Der Kopf aus der Schlinge

25. September 2017

Es ging in den letzten 8-10 Wochen schon - zum zweiten Mal (vermeintlich) - um den Kopf von VfL-Trainer Atalan. Der VfL gewann 2-0 vor 11.300 Zuschauern gegen Ingolstadt und Keeper Riemann konnte zum ersten mal seit April seine Bude sauber halten. Allen fiel in der Sonne des Spätherbstes ein großer Stein vom Herzen, dass Bochum den vor der Saison als Topfavoriten gehandelten FCI besiegen konnte und damit den zweiten Absteiger im Frühherbst geschlagen hat. Bochum blieb ohne Gegentreffer gegen die Oberbayern, fast eine Rarität.

Vor 20 Jahren hatte der VfL den Europacup, die Erinnerung an den letzten Aufstieg 2006 verblasst zusehens. Nach den zwei Niederlagen gegen Heidenheim und Nürnberg stand der VfL und sein Trainer enorm unter Druck. Das Abrutschen nach unten drohte, Schönspieler Sam wurde aus dem Kader genommen, Abklatsch-Dorne aus dem Tor. Die Wechsel stellten sich als wichtig heraus und führten auch zum Erfolg. Die beiden Außenverteidiger Celozzi und Soares

Bochum begann gegen individuell starke - und aggressive weiß-goldene - Ingolstädter solide, effektiv und konzentriert. Dann machte der von Erkältung genesene Bastians einen Freistoß von Stöger links unten rein. 1-0 durch den Kapitän und wieder sollte Stöger den Assist zum 2-0 machen, diesmal verwandelte der immer besser werdende Kruse rechts vorbei am FCI-Keeper.

Der Tesche konnte dem bärenstarken Stöger defensiv helfen, diese Führung mal seriös und mit hoher Laufleistung zu verteidigen, allerdings zu lasten der optischen Überlegenheit, die auch gestern keiner mehr sehen wollte.

Bochum brachte das 2-0 in die Pause, weil ein Ingolstädter die Latte traf und der VfL endlich auch nach Standards wach war.

Die zweite Hälfte brachte zwar offensiv eine Delle im VfL-Gesamteindruck (Diamantakos), aber das ganze Unternehmen führte schließlich zum zweiten Heimsieg, auch weil Riemann einmal super parierte gegen einen Schanzer.

Normalerweise spielt Bochum 30 Minuten gut, wird dann im Angriff gestoppt und der Gegenzug führt zum Tor, nach Schema F.

Diesmal ließ Isi seine Mannen etwas defensiver Spielen und das konnte gelingen, weil der FCI mitspielen wollte wie Darmstadt und Riemann, Bastians, Stöger und Kruse top performten - und Leitls Team auch unter dem zweiten Trainer nicht ihre Topfavoritenrolle gerecht werden kann.

Am Wahltag waren die 11.300 VfL-Wähler zufrieden, der Kambodschamann konnte seinem Sohn einen Heimsieg zeigen und man konnte als VfL-Mensch zufrieden nach Hause gehen. Die meisten taten das, ich war dann noch auf einer Wahlparty in Köln, nun ich kenne Verlieren halt gut.

Fazit, eine bescheidene VfL-Woche endete versöhnlich, Bochum siegte “dreckig und eklig und nicht in Schönheit”. Leider fehlt Stöger in Kiel, trotzdem blicke ich optimistisch in die Kieler Bucht, auch wenn unser VfL eher ein Rollercoaster ist als ein Silberpfeil. Drei Punkte auf das Holzbein ist nächste Woche unser Ziel und das ist offen, ob es klappt. Packen wir es an, fahren wir ins Storchennest.

Tom,CB’93

P.S.: Die Choreo am Anfang war klasse, Hut ab vor der Kreativität und dem Fleiß der Ultras an der Stelle

Tom; CB’93

Isi going (Ing) - soon over?

23. September 2017

Sonntag gegen die Schanzer wird schon (wie vermutlich Dresden es war) zum Trainerendspiel. Nach den zwei vermeidbaren Niederlagen gegen Heidenheim und Nürnberg, werden aber auch Erinnerungen an die Niederlagen gegen Pauli und Bielefeld hochgespült. Und vier Niederlagen in sieben Spielen sind bei diesem vermeintlich hochwertigen Kader einfach zu viel.

Ismail Atalan wirkt wie ein guter, sympathischer Typ, der vom neuerfolgreichen Dorfclub Lotte in die Metropolregion Ruhrgebiet kam - und von Hochstädter kalt in die Schlacht geworfen wurde, Isi wirkte im Interview nach dem 3-1 in Nürnberg ratlos. Der Zug nach oben scheint länger abgefahren und es könnte sein, dass nach einer weiteren Niederlage gegen den FCI der Zug im Bahnhof der treuen VfL Fans ebenfalls abgefahren ist, um mal einen Schlager von Michelle zu bemühen (”Du Idiot”) .

Bochum spielte beim Lieblingszweitligagegner in Franken 28 Minuten für die Galerie, hat Ballbesitz, zeigt Laufbereitschaft und Technik. Die 0-1 Führung per Handelfer war verdient und man hätte nun das 0-2 machen müssen. Aber das macht man eben nie. Da hat man tolle Leute wie Sam, Kruse, Diamantakos auf dem Platz, die am Ball gut aussehen, aber denen die Seriosität fehlt, einen Gegner mal richtig zu dominieren, indem man gefährlich  in den 16er eindringt und für echte Torgefahr sorgt. Dann, wenn man im oft im Ballbesitz ist, verliert man irgendwann den Ball vorne, wird schnell ausgekontert und verteidigt so fahrlässig, das man das Gegentor fast immer kriegt. Das 1-1 wird durchs Dornebusch Abpraller begünstigt, das 2-1 durch Fabians Zweikampfverhalten, das 3-1 durch Youngster Leitsch. Isi experimentiert, wagt und versucht viel (zu viel?), aber die einheitliche Linie erschließt sich dem Fan nicht. Ich weiß nicht, wofür Atalans Fußball steht. Er wirkt wie ein Konzepttrainer ohne Konzept, oder fehlt ihm schlicht die Zeit? Hätte er mehr an Verbeeks Fußballerbe anknüpfen müssen oder ist das unfair ihn so schnell zu bewerten.

