Das Tagebuch des TR

26. Februar 2020

Die mediale Bombe ist geplatzt. Nach Toni Schuhmachers „Abpfiff“ 1986, Franz Beckenbauers „Ich“ - und den berühmten Stern Tagebüchern 1983 - hat kein kurzes Tagebuch die Sportjournalisten mehr entzückt als Jürgen Klinsmanns Aufzeichnungen zu „10 Wochen Hertha BSC“ in Sportbild.
Der Jürgen, er spricht von Jürgen Klinsmann, zieht verbal blank, was er und Altschnösel Windhorst bei „Berlins schönsten Club“ erlebten. Er, der kosmopolitische Weltmann, der König der Sonnyboys aus Schwaben, kam und wollte „das hässliche Entlein zum schönen Schwan“ machen. Das Aschenputtelmärchen dauerte nicht mal drei Monate. „Big City-Club“, das war das Ziel von Klinsmann.
Zusammen mit dem „Wunderkind Windhorst“ aus der miefigen Kohlära zog es ihn von Kaliforniens Stränden an den regenwolkenumsäumten , grauen Wannsee. Nach 10 Wochen - und einer kindischen Reaktion später – steht der Tagebuchschreiber vor den Trümmern seiner eigenen Karriere, in Deutschland ist er nicht erst seit seinen selbstgerechten Enthüllungen erledigt. Jürgen Klinsmann nennt Gagenbauer übellaunig, Preetz inkompetent und er selbst wollte nur helfen, sogar unter Aufopferung seines eigenen Sohnes, der gute Jürgen.
Das Fazit, das Klinsmann zieht, ist ein Albtraum für jeden echten Herthafan: der überalterte Kader, vom inkompetenten Sportchef Preetz und dem übellaunigen Gagenbauer falsch zusammengestellt, wäre ohne ihn und Nouri - sang- und klanglos abgestiegen, das Team unfit zudem, holte unter Klinsmän Punkte wie ein Europaleagueteam und ER wurde nur grundlos hingehalten. Dann schmiss er folgerichtig hin (weil die Carte blank nicht eingelöst wurde) und der Windhorst sitzt nun auf 250 vergurkten Millionen im märkischen Sand. Der Verein vorgeführt als demente, alte Dame und im Abstiegskampf nach unten trudelnd, ist nun ganz alleine in seinem viel zu großen Stadion, sogar ohne Klinsi und Sabine.
Was können wir aus dem Fast-Shakespearedrama lernen? Nun, der Heiland von außen und der Monsterinvestor können noch mehr Chaos ins Chaos bringen als der Pocher in den Wendler oder der in Laura.
Ob Thomas Reis ein Tagebuch führt, ich weiß es nicht, ob Sesi alles mitschreibt, ich bezweifle es und ob Villis nicht besser gelaunt ist? Auf jeden Fall haben wir auch einen bunt zusammengestellten Kader und viele offene Fragen, Dutt hat wie Covic vieles offen gelassen und nun muss man schnell das Gröbste zusammenkehren.
Bochum ist nicht Berlin, aber eben auch nicht Sandhausen, wo die Provinz sich immer recht wacker gegen den Abstieg wehrt. Die Nordbadener sind noch nie aus der zweiten Liga abgestiegen, aber verlieren sie am Sonntag, müssen sie fortan kleinere Sandburgen bauen. Vielleicht nicht mehr bei Gerry Ehrmann im Garten, aber beim FCK, aber das ist wieder ein anderes Thema.
Fakt ist, Bochum siegte beim SGD trotz oder wegen seiner defensiven Grundausrichtung und erzielte einen enormen Wirkungstreffer. Nicht nur nach dem 1-0 durch Ganvoula, vor allem nach dem 1-2 durch Janelt, war ganz Dresden klar, nur noch die Relegation ist unser Ziel. In der Dresdener Presse spiegelte sich die Enttäuschung wieder, mittelmäßige Bochumer waren zu stark für Dresden, man hatte mehr Fehlpässe, technische Mängel und weniger Zweikämpfe für sich als die Gäste aus Westfalen und Reis Coaching zeigte an diesem Tag Wirkung.
Doch was heißt das nun gegen den SVS? Die haben in vier Spielen null Tore erzielt und viermal verloren. Die bringen 100 Fans mit und werden kratzen und beißen, eigentlich die Möglichkeit sich für unsere Sahnetruppe zu beweisen. Da fehlen nur Bapoh und der de facto freigestellte Lee (fehlte beim 1-0 Geheimtest gegen Münster) und Reis wird nicht so viel ändern gegenüber den Spielen in Wiesbaden und Dresden, denn Sandhausen ist eben dieses Kaliber, außer Tom Weilandt kommt wieder.
Gegen die Sandhäuser von 1916 ist Bochum zu Hause leichter Favorit, auch wenn Reis nicht von seiner defensiven Idee der drei Sechser abrücken wird, vermute ich mal. Aber vielleicht bringt er ja Zulj statt Janelt oder Tesche.
Aber wir können gegen Koschinats Krisentruppe mit der richtigen Einstellung, Laufbereitschaft und Matchglück erneut siegen, wenn wir so effizient ran gehen wie in den letzten zwei Auswärtsspielen und der Gegner richtig schwach ist und ebenfalls viele Fehler im Spielaufbau macht. Das wäre ein Pfund.

Im Ansatz wird es ein erneut zerfahrenes und nervöses Spiel, Reis ist kein „no concept“-Trainer – wie ein witzelnder Kumpel sagte, sondern er macht das, was sein Kader hergibt. Allerdings ist das nicht die gesamte Wahrheit, denn dann würde er einen Plan B besitzen, wenn sein Team ist Rückstand gerät, das ist bis dato Bochums Achillesferse.
Ich tippe mal Bochum ist leicht verbessert und führt gegen die Schwarz-Weißen vom Hardtwald bis kurz vor Schluss, kassiert aus dem Nichts den Ausgleich. 2-2.
Aber hoffen tue ich auf eine Wiederholung vom Samstag. Der letzte Angriff von links, Flanke rein, Bumm –Ekstase.
Ach, was wäre das schön für mein Tagebuch.

VfL: Riemann — Gamboa, Decarli, Leitsch, Danilo — Tesche (Janelt), Losilla - Zulj, Zoller, Blum (Weilandt) – Ganvoula
SVS: Fraisl - Diekmeier, Kister, Zhirov, Paqarada - Frey, Gislason (46. Gislason), Linsmayer, Biada (64. Türpitz) - Behrens, Engels (64. Scheu)

Tom, CB`93

So einfach

22. Februar 2020

So einfach ist es gewesen, mich total glücklich zu machen. Das sind so Momente, wo es genial ist, VfL-Fan zu sein. Das gilt sicher auch für ca. 20.000 blau-weiße Leute vor dem Fernseher bei Sky und die 550 Leute im S-Block: Die 93. Minute beginnt, Soares passt auf Blum, der flankt scharf rein und Janelt erwischt den Ball mit der Stirn, der Dynamoverteidiger kommt genau so wenig ran wie Keeper Broll- Tor. Erlösender Jubel im Gästeblock, Erleichterung, die Dynamofans hingegen gehen bedröppelt raus aus dem Glücksgasstadion. “Düüüdüüüüdüüüüdüüüünamoooo” hallt es witzelnd und feixend durch den Block und Tonnen von Brocken fallen den Westfalen und ihrem Anhang vom Herzen am närrischen Samstag. Auswärtssieg durch einen Lucky Punch in der Nachspielzeit, ob sich Dresden von dem moralischen Schock erholt, schwer zu glauben. Was dieser tolle Sieg wert ist, sehen wir Bochumer am 1.3. gegen den SVS. Für mich war der Sieg sehr, sehr viel wert, echtes Sekundenglück

Die Spieler der SGD hatten in MoPo in Person von Patrick Ebert “ein Feuerwerk angekündigt”. Das war sehr mutig, denn es war eher das zu erwarten, was man Abstiegskampf nennt und oft Krampf ist. Und davon kriegten 26.900 Fans heute mehr als genug.

