Hui Buh

12. März 2020

Im Jahr 1399: Ritter Balduin flunkert beim Kartenspiel und fliegt auf. Als sein Gegner ihn gerade erstechen will, schlägt ein Blitz ein und Balduin verwandelt sich in das Gespenst Hui Buh. Seither lebt und spukt er - als inzwischen einziges behördlich zugelassenes - Schlossgespenst im Schloss Burgeck. 500 Jahre lang hat er seine Ruhe.

Bei uns spukt es nicht, das Ruhrstadion ist ja erst 40 Jahre alt, keine 500 Jahre - außer die Toiletten. Es spukt nicht mal auf Burg Blankenstein. Doch in Bochum haben wir nun am Samstag ein Geisterspiel gegen Heidenheim, der gesamte Spieltag hat was von der Hui Buh Hörspielkassette der Achtziger Jahre - leicht gruselig. Aber man muss es jetzt so nehmen, wie es kommt. Erst die Auseinandersetzung mit Herr H., nun Corona, der Abstiegskampf, in dem der VfL steckt, wird auseinandergewirbelt.

Der VfL muss am Samstag gegen Heidenheim teilweise auf die Einnahmen und die verbale Unterstützung der 15.000 Fans verzichten und es wäre mal wieder ein Heimspiel an einem Samstag gewesen, das erste seit November. Das ist schade. Seit Dezember hat man nicht mehr im Ruhrstadion gewonnen, das muss Samstag nun ohne Publikum erfolgen. Auch das wäre mit den Fans in der Ost und anderswo schwer geworden und es wird nun nicht leichter durch den Publikumsausschluss, den letztendlich das Gesundheitsamt anordnet. Und nun müssen Reis, Sesi und Co versuchen das Beste draus zu machen.

Die Bochumer müssen den Bock umstoßen und Samstag gewinnen. Gegen den vierten der Tabelle, das Team von Frank Schmidt wird das schwer genug. Und dazu ist Kleindienst so gut in Form, dass er immer trifft, gefühlt. Auf den müssen Lampo und Leitsch gut achten oder eben Decarli, je nachdem wen Thomas Reis aufstellt in der IV. Das wird wichtig gegen die starken Würtemberger.

Die Geisterkulisse bewirkt, dass man die Commandos der Spieler und Trainer zu hören sind, das Ganze ist ja ungewohnt, fühlt sich an wie ein Testspiel ohne Zuschauer oder wie was im Trainingslager. Das ist natürlich vor der Bedeutung für den VfL gefährlich. Man ist zwar dreimal ungeschlagen, hat aber zweimal remis gespielt, ein drittes Remis oder eine Heimniederlage würde das Team in eine gefährliche Situation bringen.

Also müssen Reis und Butscher die Mannschaft so vorbereiten, dass sie gegen einen konterstarken Gegner ohne Unterstützung die Ruhe bewahren und die Handbremse in der Offensive schnell lösen. Durch Corona oder Fanproteste verschwinden die Probleme des VfL nicht, außer die Saison würde abgebrochen, was zZ noch in den Sternen steht. Das schnelle Umschalten, die Kosntanz und das Angriffsspiel ziehen sich als Defizite wie ein roter Faden durch die Saison.

Wenn man das in einem Spiel hinten perfekt macht, dann holt man ein 0-0 gegen Darmstadt. Wenn man das vorne ganz gut macht und nach hinten pennt, holt man ein 4-4 wie gegen SVS. Thomas Reis kriegt das seit 7 Monaten zwar hinten Einstellung und Defensive zu mobilisieren, nach vorne bleibt sein Plan vage, Tom, Silvere, Thomas und Simon sind selten konstant gut. Gibt es Probleme im Team, fehlt der Plan, stimmt es zwischen Co und Trainer, dass alles sind die Fragen, die wir uns für Samstag stellen.

Heidenheim muss siegen, um nach oben zu kommen und das werden sie in Bochum anstreben, Reis sagt dann gerne auf der PK, wir wollen nichts ins offene Messer rennen. Die drei Sechser werden - gegen meine Überzeugung - ein Wort gegen die Ostalbler sprechen. Aber diesmal schauen die Leute ja über Sky zu und holen hoffentlich nicht ihr Eintrittsgeld zurück, ein Loch von 500.000 pro Heimspiel droht.

Daher hier in eigener Sache:
Der Fan Club Commando Bochum 1993 schließt sich dem Aufruf von Verein und vieler VfL- Fans an, wünscht sich weder Rückerstattung für das Spiel gegen Heidenheim (ca. 22 Dauerkartentix haben wir) noch eventuell für weitere Geisterspieltickets in Zukunft 2020.

Einige von uns werden noch weitere -sogenannte einzelne - Geistertickets erwerben und wir alle hoffen, dass der VfL finanziell und sportlich durch die schwierigen Monate bis Mai 20 kommt.

Alles für den Verein, wir bleiben drin

CB’93

Mein Tip für Samstag:

Die ungewöhnliche Situation, tippe ich, schadet eher dem kampfbetonten Spiel des VfL, das sich ja aus der Anfeuerung speisst, als dem fitten FCH. Daher befürchte ich eine 1-2 und Kleindienst schlägt zu, bei uns Silvere. Leider verlieren wir dieses pro forma Heimspiel.

Daten von VfL4u:
Samstag, 14.03.20, 13:00 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichteransetzung wird nachgereicht, Hauptsache nicht Pfeiffer aus Hameln ;-) )))

Hinspiel: FCH - VfL 2:3 (06.10.19; Leipertz, Schimmer; Zoller, Blum, Ganvoula)

Bilanz: Gesamt 6-2-4, Heim 3-1-1

Voraussichtlicher Cast:
VfL: Riemann - Gamboa, Lampropoulos, Leitsch, Danilo - Tesche - Losilla, Janelt - Osei-Tutu, Ganvoula, Zoller (Blum)
FCH: Müller - Busch, Mainka, Beermann, Föhrenbach - Dorsch - Schnatterer (Leipertz), Griesbeck, Kerschbaumer (Theuerkauf), Mohr - Kleindienst

Die Renaissance des Dixi-Klos

7. März 2020

Darmstadts Merck-Stadion ist zur Zeit eine Baustelle und als Gästefan ist man im Block X1 oder X2 untergebracht und hat eine echt lange Fußstrecke zum Ziel. Zum Gästeblock muss man vom Parkplatz Uni Campus Lichtfeld (heute PKWs/6 Busse) lange laufen und war dann mit 1200 Glaubensbrüdern im Chor vereint. Die Stimmung war jut heute. Bochum macht auswärts wieder extrem Bock - seit ich in Bielefeld einen persönlichen Tiefpunkt hatte. 0-0 klingt zwar immer doof, war es aber nicht. Das Remis ging ok und so bleibt D98 10 Spiele ungeschlagen, die Bochumer immerhin 3 Auswärtsspiele in Serie. Der VfL hatte vor 15.000 Zuschauern im Blechpalast Merck-Böllenfalltor nur 2 Minuten zu überstehen, um sich zu sammeln und stand dann 90 Minuten wie eine Eins, für mich das erste Mal in der Saison. Man konnte durch den grippebedingten Ausfall von Decarli mal endlich den neuen Griechen begutachten und der wirkte es sicher, balltechnisch stark, robust und er und Leitsch waren Dursun ständig auf den Fersen.
Bochums erste große Chance hatte Blum, aber er verzog links unten, knapp vorbei. Schade, das 0-1 wäre ein Icebraker gewesen, aber Bochums drei Sechser machten den Lilien die Arbeit schwer und umgekehrt hat Grammozis eine defensive Grundordnung und Verschieben so internalisieren lassen, dass Bochum sich ebenfalls schwer tat.
OT hatte wieder einen echten Sahnentag und konnte sein können zeigen, das Zusammenspiel mit Ganvoula wird immer besser. da geht noch mehr. Er war immer nur von zwei Gegenspielern zu stoppen, genau wie Soares hinter ihm kaum zu fassen. Die rechte Seite war heute echt stark. Mit dieser Leistung von heute, hätte man die Sandhäuser 4-1 besiegt.

