Arschlöcher

24. Dezember 2017

Unser Ex-Trainer Verbeek, der in Holland gerade Erfolg mit seinem Team hat, benannte die Leute von Bild-Sport mal so: “Ihr seid doch Arschlöcher!”. Dieses unweihnachtliche Wort mit A……… wird sicher ganz vielen Bochumfans wieder eingefallen sein, als vorgestern sich im Internet die Nachricht verbreitete, dass drei (!!) Aufsichtsräte des VfL im Sommer 2018 zurücktreten werden von ihren Posten. Uns hat diese schlimmer Meldung auf der Weihnachtsfeier im Yamas ereilt. Und wir waren geschockt wie alle anderen auch, das ist ein Erdbeben.

Finanzvorstand Wilken Engelbracht sowie die Aufsichtsräte Matthias Knälmann und Frank Goosen haben mit dieser Nachricht Bochums Fans in Panik versetzt und die Schockwellen durch den Verein, Medien und die Stadt könnten nicht größer sein. Rentsch spricht wie Droll von “Chaos beim VfL”, Villis dementiert. Es riecht nach viel größerem Chaos unter der Oberfläche.  Bei Philipp wird man den Eindruck nicht los, der strebsame Schreiber “einer Schülerzeitung” will immer ganz weit vorne sein mit den schlechten Nachrichten über unseren Verein und der VfL tut ihm freundlicherweise den Gefallen, viel bad news produzieren.

Nach dem letzten Spiel gegen St. Pauli hatte Felix Bastians schon ein Interview bei Radio Bochum genutzt, um seinen persönlichen Wegganggedanken Richtung China Nachdruck zu verleihen. Christian Hochstätter ist aus der Perspektive von Bastians “der Oberarsch”, die Fans sehen nun beide Protagonisten höchst kritisch. Der tolle “Urbochumer” Bastians will nach China, angeblich weil ihn Hochstätter auf einer Pressekonferenz öffentlich demütigte, einem “echten VfL’ler” wie Wilken Engelbracht wird Leverkusen angedichtet. Auch da wird, genau wie in China, mehr Geld gezahlt als in Bochum. Alle beide wollen weg, obwohl sie doch angeblich so ein totales VfL-Herz haben. Bastians würde der Defensive sicher sehr fehlen, Wilken Engelbracht, bester Mann den der VfL je auf dieser Position je hatte, wird dem VfL überall fehlen. Und dass Wilken vor zwei Monaten auf der Aufgliederungsversammlung angebliche Schalker als Ausgliederungsgegner ausmachte, die sich frisch angemeldet hätten, hat im Nachhinein ein besonderes Geschmäckle. Und dann geht auch noch Sympath Frank Goosens, man weiß jetzt nicht genau warum, aber es steht zu vermuten, dass sowohl die anstehende Ausgliederung sowie die Personalie Hochstätter damit zu tun haben könnten. Oder ist er ausgelaugt von Querelen im Verein?

Jetzt ist also wieder die Zeit des Spekulierens gekommen, aber was sollen die Leute, denen der VfL am Herzen liegt auch tun, denn sie wissen ja nicht, was da intern schon alles schiefgelaufen ist. Und das wird eine Menge sein. Von der Verbeekentlassung zu Unzeit, von Atalans komischen Intermezzo abgesehen, ist auch die Personalie Rasiejewski nur als Versuch Hochstätters zu sehen, keinen starken Trainer zuzulassen, damit er weiter fest im aalglatten Sattel sitzt. Damit kommen wir zu einem der Hauptbrandherde: Christian Hochstätter. Der Mann, der in Gladbach bei Namensnennung dazu führen kann, dass einem Prügel angedroht werden, hat - das sei noch mal angemerkt - Peter Neururer wegen “vereinsschädigenden Verhalten” entlassen. Und wie würde er wohl selbst als Außenstehender sein Verhalten nun  deuten? Er, der seinen Sohn gleichen Namens (!) als Teambetreuer zwischen Team und Mannschaft installierte, hatte eine Schimpfkanonade ausgelöst von Felix, der nur der Glückliche heißt, aber wohl nicht ist. Bastians und Hochstätter haben nun ein Verhältnis wie die Sith und die Jediritter und Christian Hochstätter wird so etwas wie der böse, dunkle Lord des VfL. In Plakaten in Hamburg und auf der Mauer hinter der Ost wird längst sein Rücktritt gefordert, die sozialen Netzwerke sind voll mit “Hochstätter raus”-Threads und nach der umstrittenen Ausgliederung gab es viel Kritik an ihm. Es scheint sich nun auch durch den Rücktritt der drei Aufsichtsratsmitglieder eine Situation zuzuspitzen und ich tippe mal, den Sommer 2018 wird Herr Hochstätter bei der Stimmung in der Stadt nicht überleben. Schon sein Hamburgflirt zeigte, in welche Richtung es für ihn gehen könnte, Buhmann 2018 reloaded. In manchem arabischen Land würde man vermutlich eine Verschwörungen von jüdischen Menschen vermuten, aber die Option existiert beim VfL nun nicht und das ist auch gut so.

Also wer ist der Böse? Hochstätter, Engelbracht, Villis, die Spieler?

Die Fanszene war und ist tief gespalten über die Ausgliederungsentscheidung und deren bizarre Beigeräusche und wird sich nun wieder vereinen unter dem Banner “Hochstätter raus!” - sowie Bastians kann auch gleich gehen - und es werden noch mehr folgen (Kruse und Hoogland?) und und und. Leider werden auch einige Fans dem VfL den Rücken zudrehen, einmal sportlich und weil es nicht mehr “ihr VfL ist” und die Lage könnte sportlich wirklich existenzbedrohlich werden. Das hätte ich im Sommer nie vermutet, aber es ist nun so.

Die Ausgliederungsgegner unter den Fans - und die schweigenden Ultras - werden sich nun logischerweise überraschend deutlich bestätigt sehen in ihren Bedenken gegen die Ausgliederung durch Leute, denen man offensichtlich nicht trauen kann und denen man das Wertvollste anvertraut hat, “unseren VfL als Verein”. Das wird nun zum Bumerang und es ging schnell.

War man über die Reaktion der Ausgliederungsgegner zunächst überrascht, so kommt sie einem jetzt fast zu milde vor. Wir 80.20 Prozent haben uns mächtig verarschen lassen.