Und im Glücksgasstadion startete Thomas Reis im 4-3-3, mit Wintzheimer für den glücklosen Ganvoula, Decarli spielte und das nicht schlecht. Überhaut wurde kompromislos verteidigt. Und während Dresden sich stets bemühte, machte Bochum die Mitte erneut zu, Tesche, Losilla und Janelt standen sicher vor der Viererkette.
Die Abwehr hatte heute ihren Namen verdient, pennt nur einmal beim 1-1 durch Dresden.

Aber das 0-0 in der Halbzeit hatte Bestand, weil Dresden noch weniger nach vorne einfiel als unserem VfL. Die Sachsen hatten oft Ballverluste im Vorwärtsgang, das konnte man auch bei Bochum sehen, aber dafür stellte man schwarz-gelb rechtzeitig vor Riemann. Immer stand ein Weißer vor den Sachsen, die eben wie die Westfalen nicht vor Selbstvertrauen strotzten. Bis zum Pausentee gefiel mir Bochum besser als in Wiesbaden, es stand aber nicht 0-1, sondern nur 0-0, dafür hatte die SGD Vorteile bei Ecken und dem Ballbesitz. Aber ich hatte nicht so ein schlechtes Gefühl, dafür schien Dresden zu schwach zu sein. Selbst WW und H96 wirkten spielerisch reifer als Kauczinskis Dynamos. Das war zu wenig, um die leicht besseren Bochumer zu besiegen, es sei denn, irgendein Dresdener Spieler traf aus dem Nichts. Aber da hatte Reis seinem Spiel heute Entschlossenheit implantiert.

Dann kam der VfL nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel und begann die Gastgeber vor ihrem geliebten K-Block die Grenzen aufzuzeigen, 2-3 Chancen hatte Dresden vor allem vor der Pause. In der 60 Minute schien Bochum leichte Vorteile zu haben, auch wenn wir mit Wintzheimer und Zoller zu torungefährlich in der Box spielten. Aber dann kam der Silvere und kriegten den Ball nach 2 Minuten, hatte etwas Platz, machte eine Körpertäuschung und macht das 0-1 per Flachschuss. Der Torjubel war ganz geil, auch über dem großen VfL-Banner, aber das 1-1 war ein fixer Dämpfer und fiel in der Phase aus dem Nichts. Da muss man mehr draus machen. Da muss man dann weiter konzentriert verteidigen und kontern. Doch das ist natürlich bei diesem Druck auch brutal schwer. Und das Publikum war nun da und feuerte ihr Team an.
Das hätte nun schief gehen können, Dresden konnte diese Phase des Ballbesitzes aber zu wenig in echten Druck ausbauen. Es wurde ruhiger und die Ränge leiser, weil die Bochumer den Spielverderber mimten, vor allem Riemann, der Spaß hatte das Heimpublikum zu nerven. Mit seinen Abstößen nervte er eher mich. Aber die Dynamos konnte heute nicht mehr als sich bemühen, so reicht es nicht für den Klassenerhalt, sorry.

Bochum schien das Spiel mit dem 1-1 verwalten zu wollen und spielte sich auch noch in der 93. Minute den Ball zu, um ihn zu haben. Dann passte Soares auf Blum und der setzte Janelts Stirn ein und machte mich froh und sicher nicht nur mich. Was für ein süßes schönes Gefühl, der Krampf nach vorne vergessen und am Ende gejubelt und gesungen - so einfach ist es.

Gruß an den Berliner Fan und nun wünsch ich mir gegen Sandhausen auch einen knappen Heimsieg, es soll ja die Zeit kommen, wo das Wünschen wieder hilft.

Tom,CB`93

Unrund

19. Februar 2020

“Der Ball ist rund” hat Sepp Herberger mal gesagt. Der hat mal für den Dresdener SC gespielt und Samstag, wenn der 15. beim 18. spielt, ist zu erwarten, dass Leute mit eckigen Füßen über 90 Minuten das Runde quälen. Das wird nicht nur der Druck sein, auch schlicht mangelnde fußballerische Qualität. Bei diesem Abstiegsduell in Sachsen ist zu erwarten, dass beide Teams hochnervös sein werden, so wie bei unserem Duell in Wiesbaden. Während wir gegen Regensburg, Bielefeld, HSV und VfB schlechter waren und folgerichtig verloren, war das Spiel in Hessen auf der Kippe und wir hatten das glückliche Ende für uns. Das hoffen wir auch Samstag, wenn woanders “Alaaf und Helau” gerufen wird, heißt es im Stadion der Dresdener nur humorlos “Düühnämöö”, - und wir hoffen irgendwie auf einen glücklichen Sieg.
Eins ist Fakt, Torsten Legat ist ein Sonderschüler, aber wir dürfen bei Dynamo Dresden auf keinen Fall verlieren. Dann, bei einem Remis, so einem Reis’schen 0-0 mit großen Kampf, wenig durchdachten Angriffen, dreckigen Trikots und eben dem Motto “nur nicht verlieren”, muss dann ein Arbeitsheimsieg gegen Sandhausen folgen, um dem Supergau Abstieg noch irgendwie zu vermeiden. Gewänne man beide Spiele, kann man sogar versuchen, nicht in die Relegation zu kommen.

Nach dem fatalen Patzer von Saulo Decarli gegen den VfB, verlor Bochum einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf und schlimmer noch, fährt noch mit kleinen Hoden ins Elbflorenz zum Showdown. Aber Dresden, gecoacht von Kauchi, der Fiel folgte, geht ebenso die Angst um, auf Pauli ein 0-0, dass man es am Ende nicht schafft. Das kann auch gut sein. Das gilt nun leider auch für uns. Theoretisch könnten beide Traditionsclubs absteigen, das können WW, KSC und Co verhindern, indem sie noch schwächer sind als wir und die Faust des Ostens.

Das muss man erneut sagen, einerseits toll, wie Reis Kampfkraft und Leidenschaft reinbringt ins VfL-Team, andererseits erschreckend, wie es ihm nicht gelingt, das Umschaltspiel so zu strukturieren, dass Ganvoula, Blum, Weilandt oder Zoller genug Bälle kriegen. Es wirkt immer nach vorne, als ob die Freibadgang in Jeanshosen noch nie so zusammen gespielt hat. Da fehlt ein Zehner, Lee und Meier können das nur auf dem Aufstellungsbogen geben. Da fehlt die Idee, wie man hintenrum (ohne den Torwart einzubauen) sicher durch die Mitte nach vorne spielt und Chancen generiert, die besser postierten anspielt. Gegen den VfB übersah man oft den Mitspieler, ist da der Teamgeist kaputt, fehlt die Nervenstärke oder die Übersicht.

