Oha, der Justin

Als ich Samstagabend noch etwas frustriert war wegen der 2-0 Niederlage des VfL in Leipzig, hab ich mir die Sportschau ab 18.00 Uhr angemacht, weil ich mir gerne die Drittligaberichte reinziehe - und folgerichtig wurde das 0-0 vom MSV Duisburg gegen Dresden gezeigt. Ein ehemaliger Ex-Bochum-Zwei-Spieler namens Justin Eilers hatte sehr viele Chance, das 0-1 im Zembrastall zu machen, er machte es nicht an der Wedau: Als erfahrener Bochumer weiß man: es ist wieder Herbst, wir spielen am Dienstag gegen die, der motivierte Typ wird bestimmt treffen. AMEN. Aber ich hoffte auch endlich wieder auf ein 1-1 und ein Terroddetor.

Ich bekam alles das, bis zur 94. Minute, dann schlug er, der “gehexenschußte” Justin, erneut zu: 2-1 für Dynamo Dresden vor ca. 24.000 Zuschauern: lauter Jubel in schwarz-gelb. Es sollte leider der Endstand sein, ein Elfmeterschießen bekam der VfL nicht, auch dank des chronisch schwachen Schiri Wingenbach, der ein klares Handspiel übersah, der Bochumer Altfinne köpfte zu allem Überfluss am Tor der Sachsen knapp am Tor vorbei. Merde, Losilla, merde.

Es war ein ganz schlimmer Abend für ungefähr 1000 Bochumer Fans im Gästeblock, das wurde schon nach 20 Minuten klar. Bis dahin hatte der VfL ganz passabel gestanden, auch wenn Fabian, Simunek und Perthel der Viererkette schon sehr fehlten. Malcom und der nette Herr Butscher, sie sollten des Öfteren wackeln und entscheidende Fehler machen, doch die Schuld am Zweitrundenpokalaus auf sie alleine zu schieben, wäre nicht fair, wahr und ehrlich. Die vier Chancen, die der VfL hatte, nur eine (!) wurde zum Tor, sie sagen auch was über unsere kleinere Sturm-und Offensivkrise.

Die vierte Minute an der Elbe: Sestak nutzt einen Hefelefehler, der Slowake alleine auf B. Kirsten und den K-Block zu, der Goalie schon fast geschlagen, aber Figther Erdmann rettete irgendwie. Dann übermahmen die giftigen Dynamos das Spiel und Bochum machte zu wenig zur Entlastung, Eilers wurde erst mal übersehen vom Rauschebart oder er vergab. Ein Klassenunterschied konnte man ab der 21. Minute nicht mehr sehen, die Dresdener kämpften wie gegen Schalke bravorös, das reicht zZ gegen den VfL. Ein Abseitstor der Elbstädter zählte nicht und in der 45. Minute foulte Eilers übel bei einer Ecke, der Schiri gab zwar das 1-0 durch Erdmann nicht, gab aber auch kein Rot gegen Rüpel Justin. Die Dresdener brauchten lange, um das Nichttor raffen, das Tor nicht zu geben war jedoch höchst regelkonform.

0-0 in der Pause, Kabinenschwüre, aber man konnte als Bochumer Angst kriegen vor dem zu erwartenden schwarz-gelben Sturm nach der Pause - vor fanatischen Fans des Osttraditionsclub aus der altenn DDR. Es kam zunächst anders. Bochum kam gut aus der Pause und machte überraschend nach einer tollen Holthauseinzelleistung das 0-1 durch Terodde per Kopf - gegen die Laufrichtung von Kirsten, Hefele pennte schon wieder. Das 0-2 durch Danny Latza fiel eben nicht, weil Kirsten wieder klasse die Nerven behielt. Es wäre wohl eine (Vor-)Entscheidung für die Westfalen gewesen, enorm wichtig für unseren klammen Verein. Auch sportlich hätte der Sieg sicher neue Kräfte freigesetzt, es sollte nicht sein, Bochum ohne Fortune und mit zwei Niederlagen in Sachsen.

Das 1-1 fiel nach einer viel zu zaghaften Abwehr von Butscher, Malcom gedanklich zu spät gegen Justin, das hört sich nach Gesamtschule an, es war das 1-1 für den SVD, enorm wichtig zu dem Zeitpunkt. Nun kamen die Dresdener wieder auf, Dürrholz vergab das 2-1, Bochum rettet sich ab der 65. Minute irgendwie in die Verlängerung gegen Schwarz-Gelb. Es gab insgesamt zu wenig Kreativspiel, Tasaka musste wieder raus und auch der schwache Weiss durfte duschen, Latza tragisch. Die Pässe über 2 Meter klappten nicht, diesmal konnten die Millionentransfers des Gegners nicht als Ausrede dienen. Hier fehlte die Klasse des ambitionierten Zweitligisten, das Selbstbewußtsein, die Physis, die Klasse, wenn auch nicht die richtige Einstellung, die war da. brachte nur nichts.