Man kann gespannt sein, was zum Rückrundenauftakt in vier Wochen gegen Duisburg los sein wird. Das wird ein Spaß.

Mir bleibt nur mal wieder zu hoffen, dass das irgendwie am Ende doch gut ausgeht.

Und noch was, “ihr seid Arschlöcher!”. Das seid ihr. Und das wird schon den Richtigen treffen, irgendwie.

Tom,CB’93

Der Norden liegt uns nicht

19. Dezember 2017

Nach dem desaströsen 3-0 von Kiel und dem mauen 1-0 von Braunschweig verlor der VfL auch gestern auf St. Pauli sein drittes Spiel im Norden mit 2-1. Bochum löschte sein eigenes Strohfeuer nach zwei Siegen mit einer unnötigen Auswärtsniederlage im Montagabendspiel der zweiten Liga. Dabei hatte die Chance bestanden, mit einem Triple an Siegen 2018 noch mal oben anzugreifen, doch das gelang nicht. Bochum verlor etwas unglücklich beim FC St. Pauli. Die Hamburger waren 2017 ein echter Angstgegner für Bochum.

Der VfL in Weiß begann recht stark am Millerntor und Himmelmann musste gegen Kruse bravorös retten. Man sah, warum der St. Pauli Keeper vor Ex-VfL’ler Heerwagen den Vorzug erhalten hatte. Doch auch Ösi Hinterseer machte es nicht nicht besser als Aussie Kruse -  er scheiterte an einem braunen Abwehrbein, weil er nicht sofort schoß. Es fiel leider kein psychologisch wichtiges 0-1 und die stark ersatzgeschwächten Kiezkicker kamen über Kampf nach 15 Minuten besser ins Spiel. Das bedeutet auch, beim “neuen defensivstarken” Bochum schnell die Führung, nach dem Drehbuchbuch “der vfL alles unterm Strich im Griff gehabt bis dato, aber nicht in Führung gegangen, dann schießt der Gegner einmal aufs Tor- Tor”. Nun, das taten die Hamburger, die nach einem Standard das Glück hatten, dass zwei Bochumer zum Kopfball flogen, keiner ihn traf - und Soares ihn unglücklich abprallen ließ. Lasse Sobiech machte dann das 1-0 per Flachschuss. Zack. So kann es gehen im Fußball, manch Bochumer im Gästeblock und vor dem TV ahnte wieder, wie die Sache zu Ende gehen würde.

Denn nun spielten die befreiten Braun-Rot-Weißen auf und Bochum stand mächtig unter Druck und wackelte. Dornebusch konnte sich nun auszeichnen und war wie beim 0-1 nicht eben nur dran, sondern rettete wirklich. Der Wittener ersetze Riemann, hatte gute und schlechte Szenen, er bleibt wohl 2018 die Nummer Zwei. Dass es kaum Entlastung gab in dieser Phase ist typisch für den VfL in dieser Saison, allerdings zeigte sich dann in der 2. Halbzeit, dass Bochum gefestigter ist als noch vor Wochen. Man sieht so langsam die Konturen der Mannschaft, die man eine Hinserie oft vergeblich suchte.

Bochum überstand die Drangphase am Millerntor bis zur Pause, es hätte locker 0-2 stehen können. Unser Weiß kann nicht drauf, wenn die gegnerische Mannschaft zu eng steht, rennt und früh attackiert. Zumindest, wenn bei uns der Schlendrian einreißt, dann fallen wir ab. Das ist auch so ein Muster.

Dann fingen die spielerisch mit Potenzial ausgestatteten Bochumer zwar besser an, dominierten optisch am Ball nach dem Pausentee, doch die über 28.000 sahen wieder nur Kruse und Celozzi beim guten Versuch, was Zählbares sprang aber nicht heraus. Paulis Keeper war auch Zack und uns fehlt der Killer vorne.

Dann war Sam unterirdisch im Zweikampfverhalten - das war nicht das erste Mal bei ihm - verlor das Laufduell, der Ball wurde nach vorne gepasst - und Schneider schloß den Konter von rechts zum 2-0 ab. Zack - aus die Maus, dachten sich da alle Bochumer. Lieder war das ja dann auch so. Pauli hat dem VfL 2017 durch drei Niederlagen viel viel Geld und Nerven gekostet.

Desweiteren spielte weiterhin Bochum in guter Grundordnung, spielstark und schnürte St. Pauli hinten ein, aber den Knipser haben wir 2017 nicht, müssen uns einen backen 2018-2019-2020.  Wie man hört, zieht es nicht nur Terodde, sondern auch Bastians nach Köln, Gerüchteküche. Er bat wohl um Freigabe. Reisende…..;-)

Bochum machte dann doch noch den verdienten Anschlusstreffer und das 2-1 war nur ein Hoffnungsschimmer für Bochum. Sankt Pauli wurde angefeuert, Bochums Block blieb stumm. Nun spielte zwar fast nur Bochum, die 2. Halbzeit machte Hoffnung, dass 2018 besser wird, aber das 2-2 machte Rasiejewskis Elf eben nicht. Das 2-2 wäre psychologisch sehr wichtig gewesen, um gegen MSV und Arminia volles Haus zum Start zu haben.

Aber das Leben ist kein Konjunktiv. Der VfL Bochum verlor gestern 2-1, der VfL ist nun grauer 12. - und Bochum ist eher im Abstiegskampf als im Aufstiegsfieber. Bochum fährt 2018 nicht nach Berlin zum Pokalfinale 2018 und die letzte Tour nach Union Berlin im Mai wird vermutlich kein Aufstiegshalali.

Bochum beendet 2017 mit einem in Teilen uneinigen Team, mit Querelen im Verein, Streit der Fangruppen und sportlich unter den Erwartungen. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft bleibt, die bleibt aber immer.

Ich wünsche Euch eine frohe und friedliche Weihnachtszeit, viele Geschenke und einen guten Rutsch und wenig Streit und Zank.

Wer ihr auch seid, bitte bleibt dem VfL treu. Es ist unser Club.

Tom;CB’93

P.S.: Gruß an die Livecommandanten ToFob, Drohne, Marco M.