Dass Fußball ein Ergebnissport ist, musste auch der FC Ingolstadt bemerken. Dazu VfL4u:

“Die Oberbayern sind nach einem zweijährigen Aufenthalt in der Beletage ins Unterhaus zurückgekehrt. Der Saisonstart verlief katastrophal. Die ersten drei Spiele wurden allesamt verloren. Konsequenz: Trainer Maik Walpurgis, wie Ismail Atalan einst in Lotte beschäftigt, musste gehen. Sein Nachfolger wurde zunächst interimsweise, inzwischen zum Chefcoach befördert, Stefan Leitl. Jener Leitl, der das erste Zweitligaduell beider Vereine an der Castroper Straße im November 2010 (1:4) mit einem Dreierpack fast im Alleingang entschieden hat. Zur Seite steht ihm der “ewige” Michael Henke.

Seitdem ging es mit sieben Punkten aus den folgenden vier Spielen leicht aufwärts. Nach dem scheinbaren Befreiungsschlag mit einem 4:0-Sieg in St. Pauli gab es zuletzt mit dem 2:2 daheim gegen den MSV Duisburg allerdings wieder einen kleinen Rückschlag.”

Nun hat der VfL den Druck vor dem Spiel am Sonntag, den die Bayern vor dem 4. Spieltag hatten. Als selbsternannte Aufstiegsfavorit mit viel Euphorie gestartet, hat Bochum seine Fans dieses Jahr schon mehrfach enttäuscht.

Warum diese englische Woche besser enden soll, als sie begann? Die Zeit spricht für Atalan, er kann seine Ideen einüben. Die Spielerauswahl wird größer und der muss vom Versuchen zum Machen und Siegen gelangen. Einige VfL-Fans hat er auf dem Weg schon verloren und gegen die Ingolstädter wird das Stadion wieder nur 14.000 Besucher haben, obwohl diese Spiele meist  torreich sind.

Ingolstadt ist durchwachsen in Form, Bochum ist leider außer Form.

Der VfL muss aus dem Ballbesitz mehr in die Box eindringen und zum Abschluss kommen. Die Mittelfeldspieler müssen mehr schißen. Die Flügel müssen mehr Flanken schlagen und wenn man den Ball in der Vorwärtsbewegung verliert, muss man sich schneller formieren und besser verteidigen. Die Zweikämpfe hinten müssen angenommen werden und die Neuen wie SAM und Tesche müssen ins Team intergiert werden.

Bleibt zu hoffen, dass die Spieler dem Trainer folgen und nicht wie in ING der Trainer schnell gewechselt werden muss. Gewinnt man, ist die Hoffnung gegen die Störche wieder da, verlöre man, greifen die Mechanismen des Geschäfts.

Tom;CB’93

Die Statistik wie immer von VfL4u:

Sonntag, 24.09.17, 13:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt, pfiff den VfL zuletzt bei der 2:0-Niederlage in Bielefeld im August)
Assistenten: Dominik Schaal (Tübingen), Tobias Fritsch (Frankfurt)
4. Offizieller: Stefan Zielsdorf (Haselünne)

Die letzten Spiele gegen Ingolstadt: VfL - FCI 3:1 (10.05.15; Gregoritsch, Forssell, Tasaka; Hinterseer), FCI - VfL 3:0 (29.11.14; Hartmann, Hinterseer, Leckie)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Dornebusch (Riemann) - Danilo, Bastians (Leitsch), Hoogland (Fabian), Celozzi (Gyamerah) - Tesche (Saglam), Losilla, Stöger (Eisfeld) - Kruse, Hinterseer (Diamantakos), Sam (Gündüz)
FCI: Nyland - Gaus, Wahl, Matip, Träsch - Kittel (Lex), Morales, Christiansen, Cohen, Pledl - Lezcano (Kutschke)

Der Lift rauscht nach unten

21. September 2017

Ganz früher waren wir mal unabsteigbar. Dann waren wir mal Fahrstuhlteam, mit zwischenzeitlichem UEFA-Cup, die Liftboys. Nun sind wir so langsam unaufsteigbar und der Lift rauscht nach unten. Man verliert in Nürnberg 3-1, wie das 1-2 gegen Heidenheim eine unnötige Niederlage nach einer 1-0 Führung. Das heißt, man kann die Aufstiegsträume erst mal begraben und beginnen unangenehme Fragen zu stellen.

Dass man 22 Minuten perfekt Fußball spielt, 0-1 per Handelfmeter führt, vielleicht 0-2 führen könnte, ist das eine. Das andere ist, dass der Gegner - heute Nürnberg - lauert auf Ballverluste offensiv und schnell vor dem Bochumer Tor ist. Das heißt bei Atalans Team Gegentor, 1-1. Und da ist die Crux. Auch ohne Riemann, Bastians und Hoogland muss die Abwehr besser stehen und die Balance zwischen Angriff und Abwehr stimmen.

Bochum geht mit diesem 1-1 in die Halbzeit, es hätte immer noch deren Donnerstag werden können. Aber hier scheint ein Mentalitätsproblem der Spieler vorzuliegen. Kruse, Diamantakos und Sam starten stark und tauchen dann ab. Wieder verliert der VfL einen Ball bei eigenem Ballbesitz vorne, die Clubberer spielen schnell in die Spitze, Valentini auf Löwen, Fabian zu zaghaft beim Kopfball: 2-1.

Eigentlich weiß man da diese Saison, da geht nichts mehr. Auch beim 0-1 gegen Pauli, wusste der Bochumfan, das war’s. Und das war es gegen Pauli, Bielefeld (auch guter Beginn) und Nürnberg, Rückstand bedeutet Niederlage. Das fehlt der Rumreißer, da fehlen am Ende die Punkte. 7 Punkte aus 7 Spielen, da wird bei einer weiteren Niederlage gegen Ingolstadt die Trainerdiskussion losgehen. Im ersten Spiel taktisch verzockt, keine Konstanz reingekriegt, oft falsche Impulse gesetzt, die Balance fehlt.

