Langweilig

13. August 2017

Am Freitagabend dachte ich noch, och guck mal, der DFB-Pokal lebt noch. Ich mein, BVB Dortmund war viermal hintereinander im Endspiel, davon “gefühlt” dreimal gegen den Rekordpokalsieger FC Bayern München. Manchmal denkt man, kann man gleich als Finale setzen, der Rest ist eh nur Vorspiel. Samstag lief es genauso, keiner der Bundesligisten gab sich eine Blöße; so war es bis Sonntag nichts Besonderes, als unser VfL beim Fünftligisten Nöttingen - starring in Wildpark - ganz schnell 0-2 führte. Saglam per Kopf, da schliefen die Badenser noch, zum 0-1. Dann in der 3. Minute entschied Hinterseer praktisch schon das Match für den Zweitligisten, 600 Bochumer im Block jubelten hinter dem Stoffdreieck.

Hier verpasste es Atalans Mannschaft vor 2700 Livezeugen nachzulegen, Wurtz traf nur Alu anstatt das 0-3 zu machen. In dieser Phase drohte den biederen Amateuren ein Debakel. Aber Bochums Team fehlte auch heute wieder die Konstanz oder wie Hochstätter es formulierte “die Gier nach mehr!” . Die Werte stimmen meist, die spielerische Überlegenheit ist teilweise sichtbar, aber “ein gutes Pferd springt nur so hoch es muss?” Dann ging man mit 0-2 in Pause und vielleicht hatte unsere Elf die Amateure eben unterschätzt, wie es der Profi so gerne macht oder abgeschaltet.

Das 1-2 durch Brenner per Elfer machte die Partie kurz spannend, auch wenn die Nöttinger in der 1. Halbzeit schon 2 Chancen hatten. Das Spiel der Bochumer wurde nicht sofort besser, erst nach einer Zeit schaltete man hoch. Als die Daheimgebliebenen schon wieder vor dem TV haderten, machte Hinterseer das 1-3 - und macht Blau den Garaus. Weiß (mit Trivago) machte auch das 1-4, wieder Hinterseer, der satt ins Tor einschoss. Bochum in Runde zwei.

Das schönste Tor des Tages machten die Amateure per Freistoß (das schönste Tor des Tages machte ein Bonner gegen Hannove r96), Bochum kassierte indes das 2-4, antwortete postwendend mit dem 2-5 durch Duisburg Torschütze Bandowski.

Pflicht erfüllt, die neutralen Fans gähnten in die Pokalrunde vom Sky  - und Atalan hat wieder 7 Tage, um Mechanismen einzuüben, Verletzte zu reintegrieren und Hinterseer sowie Kruse für die Alm scharf zu machen. Isi wird die Zeit brauchen.

Bielefeld flog gegen Düsseldorf raus und Bochum gewann sein erstes Pflichtspiel 2017/2018, nicht mehr und nicht weniger.

Das Losglück möge uns hold sein, 2018 in Berlin gegen Bayern, das wäre doch was.

Tom, CB’93

Die Gesetze des Pokals

12. August 2017

Eine regnerische Woche vor dem Bundesligastart beginnt der ganze (Geld-/Show-)Zirkus mit einem netten “old -school-”DFB-Pokalwochenende, dann mit der 54. Bundesligasaison, dann mit Länderspielen in der Quali (Tsche/Nor). Ich hab noch nicht ganz kapiert, wie SKY, Eurosport, DAZN, Amazon und Co. das ganze vermarktete Spiel sendungstechnisch “unter das Volk” bringen wollen und dabei die mehr oder weniger sympathischen Sponsoren genug öffentliches Interesse serviert kriegen sollen.

Jedenfalls war es schon spannend, was gestern in Kiel, Essen, Karlsruhe und Zwickau (Ersatzort für Koblenz) gesendet wurde, doch überall wurde gegen den Ausrichter des Pokals schallend laut demonstriert. Von “Fick dich DFB” über durchgestrichene DFB-Zeichen und laute “Scheiß DFB”-Rufe wurde in vier Spielen alles gegen die kommerzielle Ausrichtung der Verbandspolitik gegeben.

In der Zweiten Liga hatten die Fans von Sankt Pauli und Bochum gegen die Eröffnungsshow der Zweiten Liga gnadenlos gepfiffen und nun eskaliert der Streit medial zwischen dem Verband, den Ultragruppierungen als Speerspitze und der Springer Mediengruppe verbal vollends.

Recht unspektakulär ist die Situation an der Castroper Straße: Nach dem Remis in Duisburg und der Auftaktheimpleite gegen St. Pauli muss der VfL am Sonntag nach Karlsruhe in den Wildpark, allerdings nicht zum obligatorischen Remis beim KSC, sondern zu den Nöttingern.

Die spielen zZ in der Oberliga und werden einen unangenehmen, aber machbaren Gegner darstellen am Sonntag. Man spielt leider nicht in deren Ort zwischen Karlsruhe und Pforzheim an der A8, aber der fehlende Underdogcharakter des Ortes Wildparkstadion hilft ja eher dem VfL, das Wetter eher den Nöttingern. Dort in Karlsruhe haben Herrlichs Leverkusener (Danke Heiko für 2010!) den Rasen umgepflügt und wir werden da ‘nen Acker vorfinden.

Atalan wird ohne Eisfeld, Diamantakos, Gyamerah, Perthel und Celozzi auskommen müssen, dafür will er B-Keeper Dornebusch mal für Riemann im Pokal eine Chance geben sich zu zeigen.

Nachdem er gegen Pauli das 3-5-2-1 versemmelte und gegen Duisburg das 4-4-2 wählte, hat er nun im DFB-Pokal die Möglichkeit, den Ernstfall bei Arminia zu proben, unter der Maßgabe gegen die biederen Amateure zu gewinnen.

Oberliga, das ist im Westen Marl oder Schalke 2, da müsste der VfL eigentlich in jedem Spiel siegen. Vor allem vorne müssen sich Hinterseer und Kruse einspielen, damit Mlapa und Wurtz endlich mehr zeigen und Gündüz endlich mal seine Birne einschaltet beim Fußballspielen.

Ich erwarte trotz tiefem Boden und magerer Kulisse (600 Bochumer?) einen angagierten VfL, der diese Pflichtaufgabe löst und im Pokal nicht rausfliegt wie letztes Jahr in Baden, bei Astoria Walldorf. Der Trainer ist neu in dieser Liga (im Pokal mit Lotte erfolgreich gewesen!) und braucht Siege, um in Ruhe weiter seine sportlichen Vorstellungen umzusetzen. Da ist der Knackpunkt.