Ich will meine Punkte zurück

16. Dezember 2017

Morgen ist der dritte Advent. Die pittoresquen Weihnachtsmärkte glühen ihre gebrannten Mandeln schon seit Wochen durch, der Schnee fiel schon ein wenig - und fällt, die Geschenke sind zT gekauft und Montag geht’s zum Traditionsduell 1910 vs. 1848. Der FC St Pauli Hamburg gegen den VfL Bochum, da reisen sonst immer gut und gerne 2500-3500 Bochumer an die Elbe, um ihren VfL zum Kultspiel begleiten. Doch diesmal, Ende 2017, werden es leider nur ein paar hundert sein, wenn der Neunte beim Fünfzehnten antritt. Das liegt nicht nur daran, dass der VfL schon im Hinspiel unter Atalan seine erwartungsfrohe Anhängerschaft so derbe enttäuschte. Der mit vermeintlichen Topspielern ausgestattete VfL enttäuschte nach der Verbeekdemission die ganze Hinrunde. Ärger, chronische Unkonstanz, dazu eine umstrittene Ausgliederung in eine KGAA mit üblen Nebengeräuschen, der VfL war eine richtige Skandalnudel dieses Jahr und kriegte die mediale Rute.

Das kennt man so nicht von Bochum, es war sehr unschön. Zweitligastars und Sternchen wie Sam, Tesche, Merkel, Eisfeld wurden mit Youngstern wie Palvinidis, Saglam, Leitsch, Janelt, Bandowski, Gündüz, Baak und Bapoh keine funktionierende Einheit. Hochstätter sorgte - wie vor einem Jahr mit HSV-Abwanderungsgerüchten - auch eher für mehr Unruhe und Rasiejewski rotierte und orgelte uns in Paderborn erst mal aus dem DFB-Pokal.

Gegen die Ostwestfalen flogen auch die kleinen Hamburger raus, beide Clubs enttäuschten ihr treuen Fans mitunter und das wird man auch am Montag an der Stimmung im wie immer vollen Millerntor auch irgendwie merken.

St. Pauli ist sicher nicht so peinlich wie der HSV in den letzten 5 Jahren. Das ist aber auch nicht der Maßstab, wo Elbphilharmonie, Hafenstraße, Fischmarkt und Hanseaten zusammenkommen. Braun-Weiß ist immer noch etwas Anders, aber auch dort gelten mittlerweile die knallharten Regeln der Profifußballbranche: hire and fire.

Hielt man nach der katastrophalen Hinrunde 2016/2017 zu Trainer Lienen, spielte man die Beste Rückrunde der Vereinsgeschichte. Im Schatten des Doms gab’s ein 1-1 gegen uns, in Bochum siegte man 1-3 - und Lienen wurde zum technischen Direktor weggelobt. Jansen kam als Coach und trickste Atalan erst mal aus, Bochum verlor ein zweites Mal 2017 gegen den Kiezclub. Wir Bochumer wollen nicht, das Sankt Pauli unser neuer Angstgegner wird. Genau das droht aber, wenn wir übermorgen da wieder verlören, umso mehr als Pauli ersatzgeschwächt ist.

Bochum stabilisierte sich nach dem desaströsen 3-0 in Kiel nicht sofort, aber der Erst-Interims- und nun echter Coach Jens R. stabilisierte die VfL-Abwehr (Fabian ist Bankdrücker und damit Saisonverlierer mit Merkel, Dauerpatient Perthel, Wurtz und Diamantakos) und siegte gegen Union und den Jahr zuletzt, so dass der VfL auf sechs (!) ungeschlagene Spiele nach St Pauli fährt. Und wenn es dort keine Butternudeln gibt….ach lassen wir das.

Also, während der VfL eine leichte Trendwende schaffte, steht die den alternativen Hamburgern noch bevor. Jansen flog raus, Uwe Stöger (Sportvorstand, neu) und der Vorstand ließen den telegenen Lienen in eine TV-Show, wo er kolpotierte, “nichts von der Trainerentlassung” zu wissen und schmierte damit seine oberen Mitstreiter ordentlich an. St. Pauli ist also auch nicht mehr so wirklich anders. Klingt nach abgezockten Profispielchen, fühlt sich schrecklich bekannt an. Bonjour Tristesse.

Den Braun-Weißen Kickern flogen die Bälle beim 0-4 in Fürth und 0-5 in Bielefeld nur so um die Ohren. Spielte man gegen den Trainer? Hat man Probleme im Team wie in Bochum? Ist das Team ein Flickenteppich der egomanen Individualisten? Fakt ist, Bochum, St Pauli und Union Berlin, die selbst ernannten oder getippten Aufstiegsfavoriten, wurden in unterschiedlichen Phasen der Saison ihren eigenen hohen Ansprüchen nicht gerecht. Punkt.

Bochum fehlt andererseits nur ein Sieg auf den 5./6. Platz. Und vieles wäre besser, wenn auch nicht alles in Butter, gewänne man zum Rückrundenstart. Es gab auch in Regensburg Protestplakate gegen CH und es gärt weiter in der Szene. Aber ein Sieg, wie auch immer der zustande kommt, und man kann die Weihnachtsfeier etwas lockerer angehen, die bescheurt-blinkende Weihnachtsmannmütze aufsetzen und von einer besseren Zukunft träumen: Das verbindet Bochum und Hamburg, man träumt von einer besseren Zukunft und lebt von der Hoffnung, irgendwann kommt der Erlöser, der Weihnachtsmann, die Utopie.

Zeit “Träume endlich mal wahr werden zu lassen”, man fühlt sich sonst wie beim BER oder bei der Kölner Nord-Süd-Bahn. Und das will niemand, weder an der Castroper, noch am Millerntor.

