Flirt mit Scarlett Johansson am Bahnsteig

30. Oktober 2019

Der VfL Bochum ist in der 2. Runde des DfB-Pokals denkbar knapp mit 1-2 ausgeschieden gegen den FC Bayern München. Dabei hat es die auf vier Positionen veränderte Mannschaft des VfL geschafft, die gegen Kiel vergraulten Fans zu versöhnen, ohne etwas Zählbares zu erreichen. Ganz viele Leute in Deutschland und die 20.000 VfL-Fans im Stadion hofften nach der 1-0 Führung für Bochum auf ein Sieg David gegen Goliath im Pokal. Bis zur 82. Minute hielt die Führung fast 50 Minuten, die Blum vorbereitete und Davies in Neuers Tor wuchtete. Dann kam Gnabry und der geniale Bella Kotchap musste Rot riskieren, um nach einem 1-1 nicht das 1-2 zu verschulden. Er kassierte Rot und dann machte Müller das 1-2 und wie immer seit 1968 siegte der FCB in Bochum im Pokal. Kovac musste sich was anhören und der VfL ist irgendwie moralischer Sieger, ohne etwas in der Hand zu haben. Das war gestern ein kurzer Flirt mit Scarlett Johanson am Bahnsteig, die dann ihre Sonnenbrille aufsetzt und mit einem Lächeln verschwindet. Und man steht da und malt sich aus, was hätte sein können.

So war es gestern, ab 20.00 Uhr brannte das Flutlicht (bis zum Teilausfall in der Halbzeit) und die VfL-Fans schwelgten in ihrer eigenen Bundesliganostalgie. Die Ultras mit einer Gänsehautchoreo zum eigenen 20.ten, die Fans mit guter Laune, weil die Bochumer Elf um jeden Ball kämpften, die Bayernspieler doppelten und Bochum präsent in den Zweikämpfen war wie selten zuvor. Da dachte man es sei wie damals.

Bochum hatte eine Chance durch Zoller und dann dachte man eigentlich, die Bayern würden anrollen, aber Kovac Elf hatte keinen Plan, wie man Bochums Abwehr knacken sollte und das ist kein Witz. Ich habe 1-5 getippt, aber die Realität war völlig anders: Der VfL lieferte sich einen Pokalfight und die Bayern ließen viel zu größe Abstände und spielten viele Fehlpässe. Bochum nutzte das Momentum und ging tatsächlich in Führung wie 2011, damals durch Federico.

Aber die Seelen der VfL-Fans heiterten sich schon auf, als man bis zur Pause kaum Chancen zuließ, nur einmal machte Coman Ernst gegen Celozzi, der sonst famos spielte, wie Losilla, Tesche und auch Soares. Bochum verteidigte auch dann das 1-0 als erst Lewandowski, Coutinho und am Ende Müller kamen, nur das es natürlich enorm Kräfte kostete. Einmal hätte der nicht mutige Schiri Rot gegen Rot, sprich Boateng geben könne, er tat es nicht. Blum hätte einmal das 2-0, damit das Tor seines Lebens machen können, doch Neuer stand goldrichtig. Das dann irgendwann Ganvoula schwere Beine hatte, ist logisch, da er oft Anspiele bekam, die für CR7 technisch schwierig gewesen sind. Bochum hatte ab der 75. Minute eine reale Chance nach 15 Jahren Bayern im Pokal früh stolpern zu lassen und hätte Fußballgeschichte schreiben können, aber dazu hätte man eben ein Tick Glück haben müssen.

Dann kam es, wie es oft kommt, Bayern macht das 1-1 und nun fehlten Körner, um noch einen Osei-Tutu einzusetzen und Ganvoula nochmal in eine Kopfballposition zu bringen: Dann kriegte Bella Kotchap Rot und 10 Bochumer versuchten die Stimmung zu retten, aber das 1-2 fiel durch Müller, der Bochum wohl mag.

So geht es oft und Bayern kam mit dem Schrecken vor dem Ausscheiden davon. Nun ärgerte man sich doch, die Riesenchance versemmelt zu haben, aber Scarlett fuhr davon und man steht alleine am Bahnhof und es bleibt nur die Erinnerung.

Die Zukunft ist Nürnberg und Pauli, aber die Bilder im Kopf, die sich diesen Abend einbrannten, die bleiben wie das Lächeln von Scarlett.

So ging es in die kalte Nacht mit einem wohligen Gedanken.

Tom;CB`93

Davidchen

28. Oktober 2019

Morgen ist es soweit, das Spiel des Jahres in an der Castroper Straße für den VfL. Gegen die erfolgreichste deutsche Mannschaft aller Zeiten und den siebenfachen aktuellen dt. Meister seit 2013 und dazu aktuellen Ersten - den FC Bayern München - spielt der Zweitligasechzehnte VfL Bochum im Pokal. Normalerweise ein Spiel, das beide Seiten sehr erfreut,aber diesmal eins, wo der VfL mit Angst und Kovac Bayern mit ungewohnten Selbstzweifeln reingehen. Während Bochum 2-1 in Kiel verlor, siegte Bayern in Priäus und gegen Union knapp mit 2-3 und 2-1. Bei den Titelmonstern aus München ist die Spielweise und Dominanz nicht wie einst unter Guardiola und Heynkes, der Kovac als Hoeneßziehsohn muss wie vor einem Jahr medial leiden. Während Bochums aktueller Niedergang nur die Lokalpresse bewegt ist zwischen Kicker, Sportbild und Sky die Bayernstory, die BVB-Story und gar die Nagelsmann-Leipzigstory ein Thema.

Für uns ist morgen eigentlich nicht die Frage, wie können wir DIE Sensation schaffen, sondern wie vermeiden wir die totale Blamage, die Southampton gegen das befreundete Leicester beim 0-9 erlitt. Sowas kann im in Krisenmodus angekommenen Bochum zur Zeit keiner gebrauchen; da geht es morgen vermutlich um Schadensbegrenzung und unseren Leuten, das David-gegen-Goliath-Feeling wiederzugeben, wenigstens ein bisschen. Und dann, ach nee, da denke ich nicht weiter.

Wir sehen Goretzka wieder, den Müller, der uns beim 3-1 2010 trippelte und den Hermann. 2011 verlor man 1-2, später 0-3 im Pokal und 1981 auch mal 1-2, d.h. Pokalspiele gingen seit 1968 immer verloren gegen die Bajuwaren. Wenn die Statistik keine Hoffnung macht oder die aktuelle Lage beim VfL auch nicht, dann vielleicht das: irgendwann passiert das Unwahrscheinlichste auch so.

