Montagsgefühl

Der Montag ist ein Wochentag, dem ein denkbar schlechtes Image anhängt. Das kann man wohl ohne Umfrage sagen. Dem Montag wird der Frust über die eigene Unzufriedenheit mit der ungeliebten Arbeit angelastet, dem Montag wird der Kater angelastet, der Montag ist der Horrorclown unter den Wochentagen; man fragt sich, wann der Ströbele eine Petition in den Bundestag zur Umbenennung einbringt - in “Schöner Wochenstarttag”, weil der Montag quasi der Buhmann der Wochentage ist. Montag zu sagen ist damit “Wochentagrassismus”. Im Fußball bedeutet Montag schlicht, dass man Zweitligist ist und auch ist es eine Frage der Perspektive: Für Teams wie Großaspach, Sandhausen, Kiel oder Lotte sicher ein Traum, das Sport 1-Spiel am Montag, ist es für Ex-Bundesligisten Kaiserslautern oder Bochum eine gemischte Erfahrung. Beide raus aus dem DFB-Pokal, ist das Spiel Übermorgen sicher kein Spitzenspiel in der 2. Liga- das wäre BTSV-Heidenheim oder Hannover-Würzburg.

Bochum ist als grauer Achter ein scheinbar schlagbarer Gast, Kaiserslautern als 16. eine Mannschaft, die gewinnen muss, die aber ihre Probleme hat. Tayfun K. machte zuletzt eine Eindruck, als ob er seine ideale Formation noch sucht. Das ist am 10. Spieltag so eine Sache, außer man hat so viele Verletzte wie Bochum, Gyamerah macht bald wieder Reha. Er, der Korkut, ist natürlich umstritten, auch weil er in Hannover aus seinem Team “elf brave, biedere Fußballsachverwalter” machte. Und auch in der Pfalz ist der Erfolg durchaus überschaubar. Aber letztendlich kann der Lauterer Trainer mit einem Heimsieg live im TV Druck von sich unser der zeitweise wenig teuflischen Mannschaft nehmen.

Der VfL muss hinten (nicht nur bei Standards) den Laden dicht kriegen, vorne die Stürmer besser in Szene setzen und endlich nicht nur 30-45 Minuten, sondern mal 70-80 Minuten Vollgas geben. Dann kann dieses Team auch endlich sein volles Potential abrufen.

In Bochum ist 2016/2017 es ein Hin- und Her der Emotionen. Nach dem Verlust von guten Vorne und den Verletzungen von denen Hinten/Mitte hat sich der VfL wacker geschlagen und guckt nun eigentlich optimistisch nach Rheinland-Pfalz, uff de Betze.

Dort hat man seit 1998 nicht mehr verloren und will am Montag nach Aue den zweiten Auswärtssieg einfahren, um nach dem 2-2 gegen Sandhausen nicht den Kontakt zur Spitze zur verlieren. Denn greifen kurz vor Weihnachten die Mechnanismen, die Verletzten kommen wieder, ist ein Angriff nach der Winterpause bei Union ein Ziel für den Wunschzettel unter dem Blau-weißen-Baum.
Montag bedeutet Stress für 400 Livefans - und Drohnen - vor Ort, dazu Arbeiten, nach Hause kommen und Fernseher an. Montag ist auch ein Ankommen in der WOche und Hoffnung für einen Auswärtserfolg.

Es wird ein Teilerfolg, es wird ein 1-1.

Und Heidenheim ist wieder an einem Sonntag. Gott sei Dank. Das soll jetzt nichts diskriminierendes gegen Montage sein, aber das Wochenende ist irgendwie dann doch schöner.

Montag, 24.10.16, 20:15 Uhr, Fritz-Walter-Stadion

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München, pfiff den VfL zuletzt beim 2:2 gegen Duisburg im Februar 2013)
Assistenten: Stefan Lupp (Zossen), Marco Achmüller (Bad Füssing)
4. Offizieller: Benjamin Bläser (Niederzier)

VfL4u:
Die letzten Spiele gegen Lautern: VfL - FCK 1:2 (25.09.15; Mlapa; Colak, Piossek), VfL - FCK 1:0 (27.10.15; DFB-Pokal; Löwe (ET)), FCK - VfL 0:2 (14.03.16; Terodde (2))

Voraussichtliche Aufstellungen:
ECK Pollersbeck - Gaus, Heubach (Ewerton), Koch, Mwene - Kerk (Görtler/Osawe), Ring, Ziegler Moritz, Stieber - Jacob (Zoua)
VfL: Riemann - Perthel, Bastians, Hoogland, (Dawidowicz/Canouse), Rieble - Eisfeld, Stiepermann, Wurtz, Canouse (Merkel/Wydra), Weilandt - Mlapa

Tom;CB’93

P.S.: Danke an Gerrit S. POTTORGINALE und Tim K. Blickwinkel, dass sie unseren Verein so toll repräsentieren !

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