Einen Elfer gab der ansonsten sehr starke Schiri kurz vor der Pause nicht, Janelt forderte ihn leidenschaftlich, 1200 Bochumer wollten ihn auch: Ansonsten zeigte der Mann an der Pfeiffe mit seinem Team, wie es geht. Uneitel, mit den Spielern redend und dann und wann ne Gelbe, meist zu recht.

0-0 stand es zur Pause und natürlich kam Darmstadt nun, aber Bochum stand bis zum Ende stabil und die 2-3 Kopfbälle gingen vorbei. Riemann musste nicht soviel eingreifen wie sonst. Wenn man überlegt, dass Bella Kotchap ua. von Chelsea umworben, noch garnicht spielt eaußen gegen Bayern, als Möglichkeit neben Leitsch oder Lampo, dann wird es für Fabian und Lorentz schwer. Und Reis hat die Wahl.

Thomas wechselte heute nur einmal, der angeschlagene Blum raus und den agilen Zoller, der etwas übermotiviert im Abseits stand. Nun gab es nochmal Chancen durch Janelt und ein Riesending durch Silvere, der einfach den besser positionierten Mitspieler übersah. Aber Reis machte heute, wie in Dresden, alles richtig.

Das 1-0 von Darmstadt hätte ebenso fallen können wie am Ende das 0-1. Nichts von beidem passierte, Bochums Anhang war zufrieden. Man hatte ein Transparent gezeigt, ich weiß nicht draufstand. Man hatte gefeiert, man konnte Pfungstädter trinken, man nahm einen Punkt mit.

Am Ende kam man an den Dixies vorbei, das meiste findet da ja im Darm statt. Ach kommt, der musste sein. Oder, genau wie der Ouzo im Kaffee vor dem Spiel…

Tom, CB`93

P.S.: Grüße an Fan des Tages, Martin B., von Hamburg angereist 4,5 Stunden hin, 4,5 Stunden zurück, 110 Euro, alles für den Verein, so sind die Bochumer —
und Akki sowie Tete

Ein Grieche, der weiterhilft

4. März 2020

Vasileios Lampropoulos saß gegen Sandhausen zum ersten Mal auf der Bank. Ob mit ihm das 4-3 oder 4-4 verhindert worden wäre, fraglich, obwohl Decarli (4) oder Leitsch (4,5/Kickernote) auch nicht so rockten, laut Kicker. Was macht eigentlich der bei A-Jugend aushelfende, verletzte Bella Kotchap, der uns erst helfen wird, wenn wir ihn zwei Jahren an einen Bundesligisten verkaufen? Wie uns Zulj weiterhelfen soll, denn Reis dafür den Stoßstürmer rausnimmt, bleibt Geheimnis des Trainers, genauso wie die Herrausnahme von Blum für den Applaus. Es soll ja da auch Probleme in der Teamintegration geben. Aber hey, Lee ist weg, Zulj ist da, das ist der aktuelle Zustand. Der Trainer versucht das Beste zu machen aus der stückwerkhaften Verpflichtungspolitik. Ja, wie Reis in Dresden vieles richtig machte, machte er gegen abwehrschwache Sandhäuser viele Wechselfehler am Ende. Er spielt auch gegen solche Truppen immer mit drei Sechsern, wobei Losilla zZ die schlechteste Form hat (Tesche und Janelt haben ihre bekannten Mängel), Konsequenz keine. Die drei Sechser sind optisch ein Supergau, die Abwehr besser machen sie nicht mal gegen Blinde wie die vom SVS.

Dafür könnte man beispielsweise Zoller bringen, wenn man mehr Schwung und Emotionen nach vorne will. Aber da wird Thomas Argumentation sein, wir müssen hinten dicht machen. Dass das nicht gelang, dazu haben Bochums übliche Schwächen beigetragen, die hier schon breit diskutiert wurden. Dazu kam Schiri Pfeiffer, der nun wahrlich kein Heimschiri war. Zwei Handelfer in 9 Minuten gegen uns, ein klare Rote Karte nicht gegeben, das hat das Spiel am Ende schon klar gegen uns entschieden.

Man stellte sich vor, Schalke hätte gestern gegen die Bayern diese Elfer am Ende gekriegt, was wäre da los gewesen. Das war ja nur Bochum, gegen die der Schiri aus der Nähe vom Konkurrenten Hannover (bei Hameln, Heimatverein BW Tündern), einen Freistoß, der zum Tor führte und zwei Elfer gegeben hat. Sandhausen machte nur 1 von 4 Toren aus dem Spiel, wir immerhin 3. So einen Schiri sollte man beim nächsten Mal ablehnen, wenn der wieder angesetzt wird.

Aber der Blick zurück ist das eine, eine sehr wichtige Chance, eine kleine Erfolgsserie zu starten wurde vertan und die Mannschaft selbst ist etwas frustriert “Wir sind zu dumm zum siegen (kicker)!”.

Kann Reis seinem Gegenüber Grammozis was zeigen, was den ehemaligen Talentwerkkollegen überrascht? Hat Reis viel mehr drauf als nur Zahnbelag oder unterschätzen wir ihn. Was ist sein Konzept, seine Idee vom Fußball außer defensiv? Sehen wir einfach nicht, was Thomas leistet oder sehen wir nur, wie er zwei verschlafene Transferperioden ausbadet? Schauen sich AR und Vorstand Samstag in der Merck-Arena den neuen Bochumer Trainer ab Sommer an, falsch sich der VfL am 17.5 rettet? Und kann Bochum wieder, wie in Wiesbaden und Dresden siegen?

Darmstadt ist 6., Bochum 15., die Lilien seit einigen Spielen in Topform mit Siegen in Serie, der VfL müht sich redlich, aber ein halbes Jahr Reis haben eben nur 1 Punkt pro Spiel im Durchschnitt gebracht. Diesmal wäre es also vom Papier ein Erfolg, spielte man remis am alten Böllenfalltor, das umgebaut wird wie Karlsruhe, Aue und Wiesbaden.

Die Lilien haben dieses Niveau in der 2. Liga halten können, was sie nach ihrer furiosen Rückkehr vor einigen Jahren hatten und stehen stabil. Dennoch will Grammozis nicht bleiben. Was da passiert ist, weiß ich nicht. Ich sehe es als eine Chance für Bochum an, mit so einem Trainer im Sommer neu loszulegen. Aber wie ich denke, wird der Vorstand sich mit einem Merkelschen “Wir schaffen das!” weiterwurschteln mit Sesi und Reis.

Der VfL ist positiv gesehen zwei Spiele ohne Niederlage und sollte, wenn sie in dem defensiven 3 Sechser-Konzept starten, zumindest die Mitte dicht machen. Die Frage wird sein, spielt Weilandt oder Zoller oder ganz defensiv mit Zulj. Doch wenn Bochum gegen halbstarke Mannschaften spielt, reicht das nicht, man verliert oft knapp. Das steht auch dieses Mal bei den Lilien zu befürchten, so wie wir Ostern 2015 da 2-0 verloren haben, in einem ähnlichen Stil. Aber es gibt auch gute Erinnerungen, wie das 1-2 vor 2 Jahren in der Stadt der Wissenschaft mit Sam, der jetzt Altach rockt. Letztendlich ist statistisch unsere Bilanz bei den Lilien mies, dennoch werden viele Bochumer hinfahren. Wenn das Wetter gut ist, ist die 272 Km-Strecke gut gemacht, dann hoffe ich auf einen ähnlichen Mob wie nach Wiesbaden. Hessen könnte uns ja liegen.