Im September beginnt der Herbst und mit den Spielen gegen Ingolstadt und Darmstadt hat Bochum dann “echte” Nagelproben. Hochstätter hat viele Mirten wie Wydra, Cannouse, Quaschner, Stiepermann - und bald auch Weilandt - abgegeben und muss nun bei der Personalie Trainerwechsel “kurz vor knapp” Erfolg haben. Vergesst kurz Sam, Ismail Atalan hat einen Kader für oben bekommen.

Dazu braucht Isi Glück, Geschick und einen verletzungsunanfälligeren Kader, mit Celozzi, Gyamerah und Perthel sind drei Problembären benannt und bekannt.

Kriegt Atalan die Kurve gegen in Baden, Ostwestfalen und die Dynamos, dann kann der Bochumer Herbst acuh zum Goldenen Herbst werden, aber geträumt haben wir VfL’ler zum Start genug, nun muss das Team liefern.

Wir es: wir siegen 0-4 gegen Nöttingen. Vergesst also Pforzheim (1989) und Walldorf (2016)!

Daten wie immer von VfL4u (DANKE!):

Sonntag, 13.08.17, 15:30 Uhr, Wildparkstadion

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover, pfiff den VfL zuletzt beim 2:2 gegen Fürth im März 2016)
Assistenten: Franz Bokop (Vechta), Daniel Riehl (Bremen)
4. Offizieller: Asmir Osmanagic (Stuttgart)

Bisherige Spiele gegen Nöttingen: Fehlanzeige

Voraussichtliche Aufstellungen:
FCN: Dups - Kern, Brenner, Fuchs, Walter - Bilger, Braun, Schneider (Kolbe), Bitzer - Gür, Schürg (de Santis)
VfL: Dornebusch (Riemann) - Danilo, Bastians, Fabian, Hoogland -  Losilla, Merkel ,Saglam - Bandowski (Stöger/Wurtz/Mlapa), Hinterseer, Kruse

Die verlorene Chance des Alfred Draxler

11. August 2017

Zuerst mal bin ich Leser der Fußballbild. Dann fühle ich mich als ultraaffiner Leser angesprochen, wenn dieses “Fachmagazin” über Ultras schreibt. Dazu ein paar Gedanken: Die neue Kampagne der BILD, Sport Bild und Fußballbild (mit identischen Artikeln) soll eine Serie sein, die über den “Krieg” des in der Szene unbekannten Dortmunder Rappers “MIKI gegen den DFB” berichtet. Bild sieht sich tatsächlich formal als “neutrales” und “fachkompetentes” journalistisches Format. Das zeugt zumindest von gewissem Humor. Noch weniger ”neutral” als Szenefeindbilder Kind oder Rangnick zu sein, schafft das kommerzpopulistische Organ locker, allerdings hapert es brutal an Szenekenntnis, Interesse für die Sache der Fans und journalistischem Ethos, von Empahie wollen wir garnicht reden. Der als von BILD als Beleg verwendete Angriff der Ultras (?) 96 auf Bunleys “friedliche” Fans sollte einen in mehrerlei Hinsicht stutzig machen. Die Burnely SS (”Suicide Squad” - im besten Fall) suggeriert auch dem völlig unbeleckten, arroganten und uninteressierten Schreiberling, hier handelt es sich nicht nur um friedliche Fans (die sich eher nicht in Coseform ”SS” nennen, wenn sie gemeinsam ins Stadion gehen), sondern besser als Bild informierte HSV und 96 Hooligans wollten offensichtlich nicht zum Plausch eine englandweit bekannte Schlägertruppe treffen. Ob die nun da waren und wenn nicht, warum der 96 Angriff erfolgte und was das alles mit Ultras zu tun hat, weiß nur der schreibende Märchenonkel. ich weiß es nicht, das gebe ich zu. Aber das Konglomerat der Unkenntnis nimmt man als Beleg, dass eine Demo von HSV-Ultras in Osnabrück für “Pyro-Ärger” sorgt. Ein Modeblog von mir zur Mailänder Show wäre sicher genauso qualifiziert zu Size Zero oder zum Magerwahn.

Bild tut genau das, über eigene völlige Uninformiertheit in der konkreten Sache hinwegzutäuschen und “die Stimme des Volkes” zu geben. Sie schreiben - wie immer - irgendeinen in sich unlogischen Mist zusammen. Auch hier behaupte ich, hat Bild total in der Sache unrecht. Die fiktive “Stimme des Volkes”, also der statistischen Mehrheit der Fans des Sportes Fußball, findet den Neymartransfer absurd, mag an Dortmund ebenso den AG-Status nicht, wie den windigen Sponsor Gazprom, lehnt Red Bull Vereine ab, findet Pay-TV um 11.00 doof und und und. Die Liste wäre hier wirklich lang und ergiebig. Und das wäre auch so, gäbe es keine Ultras. Dass die Ultras diese Meinungen bündeln, thematisieren und fokussieren, macht sie angreifbar, weil sie das mit Dingen garnieren, die man locker kritisieren kann. Das macht Bild dann auch. Das bekannt schmierige Vorgehen seiner Journalisten verbindet dann Bild mit dem “supergefährlichen Pyro” (Nachweise über Tote fehlen da ebenso wie der Greenpeacelink zu den supernetten Burnleyfans der Burnley SS), mit Bannern, die nicht okay sein sollen oder sind sowie eben mit dem zugegebenermaßen schwarzmartialischen Auftreten der Ultras.

Das Feindbild der Zeitung neben ISIS, RAF und Bushido ist fertig. “Die Ultras” kommen dabei nie zu Wort und haben als homogener Block eine Email geschrieben, die dann zitiert wird. Das ist so glaubhaft, als behaupte man, dass man mir für diesen Artikel den Pulitzerpreis geben wolle, aber es sei mir nur geheim per Email zugespielt worden. Ja nee, ist klar.

Die Pyrostrafen sind als Vertragsstrafen teuer für den jeweiligen Verein (das kann man selbstredend kritisieren), das wird als Beleg angeführt, dass diese Fans sich als “selbstgewählte Elite der Fans” fühlen und dem Verein nur schaden. Stimmung, Choreos und Organisation einer Subkultur wird nicht angesprochen, nicht mal kritisch. Die interne Diskussion in Bochum zur Ausgliederung der ersten Mannschaft als eine KG auf Aktien wird von den Leuten beider Seiten sehr sachlich, friedlich und zielorientiert geführt. Das ist eigentlich, egal wie man da denkt, ein Musterbeispiel wie Demokratie funktioniert, auch und eben mit Ultrabeteiligung. Da interessiert sich BILD null dafür, auch weil u.a. ihr Fachredakteur Joachim Droll in Bochum auch ohne Verbeek unerwünscht ist und weil man sich wirklich in eine Materie einarbeiten müsste. Da ist offensichtlich zu schwierig in der Schwarz-Weiß Welt eines Boulevards, das ausspielen will und möchte.