Statistische Daten von VfL4u:

Montag, 18.12.17, 20:30 Uhr, Millerntor-Stadion

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Langenhagen, pfiff den VfL zuletzt beim 3:2 gegen Dresden im August)
Assistenten: Markus Häcker (Waren/Müritz), Thomas Stein (Weibersbrunn)
4. Offizieller: Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg)

Hinspiel: VfL - STP 0:1 (28.07.17; Buchtmann)

Voraussichtliche Aufstellungen:
STP: Himmelmann - Buballa, Avevor, Sobiech, Zander - Sobota, Flum, Kalla, Cenk Sahin - Dudziak (Schneider), Allagui
VfL: Dornebusch (Riemann) - Danilo, Bastians, Losilla, Gyamerah, Celozzi - Kruse, Janelt, Stöger, Wurtz (Sam) - Hinterseer

Tom, CB’93

Tip: 1-1. Das logische Ergebnis

Feuerwehrmann Sam

9. Dezember 2017

Da sitzte mal grippal auffa Couch - und Deine Tochter will den Feuerwehrmann Sam sehen. Ker du. Nun Sam kam für Wurtz in der 71. Minute, doch das war nicht das, was sie wirklich wollte. Ob die Bochumer Fans das wollten, kann man nicht sagen. Johannes war bienenfleißig, Sidney bringt mehr Struktur nach vorne, mehr Kopf. Der VfL präsentierte sich nach der bei den Fans umstrittenen Vertragsverlängerung für den bisherigen Interimscoach Jens Rasiejeweski erstaunlich strukturiert in der Domstadt Regensburg. Bochum stand hinten sicher und machte das, was man gegen eine Mannschaft der Stunde macht: hinten drin stehen.

Der Jahn hatte 4 von 5 Spielen gewonnen und begann bärenbstark gegen die Westfalen. Der Rot-Weiße, der per Fallrückzieher fast das 1-0 für Regensburg gemacht hat, wird sich ärgern. Dann wäre das ehemalige Nettoderby sicher anders gelaufen: Aber dann fängt Bochum einen Ball ab, schneller Pass nach vorne auf Kruse. Der Aussie lässt dem Keeper keine Chance und macht das 0-1. Doch der Jahn wirkte nicht geschockt. Im Gegenteil, die Obverpfälzer kamen, rannten und kämpften, aber der VfL Bochum wirkte sicher und souverän im Defensivbereich. Die Domstädter wirkten sehr dominant und waren ständig im Ballbesitz, aber Blau stand wie die Bank von England vor Dornebusch. Einmal gab es keinen Elfer, ein anderes Mal hatte Hinterseer die Riesenchance zum 0-2. Doch das knappe 0-1 hatte Bestand zur Pause, der Pausentee beruhigte mich vor allem auf dem Sofa. Mich hatte das VfL-Feuer wieder. Wir waren Siebter in der Blitztabelle.
Dann kamen die Rot-Weißen aus der Pause, als wollten sie da weiter machen, wo sie aufgehört hatten. Aber sie kamen zu selten in die Abschlusssituation, sie pölten zu oft hoch oder weit. Für das VfL Bochum des Dezember 2017 kein Problem.
Kampf hatte nun auch Bochum vermehrt zu bieten und das reichte. Bochum hatte noch eine Riesendoppelchance über Sam, doch das wurde nix. Der Feuerwehrmann ist wohl nicht nur für meine Tochter der bessere Sam. Aber Regensburgs Kräfte und Ideen froren nun ein, die wenigen Bochumer Gästefans hofften auf den ersten Doppelpack der Saison. Die drei Nikoläuse im Block mussten für diese Blauen nicht den Knecht Ruprecht rufen und ich war wirklich zufrieden mit diesem VfL. Zwei knappe, aber verdiente Siege hieven Bochum nach oben und sorgen nach vielen Enttäuschungen und Rückschlägen 2017 endlich wieder für so etwas wie Resthoffnung.

Bochum klettert auf Rang 8, aber man sollte die letzten beiden Spiele nicht überbewerten, aber auch nicht in die gute alte Herbstdepression zurückfallen. Hochstätter riskiert viel mit Rasi und bis dato hat er mit seiner letzten Patrone Erfolg.

Es war heute eine runde Leistung und mit zwei Siegen klettert man erst mal aus dem Keller und hat aber auch nur 5 Punkte auf den Religationsplatz.

Kämpfer wie Bastians (klärt einmal an den Pfosten!), Soares und Striker Kruse zeigen an, was möglich ist, sollte sich das Team doch noch finden. Wir könnten St Pauli nächste Woche abfucken wir sie uns im August beim 0-1, dann wäre die Tabelle zwar nicht unter dem Weihnachtsbaum, aber zumindest ein warmes Gefühl.

Ähnlich wie meine Tochter beim Feuerwehrmann hat…

Tom; CB’93

P.S.: Gruß an Jonas

walhalla

7. Dezember 2017

Die leicht kitischige Ruhmeshalle von König Ludwig im schönen Regensburg, mit berühmten dt. Persönlichkeiten, hat traditionell wenig mit Fußball zu tun - und wenn, wären dann sicher sehr wenige Bochumer drin, von zeitgenössischen Fußballern ganz zu schweigen. Ob dort ein VfL-Jesus oder der Tankwart jemals eine Chance bekäme, muss ich gegen Duisburg mit dem Kambodschamann mal besprechen.

Überhaupt mit Ruhm bekleckert hat sich in Bochum keiner, auch nicht beim wichtigen 2-1 Sieg über Union Berlin. Wenn wir VfL’ler an der Castroper Straße ein blau-weißes Miniwalhalla hätten, wäre es überschaubar voll und vom aktuellen Kader nicht so viele drin. Nein, am kalten letzten Sonntagmittag glänzte kaum einer von Dornebusch, Losilla über Janelt bis Sam. Im Gegenteil, zwar überzeugten Bastians, Soares und Celozzi, Hinterseer machte das goldene Tor, aber bis auf Stöger spielte kein Blauer ruhmreich oder außergewöhnlich gut. Dieser Ösi namens Stöger war top und nächsten Samstag könnte auf seiner Seite Aussie Kruse dazukommen, dann wäre Bochum auf links top. Und bei der Wuhlheider Union war nach dem schnellen 0-1 so sehr die Luft raus (auch weil Bochum in der 2. Hz kämpfte wie selten!), dass man gleich danach Jens Keller an dieselbe setzte. Das kam überraschend. Bochum hatte vorher drei Teams von unten nicht bezwingen können (FCK, Fürth und Aue), aber hatte zumindest hinten den Laden dicht bekommen. Es klappte gegen ein Topteam aus Köpenick, dem der letzte Wille fehlte. Und den kann man bei uns diese Saison auch oft suchen, zumindest über 90 Minuten. Nun fällt Egoriemann aus, dazu der Mann von Ramona Perhel, aber insgesamt ist der VfL-Laden hinten etwas mehr dicht - und wir hoffen, dass es an der Donau so bleibt. Doch vorne fehlen mit Kruse und einem fitten Diamantakos die zwei, die den Unterschied ausmachen könnten - was den Killerinstinkt in der Box angeht.