Übrigens, wenn jemand nicht dabei ist Mazee2 auf Youtube gibt immer schöne Stadionimpressionen wieder und das ist lebendiger als nur RS oder Philip Rentsch lesen, gebt euch das mal. Dazu kann man vor Heimspielen, Heidenheim ist die nächste harte Nuss im Ruhrstadion, mit den Jungs von Fan for Fans coole Interviews vor dem Fanshop zum Spieltag machen. Das heißt bei Social Media, auch bei der Abteilung des VfL, tut sich viel Gutes in Sachen Innovation. Viele Leute mit pro VfL-Einstellung engagieren sich (auch Gerrit mit seinem VfL-Jesus und dem neuen Film), egal ob es das VfL-Banner der Ultras in Dresden ist, die gute alte ZUZ oder die Fanini, die ja schon lange dabei sind, alle helfen dem VfL gut dar zu stehen. Fehlt noch die Vernetzung, der Verein könnte diese Leute auf einer Plattform zusammen führen und nicht nur Tremark und die 1848-Leute unterstützen, da gibt es viele, die für den VfL alles tun ohne Geld.

Gegen Darmstadt könnten alle fit sein, bis auf Bapoh, dazu ist Lee als offensive Alternative weg. Thomas Reis hat nun die Aufgabe gegen zwei unbequeme Verfolgerteams seine festgefahrene Defensivtaktik so zu modifizieren, dass man in beiden Fällen überraschend punkten kann.

Ich habs nicht vorgespielt auf Fifa, aber mein Gefühl sagt mir, 2-1 für SVD98. Ich hoffe, ich irre mich.

VfL: Riemann — Gamboa - Decarli -Leitsch, Danilo -— Tesche ,Janelt ,Losilla — (Zulj), Zoller, Blum (Weilandt) – Ganvoula (Wintzheimer)
Darmstadt 98: Marcel Schuhen -Patrick Herrmann -Dario Dumic-Immanuel Höhn -Matthias Bader -Victor Palsson -Yannick Stark -Marvin Mehlem -Mathias Honsak - Serdar Dursun

Tom,CB`93

P.S.: Denkt daran, es gibt für die Auswärtsfahrten nach Darmstadt und Karlsruhe Support vom Verein, Danke an Marwan für das Schadensregulationskümmern von Wiesbaden

Ich bin der Sohn meiner Mutter

2. März 2020

Die Wellen der Empörungen nach dem Hoppgate am Wochenende schwappen immer noch hoch im bundesweiten Medienwald und ich versuche mal kurz „was zu schreiben“, wo der VfL Bochum am Rand vorkommt. Das wird schwer genug, das Probleme und wenig VfL. Wie sagte Hopp so schön „Wenn ich nur wüsste, was die Idioten wollen?“ Vielleicht trägt der Artikel ja dazu bei, dass Dietmar Hopp die Fußballwelt begreift, denn das ist das größte Problem eines sonst schlauen und erfolgreichen Menschen: Die Welt der Fans ist dem EX-SAP Vorstand auch nach über 20 Jahren fremd geblieben und sein ungeschicktes Reindrehen in den Konflikt mit den BVB-Fans seit 2008 führte jetzt zu der Eruption der Proteste gegen die Wiederaufnahme der Kollektivstrafe des DFB. Gladbachs Ultras starteten, dann die von Bayern und Dortmund, danach Köln, Union, Bochum, MSV und weitere könnte jetzt im Pokal folgen oder am Nächsten Ligawochenende. Sogar bis Rapid Wien sind die Wellen des Virus geschwappt. Ach ja, RB hatte gegen Bayer Leverkusen eine bezahlte, bunte Choreo für mehr Vielfalt, gut gemeint ist oft nicht gut gemacht. Hier zeigt sich der Kern der allseitigen Heuchelei.

Nachdem nun Montag viele wirklich unkundige Kommentare durch etwas mehr Sachkundigkeit (nicht mehr wahr oder falsch verwechseln) in der Fußballszene ersetzt wurden, kommt es demnächst vielleicht zu ersten Änderungen und Ansätzen, die wirklich helfen könnten. Wir sind nicht in der NBA oder hier im Basketball, die europäische Fußballszene ist 60 Jahre gewachsen und anders, auch das muss man bedenken.

Dazu müssen Experten von Rummenigge, Streich über Basler bis hin zum Anwalt von Hopp erst mal kurz die Gosh halten, falls man das noch so sagen darf. Nun die Dummheit eines Mario Balser ist so eklatant, dass sie jeden ernsthaften Ansatz zunichte macht. Hat jemand den Namen Thorsten Legat erwähnt? Dann kommt Streich, der telegene badische Traineröko, der fährt gerne mit dem Porsche durch Freiburg und will den berühmten „Aufstand der Anständigen „und sieht das Dritte Reich in Zusammenhang mit der AfD (okay, das geht noch halbwegs zusammen) und mit den Protesten der Schickeria, die für ihren Kampf gegen Antisemitismus mit dem Julius Hirsch Preis geehrt wurde. Der Widerspruch bleibt dem Mann aus Freiburgs Idyll unbekannt, auch die Fanszenen der frühen Achtziger. Das war krass damals und rechte Parteien ohne Chance, wo ist also der Zusammenhang. Ich fände einen Aufstand der Nachdenker gut. Die Ultras werden mit den Taten der NSU, dem Mord an Lübke und Hanau in der Hinsicht in die Ecke gestellt, als wäre eine redundante, heftige Beleidigung einer rechtsterroristische Anschlagsserie gleichzusetzen. Da ist Unfug, auch wenn sie Rainer Calmund noch so echauffieren kann. Verbindendes Element soll der Hass sein, aber dann könnte man es mit der RAF, Bin Laden oder David Coresh in Verbindung bringen. Es liegt auf der Hand, dass Wahlen seit 10 Jahren in D und Europa einen Rechtsruck wiederspiegeln, der auf etwas beruht und- und das ist sicher enorm vielschichtig und auch beängstigend, keine Frage. Aber mit dieser Situation, Ultras gegen DFB, hat das zunächst rein gar nichts zu tun. Aber Streich setzt sich auf der PK hin und ist dann der gerne der moralische Ex-Student im Jogger, der Applaus findet, weil sich alles so verdammt gut und bodenständig anhört. Das bleibt also Trashtalk bezüglich des Problems, aber findet viel Applaus. Tönnies, der mit seinem rassistischen Ausrutscher vereinsintern drei Monate gesperrt wurde, stellt sich hin und sagt in der moralinerten Bild mit Toto Legat, dass alles sei „menschenverachtend“, was sich am Wochenende in den (Ultra-)kurven abspielte. Wenn man die Situation der Fußballszene außen vor lässt, mag das so wirken, als Moralapostel kann weder Rummenigge dienen, noch sein Geschäftspartner Hopp, noch der Metzgerausbeuter der Königsblauen Herzen, aber eben auch nicht Gutredner Streich oder der neue Herr des DFB. Das alles wirkt so bigott und verlogen, dass man den Ultras ihre Unflat fast verzeihen möchte.
Denn wie Päpste im Mittelalter können diese Philister des Sports ihre eigene Moral kaum leben, von „Grad der Ehrlichkeit im Negativen“ liegt da der Thüringer Höcke mit seinen faschistoiden Spuk noch vor Tönnies, aber eben auch nur da.
Aber zurück zu den Ultras, die nun diesen Machtkampf mit DFB und DFL führen: sie sind eine Jugendkultur, der man nicht sinnvollerweise mit Anzeigen oder „hartem Durchgreifen“ drohen kann, weil das diese Gruppen nicht so beeindruckt, denn sie haben ihre Gruppenlogik wie Rocker, Modes, Punks oder andere subkulturuelle Gruppen und sind jung, wild und kompromisslos -wie Greta - und sind bei Männern zwischen 39 und 65 nur so semibeliebt, also außer bei Eintracht Frankfurt. Diese Szenen kann man nicht behandeln wie das Essen in der eigenen Familie normalerweise abläuft, da sagt man auch nicht Hurensohn.