Der Brief der Ultras ist so klein gedruckt, dass man ihn nicht lesen kann, dafür ist das Bild von Vermummten 50 % der Seite 3. Getreu dem Motto, was Draxler sagt - und vermutlich auch noch demnächst auch Wagner  - ist so inhaltsleer, dass es nicht mal für das alte Feindbild der Achtundsechziger, Springer taugt.

Nein, das überraschende ist, dass man damit Geld verdienen kann. Dagegen ist Neymar unterbezahlt.

Und am Ende, zum xten Mal vertun diese Gazetten die Chance, sich ernsthaft, seriös und fachkompetent zu zeigen, nicht manipulativ, oberflächlich, uninformiert….

Eine verlorene Chance…

Tom;CB’93

Jetzt kann wieder geuunkt werden

5. August 2017

Der VfL Bochum spielte Samstagsmittags beim MSV Duisburg 1-1 - und holte damit den ersten Punkt der Saison mit seinem Standardergebnis der letzten drei Jahre. Verlor man gegen den spielstarken FC St. Pauli noch irgendwo verdient 0-1, so wäre bei dem kleinen Revierderby sicher mehr drin gewesen als “nur” ein Remis. Es machte sich nach vier Wochen ungewohnter VfL-Euphorie etwas Ernüchterung nach dem Schlußpfiff breit, wobei 4000 Bochumer mächtig Stimmung gemacht hatten und den ersten Punkt größtenteils hinter dem Tor in Weiß feierten. Eine Top-Aktion der Ultras, denen nur der Regen übel mitspielte; sie sorgte für einen Impuls in der Bochumer Fanszene. Nein, die treuen Fans auf beiden Seiten, der Ruhrpott-Rahmen, all das stimmte an der Wedau als Rahmen. Kein Zirkus, kein Firlefanz, erdiger Fußball der Duisburger gegen Bochumer in Orange, die wieder die Anfangsphase als aktives Team verpassten. Atalan hatte das System auf 4-4-2 gewechselt, Kruse und Hinterseer gebracht und doch spielten erst mal die lauf- und kampfstarken Meidericher Gruevs vor 23.000 Fans. Das 1-0 fiel per Rechtsschuß nach einem Angriff über rechts (linke Bochumer Abwehrseite) und machte es dem bemühten, aber spielerisch limitierten Zebras leichter - gegen den Papierfavoriten zu bestehen. Zu viele Stockfehler der Castroper im Aufbau, Duisburg lauerte, holte sich die Bälle und versuchte auch nach dem schnellen 1-0 aktiver zu sein, als die Gäste, die immer noch nach der Überzeugung unter dem neuen Trainer suchen. Die VfL’ler liefen gefühlt zu wenig, aber nach den ersten toten Minuten kam die bessere Fußballmannschaft ins Geschäft. Bochum hatte durch Kruse und Hinterseer Chancen, während Wurtz durchhing. Stiepermann nahm den Konkurrenzkampf nicht auf, er wechselt nach England, auch er ist nach dem letzten VfL-Jahr kein Verlust.

Die Sonne kam raus und Bochum hatte die letzte Viertelstunde vor dem Pausentee nicht nur die Strahlen derselben im Herzen, sie fanden sich auch endlich, auch weil Duisburg - als eine Elf der Nobodies - außer Stoppelkamp und Onuegbu - nicht mehr kann als Kämpfen und Rennen; das reichte auch leider 45 Minuten für den aktuellen VfL nach Verbeek und mit Atalan.

Diese Personalie von Hochstätter wird auch irgendwann zu diskutieren sein, aber jetzt braucht der Isi erst mal unsere Geduld und Zuspruch. Er wechselte goldrichtig zur Pause, Bandowski für den megaschlechten Wurtz und der machte schnell das dann verdiente 1-1. Er, der zig Monate verletzte Ex-BVB-Jugendspieler, wurde an der Wedau auf Links der Mann des Spiels. Viele Angriffe kamen nun über links, eben über Jannik - und vom MSV kam nicht mehr viel, wenig bis Garnichts schafften die Wolzes und Schnellhardts. Dabei hatte Ivo Grilic leicht ironisch Bochum zum “haushohen Favoriten” erklärt, nun spielte der VfL überlegen, unterstützt von leidenschaftlichen Anhängern. Aber Eisfeld und Co machten nach vorne zu wenig aus ihrem Potential, am Ende war’s  viel Abschlußungefährlichkeit a’ la Außennetz.

Duisburger Transparente warnten Bochumer Supporter vor der Ausgliederung, aber der VfL Bochum 1848 eV spielte nun endlich sein Potential nach vorne aus. Der MSV hätte sich über einen Rückstand nicht beschweren dürfen, aber der dann noch eingewechselte Mlapa spielte wie Peniel  - der Ball-Dämel - und Duisburg konnte das 1-1 bis zur 92. Minute halten. Am Ende versuchte die Elf mit den Zebrastreifen ihr bescheuertes Plüschmaskotchen sogar noch ganz glücklich zu machen. Auch das klappte nicht. Riemann hatte den Laden seit dem 1-0 aber im Griff, die Viererkette griff, hinten hielt man stand, auch weil vom Heimteam wenig kam. Es gab ein am Ende annäherndes leistungsgerechtes Unentschieden, obwohl der VfL ein viel höheres Potenzial phasenweise andeutete, nicht mehr und nicht weniger. Daher gab’s wohl auch Ernüchterung.

Der erste Punkt, das erste Tor im Derby, trotzdem wartet auf den VfL viel Arbeit. So steigen wir sicher nicht auf und spielen auch nicht oben mit. So nicht. Atalan darf nicht nur der Nette  und der Neue sein, er muss den Profis sein System näherbringen, damit nicht jedes Mal 30 Minuten ins Land gehen, bis Bochum Fußball spielt. In Nöttingen, d.h.  Karlsruhe, in BIelefeld und gegen Dresden braucht der VfL drei Siege, die bei aller Unterschiedlichkeit der Gegner auch drin sein müssten. Aber leider hat Bochum gezeigt, dass es sich bei eben diesen Selbstverständlichkeiten schwer tut. Ob das nun an der Selbsternennung zum Aufstiegskandidaten zu tun hat, mit dem überraschenden Trainerwechsel oder einem überschätzten Potenzial, klärt sich im Laufe der Saison.