Thomas Reis hat zwar einen neuen Teamgeist etabliert, punktet aber noch weniger als Dutt, weil “nur” die Einstellung und das Rennen nicht reichen, um gegen eine gewisse fußballerische Qualität, Ballbesitzt und Struktur zu punkten. Gut, dass hat der Tabellenletzte nun auch nicht im Überfluss, das könnte ein Vorteile für die Gäste aus Westfalen sein.

Aber wenn man sah, wie gegen die Teams vom HSV und VfB die Pässe und Anspiele eben nicht den Mitspieler erreicht haben, der kriegt Zweifel, dass nur die Betondefensive, Willen und Kickandrush reichen werden, um am Ende nicht abzusteigen. Der Fehlpass von Decarli offenbart Reis Problem, die richtigen Personalentscheidungen im Rahmen eines völlig verkorksten Kader zu treffen. Osei-Tutu, für die falsche Posi geholt, findet keinen Platz, obwohl es nach vorne hakt. Bella-Kotchap, das größte Talent spielt bei der A-Jugend, obwohl er der ideale Partner für Leitsch in der IV wäre. Versteht das irgendjemand? Dafür spielt der Saulo den Abwehrchef und patzt unter dem Druck, wer ist also Schuld? Warum Sesi den Griechen trotz Fabians soliden Einsatz gegen Bielefeld für die Tribüne holte, wissen sicher nicht mal die Trainingsrentner, die sonst alles wissen. Es würde zu dem Dou Reis/Sesi passen, nach einer möglichen Niederlage beim Dynamo, den Tribünikos dann in den Kader zu holen und nun gegen Sandhausen ein Endspiel zu titulieren. Das Problem ist simpel, Sesi hat zwei Transferperioden verpennt und oft, bis auf Gamboa und Blum, die falschen Leute zu falschen Bedingungen geholt, um einen Trainerneuling, der ihm nicht ans Bein pinkelt, diesen Schlamassel ausbaden zu lassen: Ständig wird auf Zusammenhalt, Leidenschaft, Kampf und so rumgeritten, um das völlig schräge Kunstrukt zu retten. Dann verteidigt man, wo kein Vorwurf ist, lobt die Moral, sieht Fortschritte und macht die Niederlage quasi zu Fake News.

Bleibt zu hoffen, dass Dresden diesen Bochumer Schlamassel auch Samstag nicht ausnutzen kann, dass 6 Neue nicht stechen und wir wie einst 2014 mit Dabro siegen, denn das ist immer noch, trotz allen Mängeln, drin.

Ich glaube, wir ermauern uns ein 1-1. Mal fragen, was der Kambodschamann dazu sagt? Dirk, Sieg ;-) Nee, Spaß. Die Tendenz bei Dynamo-Bochum ist remis. Dresden mit 0-0 und 2-3, Bochum mit Sieg und Niederlage, keine Entscheidung beim Trendduell, Kader gleich mängelbehaftet, beide werden Kämpfen, aber die Sturmreihen sind schwach zZ. Daher wird es ein Unentschieden.

Nee, Leute, hilft ja nichts, nur der VfL. Ich löffle die Scheiße bis zum Ende aus, gerne auch mal samstags ab 13.00 Uhr. Sogar mit Saulo, Sesi und Sachsen….

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfL: Riemann - Gamboa, Decarli (Fabian), Leitsch, Danilo - Tesche (Janelt), Losilla - Zulj, Zoller, Weilandt - Ganvoula
Dynamo: Broll, Wahlqvist, Löwe, Nikolaou, Ballas - Terrazzino - Hušbauer - Atik, Petrák, Horvath — Schmidt

Tom, CB’93

Der Tag, an dem die Hoffnung starb

18. Februar 2020

Der Tag war gestern noch nicht. Gestern verlor der VfL etwas unglücklich 0-1 gegen den favorisierten VfB Stuttgart und das war aufgrund der 2. Hälfte - zumindest aus Bochumer Sicht - nicht nötig. Aber es war doch am Ende aufgrund der spielerischen Qualität des VfB (Ballbesitz, Ecken usw.) am Ende verdient. Aber Bochum verlor das dritte Heimspiel in Serie und das ist bitter für die treuen Fans. Die Bochumer Spieler investierten zwar viel, doch es fehlte vor allem an der offensiven Struktur, um den Lucky Punch ab der 60. zu setzen - gegen den Aufstiegsfavoriten aus dem Schwabenland. So verlor man Ende verdient und bliebt als 15. ganz tief unten drin. 22 Spiele, 23 Punkte, das ist die Bilanz, die z.B. in die Relegation führen kann.

18.500 Fans hatten sich eingefunden, um das Duell “unten gegen oben” zu bestaunen, trotz miesen Wetters und des leidigen Montagstermins. Dazu gab es das passende Banner “Der Montag war, ist und bleibt scheiße!” und das passte zur Stimmung im Stadion. Der erste Samstagstermin für Bochum findet Karnevalssamstag in Dresden statt, spezieller Humor der Spieltagsgestalter der DFL, nehm ich mal an. Und der wird seit gestern nun nicht wirklich nicht unwichtig, wird bestimmt unlustig.

Das Team von Thomas Reis startete überraschend mit Blum und stand dennoch defensiv hinten drin und wollte schnell umschaltend kontern. Das war wohl der grobe Plan. Die Stuttgarter spielten wie im Hinspiel im Mittelfeld deutlich einfallsreicher als Bochum, aber vorne betrieb der VfB Chancenwucher statt Sparsamkeit: Riemann war stark gestern und hielt seinen Kasten bis zur schiksalshaften 81. Minute sauber. Er hatte viel zu tun, gegen Gomez und Co, doch hinten kämpft der VfL leidenschaftlich, wenn auch nicht immer geschickt. Man sollte nicht zu viel erwarten gegen Spitzenteams, gegen Bielefeld, HSV und VfB holte Bochum in 6 Spielen 1 Punkt. Die Siege waren gegen H96 und Wiesbaden, mehr geht zZ nicht.

Diesmal hatten die spielstarken Schwaben in der 1. Hz fast 70% Ballbesitz und dominierten den VfL, der zwar zu Chancen kam, aber Ganvoula und Weilandt hatten keinen guten Tag. Das Halten des 0-0 war die oberste Premisse und Bochum gibt das Mittelfeldspiel offensiv einfach zu sehr ab. Hinten rum geht es oft und immer muss anscheinend der Torwart den Ball berühren, echt kurios. Das sieht wirklich nicht gut aus und erzeugt fast immer den Eindruck der Unterlegenheit, fast als spiele man immer gegen Bayern.

Der VfB Stuttgart hat einen breiten und guten Kader, geht sehr zielgerichtet auf den zweiten Ball - unter dem neuen Trainer aus Italien - aber vergibt zu oft beste Torchancen - so auch in dieser ersten Hälfte. Das 0-0 zur Pause stellte für den VfL ein zufriedenstellendes Ergebnis dar, für die Roten nicht. Sie werden sich geärgert haben. Bei Bochum weiß man nicht, ob es nach so einer rein reaktiven Leistung den Schalter findet für die Attacke, die man als Heimfan ersehnt. Die Erwartungshaltung der VfL-Fans ist da nicht mehr groß und Reis Idee “vom großen Kampf und dreckigen Trikots” mag der Situation geschuldet zu sein, ist aber fußballerisch das oft übel anzuschauen.

