2 von 15

2. September 2019

Der VfL Bochum verliert im Montagsspiel der zweiten Liga beim Topfavoriten VfB Stuttgart knapp 2-1. Das Spiel stellte nach der Arbeitsverweigerung der Mannschaft gegen Wehen Wiesbaden in der 1. Halbzeit eine Steigerung dar, man verlor allerdings auch ohne Dutt - wie fast immer - auswärts. Dabei hatte man bei den heimstarken Schwaben unter Butscher gezeigt, dass man gegen starke Mannschaften mithalten kann. Aber man kann sich für die Steigerung nichts kaufen, denn der VfL Bochum hat mit 2 von 15 Punkten den schlechtesten Start der Zweit Liga aller Zeiten. Dennoch waren Sesi und der Vorstand überrascht, als Erfolgslosduttchen seinen Posten nach dem Wehen Halbzeitdebakel anbot. Da sitzt man - gedanklich - ziemlich weit weg im Stadion
Sesi holte den dritten Mann von Celtic und den dritten Stürmer vom HSV und hofft eine falsch zusammengestellte Mannschaft zu stärken, sein Posten wackelt mit diesen Personalentscheidungen bedenklich. Die anfänglich gute Stimmung kippt bedenklich.

Dabei zeigte sich die Mannschaft von Robin Dutts Taktikmätzchen befreit, ziemlich cool, geriet aber nach einem (packingmässigen) Toppass von Klement auf Didavi, Rechts überfordert wie gewohnt - und liegt 0-1 zurück - wie von den VfL-Fans irgendwie erwartet.

Doch dann antwortet plötzlich Bochum, Silvere Ganvoula deutet an, was er kann, trifft aber noch nicht zum 1-1. Die Stuttgarter wirken schluderig, aber haben auch ihre Chancen - ohne Gonzales und Gomes auffem Platz. Dass 1-1 von Ganvoula ist gekonnt und verdient. Butschers neues Coaching sieht man schon und es geht 1-1 in die Pause. Maier muss runter, später Blum, das Verletzungspech bleibt uns treu. Wir haben nun 5-6 Verletzte, hasse Scheiße am Fuß, hasse Scheiße am Fuß.

Dann kommt man aus der Pause - und zack pennt die linke Seite - und wirkt hüftsteif und langsam. Doch das 2-1 fällt durch Gonzales, der wirklich einen guten Schuss hat. Dadurch sind die Westfalen wieder nicht geschockt und Ganvoula zeigt erneut, dass Torschusstraining nötig sein könnte und der neue Wintzmann (ohne Option) seine Chance kriegen wird. Nur Saglam und Tesche schmoren auf der Bank.

Aber als Eisfeld kam, wusste man, das wird leider nix mehr. Osei-Tutu spielte wie ein 15 Jähriger Bubi - ohne Bubi Bolzek zu sein.

Die 750 Gästefans konnten kein 2-2 bejubeln, weil Ganvoula am schwäbischen Torwart aus 4 Metern scheiterte. Coach nennt so jemanden einen Blinden, leider kann Silvere soviel mehr, aber statt 5 Dingern macht er halt einen. Aber auch Gomez machte aber auch kein 3-1, es war etwas das Spiel der verpassten Chancen.

Bochum ist 17., schlechtestes Team 2019, heute ohne Sieg in die Länderspielpause gegangen, ohne Trainer und mit vielen Verletzten zZ, so rauscht der VfL-Express weiter nach unten. Wir haben gezuckt, das hat nichts Zählbares gebracht, außer Hoffnung auf die Wende gegen Dresden. Ich fühl mich hingegen wie sie sächsische SPD, ohne viel Hoffnung gestartet, abgestraft und dennoch unter der niedrigen Erwartung gelandet. Es geht immer schlimmer.

Das VfL-Team ist weiter im Keller, es droht der Abstieg und der Vorstand, der AR und Sesi scheinen ratlos und bald kommt das Anbetteln der Fans und das Lamentieren, wer Schuld ist außer uns selbst. Das sind wir schon fast wie Ossis und wir befinden uns vielleicht in einem Umbruch, der zu einer treuhandmässige Selbstabwicklung der KoGGaA führt. Horror pur droht uns.

Da wird abgegeben, gewechselt und geholt, als sei man der Flohmarkttycoon Sesovi. Die Fans - schon vor dem Herbst in Agonie und Sarkasmus verfallen - werden hart geprüft werden, wie Hiob dereinst - aber eins ist UNVERKÄUFLICH - unser Kader. Die Nulpen will keiner…..

Nee, Leute, ich hab da seit Februar 2018 das Gefühl, wir fallen im Fahrstuhl nach unten….

Keine Ahnung, wenn ihr Hoffnung habt, schickt sie mir.

Tom,CB93

P.S.: Gruß an die Commandanten Drohni und Björn, die da waren - ihr Biester

Robin Hood is gone

30. August 2019

Fast wie in den seligen Neunzigern hat der VfL das Montagsspiel der zweiten Liga, diesmal 2019 beim Schwabenpfeil in Cannstadt. Man würde sich ja wünschen, das wäre das Duell der Top-Aufstiegskandidaten, Eins gegen Zwei, so wie einst Bochum gegen Bielefeld mit Stratos und Van Heesen: but the times they are changing. Und Montag ist verdammt Käse, um den Coach in seiner Kneipe Kick and Rush in Backnang zu besuchen. Aber gut, der Mist wird abgeschafft, beim VAR ist es schwieriger.
Wir wissen das schon ganze Jahr 2019, das sind wir Bochumer bestimmt nicht, irgendwie ein Aufstiegskandidat sind. Das 0-3 gegen Wehen zur Halbzeit war für die Psyche der Fans brutal. „Die Absteiger“-Rufe sagten alles und auch nach dem 3-3 war Dutt angefasst, kam ja hinterher heraus, dass wohl Losilla und Riemann „die Taktik“ für die 2. Hälfte gemacht haben - und das reichte fast noch zum Sieg. Ein bittersüßes 3-3, das uns Fans ratlos zurücklies.
Nun, dann wurde Dutt Montags gefeuert, nicht wegen vier Siegen in den letzten 19 Spielen alleine, aber eben auch. Dazu verwirrende, sich wiedersprechende Aussagen, und dann ging nichts mehr, weder im VfL-Team, noch zwischen Trainer und Team, noch mit Dutt und dem VfL. Das ist sicher schade, den Robin Dutt war 18 Monate ein Ruhepol, der es aber nie schaffte, den VfL auswärts zu stabilisieren und am Ende mit Taktikmätzchen verwirrte. So ist das an der Castroper Straße, daheim geht’s noch irgendwie mit den Punkten, aber Heiko Butscher und Co müssen nun bis Montag das darbende Team fit zu machen, dann noch für den VfB, zusammen mit dem HSV und Nürnberg Top-Favorit auf den Aufstieg in die Bundesliga.
Wolf soll kommen, nachdem Routinier Dutt scheiterte, davor Rasi und Atalan. Die Entlassungen beim VfL sind in den letzten Jahren unter Villis etwas wenig stilvoll, aber letztlich zählt nur was hinten rauskommt im Profibusiness.
Villis muss mit seinen Mitstreitern den Sesi unterstützen oder bald hinter Dutt hinter her schicken, dann noch einen akzeptablen Investor reinholen, dazu das alles noch mit einem sympathischen Lächeln, leicht ist sicher anders.
Montag also zu den Stuttgartern die mit A.Donis und dem Argentinier noch zwei Topspieler abgeben wollen. Das Geld oder die Sorgen hätten wir gerne. Allerdings muss man auch sagen die Stuttgarter haben mit der Ausgliederung viel falsch gemacht und Geld verbrannt als wäre man der HSV des braven Sparerländles.
Klinsmann oder Özdemir, wer kommt für den geschassten Präsidenten, der so entsetzlich bei einer JHV versagte? Aber dennoch sind die Stuttgarter mit ihren vielen Fans Topfavorit auf Platz eins mit den Hamburgern, damit meine ich nicht St Pauli.
Der VfL wartet unter dem Interimscoaches bei dem Club vom Coach (Häges) im fünften Spiel auf den ersten Sieg und es scheint ein Warten auf Godot zu werden. Der Beste Bochumer gegen Wehen, Bapoh, ist gesperrt. Kommt Zoller oder Lee zurück? Ist Eisfeld im Kader? Das ist möglich, aber es muss etwas Grundlegendes im Team passieren, sogar bevor der Neue kommt. Und kommt mit jetzt nicht mit Neururer, der ja Wattenscheid reanimieren wollte. Also, ganz ehrlich, da geht es uns noch gut. Sonntag spielt RWO gegen RWE, aber wir wollen und sollten uns lieber nach Bielefeld orientieren.
Tim Walter wird nun nicht vor Angst schlottern, wenn er da Spiel des VfL in Regensburg und Hamburg analysiert und auch nicht das gegen Wehen. Ein neuer Coach kommt vermutlich erst nach der Länderspielpause und kann gegen Dresden erste Wirksamkeit entfalten. Aber der VfB muss auch anders auftreten als beim 0-0 in Aue-
Ich tippe, der VfL spielt aufgeräumt wie in Hamburg, verliert aber 3-1 in Stuttgart.