Aber die zwei Auswärtsspiele in Regensburg und Hamburg stehen unter dem Stern der chronischen Auswärtsschwäche (nur ein Sieg in Darmstadt!) und dem der Abschiedstour einiger Spieler aus dem VfL-Blähkader. Verlassen könnten den über ambitionierten Kader Leute wie Palvinidis, Tesche, Saglam, Gündüz oder Merkel, um nur ein paar zu nennen. Und wer dann als Trainer käme (Vogel und Kauczinski nicht mehr!), hängt natürlich von den Resultaten bis in 11 Tagen ab. Oder bleibt der Hochstätter Favorit Rasiejejski?

Mit einem Auswärtssieg in der Stadt an der Donau könnte man einen netten Weihnachtsmarktbesuch verbinden und die Hinrunde irgendwie versöhnlich beenden. Dann würde man entspannter nach Hamburg fahren und die VfL-interne Weihnachtsfeier fiele freundlicher aus.

Unter dem Strich ist man von Hamburg über Berlin bis Darmstadt bis nach Bochum enttäuscht nicht in der Rolle von Kiel oder Düsseldorf zu sein. In Bochum war dies diese Saison ein Trainerproblem, denn von Verbeek über Atalan bis zum aktuellen findet der Übungsleiter nicht den Schlüssel zum Herzen der launigen Spieler.

Das sorgt für Wut bei den treuen Fans, den VfL-Mitgliedern und etwas Frieden täte diesem VfL Bochum in der Weihnachtszeit ‘17/18 echt gut.

Bochums Macher täten gut daran, das 2-1 nicht über zu bewerten, dazu den Jahn ernst zu nehmen und sein 0-1 gegen Darmstadt als Warnung zu betrachten. Auch die Mannen von Frings hatten sich mehr erhofft, gegen den formidablen Aufsteiger, der auch ohne Herrlich die 2. Liga aufhorchen lässt. 1860 war nur das erste Promiopfer der Oberpfälzer, die mit neuer Conti-Arena und Nonameteam unter Coach Beierlorzer. Der Jahn kommt und hat ‘nen Lauf. Doch wenn es schneit, Bochum in den ersten 25 Minuten ein Gegentor kriegt, ist die Messe bei uns schnell gelesen (siehe Braunschweig, Bielefeld, Paderborn und und und). Umgekehrt, passt das Team auf, erspielt sich im Laufe der Zeit ein Übergewicht, könnte ein 0-1 wie damals durch Kevin Scheidhauer dem VfL einen guten Rückrunden Abschluß ermöglichen gegen die Händelmeiers. Dann nach Pauli, erneut siegen, 5. werden…..neee, lassen wir den Scheiß….dat wird nix mehr….

Aber bei Jahn Regensburg ist ein Dreier uU drin. Wer nach dem Spiel noch ein Fiege trinken will und kurz nach PASSAU hoppt, gerne in der Zeche 14 bei Maurice Kremers, der Bochums südlichsten Außenposten bewirtet. Die Bochumer Jungen waren wohl schon mal da. Just try…oder versackt in Regensburg kalt und romantisch.

Daten wie immer von VfL4u

Samstag, 09.12.17, 13:00 Uhr, Continental-Arena
Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Letzte Spiele gegen Jahn Regensburg: VfL - JR 0:2 (10.02.13; Djuricin (2)), JR - VfL 0:1 (02.09.12; Scheidhauer), dazu das “Netto-Testspiel” am 23.07.16: JR - VfL 2:2 (Thommy, Grüttner; Eisfeld, Mlapa)

Voraussichtliche Aufstellungen:
JR: Pentke - Nandzik, Knoll, Nachreiner, Saller - Adamyan (George), Lais, Gimber, Stolze - Nietfeld, Grüttner
VfL: Dornebusch - Soares, Bastians, Losilla, Gyamerah, Celozzi - Janelt (Hoogland), Stöger - Kruse (Wurtz), Sam (Wurtz, Eisfeld, Diamantakos) - Hinterseer

Tom,CB’93

P.S.: Gruss an die Commandanten Fobbe und Drohni, die wie einst in Würzburg die Fahne in Bayern hochhalten

Ein Sieg

3. Dezember 2017

Was so ein Sieg alles bewirken kann. Morgens ging überall in Deutschland Schnee runter. Er wurde zu Eisregen, der den Nebel vertrieb und aus den dunklen Wolken kam, ekelig und eisig. Viele der 13.199 werden wie ich gedacht haben, warum bist du nicht in der Stube geblieben, die erste Adventskerze an und Kekse genascht. Dann hätte man Fifa 18 gespielt und die Aufstellung ähnlich experimentell wie der Trainer gewählt. Doch diesmal hatte unser Jens die Nase vor dem anderen Jens. So kann es gehen.

Die Ost wirkte zunächst trist wie in den Achtziger Jahren, dann machte Losilla einen Fehler und Dornebusch sah im Einszueins gegen Polter unglücklich aus: 0-1. Berlin jubelte und das Banner Berliner F—– machte da kurz einen Sinn. Doch die Blauen bemühten sich Fußball zu spielen. Stöger und Celozzi waren top, Kruse fehlte mir. Klar, Wurtz war stehts bemüht, aber der Kambodschamann bemühte sich mich mit “oh Jonny”-Gesängen zu animieren und er spoilerte bei Dirk und mir (und Pascal) Star Wars Acht. Mon Dieux. Aber das Gemecker der Fans wurde weniger, weil das Team so langsam zu Chancen kam, auch vor dem 0-1 hatte man 2. Aber Blau, genauer Stöger nach Vorarbeit von Hinterseer, brauchte ein Rot-Weißen Körper um das 1-1 zu machen. Es fiel in der 40. und war hochverdient: Die Köpenicker waren insgesamt zu passiv, aber Bochum fehlte die Überzeugung nach vier Remis in Serie.

Der VfL machte Druck, manch einer nippte am Glühwein und vom 4. Union kam sehr sehr wenig. Dass die Wuhlheider damit die Chance verstreichen ließen, Nürnberg auf die Pelle zu rücken oder gar Kiel (vermutlich im Winter ohne Anfang), kann man schon als fahrlässig bezeichnen. Bochum seinerseits machte sein bestes Spiel seit ein paar Wochen (Sandhausen/Ingolstadt) und arbeitete gut gegen den Ball. Riemann, Perthel und Co werden dem Team nur helfen, wenn es wie heute die richtige Einstellung an den Tag legt und Spieler wie Celozzi und Sam auf dem Platz füreinander spielen. Sam in der Mitte brauchte Zeit um aufzutauen, fiel in den Meckermodus und wurde von der Ost aufgefpiffen beim Wechsel. Ich finde das empathielos.