Bochum fand aber den Schalter ab der 45. Minute und hatte nun mehr vom Spiel, die große, brotlose VfB Dominanz war nun vorbei. Bochums Außenverteidiger kämpften famos (Gamboa wurde gar gefeiert) und nun trieben die Außenverteidiger ihre Mitspieler nach vorne. Das Publikum reagierte und die Lethargie, die den Verein zur Zeit umgibt, war auf einmal etwas weg. Man schöpfte Hoffnung, vielleicht geht ja was gegen den Aufstiegskandidaten, man war weniger tot als in Bielefeld, das erinnerte etwas mehr an Bayern und den HSV, auch weil Stuttgart verwaltete und auswärts oft der letzte Biss fehlt. Stuttgart beendete gestern eine Sieglosserie.

Bochum hat zwar unter Reis Biss, aber rennt wirr nach vorne, ohne dass man das Gefühl, die Mitspieler haben schon mal zusammen trainiert - auf dem ja so vollen Trainingsplatz. Ganvoula gewann keinen Zweikampf und bewies gestern, dass er keine 5 Mios wert ist. Blum kämpfte nach hinten und Weilandt spielte ohne jedes Fortune. So gelang es nicht, genug Torchancen zu generieren, eine klare Rückentwicklung zur Hinrunde nach vorne, das muss man feststellen. Aber man hofft auf einen Patzer des Keepers der Stuttis oder auf den lieben Gott, während man hinten viel rennt.

Vermutlich wäre ein 0-0 gerecht gewesen, aber in der 81. Minute machte der vorher tadellose Decarli einen schlimmen Abspielfehler, den der Stuttgarter Stürmer aufnahm, auf den Joker passte, der das 0-1 erzielte. Nun kamen nach Zujl noch Winzheimer und Pantovic, aber es fiel kein Tor mehr für unseren VfL. Das gibt diese Mannschaft zZ nicht her, viele Tore, da hat der Trainer keine Spiel-Idee entwickelt, dem das Team folgen kann. Es gab eine laue Schlussoffensive und da hatte der Neue Zulj eine letzte Riesenchance zum 1-1, das nicht fiel. Und die 2000 Schwaben feierten im Gästeblock, Bochums Anhang verließ wortlos das Ruhrstadion, Decarli weinte und so langsam ist jedem klar, so kann man wirklich absteigen. Mutlos nach vorne, im Mittelfeld zu langsam (Tesche) und hinten tapfer, aber glücklos, aber nicht fehlerlos.

Nach 5 Niederlagen aus den letzten 7 Spielen, 4 Niederlagen aus 5 Rückrundenspielen, da kann man nur noch auf die Schwäche von Weisebaden und Dresden hoffen. Bis Samstag und dann kann es schnell sein, dass der Vorstand handeln muss. Sesi holt einen Griechen, der nie im Kader ist, um zu zeigen, ich hab zwei Transferperioden verpennt und bin noch da - und ein Trainer, der im Schnitt ein Punkt pro Spiel holt, der neue Schwabentrainer 2,6 Punkte pro Spiel. Gibt es da noch eine Option zu handeln? Oder steigt man ab und nichts passiert?

Wenn wir in Dresden unglücklich verlieren, dann…….kann sein, dass die Hoffnung auf Klassenerhalt so langsam stirbt. Aber die stirbt bis zum 17.5. vermutlich noch oft.

Vielen Fans fiel gestern nicht mehr viel ein. Ich glaube, da geht es allen Bochumer ähnlich. Ich stehe ja auf Distopien, ich denke, ich bin gerade in einer. Und die endet im Düsteren.

Tom;CB`93

Wir können alles außer Fußball

15. Februar 2020

Wie groß die Erleichterung nach dem Sieg über Wiesbaden war, konnte man am Jubel sehen der 1800 Fans, aber auch zu Hause werden viel Steine von vielen Herzen geplumpst sein. Es war so ein wichtiger Sieg, kein schöner und nun geht es Montags gegen den favorisierten VfB Stuttgart, dem Schwabenpfeil, der wieder sticht: Baden-Würtemberg machte mal Werbung, “wir können alles außer hochdeutsch!”. Das gilt für den VfL seit 2020 in abgewandelter Form, wir können keine schöne Offensive mehr und das werden wir gegen den VfB merken. Gegen den HSV spielten wir gut, in dem Sinne, dass wir in der 1. Halbzeit, auch Montags, gut mithielten: Aber die Hamburger hatten die Ballkontrolle und spielten besser den Ball hintenrum nach vorne. Bochum hatte in Wiesbaden nach drei Niederlagen eine nervöse Spielweise, aber halt Torchancen, weil schwache Teams ihren Gegner nicht vom Tor fernhalten konnten. Der VfL hatte gegen Wehen das Matchglück, was gegen die ungleich stärkeren Stuttgarter nicht reichen wird. Das brauchen wir wieder in Dresden, wo Fußball geholtzt und gearbeitet werden wird. Aber gegen VfB reichen drei 6er nicht aus (Tesche-Janelt-Losilla), um den Ball irgendwie auf Ganvoula zu kriegen, der dann die ärmste Sau auffem Pin ist. Blum rauszunehmen - und Decarli bei fünf anderen IVs drinzulassen - und mit drei Sechsern den Bochumer Cattenaccio zu spielen, führt dazu, dass man mit einem Punkt pro Spiel leben zu können, was auch Reis Quote ist.

Sesi hat also nun den Griechen geholt für die Tribüne als Tätigkeitsnachweis, Reis setzt Bella Kotchap vielleicht bei Matthias Lust ein, die Personalpolitik beim VfL könnte nur Jürgen Klinsmann toppen. Aber nun isset so, wir werden versuchen, mit grausamen Fußball irgendwie drin zu bleiben: Da sind viele auf dem Trainingsplatz, nur ein gepflegtes Offensivspiel kann man nicht erkennen und wird auch 13 Spiele später nicht drin sein, weil der Kader zu schwach ist und der Trainer das rauskitzelt, was Legat im Kopf hat, wenig.

Ob der neue italienische Trainer des VfB ein derartiger Riegel mit 7 defensiven Spielern, wenn Zulj spielt 6, beeindruckt, werden wir zum Wochenstart sehen.

Vom Papier hört sich VfL Bochum- VfB Stuttgart nach Bundesliga an, die Schwaben wollen dahin und könnten im Mai da sein. Der Dreikampf Bielefeld, Hamburg und Stuttgart setzt die Schwaben unter Druck, wie wir unter Druck stehen. Die VfBler spielten unter dem alten Trainer sehr offensiv und offen. Im Hinspiel siegten sie 2-1, Ganvoula traf und angeblich wollten die Brustringler 5 Mios für unsere Sturmperle zahlen.

Nun kommen die Weiß-Roten mit 2000 Fans und natürlich gehen sie von einem Sieg aus. Der Bochumer Trainer wird wieder die Mitte zumachen, lange Bälle schlagen lassen und seine Variante vom kampfbetonten KickandRush (Gruß an den Coachie) versuchen lassen, Ende ist dabei offen, wenn Stuttgart nicht 100% da ist. Wenn sie es sind, verlieren wir das Spiel. Ein Sieg ist dann drin, wenn sich alle über 70 Minuten den Arsch aufreißen, die Fans gut supporten und der Rest Glück dann käme. Ich glaube diesmal an ein 2-2: Bochum brennt ein Strohfeuer ab, macht das 1-0, dann drehen die Schwaben das Spiel vor der Halbzeit, aber diesmal kommt ein moralisch verbesserter VfL ins Spiel zurück und macht das 2-2. Das wäre Gold wert vor dem Auftritt in Dresden zum Karneval.