Die Wechsel von Wurtz und Gündüz hätten vermutlich auch keine Tore gebracht, wenn die Nürnberger komplett vom Platz gegangen wären. Dann hat Bochum den Ball und der FCN bleibt brutal effekiv. Leitsch agiert beim Zweikampf als hätte er eine Behinderung am Arm, auch das gibt wie bei Valentini verdient Handelfer. Der Schiri war heute fehlerlos. Das 3-1 kriegt Dorne im Nachschuß rein, auch beim 1-1 sah er nicht Weltklasse aus.

Atalan hat mit seinem scheinbar gutem Kader - vielleicht ist er auch überbewertet - kein Fortune und Bochum bleibt im Tabellenkeller als 14. Und das in einem Jahr, wo Hochstädter und Engelbracht ordentlich Geld in die Hand genommen haben, um oben zu stehen und den Verein möglichst teuer zu verkaufen. Wobei die Ausgliederungsgegner nun sagen können, es wird ein billiger Verkauf.

Die Sache bleibt nach 2 Niederlagen einfach. Holt man gegen Ingolstadt und Kiel keine 6 Punkte, sondern 1, dann wird Hochstädter schnell die Trainerfrage stellen müssen. Isi ist vielleicht netter als Gertjan, aber nett ist drauf geschissen, wenn man so verliert wie heute.

Soviel Fiege kann man vor allem Sonntags nicht trinken, dass das geil wird.

Der Lift rauscht nach unten und ich persönlich finde den Knopf nicht´, um ihn anzuhalten.

Schlecht gelaunt grüsst Euch der Tom, CB’93

Ist doch zum KOTZEN!

#nichtohnepunkteausmaxmorlockstadionheimkehrenvfl

18. September 2017

Heute mach ich mal einen auf influencenden Twitterer #whothefuckisfuck #annecastroper #meinvfl #ub99 #1848 #VfLbleibteV  #gerritsunddieobergeilenficker  #timkramerderdieseriösenfotosmacht #wasmachtmarcelmaltritzeigentlich. Ich #donaldducktweetetauch soll ja gar einen Präsidenten geben, der teilt seine Politik gerne per Twitter mit und nennt den nordkoreanischen Präsidenten #rocketman. Diesen präsidialen Supertweet konnte ich beim schiefgelaufenen Heidenheimspiel bei meinem Sitznachbarn bewundern. Würde Atalan (ich hab einige Herren seines Namens bei Twitter gefunden) twittern lassen, würde er vermutlich #ichwillsiegenaberdringend rausschießen in die Welt - oder Hashtag - Chancenverwertung, #konstantveteidigen #machfertiglan. Unser Fanclubpräsident #präsiweissalles hält nicht wirklich viel von Atalan als Trainer und mit Twitter, den Kambodschamann #kambodschamannbeobachtetalles hab ich dazu noch nicht gesprochen.

#keineeinsichtohnedenkambodschamann. Nur dass er jetzt behauptet, ich hätte nach dem Spiel …..ach lassen wir das.

Samstag 15.30 Uhr ist wieder ein Spiel….ach nee, Donnerstag 20.30 Uhr ist das Montagspiel in Nürnberg, letzten Sonntag gab es hingegen drei Erstligaspiele, eins so gegen Eins (Premiere) parallel zu unserer Niederlage gegen #10Jahrefchjubiläumfürschmidt. Wer blickt da noch durch? Aber Donnerstag gilt es, schnell für Isis (das ist der Genetiv von Isi! - ich geb dem jetzt lieber keinen Hashtag) Mannen, den fatalen Eindruck zu korrigieren, sie hätten in den entscheidenden Momenten nicht die Konzentration, den letzten Willen und das daraus resultierende Glück, um oben mitzuspielen. Im Moment ist das so, nach sieben Pflichtspielen kann man sagen, die Leistung, die Konstanz, all das reicht nicht für oben zZ. War das schon das Gefühl #irgendwiewirddasgewonnengegendiefch oder fehlte einfach das Glück gegen die “Ostelbischen”? Heidenheim einmal vor dem Tor in der 73. Minute und rums 1-2, drin. #Rumsdiebumsistdasspielverloren. Naja, wer vorne die Dinger nicht macht (Hinterseer, nicht Kruse, vergab das dicke Ding zum 2-1 und vorne sie sich nicht genügend erarbeitet (Wurtz war sehr schwach, nutzte seine Chance nicht), muss irgendwann raus. Bei dem Ballbesitz, bei der Laufbereitschaft fehlte es gegen zwei Viererketten sich die eine oder andere Schussposition mehr zu erarbeiten.

Ich denke bei Wurtz in Franken wird der Trainer - in der englischen Woche - für/mit Diamantakos rotieren, für Riemann könnte sein Wiederkehren schon Sonntag gegen Ingolstadt der Fall sein, der müde und epritlose Losilla braucht mal Druck, da wäre Janelt nett - oder Tesche; Eisfeld könnte Kruse (der besser wird) und Hinterseer (der schwach wirkte) besser einsetzen als dies gegen FCH der Fall war, wenn er gegen die Schanzer fit wäre.

In Nürnberg muss der VfL sicher nicht das ganze Spiel machen wie zuletzt - und die Castroper könnten auswärts kontern. Dazu muss man hinten nicht nur, aber auch, bei Standards sehr konzentriert, konsequent und seriös verteidigen, damit Bochum die Chancen hat in Führung zu gehen und diese auszubauen.

Das macht der VfL auswärts seit 2-3 Jahren schlecht, dass er Führungen nicht konsequent versucht auszubauen, sondern, wie beim Sieg beim Club im Februar, sie verwaltet. Damals reichte es zum 0-1.

Diesmal schoß sich der FCN beim 1-6 bei unseren Nachbarn aus Nürnberg in Form und ist natürlich gewillt gegen die schwankende Diva VfL nachzulegen. Eine Niederlage am Donnerstag würde uns vor dem Spiel gegen Ingolstadt in den Abstiegskampf stoßen und unsere (hier auch meine) Träume vom Aufstieg 2018 wäre ganz ganz lange passe’.

Denn nach den Vorbereitungsspielen gegen WAT und BVB 09 gab es unter dem neuen Coach eine gewisse Euphorie, die nun arg schnell weg ist. Der als Konzepttrainer apostrophierte Atalan fand oft bei schwankenden Ideen keine Konstanz, sein Team sollte eine echte Mannschaft werden, die 90 Minuten Biss, Professionalität und Siegermentalität hat. Davon ist sie zZ weit entfernt, der Rest der Liga und die Clubberer allerdings zum Glück auch. Jeder Spieltag gleicht einem Würfelspiel, schlecht für Tipper.