Was also sollte nun passieren, wo Bochum gefällig zur Box spielte und da dann den letzten Punch vermissen ließ? Bochum fand eine Traumkombination in der 87. Minute den Hinterseer. Der machte das umjubelte 2-1 und drehte damit ein ganz wichtiges Spiel. Die letzten 7 Minuten hielt man durch und der Rest war erleichterter Jubel, auf Ost, Süd, Nord und West, nur 1000 Berliner waren rot heute, aber nicht glücklich. Der Kambodschamann unterstellte mir noch ein Faible für Lea Organa. Das muss in der Zeit gewesen sein, als Forever Young von Alphaville im Stadion lief 1984 oder so.

So lange ist es nicht her, als ich glücklich nach Hause fuhr aber sicher so 5-6 Wochen. Da kann man Hochstätters lamoyantes Interview, Drolls Kampange und anderes gut ertragen.

Frohen ersten Advent, laßt den Nikolaus fliegen und ganz Harte sind in Regensburg und Pauli.

Der Kambodschmann hat uns fast den Spaß an Star Wars 8 genommen ….

Der Spaß am VfL kam mir heute wieder. Endlich.

Tom;CB’93

Eisig

30. November 2017

Während meine persönliche Stimmung und die vieler VfL-Fans zu Beginn des Julis noch absolut top war, ist sie fünf Monate später im tiefsten Keller und das VfL-Herz in einer alten Eistruhe aufbewahrt und schockgefroren. Der Winter lugt von den Temperaturen her um die Ecke des Ruhrstadions. Bochums Fans sind innerlich total zerrissen und tief gefrustet wie selten und vier Remis in Serie lassen die Abstiegszone nahe kommen. Gewinnt Dresden das Sachsenderby und verliert Bochum Sonntag gegen den als Geheimfavoriten gestarteten Köpenicker Club, ist man auf dem Relegationsplatz (zZ Wehen Wiesbaden). Das wäre der Supergau für den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten VfL, der in den letzten zwei Monaten ganz viel Geschirr zerschlug. Die Namen und Zahlen, die uns Vilis, Engelbracht, Hochstätter auf der JHV 2017 präsentierten sind schon jetzt Schnee von gestern.

Rasiejewski vermisst unterdessen gehobene Stimmung, Automatismen und eine Hierarchie im Team. Also, das ist 16. Spieltag und der dritte Trainer, der offensichtlich versucht die Saisonvorbereitung bis zum Weihnachtsfest auszudehnen. Das ist schrecklich und zerrt an den Nerven der immer noch vielen Fans. Der Name Frontzeck wabert um die Castroper als wäre es der Clown Pennywise und wir die Kinder. Die Stimmung war zuletzt leise und schlecht, die schlimmste Sache ist, dass sich immer mehr Getreue mit Grausen abwenden und viele den plötzlichen Absturz nur noch mit Achselzucken und Sarkasmus registrieren. Bochum taumelt nach unten wie ein angeschlagener Boxer. Dabei wollte man sich mit dem Gegner Union messen, hoffte insgeheim auf ein Finale Furioso und nun ist die Angst, die Wut und die Kälte allgegenwärtig. Dabei könnte man doch gegen die Eisernen die Punkte holen, die man in den letzten Wochen so gerne liegen gelassen hat. Man verliert zu Hause meist nicht und ein Sieg wäre wirklich Balsam zum 1. Advent. Aber diese statistischen Daten machen diesmal nur begrenzt Mut gegen die Wuhlheider. Vor einem Jahr unter Verbeek hätte man 1-1 getippt, aber seitdem zwei Trainerazubis an der Seitenlinie wirk(t)en, wird jede Woche Taktik, Formation und Aufstellung variiert, dass sich die Balken biegen. Und der aktuelle Trainer ist bei einer Heimniederlage gegen U.Berlin nur noch Trainer auf Abruf wie Bosz und Stöger eine Liga höher. Da hilft auch nicht, dass Union unter Keller selbst eine kleine Krise erlebt und nur einen Punkt aus zwei Spielen holte.

Wer also wird ALLE Fans versöhnen 2018? Wer führt im VfL-Team Begeisterung, Struktur, Teamgeist und Mentalität ein? Wer verkörpert den Bochumgeist a’ la Gerland, Ata oder Wosz? Wer holt die Emotionen aus der Gruft? Während die Repuplik über das 4-4 im Revierderby staunte, interessierte Bochums 1-1 in Aue nur eine kleine unbeugsame Schar der Ewiggleichen. Wird Zeit dieser Entwicklung entgegenzutreten…es ist nie zu spät…aber es ist 5 vor 12. Und es ist Zeit, dass der VfL zurückkommt.

Tip: 1-1

Daten von VfL4u:

Sonntag, 03.12.17, 13:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Letzte Spiele gegen Union: VfL - UB 2:1 (06.08.16; Bastians, Weilandt; Kreilach), UB - VfL 2:1 (Polter, Skrzybski; Hoogland)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Dornebusch - Soares, Bastians, Hoogland, Gyamerah, Celozzi - Kruse, Janelt, Stöger, Sam - Hinterseer
UB: Busk - Pedersen, Leistner, Torrejón, Trimmel - Hedlund, Kroos, Hartel, Prömel, Gogia - Polter

Tom;CB’93

P.S.: Wie immer “Freibier bei jedem Wurtztor” ;-)

Das VfL-Würfelspiel im ultravioletten Bereich

26. November 2017

Thomas Kempe sagte vor dem Spiel noch was Nettes. Da sein Sohn nicht spielte, gönnte er seiner alten Liebe, dem VfL, alles Gute. Das war nett gemeint, half aber ganze dreieinhalb Minuten. Von den Namen her hatte Jens Rasiejewski sein stärkstes Team (ohne Eisfeld, Perthel) aufgeboten, aber die Abwehrformation war wieder neu und sie funktionierte nur drei Minuten. Aue nutzte einen Ballverlust der weißen, spielte schnell nach vorne, Tiffert mit dem tödlichen Pass, Fandrich zum 1-0. Es lebe der Sport, dachten sich die Veilchen fendrichesque und Bochums Fans vor dem TV mal wieder bedient. Käse ist das, immer und immer wieder das 0-1 zu kassieren. Aber seit gestern wissen wir, selbst eine 4-0 Führung muss keinen bestand haben. Der Sky-Mod kritisierte die taktischen Umstellungen des Trainers als “zu experimentell”, die 200 Unentwegten im Bochumblock guckten sparsam in die leere Runde.