Am Ende war man sogar erleichtert, dass der VfL keinen Fehlstart hatte wie die Oberbayern aus Ingolstadt. Bochums Fans sind in der Realität angekommen, gehen aber damit gut um. Die Euphorie war halt eine unbegründete Vorfreude -na und?

Ich fand den Rahmen den Sankt Pauli und Duisburg so, wie ich mir Fu0ball wünsche. Das die fußballerische Leistung zZ hinter den Ansprüchen zurück bleibt, da kann man noch Jammern und Klagen, wenn der Herbst naht.

Die Galopptischen (MSV-Banner!) werden das Ähnlich sehen, heute war ”Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!” und nicht “Hochmut kommt vor dem Fall!”.

Heute muss ich auch mal ein Lob an die Bochumer in Meiderich aussprechen, ihr habt gerockt.

Und in Bielefeld ist vielleicht schon mehr drin.

Tom;CB’93

Gruss: An Kai, Toto sowie Zorni, Moschner und alle die in Duisburg Spaß hatten trotz “Risotto Bottrop auffem Feld”!

Mondbasis Alpha Eins

3. August 2017

Als kleines Kind liebte ich Star Trek, the old series, dazu gab’s einen Sandkuchen, Milch und ich war sehr glücklich. Das Universum war unendlich und simpel zugleich. Da war der VfL Bochum noch unabsteigbar, Gladbach war Bayernjäger und der VfL trug Photo Porst auf: sas Duell bei Duisburg stellte ein Derby unter vielen Derbies im Derbieland-NRW dar. Der Meidericher Spiel Verein war sowas wie die Mondbasis Alpha Eins unter den Bundesligaclubs, der VfL war eher Kampfstern Galaktica - mit der geilen Ollen, die nach heutigen Maßstäben etwas Siebziger aussah. Bochum in Duisburg, zu der Zeit der Schimitatorte hätte man magisch genannt, heute, bzw. übermorgen, ist es eher das, was alle diese Serien sind: Eine coole Erinnerung, deren Update etwas hakt wie Software bei Diesel-PKWs. Duisburg kommt aus Liga Drei, Bochum kommt aus der Regentschaft Verbeek, beide verloren letztes Wochenende, Bochum halbverdient, der MSV durch last-Minute-Death in Dresden.

Ich war total positiv gestimmt, als Atalan für Verbeek kam, auch etwas überrascht ob des Zeitpunktes. Dann waren da vielversprechende Neuverpflichtungen und ich bin gegen meine Art total abgehoben und gut hart aufgeschlagen gegen Pauli. So ist das Leben, so ist Fußball: Atalan hat sich verzockt, Gündüz und Gyamerah hatten Riesenlöcher auf der rechten Seite und braun-weiß wirbelte dort. Das 0-1 war ein Konter und Riemann hatte keine Chance. Dafür nutzte er es, seine Teamkollegen in die Pfanne zu hauen oder Klartext zu reden, je nachdem wie man es hält.

Samstag im Derby sind sicher 4000 Bochumer (”Alle in weiß!”) an der Wedau - und werden gegen euphorische Duisburger Fans dagegenhalten.

Ob Bochum gegen eine tiefstehenden Gegner (?) die richtigen Schlüsse zieht, wird der Samstag zeigen. Auf dem Rasen werden Bochumer wie Gyamerah, Gündüz, vielleicht Celozzi und Diamantakos fehlen, die Scharte gegen Sankt Pauli auszuwetzen.

Duisburg ist nach einer Meisterschaft in der Dritten Liga nun Außenseiter - und die Chancen im Derby sind Fifty-Fifty und man könnnte es sich leicht machen und 1-1 tippen.

Hättet ihr mich Freitag gefragt, ich hätte gesagt, wir gewinnen 0-1. Nun krieg ich irgendwie Panik und hab Angst 2-1 zu verlieren, obwohl der torlose MSV schlagbar scheint.

Aber spielte man so wie anfangs gegen Pauli  - 25 Minuten Schrott - dann wird’s auch gegen überschaubare Duisburger hart. Da haben vier-fünf Leute gar nichts gezeigt, das darf Samstag nicht sein.

Manchmal wäre ich gerne wieder das Kind, das Star Trek schaut und Sandkuchen isst. Da war MSV-VfL Bundesliga und ein Typ wie Neymar hätte in der Halbzeit den Ball 100 Mal hochalten dürfen und nicht 220 Millionen Euro gekostet.

Aber das alles ist 40 Jahre her, die Welt dreht sich weiter und Bochum steht unter einem gewissen Druck, die  VfL Fans nicht schon wieder am Anfang abzufucken.

Beam me up, Isi.

Daten von VfL4u:

Samstag, 06.08.17, 13:00 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht

Die letzten Spiele gegen Duisburg: VfL - MSV 3:0 (01.08.15; Perthel, Bulut, Terodde), MSV - VfL 0:0 (20.12.15)

Voraussichtliche Aufstellungen:
MSV: Flekken - Wolze, Nauber, Bomheuer, Klotz - Oliveira Souza, Schnellhardt, Hajri, Stoppelkamp - Brandstetter (Onuegbu/Iljutcenko), Tashchy
VfL: Riemann - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - Merkel (Fabian/Stiepermann), Eisfeld, Losilla - Hinterseer, Diamantakos, Wurtz (Kruse/Stöger)

Tom;CB’93

Gruss an alle, die das Spiel so verzweifelt erstreamen müssen, wie Frank Goosens es im Kicker beschrieben hat und den Kambodschamann

Leider

29. Juli 2017

Leider spielte der VfL Bochum gestern suboptimal gegen den FC St. Pauli 0-1 vor ausverkauftem Haus. Die Zweitligaaison startete vor 27.300 Zuschauern mit einem Pfeifkonzert gegen die merkwürdige, aber aus meiner Sicht nicht wirklich schlimme Eröffnungsshow des DfB. Die Vereinswappen wurden bespielsweise falsch herum gehalten.

Beide Fanlager waren sich gestern einig, dass die Kommerzialisierung im Profifußball an einem Punkt angekommen íst, an dem man das längst überdrehte Rad nicht weiter drehen sollte. Chaotische Chinareisen der Großclubs, eine Mannschaft aus China in der Südwestliga, irre Ablösesummen, Praktiken von Beratern und absurde Gehälter entfremden die Fans von ihren geliebten Vereinen immer weiter. Dazu gab es Banner gegen die fußballfremde Show und die Diskussion um die Ausgliederung wird beim VfL diese Elemente sicherlich aufgreifen.