Und wenn nicht, es wird voll, es kommen persönliche Freunde und die Freunde aus Bayern und man kann Bundesligaatmo schnuppern, vielleicht für ganz ganz ganz lange Zeit das letzte Mal. Aber in die Glaskugel kann ich auch nicht sehen, daher tippe ich mal 1-5. Die Bayern kriegen 1-2 Tore, Lewa und Müller machen auch viele, das ist nicht gewagt zu tippen.

Genießen wir morgen, das was zu genießen ist. Meine Vorfreunde ist persönlich gedämpft, aber das ist sie seit der Vorbereitung. Lasst uns alle irren, das wäre schön.

Tom; CB`93

VfL: Coach Reis/Butscher// Riemann — Celozzi - Lorenz, Decarli -Soares — Janelt (Eisfeld), Losilla — Lee - Blum (Maier/Pantovic) - Zoller (Weiland)- Ganvoula (Wintzheimer)

FCB: Kovac/_________ Neuer — Kimmich - Boateng - Pavard - Alaba — Goretzka - Thiago — Gnabry - Coutinho - Coman — Lewandowski

Eingriff Dritter - ohne Relevanz

25. Oktober 2019

Das 2-1 von Kiel, beim alten Holzbein, stellte eine hochverdiente Auswärtsniederlage des VfL Bochum dar. In der Förde verlor der VfL viel zu niedrig, ein 3-0 oder 4-1 hätte Bochums Versagen heute besser abgebildet. Es war meiner Ansicht nach die schlimmste Leistung seit Regensburg: Thomas Reis hatte nach dem 3-3 gegen den KSC eine Aussprache in der Mannschaft initiiert, die voll verpuffte, nein, im Gegenteil, die Mängel unseres Teams noch mal brutal offenlegt. Eine lahmarschige Abwehr beim 1-0 und der falsche Lee nahm einen von Riemann doof gefausteten Ball dankend an, vorher hatte Soares gepennt. Er, Danilo, hatte die Spielnote 6 verdient (auch Decarli), ebenso wie unsere drei 10er Eisfeld, Maier und Weilandt - später auch Wintzheimer. Das Mittelfeld an sich passt gar nicht, Ganvoula hängt in der Luft. 30 Minuten schlecht agiert, gegen den KSC waren das erst nur 15 Minuten, reagiert nur Holstein Kiel als Gastgeber. Bochum in Rot kam sehr oft zu spät (gedanklich wie körperlich), hatte wieder kaum einen nennenswerten Spielaufbau und kam nach 30 Minuten zum ersten Mal vors Tor der Störche. Silvere vergab und der Ball wäre belanglos ins Aus getrudelt, wenn nicht ein Auswechselspieler wie Ebertwein ihn kurz vorher gestoppt hätte. Er stand gerade da, bis dato null Einsätze für die Holsteiner. Auf einem Schlag wird diese Kuriosität zum Fußballhit, denn der Schiri gibt nach VAR einen Elfer für Bochum. Der Eingriff Dritter führt zum Strafstoß und der zum 1-1, völlig, ja völlig aus dem NICHTS und wie immer fast unverdient, wenn Bochum ein Tor macht. Soviele VARs können wir garnicht kriegen, wie die Gurkentruppe um den bemitleidenswerten Capitano Losilla verursacht. Kiel machte weiter Druck bis zur 45 Minute (plus 3) und kriegt einen Elfer, weil Bochums schlechtester Danillo sein Bein zu hoch hatte. Diesmal hält Riemann wieder - wie gegen den KSC - einen Elfer und hält ein schmeichelhaftes 1-1 fest. Die Roten können sich bei allem bedanken, nur nicht bei ihrer Nichtleistung. Maier, Weilandt, Eisfeld, die Totalversager des Mittelfelds, ohne Energie, Körpersprache und da brauchen wir nicht über Bella Kotchaps Posts oder Osei-Tutus Integration ins Team zu reden, wir müssen über das schwächste Bochumer Mittelfeld seit Jahren reden.

Reis stellte auch wieder drei “10er auf”, keiner weiß warum. 2019 wird eines der schlimmsten Jahre in der über 170 Jährigen Geschichte des VfL Bochum, Dutt, Sesi, Kree, Villis haben ganze Arbeit geleistet, diesen Traditionsverein kaputt zu machen, Wattenscheid lässt grüßen.

Nach der schwachen ersten Halbzeit zeigten die Westfalen eine noch schlechtere zweite Halbzeit, kurzum, das Spiel war noch schlimmer als unter Dutt und Butscher. Da könnte der liebe Gott oder Jesus von außen eingreifen und selber aufs Tor schießen, das würde in der Verfassung nix helfen. Alarmstufe Rot war das Motto des Abends im hohen Norden und 12.300 Zuschauer sahen einen schwachen VfL wie beim 3-0 vor 3 Jahren.

Sera, der den Elfer noch zunächst vergeben hatte, traf gegen seinen Ex-Club zum 2-1, auch das war klar, danke Saulo. Da kam zwar so etwas wie eine leichte Reaktion nach Minute 65-70 von den Westfalen, nachdem Wintzheimer, Zoller und unser Lee noch kamen, ein Tor erzielte keiner der von Sesi geholten Leichtmatrosen. Zwar war das Spiel keine Arbeitsverweigerung, aber kurz davor. Das 2-2 wäre ein Witz gewesen wie der Elfer zum 1-1, obschon regelkonform. Selbst solche Geschenke helfen dem VfL Bochum nicht, zZ steigen wir ab, wenn es so bleibt.

Es fiel nicht, anders als der KSC geben wir uns eigentlich auf und können 18. werden vor den Spielen gegen Bayern und Nürnberg (ohne Ganvoula) sowie Pauli. Beide Spiele plus Pauli verlieren wir wahrscheinlich und dann hat Reis fertig, bevor er mit dem Sahnekader richtig angefangen hat. Und da brauchen wir nicht nach Neururer zu rufen oder einem Messias, aber irgendeinen Retter werden wir zur Weihnachtsmarktzeit rufen müssen, ich würde Imke Wübbenhorst vorschlagen. Bei uns sind sicher nicht Morinhio oder Ragnick “Schattenmänner”, aber die brauchen wir vermutlich auch bald plus Druck aus dem Umfeld. Vielleicht arbeitet Villis an einem Investor, “der zu uns passt” und Sesi beobachtet den Markt (man hat Angst, er findet einen Spieler), Saglam schmort auf der Tribübne und Leitsch ist weiter in der Reha. Es brennt lichterloh vor Halloween an der Castroper, schon heute und in 9 Tagen sicherlich lichterloh, außer jemand von außen greift ein, Bruce Lee, Chuck Norris wären gut.