Aber die Veilchen arbeiten in der Folgezeit zu wenig daran, die VfL-Desorientierung zu nutzen. Sam fand wenig statt, Hinterseer nutzte eine Chance mal wieder nicht, aber der ehemaligen BSG Wismut genügte das schnelle 1-0. Tiffert, Wydra und später Bertram hätten ihre Ex-Kollegen in Verwirrung stürzen können. Das sollte sich rächen, denn Nazarows Robustheit brachte die Auer nicht weiter, sie gab nur Beulen. Die Bochumer fingen nun wieder von vorne an, etwas Fußball zu versuchen und dann irgendwann kam man dem Tor von Old-School-Männel wieder näher. Irgendwann vor der Pause setze sich Janelt nach einem Soarespass durch, lief zur Grundlinie, flankte rein und Bastians stand goldrichtig und machte das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1-1. Endlich war der Torfluch auswärts gebrochen.

Die 7.200 Livezeugen auf dem Ausbaubetonbollwerk-Auer-Sparkassenstadion waren sich beim Pausentee nicht so sicher, ob sie zufrieden sein sollten mit dem Gebotenen. Aue hätte nach dem frühen 1-0 nicht zurückschalten dürfen und Bochum nicht so unsortiert stehen dürfen zu Anfang der Partie. Aber 1-1 war schon gerecht und die 2. Halbzeit begann mit stärkeren Bochumern - Hinterseer vergab einmal, einmal auch auf der Gegenseite Nazarov und später Köpke. Aber insgesamt wurde der VfL stärker, je mehr die Zeit runterlief. Diese Phase wiederum erfuhr keine Steigerung, das Spiel verflachte. Dornebusch kam für den am Knie verletzten Riemann und Wismuts Schlußoffensive war diesmal überschaubar. Das Spiel wirkte da, als seien beide mit dem Remis zufrieden. Und das Gegenteil musste der Fall sein.

Aber insgesamt gönnten sich beide Team Hausmannskost, die zur Schonkost wurde. Und der VfL bleibt mit diesem dritten Remis in Serie 15. und man fragt sich, wohin die Reise geht. faktisch bleibt der VfL im Keller, kämpft gegen unten. Dieses Team hat keine Konstanz, spielt nicht für oder gegen den Trainer, es gleitet in Zeitlupe nach unten.

Und die Moral von der Geschicht, das ist zu wenig zum Leben und Zuviel zum Sterben. Kampf ist da, aber nicht die ganz große Linie. Und nach oben geht nur der Puls der Fans und heute Mittag nicht mehr das.

Traurig.

Tom; CB’93

P.S.: Gruß an Norbert

Im Wiesental

23. November 2017

Der VfL Bochum spielt Sonntag in Aue. Damit ist er bis Weihnachten dreimal auswärts dran (Aue, Regensburg, Pauli) und muss einmal zu Hause gegen “Geheim”favoriten Union Berlin spielen. Diese vier Spiele werden, da braucht man kein Prophet zu sein, nicht leicht. D.h. es steht unverändert “unter Druck, weil gefährdet” vor dem 14. Tabellenplatz des VfL. Erzgebirge Aue ist 11. und hat sich in der Nachtedescoära irgendwie ganz passabel gefangen, ging zuletzt 0-3 unter. daher ist Krise auch bei Lila.

In dieser ausgeglichenen Zweiten Liga darf man nicht so viel auf Statistiken geben, aber Bochum ist nach den müden Remis gegen FCK und Fürth mit seinem probierfreudigen Interimstrainer Jens Rasiejewski nach wie vor drin, im unbunten Abstiegssumpf mit leichter Herbstdepression. Es ist wird nass oder schneit schon, es wird kalt im Erzgebirge und nur wenige Bochumer Fans werden sich auf den 500 km Weg nach Sachsen machen.

Es gab coole und uncoole Touren ins Sparkassen-Erzgebirgsstadion, dazu Niederlagen wie das 6-1 mit orangenem Ball, viele 2-1 und auch ein 1-0 Defeat; man verlor zu oft bei den Veilchen. Und fast immer stand Männel im Tor. Diesmal werden wir Wydra, Bertram und Tiffert wiedersehen als Ex-Bochumer, dazu Köpke und Nazarov auffem Pin. Bochum reist auch in seine eigene Zweitligavergangenheit.

Bei uns Castropern hat sich personalmäßig die Lage etwas entspannt, nur Perthel und Eisfeld sind verletzt, Leitsch mi Zipperlein, Diamantakos und Gündüz kriegen ‘ne Pause und Jens wird uns wieder zeigen, was man auf der Hennes-Weisweiler Akademie alles lernen könnte.

Bis dato fehlt dem VfL 2017, Punkte, Tore, Konstanz und der rote Faden im Team, dazu mannschaftliche Geschlossenheit und daraus resultierend die Sieger-Kämpfer-Mentalität. Beim Trainerwechsel des FCB von Ancelotti nach Heynkes konnte man sehen, was ein Trainer bewirken kann. Nach Verbeek sahen wir Bochumer, was Atalan und Rasiejewski eben nicht bewirkten. Hochstätter ist weder in der Position, noch der Typ, der sich Versagen lange ansieht. Also braucht Jens Punkte.

Ich fürchte, wir werden in Aue nicht wie in Darmstadt unseren zweiten Sieg einfahren, sondern maximal einen Punkt holen. Das gute alte W und der VfL werden Sonntagmittag nach einem Erfolg lechzen und sich ziemlich einen abbrechen. Dazu wird unser Block leer sein, das Wetter käse, schon mal einen ganz lieben Gruss an jeden VfL’ler der da ist.

Am Wochende ist nicht nur der Job des Dortmunder Bosz bedroht, sondern natürlich kann auch unser Coach schnell abgelöst werden, auch wenn Hochstätter das ausschließt und vier Siege fordert vom Team.