Auf dem Rasen fand zunächst nur der FC St. Pauli statt. Die weiß-braun-roten Spieler wirbelten und Bochum bekam beim Profidebüt von Atalan zunächst kein Bein auf die Erde. Fehlpässe, Unsicherheit, die Hamburger kamen zu Großchancen in der Minute 5 (geblockt!), 15 und 37 und der VfL berappelte sich nur mühsam. Dafür sollten sich Bochums Fans von der besten Seite zeigen und den braun-weißen Anhang übertönen. Aber leider stellte sich das auf dem grünen Rasen anders dar. Blau gehemmt, blockiert und mutlos gegen die bunten Kiezkicker.

Möller Daehli konnte im Mittelfeld im Loch vom überraschend aufgestellten Gündüz wirbeln und stellte Bochums rechte Seite oft genug bloss. Der neue, junge Trainer aus Lotte hatte ihn aufgestellt statt Merkel/Saglam, dazu Celozzi im Mittelfeld, Maßnahmen, wo man sagen könnte, dass sie glücklich waren. Diamatakos bekam wie Wurtz kaum vernüftige Bälle und das 0-0 zum Pausentee sollte megaglücklich für den VfL sein, der nur eine Torchance in der 1. Hz hatte.

Der Niederländer wäre für so eine Leistung von der Presse geschalchtet worden. Mal zum fußballkundigen Ex-Coach soviel, er hat dem VfL eine klasse Heimbilanz hinterlassen und gute Trainingsimpulse, das sollte man auch sagen, lieber Philipp Rentsch, Günther Pohl und schmierige Bild.

Aber neue Atalan hielt wohl eine gute Halbzeitansprache, so dass der VfL nun wenigstens die Angriffswut und Spielfreude der Hamburger besser eindämmte. Eisfeld (gestern Chancentod) kam frei vor Himmelmann zum Schuß und vergab in der 50. Minute. Wer weiß, was das bewirkt hätte, eventuell die Hemmungen gelöst, aber hätte hätte Fahradkette. In einer überschaubaren Bochumer Drangphase konterte der Hamburger Stadtteilclub und Buchtmann machte daraus das 0-1. Das war verdient, aber nicht glücklich für den VfL zum Zeitpunkt her.

Zwar kamen mit Merkel und Mlapa neue Impulse, Bochums Fans wurden aber leiser, weil Jansens Team reifer wirkte. Drittbestes Team 2017, sieben Testspiele gewonnen, gestern schlug Hamburger Form das auf dem Papier favorisierte Heimteam des VfL.

Nach dem 0-1 hatte man irgendwie nie den Eindruck, dass Bochum das Blatt wenden könnte, dabei hatte man Chancen, war aber, genau wie Pauli nicht konsequent im Abschluß.

Insgesamt hatte der Auftakt ein gutes Spielniveau, erstickte aber die frische Euphorie nachhaltig. Wie geknickte Tuplen standen die Bochumfans in der Kurve, während Dirk Jura von Slime mit den Paulifans zurecht feiern konnten.

Pauli wird nicht unbedingt aufsteigen und dennoch oben sein, Bochum wird mit Hinterseer und Kruse in der Hinterhand pokern, aber muss sich gegen den MSV (”Alle in weiß!”) sich steigern müssen, sonst wird die “Tschüß-zweite-Liga”-Tour mit unserem Banner zum Bumerang. Darüber konnte ich im A-Block mit netten Menschen vom Kambodschamann über die üblichen Sitznachbarn beim Pilsken philosphieren, aber etwas Frust ist schon da beim harten Aufschlag.

Zumindest ein Remis hätte man gebraucht, damit die gute Stimmung nach den Transfers und neuem Trainer mit gutem Gefühl zu den Westderbies fährt. Gestern hatte Bochum die Köttel inna Buchse, wir waren gestern anders braun-weiß als der FC St. Pauli.

Aber hier mache ich nicht auf “himmelhochjauchzend bis zu zum Tode betrübt”, alles was gestern kaputt gegangen ist, kann repariert werden, gerade punktemäßig. Nur das Gefühl, wenn Bochum sich vor vollem Haus präsentiert, meist verliert, zeigte sich zum Auftakt zum zweiten Mal gegen den Kiezclub brutal vorhersagbar für Unken.

Samstag, auf nach Duisburg, Mund abputzen, gewinnen. Das wäre was.

Tom, CB’93

Bochum: Riemann - Gyamerah, Hoogland, Bastians - Celozzi, Losilla - Gündüz, Soares - Eisfeld - Diamantakos, Wurtz
St. Pauli: Himmelmann - Kalla, Sobiech, Hornschuh, Buballa - Nehrig, Buchtmann - Möller Daehli, Sobota - Allagui, Bouhaddouz

Die Adios 2. Liga-Tour 2018 geht Freitag los

25. Juli 2017

Am Freitag erwartet der VfL Bochum einen Mitfavoriten für oben, den FC St. Pauli, im Vonovia-Ruhrstadion zum offiziellen Zweiligastart als Gastgeber. Ab 20.30 Uhr sind dann respektable Tests gegen Dortmund - oder Bremen (2-1!), Prognosen, Einschätzungen und Vermutungen Makulatur. Ich hab im letzten Elf Freunde Sonderheft mal auf Anraten eines Freundes (”Tipp mal optimistisch!”) getippt, Bochum würde 2. hinter Stuttgart. Zum Glück haben die Jungs von 11 Freunde das nicht gedruckt. Dieses Jahr tippe ich wieder, diesmal mit mehr Überzeugung, dass wir 2. hinter Ingolstadt werden. Wieder nur Hirngespinste eines ewig Hoffenden? Oder echte Intuition? Oder nur der übliche Medienmüll vor einer Saison? Es ist schwer zu sagen, aber ich habe ein paar Ideen, warum wir 2018 wieder Bundesligist sein könnten:

Wir haben mit Terodde, Bulut, Haberer und vorher Gregoritsch nicht unsere Besten vorne verkauft, wir haben mit Kruse, Diamantakos und Hinterseer vom Papier Supertypen geholt für das Unterhaus. Ob das passt, wird man sehen, logisch, das kann keiner vorhersagen. Apropos menschlich, die Medien von Westline, Bild, Kicker und Co. treten ordentlich gegen Verbeek nach, weil er so unverträglich gewesen sein soll. Nun gut, ich habe ihn nie persönlich kennengelernt, was soll ich urteilen. Gehört hat man viel und gehörte zur Garde der verbissenen, hochkompetenten, harten, kalten Fußballfachleute aus den Niederladen. Erhatte ein richtig gutes Jahr, letztes Jahr wurden wir 10., nicht 2.

