sich damit erneut etwas wertvoller gemacht.

Die 13.000 Zuschauer sahen, wie schnell ein dominanter VfL das Heft in die Hand nahm und schnell 0-1 führte durch das erste Teroddetor. Die Stimmung im Bochumer Block war sher, sehr gut und so peitschte man das weiße Ballet immer wieder nach vorne. Ständig griffen die Bochumer an und ließen der Mannschaft von Frank Schmitz wenig Gelegenheit sich zu entfalten oder Luft zu holen. Der VfL - bei dem nur Maria und der später eingewechselte Mlapa positionsindisponiert wirkten - hatte einen insgesamt starken Auftritt und holte den ersten Sieg in der Voith-Arena seit 2012. Damals hatte Dedic mit zwei Treffern den VfL im DFB-Pokal ne Runde weiter gebracht!

Aber jetzt, heute, sorgte Verbeeks Elf auch nur für ein 0-1 zur Pause und dann nach dem Wechsel traf wieder Terodde, unterbrochen wurden die Simonfestspiele nur durch “gute-Laune-Bärchen”-Terrazzino mit seinem 0-3, womit die Partie gelaufen schien. Einige hatten noch die Zeit an der Bierteke verbracht, da hatte Bochum praktisch schon gewonnen. Als Terodde das 0-4 per Elfer machte, da kochte der Gästblock. Simon jubelte frenetisch. Aber nicht nur er, das ganze Team war der Gewinner. Die Tore zum 1-4 (Riemannbock) und zum überflüssigen 2-4 kann man vergessen. Sie änderten nichts am verdienten Auswärtssieg nach drei Auswärtsniederlagen in Serie. Ein Sieg wie der heute war noch mal für Platz 5 und die gute Stimmung im Verein, dazu wird Simon immer teurer. 18 Tore im letzten Jahr, 25 Tore diese Saison, wer ihn haben will, wird Geld mitbringen müssen. Fehlen würde uns Terodde an allen Ecken und Enden. Weiteren Spekulationsstoff liefern zZ Bastians und Bulut, der heute kartenbedingt fehlte.
Das “teuer sein” oder Fehlen gilt für seien Stellvertreter Mlapa nicht, er enttäuschte erneut nach der Einwechselung. Perthel wirkte schon wieder solide und der Rest hatte keine Mühe den FCH zu dominieren, wie Verbeek das sehen will.
Bochum hätte auch 3-6 gewinnen können oder 1-7, aber da St. Pauli auch siegte, ist Bochum nun 5.ter und das hat die Mannschaft sich nicht nur heute mehr als verdient. Ob nun noch mehr drin gewesen wäre, kann jeder für sich ausmachen. Ich bin mit der Saison sehr zufrieden, der Fußball war phasenweise richtig gut, der Trainer hat Taktik und ein gutes Standing. Dafür wurde er heute von den Fans gefeiert und das wird ihn gefreut haben. Wer an einen lahmen Ausgang der Saison nach zwei Niederlagen gedacht hatte und an eine Durchreiche, wurde positiv überrascht. Der Block war nicht nur durch die Sonderzugfahrer gut gestimmt, alle hatten Pfingsten irgendwie einen in den Klotschen. Wir hatten die Erlanger Kirchweih besucht, um für ausreichend Glauben zu sorgen.
Alle gingen Pfngstsonntag zufrieden aus dem Bochumer Block, einige werden ein bis zwei Tage brauchen, bis sie wieder fit sind. Ich hatte noch eine Vision, die dem Alkohol geschuldet sein muss:
Ich stellte mir vor, wir hätten im Ruhrstadion die Stationettes wieder reaktiviert und sie hatten Jediumhänge und rote Laserschwerter in den Händen.
Fragt nicht…..fehlt Euch der Glauben?

Tom;CB’93

P.S.: Grüße an den netten Dämon, den schönen Manuel und den Treuen aus der Nähe von Traunstein
See you 2016/2017

Haltern 1992

13. Mai 2016

Also morgen geht’s los. Also nicht nach Haltern, da war ich 1992 zu Pfingsten und später im legendären Nordbad rumliegen (heute chillen), was schon längst zu hat. Bochum war zu diesem Zeitpunkt noch nie abgestiegen und 24 Jahre später rätselt man, ob dieser VfL noch aufsteigbar ist. Er ist es schon- nur wann?