Am Walznerweiher kann es frostig werden für uns, wenn Ishku wieder “trippelt” statt Kruse, Hinterseer oder Diamantakos, das Potenzial haben alle vier. Das Mittelfeld von Bochum muss endlich die Balance finden zwischen dosierter Offensive und solider Abwehr und wenn man bis 22.15 Uhr hochfokussiert ist, sollte ein erneuter Auswärtssieg möglich sein. Sam, Tesche und Co müssen integriert werden, Perthel, Janelt und Bandowski gesund werden. Denn 7 Punkte aus 6 Spielen sind für diesen vermeintlich hochklassigen Kader zu wenig, das weiß auch Hochstätter.

Lasst uns endlich Niederlagen auf den Gegner ausgliedern, zumindest nicht immer, aber meistens. Lasst uns sechs Punkte holen bis Sonntag.

Dann kommen auch die Fans, die Euphorie und der Spaß zurück.

VfL: Dornebusch - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - (Tesche/Fabian), Losilla, Stöger - Kruse, Hinterseer, Diamantakos, Sam

FCN: Egal -egal- egal- egal -egal — egal - egal — egal - Arsch — egal - Ishku

Tom;CB’93

Tip: 1-1,  Gruß an die “Tief im Süden”-Leute, die ins Max-Morlock-Stadion pilgern

Die drei von der Tankstelle

17. September 2017

Der VfL Bochum startete in seine erste Englische Woche - wie die Three Lions bei einer WM oft enden - mit einer  Niederlage und einer Leistung, die letztendlich den eigenen, hoch  formulierten Ansprüchen nicht standhält. Man kann auch sagen, beide - der VfL und die drei Löwen - kultivieren das sympathische Scheitern. 

Diesmal  lag es nicht an einem  formidablen Gegner, der einen Lauf hatte, dass Bochum verlor (Pauli, Bielefeld). Diesmal scheiterte der VfL  Bochum beim 1-2 gegen den FC Heidenheim nicht nur an dem eigenen Unvermögen hinten, sondern schlicht an der fehlenden Chancenauswertung, Pech im Verlauf - und vielleicht auch etwas am fehlende letzte Klick im Kopf zum Sieg. Im Endeffekt scheiterte Bochum diesmal mehr an sich selbst denn am Gegner.

Dabei begann vor 13.500 Fans das Spiel ganz fluffig, während Rot nur reagieren konnte. Toller Pass auf Kruse, der Aussi ohne Mühe zum 1-0. Dass das was wird, sah man im Stadion schon im Ansatz. Der Aussi wird immer besser, dachte man da. Das müsste Lockerheit geben, aber dann muss man eben  konzentriert zu Ende spielen und vor allem seriöse verteidigen nach Standards. Ob’s nun abseits war, darüber sprach man im Block A, es war aber nun so, dass das 1-1 für Schmidts Mannschaft zählte. Und dass Robbie Kruse bei einer analogen Situation  knapp rechts vorbeizog erzählte die Story des Spiels. Es war eben nicht das zu dem Zeitpunkt verdiente 2-1 für die Castroper. Und das war wieder schon die Story eines verpatzen Heimspiels.

Es ging mit 1-1 in die Pause, vor dem Spiel war Bastians geehrt worden mit dem Fair Play Preis, nach dem Spiel war nur Achselzucken bei 13.000 Bochumern und etwas Sonne und Pils, wenn man mochte.

Dabei spielte Bochum eine starke zweite Halbzeit, auch wenn Sam ohne Bindung wirkte, Wurtz und Hinterseer blass blieben und Losilla zZ irgendwie durch ist. Es fehlte Eisfeld und seine Pässe, um Wurtz, Hinterseer, Kruse, Diamantakos einzusetzen. Es scheint, als habe Atalan, die Balance zwischen Angriff und Abwehr in der Mitte noch nicht gefunden.

Während man in Darmstadt mit “alle Mann nach vorne” Erfolg hatte, fiel aus der einzigen Heidenheimer Chance per Kopf das 1-2. Das Spiel war auf den Kopf gestellt. Es gab einen Pfostenschuß von Stöger und auch Saglam und Gyamerah änderten nichts mehr am deprimierenden Resultat,

Vorne zu wenig getroffen, hinten zwei- dreimal entscheidend gepennt, dazu der fehlende Killerinstinkt, der dich nach oben bringt.

Ist es das fehlende Trainerkonzept, die fehlende realistische Selbsteinschätzung der Spieler, die das Potenzial blockiert, statt es abzurufen.

Hochmut kommt vor dem Fall, sagt man auch, ich persönlich, jemand hat einen Krähenfuß vergraben im Strafraum und uns mit einem Zauber belegt. Daher siegten wir heute nicht zum dritten Mal.

Zum Glück müssen wir Donnerstag wieder ran - im O’Zapf is-Land und Sonntag kommen die Schanzer, da gibt keine Möglichkeit, zu grübeln, zu lamentieren oder abzuheben nach dem Dämpfer.

Die Demo an der Tanke hab ich nicht mitbekommen, aber das wäre ja wichtig gewesen, mal zu erfahren, wer alles gegen die Ausgliederung demonstriert.

Da war ich schon wieder auf der Bahn statt an der Tanke und mit den Gedanken fragte ich mich natürlich, wie kann man das verlieren. Das werden sich viele gefragt haben, einfach eine Tor zu viel kassiert und eins zu wenig geschossen.

Tom,CB’93

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt aber Heidenheim

15. September 2017

Zum Start der Englischen Woche, mit “O Zapft is”-Rufen im Kopf, mit zwei knappen Siegen im Rücken, spielt der VfL Sonntag 13.30 Uhr gegen den FC Heidenheim. Das ist der erste Gegner in dieser noch jungen Zweitligasaison der sich nicht wie ein verkappter Erstligist anhört. Dennoch sind die Jungs von der Ostalb eine erfahrene Zweitligatruppe, mit einem echt sympathischen Trainer, die uns Sonntag das Leben schwermachen wollen. Doch werden sie es auch tun oder ist Atalans Weckruf auf der PK nur das Pfeifen im Walde?