Das lag an einer Verletzungsseuche, die fehlende Konstanz bedeutete. Das lag an fehlenden Stürmern (Mlapa und Wurtz trafen nur phasenweise und haben nun Konkurrenz), das lag an den Dauerfehlenden Perthel und Celozzi und und und.

Nun ist Soares da, bis Perthel zurückkommt oder für ihn, da vorne kämpfen Hinterseer, Mlapa und Kruse um einen Platz neben unserem neuen griechischen Hottie.

Gegen Dortmund konnte man sehen, wie weit Soares, Diamantakos uns helfen könnten, oben anzugreifen. Riemann, Bastians (Capitano), Hoogland, Losilla und Eisfeld sowie eben der Rohdiamant bilden das starke Gerüst.

Hinten bleibt man stabil und eingespielt, auch wenn Fabian kein Platz hat, wenn Gyamerah, Hoogland und Basti die Dreiekette im 3-5-2 des neuen Coaches bilden. Ismail Atalan aus Lotte will Kommunikator sein, nicht der Brummer aus NL. Die Fußballphilosophie soll ähnlich sein, von Verbeek geschaffene Strukturen sollte man beibehalten, den Ton auf PKs nicht.

Nun sind die Ausreden der Spieler und Medienschar weg, nun könnte was neues entstehen wie einst in Darmstadt und Braunschweig.

Aber exakt das werden sich die Hamburger Gäste auch sagen. Nachdem sie ihren Peter Neururer (oder Friedhelm Funkel) auf die Sportdirektorpostion geschoben haben (ich schreibe nicht “entsorgt”!), kann Olaf Jansen moderne Ideen jenseits der Achtziger und Neunziger Jahre entwickeln.

Gegen Werder klappte das richtig gut, 2-1 am Millerntor vor 21.000 siegte Braun-Weiß und in St. Pauli verweist man zurecht daraufhin, dass man 2017 hinter VfB und H96 der beste Zweitligist war. Da will man nun mit Allagui und (!) Bouhaddouz im Sturm wuppen, was 2016/2017 misslang. Wie Nürnberg und Bochum musste man nach dem verpassten Aufstieg 2016 viel verkaufen und spielte am Ende kaum eine Rolle im oberen Drittel.

Das soll nun bei beiden Clubs anders werden und das es so kommt, scheint nicht unwahrscheinlich.

Bochum wird Freitag um die 26.000 Fans erwarten, sicher über 5.000 fröhliche Kiezfans, die Stimmung wird neugierig bis feuchtfröhlich sein und beide Mannschaften wissen, welch anspruchsvolle Aufgabe sie erwartet.

Der “Kulturwechsel” in Bochum ist ein Stimmungsumschwung, aber auch er ist nur nachhaltig, wenn der Erfolg gegen Hamburg, Duisburg, Bielefeld und Dresden folgt, mit, sagen wir mal 9 von 12 Punkten erfolgt. Sonst heißt es schnell, netter Typ, der Coach, aber nicht hart ne genug für diese Bande.

Aber das glaube ich nicht. Ich glaube, Freitag kommt vor einem fast ausverkauften Haus durch die diesmal anwesenden Ultras richtig Stimmung auf, Paulis Kurve ist voll und darf einmal jubeln, wir zweimal.

Es wird richtig laut, es wird spannend und wir siegen 2-1. Eisfeld und Soares treffen, bei Hamburg Allagui und Bochum nutzt die gute Stimmung vom Start und platziert sich oben.

Dann brauchen wir noch Glück, wenig Verletzte und das Momentum, um tatsächlich Adios 2. Liga sagen zu können. Nix gegen St. Pauli, aber ich würde auch mal gerne wieder mit HSV, Werder, Bayern und Frankfurt die Klingen kreuzen.

VfL Bochum: Riemann; Gyamerah (70. Bandowski), Hoogland (46. Fabian), Bastians; Celozzi (70. Canouse), Losilla (70. Weilandt), Merkel (40. Gündüz), Soares (46. Stöger); Mlapa, Saglam, Diamantakos (70. Stiepermann).

Tom;CB’93

P.S.: Freitag ab 18.30 Uhr in der Burg, damit die im Urlaub sind, sich ärgern

So, ihr Biester, kann losgehen

23. Juli 2017

Endlich geht das Theater wieder los rund um das runde Leder. Also man soll ein Testspiel nie überbewerten, so auch das 2-2 gegen den POkalsieger aus Dortmund nicht, aber der VfL Bochum ist auf jeden Fall gerüstet für den Zweitligastart gegen Pauli, MSV und Arminia, nicht mehr und nicht weniger. Und dieses Team hat Potenzial. Und die Bochumer haben seit gestern Bock drauf, auf ihre Neuen um Kruse, Diamantakos, Hinterseer und Soares. Gerade der Typ war gestern echt gallig.

Der BVB begann mit einer besseren B-Truppe um Pulisic, Castro, Toprak iund Bürki recht überschaubar nach dem Sommerregenguß und die 13.000 Bochumer unter den 24.000 Zuschauern sahen einen aktiven VfL in Blau. Auch der Nachbar aus dem Osten hatte Chancen, um Riemann zu fordern, doch Bochums neuer Brasilianer mit der Drei hatte die erste große Chance des Spiels und zog knapp rechts vorbei. Schade.

Der neue griechische VfL-Diamant strahlte und bereitete das 1-0 durch Celozzi traumhaft vor. Der vorher laue Sommerkick nahm nun etwas Fahrt auf, beide Teams deuteten an, was ein Derby bedeuten könnte, wenn es um Punkte ginge. Dennoch war es nur ein Test.

Und das 1-0 zur Pause von Bochum wurde uns im Block A mit einer neuen Pissrinne versüsst. Mit Lars konnte man über dämliche Dortmunder lästern, mit Regenschirm und topmodischen Outfit. Solche Abende enden eigentlich immer in der Postkutsche, Sie enden leider auch immer irgendwann, diesmal wurde es auf dem Rasen ein 2-2. Und ich endete in der Hopfendolde oder so.

Bochum machte das tolle 2-0 durch Losilla und hätte auch noch das 3-0 machen können, spielte das aber nicht konsequent zu Ende, das muss noch besser werden, vor allem Stiepermann muss besser werden. Aber dafür haben wir an der Castroper das, was man einen neuen Besen nennt, Herrn Atalan.