Mein Notfallsezanario für den Winter, 3-4 Neue holen lassen durch einen Sesinachfolger, ansonsten geht Villis nicht nur bei den Ultras als Totengräber des VfL ein - in die titelarme Historie. Nur Britta Steilmann war schlechter, aber wir in Bochum haben nun noch mehr Angst als jemals zuvor. Und noch was, der DFB ist nicht schuld an dem Abstieg, der mit Leistungen wie heute sicher wäre.

Tom;CB`93

Tatort Kiel

23. Oktober 2019

Der VfL-Troß muss spätestens Freitagmorgen die 444 Kilometer nach Kiel angehen, das VfL-Team hat vor dem Wochenende und kurz danach, am Dienstag, mit Holstein Kiel und dem mächtigen FC Bayern München zwei sehr unterschiedlich schwierige Aufgaben, deren Bewältigung dem aktuellen VfL-Kader differenziert schwer fallen wird.

Im Normalfall spielt Bochum Freitagabend höchstens Remis, 2-2 an der Förde oder verliert knapp, und verliert hoch gegen den FCB 2-5 zu Hause im Pokal, was bei Wettanbietern nur ein Achselzucken hervorrufen würde. Das wäre dann das Ende aller Pokal-Träume und brutaler Abstiegskampf bis zum 17.5.2020 wäre angesagt, Ende offen. So kann es kommen und außer unserem Vorstand und dem AR, die wohl immer noch mehr Potential im Kader sehen, das er fast nie zeigte, würde das nicht viele Leute (Zuschauer, Fans) überraschen.

Aber es muss garnicht so weit kommen, man kann auch positiv rangehen. Sesi wird noch einer und Thomas Reis vermittelt nicht nur Einstellung, sondern vermittelt auch solide Spielkultur im Mittelfeld und stabilisiert die Abwehr- man soll die Hoffnung nie aufgeben.

Unter Thomas Reis blieb der VfL auch im vierten (fünften?) Spiel beim 3-3 gegen Karlsruhe weiterhin ungeschlagen und Bochum hat gegen SVS und KSC zwei Siege in der Schlußphase auch deshalb verschenkt, weil der Kopf der Spieler nicht mehr oben ist und damit das Selbstvertrauen fehlt. Das kann man ändern: Ich will hier gar nicht die bekannten Defizite der Abwehrkette - und vor allem in der IV - breit treten, die zwei Innenverteidger sind permanent eine Gefahr für Rumpelstilzchen Riemann und sorgen für regelmäßig zwei bis drei Gegentreffer, sogar bei Concordia Wiemelhausen oder Baunatal, erst recht bei durchschnittlichen Zweitlisgisten wie Wehen W., Heidenheim oder Regensburg. Es fehlen die verletzten Leitsch und Fabian als Alternativen. Sesi hat wie im Sturm verpasst, eine echte Konkurrenzsituation zu generieren. Hier muss ein Hebel angesetzt werden, im Winter nachgebessert werden.

Im Mittelfeld besteht am Ehesten Optimierungspotenzial aus dem Kader heraus, denn hier ist man auf dem Papier mit Lee, Maier, Weilandt, Pantovic vermeintlich besser besetzt, als man faktisch spielt. Gegen die gewitzten Karlsruher konnte man Ballgewinne oder Ballbesitz nicht mal in Überzahl nutzen, weil dann ständig der Ball weg war. Da fehlte ein Lee, der in Form Ballsicherheit gibt, da fehlt Verbeeks Ballbesitzspiel. Es reicht aber auch gezielt zu kontern und dann Nadelstiche zu setzen und diese Führung verwalten zu können.

Bochum fehlt es sicher an Potential, weil man mit Hinterseer, Gyamerah, Kruse, Sam abgab, aber weder talentierte Jugend noch hungrige Profis holte. Das führte zu Frust bei den Fans, schlechten Ergebnissen und letztendlich dem Fehlen jedweder Spitzenqualität. Villis hatte die Mitglieder mit der Hoffnung gelockt, genau davon würde man sich mit der Ausgliederung verabschieden. Man holte einfach zu wenig Qualität für die eigenen Ansprüche, da gibt es Parallelen zum Tatort Kiel.

Eine Lösung aus Reis Sicht wäre schrittweise sich weiter zu entwickeln und an der Förde zu siegen und sich gegen Bayern Selbstvertrauen zu holen, indem man sich nicht verprügeln lässt, während die Bayernspieler sich von Kovac verabschieden durch ne Nichtleistung in Bochum. Das wäre ein Traum.

Aber die Kieler haben da sicher was dagegen, siegte man doch auch durch eine rote Karte begünstigt, wo Bochum jedoch verlor. Kiel trennt sich von Schubert wie Bochum von Dutt und dadurch wurde nicht alles besser, aber eben einiges.

Im Sinne von Reis würde man sich wünschen, dass die Abwehrsorgen, die fehlende Abstimmung mit dem Torwart, die Konflikte Jung gegen Alt, die Mittelfeldprolematik von Übermorgen bis Dienstag mal zurückstehen und man in Schleswig Holstein nicht verliert, vielleicht sogar Punkte zurückholt und gegen Bayern die Außenseiterposition nutzt und sich nicht verprügeln lässt.

Kiel hat sich seit 2-3 Jahren in Liga ZWO etabliert und siegte vor 2 Jahren humorlos 3-0 gegen uns und Marco und ich konnten dann nur noch am Hafen trinken. Ein späteres 2-2 und eben übermorgen, entscheiden, ob Kiel für Bochum zum guten Pflaster wird im “echten Norden”.

Sera und Lee haben was dagegen, Zoller und Ganvoula treffen für uns, also wird es statistisch ein 2-2.