Man kann sich das bildlich so vorstellen. Bochums einstmals als “zu kritisches Publikum” apostrophiertes Zuschauerkollektiv erwartet nach zwei Dreiern einen dritten Sieg. Das ist eine logische Erwartung, die durch den jüngsten Trend, die meist unbekannten FCH-Teamspieler auf dem Papier und die schwache Performance von Schmidts Mannschaft unterfüttert wird. Ein Sieg in fünf Spielen klingt nicht nach Schmidt, sondern nach Schultz im Wahlkampf, aber auch der gibt sich - wie Heidenheim - nicht vor dem Ende geschlagen.

Man kann sich das so vorstellen, die Blätter werden brauner, der Wind bläst doller und das Thermometer wird selten über 13 Grad springen, traditionell in Bochum eine Zeit, wo auch mal was schiefgeht auf dem Rasen der Castroper. Dann kommt so eine Team Marke-”Müßte-Doch-Eigentlich-Schlagbar-sein” und schon kann die junge Euphorie erstickt werden, bevor sie sich so richtig entfalten kann. Das hatte man schon gegen St. Pauli.

Übermorgen kommen die Mini-Schwaben mit ihrem 4-4-2 System und Bochums Goalie Dornebusch feiert sein Heimdebüt. Er träumt sicher davon, den Kasten sauber zu halten. Aber Bochum wird den Ball haben und muss das Spiel machen (ohne Eisfeld). Die Leute werden in der Geduld getestet werden, wie beim 1-1 vor 2 Jahren oder beim letzten Sieg (2-1?) und daher wird das sicher ‘ne harte Nuss, das Siegtripple zu holen. Aber ich hoffe und glaube, dass es gelingt.

Ein 3-1, wo mal Schnatterer und Verhok nicht trifft, wir dreimal und es ne Zeit 1-1 steht, sehe ich vor dem inneren Auge.

Fußball ist keine Raketenwissenschaft, Schmidt ist kein Einstein (wie Atalan) und wir haben die besseren Einzelspieler. Wenn wir mal konstanter, ruhiger und fokussierter das Spiel angehen und nicht nur 40 Minuten Fußball spielen, gewinnen wir das und klettern weiter nach oben.

Nach dem Spiel trifft sich die Initiative “EchtVfL” zur Demo an der Tanke.

Es wird also doch interessant gegen Heidenheim, aber es ist eben dennoch nicht F95, das Sonntag kommt. Aber so ist das Leben.

Statistik von VfL4u

Sonntag, 17.09.17, 13:30 Uhr, Vonovia-Ruhrstadion

Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin, pfiff den VfL zuletzt beim 4:2 gegen Dresden im April)
Assistenten: Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg), Robert Wessel (Berlin)
4. Offizieller: Eric Müller (Bremen)

Die letzten Spiele gegen Heidenheim: VfL - FCH 2:1 (30.10.16; Mlapa, Bastians; Dawidowicz (ET)), FCH - VfL 0:0 (08.04.17)

Voraussichtliche Aufstellungen:
VfL: Dornebusch - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - Saglam (Tesche/Fabian/Diamantakos), Losilla, Stöger - Kruse, Hinterseer, Sam
FCH: K. Müller - Feick, Beermann, Matt. Wittek, Busch - Schnatterer, Titsch-Rivero (Pusch/Thiel), Griesbeck, Skarke - Dovedan, Glatzel (Verhoek)

Tom;CB’93

Binärer Code

12. September 2017

Am 7.10.2017 könnten sich fast 10.000 Mitglieder entscheiden, ob der Verein VfL Bochum 1848 e.V. einen Teil seines Profiteams - plus A-Jugend – also mindestens 25% als „Kommanditgesellschaft auf Aktien“ ausgliedert und diese an mögliche Investoren verkauft werden könnten.

Wer diese potentiellen Investoren sind - oder sein könnten, bleibt Teil der allgemeinen Spekulationen und ist eine wichtige Frage. Ein Russe, ein Chinese, ein Scheich oder ein lokaler Krösus wie Finke - oder eine Investorengruppe  (wie einst die WHH) - wer könnte es sein? Das ist mir zumindest nicht klar.

Hochstätter, Engelbracht, Villis und Co. wollen für unseren Herzensclub VfL damit einen neuen rechtliche Rahmen zu schaffen, um Geld (10-30 Millionen) für den Verein, der dann nur noch zu 75% einer ist, zu aquirieren. Einige Vereine - von RWE über FCN bis VfB - sind den Weg schon gegangen und der VfL könnte nun im Oktober folgen. Ist das nun gut oder schlecht, das Ende jedweder Fußballromantik, die schlichte, banale Realität, der Weg des Geldes? Oder kann man die Frage gar nicht so einfach stellen?

Aktueller Grund für die geplante Ausgliederung sind die neuste Verteilung der TV-Gelder, die die Schere von 22 Clubs zu 14 anderen Proficlubs schneller größer werden lässt. Das ist Fakt, die geplante Handlung scheint eine logische Folge, dabei wirbt der Vereinsvorstand seit einiger Zeit für eine Ausgliederung. Und der aktuelle Vorstand begleitet seinen Vorschlag „pro Ausgliederung“ in einem offenen, durchschaubaren Prozess, aber sagt auch, es ist der einzig gangbare Weg für die Mitgliedschaft des VfL.  Ist das so? Sieht so die Zukunft der Fußballvereine aus?

Das klingt ein wenig nach Merkel’scher „Alternativlosigkeit“, die Entscheidung ist in vier Wochen beim VfL - ein „ja“ oder „nein“ von jeden aktiven Mitglieds, das zur Abstimmung kommt. Ist das Ganze für den nichtorganisierten Durchschnittsfan nicht herzlich egal?