Ich weiß nicht, ob einem Chinesen aufgefallen ist, dass Dortmunds Bocz seine zwei Besten noch bis zur 74. Minute schonte, aber dann machte der Holländer auf der Borussenbank ernst und brachte mit Abumeyang und Dembele zwei absolute CL-taugliche Sahnekicker und nun konnte die vorher müden Schwarz-Gelben endlich mal zeigen, wie man Leipzig und München jagen will. Vorher brauchte man da Fantasie oder eine schwarz-gelbe Brille.

Dass 2-1 und 2-2 fiel kurz hintereinander durch Castro und Pulisic und war etwas schmeichelhaft für die lauwarmen Dortmunder, das würde selbst Adi Schwatzke zugeben müssen.

Ja, das Ganze endete schiedlich, friedlich 2-2 und mich enttäuschten am meisten Mor, Schürle und Götze, dem ich allerdings für sein 1-0 gegen Argentinien kein schlechtes Wort aus Respekt hinterherwerfen möchte.

So, nun wissen wir, mit Hinterseer und Kruse haben wir Joker in der Hinterhand, um Zettelewald und Jansen nächste Woche zu verwirren. Könnte klappen, Braun-Weiß zu ärgern und zu schlagen.

Und wir Bochumer haben nach hohen Siegen gegen Wattsche, Jena und Erfurt, wieder einen Arbeitsmaßstab, um sich nächste Woche abzuarbeiten an der Zweiten Liga.

Und ihr Feierbiester in Bochum, ich freu mich sehr drauf. Ich weiß, uuviel Euphorie kann manchmal lähmen, aber ich hab irgendwie ein verdammt gutes Gefühl, dass wir dieses Jahr nicht nur gut am Glas sind, sondern auch auf dem Rasen und Zweiter werden.

Zweiter werden??? Warum nicht - und hey, wenn jemand keine Träumer unter den Fans hat, dann wir VfL’ler. Aber etwas breite Brust können wir haben, wenn Dortmund seine beste Elf braucht, um unseren Riemann zu bezwingen.

Der Sommerabend endete gut.

VfL Bochum: Riemann; Gyamerah (70. Bandowski), Hoogland (46. Fabian), Bastians; Celozzi (70. Canouse), Losilla (70. Weilandt), Merkel (40. Gündüz), Soares (46. Stöger); Mlapa, Saglam, Diamantakos (70. Stiepermann).

Borussia Dortmund: Bürki (46. Reimann); Passlack (74. Piszczek), Toprak (74. Sokratis), Zagadou (74. Subotic, Durm (60. Bartra); Götze (46. Castro), Rode (74. Sahin), Schürrle; Mor (74. Dembele), Isak (74. Aubameyang), Pulisic.

Tom;CB’93

Grüsse an die Vetranen vonna City, vor allem Bennscheid, Rapha und Co. You will never walk alone.

out

11. Juli 2017

Man kann immer sagen, ich hab’s ja geahnt. Ich heute nicht. Oder man kann es vorhersagen, so wie den nächsten dummen Kommentar von Verbeeks Vorgänger Neururer. Ich hab heute nichts geahnt. War ganz entspannt in den Tag gesurft. Ich hab auch nichts konkret kommen sehen, in dem Sinne, dass ich geahnt habe, es passiert bald. Out, er geht.

Klar, irgendwann würde die Zeit des knorrigen Mannes in Bochum zu Ende sein, seine Tochter läßt ihn vermutlich nur halb weinen, er geht in seine Elternzeit. Ihn erwischt es kurioserweise nach einem Festival, was Bochum-Total heißt. Kein Bochum mehr, nie mehr. Rasiert von Christian H., wie einst Pedda, weil er im Trainingslager einen Journalisten rauschmeißen ließ - oder was da nun genau passiert ist oder sein soll. Er ist entlassen worden und das lag nicht an einer sportlichen Krise.

Es war eine Reihe von Streits des Holländers mit der Journallie von Bild über Rentsch bis zum Ex-B-Jugendtrainer und anderen Menschen, die irgendwann das Maß voll machten für den Hochstätter. Der Manager hielt lange die Hand über den Blockhausbauer.

Man musste fast befürchten, dass er bei der Abstimmung zur Ausgliederung aus der eV, Leute einfach beschimpfen würde.

Zumindest aber traute man ihm den Turnover an der Castroper nicht mehr zu, 2018 wieder hochzugehen und damit den Wert des Vereins zu erhöhen.

Er, der sportlich stagnierte, sollte keine zweite, dritte Chance mehr bekommen, weil er in der Summe zu viele Leute vergrätzt hatte. Der kantige Typ kannte kaum Kompromisse und verletzte einen entscheidenden Punkt der eigenen Philosophie: Zuerst kommt der Verein. Zuerst kam zu oft sein Zorn. Also heißt das, dass man nicht Droll, Rentsch und Co zu “personae non gratae” ernennen kann, was auch immer man von deren Arbeit hält? Vermutlich ja, die Presse braucht ein Club wie der VfL.

Nun, wie Van Gaal ist der knallharte Holländer Verbeek absoluter Fußball- (Sport-) Fachmann, dem es schwerfällt, mit anderen Menschen empathisch zusammenzuarbeiten, die ja nicht dieselbe Philosophie haben wie er/sie selbst. Und dann gewinnst du ein paar Testspiele nicht, die Mannschaft mault: “uh ist das hart” (normal!) und Mr Knallhart darf nach fast 2 Jahren gehen. Das kennt er, obwohl er kein Feuerwehrmann ist. Man will ihn nur als Trainer auf Zeit, alles andere wäre zu stressig.

Der neue Trainer kommt von Lotte - und der Mini-Shooting Star soll unser neuer Tedesco oder Nagelsmann werden, aber der Zeitpunkt scheint gewagt. Mitten in der Vorbereitung kommt jemand, der ein unbeschriebenes Blatt ist.

Mein zartes Pflänzchen Aufstiegseuphorie ist geplatzt und der Neue, das kann, muss aber nicht gutgehen.

Nun ist es so, Neustart in Wattsche, Test gegen BVB und ein attraktiver, aber schwieriger Start gegen Pauli, MSV und Bielefeld machen es wirklich spannend für den Kurden.

Ob man dem Zauberer von Jubega irgendwann hinterhertrauern wird, scheint fraglich. Er, der Mann der klaren Worte kam gut an im Pott, aber er mochte viele Menschen nicht. Und wer Charaktere sucht, der sollte nicht im Profifußball agieren, wie die Axt im Walde, da nutzt alle Trainingslehre nichts.