In Bochum kam ja auch von den Rändern der Ost und einigen anderen Stellen ein „ein Ultras raus“ und kurz danach „VfL, VfL“. Also, es gibt diesen Konflikt zwischen der Ultras Subkultur und den restlichen Fans und zwischen Leuten wie Ismanik, Kühne, Windhorst, Wernze - und dem Rest der Fans. Manchem ist das sicher auch egal, warum auch nicht. Da haben Hopp und Matteschitz einen Sonderstatus im Negativen, weil ihnen der Fußballstallgeruch fehlt, da kommen sie zu schrägen Vergleichen und ziehen falsche Schlüsse. Statt machomäßig auf das Fadenkreuz zu reagieren, macht Hopp den Gefühlsmenschen (so war er früher im Jobvermutlich weniger) und gibt das milliardenschwere Opfer,“ wie einst in dunklen Zeiten“, wohingegen seine Familienvita eine andere Geschichte erzählt. Aber dann ist er „der Ehrenmann“ für Karl-Heinz und die Ultras kotzen im Strahl (viele andere aber auch) und sind damit die Opfer der Verrohung der Gesellschaft, die beim Fußball aber eben keine Parallele zur Polarisierung der Gesellschaft zeigt, sondern viel reifer ist, als die rauhen Achtziger und Neunziger, wo Antisemitismus, Homphobie und Rassenhass ganz offen gezeigt wurden, in Deutschland, in Italien wie in England, seit es diese Fußballsubkultur gibt.
Will man endlich was tun, muss man erst mal zugeben, nicht alle Probleme der Welt im Fußball auf einmal lösen zu können, sollte reden, wie es Horst Held vorschlug, dann vielleicht die BVB-Kollektivstrafe halbieren und einen knallharten Maßnahmenkatalog vorschlagen, gegen antisemitische, rassistische und homophobe Parolen, die ebenso wie Anti-Hopp-Fadenkreuz-Transparente in dem Dreistufenplan bei allen Clubs ab nächster Saison ähnlich wie einst der VAR neueingeführt werden. Das macht die Welt nicht viel besser, aber mit etwas Coolness und Konsequenz die Diskriminierung im Sport weniger. Es wird Lücken geben und Problemclubs wie BVB, Chemnitz, Cottbus, Lazio Rom oder Legia Warschau muss man sich auch nochmal über die UEFA anschauen.
Dazu muss das Financial Fairplay bei ManCity ebenso eingehalten werden, wie die Arbeitsbedingungen in Katar, all das kann der moderne Fußball auch, aber sicher nicht das Klima retten. Sei der legendären PK von Rummenigge im Oktober, finde ich das er sollte nachdenken beim Ausarten und weniger vom Grundgesetz reden. Das findet sicher auch seine Frau und der Aki Watzke.

Tom

Kartell der Dummheit

1. März 2020

Das 4-4 gegen den FC Homburg (Saar) ist über 30 Jahre her. Damals hat der hohle Legat noch bei uns gespielt und wir hatten auch 4-2 geführt. Ach, hohl sagt man ja heute nicht mehr. Aber genauso dumm kamen sich 13.300 Bochumer vor, als sie nach 84 Minuten noch 4-2 führten - und nach zwei (!) Handelfern gegen sich - das 4-4 kassierten. Unglaublich dumm: Es gab heute viele dumme Meinungen und Kommentare, dumme Gegentore und am Ende einen mickrigen Punkt - nach drei Heimniederlagen in Serie. Reis war enttäuscht und lobte noch fleißig Ehrenmann Hopp, was man seit gestern tun musste, um nicht mit Björn Höcke, Dieter Nuhr oder Ted Bundy in eine Ecke gestellt zu werden; und das zeigt, wie absurd die Situation zur Zeit ist im deutschen Profifußball und der ihn umgebenden Medien. Bis auf Tagesspiegel und WDR 2 verurteilten alle Vertreter der Presse die Anti-Hopp-Plakate von Gladbach, Bayern, BVB und Köln. Thomas Reis konnte auf der Pressekonferenz auch nur die Plakate der UB99 verurteilen und RS sah gar eine Beteiligung der Münchener Ultras. Dass die Plakate hoch gehalten wurden als das 4-2 fiel, sorgte für die Nachspielzeit, die hinterher drangehängt wurde und führte zu weiteren Mutmaßungen des groben Unfugs. Wir sind zu blöd für den ersten Heimsieg seit Hannover.

Dass Bochum nach dem schnellen 2-0 nicht nachlegte, hatte der VfL diesmal sich selbst zu verdanken, das 3-0 hätte man machen müssen gegen “die Sandratten ohne Piratenflair”. Aber das 2-1 fällt halt, wenn man nicht wie gegen VfB und HSV energisch jeden Ball verteidigt, mit einem tollen Sonntagsschuss am Sonntag. Dann hat Bochum die Chance auf ein 3-1, aber wieder vergibt der VfL durch Silvere und als man in die Pause geht, fällt das 2-2 per Freistoß trocken ins linke untere Eck. Bähm.

Da war man auf dem Boden, wobei in Bochum eh keiner abhebt. Gespräche auf dem Klo sind gewohnt ernüchternd und Reis platte oder verunsicherte Truppe, kann zwar keine Führung halten, macht aber das 3-2 durch Danny Blum, was aber keinen lupenreinen Hattrick darstellt, aber immerhin, er ist unser Mann des Tages an der Castroper Strasse. Danke, Danny.

Nun hat Bochum drive und nagelt die seit vier Spielen sieglosen Nordbadener kurz fast an die Wand. Wie beim 2-0 ist Bochum besser, aber die SVSler wehren sich und stehen immer wieder auf. Zwar hat man nie so richtig das Gefühl, der VfL ist safe und macht heute einen Sprung an OSNA ran, aber das 4-2 durch Osei-Tutu gibt uns Sicherheit und dann, gerade beim Tor, heben die Ultras kurz vorher ihre Transparente hoch mit “Ein Hurensohn wird beleidigt, ganz Deutschland ist schockiert, Rassismus an der Tagesordnung nichts passiert!” und hätten eigentlich Applaus verdient. Aber bevor die Leute und der Schiri das Banner lesen konnten, Unterbrechung und “Ultras raus” von den Rändern der Ost. Das hatte auch keinen Mehrwert, aber schnell war alles vorbei und normalerweise hätte niemand über die Lappalie geredet, aber was ist seit gestern noch normal?
Ökokokser Streich sieht das Dritte Reich, die AFD und die Antihoppgesänge in einer Linie, welchen krassen Shit muss man da rauchen? Rummennige nimmt Hopp in den Arm, wie es bei seiner Frau vermutlich schon länger nicht mehr war und nannte ihn einen “Ehrenmann” und alle betonen, wie gemein und verroht die Welt ist und machen das an der ANTI-Hopp-Kampagne fest, die ja eigentlich gegen die Kollektivstrafen geht und nicht um die Person des Herrn Hopp. Aber das will der neue Präsident des DFB nicht hören, statt dessen stellen sich alle hinter den Milliadär aus der Nähe von Waldorf.
Das hindert die Mannschaft aus der Nähe von Heidelberg nicht nach vorne zu spielen und das 4-3 per Handelfer zu machen. 85. Minute und uns geht der Arsch, hätten da auch mal Protest machen sollen gegen die Hoppbeleidigungen, aber nur um die Zeit runter zu spielen, machten wir aber nicht, wieder Elfer, wieder in 94. Minute ein Tor, diesmal durch Türpitz zum 4-4. Unfassbar, das ist der Virus, der Bochum bedroht, keine Führung ins Ziel zu bringen.

Reis schafft es nicht, den bemühten Spielern Dummheiten auszutreiben, wie das doppelte Handspiel oder die generelle Angst vor dem Gegentor und verlieren. Thomas Reis wechselt so ein, dass er zeigt, er will irgendwie das Ergebnis halten. Das strahlt auf die Spieler ab und da kommt sowas bei raus. Frustrierend.