Die Initiative gegen eine solche Ausgliederung hat hingegen viel Kopf, Herz und Fachwissen in ihre zeitfressende Kampagne gegen die Ausgliederung gesteckt. Ihre idealistischen Argumente sind, dass man ohne aktuelle Not „den Verein verkauft“ an irgendwen Windiges, seine Mitglieder auf Dauer entmachtet und das Wesen unseres VfL danach - wie das des BVB, nur noch eine Aktiengesellschaft ist, dessen „echte Liebe“ vor allem „echtes Marketing“ ist. Und Dembele’ lässt grüßen, die noch größeren Fressen die kleinen Geldsäcke. Das wird durch 25 Millionen nicht zu ändern sein, so argumentieren die Gegner, was soll das Ganze also? Begeht man auf Geheiß des Vorstandes, der dann schon nicht mehr da ist, wenn die Folgen auszulöffeln sein könnten, einen schweren Fehler?

Und diese simple binäre Pro-/Contra-Entscheidung ist enorm wichtig für den ganzen Verein, das ist mal keine Frage. Aber inwiefern wird diese neue Rechtsform unsere Fan-Wahrnehmung des VfL  ändern? Oder muss man diesen Weg notgedrungen gehen und die neue Normalität ist eine Ausgliederung - und wer zurück bleibt, macht den Weg von Offenbach, Wattenscheid bis zu den Stuttgarter Kickers? Oder wird hier wieder nur Panik geschürt, um bewusst Ängste zu planieren, die berechtigt sind? Bleibt der VfL wie er immer war?

Auch wenn die Situation ziemlich komplex ist und die Sachlage abstrakt, muss man emotionale Fragen stellen dürfen, auf die es bisher keine Antworten gibt. 

Wenn 75% der Mitglieder für die 25 %t ige Ausgliederung stimmten und in 5 Jahren wären -  sagen wir mal 25 Millionen eingenommen - und wir stünden immer noch da, wo wir heute stehen, weil alle anderen den gleichen Weg gehen, was machen wir dann? Die Mitglieder hätten sich bereits entmachtet, den ausgegliederten 25 % könnten weitere 25 % folgen und und und, bis Investoren den ganzen „Ex-„Verein besitzen, mit allen schrägen Folgen, die auch heute im modernen Fußball irritieren, von Abramovic, Abu Dabi, China über Hopp bis Mateschitz. Ist das Ganze nicht eh schon total überdreht?

Dazu muss man sich fragen, wann ist der günstigste Zeitpunkt, Vereins-Anteile zu verkaufen und hat man die Zeit, diesen Punkt abzuwarten?

 

Aber eins ist auch klar, bei allen neuen Entwicklungen bleiben Fragen offen und manchmal muss man Neuland betreten, um vorwärts zu kommen. Und Bochum braucht dieses Geld.

 

Sonntag gegen Heidenheim wird’s eine Demo der Initiative gegen diese Ausgliederung geben, nach dem Spiel trifft man sich an der  Tanke. Die Initiatoren der Antiausgliederungskampagne werden ihre Sympathisanten unter ultraaffinen Gruppen finden, aber auch andere werden sich anschließen. Der Grund ist einfach, da wo man emotional eine Idee vom Lebensinhalt Fußballverein hochhält, ist eine rationale Entscheidung für einen Verkauf an Investoren ein NoGo. Aktienanteile feuert keine an, die blau weißen Farben schon.

 

Die Diskussion sollte weiter so sachlich, downtoearth und faktenorientiert quer durch die Fangruppen gehen, denn egal, welche persönliche Lebensphilosphie man hat, der Verein liegt allen Abstimmenden doll am Herzen. Da muss man auch Meinungen akzeptieren lernen, die man absurd findet.

 

Ich frage mich, warum das alles in der Presse so einen kleinen Teil einnimmt.

 

Ich persönlich finde die kommende Entscheidung sehrm sehr schwer. Ich werde sie für mich treffen, es ist eine äußerst enge. Ich kenne Leute, die werden eine andere Entscheidung treffen und trotzdem werde ich das akzeptieren. So sind halt Wahlen.

 

Wie für die Bundestagswahl zwei Wochen vorher gilt am 7.10.17, geht bitte für Eure wie auch immer geartete Überzeugung wählen. Die Entscheidung kann euch keiner abnehmen, obwohl ich mir das in diesem Fall fast wünschen würde. 

 

 Tom;CB’93

Four and a half man

10. September 2017

Wir waren zu viert im Auto - und hatten einen Jungen namens Julian dabei. Auswärtssieg in Darmstadt, aber ob daraus eine neue Serie wird, a la Ruhrbeach Stiepelbu, ich denke eher nein. Aber eine kleine VfL-Serie bedeute der 1-2 Sieg am Böllenfalltor auf jeden Fall: der erste Auswärtssieg seit dem Sieg in 60 im Mai’17 sollte insgesamt der zweite (!) Sieg in Serie werden: erst das 3-2 gegen Dresden in der 88. Minute durch Hinterseer und nun das Spiel gedreht, aus einem 1-0 ein 1-2 gemacht gegen die Lilien. Da kann man sagen Gracias VfL.

1000 Bochumer konnten zunächst Wetter, Pfungstädter und einen Old School Ground geniessen. Die Leute waren ja gekommen, um ihren VfL siegen zu sehen - und nicht, um sich die Grube Messel anzuschaun oder ihre Zeit anderswie zu vertun.

Der Trainer vom “Team Orange” Isi hatte Merkel aufgeboten, dazu Sam, aber nach 5 Minuten relativer Kontrolle ging das Spiel an die Gastgeber in Blau-Weiß. Frings Team (er verlängerte bis 2020) hatte nicht nur seine Routniers von Großkreutz, Altintop, Sulu oder Sobiech zu bieten, sondern auch Härte, System - und Stärken nach Standards, während Bochum eher den Ball hatte, technisch reifer wirkte und vorne mit Hinterseer; Sam und Kruse gefährlich werden hätte können. Aber wie so oft (Pauli, Bielefeld, Nöttingen) versandeten Teile der erste Hälfte. Wenn bei Bochum der Faden reißt, reißt er. Ist die mangelnde Konstanz fehlende Konzentration, Arroganz oder der fehlenden Eingespieltheit (auch wegen Verletzten) geschuldet.

Tja, erst mal pennte Merkel bei einem Standard, Sulu machte das 1-0 und 18.000 Lilienfans jubelten. Merde. Und nun kamen die Lilien auch deshalb ins Spiel, weil Losilla zu langsam war, Merkel Defizite aufwies und Kruse viel versuchte, aber es gelang nicht alles.