VfL: Riemann – Osei-Tutu (Baumgartner), Decarli (Lorenz), (Bella Kotchap), Danilo – Losilla, Janelt – (Pantovic), Lee, Maier, (Eisfeld), Weilandt – Ganvoula

VfB: Kobel – Sosa - Badstuber – Phillips – Stenzel – Karazor- Didavi — Castro - Klement –Klimowicz – Gonzales (Gomez)

Tom, CB´93

P.S.: Gruß an Angerhofer, Berti, Coach, Koelle, die Nuss, den Körper und und und

Wehe du warst dabei

24. August 2019

Als es 0-3 zur Halbzeit stand, gab es vereinzelt “Absteiger”-Rufe und “wir haben die Schnauze voll”-Parolen. Diese erste Halbzeit gegen den SV Wehen Wiesbaden war das Schlimmste seit dem 0-3 gegen Hannover am 8.5.2010. Natürlich nicht von der Bedeutung des letzten Abstieges 2010 mit Fuchs, Holtby, Malle, aber der Zusammenbruch heute war ähnlich.
Statt einer Reaktion auf die Angriffsmisere in Hamburg spielten nur die Neonen mit dem Brita-Aufdruck: das war jetzt nicht die große Kunst, aber Wiesbaden spielte soliden Konterfußball. Der VfL brachte kaum Angriffe zustande, aber dennoch hatte Ganvoula ein Riesending. Dennoch führten die Hessen, weil Bochums Abwehr unbeweglich wirkte und die Gäste schnell Überzahl erzeugten: Der zweite oder dritte Konter der Wehener führte zum 0-1. Und die Führung war auch nach Spielanteilen bis dahin verdient. Gefühlt gewann Bochums Defensive keinen Zweikampf, viele Pässe im Bochumer Aufbauspiel gingen ins Leere.
Es wirkt so, als habe Dutts Elf kein System nach vorne und hinten Chaos. Die Wiesbadener hatten nun Rückenwind, hatten sie bis dato immer 0-2 zurückgelegen. Allerdings hatte Bochum eine Riesenchance zum 1-1, das hätte vielleicht das Pausendesaster verhindert. Was nun kam, war eine Mischung aus Pleiten, Pech und Pannen und eine Scham, dass man zuschauen musste. Man musste, wenn man da war. Die 400 Münchener, die am Abend wohl Gelsenkirchen besuchen, trauten ihren Augen vermutlich nicht, wer hier im Ruhrstadion vor 14.000 Fans den Sonnenschein zu seinem Gunsten nutzte. Die Wiesbadener durften marschieren und schießen, wieder schießen und es stand 0-2. Ein Debakel deutete sich an. Dann hatte die Mitte der Ost Zeit und rollte ein Banner aus: “Henning erst Pyroshow abfeiern und dann die Polizei ermitteln lassen!” über einen Instgrammer, der Stadionbilder hochlädt.
Derweil ging der VfL weiter unter nach einer Trinkpause, es ist vermutlich diese Phase, die Dutt dazu veranlasste, emotional angefasst, Sonntag dem Sesi den Rücktritt anzubieten. Der VfL gewann keinen Zweikampf, wirkte geschockt, körperlos und hilflos. Bella Kotchap musste nach 24 Minuten raus und das sagt alles über die Bochumer Wackelabwehr. Bochum spielte in der ersten Halbzeit wie ein Absteiger, als wolle man Kaiserslautern, Duisburg und Braunschweig in die Dritte Liga folgen.
Das 0-3, das nicht alle sahen, weil schon einige am Bierstand waren, war das Deluxe Desaster: Auf der rechten Bochumer Abwehrseite (wo Celozzi nicht mehr gebraucht wird), setzte sich WW durch, dann ging ein Außenspieler in ein Dribbling mit unserem Verteidiger, der das irgendwie gewinnt. Aber der lässt sich den Ball wieder abnehmen und geht zur Außenlinie durch und lupft den Ball hoch zum einigen aufgerückten Spieler, der gegen zwei Bochumer steht und dennoch einköpft: Slpastick.

Dann war also richtig Armageddon - wie im brasilianischen Regenwald - und das bei Traumwetter. Leute wollten den Platzstürmen von der Ost und der Halbzeitpfiff war eine Erlösung.

Bapoh kam und brachte Schwung, es kam nun ein anderer VfL. Sesi war wohl in der Kabine, die Manschaft bildete einen Kreis, man würde gerne Mäuschen spielen, was da los war.

1-3 stand es, aber WW konterte immer noch und wurde einfach nicht richtig gehindert. Das 1-4 fiel nicht - der Drops wäre gelutscht gewesen. Statt dessen erarbeitete sich Bochum nun Chancen und schaffte das 2-3. Es keimte Hoffnung auf, dass man nicht als 18. nach Stuttgart fährt.

Bapoh spielte als habe er nichts vom Boykott des Teams gewusst, Blum spielte solider und Ganvoula bekam endlich Bälle. Aber was war mit Leuten wie Decali und Pantovic los?

Doch dann kam Riemanns Stunde der Wahrheit, er geht mit raus, umspielt Gästespieler und gibt eine Flanke. Dann irgendwann macht sich die Fallsucht der Bochumer Spieler bezahlt und der Schiri zeigt auf den Punkt: Silvere lässt sich die Chance nicht nehmen und ist mit Bapoh, Losilla und Riemann der einzige in Normalform.

Das 4-3 wäre drin gewesen, aber nicht gerecht und auch Gift für die Aufklärung der Probleme im Kader. Die sind mangelnde Qualität, falsche Zusammensetzung, taktische Experimente und nicht vorhandene Einstellung und Mannschaftsgeist, es fehlt kurzum an Allem:

Der Trainer, der Sportdirektor und Villis und Co. müssen derzeit wie alle von der Mannschaft hinterfragt werden, sonst steigen wir am 17.5.2020 wieder gegen Hannover ab in die Dritte Liga ab, ganz humorlos.

Die Gefahr scheint Dutt nun auch zu sehen und ich bin gespannt, was beim Gespräch morgen raus kommt.

Glückwunsch an Schappi zum Sohnemann und gute Besserung Georg.

Gruß an die Dame, die sich sorgte, dass die Häftlinge aus der Krümmede ausbrechen und zu ihr in den Garten Klettern.