Das Rest ist ein Kartell der Dummheit, das nur Legat toppen könnte- Aber der wohnt bei Reeeehhhhmscheid.

Gruß an die Jungs von Fan für Fans, Thomas und Marlo, Siggi, Matthes und Dämon.

Tom, CB`93

Das Tagebuch des TR

26. Februar 2020

Die mediale Bombe ist geplatzt. Nach Toni Schuhmachers „Abpfiff“ 1986, Franz Beckenbauers „Ich“ - und den berühmten Stern Tagebüchern 1983 - hat kein kurzes Tagebuch die Sportjournalisten mehr entzückt als Jürgen Klinsmanns Aufzeichnungen zu „10 Wochen Hertha BSC“ in Sportbild.
Der Jürgen, er spricht von Jürgen Klinsmann, zieht verbal blank, was er und Altschnösel Windhorst bei „Berlins schönsten Club“ erlebten. Er, der kosmopolitische Weltmann, der König der Sonnyboys aus Schwaben, kam und wollte „das hässliche Entlein zum schönen Schwan“ machen. Das Aschenputtelmärchen dauerte nicht mal drei Monate. „Big City-Club“, das war das Ziel von Klinsmann.
Zusammen mit dem „Wunderkind Windhorst“ aus der miefigen Kohlära zog es ihn von Kaliforniens Stränden an den regenwolkenumsäumten , grauen Wannsee. Nach 10 Wochen - und einer kindischen Reaktion später – steht der Tagebuchschreiber vor den Trümmern seiner eigenen Karriere, in Deutschland ist er nicht erst seit seinen selbstgerechten Enthüllungen erledigt. Jürgen Klinsmann nennt Gagenbauer übellaunig, Preetz inkompetent und er selbst wollte nur helfen, sogar unter Aufopferung seines eigenen Sohnes, der gute Jürgen.
Das Fazit, das Klinsmann zieht, ist ein Albtraum für jeden echten Herthafan: der überalterte Kader, vom inkompetenten Sportchef Preetz und dem übellaunigen Gagenbauer falsch zusammengestellt, wäre ohne ihn und Nouri - sang- und klanglos abgestiegen, das Team unfit zudem, holte unter Klinsmän Punkte wie ein Europaleagueteam und ER wurde nur grundlos hingehalten. Dann schmiss er folgerichtig hin (weil die Carte blank nicht eingelöst wurde) und der Windhorst sitzt nun auf 250 vergurkten Millionen im märkischen Sand. Der Verein vorgeführt als demente, alte Dame und im Abstiegskampf nach unten trudelnd, ist nun ganz alleine in seinem viel zu großen Stadion, sogar ohne Klinsi und Sabine.
Was können wir aus dem Fast-Shakespearedrama lernen? Nun, der Heiland von außen und der Monsterinvestor können noch mehr Chaos ins Chaos bringen als der Pocher in den Wendler oder der in Laura.
Ob Thomas Reis ein Tagebuch führt, ich weiß es nicht, ob Sesi alles mitschreibt, ich bezweifle es und ob Villis nicht besser gelaunt ist? Auf jeden Fall haben wir auch einen bunt zusammengestellten Kader und viele offene Fragen, Dutt hat wie Covic vieles offen gelassen und nun muss man schnell das Gröbste zusammenkehren.
Bochum ist nicht Berlin, aber eben auch nicht Sandhausen, wo die Provinz sich immer recht wacker gegen den Abstieg wehrt. Die Nordbadener sind noch nie aus der zweiten Liga abgestiegen, aber verlieren sie am Sonntag, müssen sie fortan kleinere Sandburgen bauen. Vielleicht nicht mehr bei Gerry Ehrmann im Garten, aber beim FCK, aber das ist wieder ein anderes Thema.
Fakt ist, Bochum siegte beim SGD trotz oder wegen seiner defensiven Grundausrichtung und erzielte einen enormen Wirkungstreffer. Nicht nur nach dem 1-0 durch Ganvoula, vor allem nach dem 1-2 durch Janelt, war ganz Dresden klar, nur noch die Relegation ist unser Ziel. In der Dresdener Presse spiegelte sich die Enttäuschung wieder, mittelmäßige Bochumer waren zu stark für Dresden, man hatte mehr Fehlpässe, technische Mängel und weniger Zweikämpfe für sich als die Gäste aus Westfalen und Reis Coaching zeigte an diesem Tag Wirkung.
Doch was heißt das nun gegen den SVS? Die haben in vier Spielen null Tore erzielt und viermal verloren. Die bringen 100 Fans mit und werden kratzen und beißen, eigentlich die Möglichkeit sich für unsere Sahnetruppe zu beweisen. Da fehlen nur Bapoh und der de facto freigestellte Lee (fehlte beim 1-0 Geheimtest gegen Münster) und Reis wird nicht so viel ändern gegenüber den Spielen in Wiesbaden und Dresden, denn Sandhausen ist eben dieses Kaliber, außer Tom Weilandt kommt wieder.
Gegen die Sandhäuser von 1916 ist Bochum zu Hause leichter Favorit, auch wenn Reis nicht von seiner defensiven Idee der drei Sechser abrücken wird, vermute ich mal. Aber vielleicht bringt er ja Zulj statt Janelt oder Tesche.
Aber wir können gegen Koschinats Krisentruppe mit der richtigen Einstellung, Laufbereitschaft und Matchglück erneut siegen, wenn wir so effizient ran gehen wie in den letzten zwei Auswärtsspielen und der Gegner richtig schwach ist und ebenfalls viele Fehler im Spielaufbau macht. Das wäre ein Pfund.

Im Ansatz wird es ein erneut zerfahrenes und nervöses Spiel, Reis ist kein „no concept“-Trainer – wie ein witzelnder Kumpel sagte, sondern er macht das, was sein Kader hergibt. Allerdings ist das nicht die gesamte Wahrheit, denn dann würde er einen Plan B besitzen, wenn sein Team ist Rückstand gerät, das ist bis dato Bochums Achillesferse.
Ich tippe mal Bochum ist leicht verbessert und führt gegen die Schwarz-Weißen vom Hardtwald bis kurz vor Schluss, kassiert aus dem Nichts den Ausgleich. 2-2.
Aber hoffen tue ich auf eine Wiederholung vom Samstag. Der letzte Angriff von links, Flanke rein, Bumm –Ekstase.
Ach, was wäre das schön für mein Tagebuch.

VfL: Riemann — Gamboa, Decarli, Leitsch, Danilo — Tesche (Janelt), Losilla - Zulj, Zoller, Blum (Weilandt) – Ganvoula
SVS: Fraisl - Diekmeier, Kister, Zhirov, Paqarada - Frey, Gislason (46. Gislason), Linsmayer, Biada (64. Türpitz) - Behrens, Engels (64. Scheu)

Tom, CB`93

So einfach

22. Februar 2020

So einfach ist es gewesen, mich total glücklich zu machen. Das sind so Momente, wo es genial ist, VfL-Fan zu sein. Das gilt sicher auch für ca. 20.000 blau-weiße Leute vor dem Fernseher bei Sky und die 550 Leute im S-Block: Die 93. Minute beginnt, Soares passt auf Blum, der flankt scharf rein und Janelt erwischt den Ball mit der Stirn, der Dynamoverteidiger kommt genau so wenig ran wie Keeper Broll- Tor. Erlösender Jubel im Gästeblock, Erleichterung, die Dynamofans hingegen gehen bedröppelt raus aus dem Glücksgasstadion. “Düüüdüüüüdüüüüdüüüünamoooo” hallt es witzelnd und feixend durch den Block und Tonnen von Brocken fallen den Westfalen und ihrem Anhang vom Herzen am närrischen Samstag. Auswärtssieg durch einen Lucky Punch in der Nachspielzeit, ob sich Dresden von dem moralischen Schock erholt, schwer zu glauben. Was dieser tolle Sieg wert ist, sehen wir Bochumer am 1.3. gegen den SVS. Für mich war der Sieg sehr, sehr viel wert, echtes Sekundenglück

Die Spieler der SGD hatten in MoPo in Person von Patrick Ebert “ein Feuerwerk angekündigt”. Das war sehr mutig, denn es war eher das zu erwarten, was man Abstiegskampf nennt und oft Krampf ist. Und davon kriegten 26.900 Fans heute mehr als genug.