Dann kämen München und Nürnberg ins Ruhrstadion und man könnte endlich Sicherheit und Selbstbewusstsein aufbauen. Es wird also erneut viel davon abhängen, wie Reis Truppe den Nackenschlag verschenkter Sieg verkraftet, sich an der Förde präsentiert und wie die Mannschaft als Team in der Lage sein wird, 90 Minuten alles zu geben und nicht zu enttäuschen.

Das wäre mein Ziel, meine Hoffnung: Nach 0-3, 2-2 doch ein 1-2 Auswärtssieg. Das Straftraining von Osei-Tutu bringt vielleicht was und Bella Kotchap postet nur noch blaue Flecken.

Die Teams am Freitag um 18.30 Uhr in Holstein Kiel:

Kiel: 30 Gelios—–3 Schmidt-7 Lee -8 Mühling-13 Özcan—–15 van den Bergh-17 Baku- 23 Serra -24 Wahl (C) -25 Neumann -26 Meffert

VfL: Riemann — Gamboa - Lorenz, Decarli -Soares — Janelt (Eisfeld), Losilla — Blum (Lee) - Maier (Pantovic) - Zoller (Weiland)- Ganvoula (Wintzheimer)

Tom,CB`93

P.S.: Gruß an die Auswärtsdrohne

Logische Enttäuschung

20. Oktober 2019

Das 3-3 des VfL Bochum gegen den frechen Aufsteiger aus Karlsruhe stellt ein logisches Ergebnis dar, endeten doch 9 der letzten 11 Vergleiche zwischen den Traditionsteams Remis und so auch heute. Aber vom Verlauf her stellte das 3-3 der Badener im heimischen Ruhrstadion natürlich eine “gefühlte, bittere Niederlage” dar, vor allem, weil man nach 32 Minuten 3-2 führte - bis zur 90. Minute - am Ende fehlten zwei Minuten am ersten Heimsieg seit April/Mai; ich kann man mich wirklich nicht mehr daran erinnern. Aber bis auf Duisburg im Januar und noch zwei Teams (vergessen welche) hat 2019 überhaupt keiner im Ruhrstadion verloren, die Bayern werden sicher schon extrem Angst haben vor uns.

Aber was soll man da sagen, ersten Heimsieg bitte, wenn man sieht wie Ganvoula - bester Bochumer - alle Schwarzen austanzt, nur das 4-2 erzielt auch er nicht. Aber aus der Sicht der Karlsruher sollte das 3-3 hochverfdient sein (schon beim Elfer in der 48. Minute), denn Reis und Butscher konnten dem Team, was schon unter Dutt immer wackelte, auch keine sichere Spielkultur vermitteln, die eine Führung verwaltet oder gar ausbaut. Der VfL hat keinen sinnvollen Spielaufbau, der ständig durch Fehlpässe und Ballverluste unterbrochen wird. Bochum bleibt daher ganz realer, logischer Abstiegskandidat bis zum 17.5.2020, was nur exklusiv Bochums Führungsriege (angeblich) zu überraschen scheint, sonst aber niemanden - mit zwei Augen im Kopf. Wer mit diesem Kader einstellig sein möchte, will auch mit einem Sack Mehl übers Wasser laufen. Sorry, vom August 2019 sehe ich Abstiegskampf…

Der KSC in schwarz schnürte Bochum vor dem Bobbi Bolzer Block ein, als seien die weißen Spieler der Abwehr in dem Mauskostüm gefangen, so sah das vom H1-Block aus. Die Karlsruher Außen spielten Bochums AV schwindelig, das man zweimal schon dachte, jetzt fällt das 0-1. Das fiel dann folgerichtig schnell (Hofmann) und das 1-1 war optische Schmeichelei, allerdings enorm effektiv, ein VfL-Angriff - ein Tor von Bochum. Nun musste ich Fanta und Wurst holen und da ging ein Karlsruher runter mit Gelb-Rot. Das müsste sich doch ab der 70. Minute spätestens den Badenern viel Kraft kosten. Aber erst mal machten die Schwarzen weiter mit Angreifen und schnürten Bochum ein, ehe dann das 1-2 fiel. Und wer nun dachte, Bochum müsse irgendwie mal nach vorne spielen, sah viele Peinlichkeiten und Fehlpässe. Der KSC war in dieser Phase klar besser.

Im Prinzip stellt Bochums Defensive nicht das größte VfL-Problem dar, sondern die völlige Ideenlosigkeit des VfL im Angriff bzw. Mittelfeld. Wie es geht, zeigte der KSC, der einfach besser Fußball spielte, während Bochum oft Langholz machte und Ganvoula suchte (vom Gegenspieler oft festgehalten), oft mit schlechten Anspielen.

Dennoch reichte es für Bochum, das 2-2 per Elfer war erneut schmeichelhaft und per VAR, wobei ein Abseits von Silvere übersehen wurde. Ohne diesen Mann wäre Bochum 18. hinter WW. Blum verwandelte zum 2-2 und nun fing man -nach einer halben Stunde - von Null an. Auch hier wirkte der KSC gefälliger als die Gastgeber, doch Bochums Gamboa machte das 3-2. Das war total glücklich, stellte einen wichtigen psychologischen Teilerfolg dar. Man brachte das 3-2 in die Pause. Ich konnte Bobbi Bolzer in H2 bestaunen und hatte ne gute Sicht und nette Leute im Block H1. Kann man empfehlen, die West.

Doch nicht der Block A fehlte mir nach der Pause, sondern das fehlende, entschlossene Drücken auf das 4-2. Der VfL schafft das mit seinen Mitteln schlicht nicht, ihm fehlt Kopf, Spielwitz, Cleverness und damit schlicht die Qualität, das Spiel zu lesen und adäquat zu reagieren.

Die Karlsruher beschwerten sich beim Schiri Winter im Dauerregen an der Castroper, doch genau hinzugucken bei Entscheidungen: Doch Reis behielt Gamboa drauf und Reimann war mal wieder “der Teammeckerer ohne Fortune”, der sein Team mit einen Foul in Bedrängnis brachte und das 3.3 dennoch vorerst verhinderte. Der Keeper in Grün bleibt ein paradoxer Held”. Aber das 4-2 war ab Minute 75. möglich, weil der Phoenix aus Karlsruhe fast zu Asche zerfiel. Aber die 70. bis 90. Minute offenbart Bochums Problem, einen Spielaufbau in Überzahl zu kreieren, der nicht peinlich ist. Zwei Chancen hatte man, die blieben ungenutzt.