Tom,CB´`93

Mit wehenden Fahnen

21. August 2019

Der VfL spielt am vierten Spieltag gegen den Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden sein zweites Heimspiel. Die Premiere für die Wiesbadener im Ruhrstadion wird gleich zu Beginn der Saison zu einem echten „Abstiegsthriller der aktuellen Tabelle“, auch wenn es noch etwas zu früh ist, von so etwas wirklich zu sprechen. Aber Fakt ist, es kommt der 18. zum 16. Und beide Teams warten auf ihren ersten Sieg und werden ihn wollen, weil sie ihn brauchen. Also liegt die Spannung am Samstagmittag auch darin, wer sich aus der kleinen Ergebniskrise befreien kann, bevor es zu einer echten handfesten Krise wird.
Die Gäste aus Hessen kommen mit null Punkten an die Castroper Straße und während Osnabrück mit 4-0 gegen Darmstadt siegte, ist der „Relegations-Ingolstadt-Bezwinger“-WW noch sieglos und sogar punktlos. Auch der Aufsteiger KSC ist gut gestartet, daher hat Bochum, selbst nicht auf Rosen gebettet, es zu Hause mit dem auf dem Papier bis dato schlechtesten Aufsteiger/Gegner zu tun.
Das ist so ein Spiel, wo Olli K immer gerne sagt, „er erwarte einen Sieg von der Mannschaft“. Das ist, glaube ich, eine normale Erwartungshaltung zum Heimsieg gegen einen Aufsteiger, die auch beim VfL herrschen muss: Der Dirk sagt dann eher, wie ich, naja, vielleicht siegen wir 2-1. Eins vorweg, ich tippe auch ein 2-1 Arbeitssieg. Ein Sieg ist am Samstag ein absolutes Muss, aber das wird in der jetzigen, nicht vor Selbstvertrauen strotzenden Situation sicher ein hartes Stück Arbeit für das Team von Robin Dutt, denn der Gegner ist selbst extrem unter Druck. Und die Wiesbadener werden sich sagen, wenn nicht jetzt, wann dann?
Betrachtet man die vorigen VfL-Spiele getrennt, war Regensburg die größte Enttäuschung, weil dort außer 20 Minuten in der 1. Halbzeit am wenigsten stimmte - bis auf die hier täuschende Spielstatistik.
Dann kam es zu Hause gegen Bielefeld zu einer furiosen 2. Halbzeit, wo vor allem Zoller und Ganvoula sich Selbstvertrauen holten und dem Bochumer Publikum andeuteten, was für ein Potential schlummert in dem aktuellen VfL-Kader. Daran hatten einige aktuelle Skeptiker (zu denen ich mich mal rechne) ihren Zweifel bei den Abgängen und der vermeintlichen Qualität der Neuzugänge. Es wirkt wie ein unkontrollierter Aderlass. Die Kritik richtet sich also nicht an den Umbruch an sich, sondern an die Transferbemühungen des VfL pro Neuausrichtung. Da werden viele Spieler abgegeben, einige kaltgestellt, aber die Neuen, nicht nur OT, brauchen Zeit oder es geht nach unten. Aber klar ist ein Umbruch braucht Zeit, haben wir die?
Einige VfL-Fans sagen aber auch, „lasst mal die Kirche im Dorf und wartet ab, was sich da entwickelt“. Ist da wieder das Problem des Bochumer Pessimismus oder einfach eine realistischere Erwartungshaltung der Die-hard-Optimisten? Wer hat recht, wenn beide Gruppen im Netz diskutieren? Die Debatte mündet gerne in „Dann geh doch nach Lüdenscheid“ oder „ich kann das Gejammer nicht mehr hören, als wären wir schonabgestiegen“. Aber im Stadion ist der VfL bislang eine Einheit und das ist gut so.
Keine Ahnung, was davon (Diskussion) richtig ist, wir werden es sehen. Nun, ich gehöre zu den Jammerern dieses Jahr und möchte erklären warum: Ich halte zunächst Dutt für einen routinierten Trainer und war froh ihn zu haben und am Ende der Ära Hochstätter auch zufrieden, dass ein neuer Sportdirektor kommt. Dazu kam mit Kaenzig ein erfahrenes Gesicht und der kann Sesi sicher auch Tips geben, wie er als Berufseinsteiger agiert. Aber die Zeit, einen solchen Umbruch langfristig zu begleiten. hat der VfL strukturel - trotz Erfolge in der Jugendarbeit - nicht wirklich. Aber irgendwie glaub ich, ist Dutt und Sesi der Kompass bei der Kaderzusammenstellung verloren gegangen, da hab ich etwas Bammel. Ist aber mehr so ein Gefühl als eine webbasierte Datenanalyse.
Das heißt aber alles auch, Dutt und Sesi brauchen bald Punkte, weil sonst eine vermeintlich gute Hintergrundarbeit plötzlich in den Hintergrund rückt. Und Dutt kann weiter so souverän Medienarbeit verrichten, dann wird es heißen, ihm fehle die Härte von Verbeek und und und. Der startete vor vier Jahren mit 5 Siegen in Serie.
Dutt erweckte in der zu spät gestarteten Vorbereitung den Eindruck des Experimentierenden, Suchenden und diese Experimente (RV, Eisfeld hinter dem „Pogba“-Lossila usw.) verunsicherten die Spieler. Letztes Jahr gab erst erste Risse mit Kruse und Saglam.
In Hamburg zog Dutt die Reißleine und setzt erfolgreich auf eine gut strukturierte Defensive. Bochum spielt gefälliger und sicherer als in Regensburg, verliert aber erneut – wie fast immer – in der Ferne. Daher erwartet man in Cannstatt oder Sandhausen auch nicht unbedingt einen hohen Auswärtssieg.
Die Balance zwischen Offensive und Defensive in Hamburg stimmte so wenig, dass man 14-0 Ecken gegen sich hatte - und nach dem 1-0 durch Hinterseer keine echte Torchance: Keine Tore, keine Ecken, keine Punkte, da brauch ich keinen Laptop für, um das zu sehen. Nur Dutt bekam genervt eine gelbe Karte am Ende. Bochum hatte wieder nicht gesiegt. Dazu verletzte sich Lee und ist nun gesundheitlich wackelig wie Zoller. Verletzt sich noch Losilla, Ganvoula oder Weilandt,-Gott bewahre, dann sind wir in Bochum schnell im Panikmodus, da reicht nicht, wenn Sesi den Markt beobachtet.
Dazu sind Weilandt, Lee, Maier und Eisfeld brutal außer Form. Das Mittelfeld, eigentlich das vermeintliche Sahnestück, ist total ohne Ideen, wirkt wie ohne offensive Spielidee.
Spieler wie Decarli oder Blum taugen ja auch nur was, was sie für sich einzeln betrachtet tun, wenn das Gesamtgebilde alles gibt. Und das ist zumindest nicht immer so, aber das hat auch noch Luft nach oben. Letztes Jahr hatte man oft den Eindruck, da fehlt die Einstellung gegen vermeintlich starke Teams, dieses Jahr scheint schlicht Qualität.
Das alles, hat man im Kopf, wenn man an Regensburg denkt. Ein Pfund für den VfL sind zZ die Fans, die ihr Team viermal leidenschaftlich unterstützen und sich nun über ein Sahnelos im Pokal gegen die Bayern freuen dürfen. Ok, Spötter sagen, das hat was von der Magie einer mittelalterlichen Hinrichtung, wo viele, den Deliquenten brutal sterben sehen wollen und eine kleine Minderheit hofft, dass er entkommen kann. Aber im Ernst ein Los gegen die Bayern ist schon alleine für die Fanfreundschaft und das Gefühl toll, aber, hey Leute, Tickets hab ich auch nicht. 😉

Um drei Punkte geht es also gegen WW und weitere drei Punkte will der VfL über den Jatta-Einspruch vom HSV posthum holen. Das muss der Verein, besser die KGaA, tun, aber Fame kriegt man so nicht. Aber in der jetzigen Lage ist mir alles recht, um Punkte zu holen, da ich denke, und schon vorher dachte, es geht bis zum 17.5.2020 in Hannover gegen den Abstieg und wir brauchen daher 40 Punkte als Ziel.
Dass wir ein schwach gestarteter Aufstiegsaspirant sind, dass glaubt auch der immer sehr gut moderierende Dutt nicht zu glauben.
Also, mit dem Publikum im Rücken, der richtigen Auf- und Einstellung, holen wir den ersten Sieg in Westfalen.
Mein Tip. 2-1, auch wenn WW 0-1 führt