Morgen geht’s also los für zwei Commandanten zum Erlanger Kirchweihfest und von dort aus Sonntag zur Ostalb. Einige von uns fahren mit dem lang geplanten Sonderzug, insgesamt wollen nur noch 5 von ursprünglich 16 Leuten des CB’93 nach Heidenheim fahren. Dabei hatte 2016 mit einem Sieg gegen den Klassenprimus Freiburg begonnen und man schaffte ein tolle Aufholjagd. Die Leute waren begeistert vom besten VfL seit 6-8 Jahren. Leider endete diese Aufholjagd gegen die Brausen und nun verlor man seit Ostern drei Auswärtsspiele in Folge. Eine Niederlage am Sonntag und Bochum kann weiter abrutschen und hinterlässt dann doch noch einen faden Beigeschmack nach einer eigentlich tollen Saison. Da erlahmt auch das Interesse der Fans und bei uns im Fanclub. Da beißt die Maus keinen Faden ab, nur eine starke und erfolgreiche Spielweise wird in Bochum die Fans ins wieauchimmer-Stadion locken.
Gegen Braunschweig schaffte der VfL gerade mal 18.000 Zuschauer (ausverkauft?), die Luft ist seit geraumer Zeit raus aus der Saison, seit man nicht mehr Platz Drei erreichen kann. Die vielen Daheimgebliebenen mögen sich durch die jüngsten Resultate bestätigt sehen und nun beginnt der sich summierende Exodus der Spieler und Trainer beim VfL: Nicht nur Haberer, Terrazzino, Raffael, Simunek, Cacutalua, N.-irgendwas gehen, auch die Coaches Reis, Libgrets und Britscho (zur U13) verlassen ihre Posten an der Castroper Straße.

Ein wirklich tolles Arbeitsklima durch den Trainer sieht vermutlich bei aller Einzelfallbetrachtung etwas anders aus. Dazu kommt, dass es im Streit mit einigen Medienvertretern keine Bewegung gibt.
Desweiteren wird Bulut von Freiburg umworben, Terodde wird sicher noch Angebote (nicht nur aus der englischen Zweiten Liga) kriegen, falls er in Heidenheim sein Konto weiter aufbessert (auf 23 oder 24?).

Dann bliebe da noch die Frage nach der Gesundheit von Fabian, Gayamerah und Gündüz und die ganze Sache sieht nach einem weiteren radikalen Umbruch 2016/2017 aus. Wenn man bedenkt, wieiviel Geld H96 und vermeintlich auch der VfB in die Hand nehmen, scheint ein Aufstieg auf 2018 oder 2019 vertagt zu werden. Wir werden also Dauergast in Liga Zwei, die nächstes Jahr von den Namen aber richtig cool zu werden scheint. Denn H96, VfB (vermeintlich), Nürnberg/Frankfurt/Bremen (vlcht), Dresden, Pauli, Union, 1869, FCK, KSC, F95, MSV sind schon echte, interessante Erstliganamen ohne Plastikanstrich im Haifischbecken Zwote Liga.
Nun, richtig cool ist Heidenheim nicht, aber was der kautzige Franf Schmitz mit Mark Schnatterer und Co machen, ist doch bemerkenswert. Im vermeintlich zweiten, schwersten Jahr hatte der FCH nie Abstiegssorgen und kann uns theoretisch am Pfingstsonntag überholen. Und das obwohl wir spielerisch nach Leipzig und mit Freiburg zu den spielstärksten, balldominantesten Teams dieses Jahr gehörten.
Um diese Entwicklung fortzusetzen wäre ein Sieg Pfingstsonntag noch mal wichtig, Platz 5 festigen und auf einen Sieg der Lauterer in Pauli hoffen, das wär’s.
Dann Terodde und Bulut halten und 4-5 gute neue Leute durch Hochstädter holen lassen, müsste unser Ziel sein. Damit wir wieder uns auf 2017 freuen und auch in einer starken 2. Liga oben mit dabei sind und nicht wie in den Jahren seit Funkel unten rum krebsen.
Im Hinspiel spielte man 1-1 und 2012 gelang zuletzt ein Sieg im Pokal dank Dedic auf der Ostalb.
Die Form sprich gegen uns und Schnatterer trifft auch, ich denke, es wird ein fluffiges 3-3 geben und viele zufriedene Menschen in der Voith-Arena. Für alle anderen gibt’s Alkohol.

Sonntag, 15.05.16, 15:30 Uhr, Voith-Arena

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Hinspiel: VfL - HDH 1:1 (06.12.15; Bulut; Schnatterer)

Voraussichtliche Aufstellungen:
HDH: Müller - Feick, Beermann (Morabit/Finne), Wittek, Kraus, Strauß - Schnatterer, Griesbeck, Titsch-Rivero, Leipertz - Thomalla
VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Cacutalua, Celozzi - Terrazzino, Eisfeld, Haberer, Hoogland, Mlapa (Maria) - Terodde

Wie schön war 1992 in Haltern am See, grünen Käfer fahren, Bundesliga hören auf WDR 2, Holger Aden, keine Skykonferenz über drei Tage mit RB, Mainz,Hoffenheim, Ingolstadt und Wolfburg, aber holen wir uns die gute alte Zeit zurück vom Halterner Silbersee. Fangen wir Sonntag an. Siegen wir. Früher war nicht alles besser…..gerade beim VfL.

Tom;CB’93

P.S.: Haben noch Steher Kiosk M Tickets über (Heidenheimer Seite), würden die billig für 6-8 Euro pro Ticket abgeben, Übergabe am Stadion: Lust?