Und im Glücksgasstadion startete Thomas Reis im 4-3-3, mit Wintzheimer für den glücklosen Ganvoula, Decarli spielte und das nicht schlecht. Überhaut wurde kompromislos verteidigt. Und während Dresden sich stets bemühte, machte Bochum die Mitte erneut zu, Tesche, Losilla und Janelt standen sicher vor der Viererkette.
Die Abwehr hatte heute ihren Namen verdient, pennt nur einmal beim 1-1 durch Dresden.

Aber das 0-0 in der Halbzeit hatte Bestand, weil Dresden noch weniger nach vorne einfiel als unserem VfL. Die Sachsen hatten oft Ballverluste im Vorwärtsgang, das konnte man auch bei Bochum sehen, aber dafür stellte man schwarz-gelb rechtzeitig vor Riemann. Immer stand ein Weißer vor den Sachsen, die eben wie die Westfalen nicht vor Selbstvertrauen strotzten. Bis zum Pausentee gefiel mir Bochum besser als in Wiesbaden, es stand aber nicht 0-1, sondern nur 0-0, dafür hatte die SGD Vorteile bei Ecken und dem Ballbesitz. Aber ich hatte nicht so ein schlechtes Gefühl, dafür schien Dresden zu schwach zu sein. Selbst WW und H96 wirkten spielerisch reifer als Kauczinskis Dynamos. Das war zu wenig, um die leicht besseren Bochumer zu besiegen, es sei denn, irgendein Dresdener Spieler traf aus dem Nichts. Aber da hatte Reis seinem Spiel heute Entschlossenheit implantiert.

Dann kam der VfL nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel und begann die Gastgeber vor ihrem geliebten K-Block die Grenzen aufzuzeigen, 2-3 Chancen hatte Dresden vor allem vor der Pause. In der 60 Minute schien Bochum leichte Vorteile zu haben, auch wenn wir mit Wintzheimer und Zoller zu torungefährlich in der Box spielten. Aber dann kam der Silvere und kriegten den Ball nach 2 Minuten, hatte etwas Platz, machte eine Körpertäuschung und macht das 0-1 per Flachschuss. Der Torjubel war ganz geil, auch über dem großen VfL-Banner, aber das 1-1 war ein fixer Dämpfer und fiel in der Phase aus dem Nichts. Da muss man mehr draus machen. Da muss man dann weiter konzentriert verteidigen und kontern. Doch das ist natürlich bei diesem Druck auch brutal schwer. Und das Publikum war nun da und feuerte ihr Team an.
Das hätte nun schief gehen können, Dresden konnte diese Phase des Ballbesitzes aber zu wenig in echten Druck ausbauen. Es wurde ruhiger und die Ränge leiser, weil die Bochumer den Spielverderber mimten, vor allem Riemann, der Spaß hatte das Heimpublikum zu nerven. Mit seinen Abstößen nervte er eher mich. Aber die Dynamos konnte heute nicht mehr als sich bemühen, so reicht es nicht für den Klassenerhalt, sorry.

Bochum schien das Spiel mit dem 1-1 verwalten zu wollen und spielte sich auch noch in der 93. Minute den Ball zu, um ihn zu haben. Dann passte Soares auf Blum und der setzte Janelts Stirn ein und machte mich froh und sicher nicht nur mich. Was für ein süßes schönes Gefühl, der Krampf nach vorne vergessen und am Ende gejubelt und gesungen - so einfach ist es.

Gruß an den Berliner Fan und nun wünsch ich mir gegen Sandhausen auch einen knappen Heimsieg, es soll ja die Zeit kommen, wo das Wünschen wieder hilft.

Tom,CB`93

Unrund

19. Februar 2020

“Der Ball ist rund” hat Sepp Herberger mal gesagt. Der hat mal für den Dresdener SC gespielt und Samstag, wenn der 15. beim 18. spielt, ist zu erwarten, dass Leute mit eckigen Füßen über 90 Minuten das Runde quälen. Das wird nicht nur der Druck sein, auch schlicht mangelnde fußballerische Qualität. Bei diesem Abstiegsduell in Sachsen ist zu erwarten, dass beide Teams hochnervös sein werden, so wie bei unserem Duell in Wiesbaden. Während wir gegen Regensburg, Bielefeld, HSV und VfB schlechter waren und folgerichtig verloren, war das Spiel in Hessen auf der Kippe und wir hatten das glückliche Ende für uns. Das hoffen wir auch Samstag, wenn woanders “Alaaf und Helau” gerufen wird, heißt es im Stadion der Dresdener nur humorlos “Düühnämöö”, - und wir hoffen irgendwie auf einen glücklichen Sieg.
Eins ist Fakt, Torsten Legat ist ein Sonderschüler, aber wir dürfen bei Dynamo Dresden auf keinen Fall verlieren. Dann, bei einem Remis, so einem Reis’schen 0-0 mit großen Kampf, wenig durchdachten Angriffen, dreckigen Trikots und eben dem Motto “nur nicht verlieren”, muss dann ein Arbeitsheimsieg gegen Sandhausen folgen, um dem Supergau Abstieg noch irgendwie zu vermeiden. Gewänne man beide Spiele, kann man sogar versuchen, nicht in die Relegation zu kommen.

Nach dem fatalen Patzer von Saulo Decarli gegen den VfB, verlor Bochum einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf und schlimmer noch, fährt noch mit kleinen Hoden ins Elbflorenz zum Showdown. Aber Dresden, gecoacht von Kauchi, der Fiel folgte, geht ebenso die Angst um, auf Pauli ein 0-0, dass man es am Ende nicht schafft. Das kann auch gut sein. Das gilt nun leider auch für uns. Theoretisch könnten beide Traditionsclubs absteigen, das können WW, KSC und Co verhindern, indem sie noch schwächer sind als wir und die Faust des Ostens.

Das muss man erneut sagen, einerseits toll, wie Reis Kampfkraft und Leidenschaft reinbringt ins VfL-Team, andererseits erschreckend, wie es ihm nicht gelingt, das Umschaltspiel so zu strukturieren, dass Ganvoula, Blum, Weilandt oder Zoller genug Bälle kriegen. Es wirkt immer nach vorne, als ob die Freibadgang in Jeanshosen noch nie so zusammen gespielt hat. Da fehlt ein Zehner, Lee und Meier können das nur auf dem Aufstellungsbogen geben. Da fehlt die Idee, wie man hintenrum (ohne den Torwart einzubauen) sicher durch die Mitte nach vorne spielt und Chancen generiert, die besser postierten anspielt. Gegen den VfB übersah man oft den Mitspieler, ist da der Teamgeist kaputt, fehlt die Nervenstärke oder die Übersicht.

Thomas Reis hat zwar einen neuen Teamgeist etabliert, punktet aber noch weniger als Dutt, weil “nur” die Einstellung und das Rennen nicht reichen, um gegen eine gewisse fußballerische Qualität, Ballbesitzt und Struktur zu punkten. Gut, dass hat der Tabellenletzte nun auch nicht im Überfluss, das könnte ein Vorteile für die Gäste aus Westfalen sein.