VfL: Riemann – Osei-Tutu (Baumgartner), Decarli (Lorenz), Bella Kotchap, Danilo – Losilla, Janelt – Pantovic, , (Meier)Eisfeld, Weilandt – Ganvoula | Trainer: Robin Dutt
WW: Watkowiak - Kuhn, Mockenhaupt, Röcker, D. Franke - Mrowca - Shipnoski, Lorch, Chato, Dittgen - Kyereh

Tom,CB‘93

P.S.: Gruß an Dirk, der ja in Wiesbaden studiert

Der VfL-Express rollt nach unten

16. August 2019

Es geht leider weiter abwärts 2019 mit dem VfL: Bochum unterliegt vor 41.000 Zuschauern dem HSV erstmals in Liga Zwei. Die Bochumer Fans warten damit weiter auf den ersten Saisonsieg 2019/2020. Die knappe Niederlage im Duell der ehemaligen Bundesligadinos und -veteranen gibt den Wetsfalen den Tick nach unten, den man befürchten aber nicht erhoffen konnte. Der VfL Bochum verlor letztendlich verdient 1-0 in Hamburg, weil die zunächst defensiv starken Blauen nach Hinterseers 1-0 keine offensiven Ideen entwickelten. Wir stecken erst mal fest im Abstiegskampf, d.h. gegen Wehen-Wiesbaden muss (!) gewonnen werden. Bochum hatte Struktur und lief, aber nach vorne ging fast nichts, Ganvoula hing in der Luft.
Dutt brachte drei Neue für Zoller, Baumgartner und OT, nämlich Weilandt, Lorenz und Bella Kotchap in die Startelf. Eins vorweg, Dutt fand für hinten den Schlüssel, um die Defensive des VfL zu stabilisieren und die von vielen befürchtete Klatsche blieb zum Glück aus. Aber wir haben wieder mal auswärts (außerhalb von NRW) verloren und sind nun unter Druck in den Heimspielen gegen Wiesbaden und Dresden, weil die Bochumer so wie heute auch in Stuttgart verlieren.

Erst mal hatte ich heute ein für mich sehr untypisches Erlebnis, ich hatte `ne Stehplatz-Karte für das Volksparkstadion, die Route schon morgens ins Navi eingegeben und plötzlich überhaupt keine echte Lust mehr zu fahren. Das hatte ich irgendwie noch nie. Ich war ganz sicher, wir verlieren das, eher deutlich als knapp. Und dann muss man 5-6 Stunden von Köln nach Hamburg fahren an einem Freitagabend (vier Stunden zurück), das Team verliert sehr wahrscheinlich und die Tochter wird auch noch zwei. Das war als Summe echt zu viel für mich, ich blieb zu Hause und die Entscheidung hat mich sehr befreit. Sie war leider richtig, wir haben wieder verloren, egal was das Team investiert hat.
Was hätten die Blauen also gegen die Rothosen machen müssen, damit ich mich geärgert hätte, meine Karte für 17 Euro verfallen zu lassen? Nun, nach der passablen 1. Halbzeit hätte mehr für/aus die/der Offensive kommen müssen. Es kam aber überhaupt nichts strukturiert nach vorne, Bochum hatte nicht mal den Ansatz einer Idee, wie man ein Tor erzielen könnte, nicht vor dem 1-0 und auch nicht danach. Der HSV hatte keine Mühe uns von Heuer-Fernandez wegzuhalten. Herausgespielt wurde vom Mittelfeld um Lee, Maier und den äußerst formschwachen Weilandt keine einzige echte Torchance unter dem Druck der Hanseaten. Es wurde wenn quer gespielt, es wurde gelaufen, ohne Effekt. Dutts Team entwickelt sich seit 18 Monaten in der Fremde nicht weiter, nur das ist konstant..

Zunächst hatte Bochum 10 Minuten Anfangsdruck zu überstehen, aber die Elf von der Castroper Straße war gut aufgestellt und eine Doppelchance parierte Riemann glänzend. Bochum hat viele Baustellen, aber das Tor ist derzeit keine.

Dafür ist Tom Weilandt total außer Form und fast hätte ich Zoller vermisst. Fast…., nein, ich habe diese stabile Defensive mit Respekt zur Kenntnis genommen, aber sie ging zu Lasten jedweden Angriffsspieles - außer den zwei Chancen durch Ganvoula. Eine wird blöd vergeben, die andere hat Silvere etwas Pech, aber Bochum schießt im Dritten Spiel unter Dutt gegen den HSV kein Tor.

In der 55. Minute kommt Blum für Weilandt, aber außer ein paar harmlosen Fernschüssen kommt auch diesmal nichts Zählbares bei rum. Dann setzt sich der HSV nach einer torlosen ersten Halbzeit mal auf der Grundlinie durch, passt zurück und Hinterseer netzt zum spielentscheidenen 1-0. Ein am Boden liegender irritiert Bochums 5, dann kann Lukas treffen. Ausgerechnet der dachten 1800 Bochumer im Block. Insgesamt glänzten Kittel, Jatta oder Hitnerseer nicht sehr oft, weil Decarli, Bella Kotchap und Lorenz es garnicht schlecht machten, aber am Ende verlor der VfL wieder und wenn wir zurückliegen, kommen wir zu Ballbesitz, aber eben nicht zu Torchancen. Das ist ein Problem der Angriffsstruktur und des Spielermaterials. Dutt soll mir mal erklären, wie seine Idee theoretisch aussieht und warum man diese, wenn es sie gibt, sie unsichtbar bleibt. Der VfL hat eine Offensive wie das Sexleben einer Nonne, höchstens angucken und sich was Denken, mehr passiert nicht. Man hatte nie den Eindruck Bochum könne zurückkommen wie gegen Bielefeld.

In der 94. Minute war klar, nach Regensburg unterliegt Bochum auch dem HSV und hat einen Punkt aus drei Spielen - Fehlstart. Die gute Stimmung aus den ersten drei Spielen wird schon gegen Wiesbaden getestet werden. Bleiben die Resultate aus, wird die Unruhe beim VfL auch (wie überall) mit einen immer noch relativ entspannten Dutt und einem unerfahrenen Sesi ganz automatisch größer, das ist klar. Und das Team hat die Balance zwischen Defensive und Offensive noch nicht gewuppt; es fehlt ein zweiter Stürmer, der Ganvoula entlastet und das Mittelfeld dahinter. Und Sesi kann da nicht die Kompetenzen der Greenkeeper neu regeln, er muss Leute ranholen, die die Qualität und Klasse haben, uns in der Liga 2 zu halten, denn nur darum scheint es zu gehen. Und Umbruch - ohne Qualität neu zu holen- , muss und wird scheitern - statt Chernobyl 1986, Bochum 2020.

Dutt vertut wichtige Zeit mit in der Mannschaft umstrittenen Umstellungen und der VfL rutscht nach unten. Die Stimmung ist so spätestens nach Sandhausen im Keller und dann ist es vermutlich schon sehr spät, um noch was zu ändern.

Aber was soll das alles, hinterher ist man im Europapokal und muss viel fliegen. Greta findet das eh nicht gut, also lassen wir das weg.

Aber gleich absteigen und das Straßenbahn-Derby gegen RWE suchen, das muss nicht sein. Ich sach nur 13-0 Ecken, oh man, Gelb kriegt der Trainer wegen Meckerns.