Darmstadt fegte nicht über den VfL hinweg wie Irma über Florida, aber bis zur 35. Minute hatten die Südhessen das Heft in der Hand, 1-2 musste Dornbusch klären, bis der VfL zurückkam.

Atalan donnerte zur Halbzeit zusammen, schickte sein Team raus und nun wurde Bochum stärker. Merkel raus, Stöger für ihn auf die Sechs neben Losilla und Diamantakos nach vorne, neben Kruse und Hinterseer. Ganz am Ende kam noch Wurtz und wäre Mlapa nicht in Dresden, wäre er wohl auch noch gekommen.

In der 63. Minute sollte die Szene des Spiels sein: Bastians wurde vor den Augen des Schiris zu Fall gebracht, der entschied auf Elfer und fragte nun Bastians selber, ob es ein Elfer war. Unser Kaptain verneinte und der Elfer wurde zurückgenommen. Ich muss ehrlich sagen, ich war nicht so glücklich, über diese Fairness, an einem Punkt, wo das Spiel auf des Messers Schneide war. Gut, es war eine tolle Geste, aber mir fehlte zu dem Zeitpunkt, der absolute Wille zum Sieg.

In der 70. Minute wurde der Druck noch mal größer, Hinterseer vergab total frei vor Heuer-Fernandez. Doch in der 80. Minute kriegten wir für unsere Karmapunkte ein Tor. Dimitrios machte ein geiles Tor zum 1-1 und nun hatte der VfL endlich die Effektivität auf seiner Seite. Kruse endlich mal entschlossen und dann machte er das 1-2. Richtig langer Jubel im Gästeblock der 1000 Bochumer, das war wirklich ein sehr sehr wichtiger Siegtreffer. Man kann jetzt sagen, der Treffer von Hinterseer zum 3-2 vor einer Woche war genauso wichtig, aber diesmal wurde der bis dato erfolgreiche Absteiger 1-2 besiegt.

Den Rest der Spielzeit brachte Bochum routiniert nach Hause, die Fans im Block feierten ihren VfL und wir präsentierten unser Aufstieg 2018 Banner.

Ich war sehr sehr glücklich und vier Männer und ein Junge fuhren hochzufrieden nach hause. Egal ob Nürnberg oder Kiel, meine neue Angst ist weg vor auswärts.

Wenn wir Sonntag gegen Heidenheim….ach nee, ich genieße jetzt erst mal den Sieg.

Tom;CB’93

P.S.: Gruss an Dämon, wegen seines unermüdlichen Eifers

Der brennende Dorn(e)busch

8. September 2017

1 Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinten in die Wüste und kam an den Berg Gottes Horeb. 2 Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und als er sich umsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer, und der Dornbusch ward doch nicht verzehrt. (5. Mose 33.16) (Apostelgeschichte 7.30) 3 Da sprach Mose: Ich will doch hinzutreten und diese große Erscheinung besehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt! 4 Als aber der HERR sah, daß er hinzutrat, um zu sehen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich! 5 Da sprach er: Komm nicht näher herzu! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehest, ist heiliges Land! (1. Mose 28.17) 

Nun, für die weniger bibelfesten unter Euch, heißt das, kurz sehr vereinfachend erklärt, Gott offenbart sich durch “diesen brennenden Dornebusch” Moses, um ihn und damit das Volk der Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens heim zu führen.

Ich hoffe, ich hab jetzt keine Religionswissenschaftler an den Hacken, die Zeugen Jehovas oder Opus Dei, aber ich muss auch sagen, Gott hat sich mir noch nicht - und beim VfL schon garnicht - offenbart; obwohl es bitter nötig wäre, um uns mal aus der Knechtschaft der 2. Liga zu führen, aber das ist was anderes. Ich hab auch nie einen brennenden Dornebusch (schon garnicht ums Stadiongeschehen) gesehen und das wäre ja auch heutzutage ziemlich teuer für den Heimverein oder?

Morgen kommt Dornbusch für Riemann ins Tor, einen Wechsel, der nach Bielefeld wahrscheinlich war und nun also durch einen Muskelfaserriss zustande kommt. Kismet. Atalan kann also was testen.

Ok, ein neuer Versuch des VfL auswärts zu siegen am Sonntag, Eisfeld fehlt irgendwie im MF, aber seine Anfangslethargie hat er auch dieses Jahr. Insgesamt ist die Euphorie 4.0. nach dem ersten Sieg gegen Dresden wieder groß an der Castroper und Hochstätter hat mit Sam und Tesche die zurückhaltenden Fans erneut aus der Reserve gelockt. Sie glauben wieder an die Möglichkeit oben anzugreifen, nachdem ein Fehlstart mit einem Punkt aus drei Spielen viele blau-weiße Träume zerstörte.

Einige Verletzte aus dem VfL-Lazarett wie Haudegen Fabian und Neue wie Ex-Star-Sam sind im Kader für Darmstadt fest eingeplant. Und sie nähren die Hoffnung der Fans (…und von Lothar Woelk, wo wir bei Haudegen sind), dass es doch noch was mit oben wird. Dazu scharren Tesche, Diamantakos und Saglam mit den Hufen, zu der ersten Elf zu gehören. Klar, die die verletzt sind, können zur Zeit kein Druck ausüben. Aber jeder im Kader weiß, Isi hat noch was in der Hinterhand, wenn man in Darmstadt wie 2015 unter Verbeek den Kampf nicht annähme und verlöre. Dornebusch, Fabian, Sam werden also ihre Chance kriegen, Mlapa nicht mehr, der hatte genug Chancen, von seinem Chancentodimage wegzukommen und ist nun in Dresden die neue Hoffnung.

Aber das war Sam auch mal in Schalke, in Darmstadt und nun eben bei uns. Warten wir es ab und fahren wir in die Stadt der Wissenschaft und flücken wir uns die Lilien.

Dazu ist die Stimmung nach der Länderspielpause gut, das Bochumer Team könnte als Einheit bei den Altstars gespickten Fringsjüngern siegen. Klar, Sulu, Großkreutz, Altintop, Platte - das ist viel Routine, Kampfkraft, Testosteron bei den Lilien und da hilft nur kühler Kopf, aber gleichzeitig muss man brennen für den Auswärtssieg. Am Böllenfalltor hat man 1981 und 2015 nicht gewonnen, an 1978 kann ich mich nicht erinnern, also klar, die Hessen sind ein Statistikloch für uns.