Sollten wir verlieren, wird es jedenfalls ganz, ganz kalt an der Castroper. Vielen Menschen mit Blau-Weißer-DNA gefriert schon jetzt das Herz - und das vor dem 1. Advent. Ker Mensch, Jens, reiß das Ruder rum und hau mal mehr Emotionen raus.

VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Fabian (Hoogland), Gyamerah - Celozzi, Losilla ,Janelt, Stöger - Hinterseer (Sam/Wurtz), Kruse

Aue: Männel - Rizzuto - Kalig - Wydra- Rapp - Hertner - Tiffert - Fandrich - Bertram - Nazarov - Köpke

Tip: 1-0

Tom;CB’93

P.S.: Drohni, ich hoffe du hast ‘ne gute Feier in den 46.! ;-) )))

Grausam

18. November 2017

Nach dem 0-0 beim Letzten FCK stolpert sich der VfL Bochum beim 1-1 gegen den Vorletzten Greuther Fürth ordentlich in die übeleste Herbstkrise seit 2013, es war einfach nur grausam heute.

Das Bild für die nur noch 11.000 Livezeugen hatte was von einem 0-1 gegen Waldhof Mannheim in den Achtzigern. 8000 pfeifen frierend durch die Nacht, im Halbhellem sieht man “Löcher aus Beton” in der Ost. Die Farbe Grau legt sich auf die Fanseele. Das machte keinen Spaß wie schon vor 2 Wochen. Mir sagte ein alter Bekannter vor dem Spiel am Fanshop, er wolle sich vom Alltag ablenken. Der VfL tat alles, auf vielen unterschiedlichen Ebenen, um einem das Wochenende zu versauen und den Montag zum Freudentag zu machen, weil man endlich wieder was Sinnvolles tun kann.

Die Greuther Fans waren lauter als die entultrarte Ost, die Spieler des VfL hätten ihren Trainer flüstern hören können: Doch er, der reichlich emotionslose Pep für Arme, würfelte eine Aufstellung zusammen, die nicht jeder verstand. Ok, Perhel, Eisfeld waren verletzt und Stöger gesperrt, aber Sam und Hemmerich garnicht zu bringen, da ist man zwar als Fan kein echter Fachmann, aber man versteht es auch nicht so richtig. Das ist auch mit Celozzis Position so, der Dreierkette und und und.

Fürth in Weiß nutzte eine pennende Abwehr zum 0-1 und führte. Selbst dieser Witz kotzt einen an, wenn man eine solche Leistung geboten kriegt wie wir Zuschauer heuer. Bochum spielte strukturlos gegen einen meist schwachen Gegner, der stets bemüht war. Die Fans schwiegen heute überall, manche mit System, andere nur so und wieder andere, versuchten für sich selbst Spannung aufzubauen, weil es sie von außen nicht genügend gab. Die vielen tiefen Gräben, die es wohl schon immer gab in der Fanszene, werden seit Wochen durch neue ergänzt, flankiert von einer überschätzten Mannschaft, die keine ist - und unter dem dritten (!) Trainer immer schlechter wird.

Nach dem 0-1 durch die Hure Roms, machte Hansi Hinterseer das 1-1 per Standard und sorgte für die einzigen zwei kurzen Highlights des Tages. Ein Tor und ein Punkt, das war wirklich mehr als dieses VfL-Spiel jemals verdient hatte. Man fror, man starte, man schwieg und nippte am Fiege oder am Kaffee. Die 120 Fürther solidarisierten sich dem Ultras auf der West, der Rest der 11.000 schimpfte in sich hinein oder war teilnahmslos bis apathisch.

Bochum hatte auch in der 2. Halbzeit kaum Torchancen, es wirkte wie in den ersten 25 Minuten vieles zufällig und ungeplant im Spielaufbau. Das man mit diesem Antifußball seit 3 Spielen ungeschlagen ist, kann man nur dem Unvermögen der Gegner zuschreiben, nicht einer eignen Leistung, wie es sie unter Verbeek noch gab oder gar unter Neururer.

Hochstätter wollte 15 Punkte aus den letzten 5 Spielen holen und verlor schon mal 2 auf diese Rechnung. Er wird sich mit Engelbracht und Vilis gut beraten müssen, um das schwankende VfL-Schiff über den Winter zu bringen. Es knirscht überall in der zukünftigen KGaA,

Die Situation ist insgesamt sehr, sehr ernst. Nicht nur dass Gündüz nie wusste, wo er hinlaufen musste: Es wurden in Blau aussichtsreichste Chancen vergeben, um das 2-1 zu machen, aber nicht kurz vor dem Tor, nein 2-3 Schritte vorher. Schlimme Fehlpässe, bei denen man sich fragte. ob das noch Profifußball sei. Fast hätte Fürth das 1-2 noch gemacht, aber die schwarze Perle des Ronhof wurde von unserer 21 kurz vor dem 1-2 geblockt. Das war wenigstens Einsatz. Der Super Gau wurde sogar noch verhindert, aber pfeifen taten viele nach 90 Minuten.

Fassen wir zusammen: Bochum kann seit Wochen auf dem Rasen nicht mehr siegen oder schön spielen, jeder neue Trainer ist ein Rückschritt zum Vorgänger, das Team ist falsch zusammengesetzt und ihm fehlt nicht nur die Balance, der Sportdirektor wie ein angeschlagener Boxer, “Wunderkind” Engelbracht hat bei den Ausgliederungsgegnern Vertrauen verspielt, UB; MLPT und der Rest beschuldigen sich gegenseitig, zu spalten, zu beleidigen und alle waren heute still, weil es zur Zeit einfach grausam ist, VfL-Fan zu sein.

Ich fahre zurück nach Köln, nur eine Sekunde denke ich, es könnte schlimmer sein. Und fahre am Stadion von Fortuna Köln vorbei und habe eine Vorahnung. Aber keine Gute.

Nein, ich bin ehrlich, mir hat heute ganz viel gefehlt, die Stimmung in der Ost, die Fahnen, die Gesänge, der Zusammenhalt der Fans, der Spielwitz, der Fight und ein Glaube an ein besseres nächstes Jahr und die Emotion VfL.

Da will man als VfL-Fan fast auf den Arm.

Tom; CB’93

P.S.: Gruss an Michael M., Mata Hari und die Block A’ler