Was zu tun ist? Ein guter Stürmer muss her, die 3-4 gefühlte 10er müssen reduziert werden auf dem Platz, ein RV muss kommen, dazu ein Mittelfeldmann und Dutt muss weiter die Defensive stabilisieren und in Balance mit der offensiven Spielidee gebracht werden. Und Sesi muss zeigen, ob er es kann, das muss der Vorstand gut beobachten.

Tom,CB´93

Umbruch, Abbruch - Hallo HSV

13. August 2019

Ganz früher hieß es mal in einer Textzeile der Hamburger Punkband Die Goldenen Zitronen: „Porsche, Genscher, Hallo HSV“, um sich über die bürgerliche Bräsigkeit des Clubs lustig zu machen. Der HSV, der 1983 gegen Juve mit Magaths 1-0 den Landesmeistercup holte, war mal eine ganz dicke Nummer. Da wurde man auch dt.Meister mit Hrubesch, Jakobs und Kaltz und verlor mal ein Finale gegen Nottingham Forest. Von Uwe Seeler wollen wir hier mal nicht reden.
Eigentlich ist vor einem Spiel gegen den „großen“ HSV spätestens seit 2013 immer Zeit für einen zotigen Witz über die Lage beim Ex-Dino aus dem Norden. Egal ob man es nördlich von Münster sportpolitisch mit dem FC St Pauli hält - Bremen, Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Hansa R. oder H. Kiel gut findet, im Norden Deutschlands kommt immer noch niemand am Hamburger Sportverein vorbei – auch 2019 nicht; der HSV ist lange das hanseatische Gegengewicht zu den bayrisch-derben Bajuwaren gewesen, dann noch Dino, immer noch irgendwie 60er, 70er und 80ziger Mythos und am Ende nur noch der Schenkelklopfer auf Partys. Es gab Schlagzeilen von Gegentorfluten gegen die Bayern, über Relegationsmassel gegen den KSC, bis es irgendwann auch die Elbstädter final erwischte: Abstieg in Liga Zwo. So sicher war das mit dem Absteigen eigentlich, wie jeder einmal stirbt und so passierte es: Umbruch, Abbruch – Hallo HSV: Die Uhr, das Lied „Hamburg meine Perle!“, die Unabsteigbarkeit – wir kennen das – wurde Teil der Vita des Clubs mit der Raute.

Der gescheiterte Wiederaufstieg wurde auch mit teuren Abzockern wie Holtby, Wood, Dos Santos, Hunt, und grünen Jungstars wie Jaffa, Arp und Co durchgezogen. Ich mag den HSV noch immer und ich freue mich am Freitag auch irgendwied am die Alster zu fahren, auch wenn es kein cooler Ganzwochenendehamburgtrip ist - an einem leicht kühlen Freitagabend, u.a. rein verkehrstechnisch, Elbtunnelstau und so. Aber HSV-VfL, da wird man wehmütig, da denkt man an die gute alte Bundesliga, Matjesbrötchen, Flutlicht, wenig Getütt, Fußball pur auf dem Rasen. 50000 Zuschauer und ein guter Gästeblock locken mich.

Der VfL siegte mal (1987/1989???) 1-4 in Hamburg und ich machte mit zurückkommenden Fans Party in Bochum-Langendreer vor dem Zwischenfall (inzwischen abgebrannt!). Lang ist her, die Sehnsucht groß und Freitag hat das alles mit Nostalgie (damals mit Klaus Fischer für Bochum?) wenig zu tun.

Es wird brutal wichtig für beide Vereine, wer Freitag siegt. Der Hamburger SV kann sich eine weitere heimschwache Saison und ein doppeltes 0-0 wie im Vorjahr nicht mehr erlauben. An ein 0-0, womit ich – stand jetzt- zufrieden wäre, mag ich bei unserer Schwäche bei Standards, langen Bällen sowie gegen schnelle Gegenspieler - und den riesigen Lücken zwischen den eigenen Reihen - kaum glauben. Aber man soll nie nie sagen. Was drin ist in dieser ausgeglichenen Liga immer.

Der HSV und der VfL blamierten sich gleichermaßen - ohne Auszucheiden - im DFB-Pokal. Freitag wird es ernst für Hamburg - beim zweiten Versuch des Wiederaufstieges in die BL, diesmal unter Hecking. In Nürnberg siegte man aber schon famos 0-4. Der VfL versucht im zehnten Jahr vorne irgendeine Rolle oben zu spielen; immerhin lieferte man sich eine furiose 2. Hz beim 3-3 gegen Arminia Bielefeld im heimischen Ruhrstadion, aber eben zu Hause. So was würden die treuen Fans auch gerne mal auswärts sehen. Da hatten schon über 1000 an der Donau drauf gehofft.
Bochum hat einen erfahrenen Dutt, der zZ den Umbruch anna Castroper eher bescheiden moderiert. Sesi beobachtet den Markt, immerhin. Vor allem Auswärts hat der VfL 2018-2019 eine Bilanz wie ein Absteiger aus der 2. Liga, schlechter sind eben nur die Absteiger wie Duisburg und Magdeburg gewesen. Der VfL verliert unter Robin D. fast jedes Auswärtsspiel außerhalb von NRW – und genau dieses Mantra hat Bochum in Regenburg und fast auch in Baunatal bewiesen. Da – gerade als Gast – sind die Duttchen schon lange mau und auch aktuell ist wieder es 5 vor 12! Da muss das VfL-Team nun ausgerechnet in Hamburg und Stuttgart bei bärenstarken Teams für diese Liga liefern. Das klänge erst mal beunruhigend nach Beschwichtigungen („Wir sind noch nicht so weit“), („Wir sind auch enttäuscht!“), „(Wir brauchen Geduld!“). („So ein Umbruch braucht Zeit!“), falls der VfL verlöre.
Bochum siegte - glaube ich - im März 2018 zuletzt außerhalb des Bundeslandes NRW und da spielt sich bis auf Bielefeld nun mal die ganze 2. Liga ab.

Noch ist die Stimmung in Bochum aber recht gut, die Fans halten zusammen und zeigen Empathie und Geduld mit der Mannschaft. Die nächsten beiden Auswärtsspiele werden nun u.a. zum Gradmesser für die Geduld von uns Fans, Funktionsträgern und den Medien. Denn danach kommt der Bochumer Herbst.

Robin hatte letztes Jahr Ärger mit Kruse und Saglam, der dazu führte, dass der Australier de facto suspendiert wurde, auch Saglam wurde irgendwie ignoriert, obwohl auch er spielerisch brauchbar erschien.
Dass Hinterseer -als Torjäger und Gayamerah als Abwehrgenius nun die Hamburger stärken, führt uns vor, wie hilflos unsere Transferpolitik im schweren Gewässer des vielen Geldes ist. Dazu versucht Neuling Schindzierlorz den Druck zu ignorieren, der sich rund um den Verein langsam aufbaut.
Hoogland hatte nun seine Vertragsauflösung, doch so ein Mann fehlt der Abwehr sicherlich an der Elbe, ebenso Celozzi auf rechts. Dutt muss dazu aufhören mit der Aufstellung zu experimentieren nach einer zu kurzen Vorbereitungen für diesen radikalen Umbruch.

Beim Hamburg ist der VfL als Gast Außenseiter, da steht der Name HSV, die Statistik des VfL, der Kader der Elbstätter und der Heimvorteil als Pfund für Hamburg. Der VfL kann nur überraschen, wenn er hinten kkonstant ompromisslos verteidigt, die Reihen länger engstehen und sich eine kreative Mittelfeldaktivität ergibt, die Chancen für Ganvoula und Weilandt schafft. Ja, wir haben ein nominell starkes Mittelfeld, aber Lee, Maier, Pantovic, Weilandt wirken außer Form.

Hinten muss man sich weiter einspielen (Orsei-Tutu endlich Mann werden) und der VfL als Mannschaft auch auswärts mutig sein, ohne jedes mal einen Rückstand als Alarmglocke zu brauchen. Das wird schwer, denn Heckings Mannen sind in Form, aber wir brauchen nun Eier. Auch wir Fans brauchen Geduld, auch wenn mir das zZ schwer fällt.