Aber es ist ja immer so, man weiß nicht wie es ausgeht, auch wenn die Schwaben leichter Favorit sind, mit einer guten Form, die wir immer noch suchen, voller Trainingsplatz hin oder her, Einstellung oder Zweikämpfe hin oder her.

Also, wenn man sich Montags Tradition geben will und Spannung aus dem Szenario, ab ins Ruhrstadion, Fußball kann billig, spannend und einfach sein, nur schön, das können wir leider anno 2020 nicht.

Aber, hey, wir wissen ja, darum geht es diese Saison auch nicht.

Statistik von VfL4u:

Montag, 17.02.20, 20:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück, pfiff den VfL zuletzt beim 0:0 gegen Kaiserslautern im April 2017)
Assistenten: Daniel Riehl (Bremen), Fynn Kohn (Hamburg)
4. Offizieller: Eric Müller (Bremen)
Video-Assistenten: Sven Waschitzki (Essen), Markus Wollenweber (Niederkrüchten)

Hinspiel: VfB - VfL 2:1 (02.09.19; Didavi, Gonzalez; Ganvoula)

Die Bilanz: Gesamt 17-18-38, 2. Liga 0-2-1 (jeweils aus VfL-Sicht)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Gamboa, Decarli, Leitsch, Danilo - Tesche, Losilla - Zoller, Zulj, Weilandt - Ganvoula
VfB: Kobel - Phillips, Karazor, Endo - Stenzel, Castro, Mangala, Sosa (Wamangituka) - Didavi, Förster - Gómez

Frische Brise

9. Februar 2020

Der VfL feierte in Wiesbaden einen insgesamt glücklichen, aber eminent wichtigen Auswärtssieg vor Orkan Sabine. Das 0-1 in der Brita-Arena, auf einer Baustelle vor 5.300 Fans, sicherte Bochum Platz 14. und einen Anschluss an Hannover, Nürnberg und Darmstadt. 1300 Bochumer Fans feierten ihre Party. Dieser Sieg ließ eine Menge Steine von VfL-Herzen plumsen, denn das Matchglück war heute auf Bochumer Seite. Nach drei Niederlagen in Serie konnte Reis Team vor dem Stuttgartheimspiel bei einem direkten Konkurrenten nur deshalb ohne Gegentor siegen, weil Riemann, Soares, Decarli, Leitsch und Gamboa einen Sahnetag hatten und alle für das Ziel Auswärtssieg kämpften.
In der ersten Halbzeit entwickelte sich schnell ein Schlagabtausch, wobei die Hessen die besseren, heißt klareren, Chancen hatten. Bei Bochum fehlte Ganvoula das Glück, aber er musste den Job für drei Offensive machen und war am Ende des Spiels platt wie ne Flunder.

Wehen konterte gefährlich und hatte 3-4 klare Dinger. Bochums Fans supporteten ihrerseits leidenschaftlich, man hatte akustisch ein Heimspiel, aber beide Teams lieferten sich ein munteres Rauf und Runter. Bochum gewann am Ende der ersten Halbzeit die Oberhand und Simon Zoller erzielte folgerichtig das 0-1. Das war nicht schlecht, aber Wiesbaden blieb gefährlich. Es ging zum Pausenbier und alle waren etwas erleichtert, aber skeptisch.

Dann kamen 20 Minuten die Hausherren, schnürten unser Team hinten ein und es war nur eine Frage der Zeit bis zum 1-1. Aber es fiel nicht, weil alle fighteten und WW auch nicht das Zielwasser erfunden hatten und Schaeffler an einem glänzenden Riemann scheiterten.

Und wir hatten mal Glück, was uns gegen den HSV fehlte und klar, Wiesbaden ist auch Hammerwurf, nur wir halt auch. Die Offensive, da würde ich an Ganvoulas Stelle explodieren. Der Mann hat keinen Blum zur Seite, manchmal einen Zoller und einen stumpfen Weilandt. Mehr ist das nicht, auch wenn Maier für Zujl kam und auch Eisfeld dazu eingewechselt wurde, von dem Fußball kriegt man Augenkrebs.

Und dass man das 0-1 hielt, war enorm wichtig, aber nicht der Sieg der überlegenen fußballerischen Mittel. Man konnte sich freuen und dennoch meckern: Wenn wir nicht besser spielen, gehen wir gegen Stuttgart unter.

Aber die Freude war da, die Fans machten Party und wir kamen im ICE nach Frankfurt Flughafen und dort war Schluss, Sabine hatte schon weiter nördlich gewütet: Wir hatten drei Punkte und Dirk, Wuppi, Benny, Patient und ich den FlixBus nach Hause: Der Rest fuhr Taxi. Dennoch dank an Marwan, die Capos der Ultras und diesmal auch an das VfL-Team. Anders als so scheint es nicht zu gehen und das Ende bleibt völlig offen.

Zum Glück war es diesmal kein Orkan der Wut, sondern nur das Wetter, das eine richtig gute Tour beendete.

Tom;CB`93

Mit dem Audi Quattro nach Wiesbaden

7. Februar 2020

Auf geht’s zum ersten Endspiel bis Mai 20, nach Wiesbaden. Hört sich irgendwie an wie ein Kurort, so wie Bad Nauheim. Dirk meint, die Stadt selbst sei hässlich im Vergleich zu Mainz. Ich persönlich war noch nie da, wir Bochumer werden Sonntag sehen, wie das da so ist. Mal gucken was der Kambodschamann sagtVor allem wird es punktemäßig recht wichtig, dort nicht zu verlieren, ein 1-1 wäre schon fast ein Traum. Aber sonst fällt mir zur Stadt Wiesbaden nur BKA, Britta-Filter, Landeshauptstadt Hessen und die Konkurrenz zu Mainz ein. Angeblich ignorieren sich die beiden Städte durch fehlende Verkehrsschilder. Hat vielleicht jemand mal jemand anderem die Kühe gestohlen, wer weiß das schon.

Der VfL fährt Sonntag zum vermeintlichen Zwerg nach Wiesbaden, ist aber in den letzten 12 Monaten selbst zum blau-weißen Zwerg geworden. Vor einem Jahr wurde nach einem Sieg gegen Duisburg und danach vier Niederlagen beschlossen, vom Duo Dutt/Sesi, das “Team über dem Zenit” muss umgebaut werden. Der notwendige Umbau sollte ein Abbau-West deluxe werden und als man vor einem halben Jahr 0-3 gegen die Bonsaihessen zurücklag, warf Dutt quasi genervt hin und Riemann und Co wendeten das Blatt zum 3-3. Danach kam Reis und er und Sesi haben den Karren mit dem umgebauten Kader richtig in den Sand gesetzt. 4 der letzten 5 Spiele wurden seit Dezember verloren und Bochum droht in Wiesbaden der vorletzte Platz und ein moralisches Waterloo.
Dabei hat Bochum seit zwei Jahren eine schlimme Auswärtsbilanz und Wehen wird Sonntag sicher alles raushauen und versuchen, den eigenen guten Trend zu verteidigen. Nur Wiesbaden ist zu Hause schlecht und Bochum hat immer noch vermeintlich die besseren Einzelspieler.