Das 3-3 durch Fink fiel auch aus abseitsverdächtiger Position und war total unnötig zu dem Zeitpunkt, aber für die Phoenix Suns stellte es ein verdientes Remis über 90 Minuten dar. Ein Drittel der Saison ist gespielt, Bochum muss Freitag nach Kiel (18.30 Uhr) und der VfL-Anhang hatte heute nach dem Schlusspfiff Land unter: Der Dauerregen konnte die feurigen und wütenden Herzen der Fans nicht löschen. Frust regiert weiter an der Castroper Straße, mal wieder im zehnten Jahr der zweiten Liga.

2019 ist dazu ein ganz schlimmes Jahr für uns Bochumer Fans und das totale Fiasko kann man nur mit klugen Neuverpflichtungen abwenden, denn so reicht es nicht zu Klassenerhalt. Wir sind 16.

Tom,CB’93

P.S.: Gruß an Ben, Sarit, Stephan und Moppel sowie Ostkurvenmatthes

Unmilitärischer Heimsieg

17. Oktober 2019

Es war Pause vom schnöden Ligafußball am Wochenende in Europa, die deutsche Elf überzeugte nur eine Halbzeit in Dortmund beim 2-2 gegen Argentinien und siegte im Qualispiel 0-3 in Talin mit zwei Toren des Ex-Bochumers Gündogan. Der Deutsche mit türkischen Wurzeln in “Der Mannschaft”, der mit seinem Insta-Like zum “militärischen Gruß der türkischen Nationalmannschaft (in Albanien)” erneut von sich reden macht, zeigt, dass das Thema “wem gilt meine Loyalität” über die Fußballgrenzen in die Medien schwappt und viele Menschen bewegt (wir erinnern uns an Özil plus Gündogan). Ist es so, dass die etwas naive, emotional verklärte Heimatverbundenheit als Erklärung für die Befürwortung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges einbringen kann und das später straflos “als Joke” verkaufen kann? Ist das nur ein Torjubelgag oder ist das schon nahe beim Wolfsgruß der türkischen Ultrarechten vor der Teestube in Bochum? Dann haben die Bulgaren den römischen Gruß gemacht, weil sie Caesar irgendwie knorke fanden? Irgendwann ist auch gut mit saudummen Ausreden, dafür braucht man keinen VAR, um diese politische Dummheit zu entlarven. Klar kann man seine Meinung kundtun, aber hier werden rechtliche und moralische Grenzen weit überschritten. Vielleicht hatte die Revolution Chemnitz auch nur ihren Opi lieb, daher der Gruß.

Ich hätte den Jungprofi Gündogan gerne länger in Bochum statt in Nürnberg und Dortmund (sowie Manchester) gesehen, aber das ist ein anderes Thema, das kann man auf Goretzka, Kramer und Klostermann genauso anwenden. Leider kann man zwar versuchen Fußball so unpolitisch wie möglich zu gestalten, wenn aber brutale Militäroffensiven (u.a. auch gegen 70.000 kurdische Kinder!) mehr oder weniger deutlich bejubelt werden von Followern oder an anderer Stelle farbige, englische Nationalspieler mit Hitlergruß und Affenlauten beleidigt werden, bleibt es schwer zu sagen, “es gehe nur um Sport” und ein paar Idioten von Vorgestern. Denn diese Artikulation ist verdammt aktuell und ist oft leider genauso gemeint, nämlich böse.

Es ist aber auch andererseits für mich fußballerisch schade, dass der große türkischstämmige Star wie einst Bastürk, Gündogan, Gününoglu und Co gar nicht mehr in Bochum spielen und Saglam oft gar nicht auf der Bank sitzt.

Sonntag 13.30 Uhr gegen den KSC brauchen die Fans des VfL, der Verein und die Spieler dringend einen unmilitärischen Heimsieg, den gab es seit Mai 2019 nicht mehr. Daran hat sich auch in der Pause nix geändert. Wer dagegen steht ist der formidable Aufsteiger KSC, wie der VfL seit vier Spielen ungeschlagen, Trainer Alois Schwarz wird wohl was dagegen haben, die drei Punkte in Bochum zu lassen, denn der 9. der Zweiten Liga will nicht so schnell mit dem 15. tauschen. Ich hoffe genau darauf.

Reis wiederum kann nach der Länderspielwoche wieder auf Lee, Weilandt und dem vom U-Länderspiel gestärkten Wintzheimer zurückgreifen, was ihm neue Optionen in der Offensive gibt. Besonders weil der Torjäger vom Dienst, Ganvoula vier gelbe Karten hat und egal wie man zu Blum, Zoller und Wintzheimer steht, “the silver gun” ist unersetzlich für den VfL-Sturm.

Thomas Reis Motto wird dennoch sein, erst recht nach dem 2-3 in Heidenheim, “never change a winning team” und da werden sich dann einige, neue Optionen anbieten, außer dem unglücklichen Ulrich Bapoh, der sich beim 1-4 in Krefeld am Kreuzband schwer verletzte, Leitsch und Fabian sowie eben der mit Fußprellung verletzt Saglam.

Dass der ehemaliger U-Nationalspieler Saglam auch sonst keine Rolle an der Castroper mehr spielt (wie Celozzi und einst Bastians), ist traurig, vor allem, wenn man sieht, dass Palvinidis in Holland durchstartet und - der bei uns der hektisch geholte Wintzheimer (ohne Option!)- keine echte Alternative für die Startelf von T. Reis dartstellt. Hier sind wir wieder beim Thema Sesi und Langzeitplanung sowie “wir beobachten den Markt”.

Feierte Bochums Fanszene mit den Ultras die Ultras im alten Bochumer Tarmcenter, so wollen die Fans Sonntag endlich wieder in der Ost einen Heimsieg feiern und den Aufwärtstrend unter dem neuen Trainerweiter nutzen. Denn mit einer besseren Einstellung, weniger Personalexperimenten und keinem Homeoffice des Bochumer Coaches, können die Spieler endlich das Potential abrufen, was sie haben oder was man glaubt, sie hätten es. Das müsste für den KSC bedeuten, dass man statt des statistischen Standards Remis mal einen 1-0 Heimsieg schaft wie 2013/2014.

Ich habe mit Fifa 20 ein 2-0 rausgespielt mit Toren von Blum und Ganvoula und denke, dass die VfL-Abwehr auch mal mit Riemann und den den vieren davor einen zu Null Sieg hinkriegt. Es wird - versprochen - ein ganz und gar unmilitärischer Heimsieg, niemand wird da weggebombt und Bochum hat die Chance, weiter nach oben zu klettern.