Die Medien von Rentsch bis 1848 berichten logischerweise über die Schwächen des VfL-Teams und dennoch gilt es Mut zu haben und wenn möglich zu punkten.

Dennoch leider mein Tip, außer Spesen, nichts gewesen, der VfL verliert 4-1 an der Elbe.

HSV: Heuer Fernandes - Gyamerah, Jung, van Drongelen, Leibold - Fein - Kittel, Kinsombi, Dudziak, Jatta - Hinterseer

VfL: Riemann – Osei-Tutu (Baumgartner), Decarli (Lorenz), Bella Kotchap, Danilo – Losilla, Janelt – (Pantovic)- Lee, (Meier) Eisfeld, Weilandt (Zoller)-verletzt?) – Ganvoula | Trainer: Robin Dutt

Tom;CB´93

P.S.: Jonas, bist du auf Steher? ;-)

Mentalitätsproblem, Qualitätsproblem, ….problems, the problem is you

10. August 2019

Bochum hat 2-3 in Baunatal in der ersten Runde des DfB-Pokals gewonnen. 5.800 Zuschauer sahen mit dem Erstrundensieg des VfL Bochum einen leicht glücklichen, aber am Ende verdienten Sieger. 2000 Bochumer bildeten einen guten und positiven Auswärtsblock, den sich die Spieler des VfL erst in der Schlussphase verdienten, wenn überhaupt.

Dutt musste umstellen, Decarli wurde ersetzt, dazu Orsei-Tutu und Bella Kotchap und Baumgartner kamen rein. Wieder blieb Weilandt auf der Bank und Zoller durfte wieder einmal seinen Kritikern (unter anderem mir!) Futter geben. Natürlich war der VfL spielbestimmend gegen nominell defensive Hessen und nach einer Notgrätsche eines Roten bekam Bochum einen unberechtigten Elfer. Denn der Hesse hatte erst Mal gespielt und dann Simon getroffen, in meiner Definition kein Foul. Aber Ganvoula ließ sich das Geschenk nicht nehmen und machte das 0-1. Obwohl Bochum keine aus dem Feld erarbeitete Torchance hatte, führten die Westfalen 0-1 beim Fünftligisten. Und wer nun dachte, die Fans im Rücken und ebenfalls eine Führung im selben, das muss dich doch souverän werden lassen, der sah sich getäuscht. Nicht die drei Umstellungen waren das Problem des VfL, sondern wie so oft die Mentalität des Großteils der Spieler, Riemann, Losilla, Ganvoula, Bapoh mal außen vor. Die Hessen kamen zu einem Lattentreffer, doch Dutts Team wirkte lethargisch und ideenlos.
Die Baunataler kamen nun, weil der VfL passiv war wie eine verklemmte Jungfrau beim ersten Mal. Eine Situation entstand, die für alle Zuschauer peinlich werden konnte, man kann ja schlecht weggucken, wenn man zu einem Fußballspiel anreist. Und der KSV machte ein 1-1 per Kopf, da pennte die ganze Hintermannschaft. Nun hätte das Umbruchteam von Robins und Sebastians Gnaden aufwachen können und müssen. Das passierte nicht, die Hessen agierten weiter wie ein Heimpokalteam, wobei man sich beim mopsigen Torwart und 2-3 Spielern schon fragte, ob das ambitionierte Spieler oder eine Thekentruppe sind, aber hey, es reichte gegen uns heute, um das 2-1 zu machen, wo unsere Abwehr wieder aussah, wie ein Pudding, den man gegen eine Wand nageln will.

Der psychologisch ungünstige Zeitpunkt, der Heimvorteil, alles geschenkt, so kann man als Profiteam nicht auftreten, das ist und war peinlich. Träge, passiv und mutlos, wen, wenn nicht Baunatal, will man klar dominieren? Bochum spielte wie ein Abstiegskandidat und Bapoh, Weilandt und Pantovic änderten ab der 70 Minute schon und damit endlich die Taktzahl gegen bravoröse Amateure: es blieb peinlich.

Das 2-2 dann eine Aktion von Silvere Ganvoula und kurz darauf sein 2-3 als Tor des Willens im Nachschuss. Zoller hätte noch 270 Minuten spielen können, es wäre nichts geworden. Er spielte, auch ohne seine Statistik gesehen zu haben, überheblich und uneffektiv. Baunatal gab nicht auf und hatte zwei Chancen auf ein 3-3. Zoller, der mich echt enorm abfuckte, wurde brutal elfmeterreif umgetreten und es gab diesmal keinen Elfer. Klarer geht’s eigentlich nicht und er ist nun auch verletzt. Damit erfüllt er beide Klischees, die ich von ihm habe: Chancentod und ewig verletzt, wobei es diesmal ein ziemlich rüdes Foul war, leider ungeahndet. Trotzdem und dennoch . gute Besserung,was immer er nun hat. Irgendwie mit Hilfe der 2000 Fans, dem wütenden Dutt brachte der VfL Bochum das 2-3 über die Zeit. Es blieb eine grenzwertige Leistung, eine Runde weiterkommen und die Erkenntnis, dass “dieser Umbruch ein Abbruch” wird, wenn sich nicht einiges ändert. Das Team fühlt sich an wie eine emotional schwankende Betrunkene, die ungesteuert unhertaumelt.

Bochum zieht in Runde zwei ein, Lee, Zoller waren Totalausfälle. Es gibt Gesprächsbedarf im und ums Team, auch Dutt und Sesi werden sich Fragen stellen lassen müssen. Weiterkommen ja, aber mit einem halben Gesichtsverlust, das ist schon peinlich gewesen die Art und Weise des Auswärtssieges.

Zoller verletzt, es gab wohl Stress, zwei Suspendierungen drohen und dem Trainer steht Ärger ins Haus.

Ich lehn mich mal aus dem Fenster, die zwei Spiele HSV und VfB droht dieser Abwehr und den Leuten davor je ein 5-0, wenn Concordia Bochum, Baunatal, Regensburg und Bielefeld immer 2-3 Gegentore bedeuten, das wäre nur logisch.

Der Vorstand des VfL muss Sesi und Dutt genau auf die Finger gucken, es droht Gefahr, aller höchste Gefahr für unseren VfL. Noch sind die Fans eine Bank, das Umfeld ruhig und man ist noch handlungsfähig, 2-3 Spieler zu holen, vielleicht stellt sich die Trainerfrage, vielleicht braucht man einen erfahreneren Sportdirektor. Vielleicht muss man brutalsten Abstiegskampf durchleiden wie unter Neitzel und Rasi.

Wir sind in der 2. Runde des DfB-Pokals und zum ersten Mal wünsche ich mir nicht den BVB oder Schalke als Gegner, sondern das einfachste, was noch im Topf ist, denn so wird alles zur Herausforderung, auch Barfuss Betlehem - wobei ich nicht weiß, ob man das noch schreiben darf.

Tom, CB*93

P.S.: Georg, ich wünsche Dir - und natürlich JEDER vom Commando, dass du uns im Gate A bald wieder verstärkst und unterstützt, halt die Ohren steif.

