Take five

An einem herrlichen, sonnigen Feiertag spielte der VfL Bochum gegen Nürnberg  in einem unterhaltsamen Zweitligamatch 1-1. Es war das 5. Remis in Folge, das fünfte 1-1 hintereinander. Der neunte Spieltag der zweiten Liga wäre fast perfekt gewesen, hätte Bochum das finale 2-1 (durch Gregoritsch, Sestak oder Forsell) gemacht. So ist man nun seit drei Spielen, seit FSV Frankfurt ohne Sieg. Gleichzeitig hatte man die Fans wieder mit tollem Fußball zurück ins Stadion geholt und die Leute in der Stadt haben wieder Bock auf den Verein von 1848. Der Kriechgang scheint vorbei, die neue Siegesserie fehlt noch.

Nach dem 0-5 in Heidenheim hatte P. Neururer auf zwei Positionen umgestellt (und war beim Friseur gewesen), Kaptain Luthe und Bulut auf rechts hinten waren neu in der Startelf, die sich gleich unter Nürnberger Druck befand, aber nicht geschockt wirkte durch die Packung auf der Ostalb. Man stand recht stabil gegen die Mittelfranken, aber man konnte sein Spiel nicht entwickeln, obschon Tasaka in der 6. Minute den neuen Nürnberger Goalie und das Tornetz testete. Sonst war der Anfang etwas zäh und unkreativ. Der Nürnberger Kaptain hatte schon Probleme bei der Seitenwahl, “back to basics” wäre der angesagt. Doch auch die Cluberer hatten 2-3 Chancen in der 1. Hz., spielten aber sonst auch nicht wie der Topfavorit der 2. Liga.

Über 25.000 Zuschauer (darunter 2000 Nürnberger und Schalker) hatten ordentlich Pils, Wurst und gute Laune getankt, so dass die Festnahmen vor, nach und während des Spiels durch Gesänge übertüncht wurden “Scheiße ……null vier!” und natürlich der neue Ultra-Song (von Dämon) wurde rauf- und runtergesungen, dazu viel “Wen lieben wir!” und “hey VfL Bochum….schalalalala”. Es war ein wirklich klasse erster Ferientag, der Tag der deutschen Einheit 2014, im Ruhrstadion - mit der ganzen Familie - Kind und Kegel - und Freunden - waren viele in blau-weißem Ornament angereist.

Auch der von Lautern angebaggerte Latza püfte den Nachfolger von Schäfer, doch das verdiente 0-0 hatte Bestand bis der Powerösi “ein Tor des Monats” kurz vor dem Pausenpfiff machte, nun kochte die Stimmung über, auch weil Bayernfans uns in der Ost überstützten und Schalker den Club in der West. Insgesamt merkte man, die Leuten hatten Lust auf realen Fußball ohne Getütt, und zwei Urgesteine der Fahrstuhlligen 1./2. taten ihr Bestes dazu.

Es war nicht immer genug um wirklich guten Fußball zu sehen, aber stets unterhaltsam.

Nach der Pause zog sich der VfL nach der 1-0 Führung zurück und prompt kamen die Nürnberger auf. Das 1-1 durch Jakub Sylvestr war schön rausgespielt, Bochums Abwehr pennte kurz und der letztjährige Bomber aus Aue traf endlich auch zum zweiten Mal für den neuen Arbeitgeber und fuckte die VfL-Fans kurz ab.

Doch dann spielte nur noch Blau-Weiß gegen Rot-Schwarz, Bochum mit tollen, aber leider uneffektiven Kombinationen gegen die Fünferkette vom wackelnden Valerian Ismail. Sestak und Gregoritsch wirbelten, Tasaka spielte zu viel für die Galerie, doch es sah gut aus, Terrodde ackerte auch wie ein Tier, nur das 2-1, es wollte nicht fallen. Der FCN tat nichts mehr nach vorne, die teuerste Truppe der zweiten Liga igelte sich ein im Ruhrstadion gegen die Hausherren.

Gregoritsch hätte wie Sestak ”man-of-the match” werden können, doch seine Direktabnahme landete in der Ost statt im Tor, da hätte er besser abgespielt. Es kamen Forsell (mit einer Chacne), Terrazzino und Butscher; Peter wechselte mutig, der VfL drückte bis zum Ende, doch der erste Heimsieg seit dem 2-0 gegen den VfB Stuttgart, wurde bis gegen Darmstadt vertagt, sag ich jetzt einfach mal.

Das 1-1 war für sich genommen okay und auch gerecht, aber es wird so langsam ärgerlich, wie der VfL zu Hause überzeugt und dennoch viele Punkte verschenkt. Die Frage, ob das Glas halbleer oder halbvoll ist, entscheidet sich in Leipzig und gegen Darmstadt.

Jetzt ist erst mal Länderspielpause und das CB fährt in einer Kleingruppe nach Warschau….

Nach dem Spiel gab’s wieder Feiertagsbiere, Fanshopfrustschoppen und die Frage, wie ”Schnecken schnakseln”…..

Ihr seht, Fußball in Bochum, da geht wieder was…

Tom, CB’93

P.S.: Die Auflösung der Frauenabteilung beim VfL ist wie die Digitalisierung des VfL-Echo eine Maßnahme zur Stärkung des Kerngeschäftes

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