Da erwarte ich vom Mittelfeld zwei Dinge: erstens Robustheit, Lauf- und Zweikampfbereitschaft und eben nicht nur Brechstange nach vorne oder Langholz.

VfL: Riemann - Gamboa, Lorenz, Decarli, Soares — Janelt (Eisfeld), Losilla — Blum - Maier (Lee/Pantovic) - Zoller - Ganvoula (Wintzheimer)

KSC: Uphoff — Thiede - Gordon -Pisot -Rßbach — Fröde- Stiefler- Choi -Wanitzek - Lorenz — Hofmann

Tom;CB`93

P.S.: Gruss an Ivo, Bachmann, Hölter und Okko

Eine fette Sause

14. Oktober 2019

Nach dem ersten Sieg des VfL in Heidenheim, war es relativ still am WE an der Castroper Straße in der Länderspielpause. Da man nach dem 1-4 in Uerdingen nur Bapohs schlimme Kreuzbandverletzung zu beklagen hatte, war es der ideale Zeitpunkt eine große Party der Ultras Bochum zu besuchen. Es sollte sich lohnen.
Da waren um 500 geladene Gäste, die sich zunächst um 16.00 Uhr am Raum trafen. Einige hatten sich schon Mittags am Dorfbrunnen getroffen und waren Schnitzelessen im Paulaner, schließlich hatte man ja Gäste aus München und Bologna, da brauchte eseinen traditionellen Rahmen.
Der Dorfbrunnen am Bahnhof war in den Neunzigern, der Ort wo sich Bo-City 1982, UB`99 (Supreme Corps gabs auch mal) und Commando`93 vor den Heimspielen trafen und daher war es ein sinnvoller Start. Ich kam erst um 17.00 Uhr mit Blablacar nach Bochum und wollte dann schnell zum Ruhrstadion, weil die Leute am Raum sich schon aufmachten zum Ruhrstadion fürs Gruppenfoto. Marco hatte noch schnell ein Fiege an der Hopfendolde und so ging es mit der 8/18 zum Stadion.
Dort fand man einen großen Haufen mit allerlei Prominenz aus den Fanszenen Bochum-Bayern-Bologna, der Richtung Stadion ging. Da merkte man schon, da kommen dann teilweise mehr Leute als so zu manchem Spiel aus unserer eigenen Fanszene, obwohl auch nicht alle da waren. Es gab Gesänge, ein Gruppenfoto und viel Rauch auf der Ost. Es war eine sehr feierliche Atmospnäre, dazu Gesänge die unter die Haut gingen. An dieser Stelle muss man sagen, der der nicht dabei war hatte was verpasst. Ich fühlte mich wie an einem besonderen Anlass und wäre ich nicht dagewesen, hätte ich etwas Besonderes verpasst, obwohl ich vorher nicht so genau wusste, was mich erwartet. Laute Gesänge wie der VfL-Bochum-Walzer oder “Gegen alle Stadionverbote” waren darunter, unser “Wir sind Sauna, ihr seid FKK!”-Geschenkbanner und die Leute, die seit 30-40 Jahren waren darunter wie junge Fans von 18-22.
Dann ging es in die Ritterburg für einige, weil zwei Transfershuttles nicht alle auf einmal schafften zum Tarmcenter, der Partylokation zu bringen. da wurde Fiege und Rose’ getrunken und man freute sich auf die Feier.

Angekommen am alten Tarm an der Rombacher Hütte, gab es erst mal viel zu bequatschen, Leute zu treffen und dann ab 20.00 Uhr auch den gut organisierten offiziellen Teil. Da wurden dann einzelne Reden gehalten, Geschenke überreicht (man bekam als Gast eine alte orangene Sitzschale); es waren welche von den Ostlern da ebenso wie Freunde Block A, ich habe Treue gesehen und einzelne andere Leute (einige hab ich dem Alkohol geschuldet vergessen), Bo-City stellte viele Gäste, ebenso die Münchener Schickeria-Gruppe. Man konnte reden, tanzen und trinken, abhängen, nur den Mitternachtssnack habe ich verpasst, da war ich wohl im Tanzzelt.

Man konnte immer schön Fiege, Fiege-Radler, holen und man bekam verschiedene Arten von Kurzen hinter der Theke verabreicht.

Ich habe das ganze sehr genossen, war um 7.00 Uhr im Bett und da kann man nur sagen, danke für die fette Sause, danke für viele Dinge in den letzten 20 Jahren und vielleicht geht man ja gestärkt in die Zukunft.

Gruss an alle, die ich vergessen habe, Gruss an alle Trink-/Quasselpartner des Abends, es waren viele.

Tom;CB´93

Ein Zombie hing am Glockenseil

6. Oktober 2019

Wie tot man sich als Bochumfan diese Saison fühlte, sah man nach Ganvoulas 1-3 - kurz nach der Pause. Normalerweise ist da ein Spiel praktisch durch und man spielt so lange safe, bis man die Chance zum 1-4 kriegt. Das ist so das, was dann im Normalfall passiert, nicht immer, aber oft. Aber jeder, wirklich jeder Bochumer, egal ob die 600-700 im Gästeblock oder die im Dauerregen in NRW daheim Gebliebenen, guckte öfter auf die Uhr und schien das 3-3 quasi herbei zu unken, obwohl die Mannschaft in Blau heute eigentlich von ihrer Körpersprache recht sicher wirkte. Nun das 2-3 fiel, aber dabei blieb es auch die letzten zwei Minuten; da stand dann am Ende der erste Sieg der Saison der Bochumer, der erste Auswärtssieg des VfL seit Dezember 2018 und das an der Stelle, wo Ex-Trainer Dutt mit einer Niederlage startete vor 20 Monaten.

Die Elf von der Ostalb zeigte zwar Einsatz, fand aber gegen Bochums Kompaktheit heute nicht die Mittel, die zum Remis für die Würtemberger hätten führen können. Bochum startete fix und traf gleich die Latte des Heimkeepers. Wenig später traf Zoller zum 0-1 nach einer Flanke von Links und Blum machte fix das 0-2. Das war Gold wert an einem regnerischen Sonntag, vor allem damit man in der Länderspielpause den Kopf etwas frei kriegt und gegen den KSC personell und mental aus dem Vollen schöpfen kann. Aber nach dem 0-2 schlug der FC HDH zurück und machte nach einem Standard per Kopf das 1-2 in der 23. Minute. Das Spiel hatte also ordentlich Tempo eingelegt, aber Bochum blieb cool und sollte am Ende zum vierten Mal in Folge nicht mehr besiegt werden unter Thomas Reis. Das ist mal eine Miniserie.