Einmal, nur einmal einen Pokal haben

8. August 2019

Streng genommen beginnt für den VfL am Samstag in Baunatal um 18.30 Uhr der wichtigste Wettbewerb überhaupt: der DFB-Pokal. Hier könnte der Verein für Leibesübungen aka KGaA wirklich was gewinnen - wie 1992 Hannover als Zweitligist - zumindest theoretisch siegen. Klar, seit Anfang der Neunziger bis 2019 ist die Anzahl der Überraschungen vor allem gegen Ende stetig gesunken, aber es wäre was drin. Aber…

Bei dem Aber könnte man 1988 anfangen und man würde nie ein Ende finden: Die letzten drei Jahre waren der spezielle Abfuck, ein 4-2 in Waldorf, ein 2-0 in Paderborn und zuguterletzt ein 1-0 bei Weiche Flensburg - ich habe mir das immer live reingezogen und es war jedes mal ein richtiger unnötiger Mist. I tell you, man ;-)

Und nun gegen Baunatal bin ich nicht dabei, das sollte man in dem Kontext als gutes Omen werten. Also man kann hier erwarten, einen Fünftligisten zu duellieren, der überfordert sein wird, die haben schließlich, so entnehme ich das dem 1848-Blog, gegen Wehen Wiesbaden 8-1 im Landespokalendspiel verloren und sich nur qualifiziert, weil die anderen schon qualifiziert waren. Soweit, so schlecht für uns. Jetzt beginnt also das typische Problem im Pokal, diesen Gegner so ernst zu nehmen wie ne Woche später den HSV und zwei Wochen später Stuttgart. Nur dann zieht man die Hessen wirklich hoch ab. Klar, werden Dutt und Butscher vor dem Außenseiter warnen, “aber hier rein da raus”. Und schwupp schon hat man sich blamiert. Und das wollen die 1200 Bochumer, die Samstag in die Nähe von Kassel reisen, sicher nicht, eine blöde VfL- Überraschung erleben wie in Flensburg.
Dabei hat die VfL-Mannschaft auf die deprimierende Niederlage in Regensburg mit einer furiosen zweiten Halbzeit gegen Bielefeld geantwortet. Die zum Start u.a. kritisierten Spieler wie Zoller und Osei-Tutu können die Partie in Hessen nutzen, um weiter Sicherheit und Selbstvertrauen sich zu erarbeiten: für die schweren Aufgaben in der Liga - vor allem auswärts, aber auch um die Mannschaft gegen Wiesbaden und Dresden so in der Balance zu haben, dass die Saison am Ende doch besser wird, als von uns Pessimisten erwartet.

Denn während die Werte und die Statistik gut waren beim Jahn, waren es das Spiel und der Output überhaupt nicht. So begann auch die 1. Hz gegen Bielefeld und dann wurde drei Gänge hochgeschaltet und die Mannschaft und die Fans bildeten eine fruchtbare Symbiose. BANG. Wahnsinn. Kopfkino.

Darauf müssen wir Fans mit dem Team aufbauen und weitermachen, nur so überstehen wir punktelose Zeiten und es wird schwer genug 2020.

Aber nicht am Samstag, mein Tip: 0-1 Blum, 1-1, etwas Gerumpel, 1-2, 1-3 und am Ende ein klares 1-4 und 1-5.

Nein, die echte Herausforderung steigt erst beim HSV, der VfL siegt relativ locker, weil Dutts Mannen ihre Qualität auf den Rasen bringen und Baunatal halt Baunatal ist

Statistik von VfL4u:

Samstag, 10. August 2019, 18.30 Uhr, Parkstadion Baunatal

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang, pfiff den VfL noch nie; war beim 3:2-Sieg in Köln im Dezember 2018 Assistent)
Assistenten: Lothar Ostheimer (Beratzhausen), Jochen Gschwendtner (Eggenfelden)
4. Offizieller: Oliver Lossius (Bonn)

Voraussichtliche Aufstellungen:
KSV: Pascal Bielert – Niklas Künzel, Patrick Krengel, Daniel Borgardt, Maximilian Blahout – Okan Guel (Felix Schäfer), Jonas Springer, Janik Szczygiel, Nico Möller – Thomas Müller, André Schmitt | Trainer: Tobias Nebe
VfL: Riemann – Osei-Tutu, Lorenz, Bella Kotchap, Danilo – Losilla, Janelt – Pantovic (Lee), Meier (Eisfeld), Weilandt (Zoller) – Ganvoula | Trainer: Robin Dutt

Tom, CB`93

Das ist Wahnsinn

2. August 2019

Der VfL Bochum spielte im spontanen Gewitterregen zum Heimauftakt ein furioses 3-3 gegen Erzrivalen Arminia Bielefeld - an einem sonst sehr wechselhaften Freitagabend. Dabei hatte es nach einem kampfbetonten, aber zeitweise rumpeligen Beginn “nur” 0-0 zur Pause gestanden. Doch dann erlebten Zuschauer aus Bielefeld und Bochum, was Fußball im Ruhrstadion sein kann- rasant
In der ersten Hälfte hatte Bochum - auch dank Dutts Rückkehr “zum gewohnten Spieler auf gewohnten Spielpositionen” - mit vier Neuen viel richtig gemacht: Zoller und Weilandt durften erst mal auf der Bank Platz nehmen nach deren Arbeitsverweigerung von Regensburg. Im 4-2-3-1 wurde dem VfL - von der von Neuhaus eingespielter Arminia - oft klar gemacht, wie man, was Wille, engen Räumen und Geschlossenheit so mit sich bringt. Aber Bochum hatte auch gute Phasen, wo man zu überzeugen wusste, die Chancen lagen vor dem Seitenwechsel eher bei den Ostwestfalen, aber Klos und Vogelsammer zündeten noch nicht. Dafür konnte man Wille und Kampf bei den Bochumer erkennen und so war es ein gerechtes Pausenremis beim Westderby.

Der VfL traf nach dem Pausentee mit Lee und Ganvoula doppelt das Alu bei Ortega und hatte hier einfach kein Glück. Dann zwei Aktionen der Gäste und eine hundertprozentige Chancenauswertung bei Bielfeld und es stand 0-2. Ein Schock für die Fans und die Moral des Teams. Was ist Sesi, Dutt und Butscher wohl durch den Kopf gegangen in den Minuten 52.-76. als Bochum schon verloren schien und der 0 Punkte-Fehlstart perfekt war. Da konnte man sehen einerseits wie dünn das Nervenkostüm ist und andererseits was die Mannschaft doch kann. Ganvoula versuchte mal einen Fallrückzieher und dann kamen Zoller und Weilandt dazu, um Blum und Silvere zu helfen und das sollte gelingen. Das 2-1 per Elfer musste nicht unbedingt fallen, aber man konnte den Foulelfer an Tom geben. Das 2-1 richtete die Fans wieder auf und Silvere Ganvoula machte nun mit dem 2-2 sein erstes Feldtor diese Saison, es war ja auch seine Saisonpremiere. Nach dem 0-2 hatte kaum einer einen Pfifferling auf die Westfalen gegeben und nur die 2000 Gästefans gefeiert. Nun kippte das Derby komplett und das war höchst unterhaltsam für die zahlenden Zuschauer. Ganvoula legte Zoller auf, der staubte zum 3-2 ab, nein es war kein Abseits. Im zweiten Spiel hintereinander der VfL mit einem guten Schiri, auch das gibt es 2019 noch.

Das 3-2 wäre natürlich eine tolle Wiederauferstehung gewesen und hätte viel Mühlsteine abfallen lassen können. Es fiel kein 4-2 und vorher fiel ja auch nicht das 0-3 aus einem Konter. Kurz und gut, als alles selig schien wurde ein langer Ball schlecht verteidigt in der 91. Minute und Lossila, selbst mit Silvere Ganvoula bester Bochumer, verlängerte einen Pass vorbei an Riemann ins Bochumer Tor: 3-3.

Aber wie sollte der Hardcore-Fan das einordnen: gerecht ja, Spektakel ja, aber dumm und aus Bochumer Sicht, am Ende mit einem Dämpfer. Aber wie fahren die Spieler denn nun nach Baunatal (bei Kassel) und später - in zwei Wochen - zum HSV?

Nun, das weiß ich nicht, ich feiere den ersten Punkt und die Aufholjagd mit einem Mythos und das war heute erst mal toll bis auf die Decarliverletzung.

Ker kann dat geil sein, warum brauchen wir nur immer soviel Vorlauf?