Ob Reis nun wieder den Catenaccio-Castroper anmischt, mit drei Sechsern im 4-4-2 werden wir sehen. Offensiv verliert er seine besten Leute wie Blum und Ganvoula, weil er an dieser Steinzeittaktik festhält. Nun kann man argumentieren, dieses Team kann nicht mehr verteidigen als 70 Minuten hinter Beton. Das sah man gegen den HSV nach dem 1-0 durch Zoller, da fielen drei schnelle Gegentore. Aber die Strategie ist ja dann auf ein 0-0 ausgelegt und vorne hilft der liebe Gott, so war es in Bielefeld. Das ist optisch grausam und Murks Deluxe. Bochums Bilanz auswärts ist echt Horrorshow.

Wie immer in solchen Situationen, wenn man alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann, kommt die typische Nummer “wir müssen zusammen halten”, “Wir bleiben drin” und und und. Das erinnert an irrationale Propaganda. Das heißt ja im Klartext, wir, die Fans, die offensichtlich mehr wussten als der AR/Vorstand, sollen nun Reis Antifußball und Sesis abgelesene Statements unter die Arme greifen, um irgendwie am Ende erfolgreich zu sein. Ich fürchte aber, das hat wenig Auswirkungen in Wiesbaden und Dresden, allenfalls beim Heimspiel gegen den VfB. Die Stimmung ist nicht unwichtig, aber wenn es im Team nicht läuft, was nutzt mein Support? Wem hilft es wenn Butscher und Reis nicht auf einer Welle funken, ich aber Durchhalteparolen schreibe, an die ich nicht glaube, um die Stimmung zu verbessern? Was soll sowas bringen?

Am Sonntag fahren wir Commandanten mit dem Zug in Hessens Landeshauptstadt und da haben wir sicher - ganz nüchtern betrachtet - Angst vor der 4. Rückrundenniederlage in Serie und dem totalen Absturz. Das wäre typisch, nach einer relativ guten Leistung diesmal tragisch zu scheitern, dann kann man die Schuld schön bei anderen suchen. Ich denke einfach, die Karre ist noch mehr im Dreck, als die schlimmsten Pessimisten je befürchtet haben

Andererseits muss es nicht so kommen, Wiesbaden wie Dresden sind sicher nicht stärker als der VfL auf dem Papier. Aber wir Bochumer scheinen uns seit 2019 selbst zu Superbonsais entwickelt zu haben und fahren nun mental fatalistisch abwärts in Liga Drei. Da gebe ich dem Verein recht, das muss gestoppt werden.

Ich glaube, so lustig die Tour wird, genau wie der Reviersport-Promi an ein 2-1 für WW und dann ganz viele Durchhalteparolen. Wir haben ja in Bochum immer zusammengehalten, wenn es drauf ankam. Das ersetzt nur leider kein Konzept, die Mannschaft drin zu halten in der 2. Liga. Das hat der Verein scheinbar nicht.

Aber, Wiesbaden wird auch nervös sein, wird an unserer Defensivtaktik scheitern und weil niemand zu viel erwartet, hat der VfL Bochum in WW eine Chance die Kette des Verlierens zu durchbrechen. Darauf muss man hoffen.

VfL (Thomas Reis): Riemann - Gamboa, Decarli (Bella-Kotchap), Leitsch (Fabian) , Danilo — Losilla, Weilandt (Zoller) - Janelt- (Tesche) - Blum - (Lee/Zujl) - Ganvoula

SVWW: Lindner - Schwede, Dams, Mockenhaupt, Röcker, Mrowca - Dittgen, Chato, Aigner - Kyereh - Schäffler,

Tom,CB`93

Wenn in China ein Sack Reis umfällt

4. Februar 2020

“Jetzt hamse verstanden!” sagte Thomas Reis auf der Pressekonferenz zum Thema Spieler des VfL. Dass das nach der dritten Niederlage im dritten Spiel in der Rückrunde ein gute Nachricht sein soll, das zeigt wie ernst die Lage an der Castroper Straße ist.
Bochum hatte nach dem Sieg zu Hause im Dezember gestern seine “beste Leistung gezeigt”, so resümierte auch HSV-Coach Hecking, weil es diesmal kämpfte und alles reinwarf. Der VfL verlor erneut und ist nun 16. - punktgleich mit dem KSC, der sich gestern von Coach Schwarz trennte. Bochum ist nun fast am Boden angekommen und fährt Sonntag alles andere als selbstbewusst nach Wiesbaden.
Dabei hatte Bochum blütenweiß begonnen und verlor nach 94. Minuten matschig und leicht unglücklich mit 1-3 gegen Hamburg. 24.000 Fans bildeten eine gute Kulisse im Dauerrregen an der Castroper ging der VfL nicht in Führung, hatte aber 2-3 dicke Dinger. Reis hatte wieder mit 3 Sechsern begonnen, aber anders als in Bielefeld veruchte Bochum auch Angriffe und den Gang nach vorne. Der HSV war souverän im Ballbesitz, aber auch er fand nicht durch Bochums massive Mitte. Hätten Kittel, Jatta und Hinterseer hingegen das 0-1 gemacht, wäre es leicht ungerecht gewesen. Bochum wollte nicht Zuviel vom Ball, spielte dann lang auf Ganvoula, dem sein Partner Blum fehlte. Doch so sah man zwar, wie schwer sich Bochum in Spielaufbau tat, aber durch Kampf und Glück konnte man die spielerische Unterlegenheit bis zum Pausentee kaschieren.

Und dann kam der VfL mit Pressing aus der Kabine, lief schwarz frech an und hatte nun gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen und das Spitzenteam zu schlagen. Das war Bochums beste Phase und das 1-0 viel durch eine wunderschöne Energieleistung von Zoller, der sich dreht um den Gegenspieler und dabei unhaltbar für Heuer-Fernandes einnetzt.

Das 1-0 gab Hoffnung und während man sich freuen wollte, fiel das 1-1 durch Leibold, der Schuß unter der Latte saß leider. Dann produzierte Leitsch einen Fehler und der Joker, der für Hinterseer kam machte aus dem Stellungsfehler das 1-2. Die Hanseaten drehten nun auf und machten nicht nur das 1-3, sondern hatten noch 2-3 weitere Chancen. Das Spiel war verloren, was psychologisch ein Problem darstellt, weil man nun dreimal höchst unterschiedlich verloren hatte. Und nun ist Februar und im Mai wird abgerechnet. Der Verein hat nun zwei Spieler geholt und muss nun mit dem Kader und Reis und Sesi drinbleiben. Einfach ist anders.

Reis wird denken, wir kriegen jetzt den Turnaround und in Wiesbaden und Dresden spielt der Fußballgott nun Schiksal.

Die Fans sind in Lethargie, ein paar “Vorstand raus”-Rufer hab ich gehört und dann war ich vor dem Abfiff weg. Leute, das wird übel enden…….aber hoffen wir nochmal das Gegenteil.