Nach dem Pausentee wurde das Wetter nicht besser und die Blau-Roten nicht kreativer, weil Bochum heute kompakt und giftig war. Dann gewann Silvere Ganvoula sein Laufduell und machte an einem für ihn durchwachsenen Tag noch das 1-3. Wie gesagt, viele Teams wären safe gewesen, aber Bochums Defensive wackelte zwar nicht pausenlos, aber beständig. Der Sky-Mod sprach auch von einem gegessenen Spiel, aber als VfLer zittert man oft noch nach dem Schlusspfiff und immer wenn Eisfeld kommt. Pantovic, Zoller und Maier (?) runter, aber das 2-3 für die Gastgeber kam dann am Ende zu spät, um den ERSTEN SIEG des VfL überhaupt zu torpedieren.

Das 3-3 fiel nicht und Reis ist nun doch derjenige, der bis in zwei Wochen das Lenkrad des in den Abgrund trudelnden Wagens rumgerissen hat. Die Angst frisst nicht mehr die Seele auf, die Brust löst das Gefühl des nicht-mehr-Atmen-Könnens auf und der VfL ist 15. und steht über endlich dem Strich, gibt also die Rote Laterne vom Freitag ab, das könnte man, muss man aber nicht in der Roten Laterne feiern.

Reis, Riemann, Losilla, allen konnte man die Erleichterung ansehen und nun sollten sich alle mal die Birne wegblasen und ab Dienstag den KSC-Skalp im Visier haben.

Frank Schmidt sprach von den Fehlern seines Teams, wir haben 19 Gegentore gekriegt, es bleibt also noch sehr viel zu tun im Oktober, bis am Ende die Bayern kommen.

Gruß an Jonas und Drohni

Tom; CB*93

Geschnatter

5. Oktober 2019

Gestern abend haben viele VfL-Fans die Zweitligatabelle getwittert oder auf FB gepostet, der VfL Bochum ist seit dem glücklichen 1-2 von WW in Stuttgart Letzter. Zum ersten Mal seit 2011 ist Bochum ganz unten angekommen in der 2. Liga; und das Team des VfL Bochum hat am Sonntag auf der Ostalb die für die Psyche wichtige Chance, die Scharte 18. der Liga bei HDH auszuwetzen- dazu müsste der VfL am Samstag irgendwie siegen. Nach drei Remis in Folge unter Neutrainer Reis könnten bei einem Sieg die Seelen der VfL-Fans aufhellen. Aber die vertrackte Situation ist sportlich schwierig genug, auswärts siegte der VfL zuletzt im Dezember 2018 in Köln (!) und gesiegt hat der VfL Bochum weder unter Dutt, Butscher noch Reis in dieser Saison 19/20. Das heißt auswärts 10 Monate sieglos, 8 Spiele insgesamt in der laufenden Saison, siegte man nur in Baunatal knapp und glücklich und darf nun gegen die 2-7 Bayern zu Hause antreten. Da ist klar, das vorherrschende Gefühl an der Castroper Straße 145 ist Angst. Verlöre man in der Voitharena 2-0 durch Schnatterer und Co. - wie üblich seit 2012 - dann würde die Panik die Supergaus “Abstieg und Pokalblamage” in Bochum rumwabern. Und das tut sie jetzt schon ein wenig, wenn man mit Leuten spricht. Nun war schnell klar nach dem 2-2 gegen Darmstadt, dass Manuel Riemann zum Schuldigen wenig taugt, auch wenn er beim 1-1 semi aussieht und vor dem 2-2 dumm abschlägt. Aber da sah man auch genau, wie das Team des VfL sich 40 Minuten selbst sedierte, den Gegner nach seinen Umstellungen besser ins Spiel kommen lies und um das 2-2 bettelte. Wie in Sandhausen erarbeitete sich das Reisteam 45 Minuten Übergewicht, aber mehr ist mit diesem menschlich, sportlich und positionstechnisch falsch zusammengestellten Kader schlicht nicht drin. Aber es bringt nun weder was, Dutt, Riemann oder Zoller die Schuld an der Misere zugeben, noch Weltuntergangsstimmung zu verbreiten. Das wäre genauso falsch wie Villis, Kree und Sesi einen weiteren Blankocheck fürs Versagen auszustellen. Für mich brauchen wir im Winter zwar zwei neue Spieler (Stürmer, AV) und einen neuen, berufserfahrenen Sportdirektor, aber zZ gilt es den Anschluß nicht zu verlieren und das Verlieren aus dem Kopf zu kriegen.

Dazu taugen die von oben auf uns in der Tabelle schauenden Heidis wenig, aber wir können uns den Gegner nun mal nicht stricken für Sonntag 13.30 Uhr.

Reis wird weiter auf Lee, Leitsch im Kader verzichten, immerhin hat er mit Weiland und Bapoh Alternativen, falls Ganvoula und Zoller mal schwächeln auf der der Bank, wobei auch der Neucoach seine Positionsexperimente und seine komischen Defensivwechsel lassen sollte, die Polyvalenz ist genau wie die mentale Stärke ein Manko des VfL-Teams. Aber vermutlich startet er wie gegen die Lilien und man wird sehen, ob das Gegenpressing des VfL mal länger durchgehalten wird.

Startet Bochim wie in Sandhausen, ist ein Punkt oder gar ein Dreier drin, obschon sich die Elf von Kulttrainer F. Schmidt sich gerade zuletzt sich nach durchwachsenen Start stabilisiert hat.

Und Wunder gibt es immer wieder und der Situation geschuldet ist Verlieren eigentlich verboten. Schaun mer also mal.

500 Bochumer werden da sein, wo der VfL einst 2011 HDH im Pokal durch zwei Dedictore besiegte oder mit Terrodde 2016 2-4 auftrumpfte. Come as you are.