Der Typ mit dem Kambodschanationaltrikot

8. Mai 2016

Ich führe hier im Block was Neues ein. Leute, die Fragen rund um den VfL haben oder Beobachtungen machen, äußern diese und ich blogge den Kram am Ende, nach dem P.S. Heute ist der Typ mit dem Kambotschatrikot dranne.
Aber dazu später mehr. Erst mal das Spiel, das 2-3 gegen Eintracht Braunschweig am letzten Heimspieltag. Wie war es? Sehr warm und ich konnte in Vertretung vom Patienten die Fahne schwenken: In der 2. Halbzeit ganz unterhaltsam, zwei eher obere Mannschaften (5. vs nun 6.), die noch um die Ehre - und wie Profis zumindest teilweise um Prämien, Punkte und Empfehlungen - kämpfen, aber der ganz große Druck ist bei allen 22 Spielern weg.

Bochum macht wie in Union gegen die Niedersachsen mit harmlosen Sommerfussball “weiter”, bis es - nicht ganz unverdient - 0-1 gegen blau-gelb steht. Dann wacht der VfL vor 16.000 (?) Zuschauern auf - nein es war leider nicht ausverkauft - und Simon Terodde macht das 1-1. Die Elf von Verbeek hat die Schlafstunde von Maria verdaut und mit dem Remis im Rücken will Blau-Dunkelblau wohl doch an Pauli vorbeiziehen und das 2-1 durch Terodde schickt Bochum auf Platz 4 und Simon an die Spitze der Torjägerliste. Nirgendwo in der Liga außer in Klautern sieht man in der 1. Halbzeit nirgendwo in der Konfenrenz soviele Tore wie an der sonnenüberfluteten Castroper, was eher durch Fehler der Abwehrreihen als durch brilliantes Spiel zustande kommt.
Doch in der 2. Halbzeit nimmt die Partie an Fahrt auf. In der Pause wurde das Herz erwärmt, wo mir einige Spieler fehlten: Abel, Leifeld und Kempe…..aber gut, wie das Ergebnis auch zu stande kam, ich kann sogar mit Peschel und Maltritz darin leben. Abel fehlt aber, vielleicht sogar Köttel Versen….
Aber das Spiel wurde nun flotter und etwas aus dem Nichts, als ich am Bierstand war, fiel das 2-2 per Bastianseigentor. Aber der VfL zeigte nun den Gekommenen was, Perthel war drin und Bochum lies den Ball ganz gut laufen in dieser Phase. Als dann ein Elfer gegen die Niedersachsen gegeben wurde, sollte Simon antreten. Er vergab. Kein 3-2, nein, statt dessen erzielte Ademi das 2-3 und man schüttelte mit dem Kopf, denn wieder hatte man diese frappierende Unkonstanz gezeigt.
Lieg es daran, das einige verabschiedet wurden oder das zweite Reihe zu wenig hinkriegt? Da soll es ja auch Kritik an Verbeek gegeben haben, ebenso an seiner Art zu kommunizieren, dazu gehen beide Co-Trainer. Die Medien werden da Dinge haben, auf die sie sich stürzen können. Verbeeks Fankritik nach der Pauliniederlage kam zur Unzeit, obschon inhaltlich nicht ganz falsch.
Bochum drückt trotz der abermaligen Führung auf das 3-3, wirkte weiter hinten ganz wenig Sattelfest - symptomatisch, ein Flitzer lief zur Belustigung aller 30 Sekunden rum, niemand wollte ihn fangen, als sei er ein EB-Stürmer.
Das 3-3 hätte in der 88. Minute durch Terodde fallen müssen, diesmal lupfte er den Ball übers Tor in die Ost, eher skuril wie einiges an diesem merkwürdig unterhaltsamen Spiel.
Irgendwie war auch ein 3-3 oder 4-3 drin, aber es fiel nicht. Bochum verlor wie in der Hinrunde gegen Lieberknechts Elf und die Braunschweiger Pyromanen konnten sich freuen.
Bochums 18.000 zuckten die Schultern und man geht mit einer Heimniederlage raus und kann in Heidenheim
noch richtig abrutschen oder immer noch 4. werden. Kurios.
Die Fans gegen verwirrt nach Hause, so richtig ärgern wollte man sich nicht und die Laune an diesem Tag verderben lassen auch nicht.
Also bitte auf der Ostalb nicht zum dritten Mal in Serie verkacken.
Drei Monate wird man nun warten müssen, bis Verbeek, Hochstädter und Co ein schlagkräftige Truppe für eine starke zweite Liga basteln können. Schaun mer mal.
Der Flitzer, die Legenden, die Pyroschow, komische Tore, Sonne satt und Wurst, Fiege und Kaffee, all das hatte der gestrige Tag im Ruhrstadion, nur keinen Heimsieg.
Der Kambschamann hatte folgende Fragen und Anmerkungen:

1.) Wo ist der Eisverkäufer - generell - nur geblieben?
2.) Wieso muss an einem solchen Tag Fluticht angemacht werden?
3.) Wird oder sollte Van Duijnhoven neuer Co-Trainer werden statt Libgrets/Reis?
4.) Ist der Elfmeterpunkt nicht nur 10 Meter statt Elf (das war wohl eine geometrische Beobachtung!)

5.) Mein Frage: Bleibt Simon?

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an den Heidelberger, sorry wegen des Bieres und die Spielerfrau von Eintracht Brausnchweig an der Tanke