Tom;CB`93

Schindzielorz, Bochums Perle

31. Januar 2020

Während die letzten Stunden bis zum Schließen des Transferfensters vergehen, hab ich mal die berufliche Vita des zu Beschreibenden refresht, letztendlich kommt bei mir alles Nachdenken über die Wirkungsweise von Sesi der letzten zwei Jahre zu dem Resultat, dass der überforderte Mann dringenst freigestellt werden muss. Alle Faux-pas des Hochstätter Azubis Schindzielorz kriege ich sicher nicht mehr in die Reihe, aber an Villis Stelle würde ich folgendes tun:
1. Sesi sofort, noch vor dem HSV-Heimspiel am Montag mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben (auch die Koordination Greenkeeping) freistellen, die Causa Osei-Tutu, das dilettantische “wir-haben nur-Reis-als-Trainer-auf-der-Liste” und das Verschlafen der jüngsten Transferperiode plus die peinliche Gesamtperformance des Fragenablesers sind für die Fans inzwischen die pure Provokation, Manche Fans hatten schon Pullis die geschickter agierten als unser Sesi. Dazu holte der Neuling einen Neuling als Trainer, angeblich war dass eine Idee vom Oberbabo Villis, damit der die Mannschaft besser erreicht als Dutt, der uns im Hinspiel in Hamburg zum 1-0 führte. Ich würde mich nicht wundern, verlören wir Montag - selbstverständlich nach einer tollen Leistungssteigerung zu Bielefeld - erneut 0-1. Und das wäre die dritte Rückrundenniederlage in Serie, ich glaub, das der VfL auch in Liga eins selten geschafft, 0 Punkte zum Start, das mit dem U-Meistercoach Reis.
2. Reis sollte von Villis ein Ultimatum kriegen, dass er aus den nächsten vier Spielen 6 Punkte holen muss, sonst braucht man bis zum 17.5. nochmals einen neuen, echten, erfahrenen Trainer.

Der Mann guckt so, als wolle er nachdenkliche Entschlossenheit demonstrieren, seine Maßnahmen sind aber oft spielerisch simpel, so dass man sagt, er sei kein Taktikguru. Das hat man selbst über Lothar Matthäus nicht behauptet. Wie schlecht der Trainer Reis ist, sehen wir zZ noch garnicht, weil wir uns schön reden, er habe ja mit der Mannschaftszusammenstellung nichts zu tun. Mit Verbeek wäre das Team fitter, taktisch variabler und erfolgreicher: Also der ausgegliederte Verein befindet sich in den nächsten vier Spielen vor einer sehr, sehr schwierigen Situation und hängt am Führungsduo Sesi/Reis, dass ist wie mit Dick und Doof zum Physikerkongress zu fahren. Es wird scheitern, was den Abstieg nach sich zieht. Der AR sollte bedenken, was das kostet und vorher handeln.

Viele VfL-Fans haben nach dem schlimmen 2019 die pure Angst und sehen dem Abstiegsgespenst direkt in die Augen, wenn sie Sesi hilflosen Ausführungen zu den Wintertransfers lauschen. Und dann kommt ein hungriger HSV (4-1 gegen den FCN), der Jatta, Hinterseer, Kittel mitbringt und wir setzten Decarli dagegen. Da hat man als Fan schon den Köttel in der Buchse, wenn man das Ruhrstadion am Montag betreten wird. Und der Gedanke, dass Sesi nach Verstärkungen sucht, sorgt für Durchfall in der Halbzeit.

Und was der Trainer dann wieder einfordert, Zweikampfhärte, Wachheit, da rutscht Ganvoula, Blum und Lee die Kinnlade runter, wenn sie die Betontaktik des Trainers sehen, der im Trainingslager geübt haben muss, wie man die eigene Offensive “zerstört”.

Dass sowas passiert, wenn man sieben Defensive aufstellt, hätte einem Kreisligacoach klar sein müssen.

Nun in Bielefeld leistete sich Reis den taktischen Offenbarungseid und hat sich für mich seine Autorität vor der Team verbrannt. Und Sesi findet nur Resterampespieler, weil alle Clubs und Spieler weglaufen vor seinem Angeboten. Jeder Kreisligakicker, mit einem Herz für den VfL fragt sich, ob er sich bei Sesi noch bis zum Ende der Frist bewerben kann, Sesi selbst hat den Posten des GF Sport mit einer Mischung aus Steifheit, Unerfahrenheit und vielleicht schlicht fehlender Cleverness und Vernetzung zum Witz gemacht, no perfomance at all.

Das Schlimmste an der Situation ist neben dem Tabellenstand, bei einer Heimniederlage wie gegen Regensburg droht uns Platz 17, die absolute Lethargie und Hoffnungslosigkeit, die sich immer mehr ausbreitet. Seit 2016 hat man keine echte Hoffnung, dass man oben mitspielt, seit 2018 - und vor allem 2019 - ist die pure Panik unter den Anhängern angekommen. Die meisten haben schlicht keinen Bock diese Nichtmannschaft zu unterstützen: Inwieweit nimmt denn der AR seine Funktion wahr, das Dou Sesi/Reis nach Resultaten zu befragen. Die Entlassung von Dutt hat dieses Machtvakuum noch verstärkt.

Nun spielt der HSV als 2. beim 14. und bringt viele Fans mit, obwohl es ein Montagsspiel ist. Eigentlich ein Feiertag, wenn man den blöden Termin weglässt. Das doofe als Fan, nicht alle können ihre Nerven mit Bier massieren, wenn am nächsten Tag die arbeitsmäßige Pflicht ruft. Und dann muss man sich Reis Ideen live reinziehen, so ging es mir in Bielefeld, bekommt es mit der blanken Angst zu tun. Denn Dresden und Wiesbaden, zwei Teams, die ich bis dato unter uns verortete, haben beide 2020 gewonnen, während wir verloren haben.

Das Gefühl dieser Angst sägt weiter an der Autorität des Trainers, dem die Spieler intern nicht mehr zutrauen, das Rad rumzureißen, wie es einst Peter Neururer gelang. Aber Villis ist kein Altegoer, Sesi kein Hochstätter und Reis kein Verbeek, so dass der Abstieg in die Liga 3 immer wahrscheinlicher wird.

Drewes gibt für Riemann sein Debüt und ich denke Reis wird einen offensiven Mittelfeldspieler (Zoller?) bringen für Tesche oder Janelt, aber im 4-3-3 bleiben. Sollte er die gleiche Defensive Variante wählen wie in Bielefeld, geht der Bochumer Trainer gegen den erfahrenen Hecking zwei Risiken ein: er wird ein 0-0 sehen, was bis zum 0-1 für die Hanseaten spannend ist und dann fällt dem VfL nix ein, um die Hamburger auszuhebeln.

Meistens isset ja so: Lee, passt nach hinten, meidet das 1-1, dann Rückpass auf Riemann und langer Ball nach vorne. Wenn Ganvoula an den Ball kommt, hat er niemanden, an den er weiterleiten kann. Reis hat bis dato keine Lösung für das Problem gefunden, ein offensives Spielkonzept sucht man ebenfalls vergebens, daher würde ich diesem Trainer dringend ein Punkteultimatum setzen.

Hecking hat mehrere Trümpfe in der Hand: er weiß um den Kader- und Formvorteil seines Teams, sieht die Fehler des jungen Kollegen und - die Leute in Bochum beginnen nun die Geduld mit den Protagonisten zu verlieren.

Jatta macht das 0-1, aber der VfL schafft das 1-1, weil alle Spieler sich am Riemen reißen und Drewes sorgt für frischen Wind.