Tom,CB’93

Alle Kreter lügen

31. Juli 2019

Aus Wikipedia, das Paradoxon des Epimenides:

“Beim Epimenides-Ausspruch handelt es sich nicht um eine Paradoxie im Sinn einer Antinomie, denn es lässt sich kein logischer Widerspruch ableiten. Es gibt vielmehr verschiedene konsistente Lösungen, je nachdem, wie man den Begriff „Lügner“ präzisiert:

Schwache Lesart: Ein Lügner ist jemand, der manchmal lügt. Hier ergibt sich keine Antinomie, gleichgültig ob die Aussage des Epimenides wahr oder falsch ist. Entweder ist die Aussage des Epimenides wahr (so Paulus in Tit 1,13), weil alle Kreter manchmal lügen, auch Epimenides, der in diesem Fall aber nicht gelogen hat, oder sie ist falsch, weil es andere Kreter gibt, die nie lügen.

Starke Lesart nach Russell:[1] Lügner sagen nie etwas Wahres, sondern lügen immer. Auch hier ist keine Antinomie ableitbar. Denn angenommen, die Aussage des Epimenides ist wahr, so folgt, dass alle Kreter immer lügen, also auch Epimenides. Das widerspricht der Annahme, die damit als widerlegt gelten kann: Also ist die Aussage des Epimenides falsch und es gibt Kreter, die nicht immer lügen. Ob Epimenides zu diesen gehört oder zu den notorischen Lügnern, ist offen. Sicher ist nur, dass er in diesem Fall gelogen hat.

Der Epimenides-Ausspruch ergibt aber in der Verschärfung durch Bertrand Russell zu „Ein Mann sagt: Ich lüge gerade“[1][4] das echte Lügner-Paradoxon, da sich die Behauptung nur auf die momentane Äußerung bezieht.”

Alles kapiert? Nun, wenn der VfL Bochum übermorgen, am Freitag um 18.30 Uhr gegen Arminia Bielefeld zum Heimdebüt antritt, weile ich auf Kreta. Das ist keine Lüge: Das ist nur schade für mich, so ein Freitagabendderby gegen die Ostwestfalen, die es scheinbar ja doch gibt, zumindest die Stadt, ist fast immer ein Festtag.

Bochum gegen Bielefeld ist das Highlight in der Saison für viele Fans aus beiden Lagern und daher stimmten die Bochumer am Zaun auch schnell in Regensburg an: “Gegen Bielefeld dürft ihr nicht verlieren!”. Bemerkenswert, es gab keine Pfiffe nach dem 1-3 - nur diese Aufforderung, doch bitte gegen die Ostwestfalen nicht zu verlieren.

Nach der Vollenttäuschung an der Donau, der völlig verdienten Auftaktniederlage, ist in allen Bereichen noch Luft nach oben. Und an der Ruhr, also im Ruhrstadion, wird sich bsi Freitagabend einiges ändern müssen und ich vermute mal, es ändert sich folgendes:

Der nicht mehr gesperrte Ganvoula vermutlich startet für Zoller, oder mit ihm (unwahrscheinlich), der Soares (da gibt es bekloppte Wechselgerüchte) auf links, Leihgabe Osei-Tutu kriegt noch eine Chance auf rechts (sonst muss man wohl der übel inkonsequent werden und Celozzi reaktivieren) und Riemann bleibt der Antreiber vom Tor aus. Die Diskussion um ihn in einigen Fanforen seit Sonntag ist die überflüssigste Diskussion seit der Auftakt in Bayern, er muss mit Decarli - und Bella Kotchap oder Lorenz - hinten Struktur und Halt kriegen. Das geht nur über einspielen.

Im Mittelfeld muss sich das Zweikampfverhalten am meisten ändern - und zwar sofort, sonst wäre es das erste, was diese Woche geübt werden müsste. Beim Training soll auch nicht alles in Butter sein: Hier, im Mittelfeld, kann Janelt gerne starten. Lee muss spielen und vorne Weilandt seinen schwachen Start vergessen machen, zusammen mit Blum, Maier - und vielleicht Pantovic. Zoller würde ich auf die Bank setzen -nach seinem Katastrophenauftritt, der kam in Regensburg an nichts vorbei und gewann keinen Zweikampf. Schlimm.

Dutt wird seine Aufstellungsspinnereien vom letzten Wochenende in die Mottenkiste der schlechten Erinnerungen legen müssen (wie einst Jogi seine drei Sechser gegen Italien 2012), er - Robin -kann das ja gut moderieren.

Ich persönlich will auf Kreta, keine Lüge, von mindestens fünf Gelben Karten von neuer Bochumer Härte auf dem Ticker lesen, wenn ich kein Sky reinkriege. Und ich will das dieses Team die Kulisse mitreist. Und das muss auch mit dem Kader möglich sein, den Dutt und Sesi zusammenbasteln, gleichwohl finde ich, 2-3 neue Leute brauchen wir noch. Ein Stürmer, ein Mittelfeldmann und ein Rechtsverteidiger fehlen den Bochumern noch, auch wenn wir Freitag siegen. Und ganz klar, ich erwarte einen Heimsieg,

Also eine andere, aggressivere Kulisse am Freitag, ein anderes, robusteres Zweikampfverhalten und eine unexperimentelle Aufstellung werden die VfL-Fans mit allen vor dem TV herbeisehnen.

Bielefeld unter Uwe Neuhaus vom hässlichen Entlein leicht zum Schwan mutiert, die langen Bälle auf Klos und Vogelsammer werden angeblich weniger, hat hinten mit Ortega ne Bank, Priestl und Yabo werden das Spiel ankurbeln. Gegen Pauli spielte man unglücklich 1-1 und guckt eher als der VfL nach oben. Dazu werden 3000-4000 Bielefelder ordentlich laut sein und hoffen, Bochum einen perfekten Fehlstart ins Nest zu legen. Keine Frage, verliert der VfL übermorgen, dann fährt man mit Angst zum HSV, und vorher zittrig nach Baunatal, aber das wäre der stimmungstechnische Supergau. Daher kann man nur jedem empfehlen, der nicht im Urlaub ist, fahrt ins Ruhrstadion, danach vielleicht nach Crange, peitscht die Mannschaft nach vorne wie es schon in Oberbayern klappte und trinkt euch mit Fiege Mut an, der auch der wird dringend gebraucht.

In Bochum spielte der VfL anders als bei viele blutleeren Auswärtsauftritten gegen nickelige Teams a la Sandhausen, Heidenheim und Regensburg, die im besten Sinne Fußball arbeiten, über Zweikampf, Standards und Konter kommen. In sofern muss man dann doch Angst haben vor dem Rivalen aus Cheruskerhausen.

Weil Bielefeld schon eingespielt ist, kampfstark und biestig und seit neustem auch etwas mehr Fußball pflegt, gehen die 0-1 in Führung nach einem Bochumer Strohfeuer am Anfang, aber Bochum gleicht aus.

Kreter lügen und Dänen wohl nicht, aber ich möchte nicht, dass Bochums Start eine Notlüge folgt, dass ich schreiben muss, ich wäre gerne da gewesen und bin dann froh ins Mittelmeer abzutauchen.

Nein, ihr Bochumer Zweitliga Dinos seid stark wie Kretische Stiere und möge die Niederlage vor Walhalla der Start einer neuen, homerischen Heldensaga a’ la Castroper Strasse werden und wir - die Pessimisten - haben uns alle geirrt. Bochum kommt.

VfL: Riemann — Danilo — Bella Kotchap/LORENZ - DECARLI — OSEI-TUTU — Losilla - Eisfeld/Tesche– Janelt/Maier — BLUM-Pantovic/Zoller - Lee — Ganvoula (Bapoh)

Bielefeld: Ortega —Luconi - Nilsson - Behrendt - Brunner — Prietl — Yabo - Edmundsson — Vogelsammer -Klos- Clauss

Tom,CB’93

P.S.: Gruß an den Co-Trainer von Harpen 4, Tip 1-1