Wir werden nicht gleich Gottes Hilfe brauchen übermorgen, wir müssen uns eher selbst helfen und damit meine ich nicht die 750 Bochumer Awaysupporters, sondern die Spieler der ersten Elf müssen sofort hinten eng und konzentriert stehen, agressiv vorne pressen und dann ihre Chancen eiskalt verwandeln. Gerrit S. würde sagen, wir müssen einfach geile Ficker sein. Nun, ich glaube, wir Bochumer wachsen in unsere neue Situation rein, aber es dauert noch etwas und Sonntag schrammen wir knapp an einer Niederlage vorbei.

Mein Tip wäre ein 2-2 in Darmstadt, ohne den Neusser, ohne Strohengel, ohne Lametta und Bling bling. Einfach Fußball und dann fahren wir hoffentlich entspannt mit 4 und einem halben Mann nach Hause.

Die Statistik von den Gurus von VfL4u:

Tesche bleibt ebenfalls in Bochum. Janelt, Bandowski, Eisfeld, Riemann verletzt.

Sonntag, 10.09.17, 13:30 Uhr, Merck-Stadion am Böllenfalltor

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür, pfiff den VfL zuletzt beim 1:1 in Stuttgart im März)
Assistenten: Christian Bandurski (Oberhausen), Patrick Kessel (Norheim)
4. Offizieller: Nicolas Winter (Scheibenhardt)

Die letzten Spiele gegen Darmstadt: VfL - SVD 1:1 (17.10.14; Forssell; Bregerie), SVD - VfL 2:0 (05.04.15; Bregerie, Balogun)

Voraussichtliche Aufstellungen:
SVD: Heuer Fernandes - Holland, Sulu, Höhn, Sirigu - Großkreutz, Kamavuaka (Stark), Marv. Mehlem, Ham. Altintop, T. Kempe - Sobiech (Platte)
VfL: Dornebusch - Danilo, Bastians, Hoogland, Celozzi - Saglam (Merkel/Fabian), Losilla, Stöger - Sam (Wurtz/Diamantakos), Hinterseer, Kruse

Echtes Gewinnen

27. August 2017

Also, als das finale 3-2 durch Hinterseer fiel, in der 88. Minute, da war der Jubel schon ordentlich im weiten Rund des ewigjungen Ruhrstadions. Im Block A, B, C und D, in der vollen Ost, auf der Haupttribüne, selbst im Boby Bolzer Block, lagen sich die Menschen (und ihre Buddies) in den Armen. Ich bekam einen “griechischen  Klapps” und dann hörte ich noch, der Titel von heute solle “Gangbang” heißen. Nunja, wenn Fehler und Tore heute Sexpartner gewesen wären, dann wäre das zumindest ne fette Party gewesen, ein Gangbang für den Kopf.

Und es war eine abwechselungsreiche Partie, die Bochum bei strahlendem Sonnenschein und guter Laune begann, trotz aller Bedeutung für Atalan und seinen VfL. Das Angriffspressing der Bochumer, so hatte es auch Uwe (nicht der Michael) Neuhaus erwartet, war heftig und die Dresdener kamen kaum hinten raus. Bochum war zehn Minuten die von Atalan geforderte Pressingmaschine, dann kam Dresden einmal vors Tor, zack, bumm, 0-1. Ein erster Konter der Sachsen, durchgespielt auf rechts, schnell gelöst und Überzahl geschafft. Dann auf rechts durchgespieltm die 40 der SGD und in die Mitte geflankt. Riemann konnte nichts tun.

Doch Bochum war nur kurz geschockt, musste einen weiteren Angriff überstehen, dann spielten die Castroper wieder und Bastians machte schnell das 1-1. Doch nun setzt der VfL weiter nach, weil der Kaptain die Sache auf Null gesetzt hatte, wollten die Bochumer nun das 2-1. Ein Dresdner foulte ziemlich offensichtlich und Bibi Steinhaus gab den Elfer. Die Frau hat bis auf eine Szene übrigens top gepfiffen, sie ist schon mal bereit für die Bundesliga. Bastians war bereit für den Elfer und verwandelte unten rechts, obwohl der Torwart der Dynamos die Ecke ahnte. Doch nach 30 Minuten 2-1 führen, das sollte dem Heimteam die Möglichkeit geben, sich etwas zurückzuziehen und zu kontern. Bis zur Pause klappte das ganz gut, doch das 3-1 fiel nicht.

Dann, ich denke mal nicht, dass Atalan seinen Spielern Valium gegeben hat, machte Bochum 30 Minuten nur das, was nötig war, das 2-1 zu verwalten. Aber der verletzungsbedingte Verlust von Eisfeld und Soares allein kann es nicht gewesen sein, der diese schlimme Passivität des VfL hervorgerufen hat. Das 2-2 fiel hochverdient und nun standen alle Sonntagsspiele remis.

Aber diesmal erzwang der VfL sein Glück, hatte Glück, dass Hinterseer der Ball vor den Fuß fiel. Der donnerte ihn ins Tor. Der Jubel war cool, die Erleichterung groß.

Dresdener Fans rollten ihre Banner ein, sie hatten sich für die Tour akreditieren müssen und personalisierte Tickets geholt. Die UD boykotierten dies, daher fuhren nur 1000 Menschen frustriert nach hause, so wie wir Dienstag.

Und wir jubelten, also Benno und der Kambodschamann waren im Urlaub, aber sonst lag sich der Block A in den Armen.

Der erste Sieg, gute Sache, bestelle ich gegen Darmstadt nochmal. Da wird Mlapa vielleicht grundsätzlich nicht mehr zu Kader gehören. Ihn haben wir heute nicht vermisst, Wurtz kam an seiner Stelle für Kruse.

Aber nein, so gehen wir Bochumer beruhigt in die Länderspielpause und im September gibt’s SVD, FCI und den Club sowie am 12. Spieltag die Fortuna.

Vielleicht brauchen wir Patient sein Banner doch noch….

Maybe Baby…

Vergessen wir die Art und Weise, wie wir in der 2. Hz starteten.

Tom, CB;93

P.S.: Gruss an Taischak, komm öfter mal in den Block A