Aber wenn man sah, wie gegen die Teams vom HSV und VfB die Pässe und Anspiele eben nicht den Mitspieler erreicht haben, der kriegt Zweifel, dass nur die Betondefensive, Willen und Kickandrush reichen werden, um am Ende nicht abzusteigen. Der Fehlpass von Decarli offenbart Reis Problem, die richtigen Personalentscheidungen im Rahmen eines völlig verkorksten Kader zu treffen. Osei-Tutu, für die falsche Posi geholt, findet keinen Platz, obwohl es nach vorne hakt. Bella-Kotchap, das größte Talent spielt bei der A-Jugend, obwohl er der ideale Partner für Leitsch in der IV wäre. Versteht das irgendjemand? Dafür spielt der Saulo den Abwehrchef und patzt unter dem Druck, wer ist also Schuld? Warum Sesi den Griechen trotz Fabians soliden Einsatz gegen Bielefeld für die Tribüne holte, wissen sicher nicht mal die Trainingsrentner, die sonst alles wissen. Es würde zu dem Dou Reis/Sesi passen, nach einer möglichen Niederlage beim Dynamo, den Tribünikos dann in den Kader zu holen und nun gegen Sandhausen ein Endspiel zu titulieren. Das Problem ist simpel, Sesi hat zwei Transferperioden verpennt und oft, bis auf Gamboa und Blum, die falschen Leute zu falschen Bedingungen geholt, um einen Trainerneuling, der ihm nicht ans Bein pinkelt, diesen Schlamassel ausbaden zu lassen: Ständig wird auf Zusammenhalt, Leidenschaft, Kampf und so rumgeritten, um das völlig schräge Kunstrukt zu retten. Dann verteidigt man, wo kein Vorwurf ist, lobt die Moral, sieht Fortschritte und macht die Niederlage quasi zu Fake News.

Bleibt zu hoffen, dass Dresden diesen Bochumer Schlamassel auch Samstag nicht ausnutzen kann, dass 6 Neue nicht stechen und wir wie einst 2014 mit Dabro siegen, denn das ist immer noch, trotz allen Mängeln, drin.

Ich glaube, wir ermauern uns ein 1-1. Mal fragen, was der Kambodschamann dazu sagt? Dirk, Sieg ;-) Nee, Spaß. Die Tendenz bei Dynamo-Bochum ist remis. Dresden mit 0-0 und 2-3, Bochum mit Sieg und Niederlage, keine Entscheidung beim Trendduell, Kader gleich mängelbehaftet, beide werden Kämpfen, aber die Sturmreihen sind schwach zZ. Daher wird es ein Unentschieden.

Nee, Leute, hilft ja nichts, nur der VfL. Ich löffle die Scheiße bis zum Ende aus, gerne auch mal samstags ab 13.00 Uhr. Sogar mit Saulo, Sesi und Sachsen….

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfL: Riemann - Gamboa, Decarli (Fabian), Leitsch, Danilo - Tesche (Janelt), Losilla - Zulj, Zoller, Weilandt - Ganvoula
Dynamo: Broll, Wahlqvist, Löwe, Nikolaou, Ballas - Terrazzino - Hušbauer - Atik, Petrák, Horvath — Schmidt

Tom, CB’93

Der Tag, an dem die Hoffnung starb

18. Februar 2020

Der Tag war gestern noch nicht. Gestern verlor der VfL etwas unglücklich 0-1 gegen den favorisierten VfB Stuttgart und das war aufgrund der 2. Hälfte - zumindest aus Bochumer Sicht - nicht nötig. Aber es war doch am Ende aufgrund der spielerischen Qualität des VfB (Ballbesitz, Ecken usw.) am Ende verdient. Aber Bochum verlor das dritte Heimspiel in Serie und das ist bitter für die treuen Fans. Die Bochumer Spieler investierten zwar viel, doch es fehlte vor allem an der offensiven Struktur, um den Lucky Punch ab der 60. zu setzen - gegen den Aufstiegsfavoriten aus dem Schwabenland. So verlor man Ende verdient und bliebt als 15. ganz tief unten drin. 22 Spiele, 23 Punkte, das ist die Bilanz, die z.B. in die Relegation führen kann.

18.500 Fans hatten sich eingefunden, um das Duell “unten gegen oben” zu bestaunen, trotz miesen Wetters und des leidigen Montagstermins. Dazu gab es das passende Banner “Der Montag war, ist und bleibt scheiße!” und das passte zur Stimmung im Stadion. Der erste Samstagstermin für Bochum findet Karnevalssamstag in Dresden statt, spezieller Humor der Spieltagsgestalter der DFL, nehm ich mal an. Und der wird seit gestern nun nicht wirklich nicht unwichtig, wird bestimmt unlustig.

Das Team von Thomas Reis startete überraschend mit Blum und stand dennoch defensiv hinten drin und wollte schnell umschaltend kontern. Das war wohl der grobe Plan. Die Stuttgarter spielten wie im Hinspiel im Mittelfeld deutlich einfallsreicher als Bochum, aber vorne betrieb der VfB Chancenwucher statt Sparsamkeit: Riemann war stark gestern und hielt seinen Kasten bis zur schiksalshaften 81. Minute sauber. Er hatte viel zu tun, gegen Gomez und Co, doch hinten kämpft der VfL leidenschaftlich, wenn auch nicht immer geschickt. Man sollte nicht zu viel erwarten gegen Spitzenteams, gegen Bielefeld, HSV und VfB holte Bochum in 6 Spielen 1 Punkt. Die Siege waren gegen H96 und Wiesbaden, mehr geht zZ nicht.

Diesmal hatten die spielstarken Schwaben in der 1. Hz fast 70% Ballbesitz und dominierten den VfL, der zwar zu Chancen kam, aber Ganvoula und Weilandt hatten keinen guten Tag. Das Halten des 0-0 war die oberste Premisse und Bochum gibt das Mittelfeldspiel offensiv einfach zu sehr ab. Hinten rum geht es oft und immer muss anscheinend der Torwart den Ball berühren, echt kurios. Das sieht wirklich nicht gut aus und erzeugt fast immer den Eindruck der Unterlegenheit, fast als spiele man immer gegen Bayern.

Der VfB Stuttgart hat einen breiten und guten Kader, geht sehr zielgerichtet auf den zweiten Ball - unter dem neuen Trainer aus Italien - aber vergibt zu oft beste Torchancen - so auch in dieser ersten Hälfte. Das 0-0 zur Pause stellte für den VfL ein zufriedenstellendes Ergebnis dar, für die Roten nicht. Sie werden sich geärgert haben. Bei Bochum weiß man nicht, ob es nach so einer rein reaktiven Leistung den Schalter findet für die Attacke, die man als Heimfan ersehnt. Die Erwartungshaltung der VfL-Fans ist da nicht mehr groß und Reis Idee “vom großen Kampf und dreckigen Trikots” mag der Situation geschuldet zu sein, ist aber fußballerisch das oft übel anzuschauen.

Bochum fand aber den Schalter ab der 45. Minute und hatte nun mehr vom Spiel, die große, brotlose VfB Dominanz war nun vorbei. Bochums Außenverteidiger kämpften famos (Gamboa wurde gar gefeiert) und nun trieben die Außenverteidiger ihre Mitspieler nach vorne. Das Publikum reagierte und die Lethargie, die den Verein zur Zeit umgibt, war auf einmal etwas weg. Man schöpfte Hoffnung, vielleicht geht ja was gegen den Aufstiegskandidaten, man war weniger tot als in Bielefeld, das erinnerte etwas mehr an Bayern und den HSV, auch weil Stuttgart verwaltete und auswärts oft der letzte Biss fehlt. Stuttgart beendete gestern eine Sieglosserie.

Bochum hat zwar unter Reis Biss, aber rennt wirr nach vorne, ohne dass man das Gefühl, die Mitspieler haben schon mal zusammen trainiert - auf dem ja so vollen Trainingsplatz. Ganvoula gewann keinen Zweikampf und bewies gestern, dass er keine 5 Mios wert ist. Blum kämpfte nach hinten und Weilandt spielte ohne jedes Fortune. So gelang es nicht, genug Torchancen zu generieren, eine klare Rückentwicklung zur Hinrunde nach vorne, das muss man feststellen. Aber man hofft auf einen Patzer des Keepers der Stuttis oder auf den lieben Gott, während man hinten viel rennt.