Statistik von VfL4u:

Sonntag, 06.10.19, 13:30 Uhr, Voith-Arena

Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang, pfiff den VfL zuletzt beim 2:2 in Dresden im März)
Assistenten: Tobias Fritsch (Mainz), Johannes Huber (München)
4. Offizieller: Lothar Ostheimer (Beratzhausen)
Video-Assistenten: Christian Dietz (Kronach), Steffen Brütting (Nürnberg)

Die letzten Spiele gegen Heidenheim: FCH - VfL 3:2 (29.09.18; Dovedan, Glatzel, Schnatterer; Hinterseer, Hoogland), VfL - FCH 1:0 (08.03.19; Lee)

Voraussichtliche Aufstellungen:
FCH: Müller - Theuerkauf, Beermann, Mainka, Busch (Strauß) - Griesbeck, Dorsch, Kerschbaumer - Leipertz - Schnatterer, Kleindienst
VfL: Riemann - Soares, Lorenz, Decarli, Gamboa - Blum, Janelt, Zoller , Losilla, Pantovic - Ganvoula

Tom, CB`93

P.S.: Bei Fifa 20 siegte ich 5-0 mit vier Ganvoulatoren, mein Tip ist aber 1-1

Vincent kriegt jetzt auch beim VfL keinen mehr hoch

26. September 2019

Dieses Lied mit “Vincent” im Radio auf WDR 2 zu hören ist schon kacke, in den USA wäre Sarah Connor nicht mal bei Hooters am “All you can eat chicken Tuesday!”-Bedienung, in D ist sie Sängerin. Dieses Lied nach dem 2-2 von Bochum gegen Darmstadt 98 zu hören, ist der Punkt, wo man sich fragt, ob man nicht mal nach Australien auswandert und sich den ganzen Mist von anderen Ende der Welt anschaut. Dabei hat man ja eine Kiste Fiege im Auto, aber sich damit am Rasthof Remscheid im Regen zu besaufen, das mach ich erst, wenn wir wirklich absteigen sollten. Aber mit acht Spielen ohne Sieg surft man hart auf der Abstiegswelle, auch gerade wenn der dritte Trainer keinen einzigen verdammten Sieg schaffte - nach weniger als einem Viertel der Saison schon ziemlich am Arsch der Zweitligatabelle. Dementsprechend gab es viel Fan-Unmut am Spielende, im Block A riefen einige Dutzend “Riemann raus!”, einige von uns zeigten den Vogel, irgendwie muss der Frust schon raus. Aber man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen.

Dabei hatte das Ganze bei nieseligem Wetter flott begonnen, das 1-0 wurde nach 3 Minuten knapp verfehlt. Der VfL machte Druck und SVD98 powerte auch und hielt dagegen. Das 1-0 fiel durch VAR, man fragte sich “Elfer - wofür?”, es war wohl Hand. Dann machte the silver gun das 1-0 und die Stimmung der 15.000 war trotz Nieselwetter gut. Das 1-1 der Hessen durch Höhn fiel auch, weil Ganvoula immer noch im “ich lass mich feiern”-Modus - weit weg vom Gegner war. Doch der VfL zeigte unter Neutrainer Reis in der 1. Halbzeit erneut eine gute Leistung und Ganvoula machte auch das 2-1. Wenn das Spiel nach 45 Minuten beendet gewesen wäre, alle der 14.000 Bochumer wären zufrieden nach Hause gegangen. Aber dieses Team hat 2019 auch nach “dem Umbruch” keine gute Mentalität oder ausreichende Qualität oder beides nicht - für erwartbare 90 starke Minuten. Es steht zu befürchten, dass das auch nichts mehr wird diese Saison. Und jede Woche steigt die Anzahl der Leute, die für den Verein das Schlimmste befürchten, vor allem wegen der 2. Halbzeit droht uns unter Villis, Sesi, Reis - und wer eventuell danach kommt, der erste Abstieg aus dem Profifußball nach 55 Jahren. Da muss man sich nicht wundern, wenn jede Woche ein neues “Villis-Raus-Plakat” in der Kurve hochgehalten wird. Den Schuldigen sucht man immer an der Spitze und ich würde nicht wirklich Merkel die Schuld geben.

Die Fans hinter uns - und im Block Q - haben kurzfristig Riemann als Schuldigen ausgemacht und riefen “Riemann raus”, weil für sie das 1-1 haltbar erschien und Manuel immer wieder seine Vorderleute anmacht, wenn sie Fehler machen, was sie auch immer wieder tun - er aber eben auch. Ein Teufelskreis, aus dem der VfL nicht rauskommt und das 2-2 durch den Bonner Heller schickte Bochum auf den Relegationsplatz. Vorrausgegangen waren 35 Minuten Inaktivität, Ergebnis verwalten und mangelnde Kondition oder Mentalität, ich weiß es nicht, jedenfalls war es richtig schlecht und fast hätten wir 2-3 und wären nun Letzter. Es kann also alles noch schlimmer kommen, ich gewinne ein WDR2-Konzert mit der “wahnsinnig nette” Sarah Connor und Reis wechselt weiter wie ein Hasenfuß und bringt Tesche, Winzheimer und Bapoh auf komischen Positionen. Wo ist der Fortschritt, wenn man nie siegt? Das dritte Remis in Serie war wieder eine gefühlte Niederlage und der Riemann brüllte dann noch was Richtung Kurve, was nicht jugendfrei war, aber viel schlimmer ist, dass im Team des VfL nur Einzelspieler sind, die falsch zusammengestellt und falsch aufgestellt, mit einer latenten Selbstüberschätzung Richtung Abgrund segeln, am 17.05.is Zahltag. Dann wird abgerechnet. Dann gibt es keine Ausreden, denn seit der Vorbereitung, die zu spät begann, segelt man ins Verderben - ohne Erfahrung beim Segeln.

Zwei Jahre nach einer höchst umstrittenen Ausgliederung und mit einem Kader, der Mourhinio zum Weinen bringen würde, geht der VfL mit seinen soliden Zahlen dem Untergang 2020entgegen. Herr Villis ist - glaube ich zumindest mit den Greenhörnern Schindzierlorz und Reis - noch viel schuldiger als Manuel Riemann, Mimöschen Eisfeld, Pantovic, Maier, denke ich, aber jedes Mosaikstückchen bringt uns dem Abgrund näher. Heute bleibt nur ein Punkt, sonst nichts.

Folgendes ist mein Plan, die E-Roller vor dem Block A kann man doch weit werfen oder?

Tom, CB`93

P.S.: Grüße an Mr. Burns