VfL (Thomas Reis): Drewes - Gamboa, Decarli (Bella-Kotchap), Fabian , Danilo — Losilla, Zoller Janelt- (Tesche) - Blum - Lee (Zujl) - Ganvoula

HSV: (Dieter Hecking) :Heuer Fernandes - Beyer, Letschert, van Drongelen, Leibold - Schaub, Fein, Dudziak - Jatta, Hinterseer, Kittel

Es wird Montag alles halb so schlimm wie wir alle fürchten, für Wiesbaden hab ich kein Gefühl.

Tom;CB93

PS: Gruß an Olli “Präsi” K., alles Gute zum 49.!

the void

29. Januar 2020

Der VfL hat gestern in Bielefeld das erste Spiel 2020 verloren und steht nach der 2. Rückrundenniederlage in Folge, gegen den Jahn und die Arminia, am Abgrund. Die Neuverpflichtung unseres GF Sport Zuij wurde garnicht in den Spieltagskader von Reis berufen, der ungelogen -mit Fabian und Decarli -zwei IVs aufstellte, die in Reis Welt durch drei Sechser geschützt werden mussten - bis zu 60 Minuten. Das hatte zu Folge, das Bochum ohne JEDE Torchance aus dem Spiel verdient 2-0 verlor, den meckernden Torwart verlor der VfL durch Gelb-Rot und nach dem völlig überforderten Sesi nun auch der Trainer Reis völlig überfodert erscheint als 15. der Tabelle. Ein Villis der in der Fußballszene vernetzt ist, hätte nach diesem desolaten Spiel sofort handeln müssen, d.h. Trainer und GF freistellen müssen - wie Fortuna heute Funkel. Das Trainingslager in Jerez bedeutete eine fußballerische Rückentwicklung gemessen an der Darbietung in Ostwestfalen. Doch natürlich passiert nichts.

Es ist jedenfalls aus meiner Sicht frech, sich als Profi-Coach hinzustellen und darauf hinzuweisen, dass die Defensive ja bis zur 32. Minute stabil war- mit sage und schreibe sieben (!) Defensiven, bis den Ostwestfalen das 1-0 durch Vogelsammer nach einem Standard gelang (aus dem Gewühl). Ok, das 1-0 war quasi aus dem Nichts, aber das VfL-Konzept hätte ja nur Erfolg haben können, hätte man am Ende 0-0 gespielt. Das war ja schon die Entscheidung - im Nachhinein, da Reis Plan B oder C nach einem Gegentreffer nicht wirklich griff. Ich setzte mal vorraus, der langsam reagierende Trainer hat einen Plan B. Wissen tue ich das aber nicht.

Bochum spielte weiter überhaupt nicht nach vorne, Weilandt, Zoller und Wintzheimer sollten nach der Pause kommen, aber erst ab der 60 Minute. Aber es brachte zwar eine Bochumer Mannschaft, die mehr nach vorne geschoben wurde, hervor, aber Rot hatte immer noch keine Ideen, vor allem aber null Torchancen !!! Da gab es 20 passablere Minuten, die nach 60 Minuten Arminen-Dominanz in Ballbesitz noch weniger brachten als bei den Gastgebern. Resultat, wieder null Torchancen.

Arminia Bielefeld hatte vor dem Spiel mit knapp 20.000 Zuschauer sich Mühe gegeben, die Unfassbarkeit des Holocaust in einen Bezug zu dem Westfalenderby zu setzen. Das ist bei allem löblichen Argumenten für das gesellschaftliche Engagement natürlich extrem schwierig, die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren -und dieses Spiel irgendwie zu kombinieren und auch wenn man diese schreckliche Singularität kaum in Worten ausdrücken kann, so spielte doch zumindest der VfL so. dass es ziemlich schrecklich anzuschauen war, also dem Grauen angemessen.

Thomas Reis hatte ernsthaft im Trainingslager üben lassen, so einen ideenlosen Dreck zu spielen und der überraschte Trainer der erfahrene Bielefelder Neuhaus konnte nicht glauben, dass Bochum das Menetekel noch groß über die Presse angekündigt hatte. Dutt hätte so ein klägliches Experiment schnell zurückgezogen, doch Reis saß auf der PK wie ein trotziges Kleinkind und verteidigte - die Fünferkette mit Fabian oder das 4-4-2 mit drei Sechsern , obwohl es offensichtlich die schlechteste Saisonleistung 19/20 bewirkt hatte. Und das war nicht leicht, Bochum ist auswärts so fast überall in der 2. Liga chancenlos, Wiesbaden und Dresden eingeschlossen.

Der AR hätte nach dem Spiel um 20.45 Uhr - und muss weiterhin - Trainer und Sportchef sofort freistellen von ihrem zu großen Ämtern, die sie zZ ausüben; es wirkt wie eine Karikatur von einem Profitrainer, der geholt wurde von einem Geschäftsführer, der seit Ernst das allerschlechteste ist, was wir jemals auf dieser Position hatten. Und das war nicht leicht. Gegen Sesi wirkt “Hilpert wie Uli Honeß” und das Gespann Verbeek/Hochstätter 2015 wie aus anderen Sphären. Sesi wird noch irgendeinen Rohrkrepierer rauszaubern und wir müssen gegen den HSV richtig dolle Angst haben, das sich unser Trainerdebütant was Neues überlegt.

Ich saß gestern insgesamt fünf Stunden im Auto und die Niederlage war mir von vornerein klar, in ihrer klaren Ausprägungsart ärgerte sie mich dennoch maßlos bei der Rückfahrt im Schneeregen. Diese ganze Saison gibt der Verein alles die wenigen Getreuen besonders nachhaltig zu vergraulen, anders kann man den ANTI-Fußball nicht beschreiben und alle Medien - von RS,1848 über Rentsch - beschreiben diese gestrige Niederlage dann auch so desaströs. Nur der Trainer……..drauf geschissen. Vermutlich sagt er gegen HSV, ich hab nochmal nachgedacht, wir waren schlecht.

Einzelkritik ist schwierig, dass Ganvoula kaum am Ball war, Lee seinen Sohn nicht mal als Torwart der gegnerischen Minikicker überlupfen würde - und Tom Weilandt die spielende Krise ist. Und Riemann schaft wieder richtig schlimme Abwürfe und sieht wie der Kartenschiri 9 (!) Gelbe gibt und holt sich dennoch Gelb-Rot ab. Das war gestern nicht mal Waldesrand Linden in Bielefeld, das war Bochum vor dem Armageddon des Abstieges 2020. Die Gefahr ist real und das haben alle im Verein begriffen, aber sie haben, auch das wurde gestern klar, nicht mal den Ansatz einer Idee das zu ändern. Immer auf Decarli zu setzen, ist jedenfalls fußballerischer Selbstmord.

Die 2000 Bochumer vor Ort, die sich ernsthaft diese Scheiße in der Kälte reinziehen mussten, werden ihre Vereinsfunktionäre in der Nacht noch ordentlich verpflucht haben und ich bin so sauer, ich könnte den Laptop anschreien.

Bringt alles nichts, am 17.5.2020 wird abgerechnet und ich fürchte, die Bilanz wird noch weniger freundlich ausfallen als dieses hier. Ihr habt es noch in der Hand, aber im Frühling kann das ganz schnell vorbei sein.

Tom;CB’93

P.S:: Gruß an Volker