Dass das 2-1 in der 94. Minute wieder durch Eilers fiel, hatte viele Gründe: Dresden hatte noch nicht lange gewechselt und wirkte frischer, holte sich einen Ball vor der müden Bochumer Abwehr: der tödliche Pass auf Justin und Latza (vielleicht schon in Gedanken beim FCK) träumt, bleibt stehen, 2-1 gegen den schuldlosen Luthe. Fatal. Fatal für ihn, Esser ist glücklicher irgendwie. Fatal für den Verein, obschon Eilers das 3-1 nach einem schlimmen Luthebock nicht das leere Bochumer Tor traf, fatal für die Herbstdepri der Fans, fatal, fatal, fatal. Einen Handelfer wollte Wingenbach nicht mehr geben und Forssell vergab das 2-2 in der 119. Minute. Die Chance ins Elfmeterschießen zu kommen, wurde nur in den letzten 5 Minuten entschieden gesucht, dann war es zu spät für die einst Unabsteigbaren. Bochum schied (erneut) in der 2. Runde des DFB-Pokals aus und konnte an die Gala gegen den VfB nicht anschließen. Unbelehrbar.

Die Situtation des VfL ist nun vor dem Spiel gegen den Tabellenletzten aus Sechzig mehr als beschissen. Die Leichtigkeit der Spieler vor dem Tor vom Anfang der Saison war gestern komplett weg. Die Kreativität im Mittelfeld ist verkümmert, Pässe kommen nicht an, null Druck über die Außen. Die Kurve geht nach unten. Die Verteidigung kann die Ausfälle nicht kompensieren und insgesamt war man gegen einen Drittligisten nur mehr gleichwertig, das ist zu wenig. Man muss nun eindeutig nach unten gucken und beobachten, was passiert. Fortentwicklung der Mannschaft? Fehlanzeige!

Der Trainer wirkte gestern mutlos und lethargisch, die Wechsel sind typische Peterautismen gewesen, null Plan B in der Hektik in Elbflorenz. Warum sind die VfL-Spieler so müde in und vor der Verlängerung? Warum ist der Druck bei unserem klammen Verein zu siegen so groß, zu groß  für die zarten Köpfe der Spieler? Man verspielte mindestens 500.000 Euro und dazu viel Hoffnung aus den Herzen der Fans an der Castroper. Es wird kalt im Westen.

Peter veränderte zwar das 4-4-2 zum 4-3-3, das VfL-Spiel blieb aber mausgrau wie der Herbst. Gründe?… zu lasches oder ödes  Training, zu wenig B-Spieler, die nachrücken könten, zu wenig Glück, der DFB? Es ist nun kein Geld für Neuverpflichtungen oder einen neuen Trainer dar, Hochstädter und Wilken müssen sehr viele Löcher im Winter stopfen. Dazu Schlagzeilen um Frauenfußballzumacher, mögliche Insolvenz, irgendwelche Transen sowie Starlets und die angeblichen HoGeSa-Mitlgieder aus Bochum; der VfL schliddert in seine klassische Herbstkrise, spätestens in Lautern droht das “Wir haben die Schnauze voll” der Treusten der Treuen.

Nein, es ist in Sachsen in Fünf Tagen mehr zerbrochen als drei Punkte und das Aus im DFB-Pokal. Die ganze, tolle Euphorie ist weg, das war eigentlich fast garnicht möglich nach dem 1-5 beim FSV. Es passierte dennoch, der typische Petereffekt oder einfach Bochum “klassisch”: Der Hype ist die heiße Luft des Sommers gewesen, nun wird’s wieder ungemütlich.

Nein, ich bin so sauer, ich könnte jetzt die Spieler beschimpfen, den Trainer anzählen, die Schiris beschuldigen, das Schiksal beklagen, es ist einfach deprimierend, was in den letzten fünf Wochen beim VfL passierte.

Ich glaub, ich mal ein Schild oder ich mach Noten. Da ist doch bestimmt ein Justin im Kurs….

Tom, CB’93

P.S.: Liebe “Antifa BO”, der Olaf S. kommt nganz sicher nicht aus Herne und ist auch bestimmt kein Nazihool. Kann ja mal passieren, die Stasi hat “Skindeeds” auch immer falsch geschrieben und ihr seid hat halt  engagierte Minisophie Scholls im 23 Semester SOWI. Ermittelt mal schön weiter, Bild findet Hools nun auch doof, ich fühl mich schon derbe ANTI seit Freitag !

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