Vermutlich wäre ein 0-0 gerecht gewesen, aber in der 81. Minute machte der vorher tadellose Decarli einen schlimmen Abspielfehler, den der Stuttgarter Stürmer aufnahm, auf den Joker passte, der das 0-1 erzielte. Nun kamen nach Zujl noch Winzheimer und Pantovic, aber es fiel kein Tor mehr für unseren VfL. Das gibt diese Mannschaft zZ nicht her, viele Tore, da hat der Trainer keine Spiel-Idee entwickelt, dem das Team folgen kann. Es gab eine laue Schlussoffensive und da hatte der Neue Zulj eine letzte Riesenchance zum 1-1, das nicht fiel. Und die 2000 Schwaben feierten im Gästeblock, Bochums Anhang verließ wortlos das Ruhrstadion, Decarli weinte und so langsam ist jedem klar, so kann man wirklich absteigen. Mutlos nach vorne, im Mittelfeld zu langsam (Tesche) und hinten tapfer, aber glücklos, aber nicht fehlerlos.

Nach 5 Niederlagen aus den letzten 7 Spielen, 4 Niederlagen aus 5 Rückrundenspielen, da kann man nur noch auf die Schwäche von Weisebaden und Dresden hoffen. Bis Samstag und dann kann es schnell sein, dass der Vorstand handeln muss. Sesi holt einen Griechen, der nie im Kader ist, um zu zeigen, ich hab zwei Transferperioden verpennt und bin noch da - und ein Trainer, der im Schnitt ein Punkt pro Spiel holt, der neue Schwabentrainer 2,6 Punkte pro Spiel. Gibt es da noch eine Option zu handeln? Oder steigt man ab und nichts passiert?

Wenn wir in Dresden unglücklich verlieren, dann…….kann sein, dass die Hoffnung auf Klassenerhalt so langsam stirbt. Aber die stirbt bis zum 17.5. vermutlich noch oft.

Vielen Fans fiel gestern nicht mehr viel ein. Ich glaube, da geht es allen Bochumer ähnlich. Ich stehe ja auf Distopien, ich denke, ich bin gerade in einer. Und die endet im Düsteren.

Tom;CB`93

Wir können alles außer Fußball

15. Februar 2020

Wie groß die Erleichterung nach dem Sieg über Wiesbaden war, konnte man am Jubel sehen der 1800 Fans, aber auch zu Hause werden viel Steine von vielen Herzen geplumpst sein. Es war so ein wichtiger Sieg, kein schöner und nun geht es Montags gegen den favorisierten VfB Stuttgart, dem Schwabenpfeil, der wieder sticht: Baden-Würtemberg machte mal Werbung, “wir können alles außer hochdeutsch!”. Das gilt für den VfL seit 2020 in abgewandelter Form, wir können keine schöne Offensive mehr und das werden wir gegen den VfB merken. Gegen den HSV spielten wir gut, in dem Sinne, dass wir in der 1. Halbzeit, auch Montags, gut mithielten: Aber die Hamburger hatten die Ballkontrolle und spielten besser den Ball hintenrum nach vorne. Bochum hatte in Wiesbaden nach drei Niederlagen eine nervöse Spielweise, aber halt Torchancen, weil schwache Teams ihren Gegner nicht vom Tor fernhalten konnten. Der VfL hatte gegen Wehen das Matchglück, was gegen die ungleich stärkeren Stuttgarter nicht reichen wird. Das brauchen wir wieder in Dresden, wo Fußball geholtzt und gearbeitet werden wird. Aber gegen VfB reichen drei 6er nicht aus (Tesche-Janelt-Losilla), um den Ball irgendwie auf Ganvoula zu kriegen, der dann die ärmste Sau auffem Pin ist. Blum rauszunehmen - und Decarli bei fünf anderen IVs drinzulassen - und mit drei Sechsern den Bochumer Cattenaccio zu spielen, führt dazu, dass man mit einem Punkt pro Spiel leben zu können, was auch Reis Quote ist.

Sesi hat also nun den Griechen geholt für die Tribüne als Tätigkeitsnachweis, Reis setzt Bella Kotchap vielleicht bei Matthias Lust ein, die Personalpolitik beim VfL könnte nur Jürgen Klinsmann toppen. Aber nun isset so, wir werden versuchen, mit grausamen Fußball irgendwie drin zu bleiben: Da sind viele auf dem Trainingsplatz, nur ein gepflegtes Offensivspiel kann man nicht erkennen und wird auch 13 Spiele später nicht drin sein, weil der Kader zu schwach ist und der Trainer das rauskitzelt, was Legat im Kopf hat, wenig.

Ob der neue italienische Trainer des VfB ein derartiger Riegel mit 7 defensiven Spielern, wenn Zulj spielt 6, beeindruckt, werden wir zum Wochenstart sehen.

Vom Papier hört sich VfL Bochum- VfB Stuttgart nach Bundesliga an, die Schwaben wollen dahin und könnten im Mai da sein. Der Dreikampf Bielefeld, Hamburg und Stuttgart setzt die Schwaben unter Druck, wie wir unter Druck stehen. Die VfBler spielten unter dem alten Trainer sehr offensiv und offen. Im Hinspiel siegten sie 2-1, Ganvoula traf und angeblich wollten die Brustringler 5 Mios für unsere Sturmperle zahlen.

Nun kommen die Weiß-Roten mit 2000 Fans und natürlich gehen sie von einem Sieg aus. Der Bochumer Trainer wird wieder die Mitte zumachen, lange Bälle schlagen lassen und seine Variante vom kampfbetonten KickandRush (Gruß an den Coachie) versuchen lassen, Ende ist dabei offen, wenn Stuttgart nicht 100% da ist. Wenn sie es sind, verlieren wir das Spiel. Ein Sieg ist dann drin, wenn sich alle über 70 Minuten den Arsch aufreißen, die Fans gut supporten und der Rest Glück dann käme. Ich glaube diesmal an ein 2-2: Bochum brennt ein Strohfeuer ab, macht das 1-0, dann drehen die Schwaben das Spiel vor der Halbzeit, aber diesmal kommt ein moralisch verbesserter VfL ins Spiel zurück und macht das 2-2. Das wäre Gold wert vor dem Auftritt in Dresden zum Karneval.

Aber es ist ja immer so, man weiß nicht wie es ausgeht, auch wenn die Schwaben leichter Favorit sind, mit einer guten Form, die wir immer noch suchen, voller Trainingsplatz hin oder her, Einstellung oder Zweikämpfe hin oder her.

Also, wenn man sich Montags Tradition geben will und Spannung aus dem Szenario, ab ins Ruhrstadion, Fußball kann billig, spannend und einfach sein, nur schön, das können wir leider anno 2020 nicht.

Aber, hey, wir wissen ja, darum geht es diese Saison auch nicht.

Statistik von VfL4u:

Montag, 17.02.20, 20:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück, pfiff den VfL zuletzt beim 0:0 gegen Kaiserslautern im April 2017)
Assistenten: Daniel Riehl (Bremen), Fynn Kohn (Hamburg)
4. Offizieller: Eric Müller (Bremen)
Video-Assistenten: Sven Waschitzki (Essen), Markus Wollenweber (Niederkrüchten)

Hinspiel: VfB - VfL 2:1 (02.09.19; Didavi, Gonzalez; Ganvoula)

Die Bilanz: Gesamt 17-18-38, 2. Liga 0-2-1 (jeweils aus VfL-Sicht)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Riemann - Gamboa, Decarli, Leitsch, Danilo - Tesche, Losilla - Zoller, Zulj, Weilandt - Ganvoula
VfB: Kobel - Phillips, Karazor, Endo - Stenzel, Castro, Mangala, Sosa (Wamangituka) - Didavi, Förster - Gómez