Er würde jetzt sicher sagen, “Was bist du für ein Arschloch?”

Nun ist er out.

Auch schade, aber wohl unvermeidlich.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an Calle, Dein Zacher war Sa BOMBE! Habe ich mit zwei Leuten im Intershop diskutiert? ;-) )))

Ihr habt die Wahl

9. Juli 2017

Das schwierige an Demokratie ist, man sollte sich ständig (;-))) entscheiden, auch wenn man keine Ahnung hat. Kenn ich vom Wählen bei mir. Ihr kennt das allgemein, ihr hört, das ist wichtig - ”Geh wählen, das ist Deine Pflicht!”: Und man will doch nur die Couch und ein nettes Leben. Bei Politik sind viele - oder besser - meinen viele, Ahnung zu haben und  wählen dann. Dann wird in den USA ein gefährlicher Clown wie Trump gewählt und der Rest der zivilisierten Welt fragt sich, wie konnte das nur passieren?

Wählen ist wichtig und macht eben doch den Unterschied, auch wenn der Einzelne sich oft zurecht machtlos vorkommt. Also sagt man  - geht bitte bitte wählen. Ich sage Euch, liebe Mitglieder des VfL, geht zur JHV und wählt. Aber ehrlich, manch einer weiß immer noch nicht, was er wählen soll - pro oder contra. Denn, die Fußballromantiker sind dagegen, die Realisten dafür, aber alle Mitglieder lieben - und das ist mal keine Platitüde - ihren Club, unseren VfL. Das eint ja alle, trotzdem werden wir eine Wahl treffen müssen, die uns am Ende trennt.

Für den VfL Bochum steht also eine eminent wichtige Entscheidung über eine mögliche Ausgliederung an. Und ich persönlich, Mitglied 4800 irgendwas, habe meine Wahl getroffen Aber ich werde sie euch nicht mitteilen! Feige? Etwas. Aber nein, aber ich will Euch Unentschlossenen das nicht abnehmen! Warum? Ihr seid genauso kompetent  - oder eben nicht - zu entscheiden wie ich. In Stuttgart beispielsweise hat man einen cleveren Wahlkampf gemacht, nach dem Aufstieg, für jeden Member gab’s ein Trikot gratis, dann votierten 85 % pro Ausgliederung. Gut, der kommende Investor, der Herr Daimler,  ist kein Chinese, kein Russe, kein Ismanik, nicht mal ein Hopp, Kind oder Finke. 1860 - oder Aachen mit Kölmel - sind warnende negative Beispiele, wie es schiefgehen kann, sich einen Schwachkopf ins Boot zu holen. Aber dann kommt der VfL sehr sachlich daher, informiert die Basis, Goosens und Volpers als Männer des Volkes, verkaufen das Produkt Ausgliederung sehr gut. Auch der Wilken ist ein Topseller was die Ausgliederung angeht. Auf der anderen Seite sind die Gegner der Ausgliederung. Da wird oft - seien wir mal ehrlich - sehr viel Idealismus gepredigt. Den geliebten Verein, also Anteile davon, verkaufen, das ist ja auch nicht groovy. Und das hört sich scheiße an, klar, 25 % weg - für 30 Silberlinge? Gerne kann die Antiausgliederungsini noch mal ihre Argumente nennen, gerne auch der Herzensserein. Es hilft mir nicht - und es hilft sicher euch nur wenig. Denn die letzte Entscheidung ist eine gefühlsmäßige und das ist dann eben immer, egal wie es ausfällt, eine irrationale Wahl. Das heißt nicht, dass der VfL-Fan ein Schalker ist, aber auch eher ist nach innen gekehrt emotional. Klar, ich kann locker schreiben, wie sehr ich die Dortmunder AG oder Schalker Putinarschkriecherei doof finde, aber diese letzte Entscheidung ist dann eben auch emotional vermintes Gebiet.

Daher werde ich Mittwoch nach Wattenscheid fahren und mich dann fragen, wie wird das im November, stellen wir den VfL auf eine Basis, wo er um den Aufstieg mitspielen kann - oder fahren wir die ideelle Romantikschiene - oder machen wir gar beides?

Das Leben halt nicht leicht, wo man sich entscheiden muss.

Gerrit S., der Fotograph, hat geschrieben, “er sei dagegen, weil er sei Fußballromantiker”. Naja, Romantiker werden Männer gerne, die ficken wollen, aber wie ehrlich ist das wirklich? Ich will niemanden, der Fan unseres Clubs ist, unterstellen, er habe andere Motive als die Vereinsliebe. Aber ich muss nix verkaufen, daher sag ich mal, nur Romantiker sein, ist mir zu wenig. Bin ich auch, wenn…. ach lassen wir das.

Old School, gegen den Kommerz, gegen den modernen Fußball, gut und schön, aber ich will auch wieder irgendwann Erste Liga, mit dem ganzen Kackkomerz, den das mit sich bringt. Meckern wir nicht auch wenn das von Romantik geführte Team keine Tore schießt?

Die Gegenfrage sei aber auch erlaubt, ob vermeintliche vier Mios pro Jahr im Personaletat das garantieren? Ich weiß es schlicht nicht, ihr sicher auch nicht. Klar ist, das erhöht kurzfristig die Möglichkeiten  -  und der Raubtierkapitalist aus China oder Indien ist dann am Ende eher ein lokaler Geldgeber, was es, rational gesehen, nicht besser macht. Wer Geld gibt, will was dafür. Sei es Anerkennung, sei es Rendite. Wer Geld nimmt, wird was dafür geben müssen.

Klar, das gesellschaftlich gesehen links wählende Menschen eher gegen die Ausgliederung sind, wobei FDP-Wähler eher dazu neigen, zu sagen, wo soll ich unterschreiben, um die Kohle zu kriegen. So ist das eben.

Ihr seht, es ist nicht einfach. Diesmal haben sogar Leute versucht, meine Meinung zu beeinflussen. Auch das ist legitim, das ist Demokratie und wer sagt, mich interessiert nur der Start gegen Pauli, der ist auf der falschen Fährte.

Es kommt auf jeden von Euch an, werdet Mitglieder, geht zur JHV und wählt dann. Und dann akzeptieren wir das Ergebnis, auch wenn Wahlen nicht immer den großen Verstand widerspiegeln, aber sie durch Passivität zu entwerten, wäre der einzige echte Frevel.

Wir sehen uns gegen old Watsche Power und die Dortmunder AG

Früher war eh alles besser, weil an sich an den ganzen Mist nicht erinnert.

Tom, CB’93